Crazies, The
Aus Badmovies.de
98 min, FSK 18
Regie: George A. Romero
Darsteller: Lane Carroll (Judy), Will MacMillan (David), Harold
Wayne Jones (Clank), Lloyd Hollar (Colonel Peckem), Lynn Lowry
(Kathy Bolman), Richard Liberty (Artie Bolman), Richard France (Dr.
Watts), Harry Spillman (Major Ryder), Will Disney (Dr.
Brookmyre)
Als nachträgliches Weihnachtsgeschenk an die Community dachte ich
mir, es wäre eine tolle Idee, einen immer wieder extrem
unterschätzten Horrorfilm des Zombie-Meisters Romeros zu
präsentieren, der zur Abwechslung einmal nicht mit den lebenden
Toten zu tun hat, sondern einen, der sich mit einer anderen
Thematik befasst. Zunächst (wie immer) noch ein paar Infos zur
Entstehung des Films:
Der Film wurde in Evans City, Pennsylvania gedreht. Aufgrund des
niedrigen Budgets wurden Statistenrollen sehr oft von den Bewohnern
der Stadt gespielt, einige der Soldaten in den weißen Schutzanzügen
waren in der Tat Schüler der dortigen Highschool. Das brennende
Haus, welches zu Beginn des Filmes gezeigt wird, war in Wahrheit
das „Zielobjekt" einer Feuerwehrübung. Die dort ansässige
Feuerwehrmannschaft hatte es zu Trainingszwecken in Brand gesteckt,
und Romero und seiner Crew erlaubt, das ganze zu filmen. Genug der
Vorrede, kommen wir zum Film und der DVD. Have fun!
Inhalt: Ein biologischer Kampfstoff der Armee, der unter dem
Codenamen „Trixie" hergestellt wurde, ist in das Trinkwassersystem
einer amerikanischen Kleinstadt gelangt. Das Hauptproblem ist aber
nicht Trixies tödliche Wirkung, sondern die Tatsache, dass die
Infizierten dem Wahnsinn verfallen, und auf andere Menschen mit
einer mörderischen Aggression losgehen. Ein weiteres Problem stellt
die Tatsache dar, dass man die Angesteckten rein äußerlich nicht
von den gesunden Menschen unterscheiden kann. Jeder könnte also der
nächste sein. Das Militär entschließt sich dazu einzuschreiten, und
stellt die Stadt unter Quarantäne. Da man sich dazu entschließt,
den Einwohnern der Stadt nicht den Grund für dieses Handeln zu
verraten, ist der Konflikt zwischen Bewohnern und Armee
vorprogrammiert. Während die Spezialisten verzweifelt nach einem
Gegenmittel suchen, verliert das Militär mehr und mehr die
Kontrolle, da sich die Soldaten von der allgemein herrschenden
Panik anstecken lassen, und die Bewohner beginnen sich (auch
bewaffnet) zur Wehr zu setzen. In all dem Chaos gelingt es einer
kleinen Gruppe von Menschen, sich über die Ortsgrenze zu
schleichen, und sich in einem etwas abseits gelegenen Haus zu
verstecken. Dabei ist dieses Grüppchen immer auf der Hut vor
schießwütigen Soldaten und der überall vorherrschenden
Ansteckungsgefahr....
Der Film: Alle Achtung. Ich bin immer wieder überrascht davon, was
George Romero selbst aus den allergeringsten Mitteln noch
herausholen kann. Man sieht dem Film zwar an, dass das Budget nicht
sehr groß gewesen sein kann, aber sobald die Handlung einmal so
richtig losgelegt hat (und das tut sie praktisch von der ersten
Minute an), sind einem solche Nebensächlichkeiten herzlich egal, da
man sich von da an vor lauter Spannung kaum vom Fernsehsessel
erheben möchte. Man kann die Intensität, mit der sich der Konflikt
zwischen der Armee und der Stadtbevölkerung entwickelt, förmlich
greifen (besonders hervorzuheben sind hier diverse Szenen in der
Highschool und der Kirche des kleinen Ortes).
Romero fand hier eine perfekte Mischung aus Action und
psychologischem Horror. Obwohl die Botschaft Romeros mal wieder
allzu leicht zu durchschauen ist, wirkt sie zu keinem Zeitpunkt
künstlich oder zu dick aufgetragen. Die Inszenierung ist des
weiteren sehr kompakt, es gibt praktisch die ganze Laufzeit über
keine einzige Stelle, in der auch nur ansatzweise so etwas wie
Langeweile aufkommen könnte. Neben seinen Zombiefilmen ist „The
Crazies" der mit Abstand beste Film Romeros für mich (und das
schließt die ebenfalls sehenswerten „Creepshow" und „Martin" mit
ein).
Was wir hier vor uns haben, ist eine ungewöhnliche Geschichte, die
auf innovative Art und Weise erzählt wird.
Cast und Crew: Was die schauspielerischen Leistungen angeht, wird
einem hier für einen Film mit einem Budget von nur 275.000 Dollar
(Quelle: imdb.com) durchaus akzeptable Kost angeboten. Zwar ist
keine/r der SchauspielerInnen wirklich überragend, aber es sticht
auch niemand im negativen Sinne heraus. Die Kameraarbeit von Bill
Hinzman (ja, der Friedhofszombie aus „Night of the living Dead"
durfte hier hinter der Kamera platznehmen) bietet zwar nichts
wirklich bahnbrechendes, geht aber in Ordnung. Dasselbe gilt für
den Score von Bruce Roberts.
Die DVD: Die DVD von Anolis bietet den Film im Bildformat 16:9. Das
Bild ist – wenn man das Alter des Films bedenkt – relativ gut
geworden. Die Kontrastschärfe ist ausreichend und die Farben wirken
natürlich. Artefakte oder ähnliches sind mir nicht
aufgefallen.
Der Ton ist auf deutsch und im englischen Original jeweils in Mono
vorhanden (für die Originaltonspur gibt es außerdem ausblendbare
deutsche Untertitel). Der Ton klingt manchmal etwas dumpf, was aber
Gott sei Dank nicht so weit geht, dass er unverständlich wäre. Man
hat es hier also mit einer durchschnittlichen Mono-Tonspur zu tun.
Extras: Die Extras sind recht mager ausgefallen. Neben einigen
Trailern gibt es nur noch eine Bildergalerie zu bewundern, von der
aber einige Fotos durchaus sehenswert sind.
Fazit: Auch wenn die Extras nicht gerade üppig sind, kann ich für
die DVD eine Kaufempfehlung aussprechen. Den Film sollte sowieso
jeder Horrorfan mindestens einmal gesehen haben, da er
kilometerweit über dem artverwandten, aber gänzlich uninspirierten
und vorhersehbaren „28 Days Later" von Danny Boyle steht! Ich hoffe
nur, dass das geplante Remake von „The Crazies" nicht ein bloßer
Aufguss von Boyles einschläferndem Machwerk wird.
Review diskutieren
Andere Meinung? Diskutiere diesen Film im badmovies.de-Forum!
(c) 2000-2006 (and beyond) Markus Risser, alle Rechte vorbehalten, usw. usf. Review-Klauer werden mit mindestens einem Ein Schloß am Wörthersee-Marathon bestraft. Wer Tippfehler findet, darf sie behalten. Preis zuzüglich 16 % Mehrwertsteuer. Angebot nicht gültig am dritten Donnerstag im Monat und in Österreich. Fahrer während der Fahrt nicht ansprechen. You must be THIS tall to take the ride. Peter Jackson is God. Spendenkonto auf Anfrage.






