13. Legende, Die

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THE FEAR II: RESURRECTION
Deutscher Titel: Die 13. Legende
The Fear II: Resurrection

alternativer Titel: The Fear II: Happy Halloween, The Fear 2, The Fear: Halloween Night

USA 1999 - 87 min - FSK: 18

Credits

Besetzung:

Mike Hawthorne  (Gordon Currie)
Peg  (Stacy Grant)
Mitch Maldive  (Phillip Rhys)
Chris  (Myc Agnew)
Jennifer  (Emmanuelle Vaugier)
Lisa Ann  (Kelly Benson)
Ned  (Brendan Beiser)
Trish  (Rachel Hayward)
Mams  (Betsy Palmer)
Grandfather  (Larry Pennell)

Stab:

Regie: Chris Angel
Drehbuch: Kevin Richards
Kamera: Brian Pearson
Schnitt: N.A.
Musik: N.A.
Production Design: Walter Ockley
Spezialeffekte: Adam Behr, Christopher Dusendschon
Produzent: Mary Beth Jenner, Clint Lien
ausführender Produzent: Greg H. Sims
Produktion: Ubiquitous Productions Inc.

Vorwort

Wer sich meine Kritiken - und sei es grob - angesehen hat, der dürfte schnell zu dem Schluß kommen, wenn man sich so die Bewertungen anschaut, daß ich bisher nicht gerade Glück gehabt habe bei der Auswahl der schlechten Filme. Sicherlich, es waren auch der unterhaltsame "Breeders" und Francos Schmarrn "Der Teufel kam aus Akasava" dabei, die immerhin sechs ganze Bier einheimsten (bei genauerem Überlegen könnte inzwischen sogar jeweils ein Bier draufgesetzt werden :-)), aber überwiegend hatte ich es eben mit echten Langeweilern zu tun. Insbesondere "Do You Wanna Know a Secret?" fällt in diese Kategorie (wobei ich bei diesem schon vorher wußte, was auf mich zukommt).

Warum meine Wahl für den nächsten Quark schließlich auf einen weiteren Vertreter des Slasher-Genres, nämlich "Die 13. Legende" (Originaltitel: "The Fear II: Halloween Night"), die Fortsetzung des fünf Jahre zuvor gedrehten, mir unbekannten "Morty", mit der das vorliegende Werk bis auf die Grundidee wohl nichts weiter zu tun hat, hatte zwei einfache Gründe:

Durchgängig miese Kritiken und damit automatisch für diese Seite prädestiniert. In der Ofdb zählt "Die 13. Legende"gar zu den im Durchschnitt am schlechtesten bewerteten Filmen. (Wenn ich mich recht entsinne, krebst er in etwa bei 3,0 rum.)

Ich wollte mir selbst beweisen, daß vom Unterhaltungsgrad her ein zweites "Do You Wanna Know a Secret?" nicht möglich ist. Hmm... ob ich mir da den richtigen Film ausgesucht habe? Wir werden ja sehen...

Inhalt

Nach einem restlos unspektakulären, aber deutlich auf einen Slasher hindeutenden Vorspann (BLUTrote Buchstaben auf schwarzem Hintergrund) blendet der Film auf die zwei Insassen eines Wagens, eine Hexe und jemand mit einer ganz unheimlichen Maske überm Gesicht. Klaro, weiß da der Vielseher, wir haben Halloween. Die beiden Maskenträger entpuppen sich schnell als Mutter und Sohn, die offensichtlich auf dem Nachhauseweg sind. Zwei verunglückte Autowracks am Straßenrand unterbrechen die Fahrt jedoch. Wahrscheinlich um nicht wegen unterlassender Hilfeleistung belangt werden zu können, steigt Mutti aus und betrachtet das Malheur von der Nähe. In den jeweiligen Schrottkarren kann sie jedoch niemanden finden. Als ein Schrei durch die Nacht und den nahegelegenen Wald hallt, wird sie aufmerksam.

In unsicherem Abstand wird sie dann Zeuge eines schrecklichen Vorfalls: Ein Mann schneidet einer Frau die Kehle durch und hinterläßt diese nicht mehr lebend. Zum großen Pech entdeckt der die ungebetene Zuschauerin des ebigen Schauspiels, und weil er sich gänzlich unverhüllt zeigt und daher gegenüber den Bullen leicht identifizierbar wäre, entschließt er sich, die arme Frau gleich noch mit umzubringen. Eine kurze Verfolgungsjagd zu einer dem "Jaws"-Thema sehr ähnlich klingenden Musik schließt sich an, an deren Ende sich der Killer die Flüchtige geschnappt und vor den Augen des entsetzten, von seiner Mutter zurückgelassenen Jungen mit einer Axt (sehr unpraktisches Mordwerkzeug, wie ich immer wieder finde) zu ihrem Nachteil eine kleine kosmetische Veränderung vorgenommen hat. Anschließend krallt er sich den winselnden Lütten (Michael heißt er), doch anstatt auch ihn zu zerhackstücken (was - zugegeben - schon reichlich dreist gewesen wäre), trägt er ihn zu seiner Karosse und legt ihn dort in den Kofferraum. Während der Fahrt gelingt es dem Jungen zwar, mit einer Neonröhre Licht zu machen, aber das hätte er lieben lassen sollen, denn neben ihm liegt eine grimmig dreinblickende menschengroße Indianerpuppe. Schreck!

Zwanzig Jahre später, ein anderes Auto. Inhalt: Natürlich der altbekannte Schwung an Volldeppen... äh... Kanonenfutter... äh... Charakteren, die wir in dem kommenden Schauspiel wohl oder übel erdulden müssen. Diese wollen Halloween dieses Jahr - sehr aufschlußreich - am "Arsch der Welt" bzw. - noch aufschlußreicher - im "Schattenreich" feiern. Na gut, wenn ihr meint... Muß ich die Trottel vorstellen? Tja, ist wohl meine Pflicht. Wir hätten also den Fahrer und offensichtlich Veranstalter unseres kleinen Trips, der sich MIKE (na, klingelt´s schon?) schimpft, seine Freundin Peg, deren debilen Bruder Chris, Brillenschlange Ned, Blondine Lisa Ann sowie, so scheint es zumindest, Mauerblümchen Jennifer. Die Fahrt zum Zielort wird mit netten Geschichten um einen Serienkiller, der hier in der Gegend früher sein Unwesen trieb und nie geschnappt wurde (gähn), überbrückt.

Irgendwann sind wir Gott sei Dank da, man macht Halt an einem recht großen Anwesen. Aha - hier soll also das Kürbis-Fest zelebriert werden. Inhaberin der Hütte ist Mikes Oma (Spitzname übrigens "Mams" - toll, ne?), die die Gruppe freudestrahlend empfängt. Ihr Enkel offeriert ihr, daß er inzwischen seit stolzen viereinhalb Jahren mit Peg zusammen ist, was Mams umso glücklicher macht. Außerdem werden in Kürze noch Mitch und Trish eintrudeln, die haben sich nämlich eine Karre ganz für sich allein genommen. Oh, wie ist das schön, das wird ja ´ne richtig schön große, unübersichtliche Mannschaft hier - ich als Reviewer freue mich schon.

Während seine Freunde ihre Übernachtungszimmer inspizieren, steht Mike einsam im Wohnzimmer des Hauses rum und erlebt gleich mal einige Flashbacks von der mehrfach verjährten Mordnacht (ich gehe davon aus, ihr habt bereits anhand seines Namens erkannt, daß er der Sohn der in der Eröffnungssequenz Gemeuchelten ist - und ja: Der Typ hat zweifellos einen gehörigen Dachschaden). Dabei wird er allerdings von Mams gestört, die ihm die frohe Kunde überbringt, extra für ihn sein altes Zimmer zur Verfügung zu stellen. Bevor er es aber inspiziert, möchte er noch Crow (oweia - noch einer) begrüßen, der sich oben auf dem Dachboden aufhält, als plötzlich eine tiefe Stimme aus dem Nebenraum ertönt. Spannungsmusik ertönt, will uns weismachen, daß jeden Moment ein weiterer Mord geschieht - doch es ist (zu aller Überraschung - natürlich!) nur ein harmloser Tattergreis bzw. unseres Helden Opa. Der hockt grad am Kamin und fragt gleich verdächtig, warum Mike Crow zu sehen beabsichtigt. Mike interessiert die Frage weniger, bekommt er doch wieder seine Flashback-Spackungen, vor allem, weil überm Kamin ein Foto von Herrn Axtmörder hängt. Boah, das ist schon alles mächtig unheimlich und geheimnisvoll...

Entgegen dem Willens seines Großvaters besucht Mike dann aber doch den ominösen, sich auf dem Dachboden tummelnden Crow, der sich - kein Wunder, bei so´m Namen - als langhaariger Indianer entpuppt. Man begrüßt sich artig, wie es sich für zivilisierte Menschen gehört, um danach etwas von einem Laken zu befreien - nämlich Morty, unsere bereits wohlbekannte Indianerpuppe, mit der der kleine Michael mal vor einigen Jahren in einem Kofferraum lag. Angeblich soll die aus Holz sein, aber so recht glauben mag ich das, wenn ich sie mir näher betrachte, nicht. Was das Ganze jetzt überhaupt soll, fragt ihr euch? Zu Recht, und darum klären uns Crow und Mike in einem Gespräch auf. Mike will auf Anraten seines Indianerfreundes eine Zeremonie veranstalten. Eine Zeremonie, bei der er - aber auch das mitanwesende Pack - sich seinen tiefsten Ängsten stellen soll, um nach Beendigung gereinigt zu sein. Und weil Mike der Meister ist, muß er - so Crow - eine Totenmaske tragen, die ihm der Kerl auch gleich in die Patschhand drückt. (Inwiefern seine Freunde ihre Ängste überwinden können, obwohl sie selbst keine Maske tragen werden, erschließt sich mir nicht so ganz.) Ach ja: Um Mortys Hals hängt ein Amulett aus Rabenflügeln, das, solange das Totem es trägt, das Böse fernhält. (Argh - ich glaub´, ich kotz´ jetzt schon!) Nachdem auch die hinzugekommenen Peg und Chris mitgehört haben, daß man vermutet, böse Geister würden in der Puppe hausen, trudeln schließlich Trish (blond und kurzhaarig) und Mitch (machomäßig) ein, die man ebenfalls überschwenglich begrüßen kommt. So ist alles froh und glücklich (nebenbei nehmen wir zur Kenntnis, daß Mikes Oma ihren Gatten nicht mit dem Vornamen anspricht, sondern grundsätzlich mit "Großvater"), und die Nacht geht ohne besondere Vorkomnisse vorbei.

Am nächsten Morgen hat man sich gemeinsam am Frühstückstisch versammelt, und Mike rückt für die Allgemeinheit endlich raus mit der Sprache, wieso man ausgerechnet an diesem Ort Halloween verbringen soll (also mehr oder weniger erzählt er das, was wir schon wissen, abgesehen davon, daß jeder sich während der Zeremonie das Kostüm anziehen soll und muß, das etwas symbolisiert, vor dem man am meisten Angst hat, wenn man denn gereinigt werden wolle). Das sorgt für allerlei Kalauer: Lisa Ann will sich als "Muschi" verkleiden, die Typen anfällt und auffrißt, während Mitch als "fette Tussi mit Hängetitten" herumlaufen will. Hahaha, ihr seid so witzig, so witzig, so witzig! Als man sich schnell auf das Thema "Serienkiller hier in der Nähe" konzentriert, läßt Opa vor Schreck (und nicht etwa, weil er alt und zittrig ist) das in den Händen gehaltene Geschirr los und verletzt sich blutig an der Hand. (1. Tölpel. 2. Weiß der mehr?) Lisa Ann bricht daraufhin in blanke Panik aus, da sie empfindlich auf freigelegtes Blut reagiert.

Später. Mike schottet sich mal wieder von seinen Kumpels ab und macht einen Spaziergang durch den Wald, wo er von Schwindelanfällen kombiniert mit Flashbacks heimgesucht wird. (Was mich nicht zum ersten Mal wundern soll: Die Kamera setzt zur besseren Visualisierung - auch künftig noch - gern Verzerrungseffekte ein. Da frag´ ich mich nur: Müßte der Kameramann zu dem Zweck nicht Mikes Blickwinkel einnehmen? Tut er aber nicht. Vielmehr zeigt er Mike, der vor den Augen des Zuschauers verschwimmt. Dürfte rein logisch gesehen eigentlich nicht sein, oder?)

Seine Freundin führt derweil eine Vier-Augen-Unterhaltung mit Trish und äußert darin ihre Unzufriedenheit über Mikes ablehnende Haltung zu einer Ehe. (Charaktermoment!) Das hindert sie aber nicht daran, nach ihrem Schnuckiputz zu suchen. Sie wird schließlich fündig auf dem Friedhof. Dort sitzt Mike, die Totenmaske aufgesetzt, an einem Grab ziemlich verzweifelt, mit den Nerven völlig am Ende. In sehr aggressivem Ton erzählt er seiner Peg, was überhaupt los ist: Sein Vater war es, der während eines kompletten Blackouts Mikes Mutter damals mit der Axt in mundgerechte Happen zerteilte (das würde dann auch das Foto im Hause der Großeltern erklären) und sich kurz darauf erhängte, und Mike selbst hat öfters das Gefühl und zugleich Angst, so zu werden wie er. An nichts anderes kann der Arme mehr denken. Es ist nur verständlich, daß der Kerl da irgendwann durchdreht, also läuft er kurzerhand Amok, greift sich einen kräftigen Ast und drischt damit wie ein Berserker auf den Grabstein seines Vaters ein. Peg, die einen solchen Ausraster scheinbar in den viereinhalb Jahren Beziehung noch nicht erlebt hat, wird das unheimlich und sucht das Weite. Der sich beruhigende Mike stürzt hinterher - und kann deshalb nicht sehen, wie der Grabstein zu bluten beginnt (!). Mysteriöse Zwischenschnitte auf den auf einen Schaukelstuhl im Freien (!) gesetzten Morty (klar, so ´ne Puppe muß ja mal an die frische Luft), dessen Arm wie von Geisterhand ausgerenkt wird (hach, hab´ ich mich erschreckt!).

Wer sich fragt, wo sich eigentlich der Rest aufhält, der bekommt gleich die Antwort: Mitch sitzt mit einem Teil der Gruppe in der Küche und hält es für eine ausgesprochen lustige Idee, Lisa Ann mit zermanschtem Essen zu bewerfen (Kindergarten hier), die sich verständlicherweise aufregt; immerhin brauchte sie Stunden fürs Auftragen ihres Make-Ups. (Ja, sicher! So siehste aus!) Langsam finden sich auch wieder Peg und kurze Zeit später Mike ein, letzterer mit der festen Absicht, sich bei ihr wegen eben zu entschuldigen.

Das scheint zu klappen, und zwar so gut, daß man gleich die Tür schließt und wahrscheinlich miteinander zu schlafen beabsichtigt. Das bemerkt der bis dato noch nicht wirklich in Erscheinung getretene Ned und petzt das gleich an seine Freunde weiter. Wäre doch lustig so ´ne kleine Peep-Show, newa? Das Vorhaben wird jedoch jäh zerstört, als ein lauter Schrei von Chris durchs Haus gellt. Dies erfordert natürlich sofortiges Nachsehen - und in der Tat scheint´s was Ernstes zu sehen, da Chris Morty am Leib hängen hat (der für mich - ich sagte es schon einmal - nie und nimmer aus Holz ist). Sollten einige von den eventuell Mitlesenden nun "Was? Für den ersten Mord ist es doch noch viel zu früh! Das muß ein False Scare sein!" sagen - ja, ihr habt recht. Natürlich ist das Ganze nur ein ganz übler Scherz von Chris gewesen, um Mitbewohner wie Zuschauer hinters Licht zu führen. (Hach, immer wieder schön, diese absolut beeindruckenden Schockmomente...) Crow findet das allerdings weniger witzig, gerade weil Chris, der Depp, ANGEBLICH einen Arm der Puppe beschädigt hat, der repariert werden muß.

Im nächsten Moment entflammt ein lautstarker Streit zwischen Peg und Mike, die wie die Wilden aus ihrem Zimmer stürmen. Chris tritt für seine Schwester in den Ring, wirft sich dazwischen. Hätte er mal lieber lassen sollen, denn die katastrophale Folge: Peg stürzt die Treppe hinunter. Allgemeines Entsetzen, allen voran Chris. Doch - bumbadumdidumdidu - es war nur ein Revanche-Scherz von Seiten des Liebespaares als Rache für Chris´ ebigen Spaß. (Argh - ihr seid solche Witzbolde, daß ich mich gar nicht mehr einkriege. Ich lach´ mich schlapp. War im übrigen auch gar nicht gefährlich, sich einfach eine paar Meter lange Treppe herunterzurollen. Garantiert nicht gefährlich, Peggilein!)

Davon freilich hat Crow nix mitbekommen, denn er muß ja das Totem wieder heile machen und hat sich dafür den Pferdestall ausgesucht. Mike besucht ihn, um ihm gegenüber seine Bedenken zu äußern, was die Zeremonie angeht. Er will´s lieber bleiben lassen. Doch Crow (btw: Wohnt die Type eigentlich auch hier? Ich meine, er scheint weder zu Mike noch zu dessen Großeltern zu gehören, und doch hält er sich ständig dort auf) überredet ihn, das Ding durchzuziehen, und gesteht nebenbei: Ich habe Angst vor Pferden! (Und aus welchem Grund arbeitest du dann im PFERDEstall ganz in der Nähe eines PFERDES???) Da erscheint Großvater und befiehlt dem Indianer, mit den dummen Geschichten aufzuhören. (Hüstel! Entschuldigung, liebe Filmemacher, wenn ich mich einmische. Allerdings würde ich mich außerordentlich freuen, wenn ihr mal auf die laufenden bösen Andeutungen verzichten und dafür mit etwas Horror anfangen könntet.)

Ein paar Minuten danach treibt sich uns Michael wieder vor dem Haus herum und bekommt - richtig! - seine Flashbacks. Doch damit nicht genug: Ihn ereilt ebenso eine sekundenkurze Vision, in der er Crow in tödlicher Gefahr sieht. Und eine tiefe Stimme spricht zu ihm: Du kannst ihn nicht aufhalten! Du hast Angst! Ich komme jetzt! Das ist zuviel für den guten Mike: Er wird ohnmächtig.

Crow allerdings lebt immer noch - aber nicht mehr lange, denn Visionen haben meistens die blöde Angewohnheit, wahr zu werden. Aus dem Nichts kommt nämlich ein Strohballen (!) geflogen und chleutert ten Purchen zu Poden... äh... in eine Pferdekabine. Zwar landet er weich im Heu, doch in seiner unmittelbaren Nähe steht ein Pferd rum, und ihr habt hoffentlich nicht vergessen: Vor den Viechern hat Crow Todesängste. Es dauert nicht lange, bis Crow mit einer Hufe des Zossen zu Tode getreten wird. (Blut? Ja, ´n bißchen!)

Aus mir unerfindlichen Gründen erwacht der bewußtlose Mike kurz darauf genau am Tatort im Stall (aber ohne Pferd). Zu seiner Verwunderung lag er während seines unfreiwilligen Nickerchens direkt auf einer kleinen Blutlache, aber anstatt auf diese Tatsache angemessen entsetzt zu reagieren (ICH stelle mir das jedenfalls nicht sehr prickelnd vor), stapft er weg, wird zwischenzeitlich von Mams erschreckt und wird keinerlei Worte mehr über den seltsamen Vorfall mit dem Blut verlieren.

Wie echte Freunde es zu tun pflegen, unternehmen sie selbstverständlich nichts gemeinsam, sondern watscheln in Zweiergruppen durch den Wald. So auch Jennifer und Chris, denen sich mitten in der schönsten Unterhaltung ein bösartiger weißer, vor sich hin grummelnder Wolf in den Weg stellt. In Panik versetzt, rennen beide davon. (Ui, war das wieder spannend!)

Mike (ihr glaubt gar nicht, wie mir der Kerl auf die Nerven geht) deponiert Indianerpuppe Morty - natürlich wieder allein - auf dem Dachboden, setzt sich seine hirnverbrannte Totenmaske auf, schaut in den Spiegel, erkennt in der Maske seinen Vater wieder, macht den Spiegel kaputt und haut Morty vom Stuhl. (Ihr alle merkt - es tut sich enorm was!)

Auch Lisa Ann und Mitch machen einen Spaziergang und reden belangloses Zeug. Recht schnell kommt Mitch aber zur Sache, denn ganz offensichtlich ist ihm Trish nicht mehr gut genug als Freundin (Mr. Dumpfbacke nennt die Beziehung "Zweckgemeinschaft") , weshalb er für Blondie ein Kompliment nach dem anderen raushaut und zusätzlich Poet spielt, "Schönheit kommt auch von innen." Mitch ist der Ansicht, daß dieser kleine Wortwechsel genug ist, um mit der Knutscherei zu beginnen, Lisa Ann blockt jedoch ab.

Durch die Idylle des Waldes hallt plötzlich ein lauter Kreischer. Er gehört zu Trish. Dadurch wird ein Großteil der Vollidioten zusammengetrommelt. Doch glücklicherweise ist Trish nicht gerade in Lebensgefahr, nein, nur eine ganz fiese Schlange, die friedlicher nicht am Boden liegen könnte, hat es sich vor ihren Augen bequem gemacht. Ned spielt Retter in der Not (na ja, ich sagte bereits: Wirklich Angriffsbemühungen startete der große Wurm eigentlich nicht), nimmt todesmutig einen Stock o.ä. und schlägt dem Mistvieh prompt den Kopf ab (Splatter!). Diese Leistung wird von der Meute anerkannt und man bewundert noch intensivst, wie schön Ex-Schlange noch vor sich hin zuckt. Damit sind aber noch längst nicht alle Probleme gelöst, denn die dumme Pute Trish ist aus Furcht auf einen Baum geklettert und kommt nicht mehr herunter. Sie bittet Mitch um Hilfe. Der versucht widerwillig, den Stamm hochzukraxeln, gibt aber nach einem - in Zahlen: 1 - Versuch und einer - in Zahlen: 1 - Sekunde auf. Letztlich schafft Trish es aber auch allein wieder vom Baum und hat für ihren Lover - zu Recht, wie ich finde - nur noch ein "Loser" übrig.

Allmählich bereitet sich die Bande auf die abendliche übersinnliche Sitzung vor. Mams hat sich auch in Schale geworfen und trägt ein knallschwarzes Kleid. Völlig unvorbereitet stürmt da Peg in einem Clownskostüm in die Küche und jagt Oma einen nicht zu verachtenden Schrecken ein. Peg entschuldigt sich, sie wollte sie nicht erschrecken. (Und darum reißt du wie ´ne Verrückte die Tür auf? Blöde Gans.) Damit etablieren wir: Peg hat Angst vor Clowns, Oma hingegen Angst vor der Dunkelheit (glaubt ja nicht, daß das noch eine Rolle spielen wird). Und auch die anderen haben so ihre Schwachstellen: So läuft Jennifer in einem riesigen Karton herum, ein Symbol für ihre Klaustrophobie. Ned hat sich als Hai verkleidet, ein Zeichen für seine starke Abneigung gegen Wasser. Chris hat Angst vor Entscheidungen und hat sich darum in ein weißes Laken gehüllt, auf das Fragezeichen gemalt sind. Trish hat ein Schlangenkostüm an (Erklärungen überflüssig, nicht?), während Lisa Ann ein BLUTrotes Kleid übergestülpt hat, als Zeichen für ihre Abscheu vor offenen Wunden. Nur Mitch ist sich zu schade dafür, bei der Maskerade mitzumachen, was den einfachen Grund hat, daß er sich vor nichts fürchtet, wie er mitteilt. Trish jedoch spielt Spielverderberin und erzählt stolz: Mitch hat schlimme Höhenängste. (Das hätte man sich aber auch denken können. Hätte er ja als Baum kommen können.)

Fehlen nur noch Mike und Opa. Letzterer, so Mams, hat sich bestimmt versteckt (aha! Gut, daß wir Bescheid wissen). Wo Mike ist, weiß sie allerdings ooch nicht. Gerade als man sich schön am Tisch versammelt hat (auch Morty - der hat sogar einen Stuhlplatz am Tischende bekommen), fällt das Licht aus. Zeit für den großen Auftritt von Mike, der sich im schicken Anzug in den Raum schleicht und skeptisch das Licht wieder einschaltet. Und wovor hast du Angst? Richtig, er hat Angst vor der Hochzeit (du hast aber noch vor vielen, vielen anderen Dingen Angst, wenn man mich fragt), und darum will er Peg gerade einen rührenden (schnief) Antrag machen, als die Glühbirne der Eßzimmerlampe explodiert und das Haus in völliges Dunkel hüllt. Mams bewahrt kühlen Kopf (klar, "Angst vor der Dunkelheit" und so, ´ne?) und fordert die jungen Erwachsenen auf, doch bitte Kerzen und Laternen zu holen, während sie mit Mike in den Keller zum Sicherheitskasten geht. Jeder tut, wie ihm befohlen, einzig Karton-Jennifer bleibt blöd am Tisch neben Morty sitzen (ich kann nur hoffen, sie hat schon ein Testament abgeschlossen), der sie anzustarren scheint, und wartet.

Und ich sag noch, in Schachteln spielen ist nicht gut...

Mams und Mike stehen, ohne Böses zu ahnen, am Sicherungskasten. Mams schraubt schon eifrig daran herum, als es plötzlich "Zisch" macht - ein Geräusch, das verdächtig nach elektrischem Schlag klingt. Aber zum Glück lebt Oma noch, dafür erschrickt sie fürchterlich, weil dort Crows Leiche liegt. Entsetzen besonders bei Mike, Mams nimmt das dagegen erstaunlich gelassen. Sie wundert sich lediglich, warum die Leiche nicht da liegt, wo sie sie hingepackt hat. (Tadaa!) Außerdem gesteht sie, Mikes Vater früher des öfteren beim Leichenverstecken geholfen hat. (Tadaa! - Na ja, sagen wir´s so: Eigentlich hat dieser Plotpunkt nichts, aber auch gar nichts mit dem weiteren Verlauf zu tun. Nur Mike darf kurzzeitig ob dieser Enthüllung zusammenzucken, seine obligatorischen Flashbacks, einen kurzen Augenblick Jennys Tod per Vision miterleben und daraufhin einmal mehr ohnmächtig werden.)

In naher Zukunft erwacht Mike. Wie lange er gepennt hat? Niemand verrät es uns. Lange kann´s nicht gewesen sein. Seine Freunde, durch die er wieder zu Bewußtsein kommt, haben Jennifers Verschwinden noch nicht zur Kenntnis genommen. In diesem Moment bemerken sie es aber und rufen nach ihr, nur um dann in einer Ecke Jennys Kostüm, ihren Karton, zu finden, aus dem weiterhin dickes fettes Blut tropft. Neugierig traut man sich heran und öffnet ihn - und was findet sich darin zum Entsetzen aller? Jennifers zerstückelte Leiche. (Viel zu erkennen für den Betrachter ist aber nicht.) Fest steht: KREISCH! (Und ab jetzt wird es richtig dämlich. Versprochen!)

Mike hat, wie auch immer, inzwischen herausgefunden, daß sein Vater Besitz von Morty ergriffen hat und in dessen Gestalt durch die Gegend meuchelt. Jetzt hält er die Gelegenheit für passend genug, dies den anderen mitzuteilen. Für die ist das alles aber nur noch Nebensache, was ich ihnen nicht verdenken kann, man will nur noch eins: Aufbrechen! Mike findet das nicht wirklich gut und versucht verzweifelt, sie zum Bleiben zu überreden, weil man Morty doch zerstören müsse. Ihn wundert zudem, daß die Puppe so aktiv ist, da doch Crow erzählte, mit dem Talisman um den Hals könnte gar nichts passieren. Der männliche Teil der Dummbatzen hält es für angebracht, Inspektor Columbo oder Sherlock Holmes zu imitieren, indem man ein paar verdächtige Namen in den Raum wirft (und ihre Gemütslage wirkt nicht so, als würde ihnen Jennifers Tod und vor allem deren unappetitlicher Anblick viel ausmachen). Mörder kann eigentlich nur Crow gewesen sein, aber Mike und Oma erzählen beinahe beiläufig: Jo, ne, der ist tot. Na gut, dann war´s der nicht: Bleiben eben Opa oder - Chris erweitert den Kreis in triumphierendem Ton - Mike! Der verteidigt sich aber und zählt auf den "Ich-habe-aber-doch-gar-kein-Blut-an-meiner-Kleidung"-Beweis, den Chris eindrucksvoll mit "Blut kann man abwaschen" widerlegen kann. (Bravo, Chris! Fein argumentiert!) Na ja, ist ja eigentlich auch egal, jedenfalls kommt man überein, das Haus auf dem schnellsten Wege zu verlassen. Auch Mams besteht darauf: "Rettet euch, solange noch Zeit ist." Nur Peg macht nicht mit, weil sie ihren Schnuckel nicht allein zu lassen gedenkt - und löst damit (ungewollt?) eine Kettenreaktion aus. Chris wiederum will Peg nicht allein lassen, was Ned zu einem "Na schön, wir sollen zusammenhalten, ich bin dabei" veranlaßt. Trish bleibt ebenfalls. Und auch Mitch will auf Lisa Ann aufpassen, und zwar im Haus (!). (Ihr seid hohl! Chris kann ich ja noch einigermaßen verstehen, weil er sein Schwesterherz beschützen will, aber an den Rest: Warum flieht ihr nicht? Im Haus geht ein Killer um! Ihr seid hohl! So hohl! Sooo hooohl! Hat euch das schon mal jemand gesagt? Ihr gehört allesamt abgeschlachtet! Aaalleee!!!)

Und ja - sie unterstreichen ihre grenzenlose Debilität gleich ein weiteres Mal, denn man bleibt nicht etwa eng zusammen, wie es jeder vernunftbegabte Mensch tun würde (ach, ich erwarte schon wieder Vernunft von Horrorfilm-Akteuren - wie kann ich nur?), wenn ein Killer durch die Gegend läuft, sondern teilt sich abermals (wie vorhin schon im Wald) in Zweiergruppen auf (! Bloß nicht nachdenken, nicht?). Lisa Ann und Mitch (was sagt eigentlich Trish dazu? Ach ja, ist ja nur ´ne "Zweckgemeinschaft".) verbringen die Zeit gemeinsam in einem Zimmer (worauf wartet ihr? Bis der Killer geschnappt ist? Bis ihr abgemurkst seid?), Ned und Chris schleichen ziellos durchs Haus, während Peg und Mike sich allein auf die Suche nach Morty begeben. (Spricht für Chris, daß er Schwester Peg in den Klauen eines, wie er meint, Mörders beläßt und sie nicht schon vorhin zu sich gezerrt hat.) Was Trish und Oma und Opa (den haben wir schon lange nicht mehr gesehen) derzeit machen, steht in den Sternen.

Mitch nutzt das Zwangs-Rendezvous mit Lisa Ann genüßlich aus und läßt, wohl um ihr zu imponieren, wieder Herrn Kant bzw. den Philosophen raushängen: "Wenn man dem Tod so nahe ist, weiß man das Leben irgendwie mehr zu schätzen." (Schön formuliert, Mitchi! Dann sag´ ich dir mal was: "Wenn man dem Tod so nahe ist, sollte man seine Siebensachen packen und so schnell wie möglich nach Hause fahren." Ich könnte eine Tischplatte gebrauchen.) "Das ist ja alles schön und gut", denkt sich Lisa Ann wahrscheinlich, "aber ich halte es für einen prima Einfall, wenn ich einfach mal grundlos aufstehe und die Schranktür öffne." Gedacht, getan, Schrei ausgestoßen - Morty steht da drin.

Der Schrei verhallt von Peg und Mike ungehört. (Mal wieder was nebenbei: An einer Stelle kann man im Hintergrund deutlich ein Fenster erkennen, durch das Tageslicht scheint. Ungewöhnlich bei Nacht, oder?) Dafür finden sie einen Anhaltspunkt - den Talisman - auf dem Boden liegen. Das würde erklären, warum das Böse sich frei durch die Räume bewegen könnte. Nun muß man nur noch Morty finden und ihm das Teil umhängen.

Lisa Ann, durch Morty zwischenzeitlich ins Bewußtlose abgedriftet (hat ein ähnlich schwaches Nervenkostüm wie der gute Mike), erwacht wenige Minuten später in ihrem Bett und kreischt gleich noch mal, weil ihr gegenüber immer noch die lebensgroße Puppe im Schrank steht. (Würde mich nicht wundern, wenn sie wieder in Ohnmacht fiele, doch sie erspart uns das.) Mitch, der Morty vermutlich näher untersucht hat, beschwichtigt: "Das ist doch nur Morty!" (Ja, da magst du recht haben. Wenn du jedoch weiterdenken würdest - ich weiß, das ist hypothetisch, wo sollst du auf die Schnelle ein Gehirn herbekommen? -, könntest du dir eventuell die Frage stellen, wie der Indianer in den Schrank gekommen ist, wenn er doch vorhin, vor gar nicht allzu langer Zeit, beim Stromausfall noch mit euch am Eßtisch saß.) Jedenfalls beruhigt diese Feststellung Lisa Ann ungemein, weshalb einer hemmungslosen Knutscherei mit Vögel-Option nichts mehr im Wege steht.

Peg und Mike sind verständlicherweise noch immer nicht fündig geworden, gestehen sich stattdessen eindrucksvoll ihre Liebe. (Was mir noch gerade einfällt: Lisa Ann und Morty wissen doch - sie waren schließlich bei der Diskussion eben anwesend -, daß die beiden Morty suchen. Warum also sagen sie denen nicht spaßeshalber mal Bescheid? - Ihr merkt schon an den immer zahlreicher werdenden Klammerbemerkungen - es wird in der Tat immer bescheuerter.) Sobald Mike für einen Moment mal nicht hinguckt, wird seine Liebste ruckizucki von einer Hand aus dem Bild gezerrt. Schnell erkennt er ihre Abwesenheit und erleidet - hervorgerufen durch die Sorge um Peg - einen seiner berühmt-berüchtigten und ungern gesehenen Flashbacks.

Das wird wohl Mike sein, wo er doch ohnmächtig ist...

Die ominöse Hand gehörte aber nicht Morty, sondern Chris. Der hat sich nach schwachsinnigem Herumtippeln durchs Dunkle - mit Ned - dazu durchgerungen, Miss Piggy (sorry - für solche Kalauer ist eigentlich der Doc zuständig) ... äh... Peg von Mike zu trennen und mit ihr die sofortige Flucht anzutreten. (Eine weise Entscheidung, Pfosten! - Davon abgesehen: Was hindert euch eigentlich daran - das werde ich in den folgenden Minuten noch häufiger nicht kapieren -, Mike k.o. zu schlagen, wenn nicht zu töten? Dann müßtet ihr euch auch keine Gedanken mehr um eure Freunde machen.) Er und Brillenschlange tragen die sich aufs Heftigste Wehrende ins Freie. (Tolle Freunde seid ihr. Schön, daß ihr auch an die anderen im Hause noch Hausende (hihi) denkt...)

Apropos: "Sich aufs Heftigste wehren". Das tut Lisa Ann ganz und gar nicht, als ihr Bettgefährte Mitch mit ihr zum Rammeln übergeht. (Würden die beiden mehr Horrorfilme sehen, hätten sie wohl drauf verzichtet.) Todesengel Morty kann so etwas nicht dulden, und so verwandelt sich die Puppe in eine Gestalt aus Fleisch und Blut (off-screen!). Lisa Ann nimmt als erste Blickkontakt zu Morty-Baby auf, doch leider ist Mitch nicht der Hellste und faßt ihr Gestöhne als Aufforderung für eine härtere Gangart auf. Immerhin erblickt der Schwachkopp den ungebetenen Zuschauer dann auch, hält ihn aber zunächst für Mike (! Ich sagte doch: Er ist nicht der Hellste!). Für diese Unverschämtheit bekommt er von Indianer eine gescheuert und fliegt erstens hochkant durch den Raum und zweitens durchs geschlossene Fenster. Und da der Raum sich mindestens im zweiten Stock befindet, fällt die Landung tödlich aus. (Die Verantwortlichen für den Schinken hier bringen dabei das Kunststück fertig, zwei Filmfehler in die fünf Sekunden lange Szene zu donnern. 1. Als Mitch durchs Fenster geschleudert wird und durch die Luft wirbelt, sind T-Shirt sowie Gesicht blutfrei. Sobald er unten angekommen ist, klebt die rote Soße allerdings so ziemlich überall. 2. Vor dem Aufprall kann man ganz deutlich erkennen, wie sich der Schauspieler mit Händen und Armen abstützt, damit er sich in seinem realen Leben nicht den Kopf verletzt und wenigstens außerhalb dieses Schmus weiterleben kann.)

Mitchs unerwarteter und gewaltsamer Tod weckt ungeahnte Heldeninstinkte in Lisa Ann. Kurzzeitig, versteht sich. Sie wirft sich Morty auf den Rücken, muß aber einsehen, nachdem der sie problemlos abschüttelt, daß man vielleicht besser weglaufen sollte. Das tut sie zwar, kommt aber auf die nicht ganz so töfte Idee, ins nahegelegene Klo zu stürmen, aus dem es kein Ausweg gibt, anstatt die Treppe bergab zu benutzen. Morty hat sie daher schon nach zehn Sekunden wieder eingeholt (vorher zerdeppert er eine unschuldige Tür - fies, das), packt sie an den Haaren und hämmert ihren leeren Schädel volle Kanne auf die Klobrille. Weil die Ex-Puppe bekanntlich eine ganz Gemeine ist, nicht frei von Bosheiten, wird Lisa Ann von ihr nicht gleich eliminiert, sondern darf zuvor noch ihr eigenes Blut langsam in den Lokus tropfen sehen (wobei ich nicht verstehe, wo das Blut herkommen soll - blutig verletzt sieht Lisa Ann nämlich nicht aus) - und das, obwohl sie doch Zustände kriegt, wenn sie den roten Saft sehen muß. Damit aber immer noch nicht genug: Ab und zu stippt er sie kurz ins Toilettenwasser und hebt ihren Kopf nochmals hoch, damit sie die ungenießbare Blut-Wasser-Mische vor ihrem Ableben noch "genießen" kann. Die Prozedur ungefähr fünfmal (und wir registrieren, daß von Einstellung zu Einstellung der rechte Träger des Kleides mal ordnungsgemäß über der Schulter hängt, ein anderes Mal aber verrutscht ist - das Ganze etwa dreimal), bis Blondie an einer Kombination Innere Blutungen/zuviel Wasser in der Lunge krepiert und mitm Kopf im Lokus hängenbleibt.

Draußen haben es die sympathischen Gesellen Ned und Chris immer noch nicht fertiggebracht, mit Peg im Gepäck abzuhauen, sondern stehen vielmehr verzweifelt am Wagen und betrachten das traurige Häufchen Mitch, das ihnen vor wenigen Sekunden nahezu vor die Füße gefallen ist. Freundlich und zuvorkommend, wie sie aber sind, decken sie die Leiche mit einer Plane o.ä. ab.

Was ist eigentlich mit Mams und Trish? Offiziell sollen die ja auch noch irgendwo im Haus rumlungern. Ah, da sie sind sie ja schon. Beide finden zuerst in irgendeinem Zimmer den sanft entschlafenen Mike mit der Totenmaske aufm Kopp rumliegen (ah - hat der sich die wohl noch kurz vor seiner Bewußtlosigkeit aufgesetzt, logisch, das) und gar nicht weit von ihm entfernt die tote Lisa Ann in der Kloschüssel. Ziehen sie jetzt die falschen Schlüsse? Mike erwacht, weiß von nix und sieht sich gleich den Blicken von seiner Oma und der guten Trish ausgesetzt. Das zwingt ihn zu Unschuldsbeteuerungen, doch nur Großmutter schenkt seinen Worten Glauben, Trish läuft davon, um, weil sie es nicht leiden kann, wenn sich im Haus entstellte Leichen aufhalten, für Lisa Ann eine Decke zu holen und sie ihr über den Körper zu legen.

Mike spielt in der Zwischenzeit, wie wir es schon von ihm zur Genüge gewohnt sind, Eigenbrötler und sucht weiterhin nach Morty - wie übrigens auch Peg, die sich mal wieder von Ned und Chris losgeeist hat (ihr paßt wirklich toll auf, Jungs!) und ebenfalls ohne jemanden im Schlepptau (!) durch das Anwesen hetzt. Praktischerweise stößt sie umgehend auf ihren Noch-nicht-Göttergatten, der im Begriff ist, auf den Dachboden zu steigen. Oben angekommen folgen seine Flashbacks (langsam wird´s langweilig) und der unumgängliche Gang in die Bewußtlosigkeit (langsam wird´s langweilig).

Holla, da ist aber jemand mächtig durstig...

Und wieder schlägt Mike seine Augen auf (sein weißes Hemd ist blutüberströmt) und hat keine Ahnung, was in den vergangenen Minuten geschehen ist. Dafür hat er´s im Urin, daß hinter dem roten Vorhang vor ihm irgendwas Bösartiges lauert. Er reißt ihn beiseite - und findet dahinter Peg an einem Strick aufgehängt in der Luft baumeln. Schock! Dieselbe Todesursache wie sein Vater! Nun ist für unseren "Helden" der Fall sonnenklar: Er hat all diese Morde unbewußt begangen, nur um Sekunden später umzuschwenken, als er ein Geräusch aus einem Schrank hört und Morty darin vermutet. Reaktionsschnell greift er sich eine Axt und haut auf die abgeschlossene Schranktür ein. Zum Vorschein kommt aber nicht Morty, sondern - sein Opa. (Oh, wie schön! Ich dachte schon, den hätten die Drehbuchautoren bei den zahlreichen Charakteren glatt vergessen.) Sofort macht Mike-Baby eine erneute Kehrtwendung und vertritt die Ansicht, er wäre der momentan umgehende Serienkiller. Großpapa kann ihn aber entlasten, denn er wurde von Morty in den Holzkasten gesperrt, als er Crow unmittelbar vor seinem Tod helfen wollte. (Das´n Argument!) Unnötig zu erwähnen, daß die Männer Peg nach vollzogener Unterhaltung mit einer Decke abdecken. (Ein gern wiederholtes Moment!) Danach sind sie so sehr damit beschäftigt, vom Dachboden zu kommen, daß sie gar nicht bemerken, wie sich Pegs toter Körper unter der Decke in Luft auflöst. (Huch - war Peggys Tod am Ende nur von Morty vorgetäuscht? Wenn ja: WAS HAT DIR DAS DENN JETZT GEBRACHT, MORTY? Logisch weitergedacht müßte dann die echte Peg noch irgendwo durchs Haus schleichen. Aber sehen wir weiter.)

Schalten wir doch um zu unseren anderen liebgewonnenen Freunden. Chris und Ted stehen immer noch wie Falschgeld am Auto rum - Trish hat sich inzwischen zu ihnen gesellt - und warten darauf, daß Peg zurückkommt. (Eigentlich wollte ich mir diesbezüglich weitere Kommentare verkneifen, aber ich komm´ nicht drumrum: WARUM HABT IHR ABSOLUTEN MATSCHBIRNEN PEG DENN WIEDER, UND DANN AUCH NOCH ALLEIN, REINGEHEN LASSEN??? HÄTTET IHR BESSER AUFGEPASST, WÄRE SIE NOCH BEI EUCH UND IHR KÖNNTET AUF UND DAVON BRAUSEN!!! UND WARUM STEHT IHR ÜBERHAUPT NOCH HIER DRAUSSEN RUM??? LAUFT INS HAUS UND HOLT SIE RAUS!!!) Da kommt aber auch schon jemand im Clownkostüm und mit Clownmaske daher, und wider besseres Wissen hält man ihn für Peg. (Natürlich! Die hat auch nichts Besseres zu tun als in einer prekären Situation wie dieser, sich wieder ihre Maske aufzusetzen. Natürlich!) Selbstverständlich handelt es sich mitnichten um Besagte, nein, selbstverständlich handelt es sich um Morty, der Chris zur Begrüßung gegen die Karre hämmert. Dazu redet er zwar eindeutig mit übermenschlich tiefer Stimme, was Chris jedoch nicht daran hindert, Morty kurzzeitig für Mike zu halten und an der (angeblichen) Maske herumzugrabbeln. Dafür bekommt er noch eine reingehauen (recht so!), und der Killerindianer schält sich aus den lästigen Clown-Klamotten.

Auf dem Dachboden unterhalten sich immer noch Mike und sein Opa, die festgestellt haben, hier oben eingesperrt worden zu sein. Mike ist sich sicher, daß sein Vater Besitz von ihm ergreifen und auch ihn zum Killerdasein überreden will, doch sein Großvater glaubt, sein Enkel wäre stark genug, um seinen inneren Zwang zu bekämpfen. Zudem beschließt man, sich mit der Axt einen Weg in die Freiheit zu bahnen bzw. den Holzboden aufzuhacken.

Morty scheint nicht nur über übermäßig große Körperkräfte zu verfügen, sondern auch über hellseherische Fähigkeiten, und so bekommt er von einem Vogel gezwitschert, was Opa und dessen Enkel vorhaben. Deshalb läßt er von Chris, den er grad am Schlawittchen hat und ausweiden wollte, ab, macht sich unsichtbar und materialisiert sich auf dem Dachboden. "Nicht so schnell", sagt er siegessicher, worauf Mike ein überhebliches und ja so sehr zu seinem Charakter passendes "Fuck you!" einfällt. Das findet der Morty ganz und gar nicht in Ordnung, vor allem nicht, weil er sich im nächsten Moment als Michaels Vater zu erkennen gibt. Er versucht, seinen Sohn zum Mitkommen zu überreden (was wohl soviel bedeutet wie: "Ich mach´ dich auch zum Superkiller!") und fast scheint es ihm zu gelingen. Opa indes gefällt es nicht, wie der Kerl mit seinem Enkel spricht, weshalb er sich fürs Einschreiten entscheidet. Schnell die Axt geschnappt, aber nicht Bösmann erwischt, bricht ein Handgemenge aus, bei dem der im Weg stehende Mike die Dachbodentreppe hinunterfällt. "Rette dich!", kräht Opa, seines tödlichen Schicksals offenbar gewiß. Und in der Tat: Morty macht die Fliege und statt seiner erscheint ein Rudel Ratten (die Tiere, vor denen der alte Sack am meisten Angst hat), das sich sofort auf den furchtvollen Greis stürzt und womöglich zu Tode knabbert.

Mike hat sich die letzten Worte zu Herzen genommen und rennt gen Freiheit, trifft im Wohnzimmer allerdings auf eine sehr lebendige Peg, die aus dem Fenster starrt. (1. Na, das ist mal ´ne intensive Suche, die du da zelebrierst, Schätzchen! 2. Durch das Fenster scheint, wie vorhin schon mal, strahlendstes Tageslicht.) Mike, nicht dumm, hält das nur für einen billigen Trick von Morty und läßt sich auch von steifen und festen Behauptungen von ihrer Seite nicht überzeugen. Zumindest zuerst nicht, denn irgendwann glaubt er ihren Beteuerungen, hängt ihr das Rabenflügelamulett an den Hals (?) und umarmt sie. Peg entgegnet: "Ich werde dich hier rausholen." Zwei Sekunden später sind sie draußen. (Hat Peg toll geschafft, ´ne?)

Wundert´s euch, daß Chris, Ned und Trish immer noch wartend herumstehen? Nein? Gut, mich auch nicht. (Ich frage mich nur, wo jetzt schon wieder Mams steckt.) Die haben nämlich freundlicherweise gewartet (immerhin wissen sie nun, daß Mike ein Harmloser einer ist), setzen sich allesamt in den Wagen und rasen davon. Aber Morty ist nicht von gestern und hat noch ein As im Ärmel: Er stellt sich den Menschen voll fiese in den Weg und verwandelt sich in einen Baum (!!! Bllllll!!!). Man kann nicht mehr ausweichen und brettert mit voller Wucht dagegen. Folge: Eine Menge k.o. gegangener Leute! Der Indianer nutzt die Gunst der Stunde, krallt sich Ned und schmeißt den Wasserphobiker in den nahe gelegenen Swimmingpool. Chris gegenüber spielt er einen noch viel größeren Sadisten. Er wirft diesen ans Autohinterteil, kettet ihn mit Handschellen hinten fest und läßt den zu sich Gekommenen vor sich hin wimmern. Danach holt sich der Bösewicht eine Axt und haut Chris damit nicht etwa den Schädel ein, sondern aufs Straßenpflaster, wodurch er das dank des Unfalls herauslaufende Benzin anzündet (!!!) und den Wagen in Flammen aufgehen läßt - und zum Schluß drückt er Pegs Bruder die Axt in die Hand (stellt ihn damit vor eine Entscheidung, was einem, der Angst vor solch ekligen Dingen hat - siehe auch oben -, nicht leicht fällt.)

Peg und Mike haben sich mittlerweile aus dramaturgischen Gründen aus dem Wrack befreit und laufen dem wutschnaubenden Morty davon. Im Garten hat er sie leider Gottes eingeholt, aber Mike zeigt phänomenalen Mut, greift sich einen praktisch herumliegenden dicken Ast und will damit auf Morty eindrischen. Der erweist sich als zäh und weitaus besserer Kämpfer, hat folglich keine Probleme, die unbeholfenen Angriffe abzuwehren und Peg - was wohl? - niederzuschlagen. Die fleischgewordene Puppe nimmt erneut die Gestalt von Mikes Daddy an, umfaßt kräftig Mikes Hand und beabsichtigt, Peg in Gemeinschaftsarbeit ein Messer (fragt mich nicht, wo er das wieder her hat) in die Brust zu rammen. Mike stemmt all seine Kräfte dagegen und versucht gegenzuhalten, was ihm zu meiner großen Verwunderung sogar gut gelingt. Am Ende steckt das Messer nicht im Körper der jungen Dame, es steckt daneben im Rasen. Danach haut Sohnemann Papa eine rein. Reflexartig die leichte Benommenheit des toten Vaters ausnutzend, laufen sie und Mike einmal mehr weg - und teilen sich auf. (Herr- und Frauschaften, der Kerl kann sich von einem Fleck zum anderen teleportierten - wer hält Aufteilen da für eine gute Idee?)

Mike beschließt, Chris zu Hilfe zu eilen. (Der Wagen ist seltsamerweise noch immer nicht in die Luft geflogen. Dauert verflucht lange.) Der bittet seinen Freund weinend, mit der Axt den Arm abzuschlagen und ihm damit das Leben zu retten, er selbst bringe das nicht fertig. Doch Mike denkt nicht dran, krallt sich die Axt und entzweit die Handschellen. (Und du wolltest gleich den ganzen Arm abhaben, Chris? Bist du jetzt traurig?) Kaum haben sich die zwei in Deckung gebracht, macht die brennende Karre (einziger Inhalt noch Trish, auf deren Rettung Mike kollegial verzichtete) in letzter Sekunde™ Bumm.

Peg hat derweil ihre zukünftige Schwiegeroma (wenn die das Spektakel überstehen) ausfindig gemacht (ich frage mich wirklich, was die Type die ganze Zeit über gemacht hat. Gestrickt? In Kochbüchern gelesen?), die sich wiederum daran erinnert zu haben scheint, daß sie hier in der Nähe auch irgendwo einen Wagen rumstehen hat. Also setzt sie sich hinters Steuer und nagelt mit Peg aufm Beifahrersitz riskant durch Zäune u.ä. hindurch, jedenfalls Chris und Mike direkt vor die Füße. Wer jetzt eine Wette annimmt und glaubt, man würde sich auf schnellstem Wege ins Auto setzen und schleunigst von hier verschwinden, den muß ich leider enttäuschen. Priorität hat bei unserer illustren Truppe nämlich die Wiedersehensfreude. Zu dem Zweck steigen Peg und Mams erstmal aus dem Auto und schauen sich honigkuchenpferdstrahlend an. Kein Wunder, daß mir nix dir nix Morty ins Bild schnellt und Mike das mindestens dritte Mal zu beeinflussen versucht. Der geht darauf aber gar nicht erst ein, sondern hebt einen brennenden Stock vom Boden auf und wedelt damit vor Mortys Augen herum. "Wovor hast du Angst?", stellt Mike die Gretchenfrage. Antwort: Vor Feuer! Haha! Morty/Papa weicht erschrocken zurück und kann nichts ausrichten. Plötzlich hat Mike Oberwasser bekommen. Außerdem kommt ihm gelegen, daß Peg und seine Oma bei ihrer sehr, sehr kurzen Autofahrt einfach mal eine Öllampe mitgenommen haben, die Peg dem Ärmsten just vor die Füße wirft. Mike braucht nur noch seine Fackel an das zerbrochene Teil halten - und schwupps - schon steht uns Morty in Flammen und verkohlt aufs Übelste. Friede, Freude, Eierkuchen allerseits - man freut sich, man lacht. Nun stellt sich nur noch die Frage: "Wo ist Ned?" Im Pool, so die allgemeine Antwort (woher ihr das wissen? Ihr waren nix bewußtlos, als Morty tat platsch-platsch mit Neddy?). Die Bagage sprintet los und nimmt eine weitere frohe Kunde entgegen: Ned läuft unertrunken quietschfidel durch den Swimmingpool und hat dazu, wie er freudig anmerkt, keine Angst mehr vor Wasser. (Applaus! Applaus!)

Ein letztes Mal betreten die verbliebenen Fünf das Haus, stellen dabei klar, unbedingt das Weite suchen zu wollen. Der Polizei könne man die Geschichte um keinen Preis anvertrauen, weil ihnen niemand glauben würde. Ned stellt resümierend klar: Mikes Vater war also doch nicht tot. Doch Mams negiert, doch, das war er. "Die Indianer sagen, die Seelen von Selbstmördern finden niemals Ruhe." (Danke für den Hinweis!)

Alle machen sich aus dem Staub, lediglich Peg und Mike bleiben noch zurück und starren auf das sich über dem Kamin befindende Foto des verstorbenen Vaters. Peg gibt ihrem Schatzi das Amulett zurück, der gern annimmt und das Dingsbumms an den Fotorahmen hängt. Dann dreht man sich auch um und geht. Letzte Einstellung: Das Bild an der Wand, laute Spannungsmusik, und dann ist endlich, endlich, endlich, endlich, endlich Schluß!!!

Bewertung

Uff, jetzt muß ich mich erst einmal sammeln, bevor ich nach dieser ausführlichen Inhaltsangabe noch an die Analyse herangehe...

Also... hmm... tja... gut... Halten wir fest: "The Fear II" (ich bleib´ mal beim Originaltitel) hat vom objektiven Standpunkt aus gesehen seine enorm niedrige Ofdb-Bewertung um die 3,0 herum vollauf verdient. Ich könnte mir nicht im Entferntesten vorstellen, wie man einem Werk wie diesem freiwillig mehr als 3 Punkte geben könnte. Dazu ist er schlicht und ergreifend zu dumm und dämlich.

Was sich hier an Dummfug abspielt, geht auf keine Kuhhaut mehr, und es würde mich ernsthaft nicht wundern, wenn ein unvorbereiteter Zuschauer, der nix vorher über "The Fear II" in Erfahrung gebracht hat, tot vom Stuhl/Sessel o.ä. kippen würde. Das wäre eine nur allzu verständliche Reaktion, denn irgendwann kann das Hirn einfach nicht mehr Stuß vertragen. Aber klappern wir "The Fear II" plotmäßig von Anfang an ab:

Der Film beginnt recht vielversprechend mit der obligatorischen und nicht wirklich neuen Metzel-Anfangssequenz als Vorgeschmack. Die ist auch vom handwerklichen Standpunkt ganz passabel gelungen und sogar einigermaßen atmosphärisch. Zu dem Zeitpunkt kann man noch guten Mutes sein, den schlechten Ruf des Films als Humbug abtun und sich auf einen anspruchslosen, aber flotten, kleinen Slasher freuen. Allein: Die Freude hält nicht lange an, denn nach dem fünfminütigen Auftakt stürzt der Film in eine schmerzliche und nicht immer erträgliche Phase, in der sich Langeweile und Nervtötungen ungefähr die Waage halten. Das Problem fängt schon bei unseren Protagonisten an. Die sind, wie in einem Film dieses Kalibers nicht anders zu erwarten, die geballte Ladung jugendlicher Idioten (na gut, "jugendlich" ist man mit 20 Jahren aufwärts sicherlich nicht mehr, aber geistig benehmen sie sich größtenteils so, wenn überhaupt). Allen voran der nominelle Held Mike, der zwar am ausgereiftesten gezeichnet ist, doch mit seinen ständigen Flashbacks und Visionen (später gesellen sich ja auch noch seine unregelmäßigen Ohnmachtsanfälle dazu) einem dermaßen auf den Senkel gehen kann, daß man ihm schnell einen möglichst grausigen Tod herbeisehnt. Leider ist er schon von vornherein als letztendlich Überlebender gebrandmarkt. Neben ihm stehen eine Menge Pappkameraden: Peg hat neben Mike zwar die meisten Leinwandauftritte, bleibt aber schmerzlich charakterlos (außer der Tatsache, daß sie ihren Schatz liebend gern heiraten würde, erfahren wir gar nix), während Chris der Bruder von Peg und ganz offenkundig ein echter, der größte Vollpfosten ist - mehr gäbe es über ihn nicht zu sagen. Trish, Mitch, Ned, Jennifer, Lisa Ann - allesamt anwesend, allesamt nichtssagend, mehr als offensichtlich bloß Kanonenfutter für unseren bösen Killer. Wir bekommen einzig und allein Einblicke in ihre Phobien. Mehr nicht.

Ein weiteres Problem: Regisseur Chris Angel (der auch noch "Wishmaster 3+4" inszenieren sollte) und läßt sich viel Zeit und schlägt diese mit Andeutungen und Mikes Hintergrundgeschichte tot. Das macht das ganze Geschehen schon zu einer echten Geduldsprobe. Dabei weiß man als Zuschauer längst, daß die Indianer-"Holz"puppe Morty das Böse in sich trägt und wahrscheinlich selbst einen Amoklauf starten wird. Die Frage ist nur: Wann? Bis es soweit ist, dürfen wir mehr als ausführlich an dem Schicksal des "Helden" teilhaben, der einen bösen Vater hatte, der Zeuge der Ermordung seiner Mutter wurde, der seitdem an diversen Traumata leidet, der Visionen hat, der ständig Alpträume hat, der Angst hat, so zu werden wie sein Papa usw. Das ist in dieser breitgetretenen Form absolut überflüssig und könnte um die Hälfte gekürzt werden, dann müßten wir auch nicht immer wieder mit den Augen rollen oder unsere Köpfe auf Tischplatten donnern, wenn Mike, wie oben angeschnitten, einmal mehr ohnmächtig zusammenbricht. Weiterhin bluten Grabsteine, Mortys Arm darf sich selbständig bewegen und Chris erlaubt sich einen False Scare, der sogleich von Peg und Mike gekontert wird. Und das nervt wiederum weniger, das langweilt nur, Vergleiche mit "Do You Wanna Know a Secret?" boten sich schon an, was mich beim Betrachten mächtig wurmte.

Glücklicherweise aber verflog bei mir die Langeweile zu Beginn des letzten Drittels schlagartig. Ungefähr nach einer Stunde, etwa nach dem Fund von Jennys zerschnippelter Leiche, wendet sich das Blatt und "The Fear II" entwickelt sich, ehe man´s sich versieht und völlig überraschend, zu einem Unterhaltungsschlager ungeahnten Ausmaßes. Das liegt jedoch nicht etwa daran - der Leser könnte an dieser Stelle einem Irrglauben verfallen -, daß Angel und seine Crew zu plötzlicher Stärke fänden und in der Lage wären, ein irre spannendes Spannungsfeuerwerk zu zünden, das einem die Schuhe auszieht. Nein, im Gegenteil: Sollte jemand tatsächlich die vollständige Inhaltsbeschreibung durchgelesen haben, ist demjenigen unter Garantie aufgefallen, daß die Äußerungen in den Klammern merklich und in rapidem Tempo zunehmen. Klammerbemerkungen sind bei badmovies.de immer ein schlechtes Zeichen; so liegt es auf der Hand, daß die Unterhaltung einzig und allein aus den ab sofort herrschenden Schwachmatigkeiten entsteht. Selten zuvor habe ich einen solch hirnverbrannten, blöden, augenausreißwürdigen Nonsens gesehen wie den, der hier aufgefahren wird. Ich habe nicht vor, alles noch einmal aufzuführen, aber ein bißchen Rückblick muß sein: Am gravierendsten wohl die Entscheidung der teilnehmenden Akteure, nach den Morden an Crow und Jennifer und trotz eines umherirrenden Killers anstatt fortzufahren nicht nur dazubleiben, sondern sich auch noch in Zweiergruppen aufzuteilen. Außerdem u.a.: Mitchs Tod und seine zwei augenscheinlichen Filmfehler in fünf Sekunden. Licht scheint durchs Fenster bei finsterster Nacht. Mortys bescheuerte, ins Nichts führende Aktion, die Gestalt von Peg anzunehmen und ihren Tod vorzutäuschen. Morty verwandelt sich in einen Baum. Morty schlägt mit einer Axt auf den Asphalt und verursacht dadurch ein Feuer uvm. Der debilen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Theoretisch könnte man als Zuschauer sich über die Frechheit, daß einem sowas als Horrorfilm angeboten wird, fürchterlich aufregen und entnervt ausschalten. Man könnte es aber auch so machen wie ich - und ich halte das für die idealere Lösung -, ein Dauergrinsen auflegen, Hirn abschalten und einfach genießen. So wie dem Doc mit "More Mercy", um mal einen Vergleich heranzuziehen, so ist es mir schlußendlich mit "The Fear II" gegangen.

Dabei muß man der Grundidee durchaus ein gewisses Maß an Originalität bescheinigen: Eine Gruppe von Leuten soll sich seinen persönlichen Ängsten stellen. Gut, das ist im Grunde nur eine Fortführung des 1994 gedrehten Originals "The Fear" (dt.: "Morty"), aber interessant hätte es ja trotzdem werden können. Leider wird das Thema aber nur angeschnitten. Morty ist der Killer, der dafür sorgt, daß der Tod der einzelnen Protagonisten jeweils etwas mit dem zu tun hat, wovor sie sich fürchten: So wird der Wasserphobiker Ned in den Swimmingpool geschmissen, Chris ans Auto gebunden und als Angst vor Entscheidungen Habender vor die Wahl gestellt, sich den Arm abzuhacken oder elendig zu verbrennen, Mitch hat Höhenangst und wird demzufolge von Morty aus dem zweiten Stock geworfen, Lisa Ann muß ihr eigenes Blut sehen, bevor sie stirbt, Jennifers zerstückelte Leiche wird, weil sie im lebendigen Zustand klaustrophobisch veranlagt war, in einen engen Karton gesteckt - ich freue mich zweifelsohne wahnsinnig über ein wenig Abwechslung im Genre-Einerlei, doch noch viel mehr hätte es mich gefreut, wenn man diesen Gedanken konsequent ausgespielt hätte. Hat man aber nicht. Trish z.B. fliegt zusammen mit dem Auto in die Luft, obgleich sie Angst vor Schlangen hat - und daß Mams sich vor der Dunkelheit fürchtet und Peg auf Clowns nicht gerade gut zu sprechen ist, wird zwar in einem Nebensatz erwähnt, spielt aber keine Rolle. Natürlich - die beiden Letztgenannten dürfen den Film überleben, aber trotzdem hätte man deren Ängste doch im Handlungsverlauf an der einen oder anderen Stelle noch etwas hervorheben können, wie man es wenigstens ganz kurz bei Lisa Ann (der schwindlig wird, als Großvater sich am Frühstückstisch eine Wunde zufügt), Mitch (der es nicht schafft, auf einen Baum zu klettern) oder Trish (die einer Schlange gegenübersteht) getan hatte. Schade, hier hätten kompetentere Drehbuchautoren mehr rausholen können.

Effekttechnisch ist "The Fear II" äußerst unspektakulär. Blut fließt so gut wie gar nicht, am meisten schpläddert es, als Ned in einer selten überflüssigen Szene einer Schlange den Kopf abschlägt, ansonsten hält sich das arg in Grenzen. Auf detaillierte Einstiche (Messer) oder Einschläge (Axt) verzichtet man vollends, hätte man wohl auch nicht überzeugend hinbekommen. Meistens kann man nur das Resultat bewundern (siehe z.B. Mitch), wenn überhaupt. Selbst bei Jennifers unappetitlicher Zerhackstückung kann man anhand der fünf Sekunden gezeigtes Material nur erahnen, woran genau die Tante denn gestorben ist. FSK-18 hat das Ding - ein weiteres Beispiel dafür, daß bei den Damen und Herren Prüfern mit zweierlei Maß gemessen wird. Eine Altersfreigabe ab 16 hätte es genauso gut getan.

Die einzigen weiteren Effekte sind die, in denen sich Morty in Mikes Vater verwandelt. Das wird meines Erachtens mit simpelsten Überblendungstechniken gelöst, zu denen eigentlich fast jeder Horrorfilmmacher in der Lage sein sollte. Dann gibt´s noch die Autoexplosion, die wohl einen Großteil des Budgets ausgemacht hat. Mehr fällt mir schon ehrlich gesagt gar nicht mehr ein. Ach, doch: Da wären noch die Verzerrungseffekte jemals unmittelbar vor einem von Mikes zahlreichen Zusammenbrüchen, die das Bild verschwimmen lassen.

Über die Schauspieler brauche ich, so denke ich, kaum Worte zu verlieren, die stehen allesamt nämlich auf einer Stufe - einer niedrigen, versteht sich. Ich zähle sie einfach mal auf: Gordon Currie (Mike, u.a. im 8. Teil von "Freitag der 13.", in "Puppet Master 4" zu sehen), Brendan Beiser (Ned), Stacy Grant (Peg), Philip Rhys (Mitch, u.a. Hauptrolle in "The Others" 1997, also nicht der mit Nicole Kidman), Myc (?) Agnew (Chris), Emmanuelle Vaugier (Jennifer, immerhin u.a. die Susie in der Teenie-Klamotte "40 Days and 40 Nights, aber auch vermerkt in "Wishmaster 3" und dem hier besprochenen "Ripper"), Rachel Hayward (Trish, u.a. Dr. Allison in "Hellraiser: Hellseeker" und Dr. Myers in "Xtro II", aber auch das letzte Opfer im Lambert-Thriller "Knight Moves") und Kelly Benson (Lisa Ann, schaffte es u.a. zur Leiche in "The Final Cut"). Wie gesagt, mit diesen Darstellern müssen wir uns größtenteils auseinandersetzen. Es versteht sich von selbst, daß keiner von denen über irgendwas wie Leinwandpräsenz verfügt - nie und nimmer. Die sind ausdruckslos, ohne Charisma, ohne Wiedererkennungswert. Ich kann nur hoffen, daß keiner auf den wahnsinnigen Einfall verfällt und einen von den Nasen für eine größere Hollywood-Produktion in einer tragenden Rolle vorsieht. Das hätten sie ob der durchweg schwächelnden Leistungen bestimmt nicht verdient. Nur Betsy Palmer als gute Seele Mams will ich aus dem Haufen herausheben, agierte sie doch als keine Geringere als Pamela Vorhees in den ersten zwei "Freitag der 13."-Schockern und in einer "Columbo"-Folge ("Tödlicher Jackpot").

So, jetzt reicht´s mir langsam auch, ich habe sowieso schon wieder viel zu viel Zeit mit diesem Möchtegern-Schocker verbracht. Also will ich im Folgenden nur noch kurz zwei bemerkenswerte Anmerkungen von mir geben.

Bemerkenswert #1: Nicht alle Protagonisten, die der Vielseher für Kanonenfutter halten könnte, sind Kanonenfutter. So überleben nicht nur Mike und Peg sowie Mams (was zu erwarten war), sondern auch tatsächlich Chris und Ned.

Bemerkenswert #2: Die Kamera verzichtet vollständig auf die so gern verwendeten POV-Shots.

Fazit: "The Fear II" weist mit Gewißheit einen weitaus größeren Unterhaltungswert als "Do You Wanna Know a Secret?" auf, worüber ich wirklich sehr froh bin und womit ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Glücklicherweise gibt die Story nach einer zähen Stunde, die zum Abschalten verleiten könnte, komplett Sinn und Verstand auf und verblüfft den Zuschauer ab sofort mit immer weiteren blödsinnigen Momenten im Minutentakt. Der Film ist zwar zu keinem Zeitpunkt spannend oder nervenkitzelnd, aber zum Schluß eben so abgefahren stumpfsinnig, so unvorstellbar debil, daß man sich, in der richtigen Erwartung und in die richtige Stimmung versetzt (oberstes Gebot: Hirn abschalten!), mächtig amüsieren und somit doch noch auf seine Kosten kommen kann. Ich lege nicht meine Hand dafür ins Feuer, daß das jeder Fan von schlechten Filmen so sieht wie ich, aber für mich war die letzte halbe Stunde prächtigste Abendunterhaltung, die mich für die mauen, nicht in die Pötte kommen wollenden ersten zwei Drittel teilweise entschädigten. Aufgrund dessen doch noch eine recht hohe Bierwertung!


(c) 2008 Stefan Meckel

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