Blood on the Badge
Aus Badmovies.de
Regie: Bret McCormick
Darsteller: David Harrod (Neil Farrow), Rocky Patterson (Milo
Truscott), Melissa Deleon (Jenny Webber), Desire LaFore
(Alexandra), Joe Estevez (Captain Burton), Monique Detraz (Sandra),
Todd A. Everett (Bill Marshall)
In Texas treibt eine dem Vernehmen nach libysche Terrororganisation
namens "Hand Gottes" ihr Unwesen und meuchelt diverse Politiker.
Neil und Bill, zwei befreundete Cops, erhalten eines Tages den
Tipp, in einem Lagerhaus nach dem Linken oder Rechten zu sehen.
Tatsächlich stoßen die Cops dort auf ein gut sortiertes Waffenlager
plus einen Schwung eher unfreundlich gesinnter Terroristen. Bill
(schwarz, kurz vor Heirat, Zukünftige schwanger - die arme Sau
hatte keine Chance...) spielt Kugelfang und fällt ins Koma.
Rachedurstig verfolgt Neil die einzige Spur - die bösen Buben
entfleuchten mit dem Lieferwagen einer Schweinefarm aus der
Provinz. Das dortige Kaff befindet sich fest in der Hand des
Schweinefarmbesitzers Truscott, der nebenbei auch noch ein Rassist,
allgemeiner Arsch und Chef einer Wehrsportgruppe ist. Im Gegensatz
zum schundgestählten Zuschauer braucht Neil über 'ne Stunde und
eine verhängnisvolle Affäre mit einem von Truscotts Betthäschen, um
sich zusammenzureimen, dass der Schweinefabrikant, der seine
gefallenen Lohnschläger gerne mal zu Wurst verarbeitet, persönlich
das Oberhaupt der Terroristen ist...
Der Film: Gähn. Wie alle aufmerksamen Leser mittlerweile sicher
längst wissen, kann ich normalerweise selbst dem hinterletzten
Güllefilm noch irgendeinen Unterhaltungswert abgewinnen und sei's
das bekannte Syndrom, dass man sich beim Zusehen energisch fragt,
wer zum Geier den betreffenden Film mal für eine gute Idee hielt.
Kurz gesagt - ich neige normalerweise dazu, selbst dem größten
Schrott meine komplette und ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen.
Bei "Blood on the Badge" allerdings entschied ich nach schon gut 20
Minuten, dass das Gebotene allenfalls als Hintergrundberieselung
tauglich ist und bearbeitete lieber meinen e-mail-Eingang - und das
händische Löschen von Spam-Mails ist in der Tat erheblich lustiger
und kurzweiliger als der zweifelhafte Genuss dieses Pseudothrillers
aus dem in dieser Hinsicht schier unerschöpflichen Programm der
deutschen Budget-DVD-Labels.
Das beste, was "Blood on the Badge" zu bieten hat, ist dabei
ironischerweise noch seine Grundidee - zwar nicht weltbewegend
originell, aber immerhin auch nicht tödlich abgegriffen ist der
Gedanke, dass sich eine ultranationalistisch- und rassistische
Terrorfraktion als fiese arabische Bombenleger und Meuchelmörder
tarnt. Aus den sich daraus erschliessenden Möglichkeiten macht das
Script aber leider nichts, sondern frühstückt diesen Aspekt mit ein
paar simplen Throwaway-Lines des Evil Madman ab - wichtiger war den
Autoren scheinbar der nicht gänzlich unerheiternde Aspekt, dem
recht ratlos durch die Gegend stolpernden Protagonisten
übersinnliche Hinweise seitens seines ins Koma geschossenen
Freundes und Kollegen (mittels "himmlischer" Visionen, die den ein
oder anderen Reviewer-Kollegen zu einem stoßseufzenden "use the
force, Luke" veranlaßten) mit auf den Weg zu geben - recht so, denn
sonst würde der Herr Held heute noch durch die texanischen
Schweinezüchtereien tingeln.
Was haben wir ansonsten zu bieten? Schön-scheußlich-doofe Dialoge
(deren Höhepunkt zweifellos gen Ende der vom Oberfiesmann
ausgesprochene Satz "Jedes Jahr werden mehr Menschen von Schweinen
als von Haien gefressen" sein dürfte. Den rahmt sich Gary Oldman
sicherlich eingedenks "Hannibal" ein und hängt ihn sich über's
Bett), Schauspielkünste, für die sich jeder Mime der
Kleinkleckersreuther Dorfbühne schämen würde, einen transusisgen
"Spannungsaufbau", der jeder Beschreibung spottet, ein bis
eineinhalb Action-Szenen, bei deren Anblick man einmal mehr merkt,
was man an den Action- und Stunt-Künsten der Kämpen von PM
Entertainment hat und ein generell gnadenlos billiger Look des
Sreifens, sowohl was die einfallslose Kameraführung, ein paar
angedeutete "künstlerische Stilmittel" wie Videolook, kleinere
Überblendungsfizzeleien als auch die unglaublich billige
Ausstattung angeht. Die Qualität der sogenannten Spezialeffekte ist
ebenfalls eher ernüchternd.
Verantwortlich hierfür zeichnet als Regisseur Bret McCormick, der
unter dem Pseudonym Max Raven u.a. für den Horrorklopper "The
Abomination" zuständig war, sowie als Produzent David Winters, dem
die Welt einerseits die wirklich bemerkenswerte Horror-Satire "The
Last Horror Film" (hierzulande wahlweise als "Love to Kill" oder
"Maniac 2" bekannt) und andererseits den Ultra-Trash-Klopper "Space
Mutiny" verdankt (hier agiert Winters federführend für "Action
International Pictures"... man lasse sich die Anfangsbuchstaben mal
auf der Zunge zergehen). Schauspielerisch wird sich wie nicht
anders zu erwarten kaum mit Ruhm bekleckert- Top-Billing genießt
Joe Estevez (aus dem Sheen/Estevez-Klan, allerdings beinahe
ausschließlich in Z-Movies agierend) für seine ca. fünf Minuten
Screentime als Neils Vorgesetzter (wobei eine Szene, in der er
angesichts eines besserwisserischen Jungstaatswalts aus der Haut
fährt, zwar vollkommen out-of-place wirkt, andererseits aber von
ihm zu einer wahren tour-de-force genutzt wird, das waren so
ziemlich die einzigen zwei Minuten, in denen ich mich wieder voll
auf den Film konzentrierte). Danaben agieren ausnahmslos Pappnasen
wie David Harrod (unterbelichteter Held), Desire LaFore
(Pseudo-Femme-Fatale) oder Rocky Patterson (als verdammenswerter
Erzschurke eine einzige darstellerische Nullität).
Bildqualität: Wer aus der Kombination "Grützefilm" und
"veröffentlicht von Madison" nicht die richtigen Schlüsse zu ziehen
vermag, sollte sich ein neues Hobby suchen. Der Vollbildtransfer
ist zwar nicht ganz so grauenhaft wie bei manch anderem Produkt des
Hauses, aber völlig verrauscht und verwaschen (da ich mich ja
kenne, hab ich probehalber mal die Bildröhre abgestaubt, aber der
Effekt, alles wie durch einen Grauschleier zu sehen, blieb
erhalten... liegt also doch nicht nur an mir). Kanten- und
Detailschärfe erreichen ein Niveau, das man nur angesichts der
Herkunft "Madison" als durchschnittlich bezeichnen kann, dafür hat
man sich in Punkto Kompression mal beinahe Mühe gegeben, der
Zoom-Test förderte keine zu gravierenden Klötzchenbildungen zu
Tage.
Tonqualität: Die einzig mitgelieferte deutsche Tonspur im
Dolby-2.0-Format bietet die gewohnte Qualität für Low-Budget-Ware,
d.h. man bekommt es mit halbwegs brauchbaren Dialogen (allerdings
bewegt sich die Qualität der Synchronisation auf einem eher
bedenklichen Niveau), einem einigermaßen genießbaren Soundtrack und
durchschnittlich reinknallenden Soundeffekten zu tun. Allerdings
zeichnet sich der Track durch ein sehr deutlich vernehmbares
Grundrauschen auf.
Extras: Madison liefert seine Standardextras, die von mir sooo hoch
geschätzten "Specials" (Highlight-Szenen) und eine Fotogalerie von
doch immerhin 12 Stills, die so aussehen, als wären sie mit dem
billigsten Sharewareprogramm erstellt worden (das liegt vermutlich
nicht mal so weit neben der Spur...).
Fazit: "Blood on the Badge" ist eine absoluter
Larifari-Pseudothriller ohne jegliche Höhepunkte, der eigentlich
guten Gewissens nur als Einschlafhilfe zu empfehlen ist. Einzig die
vollkommen hanebüchenen "übersinnlichen Visionen" des Helden und
die Tatsache, dass der Streifen (sort-of) "Hannibal" einen Gag
vorwegnimmt, lassen mich vor einer ansonsten guten Gewissens zu
vertretenden 0-Prozent-Wertung zurückschrecken. Nichtsdestotrotz
handelt es sich um einen erlesen langweiligen Schwachsinnsfilm, der
wieder einmal zeigt, dass regional filmmaking aus den USA, sofern
es sich um Action- und Thrillerware handelt, doch oft und gern
saugt. Aber immerhin - nach dem zweifelhaften Genuss eines Films
wie diesem weiß man, wie schon angedeutet, seine PM- oder
Phoenician-Klopper wieder zu schätzen.
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