100 Slasher in 50 Jahren, Teil 4

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76. Brian Woods in TODESPARTY II

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“Wie man für eine fehlende Slasher-Maske kompensiert?
Over-Acting, Bitch!
OH.VER.ACT.ING!!1!“


Brian (Donovan Leitch) musste viele Jahre in einem Sanatorium verbringen, da man ihm beschuldigt hatte, die Bremsen im Auto seines Vaters durchschnitten und seinen alten Herrn so über den Jordan geschickt zu haben. Brian kehrt in seine Heimatstadt zurück, um dort seine schulische Bildung abzuschließen und verknallt sich in die bildhübsche Paula (Jill Schoelen), auf die auch der geile Rektor (Roddy McDowell) ein Auge geworfen hat. Aber Paula ist bereits die Freundin von Dwight (Brad Pitt). Dwight ist zwar dumm wie Toastbrot (hat in der Biologie keine Ahnung was H2O ist; Duh! Ist natürlich der siebte Teil von „Halloween“), aber immerhin ein Basketballass und Mädchenschwarm der Schule (wir wissen zwar nicht ob Pitt als Basketballspieler viel taugt, aber ansonsten hat die Geschichte gewisse autobiographische Züge). Als die ersten Morde geschehen, hat man sofort den volatilen Dwight im Verdacht und auch Paula, die sich langsam in Brian verliebt, hat Zweifel an der Unschuld ihres Boyfriends.


Der deutsche Verleih versuchte uns 1989 (mal wieder) zu verarschen und vorzugaukeln, dass der Film eine Fortsetzung des britischen Die Todesparty sei (das Video-Cover hatte sogar ein Bild der Harlekin-Maske, die im Film selbst natürlich nicht vorkommt). Todesparty II (Originaltitel: Cutting Class, Regie: Rospo Pallenberg) ist natürlich nichts Dergleichen, sondern nur ein weiterer 08/15 Slasher, der in den Todeszuckungen des Slasher-Genres erschien. Auszeichnen tut den Film eigentlich nur die Cast: McDowell spielt wie gewohnt routiniert das Ekelpaket, Schoelen ist wie gewohnt hübsch anzusehen und war zu diesem Zeitpunkt mit Pitt liiert. Während den Dreharbeiten zu Das Phantom der Oper gab Schoelen dem Schönling den Laufpass.

Nach Auftritten in TV-Serien wie Dallas, 21, Jump Street und Freddy’s Nightmares (sowie dem zu Recht gefloppten Tränendrüsendrücker The Dark Side of the Sun), hatte Pitt in Todesparty II seine erste größere Rolle. Vier Jahre später sollte er selbst den Psycho in Kalifornia spielen, in dem er sich durch unverschämte Grimassenschneiderei auszeichnen konnte. Juliet Lewis hingegen spielte im selben Streifen einen Vollidioten mit Tendenzen zur Hurerei, in anderen Worten: auch diese Rolle hatte für Lewis etwas Biographisches.


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77. Acid Sid in PLEDGE CLASS

Was tut man nicht alles um in einer Studentenverbindung aufgenommen zu werden? Nun, so einiges, wie Sid (Will Kempe) am eigenen Leibe erfahren muss. Um sich zu verpflichten, nimmt Sid es in Kauf, in einen mit Cornflakes, Essig und Schlimmeren gefüllten Bottich zu tauchen. Aber einer der Verbindungsbrüder ist ein arger Schalk und hat das wenige Wasser in dem „polnischen Eintopf“ mit Säure vertauscht. Das ist dann doch ein bisschen zuviel des Guten und Sid verreckt elendig. 30 Jahre später kehrt Sids unruhiger Geist zu einem alten College zurück, besetzt den Körper eines Studenten und nimmt blutige Rache an den Brüdern der Studentenverbindung.


Das Ende lag förmlich in der Luft; man konnte es riechen, wie ein Altersheimpfleger es riecht, wenn ein Senior kurz davor ist, den letzten Furz zu pieseln. Die 1980er waren vorbei und mit ihnen ging der Slasher-Film-Boom. Nun galt es, die letzen Tropfen Milch aus der ausgemergelten Kuh herauszupressen, und dies versuchte man, indem man die Kuh mit noch mehr Schwachkopfhumor, noch mehr Gore und noch mehr Heavy Metal mästete. So geschehen in Pledge Class (Originaltitel: Pledge Night), dem Regieerstlingswerk von Paul Ziller, der später Trash wie Bloodfist 4 – Deadly Dragon, Shootfighter II und vor nicht allzu langer Zeit Space Transformers – Angriff aus dem All drehen sollte.


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Und da sage noch einer, Studenten haben kein Rückrat.


Die erste Hälfte beginnt als pure Studentenkomödie, geschmacklos wie es Jehova gefällig ist und erst im zweiten Handlungsteil offenbart sich Pledge Class als Horrorfilm. Da wird natürlich ordentlich gesplattered (auch wenn der Film nur eine geringe Anzahl Kills aufweißen kann) und auch der säureverbrannte Geister-Sid weiß durchaus zu gefallen. Nicht zuletzt können wir von einem feinen Soundtrack berichten, was nicht weiter verwundert: Der junge, unverunstaltete Sid wird von niemand geringerem als Joey Belladonna, dem Sänger der Thrash- und Crossover Metal Pioniere “Anthrax” gespielt. Wie so oft: kein echter Überflieger aber ein gelungenes „Farewell to Arms“ was das Kapitel 80er Jahre Slashern angeht.


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78. Dr. Giggles in DR. GIGGLES

Im Städtchen Moorehigh hat die Doktorenfamilien Rendell keinen guten Namen; nicht nachdem man Papa Rendell und seinen Sohn Evan (Larry Drake), den man wegen seines obszönen Kicherns den Spitznamen „Dr. Giggles“ verpasst hat, dabei erwischt hat, wie sie Patienten die Herzen aus dem Leib gerissen haben, um damit die tote Frau des Doktors wiederzubeleben. Für sein Verbrechen wird Dr. Rendell von der Dorfgemeinschaft gelyncht. Evan kann fliehen und endet für die nächsten Jahre in einer Nervenheilanstalt. Auch dort gelingt ihm die Flucht. Evan kehrt nach Moorehigh zurück, um dort blutige Rache an den Dörflern zu nehmen. Zur selben Zeit machen die junge Jennifer (Holly Marie Combs) und ihr Freund Max (Glenn Quinn) im Ort Ferien. Jennifer hat vor kurzem ihre Mutter verloren, wurde zu allem Unglück noch mit einer Herzkrankheit diagnostiziert, und muss einen Herzschrittmacher mit sich tragen. Bald wird ihnen klar, dass es sich bei der urbanen Legende des „Dr. Giggles“ keineswegs um ein Ammenmärchen handelt.


Der Charakter Dr. Giggles hatte 1992 in einem „Dark Horse presents“ Comic sein Debüt, allerdings mit einer andere Ursprungsgeschichte: Ein namenloser Waisenknabe, medizinisch so brillant wie psychopathisch, bringt Giggles hier einen Medizinschüler um, und nimmt seinen Platz an einer Medizinschule ein. Nachdem der Film gedreht wurde, bekam Dr. Giggles eine eigene Mini-Serie aber beides – Comic und Film – floppten und Dr. Giggles zog sich zurück in die Annalen der Horrorhistorie.


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Freddy Krueger Hausarzt: Dr. Giggles.


Dr. Giggles (Alternativtitel: Horror Hospital 2, Mad Doctor) besticht durch eine angenehm hohe Body-Count und Goregehalt (in der ungeschnittenen Fassung, selbstredend) und besonders Larry Drake (Dark Man) ist optisch eine eins-zu-eins Umsetzung zur Comicvorlage. Aber wie es halt oft so ist: Was im Comic funktioniert, muss nicht unbedingt im Medium Film funktionieren, denn dort geht einem das ständige, idiotische Gekicher des Doktors auf die Nerven und auch die medizinisch-inspirierten One-Liner erinnern an Zeiten in denen man die Freddy Krueger-Schreiberlinge noch pro One-Liner bezahlt hat.


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79. Candyman in CANDYMANS FLUCH

Helen (Virginia Marsden) studiert moderne Ammenmärchen, so genannte „Urbane Legenden“, und stolpert dabei über die Legende vom „Candyman“ (Tony Todd). Dieser war Sohn eines Sklaven und hat in den späten 18ten Jahrhunderts eine weiße Frau geschwängert. Dafür wurde seine rechte Hand von einem wütenden Mob abgeschlagen, Candyman wurde mit Honig überzogen und rassistischen Bienen ausgesetzt. Stellt man sich nun vor einen Spiegel und spricht den Namen „Candyman“ fünfmal, so würde der Butzemann mit der Hackenhand erscheinen und den Rufer ermorden. Helen und ihre Freundin Bernadette (Kasi Lemmons) tun genau das. Als der „Candyman“ nicht erscheinen will, begibt sich Helen nach Cabrini-Green, einem Negerghetto in Chicago, wo eine Mordserie dem „Candyman“ zugeschrieben wird. Dort findet man aber nur eine Gangleader, der den Namen „Candyman“ angenommen hat. Zurück zuhause, erscheint Helen der echte Candyman und beginnt die Leute in ihrem Umfeld hinzumachen.


Zu einer Zeit, genauer gesagt den späten 80ern, in der Stephen King sein letztes Bisschen Verstand versoffen hatte und nur mehr christlich-angehauchtes Geschwurbel von sich gab, wurde Clive Barker gern als Thronfolger des modernen Horrorromans gehandelt. Seine „Bücher des Blutes“ sind heute noch Genre-Klassiker und mit dem ersten Hellraiser-Film konnte Barker sich selbst ein Denkmal setzen. Weniger Glück hatte Barker mit Cabal – Die Brut der Nacht der, obwohl inzwischen ein Kultfilm, bei den Kritikern gnadenlos durchfiel. 1992 wollte Barker es noch einmal wissen und produzierte Candymans Fluch (Originaltitel: Candyman), bei dem Bernard Rose Regie führte und der auf eine der Kurzgeschichten aus dem „5. Buch des Bluts“ stammt. Der Film wurde ein voller Erfolg, gilt heute noch als einer besten Slasher die je produziert wurden. Der Erfolg kann zu einem großen Teil Tony Todd zugeschrieben werden, einen der ersten schwarzen Slasher-Killer im Genre, der den Candyman als eine Mischung aus charismatischem Opfer und bitterbösen Rachegeist verkörpert. Todd sollte später auch in der Final Destination-Franchise auftauchen, wo er keinen Geringeren als den personifizierten Tod spielt.


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Splattah in da Ghetto: der „Candyman“.


Der Erfolg von Candymans Fluch schrie förmlich nach einer Fortsetzung und diese folgte 1995. Candyman 2: Die Blutrache, spielt in New Orleans zur Mardi Gras Zeit und erzählt teilweise die Vorgeschichte des „Candyman“. Diesmal fielen die Kritiken gemischter aus, obwohl der Film atmosphärisch und teils gruseliger, aber weit weniger poetisch als der Erstling ausgefallen ist. Diesmal führte Bill Condon Regie, der ein paar Jahre später den exzellenten Gods and Monsters drehen sollte und danach (leider) unrühmlicherweise die Twighlight Saga, welche als „Vampirsaga für Idioten“ in die Filmgeschichte eingehen sollte.

1999 endete die Candyman-Trilogie mit Candyman 3: Der Tag der Toten (Regie: Turi Meyer), der nur ein bleicher Abklatsch des ersten Teils war und selbst „Candyman“ Todd musste zugeben, dass ihm der Film nicht gefallen hat. Hier musste Ghostbuster Ernie Hudson einen Polizisten namens „Jamal“ spielen. Clive Barker und Tony Todd haben ihr Interesse an einen vierten Teil geäußert, der von der Serie unabhängig sein und in einem Mädchenheim in Neuengland spielen soll. Für Barkers Mitarbeit sieht es derzeit aber schlecht aus, da dieser gesundheitliche sehr angeschlagen ist und momentan mehr Zeit vor Gericht verbringen muss (ein ehemaliger Geschäftspartner und Liebhaber klagte den Schriftsteller an und behauptet Barker habe ihn (geschäftlich) beschissen und wissentlich mit Aids angesteckt).


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(Teil 1: 8)
(Teil 2: 9)
(Teil 3: 17)


80. Evil Ed in EVIL ED

Eigentlich ist Edward Tor Swenson (Johann Rudebeck) ein netter, unauffälliger Buchhalter, der für eine Filmfirma arbeitet. Dann aber landet er in der „Splatter und Gore“-Abteilung, wo er diverse Horrorfilme umzuschneiden und Massenkompatibel machen muss. Das schier endlose filmische Massaker (wie etwa den Film “Loose Limbs”, in dem ein Mädchen von einem Bieber vergewaltigt wird, der ihr im Anschluss den Kopf mit einer Bazooka wegbläst) fordert seinen Tribut von Ed. Der ehemalige Duckmäuser verliert seinen Verstand und läuft Amok.

Der US-amerikanische Slasherfilm war praktisch Tod als man sich 1995 in Schweden entschloss, dass es an der Zeit war, auch mal einen Slasher Evil Ed zu drehen. Das Resultat war eine bitterböse Satire auf das Genre, bei der es gesplattert wird, dass es eine wahre Freude ist und die dabei alles zwischen Halloween, Evil Dead und Das Schweigen der Lämmer durch den Kakao zieht. Oder, wie der Verleihtext sprach: „Det är egentligen inget fel på Edward, till den dag han går lös med censursaxen“ (was immer das auch bedeuten mag).


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Svenska Massenmördären, wie man (wahrscheinlich) in Schweden sagt.


Der Entschluss zum Dreh kam nicht spontan: Regisseur Anders Jacobsson wollte eine Satire drehen, welche die „Statens biografbyrå“, die schwedische Antwort auf die deutsche FSK, verarschen sollte. Die schwedische Filmzensur galt als älteste der Welt und trieb zwischen 1911 und 2011 ihr Unwesen. Nach hundert Jahren hatten die Nordlichter die Schnauze voll und jagten das bigotte Geliechter dahin, wo der Surströmming wächst. Ein Bauchgefühl sagt uns, dass das Hierzulande noch ein wenig dauern wird.


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81. The Ghostface Killer in SCREAM – SCHREI

In Städtchen Woodsboro geht ein Killer um, der sich anscheinend bestens mit dem Kanon des Horror / Slasher Filmen auskennt. Nur, wer ist der maskierte Killer dem man den Spitznamen „Ghostface“ gegeben hat? Vielleicht der Horrorfilm-Geek Randy (Jamie Kennedy)? Der schwachköpfige Sheriff Dewey (David Arquette)? Oder hat es etwas mit Sidneys (Neve Campbell) Mutter zu tun, die im vorherigen Jahr von dem Psychopathen Cotton Weary (Liev Schreiber) ermordet wurde? Die Leichen häufen sich und fest steht nur dass, um zu überleben und den „Ghostface“-Killer, müssen die Jugendlichen die fünf goldenen Regeln des Slasherfilms befolgen.


John Carpenter und Tobe Hooper hatten ihr Pulver schon lange verschossen, also wer außer Wes Craven wäre geeigneter, um den Kadaver des Slasher-Genre 1996 mit Scream – Schrei neu zu beleben? Genau! Niemand. Craven hat einen klassischen Slasher gedreht, der geschickt Splatter-Elemente (fast 200 Liter Kunstblut wurden für die Produktion hergestellt), Teen-Comedy und Satire vereint, ohne sich selbst oder das Genre Bierernst zu nehmen. Das Rezept ging auf, an den Kinokassen wurde Scream ein voller Erfolg, und zog folglich eine neue Generation von Slashern und Parodien wie Scary Movies wie einen Rattenschwanz hinter sich her, und sollte auch fortgesetzte Franchises wie Halloween beeinflussen (wer genau hinguckt, wird bemerken dass die Kids in Halloween H20 sich Scream 2 auf Video ansehen).


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Der Retter des Slasher-Genres: Der Ghostface Killer.


Anders als bei den 80er Jahren Slashern, die oft zu Sprungbrettern für zukünftige Stars und Sternchen wie Johnny Depp, Brad Pitt oder Kevin Bacon wurden, sollte es nach Scream in Mode kommen, dass schon etablierte Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen plötzlich in Horrorfilmen auftreten wollten und sich damit „Credibility“ beim jugendlichen Publikum zu besorgen. So geschehen bei Scream, in dem Drew Barrymore ihre Karriere auffrischte, aber auch Liev Schreiber, Neve Campbell oder Courteney Cox waren alles keine Neulinge.

Man soll die Eisen schmieden, solange das Feuer heiß ist, spricht der Volksmund, also drehte Craven die Fortsetzung Scream 2 im folgenden Jahr nach dem selben Rezept und einer (fast) identischen Cast. In einer „Film-im-Film“-Geschichte werden hier, zwei Jahre später, die Ereignisse aus dem ersten Teil verfilmt. Es dauert natürlich nicht lange bevor ein „Ghostface“ auftaucht und das blutige Treiben seines Vorgängers fortsetzt. Auch der zweite Teil wurde ein Blockbuster und konnte den Erfolg des Erstlings sogar noch toppen (und dass, obwohl die Konkurrenz in diesem Jahr gewaltig war. Wir sagen nur Titanic und Men in Black).

Für den dritten Teil ließ man sich dann etwas mehr Zeit, Scream 3 erschien im Jahr 2000, wieder ein Erfolg, obwohl Kritiker Craven vorwarfen, er hätte das Konzept seines eigenen New Nightmare für den dritten Scream verwurstet und dass sich die Formel langsam abnutzte. Craven gab an, dass er Scream als Trilogie geplant hatte, und dass nach dem dritten Teil endgültig Sense sei. Das war es dann auch, zumindest bis zum vierten Teil, der 2011 in die Kinos kam.

In Scream 4 (Alternativtitel: Scre4m) kehrt Sidney, nun eine erfolgreiche Schriftstellerin, nach 10-jähriger Abwesenheit nach Woodboro zurück und mit ihr taucht auch der altbekannte „Ghostface“-Schlitzer wieder auf. Craven, der aus der A Nightmare on Elm Street-Geschichte seine Lektion gelernt hatte, wollte sich die Zügel nicht aus der Hand nehmen lassen und setzte sich erneut auf den Regiestuhl. Wieder waren die Kritiken gemischt, aber das war den Fans natürlich Wurst, und die strömten in die Kinos (obwohl der Film, finanziell gesehen, der schwächste der Serie war). Ob nun mit dem vierten Teil das letzte Wort zu der Scream-Reihe gesprochen ward, nun keine Ahnung – aber ein Kasten Bier spricht „Nein“. Will jemand die Wette halten?


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(Teil 1: 7)
(Teil 2: 10)
(Teil 3: 10)
(Teil 4: 13)


82. Der Fischer in ICH WEIß, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST

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Käpt'n Iglo in seiner Freizeit.


Die Freunde Helen (Sarah Michelle Gellar), Julie (Jennifer Love Hewitt), Barry (Ryan Phillippe) und Ray (Freddie Prinze Jr.) haben die Nacht mit dem Feiern von Helens Sieg bei einem Schönheitswettbewerb verbracht. Auf dem Nachhauseweg, überfahren sie ungewollt einen Fischer. Die Vier sind schockiert, entsorgen das „Corpus Delicti“ im Meer und schwören einander, dass man die Affäre nie wieder erwähnen will. Ein Jahr später bekommt Julie einen Brief mit der kryptischen Nachricht „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Beunruhigt zeigt sie den Brief ihren Freunden. Schon erscheint eine vermummte Gestalt in einer Regenjuppe und einem Fleischerhacken bewaffnet und beginnt Jagd auf das Quartet zu machen.


Der Wind des Erfolgs wehte süß für die Scream-Franchise, da war es natürlich klar dass Zecken und Parasiten sich in dessen Fell einnisten wollten. Anders als die meisten Slasher, basierte Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast (Originaltitel: I Know what you did last summer) auf einer literarischen Vorlage, namentlich dem Roman von Lois Duncan, der 1973 erschien. Das Drehbuch schrieb Scream-Schreiber Kevin Williamson und Regie führte Jim Gillespie. (Gillespie sollte später das Sylvester Stallone-Vehikel D-Tox – Im Auge der Angst verbrechen und 2005 den relativ mittelmäßigen Zombie-Slasher Venom drehen).

Es dürfte also klar sein, dass der Film sich sehr eng an das Scream–Rezept hängt, auch wenn er nicht die Qualität des Wes Craven Films erreicht. Die Kritiker zeigten dem Film die kalte Schulter, wohingegen die Zuschauer (90 Prozent harte Scream–Kiddies) die Kinos füllten. Für zwei Fortsetzungen reichte es aber allemal: Ich weiß noch immer, was Du letzten Sommer getan hast (Originaltitel: I Still Know What You Did Last Summer, Regie: Danny Cannon) erschien 1998 und die Überlebenden des ersten Teils wurden mit Matthew Settle, Brandy (im Afro-Amerikanischen „Bran'Nu“ ausgesprochen) und Mekhi Phifer ergänzt. Der dritte Teil Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (Originaltitel: I'll Always Know What You Did Last Summer, Regie: Sylvain White) wanderte 2006 direkt auf DVD; danach ging den Produzenten anscheinend die Ideen für noch dämlichere Variationen des Titels aus – oder einfach der Platz für einen weiteren Titel.


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(Teil 1: 6)
(Teil 2: 9)
(Teil 3: 6)


83. Brenda Bates in DÜSTERE LEGENDEN

An der Pendleton Universität steht alles im Zeichen der „Urbane Legende“: Professor Wexler (Robert Englund) gibt ein Seminar zu dem Thema; die Schulzeitung und das Campusradio befasst sich ebenso mit jenen düsteren Erzählungen. Besonders beliebt ist die Geschichte vom so genannten „Stanley Hall Massaker“, bei dem angeblich ein amoklaufender Professor ein duzend Studenten abgemurkst hat. Doch als ein Serienmörder durch den Campus schleich und seine Opfer nach dem Schema der Legenden tötet, wird es Ernst für die Studenten.


Düstere Legenden (Originaltitel: Urban Legend) sollte der dritte im Bunde der “New Wave Slasher” werden und erschien 1998 in den Kinos. Wie schon die Vorgänger, ist Düstere Legenden ein Film der schönen Menschen, besetzt mit Schauspielern wie Jared Leto, Alicia Witt, Michael Rosenbaum oder Tara Reid, um nur ein paar zu nennen. Aber auch den Slashern von Anno Dazumal wird Tribut gezollt, indem man „Veteranen“ wie Robert Englund (A Nightmare on Elm Street), Danielle Harris (Halloween) und Brad Dourif (Chucky – Die Mörderpuppe) in kleinen, aber prägnanten Rollen zu sehen bekommt. Und auch die Täterin selbst scheint eine entfernte Verwandte vom Großpapa der Slasher zu sein. Regisseur Jamie Blanks kannte sich offensichtlich mit dem Genre und seinen Konventionen aus, und produzierte später noch eine Reihe netter Horror / Slasher Streifen, darunter den Valentinstag-Slasher Schrei, wenn du kannst und den empfehlenswerten Storm Warning, den man fast schon als Hommage an Texas Chainsaw Massacre nennen darf.


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Die Urbane Legende vom weiblichen Serienmörder.


Da auch Düstere Legenden die Kinokassen zum klingeln brachte, durften auch hier zwei Fortsetzungen folgen. Düstere Legenden 2 (Originaltitel: Urban Legends: Final Cut) hatte zwei Jahre später zwar noch ein ähnliches Konzept, aber eine komplett neue Besetzung, inklusive Regisseur John Ottman. Der dritte Streich Düstere Legenden 3 (Originaltitel: Urban Legends: Bloody Mary, Regie: Mary Lambert) war 2005 dann eine Straight-to-Video Geschichte, welche die Slasher Elemente zugunsten einer übernatürlichen Storyline fallen lies. Auch hierzu gab es eine Fortsetzung – Ghosts of Goldfield (2007, Regie: Ed Winfield) – die aber nichts mehr mit dem Konzept der „Urbanen Legenden“ zu tun hatte.


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(Teil 1: 8)
(Teil 2: 8)
(Teil 3: 7)


84. Degenerierte Chinesensippe in THE DEADLY CAMP

Eine Gruppe Jugendlicher wollen auf einer verlassenen Insel campen, aber ganz so verlassen wie gedacht ist das Eiland nicht. Zu einem treibt dort eine Schmugglerbande ihr Umwesen, zum zweiten wird der Ort von einer Familie Degenerierter bewohnt. Kopf des Clans ist ein bandagierter Hüne, der vorzugsweise die Kettensäge schwingt und gar nicht darüber erfreut ist, dass die Schmuggler Blowie (!) und Pervert (!!) „versehentlich“ (!!!) auf seinen schwachsinnigen, immergeilen Sohn urinieren (!!!11!) und ihn im Anschluss in Brand stecken. Nun kommt es auf der Insel zu einem Kampf auf Leben und/oder Tod.

1999 zollte das Kaiserreich China, beziehungsweise Hongkong, dem Slasher-Genre mit The Deadly Camp (Originaltitel: Saan Gau 1999, Regie: Bowie Lau) Tribut. Der Film ist praktisch die orientalische Antwort auf Texas Chainsaw Massacre, hält sich dabei strikt an die Konventionen der alten Camp-Slasher wie Freitag der 13te oder Brennende Rache und lockert das Ganze mit einer Brise The Blair Witch Project auf. Außerdem Chinesinnen im Bikini. Ob der Humor nun gewollt oder ungewollt ist, erstreckt sich dem runden, westlichen Auge nicht, aber es gibt natürlich eine Menge Grimassenschneiderei, Fingergefuchtel und wedeln mit den Armen.


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Im originalen Kantonesischen Titel heisst The Deadly Camp
„The Chinese Chainsaw Massacel: Leathelface vellolenel Bludel“.


Die Schattenseite der Geschichte: Vom Film existiert keine Synchronfassung, weder Deutsch, English oder Indogermanisch. Bedeutet: Der geneigte Gweilo, der sich den Film ansehen will, muss zur Augenverdreherei und dem Grimassenschneiden auch noch kantonesisches Geschnatter über sich ergehen lassen und Gefahr laufen, dabei Ohrenlicht und Verstand zu verlieren. Apropos: Hauptdarsteller Anthony Wong Chau-Sang, der den Schmuggler „Boar“ (zu Deutsch: Wildsau) spielt, ist in seiner Heimat ein gefeierter Star und dürfte den Westlern aus Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers bekannt sein. Außerdem Guhuozai jiqingpian zhi hongxing Dafeige, Jiang jian zhong ji pian zhi zui hou gao yang und Guang Dong wu hu zhi tie quan wu di Sun Zhong Shan (und ich will es hier den Herrn Lektor überlassen, der Vollständigkeit willen, die anderen 170 Filmtitel aufzulisten und zu übersetzen).


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85. Ein lesbischer Clown in CAMP BLOOD

Im abgelegenen Camp Blackwood, wo die Leute hingehen um zu zelten und Sex zu haben, treibt ein mörderischer Psychopath mit Clownsmaske sein Unwesen. Zwar versucht der Dorfdepp Bromley Thatcher (Joseph Haggerty) vier Zeltler davon abzuhalten, ihr Leben im Wald zu riskieren, die schießen aber die Warnungen des Schwachkopfs in den Wind und treffen auf die Waldführerin Harris (Courtney Taylor), eine steinharte Lesbe. Dann taucht auch schon der Killerclown auf und macht alle kalt – der Clown wird übrigens von einem Typen mit dem unglücklichen Namen Shemp Moseley gespielt, weil man davon ablenken will, dass der Clown in Wirklichkeit der oben genannte „kesse Vater“ ist.

Sollte ich jetzt zufälligerweise etwas gespoilert haben, so dürft ihr mir danken und mir eure Frauen und Töchter als Belohnung darbieten, denn ihr, liebe Leser, könnt euch diesen unsagbaren Schmarn der sich Camp Blood nennt sparen. Genauso wie die im selben Jahr gedrehte Fortsetzung Camp Blood 2 – The Revenge oder deren Fortsetzung Camp Blood 3 – Within the Woods, allesamt vom selben Spinner verbrochen, namentlich Brad Sykes. Gut, Sykes mag komplett unfähig und ein Stümper vor dem Herrn sein, aber tüchtig, ja, tüchtig war er: 19 Streifen hat er nach Camp Blood noch gedreht, von denen einer miserabler als der letzte war. Nun, vielleicht kann ich hier noch sein 2003er Werk empfehlen Goth; und dass auch nur wegen dem unsäglich krummen, phallusähnlichen Riechorgan von „Hauptdarstellerin“ Phoebe Dollar. Muss man gesehen haben, das Teil.


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Regisseur Sykes gibt letzte Anweisungen:
„Das ist eine Kamera und auf die wankst du jetzt zu. Cappice, Enrico?“


2008 scheint sich Sykes an den guten Rat, den ihn euer Autor zu guten, alten Bostoner Zeiten gegeben hat, erinnert zu haben (kurz bevor er ihn wegen Marihuanadiebstahls und dafür, dass er Halloween 6 gespoilert hat, aus dem Haus gejagt hat): „Brad, du bist ein Schwein, ein Lump, ein Nichtskönner und wirst das auch für den Rest deines unseligen Lebens bleiben. Nun scher dich fort, bevor ich dich totschlage“. Was er heute treibt weis der Deibel. Ich für meinen Teil lebe in der seligen Hoffnung, dass er entweder verhungert oder in Pferdeurin ertrunken ist.

Waschen wir unsere Augen also mit einem weiteren Screenshot:


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86. Trevor Moorehouse in BLOODY MURDER

Eine Gruppe Teenager reist zum Feriencamp Placid Pines, um dort als Betreuer zu arbeiten. Das Campfaktotum Henry, wie es sich gehört ein kompletter Kretin, will die Gruppe warnen, dass sich „Gefahr in den Wäldern befindet“, doch dass lässt die jungen Leute kalt. Man macht sich also ins Gebüsch und spielt eine Runde „Bloody Murder“. In diesem Spiel ist eine Person „Es“ und der Rest der Gruppe muss „Es“ finden. Wer immer „Es“ findet, muss „Bloody Murder schreien und zurück zum Lagerfeuer rennen, bevor „Es“ ihn/sie berühren kann. Ein Heidenspaß für Jung und Alt also. Bis er auftaucht: Trevor Moorhouse, der legendäre Schlitzer mit der Hockeymaske und anfängt, die Gruppe zu dezimieren.

Es gibt zwei gute Gründe, warum Sean Cunningham keinen der Produzenten von 80 Prozent der hier genannten Filme auf literarischen Diebstahls verklagt hat: Zum einen weil er ja selbst wie ein Rabe von John Carpenter geklaut hat, und zum zweiten weil es bei den hier produzierenden Nasen sowieso nichts zu holen war. Wenn es aber einer verdient hätte, vor den Kadi gezerrt zu werden, dann der Regisseur von Bloody Murder Ralph E. Portillo. Aber auch hier wäre es wahrscheinlich vergebene Liebesmühe, da der Film nach absoluter Armut stinkt. Von Gore oder gar Blutvergießen kann nicht die Rede sein, man hatte anscheinend kein Budget für so exotische Special-Effekts wie Kunstblut oder Kakao und Lebensmittelfarbe. Für Schauspieler war ebenso kein Geld da, darum spielen die meisten „Thespier“ gleich mehrere Rollen.


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Eine Handvoll Wasser für den ersten der errät
von welchem Film Regisseur Portillo gemopst hat.


Wofür es aber gereicht hat, war ein zweiter Teil in 2003. Bloody Murder 2: Closing Camp (Alternativtitel: Halloween Camp) macht genau da weiter, wo der erste Teil aufhört, nur dass diesmal Rob Spera auf dem Regiestuhl saß. Wie schon der erste Teil, war hier ein Phänomen zu beobachten: während die IMDB Rezensenten den Film größtenteils über den grünen Klee lobten, gab es auf der Message-Board praktisch nur (verdiente) Häme, Gift und böse Worte für den Streifen. Diese Diskussionen wurden dann, wie es inzwischen Tradition ist, mit Hinweisen beantwortet, dass „9/11 ein Insiderjob war“ und dass jüdische Banker, Regierungsbeamte und Freumaurer die Flugzeuge ins World Trade Center gesteuert hätten.


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(Teil 1: 6)
(Teil 2: 7)


87. Killjoy in KILLJOY

Wir befinden uns in einem typisch amerikanischen Ghetto, wo die Menschen rabenschwarz sind, die Männer „Jamal“ und die Frauen „Shaniqua“ heißen, und die Verbrechensrate bei 112 Prozent liegt. Michael (Jamal Grimes) hat sich in Jada (Vera Yell) verliebt, was aber Jadas Gangstah-Freund Lorenzo (William L. Johnson) gar nicht passt. Michael wird von Lorenzo und seinen Homeboys Baby Boy und T-Bones in einen Wald verschleppt, wo sich unglücklicherweise eine Kugel aus einer Pistole löst und Michael den Garaus macht. Aber Michael, der sich ein wenig mit Schwarzer Magie auskannte, hatte kurz zuvor noch versucht, eine Clownspuppe namens „Killjoy“ zum Leben zu erwecken. Es geht ein Jahr ins Ghetto: Jada hat einen neuen Stecher, Jamal (Lee Marks) und Lorenzo ist mit Kahara (Napiera Groves) liiert. Die Puppe „Killjoy“ (Angel Vargas) ist inzwischen auch zum Leben erweckt und zieht mit einem Eiswagen, von dem aus er Drogen verkauft, durch die Gegend und plant blutige Rache.


Zunächst einmal möchte ich das Publikum bitten, nicht über die Namen zu lachen, weder die der Schauspieler oder der Charaktere, die sie spielen. Diese stammen allesamt auf Afrika, wie man mir einst versicherte (dass der Durchschnitts-Afro-Amerikaner seltsamerweise für ein Land hält). So ist die Ungerechtigkeit Amerikas: heißt jemand Jamal, Kahara oder T-Bone, spricht das Weißbrot gleich, es sei ein „Negername“; heißt jemand William L. Johnson, behauptet das Weißbrot von dem das Gleiche.


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Um einen Killerclown zu zitieren: "That was some good pussay, mutha fucka!!!"


Es gab einen guten Grund, warum die Blaxploitation-Welle keinen Slasher hervorgebracht hat, namentlich dass es das Genre in den 1970ern (praktisch) nicht gab. Also sollte es bis zum Jahr 2000 dauern, bis man einen echten „Urban Slasher“ produziert hatte, und dies war Killjoy (Regie: Craig Ross Jr.). Da es sich bei diesem Auswurf um ein Produkt aus dem Haus „Full Moon Pictures“ handelt, ist er naturgemäß so beschissen wie es nur geht (aber das sagen wir natürlich nicht laut, weil wir nicht als Rassisten gelten wollen; auch nicht unser Full Moon & Asylum-Fetischist Dr. „Da Homie“ Risser in seiner REVIEW).

Beim designierten Publikum schien der Film allerdings anzukommen, die ihn zweifellos bei einer gemütlichen Pfeife Crack genossen, und so folgten drei Fortsetzungen. Killjoy 2: Deliever us from Evil erschien in 2002. Hier wurde Killjoy nicht von einem Latino, sondern einer waschechten Kalkleiste (Trent Haaga) verkörpert. Diesmal wird der böse Geist des Killjoy von vier jugendlichen Crackdealer – Nic (Charles Austin), Ray-Ray (Choice Skinner), Charlotte (Olimpia Fernandez) und Eddie (Jermaine Cheeseborough) – zum Leben erweckt und tötet später einen Sicherheitsbeamten (Babalada Francis Cledjo). Bei diesem „Urbanen Horrorfilm“ führte Tammi Sutton Regie (siehe Bild unten).


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Killjoy 3 (Originaltitel: Killjoy’s Revenge) bringt den dämonischen Killerclown an eine Universität, wo kein Afro-Amerikaner zu sehen ist, außer Zilla (Spiral Jackson). Killjoy bekommt von drei weiteren geisterhaften Clowns – Punchy, Freakshow und Batty Boop – Verstärkung und entführt Studentin in seine Welt, die sich hinter einen Spiegel befindet.

2012 nimmt sich Killjoy ein Beispiel an Jason und tut es ihm in Killjoy goes to Hell gleich. Dort muss er sich vor einem aus Teufeln und dämonischen Clowns bestehenden Gericht rechtfertigen, nicht bösartig genug zu sein. Typischer Sondermüll aus dem Hause „Full Moon“ halt.


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(Teil 1: 9)
(Teil 2: 7)
(Teil 3: 10)
(Teil 4: 10)


88. Lester, die Vogelscheuche in THE SCARECROW

Der Liebe Gott hat es mit Lester Dwervick (Tim Young) nicht gut gemeint: Er ist ein kränkliches Kind, muss mit seiner Mutter in einem Wohnwagencamp hausen (der amerikanische Volksmund spricht hämisch von „weißer Menschenmüll“) und wird dafür von seinen Mitschüler arg gehänselt. Einmal scheint er Glück zu haben, denn die hübsche Sheriffstochter Judie (Tiffany Shepis) hat ein paar nette Worte für ihn übrig. Doch wieder hat Jehova das letzte Lachen und just in dem Moment in dem Lester Judie fragen will, ob sie Interesse daran hätte, die Freundin eines dreckigen Hinterwäldlers zu werden, ertappt er diese bei einem Techtelmechtel mit einem seiner schlimmsten Piesacker. Lester sucht Trost bei seiner Mutter, doch die ist beschäftigt sich von einem Besoffenen besteigen zu lassen. Nun platzt Lester endgültig die Hutschnur. Er stimmt ein Gezeter an, das wiederum den Besoffski nervt, der Leslie kurzerhand das Lebenslicht ausbläst. Um das Prozedere als Selbstmord zu tarnen, hängt er Lesters Kadaver an die nächste beste Vogelscheuche. Doch Leslies Geist fährt in den Strohhaufen und nimmt nun blutige Rache an seinen Peinigern.


Scarecrow wurde 2002 in nur acht Tagen gedreht – eigentlich hätten es auch nur sieben werden können, hätte der Schauspieler Tim Young dem Produktionsteam mitgeteilt, dass er Diabetiker sei und nicht in ein Insulinkoma gefallen wäre (was die Produktion einen vollen Tag kostete). Man rief prompt die Polizei, was in zweierlei Hinsicht praktisch war: Zu einem sparte man sich den teuren Krankenwagen, zum anderen kamen die Freunde & Helfer gerade recht, um die Crew vor den Anwohnern des „Trailer Camps“, in dem der Film gedreht wurde, zu retten. Jene waren nicht unbedingt erpicht darauf, dass man ihre elende Existenzen als Kulisse und sie selbst als „Freak-Bonus“ verwendete.


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Vogelscheuchen: Vom typischen „weißer Wohnwagenmüll“
nicht leicht zu unterscheiden.


In der Tat war die ganze Produktion von ähnlichen „Unfällen“ geplagt: Während der Dreharbeiten erstürmte ein betrunkener Stadtstreicher das Set und drohte, jeden einzelnen Mitarbeiter umzubringen. Seiner Meinung nach handelte es sich bei dem „Trailer Camp“ um „heiligen Boden“, das Produktionsteam seien allesamt (wahrscheinlich korrekterweise) Sünder und die Vogelscheuche erinnere ihn an Jesus Christus. Glücklicherweise hatte Regisseur Emmanuel Itier ein kräftiges Paar Muskeln in seinem Team, die den Alten windelweich prügelten und das blutende Bündel Fleisch vom Set hinaus „komplimentierten“.

Geschichten aus dem Hause „Asylum“.

2004 erschienen zwei Fortsetzung, angefangen mit Scarecrow Slayer (Regie: David Michael Pratt). Candyman-Tony Todd spielt einen Farmer, der eine ehemals-mordende Vogelscheuche auf seinem Land hortet. Er ertappt zwei Studenten, die bei einem Verbindungstest versuchen die Vogelscheuche zu stehlen und erschießt einen der Beiden irrtümlich. Dessen Geist fährt in die Strohfigur und macht sich auf den Weg, seine ehemalige Freundin zurück zu gewinnen. Die zeigt sich von der Idee, eine Vogelscheuche zu „daten“ wenig angetan and bläst den wandelnden Strohhaufen mit einem Raketenwerfer in den Vogelscheuchenhimmel. Hier kann man nur ein Fazit ziehen: Tief ist er gefallen, der Tony Todd.

Auch der dritte Teil Scarecrow Gone Wild (Regie: Brian Katkin) hat eine „prominente“ Besetzung: Hier ist es der ehemalige NWA-Wrestler Ken Shamrock. Der erscheint zwar nur ein paar Minuten als Couch Ramsey, bekam aber trotzdem Top-Billing (wie gesagt: im Hause „Asylum“ arbeitet man mit sämtlichen Tricks).


89. Ein Inder in THERE MUST BE SOMETHING

An seiner Universität sagt man Professor Baskshi (Rishi Kapoor) nach, er hätte die ewige Nörgelei einfach nicht mehr ertragen und seine Frau um die Ecke gebracht. Dass ist auch korrekt, denn beim Versuch an die Testvorlagen des Professors zu kommen, finden die Studenten Karan (Tusshar Kapoor), Tashu (Anita Hassanandani), Yash (Yash Tonk) und Tanya (Esha Deol) die Leiche der Frau Professor in dessen Wohnung rum liegen, scheinbar noch auf die Reinkarnation wartend. Bei der Flucht fährt man Baskhi über den Haufen, beziehungsweise fällt der über eine Klippe. Die Freunde schwören einander, dass man die Affäre nie wieder erwähnen will und…


Halt! Stop! Genug! There Must Be Something (Originaltitel: Kucch To Hai) ist natürlich die Bollywood-Adaption von Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast. Der Film gibt sich die Ehre, der erste Indische Slasher zu sein, obwohl es, was Gore, Blut und Gewalt ist, nicht weit her ist. Dafür gibt es eine geballte Dosis schwachsinnigen Pansenhumor, Drama, Kung Fu, Romanze, (versuchte) Vergewaltigung, Action, Musik und eine nicht enden wollende Reihe von Tanzeinlagen – so wie in jedem anderen Bollywood-Film der je gedreht wurde, auch.


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Mit Ausnahme von Kabir Bedi machen Inder optisch generell nicht viel her.
Die Damen hingegen, da kann man oft nur sagen:
Desi Babla Choot, hai.


Bei mageren 140 Minuten ist der Film für Bollywood-Standards ein relativer Kurzfilm, aber normalerweise sind 20 Minuten schon genug um bei einem erwachsenen Europäer bleibende Gehirnschäden zu verursachen. Regisseur Anurag Basu mag mit nur neun Filmen für Bollywood Verhältnisse praktisch noch ein Neugeborener sein, der Musiker Sameer hingegen ist ein echter Veteran, der mit seinem Gedudel schon 600 Bollywood-Filme veredelte.

Wir wollen nicht lügen und behaupten, There Must Be Something wäre der erste Bollywood-Slasher gewesen: 1993 bediente sich die Indische Filmindustrie schon einmal an einem klassischen Slasher und verarbeitete die A Nightmare on Elm Street-Filme zu dem zweieinhalbstündigen Mahakaal: The Monster.


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“Bei der Göttin Bagalamukhi schwöre ich,
dass alle Ähnlichkeiten rein zufällig sind“
(O-Ton Regisseur Tulsi Ramsay).


Und es ist auch nicht so als ob Mahakaal: The Monster der erste A Nightmare on Elm Street–Rip-Off war. Diese fragwürdige Ehre kommt Khooni Murdaa zu, der Wes Cravens Albtraum-Slasher schon 1989 beklaute. Wie viele anderen Filmen sich bei westlichen Horror-Franchises sonst noch bedient haben, können wir so definitiv nicht sagen, sondern nur Pi-mal-Daumen mutmaßen und sagen daher: Tausende! Wenn euch die Filme nun auf den Geschmack gebracht haben, habt keine Angst dass euch das Material ausgeht – die Bollywood Industrie produziert pro Jahr weit über 1,000 Filme, allesamt nach derselben Formel, und dass ohne Telugu, Punjabi, Badaga, Tulu und dergleichen viele, viele, viele mehr Genres mitzurechnen. Alle nach demselben Muster gestrickt, so dass man mehr Variation in den BigMacs zweier McDonald Filialen finden würde. Man sagt den Indern nach, dass sie nur aus einen einzigen Grund wiedergeboren werden: Um sich die Filme anzusehen, die sie im letzten Leben verpasst haben. Außerdem war Bollywood der Grund, warum General Mountbatten seine Truppen mit den Worten „macht euren Scheiß doch alleine“ abzog.

True Story.


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90. Marie in HIGH TENSION

Alexia (Maiwenn) und Marie (Cecile De France) wollen Alexias Eltern besuchen. Marie ist ein hübsches Ding und Marie, nun ja – kurzhaarig, winzige Milchspender und ausgemergelt – klare Sache: Ein kesser Vater, der ein Auge auf ihre Freundin geschmissen hat. Gleichzeitig treibt ein Serienkiller, ein fetter, verschwitzter Proletentype (Philippe Nahon) sein Unwesen in der Gegend, bricht in das Haus von Alexias Eltern ein und bringt diese auf bestialische Art um. Die Mädchen fliehen, den Fettsack immer auf den Fersen und wo sie auftauchen, ist der Tod nicht fern.


Und natürlich ist der Killer niemand anders als die Kampflesbe selbst, psychotisch und mit einer mörderischen Fixierung auf die schöne Alexia. Das kann man nun einen Spoiler nennen, wenn man will. Oder man könnte sagen: wer den Misthaufen nicht schon nach den ersten zehn Minuten gerochen hat, ist ein Kretin und hat es nicht besser verdient.


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Slasher für Kinstler und Intellektuelle
(oder die sich für solche halten).


„Wo der Franzose hinscheißt, da wächst Kunst und Poesie“, sagt der Franzose und glaubt es auch selbst. “Degenerierte Normannen, die Käse fressen, der sich bis auf die Farbe keinen Iota von Hundekot unterscheidet“, sagen die Nicht-Franzosen, wobei wir wieder beim Thema wären: High Tension (Originaltitel: Haute Tension, Alternativtitel: Switchblade Romance). So schrieb ein Verblendeter auf Wikipedia:

„Die Soundkulisse besteht zum Teil aus minimalistischen Lauten, wie Surren oder Quietschen. Es wird verhältnismäßig wenig Dialog verwendet, denn der Film setzt auf intensive Inszenierung und dadurch ein Übertragen der klaustrophobischen Spannung auf den Zuschauer. Die Atmosphäre erinnert an das Terrorkino der 1970er und Klassiker wie Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre oder Wes Cravens The Last House on the Left.“

„Surren und Quietschen“ – na besten Dank. Und mein Hinterteil erinnert den Zuschauer an das Lächeln der Mona Lisa und die gesammelten Werke von Gauguin und De Saint-Exupéry.

Zu Regisseur Alexandre Ajas Verteidigung muss gesagt werden, dass er ja wenig später das gelungene Remake von The Hills have Eyes gedreht hat, einen ehrlichen, unprätentiösen Slasher, wie es dem zahlenden Publikum zusteht. Und auch lobende Worte für den „vermeintlichen“ Slasher Philippe Nahon. Der ist zwar selten zu sehen, aber wenn, dann gibt er ein erschreckendes Bild. Hier sei Gaspar Noés Menschenfeind (Originaltitel: Seul contre tous) empfohlen, in dem Nahon die Hauptrolle spielt und der, im Gegensatz zu High Tension ein wirklich erbaulicher, Herzwärmender Film ist. In der Tat kompensiert Nahon für die Grimassenschneiderei der Damen De France und Maiwenn.


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91. Jigsaw in SAW

Zwei Männer, Dr. Gordon (Cary Elwes) und Adam (Leigh Whannell), erwachen in einem versifften, unterirdischen Badezimmer. Beide sind an ein Rohr gekettet und in der Mitte des Raums liegt eine blutige Leiche, neben der eine Pistole und ein Kassettenspieler liegt. Die Kassette informiert sie, dass nur einer das Zimmer lebendig verlassen wird. Man habe bis sechs Uhr Zeit, den anderen den Garaus zu machen. Ansonsten würden Dr. Gordons Frau und Kind sterben. Adam und Gordon haben auch jeweils eine verrostete, alte Säge, die sich aber zum durchtrennen der Stahlketten wenig eignet. Die Beiden sind die neusten Opfer von „Jigsaw“, einem Serienkiller der seine Taten als Spiel orchestriert, die den Opfern immer eine Chance lässt – diese Chance hat aber immer einen blutigen Preis.


Es war das Jahr 2004, die “New Wave of Slasher” war schon ausgeblutet, da kamen zwei junge, ambitionierte Filmemacher namens Leigh Whannell und James Wan auf die Idee, einen echten Horrorfilm mit Schockfaktor und Twist zu drehen. Ursprünglich war Saw nur ein Kurzfilm, aber keine der australischen Filmfirmen wollte das Teil haben. Erst eine kleine Firma namens „Lionsgate“ erklärte sich bereit, den Film zu produzieren. Saw wurde in 18 Tagen mit wenig mehr als Taschengeld und einem frommen Gebet gedreht, sollte schlussendlich über $ 100 Millionen einspielen, alle Beteiligten zu reichen und glücklichen Menschen und „Lionsgate“ zum ernstzunehmenden Label machen.

Kritiker gab es natürlich zuhauf: Die einen bescheinigten dem Film, dass er wenig mehr als „Torture-Porn“ sei (und auch hier streiten sich die Geeks & Nerds ob „Torture Porn“ nun zum Slasher-Genre gehören oder nicht) und von David Finchers Seven geklaut habe (was korrekt ist). Vor allem legte man Cary Elwes nahe, ein Seminar zum Thema „die Gefahren des Overacting“ abzuhalten. Den Fan ließen diese Unkenrufe kalt, sie wollten nur dreierlei: Fortsetzungen, innovative Mordmaschinerien und ein Ende mit einem Twist. Die Fans sollten das noch sechsmal bekommen.

Bis zur Vollendung der Saga, jedes Jahr eine Saw–Fortsetzung. Die Struktur blieb jeweils dieselbe, anders als bei den meisten Slasher-Franchises blieben die Produzenten dem Konzept treu, so dass der finale Teil Saw 3D – Vollendung im Jahr 2010 seinen Titel mit vollem Recht trug. Und wer den Film bis dato wirklich noch nicht gesehen hat, der sollte hier direkt zum nächsten Titel springen, denn es lauert ein arger Spoiler:


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“Hallo, liebe Leser, ich möchte ein Spiel spielen –
kommt der folgende Text ohne Spoiler aus?
You decide.“


Also noch eine kleine Anekdote und ein Major-Spoiler am Rande: Bei meinem zweiten Kinobesuch bei Saw musste ich folgenden Hinweis eines Mädchens an ihren Freund, der den Film anscheinend nicht kannte, mit anhören: „Du, bevor der Film anfängt, muss ich dir noch etwas erklären, damit du den Film verstehst: die Leiche im Raum, die ist gar nicht tot.“ Der Autor konnte sich die einzig logische Antwort, „nimm das elende Weib nach draußen und prügele es, bis es lacht“, gerade noch verkneifen.


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(Teil 1: 6)
(Teil 2: 7)
(Teil 3: 10)
(Teil 4: 11)
(Teil 5: 6)
(Teil 6: 12)
(Teil 7: 28)


92. Der Bohrmaschinenkiller in THE TOOLBOX MURDERS

Nell (Angela Bettis) und ihr Ehemann Steven (Brent Roam) ziehen in den Wohnungsblock „Lusman Arms“. Früher einmal war das Gebäude der Wohnort der Reichen und Schönen Hollywoods, ist aber über die Jahre komplett verkommen und so beginnt das Ehepaar, den Block zu renovieren. Das Gebäude verbirgt jedoch ein düsteres Geheimnis aus alten Tagen, und bald fallen die diversen Bewohner einem unheimlichen Mörder zum Opfer, der bevorzugt den Inhalt eines Werkzeugkastens als Mordinstrumente benutzt.


Der Bohrmaschinenkiller (Originaltitel: The Toolbox Murders) war 1978 ein relative unspektakulärer Slasher, von Dennis Donnelly schnell und billig gedreht, mit mittelmäßigen Goregehalt, dafür beachtlich viel nackter (Frauen)-Haut. Wie billig der Film war kann man schon alleine dadurch ausrechnen: Cameron Mitchell spielte die Hauptrolle. Auf „RottenTomatoes“ kommt Der Bohrmaschinenkiller auf gerade mal 0 % Rotten (was dem Genre-Fan aber einen feuchten Kehricht scheren kann; der Film ist nach wie vor ein kleiner Geheimtipp). Regisseur Donnelly sollte sich nach Der Bohrmaschinenkiller dem Medium Feature-Film fernbleiben und sich auf TV-Arbeit konzentrieren (darunter diverse Episoden von Der Mann aus Atlantis, Spider Man aber auch Dallas und Das A-Team).


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Das “Coffin Baby” aus dem Remake.


2004 entschloss sich Tobe Hooper den Stoff in abgeänderter Form neu zu verfilmen. Hooper drehte The Toolbox Murders mit einem minimalen Budget und schuf somit einen Slasher, der doch sehr an die goldenen Zeiten des Genres erinnerte, billig aber effektiv. Wo das Original die Identität des Mörders nebulös hält dieser jedoch ein „echter“ Mensch ist, bekommt das „Coffin Baby“ im Remake einen übernatürlichen Hintergrund. Hoopers Remake ist kein weltbewegendes Werk, aber doch ein Film vom Fan für die Fans, somit einer der besseren Remakes der letzten zehn Jahre und der Beweis dafür dass Hooper – anders als Carpenter oder Romero – es immer noch drauf hat.


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Der Bohrmaschinenkiller aus dem Original (links).



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(The Toolbox Murders (1978): 8)
(The Toolbox Murders (2004): 7)


93. Jack in JACKHAMMER

Jack (Aaron Gaffey) ist alles in allem ein armes, vom Schicksal geprüftes Schwein: Früher war er ein erfolgreicher Geschäftsmann, aber nachdem sich sein bester Kumpel mit einer Drogenüberdosis ins Jenseits befördert hat, geht für ihn alles Bergab. Bald ist Jack seinen Job los und muss als Quasi-Obdachloser in einem runtergekommenen Lagerhaus hausen. Zu allem Übel kommen auch noch ein paar Dealer vorbei, denen Jack Geld schuldet und da bei dem menschlichen Wrack nichts mehr zu holen ist, beschließen die Drogenhändler Jack mit einer Mischung aus Heroin, PCP und Crystal-Meth in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Jack überlebt den unfreiwilligen Drogencocktail aber sein Verstand ist hinüber. Er greift zu einem herumliegenden Presslufthammer, rächt sich zuerst an den Dealern und später an jeden, der sich in das Lagerhaus wagt.


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Das Slashen ist eine Freude!
Jack bei seinem berühmten Presslufthammersolo.


Man merkt Jackhammer (Originaltitel: The Jackhammer Massacre) an, dass Regisseur Joe Castro und sein Team einen Slasher mit sozialkritischen Hintergrund drehen wollten, dass aber die Portemonnaies und Sparschweine leer waren. Für die nichtvorhandenen Special-Effekts und der oberflächlichen Charaktere wurde Jackhammer mit durchgehend negativen Kritiken belohnt. Am besten kam noch Hauptdarsteller Gaffey weg, der als psychisch gestörter Massenmörder durchaus überzeugen kann. Die bösen Worte konnten Castro aber nicht beirren; der Regisseur drehte munter einen billigen Horrorstreifen nach dem anderen, darunter Maniacal, zwei Terror Toons Filme und zuletzt The Summer of Massacre (um nur vier zu nennen). Obwohl man bei jedem die Passion des Regisseurs spürt, so bleiben die Endresultate allesamt lausig.


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94. Andre der Schlächter in HOUSE OF THE BUTCHER 2

Cheerleader fahren durch die Pampa von Florida, stranden in einer Jagdhütte und müssen sich gegen Andre, „den Schlächter“ (Pornolegende Ron „Der Igel“ Jeremy) zu Wehr setzen, der leckeres Chili aus ihnen machen will. Das klingt doch alles schon mal gut.


Aber, wo ist der den geblieben, der erste Teil? Vielleicht sind wir ein wenig altmodisch in solchen Dingen, aber wo es einen House of the Butcher 2 (Originaltitel: Andre the Butcher) gibt, sollte es eigentlich auch einen House of the Butcher 1 geben. Fehlanzeige.


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“Und dann die Hände zum Himmel, komm lasst uns fröhlich sein…“


Eine anspruchslose aber durchaus unterhaltsame Metzel-Comedy, wie auch Dr. Acula in seiner Review zu berichten weiß.


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95. Mick Taylor in WOLF CREEK

Eine Gruppe Jugendlicher, teils aus Großbritannien, teils aus den australischen Grosstädten, macht Urlaub im wilden Westen Australiens. Nach ausgiebigen Feiern, macht man einen Abstecher zum Nationalpark „Wolf Creek“ um dort einen Krater, der von einem 50,000 Tonnen schweren Meteoriten geformt wurde, zu bestaunen. Bei der Rückkehr zu ihrem Auto muss die Gruppe aber feststellen, dass das Vehikel den Geist aufgegeben hat. Hilfe naht in der Form des „Bushman“ (australischer Slang für einen verwilderten Europäer; eine Art Crocodile Dundee) Mick Taylor, der sich anbietet, den Wagen in seinem Domizil (einer verlassenen Mine) zu reparieren. Dort angekommen, setzt Mick die Gruppe mit einem heimlichen Drogencocktail außer Gefecht, und die Jungens und Mädels müssen schnell erkennen, dass sie einen sadistischen Serienmörder in die Arme gelaufen sind.


Wir wollen nicht ungerecht erscheinen: Australien hat durchaus ein paar brauchbare Horror- und Slasherfilme hervorgebracht. Nehmen wir den Trucker-Slasher Road Games (1981, mit Jamie Lee Curtis), The Killbillies oder den A Nightmare on Elm Street Rip-Off Stones of Death – “brauchbar”, zumindest wenn man ein harter Trash-Fan ist. Trotzdem: Aus einem Land wie Australien, das zu 100 Prozent von Kettensträflingen bevölkert ist, hätten wir eigentlich noch mehr Slasher erwartet. Aber dann produzierte Regisseur Greg McLean im Jahre 2005 seinen Wolf Creek und trotz durchwachsenden Kritiken, konnte mit diesem Lorbeeren und eine loyale Fangemeinschaft gewinnen. Einen Grossteil des Scharms kann man Mick-Darsteller John Jarratt zuschreiben, ein ähnliches Outback-Raubein wie einst Paul Hogan (nur halt ein bisschen psychopathischer). Jarratt basierte den Charakter teils an dem australischen Serienkiller Ivan Milat (man muss bloß das Schild „Navithalim Mining Co“ vor Taylors Domizil Rückwerts lesen). Dieser Faktor machte das Produktionsteam bei den Anwohnern der Gegend nicht unbedingt beliebter.


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“Crakadeil Fokin’ Dandee? Crakadeil Dandee is a puffta, matey!”


Ein zweiter Teil – Wolf Creek 2 – flimmerte seit 2013 ueber die Bildschirme, sehr zur Freude der Fans von Mick Taylor und seinen Schandtaten. Wir hätten an dieser Stelle natürlich auch kurz Hostel aus demselben Jahr erwähnen können, tun dies aber nicht. Warum? Weil Eli Roth ein hundsmiserabler Regisseur ist, Hostel ein hundsmiserabler Film und man fast schon von einem „Fake-Slasher“ reden kann, und weil die Schauspieler nicht das Pulver wert, mit denen man sie rechtens zum Teufel schicken sollte. Darum! Roth soll einfach noch tiefer in Tarantinos Arsch kriechen und darin elendig an Sauerstoffmangel krepieren. Punkt!


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96. Victor Crowley in HATCHET

In den Sümpfen von Louisiana, den Bayous, geht die Legende von Victor Crowley (Kane Hodder) um: Dieser wurde als deformiertes Kind geboren, sein Haus bei einem Halloweenstreich in Brand gesteckt wurde. Bei dem Versuch ihn zu retten, versuchte sein Vater (auch Hodder) die Tür mit einer Axt (Englisch: „Hatchet“) einzuschlagen, erschlägt aber unglücklicherweise (?) das missratene Balg. Nun zieht Crowleys rachsüchtiger Geist durch die Sumpflandschaft und killt jeden, der sich in die Nähe seines Hauses wagt. In diesem Fall, eine Gruppe besoffene Studenten, die in New Orleans Mardi Gras feiern und einem Produktionsteam, die im Bayou einen Porno drehen wollen.


Der 2006er Streifen Hatchet ist ein netter, altmodischer Slasher (heißt: traditionelle Effekte, kein CGI), mit recht hohem Gore-Gehalt (wenn man sich zu den Gore-Bauern zählt). Außerdem hat Regisseur Adam Green es geschafft, eine nette Anzahl von ehemaligen, ausgemusterten Horrorstars für seine Produktion gewinnen konnte. So zum Beispiel Robert Englund und Joshua Leonard (Blair Witch Project), Tony Todd (Candyman) als „Reverend Zombie“ oder John Carl Buechler, Regisseur von Freitag der 13te VII und dem legendären Troll.


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Jason hat sich offensichtlich im Sumpf fortgepflanzt.


Und zu Kane Hodder müssen wir ja nicht mehr viele Worte verlieren: War der ikonischste aller Jason-Darsteller und hat schon in weit schlechteren Filmen mitgespielt.

Die Fortsetzung Hatchet II folgte in 2010 und wieder führte Green Regie. Die Story ging ein wenig mehr Richtung Comedy und diesmal gibt Slasher-Veteran Danielle Harris (Halloween) ein Stelldichein. Ein dritter Teil erschien 2013, zwar ohne Green (Regie führt der Kameramann BJ McDonnell), dafür aber in 3D und und mit Derek Mears, dem Jason aus dem unrühmlichen Freitag der 13te-Remake in einer kleinen aber passenden Rolle.


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(Teil 1: 10)
(Teil 1: 18)


97. Leslie Vernon in BEHIND THE MASK: THE RISE OF LESLIE VERNON

Leslie Vernon (Nathan Baesel) ist ein Mann mit einem Traum: Er möchte seinen Namen (eigentlich heißt er ja Mancuso) in einem Zug mit den ganz Grossen – Jason Voorhees, Freddy Krueger und Michael Myers – genannt hören. Bei seinen Vorbereitungen wird er von einem Filmteam begleitet, die eine Dokumentation über Serienmörder drehen wollen. Erst ist die Journalistin Taylor (Angela Goethals) enthusiastisch, aber als es ernst wird, bekommt sie doch Skrupel und versucht, Vernon von seinem Vorhaben abzubringen, eine Gruppe Teenager zu massakrieren und schlussendlich von einer „jungfräulichen“ Überlebenden konfrontiert zu werden.


Wenn euch die Geschichte von Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon irgendwie bekannt vorkommt, dann kennt ihr euch wahrscheinlich mit Filmen aus. Klare Sache: an den zeitlosen Klassiker Man Bites Dog (Originaltitel: Irgendwas Französisches) kommt Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon natürlich nicht an. Scott Glosserman hat eine nette Mockumentary, ganz im Sinne von This is Spinal Tap oder den genannten Belgischen Film gedreht, nur so gespickt mit Referenzen und Anspielungen auf diverse Slasher, so dass es dem Genre-Fan nur eine Freude ist.


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Möchte zu den ganz Grossen zählen: Leslie Vernon.


Wie schon Hatchet im selben Jahr, hat Behind the Mask auch Gastauftritte von Veteran wie Robert Englund und Kane Hodder. Für Zelda Rubinstein, dem Zwerg aus Poltergeist, sollte dies ihr letzter Auftritt werden: Rubinstein ging 2010 in den Zwergenhimmel. Ohne Fortsetzung wäre natürlich ein Slasher kein echter Slasher, und so arbeitet man zurzeit an einem zweiten Teil (Arbeitstitel: Before the Mask: The Return of Leslie Vernon) in dem Baesel und Goethals ihre Rollen wieder aufnehmen, Glosserman erneut Regie führt und Englund wieder Vernons Nemesis Doc Halloran spielen wird. Beziehungsweise, „soll“, da der Dreh seit 2013 immer wieder verschoben wurde und die Fortsetzung bislang aus sich warten lässt.


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98. Geir Olav Brath in COLD PREY – EISKALTER TOD

Eine Gruppe Jugendlicher macht einen Snowboardurlaub im Norwegischen Jotunheimen (wenn mich meine Mythologiekenntnisse nicht trügen, das „Land der Riesen“). Bei Spiel und Spaß bricht sich einer sein Bein und da das Auto zu weit entfernt ist, um es vor Anbruch der Nacht zu erreichen, nistet man sich in einem verlassenen Hotel ein. Dort findet man einen Generator, Verpflegung und nicht zuletzt reichlich Alkoholika, wie es dem nordischen Herz gefällig ist. Aber man findet auch eine Chronik, welche die Geschichte von Geir Olav Brath (Rune Melby) erzählt, der in den 70er Jahren im Eis verschollen gegangen ist. Bald merkt man, dass ein psychopathischer Irrer durch die Landschaft schleicht und die Besetzung dezimiert.


Der Norweger ist dem Schweden, was der Österreicher dem Deutschen ist: Bauernseppel, Landeier und wird in etwa wie ein rückständiger Cousin angesehen. Da wollten die Norweger den Schweden in Nichts nachstehen und produzierten ihren eigenen Slasher. Aber anders als die Persiflage Evil Ed, ist Cold Prey – Eiskalter Tod (Originaltitel: Fritt Vilt) ein klassischer Slasher, ganz in der Vene von Halloween und Freitag der 13te, mit einem Schuss Hostel, der Modernität wegen. Schön, wie der Regisseur mit dem ultra-männlichen Namen Roar Uthaug die beeindruckende, winterliche Landschaft einsetzt.


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Michael Myers Cousin aus dem hohen Norden.


Da der Film ein kommerzieller Erfolg wurde, drehte man 2008 den Zweitling Cold Prey 2 Resurrection - Kälter als der Tod. Die Geschichte beginnt dort wo der Erstling endete und die Handlung in ein Hospital verlagert, was dem Ganzen natürlich einen Touch von Halloween II gab. Zu Kritisieren gab es, das der neue Regisseur Mats Stenberg versucht, Ingrid Berdals Charakter als eine Art kriegerische Ellen Ripley zu etablieren. Die Schauspielerin hatte bei den Dreharbeiten nicht viel zu lachen, litt an einer argen Lebensmittelvergiftung, die sie in den Drehpausen immer wieder Richtung Klosett trieb (böse Sache, so eine Lebensmittelvergiftung, wenn es einem vorne und hinten gleichzeitig wieder hochkommt – Geschichten könnte ich erzählen, die eigentlich schon wieder für ein weiteres Special reichen würden).

Der dritte und (vorläufig) letzte Teil Cold Prey III – The Beginning (Regie: Mikkel Brænne Sandemose) erschien 2010 und war ein klassischer Prequel, der die Vorgeschichte von Geir Olav Brath beleuchtete, aber zugleich der schwächste Teil der Trilogie, mit einer ziemlich verzettelten Geschichte und viel zu wenig Geir Olav Brath. Trotzdem: Wir warten immer noch auf den ersten, echten Black-Metal-Slasher.


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(Teil 1: 4)
(Teil 2: 8)
(Teil 3: 6)


99. Max Seed in SEED

Max Seed (Will Sanderson) hatte eine schlechte Jugend und überlebte (arg entstellt natürlich), als einziger einen Schulbusunfall. Klar dass das auf die Psyche geht und Seed entscheidet sich für eine Karriere als professioneller Serienmörder, der es auf eine amtliche Anzahl von sage-und-schreibe 666 Opfern bringt. Dann kann Detektive Matt Bishop (Michael Pare) ihn doch noch schnappen und auf den elektrischen Stuhl verfrachten. Aber mächtig ist der Hüne und als man es nicht gelingt, ihn mittels Strom den Garaus zu machen, verschart man ihn schnell bei lebendigem Leib. Seed kann sich aus seinem Grab befreien, massakriert die Gefängnisbelegschaft und schwimmt Richtung Freiheit, um Rache an Detektive Bishop zu nehmen. Er kidnappt Bishops Familie, lockt den Polizisten in eine Falle und lässt Bishop die Wahl, sich selbst zu erschießen oder den Tod seiner Lieben mit ansehen zu müssen.


Wo der Slasher-Markt in den letzten paar Jahren wieder einigermaßen anhob, wollte auch ein Genius wie Uwe Boll nicht nachstehen und drehte 2007 Seed. „Seed= Saw, Saw = Seed, Saw = Success); wenn schon, denn schon“, dividierte sich der Boll der Bolle und entschied sich dafür, so richtig derb auf die Exkremente zu hauen.


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Ein weiterer Meilenstein im Triumphzuges des einzig wahren Bolls.


Der Film feierte 2007 im „Fear Festival“ in Erlangen Premiere. Regisseur Boll bedankte sich persönlich bei der Organisation PETA („People Eating Tasty Animals“), die ihm (angeblich) Filmmaterial von szenischer Tierquälerei hatte zukommen lassen und versprach dem Verein 2.5 Prozent der weltweiten Einnahmen. (Wahrscheinlich plant Boll, für seinen neusten Film Kinderpornographie zu verwenden, für das er 2,5 Prozent des Profits an den Vatikan abtreten will). Alles was der Meister-Troll Boll noch zu tun hatte, war sich bequem zurückzulehnen und den genüsslichen „Shit-Storm“ abzuwarten, der so sicher kam wie das Amen in der Kirche.

Runde $10 Millionen hatte der Meister zu Verfügung, wie üblich aus deutschen Steuergeldern zusammengeklaut, aber da muss man Boll in Schutz nehmen: Seed wurde zeitgleich mit Postal gedreht, der den Grossteil des Budgets auffraß, und da blieben dann nur ein paar Groschen, Rappen und Pfennige für die Hungerleider Pare und Sanderson und Rolf Moellers täglichen Dosis Steroide.


BODY COUNT:

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100. Babyface in THE HILLS RUN RED – DAS DREHBUCH DES TODES

Sehr zum Kummer von Serina (Janet Montgomery), ist ihr Freund Tyler (Tad Hilgenbrink) regelrecht vom Slasher „The Hills Run Red“ besessen, da der Streifen den Ruf hat, der gruseligste Horrorfilm aller Zeiten zu sein. Leider existieren keine Kopien mehr und der Regisseur Wilson Wyler Concannon (William Sadler) scheint spurlos von der Erdoberfläche verschwunden zu sein. Tyler trifft Concannons Tochter Alexa (Sophie Monk), die in einem Nachtclub arbeitet und behauptet, es könne noch eine Kopie im Waldhaus ihres Vaters existieren. Tyler, Alexa, Serina und ihr Kumpel Lalo (Alex Wyndham) machen sich auf den Weg zu der Hütte und werden von einer Horde Hinterwäldler überfallen. Babyface (Danko Jordanov), der Antagonisten des „The Hills Run Red“-Films, der scheinbar Alexa hörig ist, rettet die Suchenden (scheinbar). In der Waldhütte findet man schließlich mehr als nur die Kopie eines alten Films.


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Film-im-Film-im-Film Slasher Babyface.


The Hills Run Red – Das Drehbuch des Todes ist wieder so ein kleiner Hybrid, der dem Genre-Formel strikt folge leistet, nur um sie (wie schon Behind the Mask) dann zu brechen, und der komfortabel zwischen der modernen Scream–Franchise, Wrong Turn und Saw-ähnlichen „Torture Porn“ sitzt (wieder andere haben den Film mit dem John Carpenter Kurzfilm Cigarette Burns verglichen). Dreharbeiten begannen 2007 aber erst 2009 schaffte es Regisseur Dave Parker, den Film in den Verleih zu bringen. Parker sollte 2011 erneut einen Slasher-artigen Film namens ColdWater drehen, der mir bis Datum zwar noch nicht in die Finger gekommen ist, aber nach The Hills Run Red auf der To-See-Liste steht. Ihn etwas Weltbewegendes oder absolut Brillantes zu nennen, täte The Hills Run Red eine Ehre an, die er nicht verdient, aber im Vergleich zu modernem Billigramsch, wie das Zeugs aus dem Hause „Asylum“ oder „Full Moon“, zeigt The Hills Run Red doch wie man es machen kann und soll.


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DAS LETZTE WORT

TOTALE BODY COUNT: 2,132

Ganz Recht, 2,132 unschuldige Seelen mussten bei dieser Zählung ihr Leben lassen: Sexsüchtige Teenager, Kiffer, Spinner, Hausmeister, nicht wenig Arschlöcher und vielleicht sogar ein paar unschuldige Hausfrauen, obwohl der Begriff bekanntlich relativ ist. Alle mussten sie über die scharfe Klinge springen und das nur, um uns Vergnügen zu bereiten!

Und nun kann das Gezeter also beginnen: „Wo ist Film X? Wo Ypsilon? Warum fehlt The Dorm That Dripped Blood? Wie, kein Scalps? Was ist mit Surgikill? Und außerdem ist dieser mehr Giallo, und jener ein Torture-Porn und kein Slasher? Blah, Blah, Blahblahblah, Blah…!!!1ELF!“ Aber zum einen, wollen wir auch mit einem Special zu einem Ende kommen, und zu anderen: Erinnern wir uns an das eherne Slasher-Gesetz der Fortsetzung und warten aus das, was da kommen mag.


THOR



© 2014 Thorsten Atzmueller



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