Deadly Breed
Aus Badmovies.de
Regie: Charles T. Kanganis
Darsteller: Blake Bahner (Jake Walker), Addison Randall
(Kilpatrick), Michelle Berger (Lana), Rhonda Gray (Alex), Robert
Gallo (Onkel Tony), William Smith (Captain)
Bewährungshelfer Jake Walker tritt seinen Dienst in einem neuen
Bezirk an und bemüht sich nach Kräften, seinen kriminellen
Schützlingen bestmöglichst unter die Arme zu greifen, und wenn's
gar nicht anders geht, drängt er den ein oder anderen Ex-Knacki
schon mal seinem Onkel Tony als Kfz-Mechaniker auf.
Berechtigerweise stutzig wird Jake, als die von ihm betreuten
Probanden ethnischer Herkunft geradezu dutzendweise ermordet im
Kühlhaus den Leichenbeschauers anfinden. Der ermittelnde Cop
Kilpatrick mißt der Mordserie keine besondere Bedeutung bei - sind
ja eh nur Kriminelle, und wenn die sich gegenseitig umlegen, paßt
das schon. Jake ist damit nicht zufrieden, vermutet einen
rassistischen Tathintergrund, da sich unter den Geplätteten keine
Weißen finden, und beginnt - gegen den Rat seines Freunds Vinnie -
auf eigene Faust zu ermitteln. Als der Weiße Jay, Bruder der
Polizistin Alex, zum nächsten Opfer wird, scheint Jakes schöne
Theorie kartenhausmäßig in sich zusammenzustürzen, aber in ein
Wespennest hat er dennoch gestochen - seine Frau wird ermordet. Im
Gegensatz zu ihm weiß der Zuschauer längst, dass reaktionäre Cops
eine Skinhead-Todesschwadron aufgestellt haben und auf deren
Abschussliste nimmt er jetzt selbst einen prominenten Platz
ein.
Der Film: [Pumuckl-Sing-Modus] Hurra, hurra, Pepin/Merhi sind
wieder da, hurra, hurra, das ist ja wunderbar (oder auch nich)
[/Pumuckl-Sing-Modus]. Keine Woche ohne einen Film von PM
Entertainment...
"Deadly Breed" ist ein weiterer Vertreter aus der Frühphase der
B-Movie-Klitsche, genauer gesagt aus dem Baujahr 1989, was schon
mal durchblicken läßt, dass der Streifen sich in Punkto Aufwand
nicht mit späteren stunt- und actionintensiven Fetzern a la "Cyber
Tracker" messen kann. Dafür befleissigt sich der Film, dies im
krassen Gegensatz zu den meisten anderen Erzeugnissen des Hauses,
sogar einer echten Story, die Ansätze von politischer Schärfe
aufweist. Leider ist diese Story nicht immer besonders logisch und
verfällt zu sehr in plumpe Schwarz-Weiß-Malerei, aber ich verleihe
dem Film und Autor/Regisseur Charles T. Kanganis hierfür immerhin
ein Anerkenntniskärtchen. Das nehm ich ihm aber umgehend für die
Charakterisierung des Helden Jake wieder weg - einen so widerlich
edelmütig-hilfsbereiten Gutmenschen der ekligsten Kategorie mußte
ich schon lang nicht mehr erdulden - bei so viel
Menschenfreundlichkeit kommt einem ja glatt das Kotzen. Sei's drum,
er ist unser Held, da müssen wir durch. Gut, wir sehen, was sein
Gutmenschentum seinen "Opfern" bringt, die enden nämlich so
ziemlich durch die Bank komplettemang als Wurmfutter - ich wußte
schon immer: trau keinem, der dir helfen will, es wird übel enden.
Darüber hinaus stört mich ein wenig, dass die Motivatoin der
Schurken ein bissl diffus bleibt - außerdem impliziert der Film,
dass die dargestellte Todesbrigade nur Teil einer größeren
Organisation ist, über die wir auch nichts erfahren. Etwas mehr
Info wäre diesbezüglich schön gewesen. Abgesehen davon bewegt sich
der Film im üblichen Rahmen eines PM-Heulers (von ein paar dezenten
Witzigkeiten abgesehen, so hat einer der Bösen das interessante
Hobby, nackt Pianoimprovisationen in die Tasten zu hauen), es wird
geschossen und gekillt, für einen Satz unbedeckter Frauenbrüste
findet sich mit Sicherheit ebenso ein Plätzchen wie für eine kleine
angeregte Unterhaltung unter Freunden in einem Stripschuppen (wo
können Männer sonst schon mal ungestört plaudern). Nur auf ein paar
Prügelszenen hätte Regisseur Kanganis aufgrund sichtlicher
Unbegabung seiner Herren Akteure für halbwegs glaubhafte
Faustkämpfe und Tritteinlagen besser verzichtet, das wirkt dann
doch eher peinlich. Der Rest der Action ist professionell,
wenngleich auf einem bescheideneren Niveau als bei späteren
PM-Fetzern, so muß man z.B. auf die obligatorische Autoverfolgung
ebenso verzichten wie auf deren feurig-explosives Ende; erst im
Showdown wird echte Pyrotechnik aufgefallen, da aber knallts an
allen Ecken und Enden (und lustig finde ich natürlich auch, dass
ein bereits erschossener Bösmann wieder aufsteht, um sich mit dem
Helden noch einen Zweikampf zu liefern, der mit einem burning
stuntman [TM] endet).
Kanganis' Regiearbeit selbst ist eher statisch - in
Nicht-Action-Szenen beschränkt sich sein Stil auf das simpelste
aller Stilmittel "Kamera aufstellen und einfach mal filmen", aber
zumindest belästigt Kanganis den Zuschauer nicht mit nicht
beherrschten Tricks und Kniffen wie Serge "Powderburn" Rodnunsky,
mein neues Feindbild unter den B-Film-Regisseuren. Standrechtlich
erschossen gehört allerdings der penetrant-nervtötende Quäl-Score
von John Gonzalez, der zu den trommelfellzerfetzendsten Anschlägen
auf den Hörsinn gehört, seit Stockhausen die Zwölftonmusik erfunden
hat - irgendwo zwischen zusammenhanglosen Soundcollagen, Freejazz
und Instrumentenprobe eines untalentierten Symphonieorchesters
angesiedelt.
Bevor ich auf die Schauspielerei, oder das, was ersatzweise bei PM,
besonders in frühen Jahren, dafür gehalten wurde, eingehe, noch der
kurze Hinweis, dass die deutsche Synchronisation des Streifens
absolut furchtbar ist - ohne die Originalstimmen zu kennen, passen
die deutschen Sprecher, sofern sie dazu in der Lage sind,
einigermaßen lippensynchron zu arbeiten, was die meisten nicht
sind, null zu den darzustellenden Figuren und Typen. Ziemlich trüb,
dieses Dubbing.
Blake Bahner (Jake) ist ein blasses Schmalhemd, der ganz besonders
grauenhaft synchronisiert wurde - da ich auch mit seiner
Rollengestalt nicht klarkomme, will ich mal nicht zu sehr über ihn
schimpfen, ist möglicherweise ja genau das, was der Reigsseur von
ihm wollte... Addison Randall (Kilpatrick) gibt eine hübsch fiese
Mischung aus böser-Stacy-Keach und "Commando"-Vernon Wells ab,
William Smith (zweites Billing, aber nur wenig Screentime)
absolviert eine Art extended cameo. Zum Davonlaufen sind die
darstellerischen Leistungen der Weiblichkeit - während Michelle
Berger (auch in "Midnight Warrior" am Start) wenigstens noch gut
aussieht, ist Rhonda Gray zweifellos eine der untalentiertesten
Aktricen der Filmgeschichte - unnatürlicher kann man sich vor der
Kamera gar nicht geben, das ist wahres Anti-Schauspiel (Ms. Gray
belästigte Filmkonsumenten dankenswerterweise nur noch in dem
Primitiv-Slasher "Twisted Nightmare").
Bildqualität: Da haben die Freunde von Eagle Entertainment aber
schon mal besseres hinbekommen. Der 4:3-Vollbildtransfer leidet
unter einem gewissen Grundrauschen, das man ja angesichts Alter und
Güte des Films noch tolerieren könnte, ist aber auch wieder mal
eine Idee zu hell, glänzt nicht gerade durch Kantenschärfe oder
Kontrast und nervt dazu noch mit etlichen Hängern von viertel- bis
halbsekündiger Dauer - geht ganz schön ans Gemüt mit der Zeit. Ein
paar Nachzieher stellen sich auch ein, aber wenigstens bleibt man
vor gröberen sonstigen Bildstörungen verschont (is ja auch
was).
Tonqualität: Es wird ausschließlich deutscher Dolby-2.0-Ton
geboten, bei dem, wie so oft, die Dialoge zu stark in den
Vordergrund gemischt wurden. Soundeffekte und Musik klingen arg
dumpf, aber zumindest, was den Soundtrack angeht, bin ich froh,
dass der während des Films ziemlich in den Hintergrund gedrängt
wird.
Extras: Einziges Goodie ist ein Trailer auf "Kinder des Zorns III",
der komsicherweise mit "O Fortuna" aus der Carmina Burana unterlegt
ist (war das schon immer so bei dem Trailer?).
Fazit: "Deadly Breed" ist einer der interessanteren PM-Filme, da
die Story verhältnismäßig interessant ist und sich sogar eine
gewisse Spannung einstellt. Natürlich hat der Film einige
Schwächen, besonders im darstellerischen Bereich, aber er gestaltet
sich insgesamt recht kurzweilig. Wenn nun der Held etwas weniger
edel (gegen den Typen ist Jesus eine Figur mit Ecken und Kanten)
dargestellt hätte, tät's mir sicherlich noch ein wenig besser
gefallen, aber ich hab mich mit diesem Streifen letztlich ganz gut
unterhalten. PM-Freunde (gibt's die?) können bedenkenlos zuschlagen
(die werden dann auch mit der verbesserungswürdigen DVD-Umsetzung
keine großen Probleme haben, da der Streifen wenigstens relativ
ungeschnitten aussieht und ein Madison-Release mit Sicherheit noch
schlechter wäre), ansonsten empfiehlt sich der Streifen durchaus
für anspruchslose Actionthrillerfreunde. Gibt wesentlich
schlechteres in dem Bereich (schlag nach bei "Powderburn").
Review diskutieren
Andere Meinung? Diskutiere diesen Film im badmovies.de-Forum!
(c) 2000-2006 (and beyond) Markus Risser, alle Rechte vorbehalten, usw. usf. Review-Klauer werden mit mindestens einem Ein Schloß am Wörthersee-Marathon bestraft. Wer Tippfehler findet, darf sie behalten. Preis zuzüglich 16 % Mehrwertsteuer. Angebot nicht gültig am dritten Donnerstag im Monat und in Österreich. Fahrer während der Fahrt nicht ansprechen. You must be THIS tall to take the ride. Peter Jackson is God. Spendenkonto auf Anfrage.

