80 Frankensteine in 103 Jahren, Teil 4

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80 Frankensteine in 103 Jahren, Teil 4: 1998-2013

61. Brendan Fraser

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Technisch gesehen kein Monsterfilm,
auch wenn Katholiken anderer Meinung sind.


Wer künstliche Menschen, aus Leichen zusammengeschusterte Monster oder verrückte Wissenschaftler im 1998er Streifen Gods and Monsters (Regie: Bill Condon) erwartet, der wird enttäuscht werden.

Es werden vielmehr die letzten Tage von „Frankenstein“-Regisseur James Whales (Ian McKellen) unter die Lupe genommen. Diese ist in den späten 1950er Jahre am Ende seines Weges angekommen: die Karriere vorbei, von der Industrie als Schwuchtel (was damals noch äußerst unmodern war) abgestempelt und von Schlaganfällen gezeichnet, ist Whale auch gesundheitlich fertig. Vereinsamt und isoliert lebt er in seiner Vorortswohnung, nur von seinen Erinnerungen und seiner streitbaren Haushälterin Hanna (Lynn Redgrave) umgeben.
Es entsteht eine Freundschaft zwischen dem alternden Briten und seinen Gärtner Clayton (Brendan Fraser), dem genauen Gegenteil von Whales: ein Mannesmann, Korea-Veteran und, wie man so schön sagt, „homophobisch“ (obwohl ich persönlich glaube, dass er keine Angst vor Schwulen hat, sondern sie einfach nicht mag).

Wie gesagt, ist Gods and Monsters kein Monsterfilm; zugleich ist es, wie man nun schnell annehmen könnte, kein Schwulen-Film. Klar, James Whales war schwul (der Mann war Brite, um Himmelswillen!) und klar, es ist nur eine Frage der Zeit bis er seine arthritisverkrümmten Klauen nach dem athletischen Gärtner ausstreckt. Aber es ist keine typische „habt-mich-lieb-weil-ich-aus-San-Francisco-komm“-Drama, sondern ein Film in dem es um Freundschaft, Erinnerungen und Vergangenheitsbewältigung geht. Kurzum: ein durch und durch menschlicher Film.

Warum nun Brendan Fraser als Monster (obwohl Jack Betts den Boris Karloff in ein paar Flashbacks spielt, inklusive in einer beeindruckenden Rekreation des Frankensteins Braut-Sets, das Monster im Film aber nicht vorkommt)? Nun, ganz zu Ende sehen wir Brendan wie er den Karloffschen Gang nachahmt und, vom Blitzlicht erleuchtet, durch den Regen tapst. Es bleibt einer der wenigen Rollen in der man Fraser fast abnimmt, dass er ein Schauspieler ist.

Gods and Monsters ist und bleibt ein sehr schön gemachter, interessanter Film und ist vor allem schauspielerisch (was McKellen, Redgrave und ja, in diesem Fall auch Fraser angeht) ein Sahnestück – auch für den norma… also, für filmhistorischinteressierte Zuschauer.


62. Frank Welker

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Tief gefallen, das Monster: von Boris Karloff zu den Chipmunks
(und es sollte noch Schlimmer kommen).


Gut, nun haben wir Wrestler, Außerirdische, Musical-Frankensteine; nur recht, dass wir einen Zeichentrick-Frankenstein in diese Liste mit aufnehmen – nur, welchen? Eigentlich sollte es ja Frankensteins Cat von 1942 sein (und den kann ich nur empfehlen: ein wirklich atmosphärischer Kurzfilm aus der unterbewerteten Terry-Toons-Fabrik), aber gehen wir mit der Zeit. Genau genommen ins Jahr 1999 zu Alvin und die Chipmunks treffen Frankenstein (Regie: Kati Castillo).

Was sollen wir groß erzählen? Ein typisches, harmloses Alvin und die Chipmunks–Machwerk, mit vielen fröhlichen Liedern und den nervenaufreibenden Stimmchen der putzigen Nageviechern (Anmerkung: der Teufel soll sie holen). Und Frank Welker leiht dem Monster seine Stimme – genau wie er es bei Nibbler aus Futurama getan hat, dem schreienden Mr. Spock in Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock und über 600 anderen Charakteren.

Gehen wir lieber weiter zu:


63. Craig Guggenheim

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Die Birne stammt vom King aber die Nudel, die stammt nicht von Jim Morrison.


Nach dem Musical-Frankenstein folgte 1999 ein echter Rocker: Rock ‚N’ Roll Frankenstein (Regie: Brian O’Hara), wobei man es mit dem „echt“ nicht ganz so genau nehmen sollte.

Manager Bernie Stein (Barry Feterman) hat eine fantastische Idee: er will sich seinen eigenen Rockstar aus den besten Stücken verblichener Rock ,N’ Roller zusammen bauen und hat auch Glück, dass sein Neffe Frankie (Jayson Spence) sich ein wenig mit Wissenschaft und Anatomie auskennt.
Mit Hilfe des Roadies Iggy (Hiram Jacob Segarra) kommt man auch schnell an die passenden Naturalien – wessen Birne auf des Monsters (Craig Guggenheim) Schultern thront, sollte wohl klar sein. Nur „gen Italien“, da geschieht dem ständig zugedröhnten Iggy ein Missgeschick: statt Jim Morrisons besten Teils bekommt das Monster „King“ die sprechende Nudel von Liberace!

Bestimmt nicht einfach, einen einzigen Witz auf 90 Minuten Spielzeit zu strecken – sieht man sich den Film (nüchtern) an, scheint es unmöglich. Die Produzenten haben offensichtlich auf eine Art Frankenhooker gezielt, aber weit verfehlt; der O’Hara ist definitiv kein Henenlotter.

Vielleicht taugt der Streifen was, wenn man es dem guten Iggy gleichtut, aber wenn man ehrlich bleibt, hätte ein 10-Minuten Sketch auch gereicht.


64. Ryan Reynolds

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Mit der Farbe Grün hat Ryan Reynolds bekanntlich immer Pech.


Und wieder verschlägt es die Frankenstein-Saga in eine von versoffenen Studenten und halbnackten Studentinnen bevölkerte Universität. 2000 drehte Mitch Marcus Frankenstein Lebt (Originaltitel: Big Monster on Campus, Alternativtitel: Boltneck, Teen Monster), in dem ein blutjunger Ryan Reynolds das Monster spielt. Wobei „spielen“ bei Reynolds ja immer eine relative Sache ist; man kann auch sagen, er tut dasselbe, das er immer tut: „Ryan Reynolds spielt Ryan Reynolds der (hier die Rolle selbst einfügen) spielt“.

Während einer Studentenparty zieht Karl (Ryan Reynolds) bei einer Balgerei den Kürzeren und wird von seinen Kommilitonen zu einem Köpper ins Schwimmbad genötigt. Pech für Karl, denn was dem Schwimmbad fehlte, ist der feuchte Inhalt (ich spreche vom Wasser, ihr perverses Pack).
Der Zwischenfall ist aber Glück für Frank (Matthew Lawrence), den man anbettelt, den Kadaver im Pool wieder zu reanimieren. Im Gegenzug dürfte der Nerd dann mit den coolen Jungs Party machen. Zufälligerweise hat Franks Vater Dr. Stein (Judge Reinhold) im Kellerlabor ein paar Denkschwämme gebunkert, also raus mit dem kaputten Gehirn, rein mit dem neuen und Karl ist bald wieder der Alte. Zumindest fast: das Gehirn, das Frank transplantiert hat, gehörte unglücklicherweise einem Serienmörder.

Frankenstein Lebt ist wieder so ein Fall von Film, der sich scheinbar nicht sicher ist, was er eigentlich sein soll oder will. Für eine Komödie ist er nicht lustig genug, für reinen Studenten-Klamauk gibt’s zu wenig nackte Haut, für einen Horrorfilm fehlen die Schockmomente und Gore. Es ist eigentlich so, wie es ein IMDB Rezensent beschrieben hat: „… der Film fühlt sich an wie eine überlange Dawsons Creek-Episode“. Gut, was erwarten denn die Leute anderes vom Reynolds?


65. Michael R. Thomas

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Maskenbildner mit lebenslangen Frankenstein-Faible:
Michael R. Thomas.


Zwar war Michael R. Thomas per se kein Schauspieler sondern ein Maskenbildner, der mit seinem Talent etliche Filmen bereichert hat (darunter die Ghostbusters-Filme, Die Sopranos, I Am Legend und viele mehr). Thomas hatte ein lebenslanges Faible für die ollen Universal-Kamellen. Das Monster spielte er gleich zweimal und bereicherte damit zwei recht mittelmäßige Filmchen:

Sein Debüt (und das nicht nur als F-Monster) gab Thomas 1969 in dem Kuriosum Fanny Hill Meets Dr. Erotico (Regie: Barry Mahon); ein (Zurrecht?) in Vergessenheit geratenes Filmchen. 30 Jahre später, im Jahr 2000, durfte Thomas zwar im Originalgetreuem Karloff-Make-Up spielen, aber Mistress Frankenstein (Regie: John Bacchus) war, wie der Titel vermuten lässt, kein Stubenreiner Frankenstein-Film. Der Streifen ist eine typische „Seduction Cinema“-Geschichte, die von der Story doch sehr an Francos Lust for Frankenstein erinnert: Helena Frankenstein (Darian Caine) spielt Dr. Frankensteins (John Paul Fedele) hübsche, aber frigid Braut, die der Doktor als Lack-und-Leder-Miestresse wiedererweckt.
Der Softporno-Streifen ist eine pure Lesben-Geschichte, die männlichen Komparsen erscheinen praktisch nur als komödiantisches Beiwerk (und sind dabei nicht einmal sonderlich lustig). Thomas spielt gleich mehrere Rollen: nicht nur das Monster sondern auch den Bürgermeister, einen Zigeuner und den Inspektor Krogg-ähnlichen Polizisten.

Wie gesagt, Thomas ist optisch ein sehr authentischer Frankenstein, aber das macht die Suppe auch nicht fett – an und für sich ist und bleibt der Film ein ziemlich einfacher Langweiler, auch wenn man ihm zugestehen muss, dass im direkten Vergleich zu Lust for Frankenstein das Fleisch doch weniger welk und aufgeschwemmt ist.

Thomas verstarb kurz nach seinem Auftritt als Dracula in House of the Wolf Man (Regie: Eben McGarr), der 2009 die „Monster Mash“ Trilogie – fast 65 Jahre nach Draculas Haus – vollendete.


66. Leandro De La Torre

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Kein Bild gefunden – da blieb dann nicht mehr viel.


Da macht man sich als ehrlicher, anständiger (Müll)filmhistoriker auf Recherche nach einem obskuren argentinienschen Frankenstein-Darsteller namens Leandro de la Torre, und was ist das Erste über das man stolpert?

Eine Badmovie-Review zu SadomaSter, mit gezackten KISS-Doppel-SS, und dem frommen Wunsch, „ein Elefant möge den Regisseur ficken“. Meine Herren, ich muss mich ob solcher Unflat (mal wieder) für euch schämen!

Besagter de la Torre spielte 2002 das Monster in La Sangre de Frankenstein (Regie: German Magarinos; der mit den Elefanten) und alles was über den Schrott raus zu finden war, waren diverse Schmähschriften im gotteslästerlichen Spanisch und eine glühende, vor Lob und Anerkennung nur so triefende Review auf IMDB, entweder vom Regisseur selbst oder einem Geisteskranken verfasst. Es sprach „Matute“:


Hallo meine Freundes Matute ist zurück. Heute ich erzähle vom letzten gesehenen Film in Germen Cine club In dieser Chance wurde gesägt von 400 Leuten im San Martin Kulturzentrum, in BS.AS Blut Festival. Der Film war sehr gut, exzellente Vorstellung von „Uri Geller“ der erste semi-professionelle Schauspieler den Regisseur G.M a.k.a. „der Zimmermann von sub-humanoiden b Filmen“ benutzt hat. Der Film zeigt mehr Arbeit in Special-Effects, sehr gute Gedärme un Andere. Reguläre Action von „El gordo“ un „Salis“, un eine Gute von „Villagra“ und „El Galgo“. Anmerken das Genie F.P a.k.a „cara de tela“ die Perfektion macht Mensch. Ihr müsst den Film sehen, wird euch verwundern un es sei gut für eure Augen. Für einen letzten Kommentar über die Leute die gegen diese Kunst sind „Warum holt ihr euch kein Leben und werdet erwachsen, warum kritisieren was ihr nicht versteht, warum meine Worte ändern. Ihr habt solche Angst… und macht mich Mitleid.

Frohe saratrusta für alle.

Matute.


Is’ recht, Matute, wird schon so sein wie du’s sagst.


67. Vincent Perez

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Das Schnurbärtchen verrät es: dies ist nicht Robert De Niro sondern Vincent Perez.


In Marcus Nispels 2004er TV-Verfilmung Frankenstein – Auf der Jagd nach seinem Schöpfer spielt Thomas Kretschmann nicht einfach Dr. Frankenstein. Nein, er ist Dr. Helios (ein Name der reicht, um beim Publikum kollektive Blähungen zu verursachen). Vincent Perez spielt nicht nur das Frankensteinsche Monster – er ist DEUCALION! DEUCALION!, der durch die Handlung schleicht wie Falschgeld und sonst nichts, aber auch rein gar nichts zur Handlung beiträgt.

Hausherr Dr. Acula hatte nur lobende Worte für Frankenstein – Auf der Jagd nach seinem Schöpfer, die HIER zu finden sind. (Aber Glenn Jordans Frankenstein als Langweiler abstempeln! Dafür gibt es nur eine logische Erklärung: Der Doc hat Frankenstein – Auf der Jagd nach seinem Schöpfer für’n Appel und ein Ei erstanden, musste aber für Jordans Film tief in die Tasche greifen).


68. Shuler Hensley

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Frankenstein trifft mal wieder die alte Universal-Brigade –
und Wolverine mit dazu:
Shuler Hensley.


2004 stand ganz im Motto von Action-lastiger, CGI-geschwängerten Popcorn-Bolzen und auch am Frankenstein-Monster ging dieser Kelch nicht vorüber – genauer gesagt, an keinem der Universal-Monster, die für Van Helsing (Regie: Stephen Sommers) verwurstet wurden.

Jeder der vom Film gehört oder ihn gar gesehen hat, mag bestätigen dass es sich um einen rechten Schmarn handelt, über Van Helsings kleineren Bruder Gabriel (Hugh Jackman), der mit seinen High-Tech Gadgets durch die Lande zieht und sich mit diversen Monstren anlegt. Hier versucht Dracula (Richard Roxburgh) das Monster (Shuler Hensley) als Energiekatalysator zu missbrauchen, um mit seiner Lebenskraft Draculas tote Kinder wiederzuerwecken.
Van Helsing, der jetzt ein Werwolf oder der Erzengel Gabriel oder Gottes Sohn (oder sonstigen hanebüchenen Unsinn; wer kann sich das ganze angucken, ohne dabei geistig abzuschalten) ist, rettet natürlich das Monster, das zu guter letzt im Eismeer auf einem Floss davon paddelt. Wahrscheinlich in der seligen Hoffnung, man könnte den Charakter für eine potentielle Fortsetzung oder gar TV-Serie, die Gott sei Dank nie realisiert wurde, noch einmal reaktivieren.

Hensley spielte das Monster ein paar Jahre später wieder, in Mel Brooks Broadway-Aufführung von Young Frankenstein (die zumindest nicht verhehlte, dass es sich dabei um eine Farce handelt).

Ganz unserem Motto treu, ließ es sich die die Badmovies-Crew nicht nehmen, auch HIERZU eine Review zu verfassen.


69. Luke Goss

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Neuer TV-Frankenstein-Schönling für das 21ste Jahrhundert:
Luke Goss.


Im selben Jahr wie Van Helsing, entschied man, dass es mal wieder Zeit für eine TV-Miniserie wäre und drehte die knapp vierstündige Mary-Shelley-Adaption Frankenstein (Alternativtitel: Die Kreatur – Gehasst und gejagt). Nur sollten allein schon die Namen der Produktionsfirmen (namentlich Hallmark und RTL2) für ein mulmiges Gefühl sorgen.

Wie es schlechte Sitte zu jener Zeit war (und es noch heute ist), sollte es eine Seifenoper-artige Produktion der schönen Leute werden. Den Baron Frankenstein spielte Alec Newman, Julie Delphy die Caroline Frankenstein und Luke Goss die Kreatur. Mit Donald Sutherland als Captain Walton und William Hurt als Professor Waldman konnte man noch zwei Veteranen für die Produktion gewinnen.

Das schmalzige Melodram hält sich sehr streng an die gotische Vorlage, das muss man ihr anrechnen. Stellt sie halt nur die Frage: Wozu? Die Xte Frankenstein Verfilmung ist so unnütz wie ein Kropf, aber vielleicht spricht ja da der alte Mann aus mir und es bleibt die Hoffnung, dass sich doch ein paar jüngere Zuschauer für das niveauvolle Material interessieren (oder, es geschehen gelegentlich noch Wunder, mal wieder ein Buch aufschlagen).


70. Joel Hebner

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Frankenstein für Gore-Bauern aus dem Hause The Asylum:
Joel Hebner.


Ob sich die The Asylum Produzenten nicht bewusst darüber waren, dass es vor ein paar Jahren schon einmal eine Billigproduktion namens Frankenstein Reborn gab, oder ob es ihnen (was wahrscheinlicher ist) scheißegal war, ist nicht weiter bekannt. Jedenfalls drehte Leigh Scott den Schund 2005 und sch(m)iss ihn auf den Videomarkt.

Frankenstein Reborn verlegt die Frankenstein Geschichte erneut ins 21te Jahrhundert: Dr. Frankenstein (Rhett Giles) ist ein brillanter Neurologe, der mittels Nanotechnologie totes Fleisch zum Leben erwecken will. Dieser Doktor gehört mal wieder zur Kategorie der Schweinehund-Frankensteine, der auch nicht davor zurückschreckt, seine Patienten für die passenden Rohmaterialien um die Ecke zu bringen.

Es gelingt Frankenstein natürlich den Fleischhaufen, der einmal auf den Namen Bryce (Joel Hebner) gehört hat, zu reanimieren, dieser hat aber keine der liebenswürdigen Qualitäten der Vorlage-Kreatur: wie der gute Doktor ist auch das Monster ein bitterböser Killer, der meuchelt und Frauen die Beine ausreißt, wie es ihm gerade in den Sinn kommt.

Wie es im Hause The Asylum nun mal ist, legt man nicht großartig wert, eine tiefsinnige Geschichte zu erzählen. Es geht primär um Gore und billige Schockeffekte, nicht mehr und nicht weniger. Um das Ganze noch ein wenig anzureichern, klaut man noch ungeniert von Halloween, Das Schweigen der Lämmer und (wenn ich die lesbischen Krankenschwestern und den perversen Doktor richtig deute) sogar von der Rocky Horror Picture Show.


71. Lawrence Furbish

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Die Universal-Monstren wandeln auf Ed Woodschen Pfaden.


Was sollen wir groß von einem Film mit dem Titel Frankenstein Vs The Creature from Blood Cove (Regie: William Winckler) erwarten? Nun, Trash, Trash und nochmals Trash!

Dr. Lazaroff (G. Larry Butler) hat sich in seinem Labor ein Amphibienmonster zusammengebastelt; dieses entkommt und verschwindet im Meer. Also macht sich Lazaroff und seine Assistenten auf nach Shellvania (für geographisch Interessierte: das Nachbarland von Transsylvanien), um dort die Überreste des Frankenstein'schen Monsters (Lawrence Furbish) zu suchen. Von Werwölfen und Hexengelichter ungehindert, wird man fündig, schleppt das Monster zurück nach Los Angeles und lässt es auf das Amphibienmonster los, das am Strand fröhlich Surfer, Touristen und Schmuddelfotografen terrorisiert.

Für eine sehr detaillierte Analyse ist wieder die REVIEW unseres Dr. Acula zu empfehlen (der dem Film immerhin sieben Biere und schlappe fünf Bomben zuspricht).

Dem habe ich nur mehr hinzuzufügen, dass Regisseur/Produzent/Drehbuchautor/Schauspieler Winckler es immerhin geschafft hat, eine kleine Party aus abgehalfterten und gescheiterten Hollywood-Existenzen zu rekrutieren:
Das ehemalige Brustwunder Raven De La Croix spielt die Vettel in Shellvania (und ist noch schlechter gealtert als Lina Romay in Lust for Frankenstein), der ehemalige Pornohengst Ron Jeremy (spielt hier eine Barfliege) sieht inzwischen aus wie eine Tonne und „Eddie Munster“ Butch Patrick spielt natürlich einen Werwolf (und wird dies wahrscheinlich tun, bis er sein elendes Leben in einem Armenhaus aushaucht).

Furbish sollte das Monster (in seiner zweiten und bisher letzten Rolle) erneut 2011 in Pox spielen. In dem Film, in dem sich das Frankenstein-Monster, die Manson-Familie, Jesus und ein Transvestiten-Antichrist eine Feier liefern, führte Lisa Hammer, die in Frankenstein Vs The Creature from Blood Coven Frankensteins Braut spielt, Regie. Ist auch leicht trashig, der Streifen.


72. Amy Olivastro

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Vom Monster war kein Bild zu finden, also muss Frankensteins Braut Amy Olivastro
und die unbeschreiblich dümmliche Visage von John R. Hand herhalten.


Wissenschaftler Victor Karlstein (John R. Hand) hat echte Probleme, die ihn an den Rand der Psychose (und darüber hinaus) treiben: die Patientin Viktoria (Amy Olivastro), auf die er ein Auge geworfen hat, ist unter seiner Obhut gestorben. Um sie am Leben zu halten (obwohl sie ja angeblich schon tot ist; hier ist sich das Drehbuch nicht ganz sicher), schickt Karlstein seine mechanischen Zombies aus, um frische Körperteile für Viktoria einzusammeln.

Und hier trennt sich die Spreu vom Weizenbier: wo sich Frankenstein Vs The Creature from Blood Coven noch selbst auf die Schippe nimmt (was ja den Spaßfaktor an der ganzen Sache ausmacht), nimmt sich Frankenstein’s Bloody Nightmare (2006, Regie: John R. Hand) so Bierernst wie das Matthäus-Evangelium. Regisseur und Hauptdarsteller John R. Hand ist bemüht, den Blödsinn als „psychedelisches Kunstwerk“ an das Publikum zu verkaufen.

Also herrscht auf der IMDB-Infoseite die purste „Krekelitis in extremis“: Mitwirkende, Freunde, Verwandte und Bekannte (und natürlich Hand selbst) versuchen auf Teufel-komm-raus die Bewertungsquote in die Höhe zu treiben und verfassen eine glänzende Review nach der anderen. Kostprobe gefällig?


”John Hand, yes, is brilliant, talented and able to sell a picture.” (Aber nicht an mich, John. I don’t pay).

”The next big thing in cinema.. ..hopefully.” (Die Hoffnung stirbt zuletzt, John).

”I've gave this film a ten, not because I think this film is the best film since 300, but because of the underlying potential of the creator of this film. I've seen some of his early films, like retard boy and I was impressed with his talent.” (schrob John mit nur einer Hand).

”I say in about ten years you gonna be mentioning his name in the same breath as Tarrantino, and Rodriguez, well if he's lucky.” (Kann ich jetzt schon für dich tun: “John Hand ist ein Spinner, der seinen Namen in einem Atemzug mit Tarantino und Rodriguez nennt”. Happy, Johnny-Boy?)


Et Cetera, et Cetera, et Cetera.


Frankenstein’s Bloody Nightmare sollte natürlich nicht John R. Hands letzte filmische Leistung bleiben: 2007 vollendete er sein Opus magnum Pygmalion und Galatea, an dem Hand seit 1996 gearbeitet hat. Das Epos bringt es auf monumentale drei Minuten und ist auf IMDB unter dem Schlüsselwort „Masturbation“ zu finden (scheint also eine ziemlich schnelle Nummer gewesen zu sein).
Gott, manchmal wünschte ich mir, ich hätte mir den ganzen Mist nur ausgedacht.


73. Julian Bleach

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“Freund? Frankenstein Monster einsam. Monster wollen telefonieren, nach Hause …“:
Julian Bleach.


2007 war wieder einmal Zeit für einen TV-Frankenstein, wieder einmal ein Frankenstein Szenario in der Neuzeit, wieder einmal ein Frankensteinfilm in dem die Geschlechtsrollen vertauscht sind.

In Frankenstein (Regie: Jed Mercurio) ist Dr. Viktoria Frankenstein (Helen McCrory) der Kopf des Projektes UX, bei dem sie mit ihrer Assistentin Dr. Jane Pretorius (Lindsay Duncan) menschliche Organe mittels Stammzellen (mit der DNA ihres todkranken Sohnes) repliziert.
Als der Sohnemann das Zeitliche segnet, entschließt sich Doktorin Frankenstein das Experiment abzubrechen, aber ein Blitzeinschlag führt dazu, dass aus der Zellenmasse ein menschenartiges Wesen (Julian Bleach) erwächst, das natürlich sofort Reißaus nimmt und aus dem Labor flieht.

Es schwant uns nichts Gutes, als das Logo des englischen ITV (Independent Television) über den Bildschirm flimmert. Der Sender ist auf den britischen Inseln vor allem durch seine Seifenopern und Reality-TV Shows bekannt und berüchtigt. Und so sieht Frankenstein dann auch aus: wie eine auf 90 Minuten aufgepumpte Seifenopernepisode, die man mit einer schlechten „Dr Who“ Folge gekreuzt hat. (Bei letztgenannter Serie hatte Monsterdarsteller Bleach übrigens eine kleine Rolle als ‚Davros’, den wahnsinnigen Erschaffer der Daleks.)

Stichwort Bleach: der musikalisch talentierte Schauspieler ist Mitglied im Phillip Glass Ensemble; eines der wenigen, die sich bei den Liveauftritten des Meisters vor lauter Langeweile (noch) nicht am Suizid versucht haben.


74. Eri Otoguro

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Eri Otoguro, japanische Frankensteinerin – natürlich im kurzen Schuluniformröckchen
und Kniestrümpfen, versteht sich.


Ich muss ehrlich sein: die Chancen, dass sich das Frankenstein-Genre zwischen den Jahren 2009 und 2013 noch einmal aus dem Trash-Sumpf erhebt, stehen eher gering – oder sagen wir mal eins zu Grahams Zahl]. Also machen wir feucht-fröhlich mit Vampire Girl Vs Frankenstein Girl (Originaltitel: Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken, Regie: Yoshihiro Nishimura, Naoyuki Tomomatsu) aus dem Jahre 2010 weiter.

Monami (Yukie Kawamura) ist eine kleine Vampirin, die sich (als Austauschschülerin getarnt) in Mizushima (Takumi Saito) verknallt hat. Um den Mädchenschwarm zu knacken, bedient sich Monami eines Tricks und füttert ihn mit einem Stück Schokolade, das sie vorsorglich in ihr eigenes Vampirblut getaucht hat. Wie es kommen muss wird Mizushima ihr hörig, was aber Mizushimas Freundin Keiko (Eri Otoguro) nicht wenig verärgert. Diese muss zwar gegen den Vampir den Kürzeren ziehen, wird aber vom ihrem wahnsinnigen Wissenschaftler-Daddy und der nicht minder durchgeknallten Schulkrankenschwester Midori (Sayaka Kametani) als waffenstarrender Kunstmensch wiedererweckt. Nun kann es zum Kampf der Titanen zwischen Vampire Girl und Frankenstein Girl kommen.
Ich will auch nicht groß in den Wahnsinn, der hier geboten wird, eingehen. Am Besten selbst gucken, Verstand an der Eingangstür lassen oder Gefahr laufen, ihn während der kommenden 90 Minuten zu verlieren.

Vampire Girl Vs Frankenstein Girl ist für japanische Verhältnisse ziemlich blutig ausgefallen – und das ist etwa so, als wenn man behauptet, dass Shokushu-goukan-Bukkake-Hentai für japanische Verhältnisse ziemlich dreckig sind (ist es nicht, aber das ist ein anderes Thema).

Die Kostüme spielen auf zwei japanische Subkulturen, die japanische Eltern regelmäßig in den Seppuku treiben, an: Keiko ist offensichtlich Anhängerin des „Lolita“-Trends, während die vampirische Monami der „Ganguro“-Mode („Schwarzgesichtige Mädchen“) frönt, bei dem die Mädels ihre Visagen schwarz anpinseln und sich die Haare blond oder orange färben.

„Die spinnen, die Japaner“, hab’s immer schon gesagt.


75. Jayden Cole

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Und wieder einmal ist Frankenstein unter die Nutten gegangen:
Jayden Cole.


Fred Olen Ray-meets-Frankenstein, die Zweite: ganz so unschuldig wie bei Billy Frankenstein geht’s in Bikini Frankenstein von 2010 nicht zu.

Es würde den Regisseur nur schmeicheln, würden wir viel über die „Handlung“ des Films erzählen und so tun, als ob diese nicht vollkommen wurscht sei. Wer bis hier gelesen hat und kein von Prionen zerfressenes Kurzzeitgedächtnis hat, wird die Geschichte wohl einigermaßen kennen. Nur dass hier eben Dr. Frankenstein von Frankie Cullen und die (teils durch Stromschläge, teils durch lesbische Küsse) wiedererweckte Kreatur Eve von Jayden Cole gespielt wird.

Der Rest sind lahme Witzchen (und da kennen wir von Badmovies uns bekanntlich aus) und Softcore Sexszenen; viele, viele Sexszenen. Zumindest für die weibliche Belegschaft (darunter Brandin Rackley, Christine Nguyen und Alexis Texas) waren die Dreharbeiten wohl eine angenehme Abwechslung, bei denen sie ihre arg geschundenen Körperöffnungen (allen sieben an der Zahl) einmal ein Päuschen gönnen durften.


76. Randal Malone

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Hauptberuflich bei Madam Tussauds beschäftigt,
fand Randal Malone nach Feierabend noch Zeit, das Frankenstein Monster zu spielen.


Und hier zunächst ein spätes Geständnis: natürlich habe ich nicht alle hier besprochenen und erwähnten Filme persönlich gesichtet (sonst müsste ich ja auch dies aus dem Abteil des Krankenhauses schreiben, das generell keine Internetverbindung hat). Bei dem einen oder anderen Streifen habe ich mich entweder auf Kollegen berufen oder auf die Konkurrenz im weltweiten Netz.

Manchmal scheint auch das nicht möglich, denn wie im Falle von Frankenstein Rising (Regie: Eric Swelstad) scheint kein Schwein den Film je gesehen zu haben – und denen, die ihn sahen, war er es scheinbar nicht wert, auch nur eine einzige verdammte Zeile über das Erlebnis zu verfassen. Sagt in der heutigen Zeit auch einiges über einen Film aus.

Andererseits, wenn ich mir die wenigen Standbilder angucke, scheint es doch schon wieder weniger verwunderlich.


77. Tim Krueger

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Frankenstein trifft die Lebende Mumie,
aus Kostengründen in Tim Krueger zusammengelegt.


„Eine Insel, eine Braut, ein Monster“, verspricht uns der Verleihtext. Dass die Braut auf dem Poster eine Wumme in der Hand hält, lässt uns natürlich an eine bestimmte Trash-Kino-Braut denken, und da der Regisseur von Frankenstein 2 – Das Monster erwacht (Originaltitel: Frankenstein: Day of the Beast) Ricardo Islas heißt, hat er vielleicht auch mit der Insel nicht gelogen, aber lasst uns zunächst ohne Vorbehalte auf den Film zugehen:

Ein Priester (James S. Evans) wird zu einer einsamen Insel gebracht, um dort die Hochzeit zwischen der scheinbar ziemlich unwilligen Braut Elizabeth (Michelle Shields) und ihrem Cousin Viktor Frankenstein (Adam Stephenson) amtlich zu machen. Doch statt von Brautjungfern, wird die Zeremonie von einer kleinen Armee bis aus die Zähne bewaffneter Söldner überwacht. Scheinbar lauert etwas (Tim Krueger) im anliegenden Wald, und kann kaum erwarten, sich an den Festivitäten zu beteiligen.

Man merkt dem Filmchen an, dass er die Atmosphäre der frühen Hammer-Film-Frankensteine gern einfangen würde (angefangen bei den Bandagen des Monsters, die doch schon arg an Christopher Lee erinnern (sollen)), aber was will man mit einem Budget von Ein-Geld-Fuzzig schon groß machen? Klar, einen guten Film, aber eben keinen Film über den Untergang des römischen Imperiums, ein Star Wars Remake oder einen Frankenstein-Film.

Regisseur Islas versucht das Armenhaus-kompatible Budget mit ein paar frischen Ideen auszubalancieren – zum Beispiel, dass das Monster telepatische Kräfte hat, mit denen es entleibte Körperteil reanimieren kann und dass es (statt wie es einem Frankenstein'schem Monster gebührt) seinen Opfern die Gurgeln durchbeißt, statt sie zu Tode zu würgen. Aber wie ein Prolet, der sich bei den oberen Zehntausend einheiraten will, kann der Film seine niedrige Herkunft nicht verbergen.

Mit Tim Krueger hat man (für Z-Movie Standards) einen Weltstar in den Reihen: in The Dark Knight, Ca$h und dem A Nightmare on Elm Street Remake, wo hat Krueger nicht überall mitgewirkt? Aber wie in Frankenstein 2 – Das Monster Erwacht waren keine Sprechrollen dabei.

Der Film hätte funktionieren könne – vor allem nach all dem Leid und Elend, das Fans in den vergangenen Jahre durchgehen mussten –, aber zu eindimensional sind die Charaktere, zu flach die Geschichte und zu unfähig der Regisseur; im Endeffekt reicht es halt doch nur für durchgehenden Mittelmass; da hilft es dann auch nicht mehr, dass es ja „nur“ ein Trashfilm ist.


78. David Harewood

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Frankensteins Kreatur singt Live in Leeds:
Andrew Harewood.


Der junge Wissenschaftler Viktor Frankenstein (Andrew Gower) ist ein Philantrop und Menschenfreund und versucht ein Allheilmittel für Krankheiten jeder Art zu finden – nebenbei bastelt er sich mit Körperteilen einen künstlichen Menschen (David Harewood) zusammen.
Das Wesen entspricht nicht Frankensteins Vorstellungen und muss als Penner unter den Obdachlosen von Leeds hausen. Die Kreatur ist einsam und bedrängt seinen Schöpfer, ihm ein weibliches Gegenpart zu schaffen – leider macht Frankenstein nur sehr schleppend Fortschritte und statt zu kreieren, bereitet er sich auf seine Hochzeit mit Elizabeth (Lacey Turner) vor. Dabei hat er die Rechnung ohne die Kreatur gemacht, welche die Hochzeitsgäste einen nach dem anderen hinmeuchelt.

Frankenstein’s Wedding … Live in Leeds (Regie: Colin Teague) war ein seltsames Experiment der BBC: als Mischung aus Horror, Theaterstück und Musical, wurde es 2011 Live in Leeds vor echtem Publikum aufgeführt und gefilmt. Wie Frankensteins Kreatur aus der Novelle, wurde aus dem Projekt ein gescheitertes Experiment, was einerseits an den Schauspielern (allesamt BBC-Seifenopern-Stammspieler), andererseits an der anarchischen Machart des Projektes liegen. Da können auch die diversen Musikeinlagen, bestehend aus Popsongs die gerade in der Hitparade „in“ waren, nichts mehr retten.

Praktisch als Neger vom Fach, hat Harewood sogar schon den Nelson Mandela in Mrs. Mandela gespielt, aber auch in Blood Diamond (als Captain Blood), Hustle und The Hot Potato.


79. Frankenweenie

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Burtons Remake seines eigenen Kultfilms Frankenweenie.


Frankenweenie war das Debüt von Filmwunderkind Tim Burton – der Kurzfilm erzählt die simple aber unterhaltsame Geschichte der Frankenstein-Familie (Shelley Duval und Daniel Stern) und ihrem brillanten Sohnemann Viktor (Barret Oliver). Als sich Viktors Hündchen Sparky mit einem Auto anlegt und den Kürzeren zieht, beschließt Viktor den Canis Lupus Familliaris an eine Starkstromleitung anzuschließen – was Sparky in eine untote Version von Dennis the Menace verwandelt.

Nachdem Kinder während einer Testvorführung schreiend aus dem Kino rannten, wurde der junge Regisseur für seine Arbeit von Disney, seinem damaligen Brötchengebern, gefeuert (was Disney aber nicht davon abhielt, den Streifen als Video auf den Markt zu schmeißen, nachdem sich Burton einen Namen mit Beetlejuice gemacht hatte). Das Filmchen wurde zum Kulthit – trotz der Beteiligung des kinematischen Unglücksvogels Sofia Coppola und ihres Unheil bringenden Rüssels.

Für Burton sollten Filme wie Batman, Ed Wood und Big Fish folgen, aber über das Frankenweenie–Debakel sollte er nie ganz hinweg kommen. Bis Burton 2012 den Stoff neu verfilmte, diesmal als abendfüllender Animationsfilm (oder, wie man früher sagte, Zeichentrick) – und erneut beweist dass Burton tief in seinem vom Popcornkino vergifteten Herzen immer noch ein Comiczeichner ist.


80. Roger Morrissey

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Roger Morrissey, der erste Frankenstein im Jahr 2013 –
aber nicht der letzte.


The Frankenstein Theory (Regie: Andrew Weiner) wird wohl so eine Zwischending zwischen The Blair Witch Project und The Last Broadcast werden: Professor Venkenheimer wird wegen seiner seltsamen Theorien von seiner Uni geworfen und begibt sich zum arktischen Zirkel um zu beweisen, dass Mary Shelleys Novella auf einer authentischen Geschichte basiert. Um seine professionelle Reputation wiederzubekommen, bringt er gleich ein Filmteam mit und macht sich auf die Suche nach dem Frankenstein'schen Monster (Roger Morrissey).

„Von den Machern von The Last Exorcism„, schreit uns der Verleihtext entgegen und es mag schon sein, dass einer der Münzwerfer von TLE sein Scherflein beigesteuert hat; Fakt ist jedoch, dass der Grossteil der Crew blutige Neulinge sind, die bisher mit dem Medium Film wenig bis gar nichts am Hut gehabt haben – Regisseur Andrew Weiner gibt hier sein Debüt, war aber bisher bei dem Troma-Verein als Produzent tätig. Aber lassen wir uns überraschen.


DAS LETZTE WORT: 2013 und die Zukunft


Dieser Tage scheint der gute Name Frankenstein wieder in Mode zu kommen, das Jahr wartet mit sieben weiteren Frankenstein-Filmen an der Zahl auf, darunter dem Remake Frankenstein, Dr. Frankenstein’s Wax Museum of the Hungry Dead, nicht nur Frankenstein’s Army sondern auch Army of Frankenstein (mit dem interessanten Konzept „Hightech-Frankenstein-im-US-amerikanischen Bürgerkrieg), Frankenstein’s Patchwork Monster, I, Frankenstein, und dem viel versprechenden Frankenstein Created Bikers. In der nahen Zukunft drohen uns Frankenstein (2014, mit James McAvoy als Victor und Der-Ewige-Harry-Potter Daniel Radcliffe als Igor), The Sick and Twisted Tale of Frankenstein (2015) und ein Remake in Form von Bride of Frankenstein (auch 2015).

In anderen Worten: mit etwas Geduld hätten wir die „100 Frankensteins in 105 Jahren“ (technisch) fertig gebracht – aber, „Geduld“; wer hat so was heutzutage noch?

Und so, liebe Kinder, endet unsere Geschichte – und sollte euer Lehrer von euch verlangen einen Aufsatz über Mary Shelleys „Frankenstein oder Der Moderne Prometheus“ zu verfassen, verplempert eure Zeit nicht mit Bücherlesen, sondern beruft euch ganz auf diesen Text.


Gezeichnet, Euer


THOR




© 2013 Thorsten Atzmueller



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80 Frankensteine in 103 Jahren, Teil 1: 1910-1966
80 Frankensteine in 103 Jahren, Teil 2: 1967-1977
80 Frankensteine in 103 Jahren, Teil 3: 1981-1998