After Death

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AFTER DEATH (Oltre la morte)

Italien 1988, 81 min, FSK: --

alternative Titel: Zombie 4 - After Death, Zombi 4 - After Death, Zombi 4 - Aftermath, Zombie Flesh Eaters 3, After Death - L'isola maledetta

Inhaltsverzeichnis

Credits

Cast:

Chuck Jeff Stryker (als Chuck Peyton)
Jenny Candice Daly
David Massimo Vanni (als Alex McBride)
Dan Jim Gaines
Tommy Don Wilson
Louise Adrianne Joseph
Mad Jim Moss
Rod Nick Nicholson
Voodoopriester James Sampson

Crew:

Regie Claudio Fragasso (als Clyde Anderson)
Drehbuch Rossella Drudi
Kamera Luigi Ciccarese
Schnitt Maurizio Baglivo
Musik Al Festa
Production Design Mimmo Scavia (Art Director, als Bart Scavia)
Produzent Franco Gaudenzi
ausführender Produzent Bruno Mattei
Produktion Flora Film

Vorwort

Abt. Untote bohren dünne Bretter

Mit den Italienern und ihren Zombie-Filmen ist es ein Kreuz. Außer Fulcis seligem „Woodoo“ aka „Zombi“ aka „Zombie 2“ taugt eigentlich keiner was (und ich mag selbst den nicht sonderlich, respektiere ihn aber wenigstens als einen von Fulcis besseren Filmen, whatever THAT may mean), trotzdem hielt's die Stiefelbewohner ein knappes Jahrzehnt lang nicht davon ab, uns mit einem dürftigen Untoten-Spektakel nach dem anderen zu behelligen. Einiges davon war wenigstens unfreiwillig komisch Zombie Holocaust oder Lenzis herziger „Grossangriff der Zombies“, zu dem ich irgendwann auch noch mal ein Review häkeln muss), das meiste allerdings torfnasig bis langweilig (z.B. Matteis Fledderei des von Fulci angefangenen „Zombi 3“). Seit ich allerdings im Vorprogramm eines Forumstreffens (wir müssen dringend mal wieder eins veranstalten, Jungs!) die Ehre hatte, Claudio Fragassos „Zombi 4 – After Death“, seinerzeit noch als VHS, ankucken zu dürfen, hatte der Streifen bei mir einen kleinen, krankhaften Stein bei mir im Brett – das kam mir so bescheuert vor, das war auf seine doofe Art und Weise lustig und das, liebe Damen und Herren, ist ja nach allgemeinem Dafürhalten letztlich der Grund, warum wir alle hier auf diesen schönen Seiten lustwandeln.

Mir war klar – der Käs' muss mal besprochen werden, das ging sogar fast soweit, dass ich mir bei real anne Kasse beinahe die „Zombie-Box“ mit den runtergeschnippelten 16er-Fassungen von „Zombie 3“, „Zombie 4“, „Zombie Holocaust“ und noch irgendeinem Schmafusi gekauft hätte (und sei's, um einer armen Seele, die ahnungslos meint, vielleicht GUTE Filme zu kaufen, acht Euro zu sparen), aber das konnte mir Mrs. Doc erfolgreich ausreden. Die letzte Filmbörse allerdings hatte dann einen 6-für-20-Euro-Stand zu bieten, und darin fand sich dann auch die (zugegeben schick aufgemachte) Laser-Paradise-Veröffentlichung der „Langfassung“ (was man halt lang nennt... 81 Minuten ist schwerlich ein Epos von „Herr der Ringe“-Ausmaßen) ohne FSK-Freigabe. Gesehen, gekooft.

Voranschicken möchte ich noch, dass meine (zumindest bis vor neuerlicher Sichtung existente) Sympathie dem Streifen gegenüber auf der Tatsache basieren könnte, dass der ganze Schotter von Fragasso offenbar in Zusammenarbeit mit Silver Star Pictures (auch wenn die nicht kreditiert werden) heruntergekurbelt wurde, jener philippinischen B-Movie-Klitsche, der ich lustige Stunden mit großartigen Gemmen wie „Die Macht der Ninja“ oder „Phantom Raiders“ verdanke (weswegen einige Nebendarsteller einem verdienten B-Action-Fan bekannter vorkommen sollten, als sie es vermutlich dürften).

Damit genug der langen Vorrede – wir ignorieren auch tunlichst den Quark, den ein gedungener Lohnscherge sich für's Backcover ausgedacht hat (und der mit dem Film nicht allzuviel zu tun hat) und drücken frohgemut auf PLAY.

Inhalt

Zunächst mal informiert uns ein Erzähler (zu schwarzem Bildschirm mit rotem Fleck, aus dem sich nach und nach der Schriftzug „After Death“ herausschält), dass einstmals eine Gruppe von Menschen glaubte, das „Geheimnis der Geheimnisse“ lüften zu können (die Frage, warum Millionen von Menschen sich freiwillig „Deutschland sucht den Superstar“ ansehen?). Biologen, Chemiker und anderes Kroppzeug, vom Erzähler zwei Takte weiter als „Studenten der Alchimie und der geheimen Kräfte“ geoutet, gründeten deswegen auf einer tropischen Insel ein Forschungszentrum, um den „ältesten Feind des Menschen“ endgültig mores zu lehren, niemand anderem als Gevatter Tod bzw. seiner eher weltlichen Ausprägung himself. Dies unheilsschwanger vorangesetzt, bricht der Film unvermittelt in einen dieser typischen herzigen 80er-Jahre-Italo-Pop-Filmsongs (schnieke „Living after death“ betitelt), der in seiner pseudofetzigen Hingerotztheit ohne weiteres auch „Karate Warrior 32“ eröffnen könnte. Wäre es mir nicht zuviel Arbeit, würde ich glatt ein MP3 draus stricken.

(sing) Böser schwarzer Mann - wa-haaa - du bist fies zu mir...(/sing)

Nachdem sich, so angemessen musikalisch begleitet, per schlichten roten Lettern auf schwarzem Grund der Vorspann an uns vorbeigeschoben hat, finden wir uns in einem finsteren Gewölbe wieder, durch das eine recht massige Kuttengestalt schleicht. Weiterer Katakombenbewohner ist ein plärrendes schwarzes Voodooprinzessinnengerät, das unter fortgeschrittenen epileptischen Zuckungen leidet (oder vielleicht sind's PMS-Krämpfe, was weiß denn ich?). Meister Kutte ist ebenfalls ein Schwarzer und, (ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich in diesem Review möglicherweise gegen jede angebrachte political correctness verstossen werde, wenn's ungefähr so läuft, wie ich mir das vorstelle) wie alle Neger bekanntlich, Voodoo-Oberpriester. Drei Quergänge weiter schiebt sich ein Sixpack bis an die Zähne bewaffneter Kaukasier durch die Korridore.

Kuttenpriestermeister pflanzt sich vor ein aufgeschlagenes Buch und rezitiert einen Schwung sehr voodooiöser Zaubersprüche in bester „Clever & Smart“-“Eingeborenensprache (think „umbalumbabawumba“ und Ihr seid nicht sehr weit entfernt vom Schuss). Nach einem energisch gleichmütig vorgetragenen „lumbawutumbalumba“ (das habe ich weitgehend original zitiert) entfährt der Voodoobibel ein pinker optical effect (für die Verhältnisse eines italienischen Grützefilms ungefähr auf dem Niveau von Industrial Light & Magic) und fährt schwuppdiwupp direkt in die weit geöffnete plärrende Gosche des zuckenden Frauenzimmers. Die Schickse legt zucktechnisch noch den ein oder anderen Gang zu und beginnt unangenehm aus der Kauleiste zu sabbern. Die Erde beginnt zu beben, Mr. Voodoopriester kuckt grimmig, und dieser Zwischenschnitt ist bitter nötig, gibt er doch den Stagehands Gelegenheit, flink ein Loch in den Boden zu graben, aus dem gelber Rauch aufsteigt und in dem die vom wilden Affen besessene bzw. mindestens gebissene Voodootante krakeelend und sabbernd versinkt. Während das Frauchen also (per nicht uninteressanter Aufnahme von unten) offensichtlich direkt in den

Der Fahrstuhl zur Hölle spart sich heute sogar die Liftkabine...
Höllenschlund stürzt, taucht der kaukasische Kampftrupp in der Kultstätte auf und bauen sich vor dem eher unimprägnierten Priester auf. Der jungsche Vorsteher der Zivilisationsvertreter erhebt schwere Vorwürfe gegen den Voodooknilch und verleiht diesen diplomatisch Ausdruck: „Du verdammter Bastard!“ Langer Rede unglaubwürdiger Sinn – die Wissenschaftler (und um solche handelt es sich bei dem Sechserpack, trotz der vielfältigen Wummen und Messer) beschuldigen den schwarzen Mann wohl nicht gänzlich unrechtmäßigerweise, für eine Epidemie und „damit die Zerstörung unserer Gesellschaft“ (nana, wer wird denn übertreiben? Das hat nicht mal Bin Laden geschafft) verantwortlich zu sein, oder, zusammenfaselnd: „Du hast die Toten auf die Lebenden gehetzt!“ Und das ist ja nun mal wirklich nicht sonderlich nett. Der Voodooman begibt sich auf westliches Kindergartenniveau herab und meint: „Ihr habt angefangen!“ Will meinen, „ihr habt die Hölle herausgefordert und die Hölle hat die Herausforderung angenommen“. Chief Scientist hält dies Gerede verständlicherweise für gequirlten Kuhdung in der Großhandelspackung, aber Voodooman meint, seine Anschuldigungen unermauern zu können: „Ihr habt uns benutzt!“ Und deswegen sei seine Frau jetzt in der Hölle, „nun eins mit unserer Tochter!“ (Wir reimen uns zusammen – sein Weib war die Schnalle, die er gerade persönlich zum Teufel geschickt hat). Aber - „sie wird zurückkommen!“ (I hope so, I paid – albeit not much – for a zombie movie). Ein (recht weinerlich synchronisierter) Typ aus der zweiten Reihe der westlichen Rumforscher, macht vorwitzig den Vorschlag, den Priester aufzuhalten, „bevor er mit seinem Voodoo anfängt!“ (Tscha, ein bissl spät). Das findet bei den menschenfreundlich aufgelegten Kollegen großen Anklang: „Tötet ihn!“ Hach, die Freuden der westlichen modernen Zivilisation. Chief Scientist möchte die Sache lieber auf dem Verhandlungsweg lösen und erklärt, dass er und seinesgleichen mit dem Tod der Voodoopriester-Tochter nichts zu tun gehabt hätten. Im Gegentum. Das Mädel hätte Krebs gehabt und sei an dem eingegangen, ehe die Wissenschaftler ein passendes Heilmittel entwickelt hätten (ich mache das etwas deutlicher, als es der Film tut). Mit seinem Sprüchlein „Auch deine Magie macht sie nicht wieder lebendig“ kann Chief Scientist aber sowas von überhaupt gar nicht punkten. „Das ist falsch“, entgegnet der schwarze Mann kaltlächelnd und will diese kühne Rede sogar unter Beweis stellen. Weinerlicher Typ wäre jetzt echt dafür, den Burschen umzulegen, und wenn's kein anderer tun will, macht er's eben selbst. Der Voodoomann reißt sich gönnerhaft die Kutte auf und zeigt uns seine manboobs – wer schießen will, soll sich nicht aufhalten lassen, aber „mein Geist wird dich verfolgen und deine Eingeweide zerfressen!“ Das ist doch mal ein launiger Fluch unter Freunden. Kann sich aber auch nur in explosiver Flatulenz äußern. Whiny Guy bringt schon mal die Knarre in Anschlag, aber Chief Scientist verhindert die Bluttat, weil nur der Voodoohäuptling die Macht habe, „diesen Wahnsinn aufzuhalten“ (naja, theoretisch hab ich die auch, ich hab 'ne Fernbedienung mit STOP-Taste). Der Voodooman allerdings gibt sich weiter unleidlich: „Ihr könnt nichts tun. Ich habe mit magischen Kräften das Tor zur Hölle geöffnet!“ Niemand ist sicher, alle werden sterben, muwahahaa usw. „Sie haben Unrecht und sind verrückt,“ (und zwar in der Reihenfolge) bekundet Chief Scientist, was den Voodoomann nicht beeindruckt, jeder wird durch die Kraft der Magie sterben etc. etc. Whiny Guy hat jetzt endgültig genug genört (dito meinereiner, das ist ja geschwätziger als 'ne Oliver-Geissen-Folge bislang) und ballert dem dicken Priester eine Ladung blaue Bohnen in die gut gefüllte Wampe. Chief Scientist reagiert säuerlich, aber bevor ein Komittee zur Analyse der Sach- und Rechtslage eine Diskussion starten kann, rauscht da schon aus dem Höllenloch die zombiefizierte Voodooschlampe (an einem gut sichtbaren Kabel) heran. Whiny Guy möchte auch sie killen, aber sie schleudert ihn ein paar Meter hoch in die Luft und an die nächste Wand und macht sich an die fröhliche Fresserei (ihrem Opfer wird zunächst ein Auge rausgepuhlt und dann die Gesichtshaut säuberlich abzuziehen. Besser als jede Anti-Aging-Creme). Beballern hilft nicht viel, daher fliehen die vier Überlebenden paarweise hastig (Chief Scientist hat sich das einzige Weibchen als Begleitung geschnappt).
Miss Trinidad & Tobago von 1988?

Outside ist ein anderes Pärchen auf der Flucht (wer die sind und was die mit den anderen zu tun haben, wird uns der Film noch ein ganzes Weilchen nicht verraten), mobilitätsmäßig benachteiligt durch Mitschleifen eines Echt Niedlichen TM kleinen Mädchens. Diverse schwarzbekuttete und weißgeschminkte Zombies starren ihnen nach (großartiges Zombie-Make-up ist die Sache dieses Films nicht). In der Tempelgrotte werden die beiden flüchtigen Duos durch die munter hin- und herteleportierende Zombieschlampe gejagt. Im Dschungel hat unsere Jungfamilie sich offensichtlich verirrt (jedenfalls macht Daddy einen verwirrten Eindruck, und ja, ich finde es irgendwie bezeichnend, dass Frau Mama das Kleinkind durch die Gegend schleppen darf). Paps schlägt folgenden differenzierten Überlebensplan vor: zur Küste vordringen, hoffen, dass da noch ein Boot rumliegt, abhauen. Wahnsinn, Keule, ganz alleine draufgekommen? Sein treues Weib ist begreiflicherweise wenig überzeugt: „Sie werden uns auffressen wie die anderen!“ Man wirft beunruhigte Blicke um sich, was berechtigt ist, alldieweil schwarzen Sabber, äh, sabbernde Zombies (übrigens von der „gut-zu-Fuß“-Variante [zumindest manchmal], soviel zum Erbe der Romero-Untoten) sie verfolgen.

Klein-Jenny im eiligst-und-panisch-wegrenn-Modus

Im Tempel stranden die beiden Kerle vor einem verschlossenen Tor, ein paar Weggabelungen weiter wird Chief Scientist, ganz der optimistische Mann der Tat, von der selbstverständlich hysterischen blonden Zicke genervt. Die Globberzombieschlampe killt – in einem seltenen Anfall von Subtitlität in einem italienischen Zombiefilm – offscreen die Kerls, dieweil das von Chief Scientist angeführte Pärchen (sicherlich hochgradig sinnvollerweise) in einen tieferen Teil der Grotte klettert – dort wartet aber, wen wundert's, niemand anderes als die Zombieschlampe, sabbernderweis. Chief Scientist wird endlich gekillt – erneut off-screen, aber wenigstens wird die Blondine mit einem Kübel Kunstblut überschüttet (und ansonsten einem vermutlich kurzen, dafür aber umso unerfreulicheren Schicksal überlassen).

Die Familie trennt sich indes – d.h. Papa will irgendwas auschecken und lässt seine Schnalle und Kind zurück. Schlecht für ihn, denn so kann er hinterrücks von einem Baumsitzer-Zombie (sowas, was es halt nur in Italozombiefilmen gibt) angesprungen und angeknabbert werden. Wir wünschen bon appetit. Mama ist angemessen entsetzt und befiehlt ihrem der allgemeinen Situation eher belämmert entgegenblickenden Minitochter sofortigen Weglauf, nicht ohne ihr zuvor ein hässliches Amulett umzuhängen: „Nimm es nicht ab, bis ich es dir sage!“ (Ich fürchte, das könntelänger dauern). Die Kleine läuft fröhlich und eher unüberzeugend panisch weg (hält unterwegs ein paar Mal inne, um treuherzig zurück- oder die ein oder andere interessante Blume anzukucken), was Mama Gelegenheit zum Improvisieren gibt: „Lauf, lauf!“ Die Kleine nunmehr endgültig entsorgt, setzt Mamachen ihren finstersten Racheblick auf (als Zombie würde ich mir jetzt nicht in den Kaftan pieseln), bläht ihre Nüstern, packt sich einen herumliegenden Ast brauchbarer Größe und will zur Zombieplättung schreiten. Mit einem von Herzen kommenden „Bastard“ (kennt man sich?) drischt sie dem gattenmordenden Untoten den Schädel ein. Hilft dem Männe nicht mehr sonderlich weiter, außerdem hat der Zombie noch so'n lockeres Dutzend Kollegen. Weglaufen wäre jetzt natürlich eine außerordentlich idiotische Idee, also bleibt die Dame des Hauses lieber stehen, macht'n dummes Gesicht und wartet höflich ab, bis ein halbes Dutzend der gefräßigen Gesellen sie vernascht.

Womit wir, wenn uns auch das von den Herren Filmemachern und/oder Autoren keiner erklärt, nach 18 Minuten die Prolog-Sequenz absolviert haben.

Das „Living after death“-Thema feiert willkommene Urständ und an der Küste der Insel zoomt ein Speedboat vorbei, besetzt mit sechs kompletten Vollidioten, demzufolge logischerweise unsere heutigen Helden. Vier Kerle, zwei Mädels, und weil ich im Gegensatz zu Signore Fragasso und seiner Drehbuchschreiberine ein netter Kerl bin, verrate ich Euch schon an dieser Stelle sämtliche Namen und wesentlichen Charaktereigenschaften (auch wenn meine Notizen natürlich recht lustig sind, wenn sie die tragenden Figuren primär als „Fettplauze“, „Schnauzer“ und „Quotenneger“ identifizieren). Fettplauze hört auf den Namen Rod und ist ein selten widerlicher Geselle, der sich, seine über'm blanken Bauch getragene Lederweste sowie seine Hippiematte schätzungsweise 1968 zuletzt gewaschen hat und dessen letzter Zahnarztbesuch noch ein paar Lenze länger zurückliegt. Schnauzer, der sich aus unerfindlichen Gründen über das lichte Haupthaar ein schickes Haarband gelegt hat, heißt Mad, der Quotenneger (selbstredend seines Zeichens auch Kiffer, der eifrig am Pfeifchen zieht) wurde von seiner Mama auf den Namen Dan getauft, und dann gibt's noch den rothaarigen Schnösel Tommy, der nicht so aussieht, als würde er von den anderen dreien zu was anderem als als Sportgerät beim Football oder Boxtraining verwendet (schon allein, weil er ungefähr 15 Jahre jünger als die Kameraden aussieht), nichtsdestotrotz aber in der Tat in den Guten Alten Zeit TM gemeinsam gedient hat (gehen wir mal davon aus, dass die Plotte annähernd in der relativen Gegenwart spielt und der gemeinte Krieg jenerwelcher in Vietnam war, hat Tommy damals mit dem Alter aber mächtig geschummelt. Dass man als Zehnjähriger schon Vietcongs metzeln durfte... tsssk). Mittlerweile hat die Viererbande auf dem zweiten Bildungsweg die lukrative Söldnerkarriere eingeschlagen (der Versager, der die Arschkarte gezogen hat, das deutsche Synchronscript schreiben zu dürfen, übersetzt „soldier of fortune“ unbefangen mit „Soldaten für das Glück“. Narf.). Wie diese vier Vollspacken an zwei halbwegs attraktive Geräte wie die brünette Louise und Blondbimbo Jenny (letztere mit einem gewissen hässlichen Gnomen-Amulett um den Hals) gekommen sein mögen, darüber will ich nicht mal spekulieren (und wenn, hätte das Ergebnis der Spekulationen was mit K.O.-Tropfen o.ä. zu tun). Wir realisieren – uns hat niemand erzählt, dass wir gerade einen Zeitsprung von ca. 20 Jahren absolviert haben (zumal die Gesellen im Vorspann auch mächtig 80's aussahen) und Jenny das kleine Gör ist, das anscheinend, wie auch immer sie das bewerkstelligt haben will, von hungrigen Zombies unbehelligt, die Küste erreicht, den Daumen rausgestreckt und 'nen Supertanker o.ä. angehalten hat, um in die Zivilisation zurückzugelangen (gut, vielleicht war sie zwischendurch als Brooke Shields-Ersatz bei der „Blauen Lagune“ vorbeigeschwommen). Blondi, äh, Jenny ist nervös, Schnauzer Mad beruhigt: „Die Insel ist bestimmt toll!“ „Nein, ist sie bestimmt nicht“, quengelt Jenny, sie hatte nämlich einen Traum, in dem kamen lauter Zombies vor (hatte ich auch schon, und das waren welche meiner cooleren Träume, hähä). „Mach dir keine Gedanken,“ empfiehlt Mad, aber Jenny hat sich bereits erfolgreich eingeredet, die Insel zu hassen (obwohl, wie mir Future Doc gerade mittelt, die Gruppe eigentlich nicht vor hat, auf dieser Insel zu landen), andererseits sieht's sie's philosophisch: „Wer weiß, was kommt?“ Am wenigsten sicherlich diejenige, die diese Plotte in die Schreibmaschine gerotzt hat. Mit ihrem Amulett fühlt sich Jenny aber einigermaßen sicher, sie weiß sogar, was das Ding ist: „Ein Schlüssel. Ein Schlüssel zum Tor der Hölle!“ (Okaaaaay, das würde ich mir auch natürlich gerne um den Hals hängen und mich damit ganz doll sicher fühlen). Mad grinst sich halb den hässlichen Schnauzbart ab.

Hat Tommy bemerkt, dass ihm sein Schniedelwutz abgefallen ist?

Auf der Insel sind indes drei anderweitige Blödblinsen unterwegs – zwei Kerle (Brillenschlange David und ein jungscher Schönling, von dem man uns buchstäblich zweieinhalb Minuten vor dem Abspann den Namen „Chuck“ verrät), sowie ein Mädel, das zwar leidlich hübsch aussieht, aber interessanterweise einen breiteren Hintern aufweist als David (und als Chuck sowieso) und von ihren Compadres Valerie genannt wird. Laut David suchen die drei von der Zankstelle „das verborgene Auge des Sekas“ (hört sich eher nach einer Booster-Karte für Yu-Gi Oh oder sowas an und ist demzufolge auch anderthalb Sekunden später auf Nimmerwiedersehen vergessen). Valerie hat leider niemand erzählt, dass die Suche mit einem nicht unwesentlichen Fußweg verbunden ist (tja, schon ein Ärger, wenn die zombieversuchten Inseln heutzutage keinen Shuttleservice zu ihren Sehenswürdigkeiten anbieten) - „Wär ich doch bloß nicht mitgekommen?“ (Dann hättest du auch 'ne höhere Lebenserwartung).

Back on the boat legt Dan, als Quotenneger auch zuständig für die Fütterung des Ghettoblasters zuständig, eine neue Kassette ein, aber ein Geräusch (das ausser den Typen auf dem Boot offenbar keiner, insbesondere nicht der Zuschauer, hören darf) irritiert die ganze Blase. „Das sind die Toten“, blökt Jenny. Fettplauze Rod wird metaphysisch: „Das würde dir das Trommelfell zerreißen, wenn alle Toten der Erde rufen würden!“ (Sehr hübsch formuliert, aber wer redet von allen Toten der Erde?) In einem drolligen continuity-Goof (oder einfach Drehbuchdoofheit) äußert sich einer unserer Gesellen dahingehend, dass der Motor des Boots den Geist aufgibt (indes er am Heck fröhlich tuckert, der Motor, mein ich, nicht der Geselle). Dreißig Sekunden später stellt der nächste Teilnehmer an unserer lustigen Idiotenrunde fest, dass der „Motor schlappmacht“, als wäre das eine Neuheit (er tuckert zwar immer noch, aber egal), und die Lenkung klemmt. Die Stimmen hören auf zu rufen (behaupten zumindest unsere Helden und wie sollten wir ihnen widersprechen?), glücklicherweise ist ein Hafen in Sichtweite und Mad und Rod sind sich einig, dass angesichts des putten Motors und der blockierten Lenkung (wie man so in einen „Hafen“ einlaufen will, weiß ich auch nicht), keine andere Wahl zu haben, als an Land zu gehen (ich erwähnte es bereits – vorhin war es offenbar der Plan, auf die Insel zu gehen, jetzt ist es scheinbar der schiere Notfall, der sie zur Landung zwingt. Wie denn nu?).

Fettplauze Rod wundert sich - er hat doch heute gar nicht Geburtstag...

Das Trio der Blödblinsen stapft dieweil weiter durch den Dschungel. David outet sich als der Scheff der Gruppe und befiehlt das Weiterlaufen, auch wenn Chuck und Valerie die Sinnhaftigkeit des Unternehmens ersichtlich skeptisch sehen. Das Sixpack hat sein Speedboat inzwischen ordnungsgemäß geparkt und ist ebenfalls auf Dschungeltour gen eigentlich-weiß-niemand-so-recht-wohingenau (lahmer Versuch eines schlechten Pokémon-Gags). Fettplauze (ich find's einfach lustiger als „Rod“) ärgert Louise und kneift sie in den Arsch, Tommy wirft besorgte Blicke um sich und Mad reißt blöde Witze. Es riecht nach Schwefel (zitter), was einem der gebildeteren Haubentaucher der Gruppe (haha, das soll ich glauben?) Gelegenheit bietet, seine überschaubaren Kenntnisse antiker Mythologie auszupacken und die Geschichte von Schmiedegott Vulkan zu zitieren (es schlägt ein paar Sekunden tot, denn dass dieser Film nicht ernstlich einen PLOT anfangen will, haben wir nach gut 30 Minuten ja schon ins Reich der Fabel verwiesen). Tommy entdeckt einen Zombie (ohne zu wissen, worauf er da gerade stiert), sagt natürlich keinem was von seiner Entdeckung, sondern spurtet dem davonrennenden Untoten energisch hinterher. An einem dampfenden, blubbernden See stellt er den sportlichen Kurzstreckenzombie und verprügelt ihn unbürokratisch (macht der das mit jedem, den er irgendwo sieht? Erst mal nachlaufen, verdreschen und sich dann vorstellen? Ich meine, ER ist der Eindringling, der Zombie technisch gesehen der „Einheimische“). Erst, als er den frechen Ureinwohner, der sich schändlich der peinlichen Befragung bezüglich eines Motorbootmechanikers entziehen wollte, k.o. geschlagen hat, bemerkt Tommy die zombifizierte Gesichtsbaracke seines Kontrahenten. Überraschenderweise ist dem Rest der Truppe (ich dachte immer, Söldner passen aufeinander auf?) Tommys Abgang nach einem Weilchen doch tatsächlich aufgefallen. Tommy erinnert sich auch daran, in Begleitung gewesen zu sein und ruft seine Kumpels zu sich. Blöderweise wird er aber vom hinterrücks aufstehenden Zombie in den Hals gebissen. Als Fettplauze & Co. eintreffen, zuckt Tommy aber noch. Fettplauze, lustigerweise als einziger der Söldner bewaffnet, stellt die Frage des Jahres: „Wer hat das getan?“ Tommy kontert mit der Antwort des Jahres: „Ein Verrückter, ich glaub, er hat Lepra!“ (Ieeh, das ist doch wie die Pest am Arsch). Mr. Wampe findet das unlustig und erschießt probehalber das nächstliegende Gebüsch. Mad schlägt einen strategischen Rückzug zum Boot vor.

...aber im Disco-Party-Raum fliegen gleich die Löcher aus dem Käse!

Das Blödblinsentrio hat dieweil einen Hügel erklommen. David glaubt, an der richtigen Stelle zu sein. Wieder einmal hören nur die Protagonisten ein verdächtiges Geräusch (ich hör nur Vogelzwitschern und das deucht mir im Urwald nicht SO ungewöhnlich) und meinen, dass es aus einer „Öffnung“ im Fels dringt. „Es klingt wie Weinen!“, behauptet Valerie (ich muss es ihr ja wohl oder übel glauben). „Ja, das Tagebuch“, platzt es aus David heraus (hä? Wie? Wo? Wann? Was? Manchmal auch warum?). „Sie“ (wer sind denn sie?) schrieben angeblich davon, bzw. von den „verdammten Seelen“ auf dieser Insel, die jeden töten! Buaaah! Valerie hat man scheinbar wirklich NIX erzählt, denn die hat unter den gegebenen Umständen jetzt wirklich keinen Bock mehr auf weitere Erkundigungen, aber David hält diese porzellankistenmütterliche Vorsicht für blöd. Vielmehr sollte man doch weitergehen und rausfinden, was mit den Wissenschaftlern passiert ist (schön, dass wir damit die ganze „verlorene Auge“-Geschichte auf den Dunghaufen des kohärenten Storytellings schmeißen). „Ich bin nicht auf dieser Insel, um zu sterben“, wendet Valerie ein (sorry, wenn ich widerspreche, aber das ist GENAU das, weswegen du hier bist, Babe. Hast du wieder nicht das Drehbuch gelesen? Ja, tschulligung, ich vergass. Gab's ja keins). Egal. David ist der Häuptling hier, also wird gemacht, was er sagt; er führt seine beiden wagemutigen Gehülfen in die Höhle. Chuck verdient sich eine kleine Zigarre für den geniösen Vorschlag, ein paar der reichlich vorhandenen Fackeln von wegen besserer Sicht anzuzünden. Wie die Leute hier nur immer wieder auf diese tollen Ideen kommen. Man zündet und erkundet und bemerkt vor allen dingen einen „scheußlichen Geruch“. Zum Glück ist's kein Odorama-Film...

Unsere Söldnerfreunde mit angeschlossener Matratzenabteilung stolpern indes über eine Blockhütte und einige offene Gräber. Fettplauze hat seinen schlechten Humor noch nicht verloren und kommentiert die Grabstellen mit einem lockeren „Der hat seine Miete nicht bezahlt“. Man entert die Hütte, die natürlich verlassen ist, aber zumindest ein Bett für den angeschlagenen Tommy bereit hält. Jenny kuckt komisch, ohne gesteigerte Veranlassung tropft aus einer Transfusionsflasche Blut auf den Fußboden (das muss die unversieglichste Transfusionsflasche der Welt sein, schließlich haben wir uns zusammengereimt, dass seit Zwangsräumung der Hütte wg. Zombieplage zwanzig Jahre vergangen sind). Außerdem gibt's jede Menge Rot-Kreuz-Pakete und Medikamentenpackungen. Fettplauze entdeckt einen Tisch, auf den ein paar Dutzend Kerzen im Halbkreis angeordnet sind (wer die angezündet haben soll, ist ein weiteres ungelöstes Geheimnis des Films. Wir erinnern uns oder auch nicht – die Inselbevölkerung besteht exclusiv aus Zombies). „Was hat das Feuerwerk zu bedeuten?“, fragt Fettplauze sich und die Welt im Allgemeinen, Jenny weiß Bescheid: Es ist der Kreis des Satans aka das Tor zur Hölle und ein Voodoo-Ritual. Um die Toten vom Auferstehen abzuhalen, muss man das Amulett in die Mitte des Feuers legen (woher hat die die Sachkenntnisse? Als die zuletzt auf der Insel war, war sie vielleicht vier...). Sie tut's denn auch dienstbeflissen (ich glaube ja, das würde eher funktionieren, wenn der „Kreis“ wirklich ein Kreis und kein Halbkreis wäre, aber da die noch zahlreich ins Bild gesetzten weiteren „Kreise“ auch alle Halbkreise sind, will ich mal nicht meckern). Fettplauze hält den ganzen Voodooquark für ausgesprochen breitgetretenen Blödsinn und pustet mit seiner Superlunge die Kerzen aus. Wenn dat ma nicht ein Fehler jewesen sein tut.

THE BOOK OF DEATH - International Edition

Die drei tapferen Blödblinsen erkunden immer noch die Höhle und Chuck ist hauptsächlich damit beschäfigt, mit seiner Fackel nicht versehentlich die Deko anzuzünden. Louise redet indes Tommy ein, dass er wieder gesund wird (das würde ich einer medizinischen Konifere nicht glauben und ihr erst recht nicht). Dan hat sein persönliches Ostern und Weihnachten auf einen Tag, als er eine Kiste mit Knarren und Munition findet. Fettplauze freut sich über die von Dan so spendierte M-16 den Fettarsch ab. Mad diagnostiziert ob per Handauflegen feststellten Eiskaltseins beim Patienten Tommy ein Koma (alles Hobbyärzte hier). Dan wundert sich über das Faktum, dass ein „Krankenhaus“ (okay, sowas ähnliches) eine gut gefüllte Waffenkammer unterhält, aber die früheren Bewohner haben wohl an schießwütige Söldner gedacht – Fettplauze meldet sich und die M-16 (gleich nennt er sie noch Suzie...) für die erste Wache.

Das Trio Infernale der Blödblinsen ist inzwischen in der Höhle zu einem weiteren Teufelskreis (also Kerzenhalbrund) vorgedrungen, das von unwirklichem grünen und roten Licht beschienen wird. „Sieht aus wie ein Tempel“, meint David, und, Ehre, wem sie nicht gebührt, tatsächlich fragen sich diese drei Wunderknaben bzw -girlies, wer und warum hier Kerzen aufgestellt ist, wenn die Insel unbewohnt ist. Die Frage bleibt ungeklärt, weil David auf Interessanteres stößt – ein eingesponnenes Buch. Das Buch der Toten! Wird's wohl sein, weil das liebevoll in Edding-Druckbuchstaben auf'n Einband gepinselt ist (schön, dass ancient voodoo religion an zukünftige Forschergenerationen denkt). Valerie, Bedenkenträgerin erster Kajüte, warnt vor unüberlegter Öffnung des Schmökers, weil: „Es könnte gefährlich sein!“ (Ach woher denn). David überlegt laut, dass Valerie „spinnt“. Valerie erinnert sich nun auch an das ominöse Tagebuch, in dem die Rede davon war, dass alles in einer Grotte anfing. „Du bist kindisch“, lästert Chuck. Er und David würden jedenfalls gern mal reinlesen und ignorieren Vals Genöle. Chuck darf den Vorleser geben: „Ich erweckte die Toten und streute ihre Seelen in den Wind!“ Wahre Poesie. „Sie müssen, um ihren Hunger zu stillen, die Lebenden essen.“ Schlechte Zeiten für vegetarische Zombies (DAS wäre mal ein Konzept für eine Zombie-Comedy). „Wenn du das Tor zur Hölle öffnen willst, diese vier Worte musst du sagen“. Jetzt, wo's spannend wird, bekommt Chuck aber doch Muffensausen. Der furchtlose David übernimmt und spricht, nachdem er seinen gerechten Zorn über Chucks Feigheit auf Valerie weiterventiliert hat, die magischen Worte: „Anatanum Zombie Baratum Zombie!“ (Eindrucksvoll, sehr eindrucksvoll. Vor allem unlogisch, weil das ja irgendwie konstruieren soll, dass David an den nachfolgenden Ereignissen schuld ist, aber schon vorher Zombies auf der Insel rumturnten). Als nach geschätzten 1,5 Sekunden nichts passiert ist, hängt David den besserwisserischen Oberlehrerraus und empfiehlt seinen Gefährten, auf freilaufende Werwölfe zu achten. Wer zuletzt lacht, dem bleibt's bekanntlich manchmal im Hals stecken und so kuckt David ziemlich doof, als das grüne unwirkliche Licht plötzlich zu flackern beginnt und ein Zombie Valerie angreift. Weitere Untote erscheinen auf der Bildfläche. David wehrt sich nach Kräften, schlägt einige der Zombies k.o., auch Chuck rangelt mit seinen Angreifern, nur Valerie (Frau halt) steht dumm rum, macht „ohohohoh“ und lässt sich ansonsten ohne größeren Widerstand von den Untoten als spätes Frühstück genießen. David benutzt eine Fackel gegen ein halbes Dutzend ihn umringender Zombies und legt einen per gekonntem Judogriff aufs Kreuz, ehe er ihm sportlich-fair das Genick bricht (das hilft gegen Zombies?). Jeder ist sich selbst der nächste, denkt speziell David und geht stiften, wird aber von einem Rudel schlurfender Zombies verfolgt. Chuck indes bekommt's mit einem Exemplar der Spezies Springzombie zu tun und wird von ihm gewürgt. Doch der tapfere Chuck kann sich einen handlichen Stein greifen und dem untoten Gesocks den Schädel zertrümmern. Nun erinnert sich doch für ein paar wehmütige Sekunden an Valerie mit dem Brauereipferdhintern, unternimmt aber keine gesteigerten Anstrenungen, der bereits halbgefressenen Maid zu Hilfe zu eilen. Echte Freundschaft. Auch David verschwendet einen halben Gedanken an Valerie, wird aber von seinem Verfolgergrüppchen angesprungen und (vermutlich) ausgeweidet, aber die Effektkünstler halten sich vergleichsweise bedeckt, schmoddern zwar eifrig mit Kunstblut, bleiben aber für einen Italo-Gore-Film erstaunlich unexplizit. Summa summarum entkommt lediglich Chuck, den die Weicheizombies zwar angekratzt (was folgenlos bleibt), aber nicht angeknabbert haben.

Mr. Plauzenman und seine Freundin - I don't want 'em to mate...

Vor der Hütte unserer sechs hochsympathischen Helden erheben sich weitere Tote aus ihren bestenfalls millimetertiefen Gräbern, dieweil das Pack selbst den Schlaf der Ungerechten schläft und so nicht mitbekommt, dass sich Tommys Gesichtsfarbe ins eindeutig Ungesunde verschiebt. Fettplauze bewacht mit der M-16 im Anschlag die Tür, hat aber dummerweise hinten keine Augen und kann so dem obligatorischen Hand-auf-Schulter-leg-false-scare zum Opfer fallen, courtesy by Louisa, die für dieses Vergehen aber nicht standrechtlich erschossen wird. Louise gibt akute Schlaflosigkeit zu Protokoll, wofür Plauzi vollstes Verständnis hat, angesichts „der heißen Nacht und der Luftfeuchtigkeit“. Das war Meteorologe Dr. Plauz mit dem heutigen Wetterbericht. Nach ein paar „hast-du-keine-Angst?“/“Ohne-Angst-kannst-du-im-Krieg-nicht-überleben“-Platitüden bekomme ich langsam, aber sicher selbst Angst, und zwar vor einer Sexszene mit Fettplauze und Louise, aber genau dahin orientiert sich vor allem der Dicke: „Ich will dich!“ Schließlich ist nichts romantischer als ein Fick auf der Veranda vor einem Friedhof, aus dem sich grad die Zombies erheben. Louise verfügt wider Erwarten über eine Gehirnzelle und lehnt das freundliche Angebot dankend ab. Es käm auch nix gutes bei rum, da just in diesem Moment ein Untoter Plauze anspringt. Der Fette droht an, den Zombie (den er elegant „Mistkerl“ nennt) umzulegen und das Gehirn rauszublasen (was, hihi, ja tatsächlich eine valide Zombiekeulungsmethode ist), das ganze Trara weckt den Rest der Belegschaft auf und Mad empfiehlt: „Erschieß das Arschloch!“ Ich wiederhole mich – wo nehmen die nur diese ganzen raffinierten Iden her? Man ballert also, den Zombie beeindruckt der Blaubohnenhagel aber erheblich weniger als heldenseitig gewünscht. Als Untoter verfolgt man offensichtlich auch Profi-Wrestling, jedenfalls schleudert er Dan, Mad UND Plauze in einem Aufwasch per Doppel-Clothesline zu Boden. Mitten in die schönste Rangelei platzt Chuck, schnappt sich mirnix-dirnix eine herumliegende Knarre und teilt mit den Anwesenden sein unterwegs angelesenes Wissen, dass man die Zombies nur durch gezieltes Schädelwegpusten ausschalten kann. Was er auch prompt demonstriert (wer von Kopfzerplatz-Szenen grundsätzlich beeindruckt ist, wird auch diese mögen). Außerdem hat er die unangenehme Nachricht am Start, dass hunderte Zombies auf direktem Wege hierher sind (wie er sich an denen vorbeigemogelt hat, wäre auch ganz interessant gewesen). Jenny hält sich aus der ganzen Sache raus und ventured lieber in einen versponnenen Raum (komischerweise den, in dem die bereits entdeckte Kerzenbatterie steht. Da hat eine fleißige Spinne schnell mal ein stabiles Netz in die Tür gewebt. Oder die Filmemacher sind einfach schlampige Pansen, die mit Recht davon ausgehen, dass das geneigte Publikum auf solche Feinheiten nicht achtet) und murmelt: „Wir müssen sie stoppen!“ Die zu Stoppenden schlurfen indes gelangweilt auf die Veranda. Dan wünscht sich von Louise, dass sie beim komatösen Tommy bleibt und sich nicht wegbewegt. Schätze, er mag die Schnalle nicht sehr, hähä.

Chuck erinnert seine neuen Mitstreiter daran, „auf die Augen zu zielen“ (einzige zulässige Kopfschussmethode? Oder nur ein lahmer Versuch, Fulci-Fans mit der Aussicht auf eye violence zu ködern?). Headshot galore schießt sich an (obwohl Mad warnt, keine Munition zu verschwenden, aber wie Sugar in „Raiders of the Magic Ivory“ sagen würde, ist scheißegal, solange die Munition reicht). Jenny zündet die Teufelskreiskerzen wieder an, dieweil ihre Freunde ein munteres Zombiescheibenschießen veranstalten. Louise bekommt – als hätte ich es geahnt, hihi – zu spät mit, dass hinter ihr der zombifizierte Tommy die Augen aufschlägt. Apropos „schlagen“ - nach ihrem obligaten Kreischer haut er ihr ordentlich was auf's Freßbrett und knabbert sie anschließend an. Gesund is det ooch nich.

Grimmige Entschlossenheit! Gleich gibt Dan den Zombies mal richtig Zunder...

Jenny stellt ihr Schlüsselamulett in den Satanskreis und wartet, schwer atmend (und mit den üblichen „stopp die lebenden Toten“-Fürbitten), auf bessere Zeiten, unintelligenterweise selbiges aber vor einem offenen, nur mit einem Vorhang abgehängten Fenster, durch das sie Zombie-Tommy anspringt und begrabbelt. Sie befreit sich, schiebt aber trotzdem Panik. Tommy greift erneut an, aber wie immer in diesem Film ist, wenn eine Hero Death Exemption nötig ist, ein brauchbarer waffenfähiger Gegenstand griffbereit, in diesem Fall eine Schere, die dem armen Zombie in die Schulter gerammt wird. Tommy findet das nicht lustig, zieht sich die Schere wieder raus, Lebenssaft blubbert aus der Wunde und schwarzer Globber aus der Waffel. Damit empfiehlt sich Tommy für den Moment auf eine kleine Waffenstillstandspause und Jenny fühlt ein Würgen im Hals. On-Screen-Vomiting wird aber vermieden (wir sind ja nicht bei Schnaas hier). Ein offensichtlich sehbehinderter Slow-Motion-Springzombie springt Jenny in Zeitlupe an (duh!), zielt aber schlecht und wirft sich elegant 'nen halben Meter an der Schickse vorbei. Die Zombies draußen vor der Tür machen sprichwörtlich nix und stehen dumm rum. Jenny lässt probehalber einen Schrei vom Stapel, Mad offeriert sich als Lebensretter. Da die Zombies in ihrem extrem bedrohlichen Schneckentempo den Vormarsch üben, schlägt Fettplauze vor, mit erfreulicherweise zuvor von ihm gesichteten (aber uns sicherheitshalber nicht gezeigten, damit's ganz doll überraschend ist) Benzin eine Feuerbarriere zu errichten, was als praktikabler Gedanke für gut befunden wird. Während Mad den vorwitzigen Jenny-Anspringer killt, erklärt sie ihm, dass Tommy den Seitenwechsel ins Zombie-Team vollzogen hat. Draußen vor der Veranda erweist sich der pyromanische Zaun als voller Erfolg (schließlich „wollen die das nicht anders“, wie Plauzi feststellt), die Zombies winseln angsterfüllt und einer begeht als untote Fackel eindrucksvollen Selbstmord – Burning Stuntman TM! Yay!

Mad und Jenny durchsuchen das Haus nach Tommy. Jenny fällt ihr Zauberamulett wieder ein und holt sich's aus dem mittlerweile wieder erloschenen Satanszirkel. Zu Mats gesteigerter Verblüffung zündet sie die Kerzen ein weiteres Mal an, ehe der Schnauzer drei arglos an einer Wand herumstehende Zombies wie dereinst in „Commando Libya“ ökonomisch exekutiert. Doch da! Tommy greift an, sabbert schwarzen Globber und kippt gar bösartig den Tisch mit den Kerzen um. Das ruft die anderen auf den Plan, die sich fragen, was für'n schlechtes Kraut ihr Kumpel nu wieder geraucht hat. Jenny erklärt die Zombifizierung und Mad ist sofort dafür, den alten Freund per Headshot hinzurichten. Plauzi bekommt Gewissensbisse und weigert sich. Dan interpretiert aus dem entmenschten (und weitgehend sinnfrei gestalteten) Gesichtsausdruck Tommys einen akuten Todeswunsch („er will sterben, wie ein verwundetes Tier“. Der kennt andere verwundete Tiere als ich). Dieses Argument führt in Nullkommgarnix zu positiver Entscheidung für aktive Wieder-Sterbehilfe und Tommy wird erschossen. Den für einen taffen Söldner erstaunlich sensitiven Plauzerich beeinträchtigt das soeben Gesehene mental heftigst. Mit einem energischen „Wenn das ein Beispiel für das sein soll, was mit uns passiert, werde ich eine Menge von ihnen vorher töten“ (was jetzt auch nicht gerade der beste Kampfschrei seit Hägars „Größtmöglicher Erfolg oder eine vernünftige Alternative“ sein dürfte) jumpt er über die Feuerbarriere und stürzt sich in den Zombie-Infight. Wider Erwarten entscheidet der routinierte Kämpfer das ungleiche Duell unangeknabbert (und nimmt sich sensationellerweise sogar Zeit zum Nachladen. Ein Hauch Realismus in einem Italoschmodderantenopus. I'm flabbergasted!). Dennoch lehnt er sich erst mal erschöpft an einen Baum. An selbigen lehnt sich auch Louise (deren Rinbiß seitens Tommy sich noch nicht durchgesprochen hat). Plauze meint daher, ihr ein paar generelle Warnungen zukommen lassen zu müssen („es ist zu gefährlich!“ Echt jetzt?). Louise hat dafür, selbstverständlich mittlerweile zombifiziert zu sein, noch'n flottes Mundwerk auf Lager und wirft Plauzi vo, nicht auf sie aufgepasst zu haben. Und weil solch schändlich Tun nicht ungesühnt bleiben soll, ißt sie ihn auf (lädt aber noch ein paar neue Freunde zum Festbankett. An dem Kerl ist ja auch ordentlich was dran). Für's Protokoll halten wir fest: es haben nun schon (Prolog außen vor gelassen) fünf Leute ins Gras gebissen und der Schwarze lebt immer noch! Dieser Film wurde offensichtlich gesponsort von der Anti-Diskriminierungs-Liga...

Und jetzt realisierte Rod, warum blind dates eine ganz schlechte Idee sind...

Wir schlagen noch ein bisschen Zeit damit tot, weitere Zombies kaputtzuschlagen und -zuschießen, bis endlich Ruhe im Puff herrscht, damit Dan und Mad die stapelweise herumliegenden Leichen im Feuerchen entsorgen können (hoffentlich sind das nicht solche Zombies, die sich durch die Einäscherungsabgase vermehren... in welchem Heuler gab's die noch? „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ oder so?).

Die Atempause können wir ja gut und gerne für einen Kübel Exposition (als ob wir darauf JETZT noch Wert legen würden) by dialogue verwenden. Als erzählt erst mal Chuck, wer ist ist und was er überhaupt hier tut. Er rezitiert also die „wir-suchten-die-Wissenschafler-die-vor-20-Jahren-verschwunden-sind“-Geschichte und klärt seine Mitstreiter über deren Menschenversuche an den Eingeborenen auf, um ein Wundermittel zu finden, dass alle Krankheiten heilen sollte („sogar Krebs!“). „'n bisschen viel“, meint Dan eloquent. Jenny erkundigt sich nach dem Verbleib von Chucks Freunden und er bringt die Schauermär von der Totenauferstehungsformel. „Auch wenn es Monster sind, werden wir sie besiegen und ihre Anführer töten,“ knurrt Dan kampfeslustig (welche Anführer? Chuck hat doch gerade erklärt, dass David dösbaddelig genug war, die Zauberformel vorzulesen, wenn wir mal in der interenen, ähempt, „Logik“ des Films bleiben wollen). Jenny meldet sich mit einem Geistesblitz zu Wort: „Ich weiß, was sie wollen, sie wollen mich!“ Wie auch immer sie da drauf kommt, war ja nicht so, als hätten gerade ein paar Zombies versucht, sie recht frank und frei auf ihren Diätplan zu setzen. Das wundert die Anwensenden erstaunlich weniger als mich, zumal Jenny auf einmal einfällt, vor 20 Jahren eben schon mal hier gewesen zu sein. „Dann müssten deine Eltern auch mitgeforscht haben“, kombiniert Sherlock Chuck (Touristen werden's wohl kaum gewesen sein, oder?), aber diesen lächerlichen Umstand hat Jenny „vergessen“. Selektives Erinnerungsvermögen nennt man das wohl. Dan verlangt nach Jennys Geschichte. Ich erwartete ja jetzt heftiges Flashbacken, aber für ein paar aufwendige Szenen mehr war kein Geld da, deswegen muss Jenny den ganzen Kram schlicht und einfach verbal wiedergeben.

Die Kurzfassung: Jennys Dad war weltberühmter Chemiker und sogar das Oberhaupt der damaligen Forschergruppe, die nun doch wieder „ein Mittel gegen den Tod“ finden wollte (Memo an Drehbuchschreiber: ein Mittel gegen den Tod ist etwas anderes als ein Mittel gegen alle Krankheiten), auf Grundlage diverser homöopathischer Stoffe, wie sie von den Voodooschamanen verwendet werden. Ein so entwickelter Impfstoff wurde dann an dem gewissen leukämiekranken Mädchen getestet, aber die Kleene verstarb und macht so ihren Papi, den wohlgenährten Voodoopriester aus dem Prolog, sauer, weswegen er einen Fluch gegen alle Inselbelatscher aussprach. Ihre Mutter rettete Jenny mit dem Talisman (das mag unter gewissen günstigen Umständen erklären, wie Jenny sich vor den Zombies rettete, aber nicht, wie sie von der Insel wegkam und woher ihre Mama wusste, was es mit dem Dingens auf sich hat). Das Amulett kann das Tor zur Hölle schließen (aber so einfach „in den Kreis des Satans“ stellen hat sich ersichtlich erledigt), die einzige Möglichkeit wäre also, das Tor entsprechend zu versiegeln, nur das hält die Zombies auf, eine Flucht ist unmöglich (hat mindestens einmal schon geklappt, wäre also einen Versuch allemal Wert).

Huch, jetzt kriegen wir doch noch einen Flashback – Jenny (aged four) rennt fröhlich durch den Wald, ein paar zusammenhanglose Zombie-Angriffs-Szenen, es war, ta-daa, ein Alptraum, aus dem Jenny erwacht. Mad beruhigt sie und setzt einen grimmigen Blick auf.

Draußen defiliert Fettplauze als Zombie rum und kuckt Mad lustig an, ehe er finster kuckend weiterstapft. Mad interpretiert dies als Einladung zu einem Duell, schnappt sich sein Gewehr und stößt auf eine Kapelle, in der ebenfalls (sicher von dekorativ veranlagten Zombies) brennende Kerzen rumstehen. Nach ein wenig langweiligem Hide-and-Seek-Geplänkel globbert Fettplauze den bewussten schwarzen Goo und wünscht sich, dass Mad sich dem Zombie-Verein mehr oder weniger freiwillig aus kameradschaftlichen Erwägungen anschließt: „Das wird eine tolle Erfahrung für dich sein!“ Tja, manch einem reicht ein Bungee-Sprung, andere brauchen gleich das Zombiedasein für den gewissen Kick. Mad hat aber keinen Bock, beschimpft seinen alten Kumpel und killt ein paar Komparsenzombies. Die Zombifizierung hat nicht nur Plauzis Sprachapparat unbeschadet gelassen, sondern auch dessen Fähigkeit zum Umgang mit einer M-16 (und das dürfte der erste Zombiefilm sein, in dem ein Untoter ein Maschinengewehr bedient) und ballert Mad ein paar Kugeln in die Laufstelzen. Dadurch in seiner Mobilität entscheidend gehandicapped, kann sich der gute Mad gegen den finalen Rettungsbiss nicht ernsthaft wehren. Aber schreien kann er wenigstens, und das weckt Dan auf: „Mad ist in Gefahr!“ Also an die Gewehre (wobei schon auffällig ist, dass niemand Jenny den Umgang mit einer Waffe zutraut. Zarte Frauenhände und Totschießgeräte vertragen sich halt nicht). Man findet Mad halbtot. Dan verspricht die übliche „wir holen dich hier raus“-Platitüde; Mad hat seine Zombie-Filme aber gesehen und zieht die klassissche „ich-will-keiner-von-denen-werden“-Routine durch. Auf Verlangen schwört Dan, im Falle des Falles den Freund rechtzeitig zu töten. Aber erst mal wird Mad lebendig abgetragen.

Step left, around, and together with the right - Formationstanz für Zombies!

Weitere Zombies erheben sich aus den Gräbern (wobei ich zuversichtlich bin, dass es sich um Take-Recycling handelt). Dan versorgt notdürftig Mats Wunden, gibt Jenny aber durch ein langsames Kopfschütteln zu verstehen, dass da wohl nix mehr zu mchen ist. So kalkweiß, wie Mad aussieht (sogar sein Bart hat sich weißlich eingefärbt!), ist das wohl wirklich Hopfen und Malz verloren. Und schon ist er hin. Wäre also Zeit, das Versprechen zu halten, oder? Dan, alter Ehrenmann, leidet aber offenbar unter galoppierendem Gedächtnisschwund (einhergehend mit Verblödung, hat er doch bei Tommys Tötung tatkräftig mitgeholfen. Den mochte er wohl nicht so gerne).


Draußen vor der Tür hat die Zombie-Vollversamlung begonnen, angeführt von Fettplauze und Louise (ich mache mir weniger Gedanken darüber als über den lustigen Umstand, dass Innenaufnahmen der Hütte so aussehen, als herrscht draußen hellichter Tag, bei Außenaufnahmen aber stockfinstere Nacht herrscht). „Wir wollen euch“, gröhlen die beredten Zombies. Jenny dummfragt, was zu tun sei und Chuck empfiehlt schlicht „Schießen!“ Dan hat 'ne andere Idee, anscheinend – oder erinnert er sich gerade an seinen Schwur und will den toten Mad erschießen? We'll never find out, denn justament in der Sekunde kommt der zombifizierte Mad wieder zu sich und kann seinerseits Dan etwas Blei in den Wanst jagen, denn man war dämlich genug, dem Verblichenen sein Schießgewehr mit in die Heia zu legen (im KLAREN Bewusstsein, dass der bald ein Untoter sein wird. Leut, ihr verdient es nicht besser). Mad schießt Dan ins Knie, das tut ihm weh, Jenny heult hysterisch, die Zombies erklimmen die Veranda, niemand kommt auf die Idee, Mad zu tilten. Dan ist im klassischen „Ich-opfere-mich-für-das-Überleben-der-Anderen“-Modus und rät den verbliebenen Protagonisten (i.e. Chuck und Jenny) dringendste Verpissung. Ist nur nicht so einfach, da die Zombies mittlerweile bereits die Vordertür erobert haben. Bleibt also nur die Flucht durch's Fenster. Dan ballert ein paar Zombies tut, wird aber von seinen untoten einstigen Waffenbrüdern umstellt von von Mad prophylaktisch noch ein- bis zweimal erschossen.

Die Hütte hat indes einen bislang unbekannten Zwillingsbruder erhalten, den Chuck und Jenny nun betreten. Dan dieweil lebt immer noch (zaacher Hund) und muss sich von Plauze noch ein paar „alle deine alten Freunde sind hier“-Sprüche anhören. Dan schiebt seinen Bald-Kadaver ins Nebenzimmer, dieweil Chuck und Jenny sich in einem Raum wiederfinden, in dem's keinen festen Boden, sondern for no particular reason nur so'n Lattenrostdingens auf ebenerdigem Niveau gibt, auf dem man zwecks besserer dramaturgischer Wirkung balancieren muss (und unter dem natürlich der ein oder andere weitsichtige Zombie auf Opfer lauert). Zurück zu Dan – würde der nu endlich krepieren, seine alten Kumpels töten oder sich einfach beißen lassen, damit wir weiter kommen? Die M-16 hat er ja noch... aber scheinbar ist ihm die Munitions ausgegangen, weswegen er sich zur Nachschubkiste schleppt und eine Handgranate rauspfriemelt. Held, elender.

Jenny und Chuck schliechen durch die andere Hütte und versuchen, gehetzt-gepeinigte Gesichter aufzusetzen, was speziell bei der talentfreien Zone Jenny zum Scheitern verurteilt ist. Die Zombies umstellen Dan, gröhlich „endlich zusammen“ und sabbern ihn unanständig voll. Dan hustet, zieht den Ring von der Granate ab und hat den letzten Lacher, denn während die Zombies (die ihre Söldnervergangenheit offenbar vergessen haben und nicht mehr wissen, was so'n Ei tut) sich die Lippen lecken, grinst er „Gleich sind wir zusammen, für immer“ und mit mächtig Ka-da-ba-BOOOOM geht sie in die Luft, die ganze Hütte. Kein Wunder, dass nach dem Pyro-Effekt für vernünftiges Zombie-Make-up keine Knete mehr übrig war...

Neulich, im Plattenbau Hellersdorf-Ost...

In der anderen Hütte tut sich recht wenig in large amounts. Immerhin ein müder Zombie (in Worten: 1) growlt ein wenig beachtungsheischend herum und bekommt zum Dank dafür von Chuck den Schädel weggepustet. Das war scheinbar ein Hallowach-Effekt für die restliche Zombie-Brigade, den nun springen zwei Untote Chuck von hinten durch ein verrammeltes Fenster an und drei andere zerren Jenny durch eine Bretterwand (übrigens verrät uns der Film doch schon an dieser Stelle Chuckys werten Namen). Chuck rettet sie, sich selbst nicht filmreif seiner eigenen Zombies entledigt habend (öh, war das jetzt halbwegs ein Satz?) aus der Bredouille und ballert, ohne dass wir mittlerweile noch Geld für Mündungsfeuer oder blank shells hätten. More generic grave rising schließt sich an – ist halt blöd, inmitten einer veritablen Zombieplage über'n lokalen Friedhof zu schlendern, wie Chuck und Jenny leidgeprüft feststellen müssen. Zum Glück haben die Zombies nur dann übermenschliche Kräfte, wenn's dem Drehbuch in den Kram passt (wir erinnern uns, vor ein paar Minuten konnte ein Zombie noch drei ausgewachsene Söldner umhauen, jetzt kann Chuck, seines Zeichens eher ein hänflicher Forscher, auch wenn die Muckis gut ausgebildet sind, sich selbst dem Zugriff von vier oder fünf aufdringlichen Zombies mühelos erwehren. Jenny wenigstens ist schon mit einem Untoten gut beschäftigt). Da wir uns verdächtig der 80-Minuten-Marke nähern, wird's langsam Zeit für das italo-typische „out-of-left-field“-Ende. Irgendwie haben Chuck und Jenny die Nacht überlebt und rasten am Fuße eines Baumes, mitten im Urwalt, aber nah der bekannten und beliebten Grotte. Chuck erkennt den Platz wieder und Jenny schlußfolgert, dass hier das offene und mithin zur Schließung anstehende Höllentor ansässig sei. Zum Glück hat sie bei allem Handgemenge ihr Amulett nicht verloren. Im Schein zweier Zippos dringt das dynamische Duo in die Höhle vor und findet das Buch der Toten idyllisch vor dem Kreis des Satans rumliegen. Jenny greift sich den Wälzer, findet sekundenschnell die passende Textstelle und zitiert: „Es gibt drei Tore zum Himmel und drei zur Hölle (wenn das Fulci wüsste). Die zum Himmel liegen in unseren Seelen (aha), die zur Hölle sind in der Erde. Wenn du bereit bist, deine Seele zu opfern, wirst du in der Lage sein, das Tor zu schließen.“ Aha, läuft also wieder auf die altbekannte Selbstopfer-Leier hinaus. Wie schön. Das Tor ist offensichtlich das rotglühende Loch in der Wand. Jenny ist bereit, nehme ich an (und Chuck macht nicht mal die leisesten Anstalten, einen Alternativplan vorzuschlagen oder zumindest als Gentleman alter Schule sich selbst für die Opferrolle einzuwechseln), sondern kuckt nur vage interessiert zu, als sie sich zielstrebig dem Höllenschlund nähert. Was denn? Kein zu besiegender Oberzombie aus dem Hut gezaubert? I'm disappointed (aber Future Doc beruhigt mich. Da kommt schon noch was). Sie wirft ihr Amulettschlüsseltalismandingsi ins rote Loch. BUMM. Irgendwas explodiert und – out-of-left-field, you know – verwandelt sich Jennys hübsches Gesicht in eine zombiemäßige Gesichtsbaracke der ekligen Art, dieweil Chuck, der ob der dollen Show leider vergessen hat, sich ab und zu mal umzukucken, in der mit Abstand gorigsten (aber technisch dank durchschauberer Latexspielereien eher schlichten) Szene von einem hartnäckigen Zombie von hinten mit bloßen Klauen durchbohrt und auseinandergerissen wird. Jenny hat man nicht nur zwei bis drei Pfund graues FX-Make-up auf die Visage geschmiert, sondern sogar einen (lächerlich wirkenden) „pulsierendes-Auge“-Effekt aufgeschminkt (oder sogar aufkopiert). Jenny rupft sich das pulsierende Auge aus dem Schädel, dieweil Chuck seine eigenen Sehapparate auf schweren Silberblick justiert und krepiert. Jenny hat sich flugs in einen full-fledged blutbesudelten Zombie verwandelt, öffnet ihr fieses Maul und sabbert grünen Globber aus. Freeze-Frame und ENDE....

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Analyse

Was erwarten wir von einem italienischen Zombie-Film, noch dazu von einem, der entstand, als das Genre mindestens fünf Jahre über's Mindestverfalldatum (und damit ungefähr so untot wie seine Antagonisten) hinaus war? Keine filmischen Großtaten, aber zumindest trashigen Torfsinn, nehme ich an. „Zombi 4 – After Death“ liefert.

Wenn wir etwas sicherlich nicht erwarten, dann, dass ein Italountotenopus zweiter Reihe sich Originalitätspreise verdient – und damit liegen wir ebenfalls richtig. Mehr als das bereits von „Night of the Living Dead“ (und auch Romero hat's nun wirklich nicht erfunden, nur halt erstmals mit Zombies probiert) bekannte und immer wieder gern kopierte Prinzip, einen überschauberen Cast (hier: maximal sechs Peoples) in eine überschaubare Location (hier: die Hütte) zu stecken und sie von einer wie auch immer gearteten Bedrohung belagern zu lassen (hier: die Zombies), fällt Rossella Drudi (Drehbuchautorin von „Hölle der lebenden Toten“„Interzone“, „RoboWar“ und Co-Storyerfinderin von „Troll 2“) nicht ein. Grundsätzlich nicht schändlich, aber Drudi vergisst, dass dieses Prinzip ein * Szenario * darstellt und keinen kompletten Plot! Wo fähigere Geister sowas wie eine interne Gruppendynamik aufbauen, Konflikte innerhalb der Gruppe zur Charakterprägung und für Spannungsaufbau nutzen, hangelt sich Drudis Script mühselig von einer Zombie-Attacke zur nächsten Zombie-Attacke, hält sich mit genau einer halben Charakterszene auf (Fettplauzes abgewürgter Versuch, Louise in den Schlüpfer zu steigen) und quasselt sich trotzdem (!) beinahe noch zu Tode. Schon die Eröffnungsszene ertrinkt geradezu in expository dialogue (bzw. dem Versuch, solchen zu liefern. Da's nicht klappt, brauchen wir zur Filmhalbzeit einen mehrminütigen nochmaligen Expositionsblock). Die völlig verkorkste Struktur des Streifens, zu der auch gehört, dass wir nach knapp 20 Minuten einen Zeitsprung um ungefähr 20 Jahre machen, was der Film aus sich heraus lange nicht klar macht (wenn wir als Zuschauer nicht Schlaubi-Schlümpfe wären und uns ausrechnen würden, dass Jenny das Kind aus dem Prolog ist) und bei dem man sich nicht mal die Mühe gemacht hat, durch Optik, Kostüme oder Requisiten eindeutig zu definieren, dass zwei Dekaden zwischen den beiden Filmteilen liegen, macht aber einen nicht unerheblichen Anteil des zweifelhaften Reizes des Werks aus.

Garniert wird der Spaß durch eine recht freudenbringende deutsche Synchronfassung, die sich dann und wann bemüht, das Treiben in einen nicht unbedingt komödiantischen, aber zumindest auch nicht mehr völlig ernst zu nehmenden Kontext zu setzen. Eine Witz-komm-raus-Kalauer-Synchro wäre zwar in dem Fall mal wirklich besser gewesen (wäre mal ein Projekt für Fan-Synchronisateure), aber gelegentlich schimmert mal der Versuch eines lustigen Dialogs durch (wobei ich mir nicht ganz einig bin, ob das nicht vielleicht sogar eher ein Versehen war, aber der Doc, leicht zu unterhalten, war ab und an amused).

Ganz ohne Schmodder lass ich Euch nicht nach Hause...

Ob das Script in irgendeiner Form logisch ist, darüber machen wir uns besser keine gesteigerten Gedanken. Das Buch schießt sich, was schwierig genug ist, wenn man eigentlich keinen Plot hat, bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Knie (der gravierende Logikhau ist natürlich, dass ganz offensichtlich die Zombies schon vor der Beschwörung durch David auf der Insel rumhüpfen, der Film aber drauf rumreitet, dass eben David erst an der ganzen Chose Schuld sei; fragwürdig ist neben der Frage, wer eigentlich die diversen „Satanskreise“ aufgebaut hat und der Überlegung, ob und wenn ja welche Regeln für die Zombifizierung gelten [manchmal dauert's Stunden, manchmal geht's in Sekunden] selbstverständlich auch das Ende, aber dass sich Gore-Filme aus Bella Italia noch selten mit einer schlüssigen Abwicklung ihrer Storys aufgehalten haben, ist eine Binsenweisheit ersten Ranges). Aber – Gebetsmühle anwerf – sehen wir uns italienische Zombiefilme wegen ihrer gut strukturierten Drehbücher, ihren glaubhaften Charakteren (Charaktere? Haben wir hier eh nicht, kriegen wir auch nicht rein) und ihrem logischen Aufbau an? Thought so. Beleuchten wir also kurz, wie's abseits des geschriebenen Worts um „Zombie 4“ bestellt ist.

Mit Claudio Fragasso, äh, sorry, „Clyde Anderson“ steht ein Regisseur hinter der Kamera, der sich auch mit einem fundierteren Drehbuch schwer getan hätte. Obschon die Story ja relativ, hihi, „geradlinig“ ist, neigt Signor Fragasso zu Verzettelungen (während der Parallelhandlungen um Jennys bzw. Chucks Gruppe ist die Hin- und Herschalterei schon recht nervig – und in der Tat wäre es der, ich komme ein letztes Mal darauf zurück – sinniger gewesen, erst David und seine Gruppe die Zombies erwecken und DANN Jenny und ihre Freunde auf der Insel stranden zu lassen), aber er hält zumindest das Tempo einigermaßen hoch und hat vor allem mit Luigi Ciccarese einen Kameramann, der die ganze Chose wesentlich besser aussehen lässt, als sie es mit Fug und Recht verdient hätte. Ciccarese erfindet sicherlich nicht die Optik neu, aber ihm gelingen für die Verhältnisse des drittklassigen Italo-Gorekinos einige nette Einstellungen und atmosphärische Shots, die teilweise ganz gut kaschieren, dass der Film ohne nennenswertes Budget in abgezählten zwei Sets plus Freiluftlocations gedreht wurde. Fragasso, dessen größte filmische Heldentaten „Rats: Night of Terror“ und natürlich der unvergängliche Alice-Cooper-Gassenhauer „Monster Dog“ sein dürften und den man wohl wirklich zu den lesser italian hacks zählen muss, bekommt den Streifen handwerklich einigermaßen passabel hin, das Bemühen wird aber durch schlichte Schlampigkeiten wie langweilige und durchschaubare Sets (wo's doch eh nur zwei gibt) oder den Verzicht (oder das schlichte Vergessen) auf blank shells oder Mündungsfeuer-Effekte im letzten Akt, wo die Darsteller dann halt nur noch mit ihren Wummen durch die Gegend wedeln und die Soundspur MG-Trommelfeuer zelebriert, untergraben. Aber ich habe erheblich schwächer inszenierte Italo-Klopper gesehen (gerne bei Signore Massaccessi).

Natürlich wundert es uns nicht, dass (unkreditiert, da namentliche Nennung vermutlich auch den letzten gutwilligen Schmodderfan von jedweder Investition in diesen Film abgehalten hätte) Bruno Mattei, der ja bereits „Zombie 3“ nach Lucio Fulcis krankheitsbedingtem Handtuchwurf – ebenso unkreditiert – fertiggedreht (und, davon ist mal auszugehen, in die ungenießbare Form gebracht hat, in der wir den Streifen kennen und „lieben“), nicht an sich halten konnte und der Produktion als Executive Producer unter die schwächlichen Arme griff.

Der Score von Al Festa ist so memorabel, dass ich ihn schon zehn Sekunden nach dem letzten Abspann-Frame vergessen hatte (dann war er aber wohl zumindest nicht so nervig wie einige andere elektronische Ohrfolterscores made in Italy), aber der Titelsong „Living after Death“ ist von einer so wunderbar-typischen 80er-Jahre-Italo-Pop-Cheesyness (inklusive eher nicht schulmäßiger Aussprache), dass ich mir für den Hausgebrauch sicher doch noch ein kleines MP3 draus klöppeln würde. Die Mucke brauch ich auf'm MP3-Stick...

Vergleichsweise überrascht war ich – ich hatte das gar nicht so in Erinnerung – über den relativ zahmen Effekt-Einsatz. Okay, die Produktion schwamm sicher nicht in Lire bzw. womit man auch immer auf den Philippinen seine Rechnungen bezahlt (Glasperlen? Hihi), aber normalerweise lassen sich die Italoschmodderanten in der Hinsicht doch nicht lumpen. Franco di Girolamo beschränkt sich aber über weite Strecken auf Kunstblutpanscherei, äußerst, ähm, „dezentes“ Zombie-Make-up (weswegen die Zombies sehr gerne mit Kapuzen rumlaufen, so ähnlich wie in D'Amatos „In der Gewalt der Zombies“, gegen den „Zombi 4“ allerdings mindestens „Dawn of the Dead“ (1978) ist) und treibt die Darsteller inflationär zum Auswürgen schwarzen (oder manchmal grünen) Globbers an. Ist manchmal recht eklig anzusehen, aber nicht wirklich so in-your-face, wie wir es von Fulci, Lenzi oder anderen italienischen Gore-Päpsten kennen. Die heftigsten Gore-Szenen gibt's eh konzentriert in den ersten zehn und den letzten drei Minuten, wobei nur im absoluten Finale jegliche Zurückhaltung aufgegeben und ein paar latexintensive (aber durchschaubare) gröbere Ruppigkeiten aufgefahren werden, die dem Streifen letztlich seine mangelnde Jugendfreigabe eintragen (in der Stunde zwischen den „Highlights“ bleiben die FX auf FSK-16-Niveau. Ohne es überprüft zu haben, rate ich mal, dass die erhältliche Kaufhausfassung so bei 75 Minuten um die Ecke einticken dürfte). Ein paar „optische Effekte“ von Francesco und Gaetano Paolicci sind auf der eher lächerlichen Seite einzuordnen.

Den ein oder anderen Kuriositätsgrinser ist die Besetzung wert. Hauptdarsteller Chuck Peyton nennt sich im richtigen Leben Jeff Stryker, hat in seiner Vita an „seriösen“ Werke den hier besprochenen D'Amato-Heuler Amore sporco und Rosa von Praunheims „Can I Be Your Bratwurst, Please?“ stehen und verdienst sein Geld ansonsten als Darsteller und Regisseur von Gay-Pornos mit schönen Titeln wie „Stryker's Force“ (hähä).

Candice Daly, die als Jenny ein wirklich exzellentes Musterbeispiel für völlig untalentierte Blondinen (gut, ich relativiere: ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Miss Daly gewisse Talente hatte, aber die hatten nicht notwendigerweise mit Schauspielerei zu tun) gab sich in eher vernachlässigenswerten Italo-Krams wie „Cop Game“ und „Hell Hunter“ die Ehre, spielte in einer späten deutschen TV-Produktion „Winnetous Rückkehr“ mit und ergatterte sogar noch eine Rolle in der amerikanischen Endlossoap „The Young and the Restless“ (Seifenopern haben bekanntlich einen enormen Darsteller-Appetit), verstarb aber 2004 an einer vermutlich versehentlichen Überdosis.

Mit Massimo Vanni, eh, Alex McBride, gibt sich als David ein echter Regular des italienischen Billigkintopp die Ehre: „Zwiebel-Jack räumt auf“, „L'Ultimo Squalo“, „I Nouvo Barbari“, „1990: The Bronx Warriors“ (nebst Sequel), „Tuareg“ (der aber, ich wiederhole mich, ziemlich gut ist), „Rats – Night of Terror“, „RoboWar“, „Cop Game“ und der dreiste Italo-Rip-off „Terminator II“ stehen in seinem Resümee. Zuletzt staubte er ein unkreditiertes Mini-Bitpärtchen in Scorceses „Gangs of New York“ ab (was ungeahnte Möglichkeiten für „degrees-of-seperation“-Spielchen bietet). Darstellerisch ist er, erwartungsgemäß, keine Leuchte.

Die weiteren Nebenrollen bedient weitestgehend die Silver-Star-Stock-Company, ergo die erwähnten Visagen, die Absolut-Allesseher aus zahlreichen B- und C-Heulern aus der Videothekenramschtiste kennen könnten, und im richtigen Leben ausgewanderte Yankees, die ihr Glück auf den Philippinen versuchten. Most prolific von denen ist schätzungsweise Jim Gaines, der sogar in größerern Produktionen wie „Enter the Ninja“ oder „American Ninja“ von Cannon mitmachen durfte, aber auch in Schwachmaten-Filmen (lustigen Schwachmaten-Filmen, wie ich betonen möchte) wie Ninja's Force oder „RoboWarriors“ agierte, also immer, wo in einem Filipino-basierten Action“kracher“ ein Quotenschwarzer gebraucht wurde. Gaines verfügt über eine gewisse Likeability, aber nicht wirklich über darstellerische Fähigkeiten. An seiner Seite agierten Jim Moss (den kennen wir aus Heulern wie „SFX Retaliator“, „Phantom Raiders“ oder Caged Heat - Stripped of Freedom), der hauptsächlich durch seinen kuriosen Gesichtsschmuck punktet und Nick „Fettplauze“ Nicholson (neben „SFX Retaliator“ z.B. in den ersten beiden „American Ninjas“ und dem hier besprochenen trashigen Santiago-Versuch eines „Jaws“-Rip-off Demon of Paradise am Werk). Don Wilson (Tommy) musste angesichts einer Filmographie, die Bitparts in Alien degli abissi und „Delta Force 2“ als Highlights aufführt, sicher auch eher sparsam leben, für Adrianne Joseph (Louise) verzeichnet die IMDb nur noch einen Streifen namens „Eye of the Eagle II“. Den wohlgenährten Voodoopriester James Sampson können Experten in einer besseren Komparsenrolle in Stuart Gordons unterhaltsamen Mech-Schlager „RobotJox“ erspähen.

Die DVD, die auf Börsen mittlerweile, wie gesagt, für schmales Geld vertickt wird, punktet schon einmal durch die regelrecht liebevolle Aufmachung (die Disc liegt in einer schönen, stabilen Pappbox) und überrascht durch einen fast schon spektakulären Transfer – zumindest in den Tagszenen; da hat man ein plausibles (Widescreen-, aber nicht anamorphes) Master aufgetrieben, das den Film wie aus dem Ei gepellt aussehen lässt. Leider hält die Scheibe diese Qualität nicht durchgängig – in den Nachtszenen wird's dann schon sehr grieselig und grobkörnig mit verbesserungsfähigem Kontrast; die teilweise zu verzeichnende Unschärfe liegt allerdings nicht an der Disc, sondern ist bekannter und weniger beliebter Weichzeichner-Stil gewollter Natur. Die Kompression ist mittelmässig, aber noch im Bereich des Sozialverträglichen (sofern man, wie ich, gerade mal dreieurofuffzich bezahlt hat).

In Sachen Akustik kommen wir in den Genuss einer erträglichen, aber nicht wirklich guten deutschen Synchro sowie englischem „O-Ton“ in Dolby Digital 2.0. Die Sprachqualität ist zumindst für die deutsche Fassung okay, der Musikton (leider, wenn ich an „Living after Death“ denke) etwas dumpf.

Erhellende Bonusfeatures sind nicht vorhanden – Laser Paradise packt zumindest Filmographien für Stryker, Daly, Vanni, Gaines und Fragasso auf den Silberling, bietet aber nicht mal 'ne lausige Trailershow.

„Zombi 4 – After Death“ ist gewiss eines nicht – ein guter Film. „Nicht mal“ ein guter Horrorfilm, „nicht mal“ ein guter Zombiefilm, „nicht mal“ ein guter italienischer Zombiefilm. In de facto komplett plotlosen 80 Minuten kucken wir untalentierten Nasenbären zu, die noch nicht mal so blutig verhackstückt werden, wie sie's ggf. verdient hätten, und trotzdem ist das ganze für den geneigten Trashfreund sehr unterhaltsam. Die Dialoge verdienen sich den ein oder anderen Preis für unfreiwillige Komik, die hirnlose Struktur des Films mit ihrem zum Mitdenken verpflichtenden Zeitsprung, das sparsame Zombie-Make-up sorgen im Zusammenspiel mit der wirklich gut gelungenen Fotografie und dem von Fragasso durchaus hoch gehaltenen Tempo für einen Party-Spaß in bierseliger Runde (auch wenn der Humorwert der Prologsequenz mit der overactenden Zombieschlampe from Hell und dem fröhlichen Kind nicht wieder erreicht wird, auch wenn sich Fettplauze Rod alle Mühe gibt). Wesentlich spaßiger als der öde Untoten-Shooter „Zombi 3“ ist's alle Mal und wer ein Herz für schundiges Italo-Kino und ein paar Öre übrig hat, kann sich erheblich schlechter unterhalten als mit dieser DVD. Trashiger Daumen nach oben!

Bewertung

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(c) 2007 Dr. Acula

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