Deadly Past
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DEADLY PAST (dt.: "In den
Armen des Todes"
Regie: Tibor Takacs
Darsteller: Ron Marquette (Luke), Carol Alt (Saundra), Dedee
Pfeiffer (Kristen), Mark Dacascos (Leo)
Barkeeper Luke erhält unerwarteten Besuch aus der Vergangenheit -
seine Ex-Freundin Saundra, für die er (blöd, wie Kerle nun mal
sind) dereinst in den Knast ging, taucht wieder auf. Und ehe er
sich's versieht, liegt er (obwohl in glücklicher Beziehung mit
neuer Freundin Kristen) mit ihr (angeblich glücklich verheiratet
mit reichem Anwalt) für einen kurzen
Wie-in-alten-Tagen-Gedächtnis-Quickie im Bett. Schön doof. Aber
Saundra ist nicht aus purer Menschenfreundlichkeit oder aus
sexueller Frustration wieder in sein Leben getreten, nö, sie hat
anderweitige Verwendung für ihn. So, als sie ihn wenig später
panisch anruft und angibt, ihren Anwaltsmacker in Notwehr gekillt
zu haben und nun Hilfe bei der Leichenbeseitigung zu brauchen.
Wider besseres Wissen lässt Luke sich auf die Entsorgungsaktion ein
- wie nicht anders zu erwarten, erweist sich das als grober
Schnitzer. Nicht nur, dass Saundra sich in seine glückliche
Beziehung mit Kristen drängt und sogar in deren gemeinsame Wohnung
mit einzieht, nein, Saundra wird auch noch von dem zwielichtigen
Privatschnüffler Nick erpresst, der weiß, dass sie ihren Männe
alles andere als in Notwehr umgebracht hat - und sein Schweigen
möchte Nick angemessen vergütet sehen...
Der Film: So schnell kann's gehen. Gerade war man noch, naja,
nicht wirklich gefeierter Jungregisseur, aber zumindest in
Fankreisen aufgrund charmanter Filme wie "Gate - Die
Unterirdischen" nebst Sequel und vor allem dem fulminanten
"Hardcover" ("I, Madman") wohlgelitten, schon dreht man auf einmal
biederste TV-Ware wie die bodenlose Sitcom "Sabrina". Die Rede ist
von Tibor Takacs (der sich immerhin mittlerweile wieder soweit
berappelt hat, für Nu Image wieder Horrorfilme drehen zu dürfen),
dem ich Anfang der 90er wirklich mal was zugetraut hatte. "In den
Armen des Todes" (im Original etwas weniger schwülstig "Deadly
Past" genannt) entstand zwischen Takacs' ansehnlichen
Low-Budget-Horrorfrilmen und seiner TV-Phase, nämlich 1995, und
erweist sich als absolut belangloser Thriller der vergessenswerten
Sorte.
Die Story ist, wie's nicht anders zu erwarten war, recht
unglaubwürdig und, das ist das größere Problem daran, denn an
unglaubwürdige Plotten haben wir uns ja gewöhnt, hat einfach nicht
die Substanz für einen abendfüllenden Spielfilm - es tut sich
einfach zu wenig, um den Zuschauer, der noch dazu von Anfang an
weiß, welch falsches Spiel Saundra treibt (überraschende Twists und
Turns bleiben daher von vorn herein auf der Strecke), bei Laune zu
halten. Die Geschichte ist zu geradlinig, zu eindimensional, zu
dünn, um richtige Spannung zu entwickeln. Als Ersatz für
nervenzerfetzenden Thrill oder wenigstens halbwegs glaubhafte
Charaktere (würde es das richtige Leben nicht täglich aufs Neue
beweisen, würde ich bestreiten, dass derart tumbe Schnarchtassen
wie Luke tatsächlich frei rumlaufen) bietet uns Takacs zwei
ausführlichere Softcore-Einlagen, die den jeweilig beteiligten
Damen nicht zur Schande gereichen.
Vom bloßen handwerklichen und stilistischen Können erweist sich
Takacs den meisten seiner Berufskollegen, die im Fach
"Low-Budget-Thriller für Kabelkanäle" versandet sind, um Lichtjahre
überlegen. Zwar kann auch er aus einem Plot, in dem kein Feuer,
kein Tempo ist, keinen rasanten Actionthriller stricken, der den
Zuschauer pausenlos vom Stengel fetzt, aber in Punkto Szenenaufbau
und Kameraführung sind er und sein D.O.P. eindeutig zu gut für das
Material. Takacs baut einige Ideen wie erdige schwarz(eher
braun)-weiß-Sequenzen ein, die Kamera erkundet die ein oder andere
vorwitzigere Perspektive, alas, es hilft nicht viel, wenn die
eigentliche Geschichte halt nur unwesentlich spannender ist als
"Das Wort zum Sonntag" oder die Wetterkarte von 1957. Der Film
sieht zwar relativ gut aus für sein beschränktes Budget, plätschert
aber in sehr bedächtigem Tempo vor sich hin und gewinnt nur in der
Schlußviertelstunde etwas an Fahrt (zwar wirft er da seine
Restbestände an Logik bedenkenlos über Bord, nimmt aber wenigstens
etwas Schwung auf. Zu dumm, dass die meisten Zuschauer mittlerweile
sanft entschlafen sein dürften).
Der Cast ist gar nicht mal so uninteressant, beklecktert sich aber
teilweise nicht wirklich mit Ruhm. Ron Marquette (Luke)kann in
keiner Sekunde an seine fantastische Performance in Bryan Singers
weithin unbekannten und sträflich unterschätztem Debütfilm "Public
Access" anknüpfen, sondern holzt sich auf mimischer Sparflamme
köchelnd durch seinen (ihm auch nicht wirklich zum Vorteil
gereichenden, da ziemlich unterbelichteten) Charakter. Umso
bedauerlicher, als der Film Marquettes Requiem darstellt, der
durchaus talentierte (auch wenn er's hier nicht zeigt) Schauspieler
nahm sich unmittelbar nach den Dreharbeiten das Leben (weswegen ihm
der Film auch gewidmet ist; Gerüchten zufolge brachte Marquette
sich übrigens um, weil er von seiner überzeugenden Darstellung in
"Public Access" zu schockiert war). Saundra wird vom aus
zahlreichen, vor allem italienischen Dünnbrettbohrerfilmen (und
natürlich auch der volldebilen Hulk-Hogan-Serie "Thunder in
Paradise") bekannten Ex-Model Carol Alt gemimt. Große
Schauspielerei ist ihre Sache nicht, aber zumindest hat man mit ihr
etwas auf dem Bildschirm, worauf man(n) gerne kuckt - ein optischer
Genuss selbst im bekleideten Zustand, und wem das nicht reicht, sie
fährt auch aus den Klamotten... Als Lukes Freundin Kristin begrüßen
wir Dedee Pfeiffer, ihres Zeichens die wesentlich weniger bekannte
Schwester von Michelle Pfeiffer, in Deutschland möglicherweise ein
Begriff aus der bei Pro7 versendeten Sitcom "Cybill", wo sie Cybill
Shepherds ältere Tochter gab. Schauspielerische Leistungen werden
von ihr hier auch nicht wirklich verlangt. Das aus heutiger Sicht
vielleicht prominenteste Ensemblemitglied ist zweifellos "Crying
Freeman"- und "Pakt der Wölfe"-Star Mark Dacascos, der sich in
einer kleinen Nebenrolle verschleißt und komplett gegen sein Image
spielt (immerhin, er darf sein Martial-Arts-Habit ein wenig
persifilieren). Scheinbar ist beim deutschen Lizenzinhaber Best
Entertainment Dacascos' heutiger Status völlig unbekannt, denn wo
Best ja normalerweise selbst Statistenrollen in größeren Filmen für
seine "Stars" gewinnbringend auf dem Cover ausschlachtet, rangiert
Dacascos auf der DVD-Hülle unter "ferner liefen" (wichtiger, sprich
potentiell kundenverar...mungswürdiger, wurde seitens Best
erachtet, Carol Alts Rolle in "Catch me if you can"
auszuschlachten. Dumm für den nicht ganz so informierten Kunden,
dass es sich dabei mitnichten um den Spielberg-Film, sondern eine
98er-TV-Angelegenheit handelt).
Bildqualität: Best legt dem Flm in 4:3-Vollbild vor und kann dabei
sogar ein vorzeigbares Resultat präsentieren. Gute Farbwiedergabe,
überdurchschnittliche Detail- und Kantenschärfe (im Kontext einer
Best-Veröffentlichung, wir schrauben unsere Ansprüche ja zurück),
befriedigender Kontrast und akzeptable Kompression. Der Print ist
frei von Verunreinigungen und wird nur minimal durch kurze
horizontale Blitze gestört.
Tonqualität: Da haben wir's mal wieder mit einem der berühmten
Best-Dolby-5.1-Audiotracks zu tun (selbstverständlich, wir wollen
ja nicht übertreiben, ausschließlich auf Deutsch). Der Track ist
insgesamt etwas auf der leisen Seite, aber rauschfrei und gut
verständlich, all zu viel, womit man seine Soundanlage ausreizen
könnte, findet sich auf der Tonspur von Haus aus nicht. Kein Film,
für den man die Dolby-Anlage anschmeißen muss, da reicht auch der
Stereofernseher...
Extras: Die übliche Trailershow mit Werbefilmchen für u.a. "The
Mind Snatchers" und "Dream of a Warrior". Man kennt sich.
Fazit: "In den Armen des Todes" ist leider trotz der um Wirkung
bemühten Inszenierung von Tibor Takacs und dem teils talentierten
(aber unmotivierten), teils gutaussehenden Cast eine recht
verschnarchte Angelegenheit ohne Biß. Die Story ist frei von
Überraschungen und schleppt sich eher mühselig und nur unter
Zuhilfenahme von Softsexszenen über die knapp eineinhalbstündige
Laufzeit. Wer Ron Marquette in einer wirklichen Glanzvorstellung
sehen will, sollte lieber versuchen, "Public Access" aufzutreiben,
Mark-Dacascos-Fans brauchen einen Film, in dem ihr Idol nicht mal
die Andeutung einer Kampfszene hat, auch nicht wirklich. Lediglich
Bewunderer von Carol Alt (bzw. hauptsächlich Bewunderer ihres
Körperbaus) könnten mit diesem Streifen auf ihre Kosten kommen. Für
einen ernstzunehmenden Thriller ist das ganze Spektakel aber viel
zu betulich und langatmig, da hilft auch eine von der Bildqualität
her besseren Best-DVDs nicht weiter.
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