Beast - Unheimliche Tiefe, The

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CRUEL JAWS
Italien 1995
Cruel Jaws aka Jaws 5

Deutscher Titel: The Beast - Unheimliche Tiefe

US-Titel: Jaws 5 - Cruel Jaws

Laufzeit: 91 min

Freigabe: FSK 16

Credits

Besetzung:

Francis Berger  (David Luther)
Samuel Lewis  (George Barnes)
Bob Soerensen  (Scott Silveria)
Dag Soerensen  (Richard Dew)
Glenda  (Sky Palma)
Vanessa  (Norma J. (Nesheim)
Susi  (Kirsten Urso)
Larry  (Larry Zience)
Gregg Hood
Carter Collins
Natasha Etzler

Stab:

Regie: William E: Snyder (=Bruno Mattei)
Buch: Bruno Mattei, Robert Feen, Linda Morrison
Kamera: Ben Jackson, Luis Ciccarese
Musik: Michael Morahan
Schnitt: Andy Lamar (=vermutl. Bruno Mattei)
Produktion: "Production Group"

Vorwort

Tja, nachdem ich mir in den letzten Wochen und Monaten eine grosse Anzahl der hier anwesenden Filmkritiken aufmerksam durchgelesen habe, möchte ich selbst - immerhin hat der Doc uns Leser dazu herzlich eingeladen - auch einmal einen kleinen Beitrag zu einem kleinen Machwerkchen hinzufügen, das es unbedingt verdient hat, in der Liste der Badmovies.de-Reviews aufzutauchen. Hierbei handelt es sich um den sogenannten 1995 abgedrehten Horrorfilm "The Beast" (Originaltitel: "Cruel Jaws"). "The Beast" dürfte eigentlich jedem nur halbwegs eingefleischten Fernsehzeitungsleser ein Begriff sein, bringt unser aller Lieblingssender RTL 2 es doch seit runden zwei Jahren immer wieder fertig, diese kleine "Perle" etwa jede vierte Woche im Nachtprogramm (plus Wiederholung) auszustrahlen. Hin und wieder wird auch eine um alle Gewalteffekte gekürzte Fassung für Kinder (es muss ja nicht immer KIKA sein!) zur Frühstückszeit angeboten. Scheint sich ja als anerkannter und gern gesehener Dauerbrenner in der deutschen Fernsehlandschaft etabliert zu haben, oder warum sonst sollten die RTL 2-Verantwortlichen den Kram ständig zeigen? Ich jedenfalls hatte öfters schon kurz reingeschaut, und die paar Minuten, die ich da gesehen hatte, reichten voll und ganz aus, um mich davon zu überzeugen, dass ich den Quark unbedingt mal vollständig gucken müsse. Da ich nachts normalerweise schlafe, musste eine Videokassette herhalten, die die eineinhalbstündige Handlung festhalten sollte (womit ich der einzige Mensch auf Erden sein dürfte, der diesen Film tatsächlich auf Video besitzt).

Der Horrorfilminteressierte weiss bei Lesen des Originaltitels "Cruel Jaws" (die Betonung liegt auf dem zweiten Wort) natürlich sofort Bescheid, worum es in den folgenden Minuten gehen soll: Jawohl, da haben wir mal wieder einen ganz fiesen Hai in der Hauptrolle, der sein Unwesen treibt und möglichst viele Protagonisten in den Tod zu reissen beabsichtigt. Klingt wahnsinnig originell und neuartig, nicht wahr? Seit 1975 Steven Spielberg mit "Der weisse Hai" den Kinogängern das Fürchten lehrte, gab es ja auch erst ungefähr tausend Plagiate, die dieselbe Geschichte mehr oder weniger nacherzählen. (Eins davon wurde hier ja bereits besprochen: "Tintorerä heisst das gute Stück.) Da schadet es doch nix, wenn man exakt 20 Jahre später noch ein weiteres Filmchen abkurbelt, das jenes Thema ein weiteres Mal aufwärmt. Genügend Zuschauer wird es schon anlocken, auch wenn das Budget extrem gering ist, dachte sich wohl auch der gute Will und entschied sich dazu, sich nicht nur fleissig beim Originaltitel des Vorbilds ("Jaws") zu bedienen. Damit er nicht unnötig Geld für ein eigenes Hai-Modell aus dem Fenster schmeissen muss, traf er zusätzlich eine äusserst preiswerte Entscheidung: Will klaute sich einfach ganze Sequenzen aus anderen (nicht unbedingt guten) Hai-Filmen und diversen Dokumentationen - schon hat man den Grundstein für ein einzigartiges, noch nie dagewesenes Hai-Epos, das zarte wie auch harte Gemüter aus den Sitzen reissen wird.

Nun, Träume darf ein jeder Mensch haben, auch Herr Snyder (wer will`s ihm verdenken?), aber wer sich das Resultat anschaut - und seien es auch nur wenige Minuten -, der wird wohl zum gleichen Schluss kommen wie ich: "Cruel Jaws" gehört in die Kategorie der lächerlichsten Horrorfilme - für mich ist dieser Heuler sogar einer der schlechtesten Filme, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Wollen wir uns den Inhalt (soweit vorhanden) doch einmal näher betrachten...

Inhalt

E rste Einstellung: Ein Schiff, das auf dem Meer vor sich hin treibt. Passagiere sind ein alter Sack mit Schirmmütze, der sich wohl Kapitän des Kahns schimpft, und zwei Taucher. Der Alte gibt letzte Anweisungen und fleht seine zwei Kumpane an, ruhig zu bleiben, immerhin könnte die Küstenwache was mitbekommen. Aha, wir wissen Bescheid: Das Trio plant moralisch Verwerfliches. Einer der Taucher beruhigt sein Gegenüber und erklärt dem Zuschauer noch einmal, was Sache ist. Man will streng geheimes Material der US-Navy (mehr erfahren wir erstmal nicht darüber), das an Bord der gesunkenen Cleveland lagert, bergen, es dann verkaufen und stinkreich werden. Jaja, wer´s glaubt...

Mit Harpunen bewaffnet gehen sie nacheinander von Bord, und der unspektakuläre Vorspann läuft über die Unterwasseraufnahmen. Die Taucher schwimmen ins Wrack, das in der Totalen von oben irgendwie wie ein Spielzeugschiffchen aussieht (würd´ mich echt nicht wundern, wenn´s eins wäre). Es dauert nicht lange, und die beiden machen unerwartete Bekanntschaft mit Herrn Hai, der zur Begrüssung nicht etwa unseren Freunden brav zunickt, sondern eine der beiden Harpunen auffrisst. Die verbliebene Harpune wird vergeblich in Richtung Hai abgeschossen, dafür scheinen sie ihn erst einmal verjagt zu haben. Mithilfe einer kleinen Bombe versucht man sich den Weg freizusprengen (oder was auch immer sie vorhaben). Unterdessen bekommt der Seebär an Deck es langsam mit der Angst zu tun und funkt seine zwei Spezis an. Man solle doch bitteschön endlich wieder auftauchen, weil der Sauerstoff nur noch für drei Minuten reiche (der Plan scheint ja echt gut durchdacht gewesen zu sein, wenn schon nach höchstens fünfminütigem Tauchgang der Sauerstoff knapp wird). Unten derweil passiert Unglückliches: Einem der Taucher reisst (vielleicht durch die Sprengkraft der Bombe?) irgendwie der Sauerstoffschlauch (oder wie man das Teil nennt), der andere versucht zu helfen und mit ihm nach oben zu schwimmen (ob die zwei das erfüllt haben, was sie erfüllen wollten, wage ich zu bezweifeln). Doch dann geschieht der nächste Schreck: Der Hai ist wieder da, aufgrund einer unübersichtlichen Schnittfolge kann man jedoch keine Details erkennen; das Schicksal der Taucher ist aber auf jeden Fall besiegelt. (Diese Szene ist sogar recht wirkungsvoll und im Gegensatz zu den darauffolgenden zusammengeklauten Haiaufnahmen noch ziemlich raffiniert montiert.) Kaum hat der Hai die zwei Menschenleben ausgelöscht, folgt das nächste Opfer - und wer sollte das anders sein als der ängstliche Seebär? Eine Unterwasseraufnahme von einem Hai, der nahe unter dem Schiff schwimmt, suggeriert uns, dass er das Boot gerammt hat. Der Alte stösst gequälte Schreie aus, ehe auch sein letztes Stündlein schlägt. Ein Schnitt erspart uns nähere Einzelheiten.

Nachdem Snyder in den ersten fünf Minuten bereits all sein Können eindrucksvoll bewiesen und offenbar schon verbraucht hat (ohne Flachs: Es war tatsächlich die beste und spannendste Sequenz des ganzen Films), wechseln wir jetzt den Tag und den Schauplatz. Wir sind wieder an Land, strahlendster Sonnenschein liegt über der Küste Floridas. Die Kamera verweilt auf einem Wohnwagen, der den milchgesichtigen Jungspund Billy als Fahrer und seine Freundin Vanessa beinhaltet. Nessi diskutiert mit ihrem Sitznachbarn, was sie denn dieses Jahr im Urlaub machen wollen, nachdem sie letztes Jahr Jagd auf Killerwale gemacht haben (das muss ja mal´n aufregender Urlaub gewesen sein!). Billy schlägt Segeln, Tennisspielen etc. vor, aber nur wenn´s seiner Freundin genehm sei. Die freut sich wahnsinnig über diese Pläne. (Ich merke an: Ist es nicht üblich, dass man seine Pläne schon vor dem Urlaub festlegt und nicht erst wenige Minuten vor der Ankunft?) Am Zielort angekommen beweist Vanessa ein goldenes Näschen: "Für mich riecht das Ganze nach Fischurlaub!" Wohl wahr...

Vanessa und ihr lieber Billy, über die wir bisher nichts Näheres erfahren haben, besuchen das "Aquarium". Nein, sie gehen nicht tauchen, vielmehr besuchen sie eine Delphinschau. Wir werden Augenzeugen, wie die niedlichen Tierchen durch die Luft wirbeln und allerlei Kunststücke vollbringen, ein kleines Mädchen namens Susi (soll im Folgenden für die sentimentalen Momente sorgen) wird von ihnen gar durchs Wasser gezogen. Freund und Freundin sind ganz begeistert und strahlen übers ganze Gesicht. Unter den Zuschauern ist auch ein Hulk-Hogan-Verschnitt (zumindest sieht er so aus), der sich als Susis Vater herausstellen soll. Susi und das junge Paar kennen sich offensichtlich schon länger, was ich daraus schliesse, dass das kleine Mädchen deren Namen kennt und fröhlich ein Gespräch mit ihnen beginnt. Vor allem mit Vanessa tauscht die süsse Maus eine Menge Schmeicheleien aus, Susi: "Du bist noch schöner als im letzten Jahr."

Dann hat Susi genug vom Schwimmen mit den Delphinen und lässt sich von "Hulk" (hier nennt er sich Dag) aus dem Wasser ziehen. Diese Aktion zwingt Billy und Vanessa zu traurigen Gesichtern, denn die kleine Susi sitzt leider im Rollstuhl (Ursache bekommen wir schon bald nachgeliefert). Susi indes scheint mit ihrer Situation sehr gut klarzukommen und lädt freudestrahlend ihre grosse Freundin Vanessa dazu ein, den neuen Seehund kennenzulernen. Beide ziehen von dannen, was uns bei einem echten Männergespräch zwischen Daggy und Billy (die sich auch gut kennen) die Möglichkeit für ein paar Hintergrundinformationen gibt: Dag ist der Besitzer des "Aquariums" und hat vor einigen Monaten seine Frau bei einem Unfall verloren, während Töchterchen seitdem an den Rollstuhl gefesselt ist. Finanziell sieht´s wohl auch nicht so prall aus, es sei denn, die Badesaison wird gut und Sohnemann Bob (welch´ einfallsreiche Namen!), Sonnyboy und im besten Teenageralter, gewinnt die Segelregatta. Bob selbst, der mit einem gewissen Larry (sein Freund? sein Bruder? Der Film klärt´s nicht auf!) dem Gespräch interessiert zugehört hat, gibt zu, dass die Chancen dieses Jahr für einen Sieg gut stünden, weil er auch im Winter fleissig trainiert hätte. (Wer sagt denn, dass deine Konkurrenten das nicht auch getan haben, Bobbyboy?)

Im nächsten Moment taucht der wohl grösste Jammerlappen der Sheriff-Geschichte auf, den man sich vorstellen kann - hier heisst er Francis Berger (David Luther), wahrlich ein Martin Brody (Roy Scheider) für Arme. Und das soll unser Hauptdarsteller sein? Zumindest steht sein Name im Vorspann an erster Stelle. Na, das kann ja was werden!

Francis hat ganz schlimme Neuigkeiten für Dag: Hotelkettenbesitzer Samuel Lewis hat einen Räumungsbefehl für ihn ausgestellt. Innerhalb von 30 Tagen muss er von hier verschwinden. Unser "Held" beteuert, wie leid ihm die ganze Sache tue, aber Dag entpuppt sich als hoffnungsloser Optimist: Immerhin seien 30 Tage `ne lange Zeit, da kann noch viel passieren. Man benötige nur eine Pachtvorauszahlung von 15 Jahren, merkt Bob ergänzend an. Keine Kinder von Traurigkeit, die beiden! Ich an ihrer Stelle wäre da höchstwahrscheinlich deutlich besorgter...

Einen Realisten gibt´s dann aber doch noch, und das ist der emotionale Larry, den der Räumungsbefehl wenigstens `n bisschen zu jucken scheint. Man müsse Lewis mal ordentlich die Fresse polieren. Doch Dag schwächt diese Drohung ab und beschwört Francis, sie nicht ernstzunehmen, "er ist noch jung und aufbrausend".

Nachdem das auch geklärt wäre, begrüsst Francis endlich Billy, und zwar so überrascht, dass man meinen könnte, dass er ihn bis eben gar nicht wahrgenommen hat, obgleich der nur wenige Zentimeter hinter Daggy gestanden hat. Jetzt bekommen wir auch ein Bild, wer Billy ist: Er ist Meeresbiologe (sozusagen der zweite Richard Dreyfuss) und erzählt Francis, dass er insgesamt 18 Monate auf See gewesen wäre.

Wir wechseln den Schauplatz. Zwei badebereite Teenager, ein Männchen und ein Weibchen, toben ausgelassen und kichernd wie die Kleinkinder am Strand herum. (Tja, frisch Verliebte können unausstehlich sein!) Während ihres lustigen Herumtollens taumeln sie an eine Stelle, an der ein Schwarm Möwen, laut krächzend, durch den Sand kraucht. Das kann natürlich nichts Gutes bedeuten, die beiden Nervensägen erschrecken, denn was liegt da mausetot am Strand? Richtig, eine angeknabberte, schwer verstümmelte Wasserleiche. Die dürfen wir in Nahaufnahme begutachten, und eins muss man den Verantwortlichen lassen: Das Ding sieht wirklich ganz schön nett-eklig aus. (Dafür wird aber auch schon ein Grossteil des Budgets draufgegangen sein, denn etwas ähnlich Überzeugendes bekommen wir ab jetzt nicht mehr zu sehen. Das wussten wohl auch die Verantwortlichen und zeigen in den nächsten Minuten die Leiche immer mal wieder in Nahaufnahme.)

Unser Meeresbiologe Billy wird von Francis zum Fundort bestellt. Letzterer vermutet, es könne eine Schiffsschraube gewesen sein (autsch! Immer wieder diese Cops!). Doch Billy belehrt ihn eines Besseren: Es war ein Hai! - Francis: "Ein Hai? Das ist ja wohl nicht Ihr Ernst?" - Billy (eingeschüchtert): "Vielleicht war´s auch ein Killerwal." - Francis (aggressiv): "Ich erwarte eine präzise Antwort von Ihnen!" - Billy: "Eine Autopsie ist das einzige, was Ihre Frage beantworten kann." (Dieser Mann hat wirklich Ahnung!)

Ein Leichenbeschauer zeigt beim Anblick der Leiche Nerven (ach, du liebe Güte! Eine Leiche! Völliges Neuland für einen Pathologen...), bestätigt nach dem ersten Schock aber Billys Vermutung: Das war ein ziemlich grosser Hai!

Wechsel in Samuel Lewis´ Wohnung, der grad mit Geoffrey Jefferson, dem Bürgermeister - charismatisch wie eine Leberwurst -, abhängt. Sie werden von Francis und Billy heimgesucht und erzählen ihre Story weiter. Wie nicht anders zu erwarten, schenken sie den Worten keinerlei Glauben, "Was ist schon passiert? Menschen sterben immer mal wieder unter fragwürdigen Umständen..." Lewis, ein Arschloch allererster Güte, kann es natürlich nur darum gehen, dass die Badesaison hervorragend wird, da ist eine Haigeschichte nicht unbedingt förderlich. Experte, der er ist, weiss er natürlich, dass eine Schiffsschraube die Unfallursache gewesen sei, und der Bürgermeister fügt ergänzend hinzu, dass vor zwei Minuten der Pathologe angerufen hätte und meinte, er könne sich geirrt haben. (Der klang bei Francis´ und Billys Besuch eben aber von der Haithese noch sehr überzeugt.) Nur ein Hai sei zu so etwas fähig, so ist sich Billy sicher, und das sei der Tigerhai. (Das ist Einfallsreichtum: Endlich haben wir´s mal mit keinem weissem Hai zu tun...)

Zwei jugendliche Unsympathen auf der Lauer. Der eine ist Ron, Lewis´ Sohn, der einen Friseurbesuch dringend nötig hätte, der andere Tom (Wie gesagt: Die Drehbuchautoren waren in der Namensgebung unvorstellbar kreativ). Beide sind auf der Suche nach knackigen und leicht vernaschbaren Mädels. Ronny hat ein Auge auf Vanessa geworfen, schade nur, dass sie mit dem Langweiler Billy rumhängt. Und wir schreiten weiter voran durch den Klischeedickicht: Gloria, Schwester von Ron und demzufolge auch Lewis´ Tochter, vereinbart ein abendliches Date mit - TADAA! - Bobby, dem Sohn von Dag, womit Konflikte vorprogrammiert wären.

Tom versucht währenddessen ausgesprochen subtil, Vanessa und ihre Freundin Glenda anzubaggern, stellt sich ihnen in den Weg und gibt sich als Bikinikontrolleur aus, der schauen müsse, ob Silikon im Spiel sei. Haha, sehr witzig, meinen auch die Girls und schubsen ihn unsanft weg. Um ihn seelisch eins mitzugeben, brüllen sie ihm völlig uncharmant "Dumpfbacke" um die Ohren. Hat wohl nich´ ganz geklappt, mein lieber Tommy...

Lewis beim Saufen. Sein Spross stürzt rein und will wissen, was Billy und Francis vorhin bei seinem Daddy wollten. Der erzählt ihm die Geschichte vom fiesen Hai, was Ron dazu veranlasst, lautstark einen komplett hirnrissigen Verdacht zu hegen. Dag stecke dahinter, und zwar aus Rache für die Räumung. Glücklicherweise ist Lewis von zwei Dummbatzen der etwas Hellere und erklärt ihm, dass sein Intimfeind ja nichts davon hätte, da der immerhin selber auf grossen Tourismus angewiesen wäre und eine derartige Geschichte für sein "Aquarium" nicht gebrauchen könne. Ron erweist sich als miese Petze und setzt seinen Vater davon in Kenntnis, dass sich zwischen Gloria und Bob etwas anbahne. Das bedeutet natürlich noch mehr Krieg zwischen den gespannten Familienverhältnissen Lewis/Soerensen. (Warum die Familien sich nicht grün sind, erfahren wir bis zum Schluss nicht.) Lewis schwört Rache, doch Ron rückt mit einem genialen Plan heraus. Diabolisches Grinsen.

Abenddämmerung am Strand, die allerdings eher danach aussieht, als wäre die Szene am Tag gedreht und erst nachträglich verdunkelt worden. Wir werden Zeuge eines turtelnden Liebespaars. Hemmungsloses Geknutsche, bei dem sich die weibliche Fraktion als reichlich unromantisch herausstellt, denn sie will lieber schwimmen. Er folgt ihr nach kurzem Zögern nach, und wer nur einen Haifilm gesehen hat, dürfte jetzt wissen, dass sie das Wasser nicht zweisam wieder verlassen werden. Unten lauert die Gefahr, der Hai sagt wieder Hallo. (Die wunderschöne Unterwasseraufnahme auf das durch das Mondlicht schwimmende Mädchen hat der Regisseur dreisterweise aus Spielbergs Original, der Anfangsszene, übernommen, und spätestens jetzt wird seine Vorgehensweise unverschämt.) Das Viech verknuspert das Girlie, ohne mit der Wimper zu zucken. Ihr Begleiter kann nichts mehr für sie tun, bleibt aber wenigstens am Leben.

Susi und Gloria spielen unterdessen mit dem Seehund und den Delphinen, werden aber von Dag und Bob gestört: Es ist Zeit fürs Abendessen für Susi, doch die quengelt und will lieber weiter mit den Tierchen spielen (spätestens jetzt geht die Kleine permanent auf die Nerven, nicht nur wegen ihrer nervtötend grellen Synchronstimme, sondern auch wegen der unvorstellbar übertriebenen Mimik unserer Susi-Darstellerin), muss sich aber letztlich geschlagen geben. Bobby darf Gloria nach Hause begleiten und eine weitere Herz-Schmerz-Szene einleiten (Er klagt ihr sein Leid: Dag habe sich seit dem Tod seiner Frau sehr verändert, Susi sei so bedauernswert, die bevorstehende "Aquarium"-Schliessung stehe an, dann noch der Hai - ach, Bob, du bist sicherlich die ärmste Sau der Welt!), die in einem zärtlichen Kuss mündet, der empfindlich durch drei unliebsame Gesellen gestört wird (irgendwie hab´ ich´s ja geahnt, der Film lässt wirklich gar kein Klischee aus): Einer von ihnen ist natürlich Ron, der seiner Schwester erstmal ordentlich ins Gesicht schlägt (echte Geschwisterliebe!), was Bob wiederum nicht auf sich sitzen lässt und Ronny eine blutige Nase verpasst. Allerdings wird er von den zwei anderen Buhmännern an den Armen festgehalten und an weiteren Schlägen gehindert. Nachdem Gloria nach Aufforderung Rons die Fliege macht, bekommt der arme Bob eine Lektion erteilt, die auch noch sein Daddy zu spüren bekommen werde, wie der Buhmann Ron anfügt. Er und seine Gangmitglieder treten unseren Good Guy zusammen und ziehen dann Leine, weil sie noch einiges zu erledigen haben. Was wohl?

Das erfahren wir in der nächsten Szene. Die Gang dringt problemlos in das "Aquarium" ein und füllt tote Fische mit Strichnin und Rattengift. Dies soll den Delphinen vorgesetzt werden. Im schönsten Augenblick hören sie Geräusche und verduften fluchend, nicht ohne zuvor einen Fisch in den Pool zu werfen, den Delphindame Daisy genussvoll verzehrt. (Ein wirklich teuflischer Plan, den Ron da ausheckte; was hat Familie Soerensen ihm bloss Schlimmes angetan, dass er zu einer solchen Tat fähig ist?) Schon kommen Dag und Bob angelaufen (ähm... wurde letzterer nicht vor wenigen Minuten noch exzessiv verprügelt? Dafür geht´s ihm aber schon wieder erstaunlich gut!), finden einen vergifteten Fisch und bemerken, dass Daisy sich seltsam benimmt. Grung genug für Dag, um Billy zu wecken.

Währenddessen: Francis wird von einem Unterling aus dem Schlaf geklingelt, weil der langhaarige Lackaffe von vorhin behauptet, seine Freundin wäre von einem Hai gefressen worden.

Wieder bei Dag. Billy und zwei Tierärzte behandeln die kranke Daisy und geben ihr per Spritze ein Gegenmittel, das innerhalb von wenigen Sekunden grandios anschlägt und den Delphin in seinen alten putzmunteren Zustand versetzt.

Der nächste Morgen: Wieder bei Francis, der wohl inzwischen mit Lackaffe gesprochen hat und sich mit einer eleganten Hockwende über das Treppengeländer des Polizeireviers schnurstracks auf den Weg zu Bill macht, der sich grad Haidias anschaut. Francis erzählt ihm vom neuerlichen Opfer, woraufhin Billy zu einer in meinen Augen unverständlichen Äusserung getrieben wird: "Da kommt eine Menge Ärger auf mich zu." (?)

Und weiter geht´s mit einem Kopfschüttel-Dialog. Francis: "Was wissen wir eigentlich über Haie?" - Billy: "Sie sind stark wie Lokomotiven und haben das Maul voller Schlachtermesser - und sie schwimmen, fressen und pflanzen sich fort. Das ist eigentlich alles." (Ein echter Experte!) - Francis: "Also wäre jeder, der an der Regatta teilnimmt, in Lebensgefahr..." - Billy: "Wir haben leider nur zwei Möglichkeiten: ihn umbringen oder das Risiko eingehen." (Wie wär´s mit einer dritten Möglichkeit: Die Regatta einfach absagen?)

Im "Aquarium". Lewis kommt zur Delphinschau vorbei, um einigen Leuten das Grundstück zu zeigen, auf dem das Hotel gebaut werden soll, wie er Daggy hämisch offeriert. Ausserdem schlägt er ihm vor, ihm soviel Geld zur Verfügung zu stellen, dass er lange Zeit nicht arbeiten muss. Aufrechter Kerl, der Dag nun einmal ist, nimmt er das Angebot nicht an, sondern reagiert reichlich ungehalten: "Sie sind doch ein Charakterschwein!" - Lewis: "Wie bitte?" - Dag: "Ich hab´ gesagt, dass Sie ein Schwein sind!" Er trifft den Nagel auf den Kopf und wirft ihm sogar desweiteren vor, seine Delphine vergiftet zu haben. Lewis stellt sich dumm, gibt dem "Wikinger" (wie Dag im Filmverlauf unfairerweise öfter mal genannt wird) aber mit auf den Weg, dass Bob seine Finger von Gloria lassen solle, sonst endet der auch im Rollstuhl. Diese gemeine Äusserung ruft einen Seehund auf den Plan, der Lewis anstubst, so dass der unter lautem Platschen in den Pool stürzt. Ein echter Brüller! Jetzt haben nicht nur Dag und Töchterchen Susi was zu lachen, sondern auch der Zuschauer. (Ein genialer Schachzug der Drehbuchautoren, die ernste Geschichte mit innovativem Humor der Extraklasse aufzupeppen.)

Francis und Lewis besuchen in der nächsten Szene den Bürgermeister - und Lewis teilt dabei mächtig aus. Francis sei von seiner Haigeschichte ja wie besessen, und der Wikinger sei ein Verbrecher, weil er Lewis heute ins Wasser gestossen hätte (wie wir alle wissen, war´s zwar der Seehund, allerdings gebe ich zu, dass ich diese Notlüge sogar verstehen kann, klingt sie doch weitaus weniger lächerlich). Francis ist das egal und zügelt ihn, immerhin werden die Touristen durch die aktuellen Vorfälle ohnehin abgeschreckt, da ist Dag doch gänzlich unwichtig. Er appelliert an Jefferson, der Hai sei wie eine Maschine, die Regatte dürfe nicht stattfinden. Da lässt sich Lewis zu einem Kompromiss breitschlagen und schlägt vor, Hainetze auszulegen, was der Bürgermeister für eine exzellente Idee hält, während Francis Zweifel hegt: "Das könnte ein Festessen für den Hai werden."

Billy und Vanessa knutschen leidenschaftlich, werden jedoch im schönsten Moment von Francis gestört. Man brauche Billys Hilfe, da die Haikäfige nun angekommen seien. (Warum muss Billy da mithelfen? Er ist doch bloss ein Meeresbiologe...) Vanessa reagiert empört und stellt zurecht die "Fisch-oder-ich"-Frage. Billy entscheidet sich für Fisch, Vanessa zischt wutentbrannt mit Glenda zu einer Party ab.

Zeit für eine kleine anrührende Familienszene. Dag sitzt am Bett von Susi und will ihr als Gutenachtgeschichte ein Märchen vorlesen. Doch vorher hat sie noch ein paar Fragen. Susi: "Warum fressen Haie eigentlich Menschen?" - Dag: "Ich glaube, weil sie hungrig sind. Haie sind immer hungrig." - Susi: "Blutet man, wenn man vom Hai gefressen wird? - Dag: "Ja." Er will das Thema abschliessen, aber Susi will noch ihren Abschlusskommentar abgeben: "Wenn ich angegriffen werden, boxe ich ihm auf die Nase." Ausserdem ist sie sich sicher, würde sie von ihren tierischen Freunden beschützt werden, die würden den Hai nämlich in Stücke reissen. (Eine ausgeprägte Phantasie hat die Kleine, träum´ ruhig weiter!) Dann liest Dag seiner Tochter endlich ein Märchen vor, und wir werden Zeuge des wahrscheinlich schnellsten (und unüberzeugendsten) Einschlafvorgangs der Filmgeschichte: Kaum fünf Sekunden vergehen, und schon befindet sich Susi im Land der Träume.

Vanessa und Glenda sind mittlerweile auf der Party angekommen und lassen sich gleich von Ron und Tom (der auch "Sexmaschine" genannt wird) angraben. Unverständlicherweise fallen sie auf die recht einfallslosen Komplimente rein und durchleben eine 180DEG-Wendung, denn gestern haben sie die beiden noch als Vollidioten abgestempelt (Stichwort: "Dumpfbacke"). Ron offenbart Vanessa, wie einsam er doch wäre, und sie springt doch glatt darauf an und lässt sich zu einem Abgang Richtung Strand überreden. Nur Sekunden später taucht Billy auf, erfährt aber von Glenda, dass sie gerade mit Ronny abgehauen sei.

Am Strand haben auch schon Gloria und Bob ihren Spass und kuscheln ziemlich unbeholfen miteinander. (Das Risiko, bald im Rollstuhl zu sitzen, geht Bobby hemmungslos ein.) Da kommen Nessi und Ronny, die miteinander im Meer schwimmen gehen und fangen spontan zu knutschen an. (Vanessa scheint ja wirklich notgeil zu sein; erst ist sie mit einem Langweiler wie Billy über mehr als ein Jahr zusammen, und schon macht sie mit dem nächstbesten Macker rum.) Glenda und Tom sind im Wagen hinterhergekommen und wollen den beiden Turteltäubchen einen Streich spielen. Über ein Megaphon geben sie sich als Küstenwache aus, worauf Vanessa und Ron kurzzeitig hereinfallen, bis es ihnen wie Schuppen von den Augen fällt. Ein echt starker Gag, der bei den vier Beteiligten ein minutenlanges Gelächter hervorruft. Der Hai kraucht derweil durch das Meer, Spannungsmusik ertönt, aber die Badenden fliehen rechtzeitig aus dem Gewässer, Hai zieht beleidigt ab. So können Ron und Tom wegen des ebigen Spässchens noch ein bisschen Spasscatchen vorführen.

Am nächsten Tag findet eine Pressekonferenz statt, auf der Francis die Öffentlichkeit informiert, dass man Schutzgitter errichtet hätte und überall Beobachtungsposten aufgestellt wären. Somit sei die Regatta absolut sicher, und Lewis´ Schlussworte "Es wird nichts passieren. Sie haben mein Ehrenwort drauf" kann der Genrekenner schon jetzt als Nonsens abstempeln.

Tatsächlich tummeln sich überall Hubschrauber und Menschen mit Ferngläsern. Der Hai lungert ebenfalls am Strand rum, hat es aber noch nicht geschafft, die Barrieren zu überwinden. Francis sitzt auf einem Wachturm, wird aber sodann von einer Familie (Vater, Mutter, Sohn) mit übelster Schaulust belästigt. Vater: "Hier soll ein Hai sein, der Menschen frisst." - Francis: "Da war ein Hai, aber der ist längst wieder weg." Der Vater zeigt sich verärgert, ist man doch die ganze Strecke umsonst gefahren. Dabei habe man Sohnemann einen echten Hai versprochen. (Hätte echt lustig werden können, wenn ein höchstens Zehnjähriger live vor Ort ist, wenn ein Hai gerade sein Unwesen treibt. Wahnsinnig verantwortungsbewusste Eltern hat der Bub.)

Dann passiert etwas, womit man nicht rechnen konnte. Man entdeckt den VERMEINTLICHEN Hai, vom Hubschrauber aus werden zwei Kugeln auf ihn abgefeuert, wobei die letzte tödlich ist. (Angeblich hat der Schütze den Hai am Kopf getroffen, doch der Zuschauer bekommt kein Bildmaterial geliefert, sondern augenscheinlich nur Dokuaufnahmen von einem friedlich im Wasser schwimmenden Hai in Oberansicht. Von einer Kopfwunde rein gar nix zu sehen.)

Francis ist froh, man hat den Hai getötet. Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Doch als Billy sich den Lütten näher anguckt, reagiert er skeptisch. Das Maul ist viel zu klein - und die den toten Hai betrachtende Susi (ich an Dags Stelle würde versuchen, sie von derartigen Greuelbildern fernzuhalten) stellt eine Frage über den Tigerhai, die offensichtlich Heiterkeit auf das Gesicht des nervlich bisher so überstrapazierten Betrachters zaubern soll: "Sag, Daddy, heisst das, dass sein Daddy ein Hai war und seine Mami ein Tiger?" Lewis ist unterdessen fleissig dabei, alle Reporter damit zu beauftragen, abzudrucken, dass die Gefahr gebannt sei. Während Billy Dag gegenüber offen seine Zweifel äussert, hören Lewis und Jefferson zufällig mit und reagieren genervt (vor allem Lewis). Der Hotelkettenbesitzer behauptet, Billy hätte zu viele Filme gesehen, der wiederum erwidert: "Schneiden Sie ihn doch auf, dann werden wir schon sehen, was er im Magen hat..." (Mein Gott, wo hab´ ich das bloss schon gesehen? Ich komm´ nicht auf den Filmtitel.)

Im nächsten Augenblick Aufruhr, denn ein Schiff läuft ein, und zwar das von Ramon (ihr wisst noch, der alte Seebär mit Schirmmütze vom Anfang?). Es ist total zerstört, und Dag findet an Deck ein blutiges Tuch. Für Lewis kein Grund, die Regatta abzublasen (warum auch? Der angebliche Hai ist doch inzwischen gefangen!), vielmehr fordert er, dass der Haikadaver ins Meer herausgebracht werden solle. Der Bürgermeister indes hegt erste Zweifel. (Nochmal: Aber der angebliche Hai ist doch inzwischen gefangen! Warum der Sinneswandel? Was beweist das Auffinden von Ramons Schiff denn überhaupt?)

Und dann ist es endlich soweit: Nur noch wenige Minuten bis zur Regatta. Muskulöse Teenager machen ihre Segelboote fertig, Dag gibt seinem Sohn letzte Anweisungen. Francis und Billy haben Angst und drücken die Daumen, dass alles gut geht. Ron derweil hat andere Sorgen, sieht er doch seine geliebte Schwester wieder mit Bob zusammen und stösst eine grauenvolle Drohung aus: "Ich reiss´ ihm den Arsch auf, dass er aussieht wie´n Osterhase!"

Dann beginnt die Regatta endlich, die jugendlichen Zuschauer toben und feuern ihre Lieblinge an, und pünktlich dazu ist auch der ECHTE Hai wieder an den Schutzgittern.

Faszinierende Surfszenen. (Eher nicht.) Ronny, unfair wie er ist, stösst Bobby mitten im Rennen samt Brett um, so dass er ins Wasser fällt und sich den Sieg abschminken kann, doch das wird nun ohnehin nebensächlich, da der Hai irgendwie (fragt mich nicht, wie) einen Weg durch die Gitter gefunden hat und ein Tohuwabohu sondergleichen anrichtet. Er fängt bereits an, Surfsegel umzustossen, was Dag und Francis mit dem Fernglas entsetzt beobachten. Am Strand und im Wasser brechen Massenpanik aus - wie auch beim Zuschauer, denn die folgenden Szenen sind an Stümperhaftigkeit nicht zu überbieten, denn Regisseur Snyder vermixt einmal mehr seine selbst gedrehten Bilder mit Bildern aus anderen Filmen - und das in selten dämlicher Weise. Da passiert es, dass ein Surfer in der Unteransicht plötzlich eine ganz andere Kleidung trägt als zuvor. Dag und Billy (die Autoritäten schlechthin) brüllen überflüssigerweise, dass die Regatta abgebrochen sei und alle sofort an Land müssen. Das ist nicht mal ansatzweise dramatisch, zumal Effekte völlig fehlen. Alles, was man zu sehen bekommt, sind Blutlachen im Wasser. Nachdem der Hai genügend unter den Surfern gewütet hat, befinden sich plötzlich auch Klein-Susi und Vanessa in Gefahr, denn der Hai zerstört auch den Steg, auf dem sie stehen. Einige weitere Opfer, Susi stösst mit ihrem Rollstuhl gegen ein Hindernis und purzelt ins Wasser. KREISCH! Nicht Susi! Vanessa springt todesmutig ins Wasser und kann Susi im letzten Moment retten - puh! -, dafür stirbt die Retterin selbst aber den Heldentod, auch ihr (Ex-)Freund Billy kann daran nichts mehr ändern. (Schnittfehler auch hier: von oben trägt Vanessa einen einteiligen Badeanzug, von unten jedoch eine Hose und ein T-Shirt)

Hätten wir das auch überstanden. Inzwischen ist der Abend angebrochen. Unsere Helden befinden sich im Krankenhaus, in dem gerade Susi auf einer Barre Richtung Krankenzimmer gekarrt wird. Die Ärztin faselt gegenüber Dag & Co. was von momentanem Schock, Susi könne am nächsten Tag wieder nach Hause. Diese ist sogar wieder richtig redselig, fragt nach Vanessa - Dag notlügt, sie sei okay - und stellt fest: "Der Hai war wirklich böse." (Jepp, find´ ich auch.) Inzwischen nähert sich Lewis der Truppe und lässt Journalisten gegenüber ausrichten, dass er alle Konsequenzen trage. Dag und auch Francis schlagen Lewis vor, 100.000 $ für die Ergreifung des Hais auszugeben. Billy, noch äusserst mitgenommen, geht ihm gar an den Kragen und schimpft, er habe Vanessa auf dem Gewissen, kann aber zurückgehalten werden. Lewis beteuert kleinlaut, er habe immer das Wohl der Stadt gesehen, und Francis wirft ein, man könne Lewis in der Presse zum Verantwortlichen für das Massaker abstempeln. Letztlich willigt Lewis ein, ein Kopfgeld von 100.000 $ zu zahlen.

Nächster Tag. Dag erklärt nochmals mehreren potentiellen Haijägern die Gefährlichkeit dieses Hais (für die ganz Blöden), was Ron und Tom sich natürlich nicht eingestehen wollen, stellen sie hier doch die unbelehrbaren Dummköpfe und Bösmannfraktion dar. Ein Kopfschuss müsse ausreichen, sagen sie, was Dag nicht gefällt: Er verlangt mehr Respekt, und Billy weiss, dass zwischen den Augen und unter der Flosse die Schwachstellen des Hais wären (nicht, dass das für die Handlung noch wichtig werden würde). Billy, der den Verlust von Vanessa erstaunlich schnell weggesteckt hat, ergänzt, dass der Hai genau weiss, wann jemand in der Nähe ist. Man habe also zwei Möglichkeiten: an Land zu kommen oder ihn zu töten, "andernfalls tötet er sie zuerst". (Bibber!)

Ein gefährlich aussehender Rammbock spricht währenddessen mit unser aller Liebling Lewis. Er beschwört ihn, den Hai sofort aus der Welt zu schaffen und wirft ihm vor, dass er die Regatta fortsetzen liess anstatt sie abzublasen. Die Freunde in New York wären nicht grad begeistert, Lewis gesteht seine Fehler ein. (Welche Funktion dieser Gorilla genau in diesem Film einnimmt, dass er Lewis so unter Druck setzen kann, weiss ich bis heute noch nicht. Auf jeden Fall scheint Lewis in irgendwelche illegale Geschäfte verwickelt zu sein, wie im folgenden Handlungsverlauf deutlich wird.) Ron hört das Gespräch heimlich mit, und sein Daddy offeriert ihm, dass die Immobilienpreise in den Keller gehen, wenn nicht bald der Hai stirbt, worauf Ronny Papa verspricht, ihm seinen Kopf zu holen.

Gesagt, getan - schon am nächsten Tag (oder meinetwegen auch zwei Tage später, genauere Zeitangaben kriegt man hier sowieso nicht geliefert) trifft er sich mit Glenda, Tom und einer anderen gesichtslosen Barracke (Name mir unbekannt, wird, glaube ich, aber auch gar nicht genannt), um letzte Vorbereitungen für die Haijagd zu treffen. Glenda hat gut mitgedacht und eine Schusswaffe von ihrem Vater mitgebracht - "Er vertraut auf dieses Ding!" (Im übrigen ist das in meinen Augen eine Schrotflinte - ich bin kein grosser Waffenexperte -, die ja bekanntlich sehr wirksam gegen Monsterhaie ist.) Scheint ja ein sehr liebevoller Vater zu sein, wenn er seine Tochter damit auf die Pirsch schickt. Und schwupps, besteigen sie das Schiff und stechen in See, wie übrigens auch unsere drei Freunde Dag (hemmungslos in Kauf nehmend, seine Tochter zum Waisenkind zu machen), Bob und Billy. Susi und Gloria winken ihnen zum Abschied hinterher, gloriose Musik ertönt.

Dag, der diesen Morgen offensichtlich einen Clown gefrühstückt hat, reisst ein paar müde Witzchen, über die er selbst am meisten lacht, und erzählt über seine Karriere als Walfänger. Billy gefallen die Scherze gar nicht, er sieht sich deshalb genötigt, den hammermässigsten Spruch des gesamten Films auf die Zuschauer loszulassen: "Der Hai, nach dem wir suchen, ist ein besonderer Hai. Er ist irgendwie anders, ich würd´ sagen, er ist anormal." (Ich lag vor Lachen am Boden. Einen dämlicheren Meeresbiologen habe ich wirklich noch nie gesehen.)

Noch guten Mutes sind auch Ron und seine Freunde. Sie schmeissen einen riesigen Fleischklumpen ins Wasser, um den Hai zu ködern, was man fast glauben könnte, würde das Fleischstück nicht ständig seine Grösse verändern und würden die Bilder nicht arg nach Dokuaufnahmen aussehen.

Dann wieder bei Gloria, Susi und den Delphinen. Susi gesteht Herzchen Gloria, dass sie nicht mehr gern mit den Delphinen spielt und unbedingt hier weg will, weil "wir uns nur Lufrösser gebaut haben". Gloria korrigiert: "Du meinst wohl Luftschlösser." - Susi: "Ist das nicht dasselbe?" (Die Drehbuchautoren sollte man alle ins Jenseits befördern.) Es geht noch weiter. Susi: "Ich will hier nicht weg, ich will aber auch nicht hierbleiben." (Ja, was denn nun? Die arme Kleine, innerlich zerrissen.)

Derweil machen Ronny & Co. Bekanntschaft mit dem Beisser. Ron schiesst reichlich unmotiviert mit der Schrotflinte auf den Hai, den stört´s aber nicht sonderlich, sondern er rammt das Boot. (Interessanterweise sind bei den gezeigten Unterwasseraufnahmen des Hais Eisberge im Hintergrund zu sehen.) Das Schiff gibt bedauerlicherweise den Geist auf. Verzweiflung macht sich breit. Der Namenlose der vierköpfigen Besatzung schlägt vor, den Köder wieder ins Wasser zu werfen, was allgemeine Zustimmung findet. (1. Warum haben sie den Köder eigentlich wieder reingeholt? 2. Warum soll er ausgerechnet jetzt, wo das Boot keinen Laut mehr tut, wieder reingeworfen werden?) Die Antwort auf die zweite Frage folgt auf dem Fuss: Damit wir natürlich Zeugen einer Dokumentarfilmszene, die sich sichtbar vom eigens gedrehten Material unterscheidet, werden können, in der ein Hai, der wiederum ganz anders aussieht als alle anderen bisher im Film dargestellten Haie/Haimodelle, gierig nach einem Fleischklumpen schnappt. Für wie blöd hält Herr Snyder den Zuschauer eigentlich? Naja, jetzt wird´s spannend: Die Leine nämlich, an der das Fleisch befestigt ist, reisst, woraufhin Ron ins Wasser fällt und dem Hai somit als willkommene Zwischenmahlzeit dient.

Glenda kommt in ihrer Panik auf die grandiose Idee, Benzin aus einem Kanister auf den Hai zu kippen, um ihn dann anzuzünden - beileibe keine schlechte Idee, wenn sie den Kanister mal loslassen und das Benzin nicht auf das Deck, sondern auf das Monster schütten würde. Vielleicht hätten diese zwei groben Fehler von Glenda aber gar keine negativen Konsequenzen, wenn Tom nicht noch einen dritten Fehler beginge und mit seiner Pistole auf den Hai und nicht auf den Kanister schiessen würde. So macht es bumm, und ich bin geneigt zu sagen: Wer so blöd ist, hat´s auch nicht besser verdient!

Dag und Konsorten hören den Lärm, wollen dem auf den Grund gehen, während Francis bereits darüber informiert wird, dass die Küstenwache eine Explosion von Lewis´ Boot gemeldet hat. (Schwer auf Zack, die Küstenwache, nicht wahr?) Francis tut das einzig Richtige und befiehlt, alle Schiffe zurück an Land zu holen und Lewis die böse Nachricht vom Tod seines Sohnes zu überbringen.

Bob stellt fest, dass das Ruder streikt. SCHOCK! Dag ärgert sich und stapft sofort in den Maschinenraum, um das Problem zu beheben, bemerkt aber innerhalb von Bruchteilen von Sekunden, dass die Ursache im Wasser zu suchen ist und will sich das Schiff von aussen näher ansehen, doch sein treuer Sohnemann Bobby kommt ihm zuvor und springt selber, taucht unters Schiff.

Francis ist inzwischen bei Lewis eingetroffen und erzählt dem von Rons Tod. Obendrein erbittet er von Lewis einen seiner Helikopter, um die Bestie eigenmächtig zu besiegen. Lewis willigt ein.

Bobby weiss mittlerweile den Grund für die Schiffsprobleme. Ein Seil hat sich im Propeller verfangen. Da - wieder Spannung! Der Hai kommt angeschlichen, doch in letzter Sekunde kann Bob den Fehler beheben und unversehrt an Deck zurückkommen; der kleine Racker dreht beleidigt ab. An Bord erzählt Bob, dass ihm da unten ein Schiffswrack aufgefallen sei. Da kommt ein Hubschrauber der Küstenwache angeflogen, und man teilt den dreien mit, sofort umzukehren, was Dag und seine Crew dann auch tun.

Francis, blind vor Hass, steigt in den beorderten Helikopter ein und hebt zusammen mit dem Piloten ab. Es dauert nicht lange, und er erblickt mit seinem Fernglas den Übeltäter. Blitzschnell zieht er seine Jacke aus und schmeisst einen Fleischklumpen aus dem Hubschrauber (?). Offenbar hat er vor, den Hai per Hubschrauber an Land zu hieven. Ähm, ich habe ja schon viel gehört, aber ist das wirklich eine gute Idee - und vor allem: Ist das technisch überhaupt durchführbar? Egal, der Hai beisst jedenfalls an, aber er ist zu schwer, weshalb das Maschinengewehr (?) ausgepackt wird und seinen Dienst tun soll. Francis: "Ich blas´ dir dein bisschen Gehirn weg!" (Das sagt der Richtige!) Ihm gelingt es nicht, ihn zu treffen, und so kommt, was kommen muss: Er fällt ins Wasser, Endstation für unseren nominellen Hauptdarsteller! Schnitt! (Was sonst noch passiert, bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen. Anzunehmen ist, dass der Helikopter ebenfalls ins Meer gestürzt ist.)

Dann dürfen wir wieder Lewis´ Anwesen begutachten. Der Rammbock von vorhin ist wieder zu Besuch und liest seinem Gegenüber ob der neuen Vorkomnisse die Leviten. Lewis ist rat- und hilflos, weshalb Rambo beschliesst, seine beiden mitgebrachten Gorillas - die auf den ersten Blick dumm wie Stroh sind - auf den Hai anzusetzen, die 100.000 $ einzukassieren und Lewis´ Geschäfte zu übernehmen. Ausserdem erwähnt er in einem Nebensatz das "Aquarium". (Ich weiss immer noch nicht, was die Typen wollen...) Gloria hört heimlich mit und stellt ihren Papa zur Rede, macht ihm Vorwürfe, Ronnys Leben nur wegen seiner Partner geopfert zu haben. Dafür kriegt sie eine schallende Ohrfeige (man achte auf Schlagstärke der Hand und den dazugehörigen Klatschton), und als sie mit Dag reden will, schliesst Lewis sie in ihr Zimmer ein, und zwar solange, "bis das alles vorüber ist". (Kann ja noch dauern!)

Inzwischen dürfen nicht nur Dag, Larry (auch mal wieder mit dabei) und Bob, sondern auch der Zuschauer in einem Institut durch Billy endlich erfahren, was es mit der Eingangssequenz auf sich hatte. Die gesunkene Cleveland beinhaltete einen genmanipulierten Hai (ui, völliges Neuland innerhalb des Genres), der das Schiff jetzt sein Eigen nennt und alles drumherum als sein Jagdgebiet ansieht.

Gloria gelingt es unterdessen, mit Leichtigkeit über den Balkon ihr Zimmer zu verlassen und zu fliehen und rennt prompt zu ihren Freunden, während Billy bereits einen Plan ausgearbeitet hat, wie man den Hai besiegen könnte. Also, anschnallen, liebe Leser, sein Plan: Man füllt das Schiff mit Dynamit und sprengt es mit dem Hai in die Luft. Wow! Gloria stürmt daraufhin in den Raum und berichtet aufgeregt, dass sie mitgehört hätte, dass drei finstere Gesellen es aufs "Aquarium" abgesehen hätten. (Worauf genau sie es abgesehen haben? Ich weiss es nicht!) Da fällt es Dag wie Schuppen von den Augen: Susi ist dort momentan ganz allein. (Alter, das fällt dir ja früh ein...) Alle stürmen aus dem Haus, lassen ihre Pläne liegen, ohne abzuschliessen. Augenscheinlich hat Gloria ein kleines Augenproblem, denn direkt vor dem Haus parken die zwei Gorillas, die sie eben noch in ihrem Haus beobachtet hat, mit ihrem Wagen, und nur wenige Zentimeter laufen die Gutmenschen an den beiden vorbei, ohne dass Sweetheart Gloria sie bemerkt. Somit folgt die Strafe auf dem Fuss: Die Gorillas (im Folgenden Dick und Doof genannt) brechen ins Institut ein, nehmen die Pläne näher in Augenschein und verschwinden damit.

Dag teilt die Gruppe auf: Bob und Larry sollen die Boote überwachen (?), Billy die Papiere holen, und Dag selbst bleibt mit Gloria am Schwimmbecken. Ja, das macht jetzt alles furchtbar viel Sinn. Wollen sie jetzt etwa tatsächlich Wache schieben, falls ein Bösewicht auftauchen sollte? Er beschliesst, morgen früh um sechs mit seiner Belegschaft aufzubrechen. Billy findet ein leeres Büro vor und flucht, und der Zuschauer kommt erneut in den Genuss einer herrlich bescheuerten Szene: Bob und Larry kommen gerade ins Bild gerannt, stellen im Bruchteil einer Sekunde (!) fest, dass es hier nicht nach irgendwas Verdächtigem aussieht, ehe die Dummbatzen von den noch dümmeren Dick und Doof niedergeschlagen werden. (Diese Szene muss man am besten selbst gesehen haben.) Danach knüpfen sie sich Daggys Boot vor. (Was genau sie machen, weiss ich leider nicht.)

Am nächsten Morgen machen sich Dick und Doof ihrerseits mit einem Boot auf Haijagd, während Dag an seinem eigenen Kahn fuhrwerken muss, um ihn wieder flott zu bekommen, was ihm letztlich auch gelingt. (Da haben die beiden Blödmänner gestern Nacht ja toll gearbeitet.)

Unterdessen sind die beiden Gorillas mithilfe der von Billy ausgearbeiteten Pläne an der Unglücksstelle der Cleveland angekommen, und der Stärkere des blöden Duos taucht - ausgestattet mit Giftpfeilharpune - in das Wrack, um dort dem schwimmenden Unhold den Garaus zu machen.

Ein erneuter Szenenwechsel zu unseren vier designierten Haikillern Dag, Bobby, Billy und Larry. Gloria bekommt die wichtige Aufgabe, während Dags Abwesenheit auf Susi aufzupassen. Susi zu Dag: "Gib dem Hai einen Boxer auf die Nase von mir." (Ich an ihrer Stelle wäre wahrscheinlich etwas besorgter. Schon mal mit dem Gedanken gespielt, Kleine, dass dein Papi auch getötet werden könnte?) Gloria und Bob hingegen können sich schwerer voneinander trennen, das Mädel bricht wenig überzeugend in Tränen aus.

Der Taucher indes bekommt es in der Cleveland mit dem Hai zu tun, wird von ihm attackiert und gefressen, und nur wenige Sekunden später darf auch seine bessere Hälfte sein Ableben feiern. (Und der Zuschauer fragt sich: Was, verdammt nochmal, hatten diese beiden Protagonisten in der Geschichte zu suchen? Dieser Handlungsstrang ist ja wohl voll ins Leere gelaufen.)

Nun ist es endlich soweit: Wir kommen zum knalligen Finale, das sich gewaschen hat. Unter pathetischer Musik laufen die vier Helden ein zweites Mal aus. Im nächsten Moment sind sie dann auch schon an dem Ort, an dem die Cleveland gesunken ist, und sie bereiten das Dynamit vor. (Woher sie das haben? Keine Ahnung! Vielleicht hat Dag mal für den Fall der Fälle ein paar Stangen im Keller gebunkert...) Nur wenige Augenblicke später dürfen Billy, Bob und Larry tauchen gehen und das Dynamit im Schiffswrack anbringen. Dag hält an Bord nach dem Hai Ausschau. Bis die drei Taucher in die Cleveland schwimmen (die in der Oberansicht immer noch wie ein Spielzeugschiffchen aussieht) und es völlig problemlos schaffen, die Sprengladungen dort anzubringen, führt der Regisseur uns noch ein kleines Repertoir an Unterwasserarchivmaterial vor (eine Muräne, ein Tintenfisch).

Zwischenzeitlich darf Larry noch einmal auftauchen, um sich von Dag noch ein rätselhaftes gelbes Kästchen abzuholen (offensichtlich eine Art Zeitzünder). Ach, übrigens: Als Larry auftaucht, kann man eindeutig erkennen, dass das Wasser, in dem er schwimmt, höchstens vier Meter tief ist. Dann Extremspannung! Dag will grad ein Schlückchen Bier trinken, da fallen ihm fast die Augen aus (1A-Schauspielerleistung!), denn der Racker taucht endlich auf. (Hat lang genug gedauert!) Mit einer Schrotflinte knallt er auf den Hai, der sich jedoch wenig beeindruckt aufmacht, Richtung Cleveland abzutauchen. Bob und Larry beenden ihren Tauchgang, als ihnen just einfällt, dass Billy noch fehlt, also beschliesst Bob, der Held, nach ihm zu tauchen und ihn hochzuholen. Aufgrund der schlechten Unterwasserbildqualität weiss ich nicht so genau, was Billy genau passiert ist, aber ich vermute, er wollte mit Klopfgeräuschen den Hai anlocken, und er gelangt schwer keuchend an die Wasseroberfläche. Nun fehlt aber wiederum Bobby: Der hat da unten eine grausige Entdeckung gemacht, die Zündschnuren sind nicht miteinander verbunden. Doch ehe der Hai kraftvoll zubeissen kann, hat er sie verknotet und ist wieder an Deck. (Was stark auffällt, ist die Tatsache, dass ihm es theoretisch gar nicht gelingen kann, so verdammt schnell wieder aufzutauchen. Immerhin dauerte der Tauchgang zur Cleveland eine knappe Minute, die gleiche Strecke zurück nach oben braucht Bob höchstens zehn Sekunden.) In einer selten unspektakulären Sequenz geht schliesslich die Ladung in die Luft, mit ihr der Hai, dessen Tod in einem schauerlich schlechten und höchstens eine Sekunde andauernden Effekt abgehandelt wird. Die vier Giganten schert das nicht, sie liegen sich jubelnd in den Armen und schreien ihre Freude heraus. Sieg!

Elegante Überleitung zu hochspringenden Delphinen im "Aquarium". Ja, der Zuschauer bekommt zum Abschluss noch ein paar Kunststücke der possierlichen Viecher geliefert. Die Zuschauermenge tobt, auch Susi ist ganz aus dem Häuschen, sogar Lewis ist anwesend - allerdings nur aus dem Grund, um Dag einen Scheck zu überreichen, der offensichtlich für die Rettung des "Aquariums" ausreicht. Gerade als er das den "Aquarium"-Besuchern verkünden will, taucht ein Seehund hinter ihm auf, stubst ihn an - und Lewis fällt wieder ins Wasser. Schallendes Gelächter, und alles ist wieder gut - ENDLICH ENDE!

Bewertung

alternatives Plakatmotiv
Puh, diese zugegeben sehr ausführliche Filmbeschreibung hat ganz schön viel Zeit meines Lebens gekostet. Wie der Doc sowas immer innerhalb weniger Stunden hinbekommt...

Egal, ich hab´s überstanden - und Spass hat´s auch gemacht -, nun will ich noch abschliessend ein paar Worte zur Qualität des Films verlieren, die mir auf den Nägeln brennen.

Wie ihr sicherlich gemerkt habt, ist "The Beast" von A bis Z eine totale Lachnummer. Nichts, aber auch gar nichts Positives kann man hier vermerken. Nichts, rein gar nichts funktioniert hier, Herr Snyder ist wahrscheinlich einer der unfähigsten, untalentiertesten Regisseure aller Zeiten. Wenn dies wirklich ein Versuch sein sollte, einen konkurrenzfähigen Horrorfilm zu drehen - und davon gehe ich stark aus, da der Streifen bierernst und nicht etwa parodistisch daherkommt -, dann zweifle ich stark an seinem gesunden Menschenverstand. Allein die Idee, aufgrund fehlender Geldquellen gänzlich auf ein eigenes Haimodell zu verzichten und dafür Szenen aus anderen Haifilmen bzw. -dokumentationen in die darum aufgebaute Handlung einzubetten, ist schon ein starkes Stück. Hätte man sich wenigstens die Mühe gemacht, mit dem Archivmaterial sorgfältig umzugehen, um Anschlussfehler zu vermeiden, aber nein - hier wurden offensichtlich so viele Sequenzen wie möglich in den Film gestopft und in keinster Weise darauf geachtet, ob sie nun gerade passen oder nicht. Oben habe ich ja hoffentlich genügend Beispiele gegeben, wie schlampig die Verantwortlichen gearbeitet haben - mit Ausnahme der Eingangssequenz, die - wie bereits erwähnt - das Beste am ganzen Film ist, wenn sie auch keinen mehr vom Hocker reissen wird, der irgendeine Ahnung von Horrorfilmen hat. Nur an dieser Stelle beweist die Filmcrew, dass man Archivmaterial mit selbst gedrehtem Filmstoff durchaus geschickt verbinden kann. Aber insgesamt gesehen hat ein solch peinliches Mischmasch noch nicht mal Ed Wood zustande gebracht.

Fast noch peinlicher sind Snyders verzweifelte Versuche, dem Zuschauer zu suggerieren, dass einige Szenen abends oder nachts spielen. Die Wahrheit ist - und das sieht ein Blinder mitm Krückstock: Nicht eine einzige dieser Szenen wurde abends oder nachts gedreht, sondern am hellichten Tag bei strahlendem Sonnenschein - vermutlich hat Snyder nachträglich im Schneideraum alles abgedunkelt. So kommt nie das Gefühl einer Nacht auf, zumal hin und wieder die Sonne durchschimmert.

Hinzu kommt der völlig einfallslose, weitgehend ebenfalls aus Spielbergs Klassiker "Der weisse Hai" kopierte Plot. Einzelne Momente rufen unausweichliche De´ja`-vu-Erlebnisse hervor, etwa wenn der vermeintliche Hai gefangen wurde oder der Meeresbiologe vorschlägt, ihm den Bauch aufzuschneiden, um nachzusehen, was er im Magen hat. Da kommen überhaupt keine eigenen Ideen, wie man die Geschichte ein wenig variieren könnte, und der Einfall mit dem zur Killermaschine hochgezüchteten Hai ist so alt, dass er fast schon wieder neu ist. Die platten, mitunter unvorstellbar dämlichen Dialoge und Sprüche, die vor allem aus Billys Mund kommen, beleidigen das Gemüt und sind unfreiwillig komisch. Manchmal konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Das alles tut schon ganz schön weh - besonders auch die vom Regisseur als ach so witzig gemeinten Momente, wie der Seehund, der Lewis zweimal ins Wasser schubsen darf. Die Gags haben solch einen langen Bart, wirken so krampfhaft - unglaublich, dass die in einem Film von 1995 noch einmal aufgewärmt wurden. Grausam, grausam! Und die an den Rollstuhl gefesselte Susi, die vermutlich deshalb mit in die Handlung eingebaut wurde, damit sie aufgrund ihres Schicksals beim Zuschauer Mitgefühl erweckt, geht - zumindest in der deutschen Fassung - mit ihrer grellen Stimme, aber auch mit ihren bescheuerten Fragen dermassen auf die Nerven, dass ich nichts dagegen gehabt hätte, wenn sie dem Hai zum Opfer gefallen wäre.

Haarsträubende Logikfehler (Wie schafft der Hai es, die Schutzgitter zu durchbrechen? Wie kann ein angeblich so fürsorglicher Vater wie Dag seine Tochter in der Nacht ganz alleinlassen, sie aus der Nähe einen toten Hai anschauen lassen - und vor allem: Wie kann er bloss so ungehemmt das Risiko eingehen, sie zur Waise zu machen, indem er auf Haijagd geht? Warum dauert es so lange, bis man zur Cleveland abgetaucht ist, aber so kurz, um aus dem Wrack wieder aufzutauchen? etc.) sowie stereotype Protagonisten (Lewis, Ron und Tom die unverbesserlichen Bösewichte, die nicht eine positive Charaktereigenschaft besitzen; Dag, Gloria, Bob, Billy, Larry und Francis die uneingeschränkt Guten, die nicht eine negative Charaktereigenschaft besitzen; Vanessa und Glenda, die naiven Dummerchen, die sich debilen Vertretern wie Ron und Tom an die Hälse werfen), die sich vom Charakter her überhaupt nicht weiterentwickeln, verärgern zusätzlich und stören ungemein. Kein Klischee wird ausgelassen, alles ist schon dagewesen und absolut vorhersehbar (mit Ausnahme vielleicht von Francis´ Tod, der offiziell der Hauptdarsteller ist).

Dies alles sind Aspekte, die viel zu schwer wiegen, um den Film zumindest in den unteren Durchschnitt zu hieven. Lächerlich überflüssig der Handlungsstrang um die beiden Dummköpfe Dick und Doof - warum die beiden gegen Ende noch eingeführt werden mussten, weiss wohl auch nur der Regisseur.

Was "The Beast" allerdings endgültig den Todesstoss versetzt, sind die fehlenden Effekte. Ein Horrorfilm braucht nun einmal Effekte - und die hat dieser Film nicht. Alles, was man zu sehen kriegt, sind Blutlachen im Wasser, die Leiche, die anfangs am Strand gefunden wird und einmal blitzschnell ein abgerissenes Bein (das wiederum ist Material aus "Der weisse Hai"). Ansonsten gönnt Snyder einem keinerlei blutige Details, nie ist der Hai gemeinsam mit einem seiner Opfer im Bild. Stattdessen immer das gleiche Schema: Hai schleicht sich an, begleitet von Spannungsmusik, abwechselnd Hai und Opfer im Bild, dann ein grober Schnitt. So bekommt man weder den Hubschrauberabsturz noch Francis´ Ableben und Verspeisung im Bild zu sehen - und nach Details lechzt ein Filmgucker nun mal, wenn er einen Haihorrorfilm sieht. Daraus resultiert phasenweise gähnende Langeweile anstatt Spannung - einzige Unterhaltung sind die saublöden Sprüche und das lustige Aus-welchem-Film-stammt-diese-Szene-Quiz. Eine Frechheit ist dann das furchtbar laue Finale, das man nicht weniger aufregend hätte gestalten können - und ideenlos ist es sowieso.

Kommen wir zu den Schauspielern, die zum grossen Teil den Namen "Schauspieler" eigentlich gar nicht verdienen, völlig zu Recht habe ich die Gesichter der Darstellerriege bisher nur in diesem Film erlebt. (der Doc kennt sich da sicherlich besser aus.) Allen voran Hauptdarsteller David Luther als Sheriff Francis Berger, der dermassen jämmerlich daherkommt, dass man es kaum glauben mag. Zu keinem Zeitpunkt des Films strahlt er auch nur den Hauch Charisma aus, und sympathisch ist er erst recht nicht. Völlig gelangweilt agiert er und setzt einen Gesichtsausdruck auf, dass man meinen könnte, er wüsste, in welch einem bescheuerten Murks er mitwirkt. (Was ihn wiederum sympathisch machen würde...) Am besten schneidet da noch George Barnes als Ekelpaket Samuel Lewis ab, der zwar hemmungslos chargiert, es aber gerade dadurch fertigbringt, dass ihn der Zuschauer auf den Tod nicht ausstehen kann, was schliesslich Ziel des Machwerks sein soll. Sicherlich ebenfalls nur eine mässige Leistung, aber immer noch der ausdrucksstärkste Akteur. Richard Dew als Dag Soerensen dagegen ist schrecklich. Nicht nur, dass der Zuschauer ihm die Rolle des liebevollen Vaters nicht eine Sekunde abnimmt, nein, seine schauspielerischen Fähigkeiten stehen denen des Ex-Wrestlers Hulk Hogan (dem er durchaus ein wenig ähnelt) in nichts nach. Und was für ein toller Darsteller Hogan ist, brauche ich wohl niemandem zu erzählen...

Den Rest kann ich mir eigentlich schenken, das Teenager-Ensemble weist keinerlei Qualitäten auf: Scott Silveria als Bob mag zwar rein äusserlich den Traum aller Mädchen verkörpern, schauspielerisch ist er eine Null; Sky Palma als dumme Nuss Glenda übernimmt eine äusserst undankbare Rolle und ist damit überfordert, während Norma J. Nesheim (in ähnlicher Rolle) als Vanessa etwas besser agiert, aber immer noch im unteren Bereich. Gregg Hood als Billy schiesst den Vogel ab: Er stellt nicht nur den wohl miserabelsten Meeresforscher dar, den die Welt bisher gesehen hat, sondern ist obendrein noch ein über und über nichtssagendes Milchgesicht. Den Namen der Susi-Darstellerin konnte ich leider nicht herausfinden, aber wie bereits erwähnt: Sie spielt ihre Rolle gnadenlos übertrieben und hat eine penetrant nervende Synchronstimme, wofür sie selbst natürlich nichts kann, dennoch ist jede Szene mit ihr eine ziemliche Qual.

Die Musik ist weitestgehend geklaut (wenn mich nicht alles täuscht, war sogar etwas "Star Wars" dabei), aber immerhin erträglich genug, um sie nicht als störend bezeichnen zu müssen. Dennoch: Von einem John Williams, dessen "Weisser-Hai"-Thema allein schon Nervenkitzel erzeugt, ist Ales Thomas, der Verantwortliche, weit entfernt.

Bleibt das Fazit: "The Beast" ist in jeder Hinsicht ein unterirdisches, grauenvolles Machwerk, das zwar einigermassen unterhalten kann, aber nur aufgrund der Unfähigkeit der Filmcrew: Die dämlichen Dialoge sind zum Teil Schenkelklopfer, der Schnitt eine einzige Katastrophe und gerade deshalb unterhaltsam. Ich habe noch nie so viele Anschlussfehler in einem Film gesehen, die eigens abgekurbelte Handlung und das fremde Haimaterial finden nie zusammen und sind völlig nachlässig zusammengestümpert worden. Empfehlenswert ist "The Beast" auf alle Fälle für jeden Trash-Fan, allein damit man sehen kann, was sich einige Filmemacher einfallen lassen, um Geld zu scheffeln. William E. Snyder hat es ohne ein eigenes Modell fertiggebracht, einen abendfüllenden Hai-Horrorfilm zu drehen (auch wenn er noch so mies ist). Das Stehlen von Szenen aus anderen Haiwerken ist dreist und unverschämt, und dafür müssten alle Verantwortlichen eigentlich verklagt werden (ob Steven Spielberg den Film kennt?).

Mich hat der "Horrorfilm" zwar ganz gut unterhalten, ich finde eine solche Vorgehensweise allerdings mehr als unverschämt.


(c) 2008 Stefan Meckel

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