Demolitionist, The

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THE DEMOLITIONIST
USA 1995
The Demolitionist

Deutscher Titel: The Demolitionist

Laufzeit: 93 min (gekürzte DF: 84 min)

Freigabe: FSK 16 - USA: R

Credits

Besetzung:

Alyssa Lloyd  (Nicole Eggert)
Mad Dog Burne  (Richard Grieco)
Prof  ( Jack Crowley  (Bruce Abbott)
Mayor Eleanor Grimbaum  (Susan Tyrrell)
Polizeichef Higgins  (Peter Jason)
Daniel Dupre  (Andras Jones)
Christy Carruthers  (Heather Langenkamp)
Little Henry Burne  (Randy Vasquez)
One Eye  (David AnthonyMarshall)
Hammerhead  (Nils Allen Stewart)
Roland  (Tom Savini)
Father McKenzie  (Jack Nance)
Chirurgin  (Sarah Douglas)
Boxer  (Joseph Pilato)
Warden Thomas  (Reggie Bannister)
Raffle Winner  (Bruce Campbell)
Krutchfield  (Dan Hicks)

Stab:

Regie: Robert Kurtzman
Buch: Brian DiMuccio, Dino Vendini, Anne Kurtzman (story), RobertKurtzman (story)
Kamera: Marcus Hahn
Spezialeffekte: K: N: B: EFX Group Inc: , Flash Film Works
Production Design: Charley Cabrera
Kostüme: Angela Dawn Alderson
Musik: Shawn Patterson
Schnitt: Paolo Mazzucato
Produktion: Donald P: Borchers, John Esposito (associate), AnneKurtzman (associate), Robert E: Baruc (executive), John Fremes(executive) für A-Pix Entertainment Inc: /Le MondeEntertainment/Planet Productions

Vorwort

Wieder einmal versetze ich mich zurück in die goldenen Zeiten (golden in der Form, als mein Bankkonto die vierstelligen Beträge noch auf der Haben-Seite verbuchte), in denen ich noch nach Durchsicht des neuesten "Laser Video Files" Grossbestellungen in Amiland aufgab und mir Laserdiscs schon fast im Abo schicken liess - bei meinen Kollegen im damaligen Büro war ich jedenfalls als der Verrückte bekannt, der sich jeden Monat Riesenpakete per DHL in die Firma schicken liess und dann mit Dreijähriger-bei-Weihnachtsbescherung-Mienenspiel im "Sozialraum" zum Auspacken schritt. Jo, das waren noch die Zeiten, als man, bevor man für 300 Dollar Laserdiscs bestellte, sich nicht stundenlang durchs Netz pflügte, Kritiken, Screenshots und Familien-Biographie des Assistenzkameramanns bis ins siebte Glied auswertete, sondern eine coolen Titel, ein cooles Cover und zwei coole Sätze Inhaltsbeschreibung als absolut ausreichende Grundlage für die Investition erachtete. So kam ich auch an The Demolitionist, das Regiedebüt von Bob Kurtzman, der damals gerade mit seinen Kumpels Nicoteri und Berger Fanherzen in aller Welt höher schlagen liess... From Dusk Till Dawn, anyone? Da Kurtzman immerhin auch die Story für die Tarantino/Rodriguez-Vampirorgie erdacht hatte, KONNTE ein von ihm erdachtes Actionspektakel, mit Effekten von KNB, doch gar keine Geldverschwendung sein...

Inhalt

Nach den eher unimpressiven Opening Titles finden wir uns im Knast von Metro City (das verdächtig nach Los Angeles aussieht), wo die Brüder Mad Dog und Little Henry Burne auf ihre Exekution warten - sonderlich schwer scheinen sie die anstehende Grilleinlage nicht zu nehmen, sondern schmökern in ihren Fangorias und kucken japanische Monsterfilme im Fernsehen, während der seelentrostspendenwollende Pfaffe vor der Zelle hockt wie bestellt und nicht abgeholt. Die Brothers, die wegen eines kleinen Massakers mit neun Toten und unter der Jurisdiktion des "Anti-Feuerwaffen-Gesetzes", der in Metro City gilt, zum Tod verurteilt wurden, könnten nur von Bürgermeisterin Grimbaum begnadigt werden (und bevor die Polit- und Justizkenner über mich bzw. den Film herfallen - der Gouverneur hat ihr dieses Recht abgetreten, so that´s covered), aber die bestellt sich über das Krisentelefon lieber ein wenig junk food... "fried". Har-Har.

Auch Knastdirektor Thomas ist zu Spässen aufgelegt und erkundigt sich bei Mad Dog, ob er gerne mit Kartoffeln serviert werden möchte. Übermut tut selten gut, denn kaum sind die Brüder auf die respektiven elektrischen Stühle geschnallt, entpuppt sich einer der Wachtposten als Burne-Komplize und ehe man sich´s versieht, sind die Kriminellen befreit und dafür der Herr Gefängnisdirektor und sein Pfaffe auf den heissen Stühlen. Die beiden werden gut durchgebrutzelt, doch leider entgeht sowohl dem vergnügungssüchtigen Henry als auch Mad Dog, der mächtig damit beschäftigt ist, sämtliche anwesenden Zeugen und Pressevertreter über den Haufen zu ballern, dass Thomas sich beim Grillen ins Höschen macht und die Pisse ein guter elektrischer Leiter ist. Und da Henry nicht merkt, worin er steht, als er die Hinrichtungsmaschinerie for pure fun noch mal anwirft, muss Mad Dog sich in Zukunft um ein Weihnachtsgeschenk weniger Gedanken machen...

Mad Dog kehrt triumphal in sein Hauptquartier, wo seine Gang, die mehr nach einem durchschnittlichen Biker-Club aussieht als nach einer schwer kriminellen Massenmördervereinigung (ich weiss, die Übergänge sind da wohl fliessend) ihren üblichen Schabernack mit Gogo-Tänzerinnen, Alkoholika saufen und allgemein harte Maxes markieren nachgehen. Mad Dog entleibt noch schnell seinen Stellvertreter ("transition of power"), der ihn während seiner Einkerkerung unvorsichtigerweise bestohlen hatte und schwört dann die übliche blutige Rache für den Tod seines Bruders, an dem natürlich die Bürgermeisterin schuld sei (hätte sie dem Gefängnischef Windeln als Dienstkleidung verpassen sollen?) - "wir schneiden ihr die Titten ab," beliebt sich Mad Dog gepflegt auszudrücken, ehe sein Blick auf ein blondes Chick fällt, das er offensichtlich nicht von früher kennt. Kann er auch nicht, denn das ist undercover-cop Alyssa Lloyd, die das schwer verwerfliche Treiben mit ihrer Iris-Kamera (coole Technik) filmt und an ihren Loverboy und Kollegen (und selbstredend, zwecks Erhöhung des allgemeinen Tragik-Faktors, soon-to-be-Bräutigams) Dupre überträgt, der ein paar Ecken weiter in seiner Ü-Karre hockt und vor lauter Angst um seine Angebetete irgendwie zu vergessen scheint, die von Alyssa mitgefilmte Morddrohung weiterzumelden.

Grimbaum konferiert dieweil mit Polizeichef Higgins und ihrem Berater Krutchfield - der Ausbruch des Verbrecherkönigs ist ein weiterer Schlag ins Kontor einer Politikerin, deren Beliebtheit beim Wahlvolk nur knapp über dem gegenwärtigen Image der SPD liegt - und das im Wahljahr. Die Lösung für alle Probleme, bzw. zumindest die, die mit der Kriminalität zu tun haben, hätte ein gewisser Professor Crowley zu bieten - Projekt Lazarus (und wer die Anspielung nicht kapiert, wird dazu verurteilt, neunmal am Stück Robocop 2 anzusehen). Bevor Crowley sich erklären kann, greifen von Mad Dog gedungene Fensterputzer (!), brechen durch die Rathausfenster und veranstalten Budenzauber. Crowley, Sorte praktisch veranlagter Wissenschaftler, schiesst die Angreifer mit seiner eigenen Wumme tot und wird deshalb, Verstoss gegen das Schusswaffenverbot, beinahe von Higgins verhaftet, aber Grimbaum ist dankbar für die Lebensrettung und genehmigt sofort und ohne weitere Umschweife das Projekt Lazarus. Jetzt braucht Crowley nur noch "einen Kandidaten"... und wer kann das wohl sein??

Mad Dog wird "von unserem Freund" (hint-hint) der Fehlschlag des Angriffs auf Grimbaum rapportiert, was den Galgenvogel nicht fröhlich stimmt und so mag er das Verführungsangebot Alyssas aus Zeit- und Depressionsgründen auch nur auf "einmal kurz oral" abkürzen. Die Sache, obwohl´s nicht zum Vollzug kommt, wir sind ja nicht in der Pornoabteilung hier, hat für Mad Dog doch sein Gutes, erkennt er doch als technischer Experte für solche Gadgets Alyssas Iriskamera und weiss prompt, wer die Rathausattacke verpetzt hat. Mit einer Zigarette drückt er die Kamera aus und in Alyssas schickem Ohrring vermutet er zurecht einen Audiosender - wenig charmant reisst er ihr den Ohrhänger aus dem Läppchen. Autsch... Dupre ahnt schlimmes, aber anstatt Verstärkung zu rufen, lässt er sich lieber von Mad Dogs Schergen finden und halbtot schlagen, damit Mad Dog eines der üblichen sadistischen Gangsterbossspielchen spielen kann. Und das heisst, nicht besonders originell, aber bewährt, russisches Roulette. Abwechselnd sollen sich Alyssa und Dupre die Knarre an den Schädel halten - wer überlebt, darf Mad Dogs persönliche Botschaft an die Bürgermeisterin überbringen. Dupre, Idiot, der er ist, spielt den Helden und klickt das ganze Revolvermagazin durch, bis er die Kugel findet und sich damit das Hirn wegpustet. Ob Mad Dog sauer ist, dass man ihm die adäquate Abendunterhaltung so verweigert oder er nur einfach ein pöser Lügenpold ist, überlasse ich den Philosophen, jedenfalls scheint er "Botschaft überbringen" anders zu verstehen als wir Normalsterblichen. Alyssa, die "Gewinnerin" des Spiels, hängt jedenfalls schon bald reichlich hinüber aussehend gekreuzigt an einem Zaun mit einem an Grimbaum adressierten Schild ummen Hals. Ein echter Fiesoduck.

Nun, irgendwie werden sowohl Dupre als auch Alyssa noch in lebendigem Zustand gefunden und in ein Hospital gebracht, wo ein Doktorenteam wild rumfummelt (Regisseur Kurtzman gibt im Audiokommentar freimütig zu, von Medizin null Ahnung zu haben und in die Szene einfach nur alles erdenkliche reingeschrieben hatte, von dem er hoffte, das es nicht total blödsinnig ist) und allgemein ziemlich abloost. Crowley zieht sich schnell auf´m Compi Alyssas Personalakte ein und entscheidet, dass sie geeignet ist. Als Alyssa den Löffel reicht, ordert er (mit welcher Autorität auch immer), dass Wiederbelebungsmassnahmen unterbleiben und lässt seine Anzug- und Krawatte-tragende Entourage übernehmen (also hofft und betet, nie in dieses Krankenhaus eingeliefert zu werden).

72 Stunden und ein fingiertes Begräbnis später kann Crowley die Re-Animierte (ha-ha) schon im Rollstuhl durch sein Geheimlabor schieben und sich freuen, dass sein Experiment sichtlich erfolgreich war. Alyssa würde verständlicherweise gern wissen, was angesagt ist und wundert sich stark darüber, dass Crowley ihr anstelle einer Antwort ein Messer durch die Hand rammt. Natürlich nur zu Demonstrationszwecken, denn... die Wunde schliesst sich umgehend wieder, was Crowley in Form von todernst vorgetragenem und absolut keinen Sinn ergebenden Technobabble mit Mikrozellen und Nanotechnologie erklärt (dagegen ist die Nanotechnik in Jason_X nobelpreisverdächtig ausgeführt) - kurz, das Lazarus-Projekt hat aus Alyssa eine Super-Soldatin gemacht, die für Bürgermeisterin Grimbaum Gerechtigkeit mit "extreme prejudice" verteilen soll. Nur hat Alyssa darauf keinen Bock, aber Crowley verweist sie auf das Kleingedruckte in ihrem Arbeitsvertrag, wonach sie im Todesfall ihren Körper "der Stadt" zur Verfügung stellt. Und da sie nunmal tot war... duh, sozusagen (ich weiss zwar nicht, ob das einer gerichtlichen Überprüfung standhalten würde, aber was soll´s).

Indes trifft sich in einer Kirche Mad Dog mit seinem "Freund" aus der Obrigkeit - und das ist niemand anderes als Polizeichef Higgins selbst. Higgins will mehr als nur gelegentlich ein paar Scheinchen Bestechungsgelder, er will eine "volle Partnerschaft". Mad Dog ruft seinen Chefunterhändler herbei, einen zähnefletschenden Dobermann. Higgins macht sich angesichts des Köters ins Hemd und unterbreitet den beflissenen Vorschlag, Mad Dog und seine gesamte Bande waffentechnisch mit den beschlagnahmten Knarren aus der Asservatenkammer auszurüsten. Dies, verbunden mit dem Ausblick, dass eine neue Verbrechenswelle ungeahnten Ausmasses Grimbaum aus und niemand anderes als Higgins ins Bürgermeisteramt spülen würde (hm, dazu müsste den Kerl aber erst mal noch ne Mehrheit wählen und ob ich ausgerechnet den Polizeichef, unter dessen Fuchtel die Kriminalität Rekordstände annimmt, zum Obermufti wählen würde, wage zumindest ich zu bezweifeln, aber in Amiland gehen die Wahluhren ja bekanntlich anders), findet Mad Dogs Wohlgefallen.

Dieweil trainiert Alyssa notgedrungen vor sich hin und verbessert ihre allgemeine physische Konstitution - "sie wurde ein furchteinflössendes Raubtier", wie Crowleys Narration blumig umschreibt. Wird auch Zeit, denn Grimbaum wird quengelig, angesichts der kriminellen Umtriebe sind ihre Umfragewerte im Keller und ein unbesiegbarer Verbrechensbekämpfer wäre absolut in ihrem Sinne. Crowley informiert Alyssa über die Nachteile der Lazarus-Methode - physische Anstrengung führt zu einem Alterungsprozess, der im Notfall durch eine Injektion gebremst werden kann, was aber nichts daran ändert, dass sie täglich einmal einen Aufladeprozess (ähnlich einer Dialyse), bei dem ihr Blut durch die Nanozellen ersetzt wird, absolvieren muss. In einem Escape from New York-Gedächtnisshot (beabsichtigt) wird uns ihre zukünftige Offensivbewaffnung, allerhand an Wummen, Messern und sonstigen Totmachern, nahegebracht. Crowley führt der Bürgermeisterin seinen Schützling vor und Grimbaum ist begeistert: "She´s got that Joan of Arc thing going on" (? Ist mir im Geschichtsunterricht entgangen, dass die gute Johanna ihre Heldentaten NACH ihrer Verbrennung begangen hat?). Doch für Alyssa ist die Sache nicht ganz so easy - wenn sie auf ihrem Dialyse-Stuhl gepinnt aufgeladen wird, hat sie Alpträume von gar grausligen Dämonenfiguren (was wohl als eine Art Verbindung ins "afterlife" gedacht ist). Jedenfalls schockieren diese Bilder sie so sehr, dass sie fürderhin die Kooperation verweigert, auch wenn das bedeutet, dass sie beim fortgesetzten Schwänzen der Aufladeprozedur einfach "verrotten" wird. Crowley spielt die Schlechtes-Gewissen-Karte aus: "Dupre hatte diese Wahl nicht". Inwiefern das Alyssa überzeugen sollte, sich zukünftig weiter ihren Dämonenvisionen auszusetzen, bleibt dahingestellt, aber immerhin veranlasst sie seine Ansprache, plus eine kleine heimliche Computerrecherche ihrerseits, die ihr bestätigt, dass sie offiziell tot ist, zu ihrem grossen Charakter-Moment, d.h. sie heult sich die blauen Augen aus, ob denn bei ihrem Begräbnis jemand weisse Rosen auf ihr Grab gelegt habe. Nach weiteren Alpträumen nimmt sie aus dem Labor Reissaus und besucht erst mal ihren immer noch im Koma liegenden Geliebten - da ein Gehirnschuss im allgemeinen wenig Heilungsmöglichkeiten in Aussicht stellt, schaltet sie die lebenserhaltenden Geräte ab und lässt ihn sterben, um anschliessend durch die finsteren Gassen der Stadt zu stolpern, vor sich hin zu altern, ein paar Flashbacks zu haben und schliesslich vor einem Steckbrief Mad Dogs zusammenzuklappen. Das ist natürlich ein Schlüsselerlebnis - sie rafft sich auf und kraucht zurück ins Labor, wo Crowley erst mal den Sadisten raushängen lässt und ihr die lebensverlängernde Aufladung zunächst verweigert, bis er sich sicher ist, dass Alyssa zukünftig brav kooperieren wird - dies versichert Alyssa durch den Schwur, Mad Dog zu erledigen. Und endlich darf sich Alyssa in ihr neues Demolitionist-Kostüm schwingen (less revealing als es sich der geneigte Nichtkostverächter vermutlich wünschen würde, aber das ist laut Bob Kurtzman auch so gewollt). Als weiteres Goodie bekommt sie ein per Funksprechverbindung fernsteuerbares Motorrad (boah, Street Hawk meets Knight Rider), wo hat der Jung nur seine Ideen her?) und einen ersten Einsatz in der Hafengegend, wo Mad Dogs Leute dem Vernehmen nach sich die wertvollsten Frachten unter den Nagel reissen. Da sei Alyssa aber vor. Dank überlegener Bewaffnung (und dem nicht zu unterschätzenden Vorteil, trotz des Ausstosses von ungefähr 46.335 Kugeln/Sekunde niemals nachladen zu müssen) bläst sie Mad Dogs Diebesbande recht mühelos und unbürokratisch in den Orkus (tja, das kommt davon, wenn man dem Mädel sagt "excessive force at her disgression" ausüben zu dürfen). Und das ist nur der Anfang - Alyssa entwickelt sich programmgemäss zur Ein-Frau-Anti-Verbrechens-Welle und die Medien applaudieren heftig, verpassen ihr den Kosenamen "Demolitionist" und verschaffen Grimbaum, die offiziell selbstredend jede Verbindung zu der Vigilantin abstreitet, ungeahnte Popularitätswerte...

Baywatch-Babes treten in den Hintern... erst Pam Anderson, jetzt Nicole Eggert
Klar, dass Mad Dog in diesen Chorus der Begeisterung nicht

uneingeschränkt einstimmt und er deswegen mal bei Higgins vorstellig wird (und zwar auf dem Rathausklo) und ultimativ a) die Einmottung der Demolitionistin und b) die versprochenen Knarren verlangt. Dieweil macht Alyssa ihr Ding, vermöbelt alle Gangster und erschiesst in einem Anfall von Sentimentalität nach einem solchen Einsatz das Schaufenster eines Braut-Shops. Crowley ist mit der Entwicklung seiner Schöpfung durchaus zufrieden und überrascht sie mit einem kleinen Dinner (inkl. weisser Rosen, der Mann ist lernfähig!) und einem Präsent - eher geschmackloserweise verehrt er ihr ein ägyptisches Totengott-Amulett. Alyssa quittiert dies mit einem emotionalen Ausbruch, den Crowley wiederum nicht gutheisst: "Kontrolliere deine Gefühle!" "Wenn ich meine Gefühle kontrolliere, bin ich wirklich tot," heult Alyssa.

Trotzdem, Dienst ist Dienst, und daher wird Alyssa schon bald zum nächsten Tatort zitiert - eine Bank, bei der Mad Dog eine grössere Abhebung vornehmen möchte, natürlich ohne lästige Formalitäten, wie ein eigenes Konto dort zu unterhalten, zu berücksichtigen. Die komplette Polizeistreitmacht Metro Citys (ungefähr drei Cops mit zwei Dienstfahrzeugen aus dem Jahr 1943) belagert die Bank und Higgins hat die Devise "Verhandlungen" ausgegeben, aber Alyssa überredet die Gesetzeshüter, es auf ihre Weise machen zu dürfen. Sie fällt mit der Tür ins Haus und erschiesst mirnix-dirnix sämtliche Gangster bis auf Mad Dog, der sich perfiderweise ein Kind als Geisel schnappt und selbigem zwei scharfe Bomben in die Hand drückt, bevor er sich verzupft. Schockierenderweise lässt Alyssa Kind Kind sein, sondern nimmt die Verfolgung Mad Dogs auf - eine weitere Bombe verschafft Mad Dog Deckung für den Abgang, während die polizeilichen Bombenentschärfer die Knallfrösche des Kinds kontrolliert zur Explosion bringen.

Von Selbstzweifeln zerfressen und von Schuldgefühlen geplagt, weil sie das arme Kind seinem Schicksal überlassen hat, um ihre persönliche Rache zu befriedigen, versucht sich Alyssa im heimischen Labor die Pulsadern aufzuschneiden, was aber wegen der nanotechnischen Heilfähigkeiten nicht von Erfolg gekrönt ist (wirf dich vor die U-Bahn, Mädel, das sollte klappen). "Ich fühle und denke nicht mehr wie ein Mensch, sondern wie eine Tötungsmaschine," heult sie Crowley die Ohren voll, der aber weist Verantwortung hierfür zurück - dafür, dass Alyssas Rachetrieb die Oberhand gewonnen hat, könne er nix, das stecke schon in ihr selber drin bzw. sei Ballast ihres "früheren Lebens".

Evil Incarnated - Richard Grieco ist wirklich böse...
Polizeichef Higgins steckt den skandalösen Aussetzer der Superheldin schadenfroh der Presse zu und das Image der grad noch Gefeierten ist stantepete im Arsch. "Ist ihr Herz so schwarz wie ihre Garderobe?" fragt sich scheinheilig Starreporterin Christy Carruthers live on air. Grimbaum jedenfalls sieht ihre Wiederwahl gefährdet und zieht dem Lazarus-Projekt umgehend den Stecker raus. "Das ist wie Mord!" entfährt es Crowley (wieso eigentlich nur "wie Mord"?) "Sie ist doch schon tot," keift Grimbaum... und Higgins stellt Alyssa bereits eine Falle. Ein fingierter Notruf lockt Alyssa in einen Hinterhalt in einem Parkhaus. Der Approach der (aufgrund des "Anti-Firearm-Acts") waffentechnisch nur mit Elektroschockern und Tasern ausgerüsteten Cops ist allerdings etwas optimistisch - wie sollten derart leicht bewaffnete Cops bewerkstelligen, was mit allerlei Pyrotechnik ausgestattete Gangster nicht hingekriegt haben? Alyssa muss zwar ein paar Taser-Schocks einstecken, kann aber weitgehend unverletzt, nur erschöpft und in dire need einer Aufladung entkommen, doch das Labor ist bereits leergeräumt (seit wann arbeiten Behörden so schnell?). Crowley kann seinem Schützling nur noch eine Not-Injektion verabreichen, ihr eine zweite Injektionspistole in die Hand drücken und ein paar gute Wünsche auf den Weg geben (was ich so interpretiere, dass sie sich einen Ort suchen soll, wo sie in Würde vor sich hin sterben kann, oder wie soll ich das verstehen?). Alyssa beschliesst aber, ihren Job zu Ende zu bringen und Mad Dog endgültig fertigzumachen. (Im Hintergrund dieser Szene laufen übrigens Fernsehnachrichten mit der wohl lustigsten Line des Films: "President Bono commented the attack on the White House as ´very very sad and kinda freaky´" Ich hoffe, mit Bono ist Sonny und nicht U2-Bono gemeint...)

In einem billigen Hotel, das schon bessere Zeiten gesehen hat, verhandelt Mad Dogs Scherge One Eye mit einem Bombenbastler über ein Attentat auf das Rathaus. Keine Ahnung, wie Alyssa davon Wind bekommen hat, jedenfalls stört sie die traute Geschäftsbesprechung und es wird für ein paar Minuten wild um sich geschossen, bis alle Bösmänner, bis auf One Eye, tot sind. Der hat eine von Alyssas Spezialpistolen, die auf ihren Handabdruck programmiert sind, geklaut und rast von hinnen, aber Alyssa schiesst ihm noch eine Kugel in den Hintern.

In Mad Dogs Hideout werden auch Geschäfte gemacht - Higgins hat die versprochenen Kanonen herangeschafft und die werden nun unter den Armen verteilt. Mad Dog proklamiert die allgemeine Revolution und Machtübernahme und zieht ausserdem den Gewinner der grossen Lotterie. Higgins ist beleidigt, dass er kein Los bekommen hat, aber das ist auch irgendwie naheliegend, denn er ist der Grosse Preis - sprich, der glückliche Gewinner darf ihn umlegen und tut das auch (übrigens niemand anderes als Bruce Campbell hat die Ehre). Die allgemeine gute Laune wird dadurch getrübt, dass One Eye auftaucht und die neuesten Katastrophenmeldungen überbringt (und Mad Dog die Demolitionist-Pistole überreicht - ich hab darauf gewartet, dass das irgendwo hinführt, zumal die Sache mit der Handerkennung vorher grossmächtig angekündigt und eingeführt wurde, aber mir deucht, die Autoren haben das im Showdown selbst vergessen). Tom Savini, eh, "Roland", entfernt One Eye die Kugel aus dem Arsch: Überraschung, das vermeintliche Geschoss ist ein Peilsender! Und One Eye hat Alyssa direkt in Mad Dogs Hauptquartier geführt... Mad Dog muss One Eye für diesen Fauxpas gar nicht selbst exekutieren, das übernimmt Alyssas ferngesteuertes Wunderbike, das sich bei näherer Untersuchung durch unseren einäugigen Freund nämlich in die Luft sprengt. Dies dient Alyssa als hervorragendes Ablenkungsmanöver, um von der Decke auf die überraschten Gangster herabzuspringen und diese genüsslich niederzumetzeln (wie alle grossen Actionszenen ist das ungefähr so aufregend wie einen Ego-Shooter mit Unlimited Ammo- und Unlimited Life-Cheats zu spielen, nämlich überhaput nicht). Egal, am Ende sind jedenfalls, wie´s sich gehört, nur Alyssa und Mad Dog übrig und da Alyssas Kräfte schwinden, kann Mad Dog sie sogar kurzzeitig überwältigen und sie nach ihrem "Geheimnis" ausfragen. Das bringt Alyssa auf eine Idee - sie hat ja noch eine Notration in Injektionsform dabei... nach einem kurzen Hand-to-hand-Fight kann sie ihm die Nadel in den Hals jagen und wir stellen fest, dass die Naontechnik mit dem Stoffwechsel lebendiger Menschen offenbar nicht kompatibel ist, denn Mad Dog quittiert dies höchst unappetitlich mit Schmelzen, Sploddern, Globbern und letztlich Krepieren.

Aber auch Alyssa geht´s nicht gut und als sirens blairing die Ordnungsmacht das Areal stürmt und Crowley seine schon zusammengebrochene Protege´ findet, stellt er sie, lesson learned, vor die Wahl, sie "zurück ins Leben zu bringen" oder sie "gehen zu lassen". "Lass mich gehen," fleht Alyssa und Crowley ist folgsam...

Und so ist Crowley nicht übermässig glücklich, als ihm Grimbaum sein neues super-duper-Labor zeigt - statt herumzuhüpfen wie Merkwürden, dem man gerade gesagt hat, dass er sich aus dem amazon.com-Gesamtrepertoire bestellen kann, was er will, spielt er nur nachdenlich mit einer weissen Rose... und an Alyssas Grab steht sie selbst (??), lässt eine weisse Rose fallen und geht nachdenklich weg... (hm, I don´t quite get it - war das ein Gruss aus dem Jenseits?) THE END.

Bewertung

Ein comic-book-movie wollten KNB-Mitgründer Bob Kurtzman und seine Spiessgesellen auf die Beine stellen. Sicher ein hehres Unterfangen, aber es stellt sich letztendlich halt doch mal wieder raus, dass man mit einem arg beschränkten Budget von 1 Mio. Dollar maximal einen Film drehen kann, der wie ein schlechtes comic book aussieht. Aber first things first.

Schon die Grundidee des Films ist mit Robocop-Rip-off noch freundlich umschrieben - und was an Plotelementen nicht direkt aus dem Paul-Verhoeven-Film stammt, stammt dann eben aus La Femme Nikita oder Judge Dredd - ich bezweifle stark, dass sich im gesamten Drehbuch von The Demolitionist auch nur eigenständige, originelle, selbstausgedachte Idee finden lässt. Okay, I can live with that, besser gut geklaut als schlecht selber erfunden, weiss man ja... aber es ist halt dann schon ein Unterschied, ob man solche "ausgeborgten" Ideen sinnvoll zusammenstöpselt und vielleicht sogar noch mit einer eigenen Note versieht, oder ob man einfach, wie hier, alles, was irgendwie halbwegs zum Thema des Films passt, ziemlich verständnislos ohne einen eigenen Kontext nacheinander abspult. Aber selbst das ist immer noch nicht das schlimmste - wirklich übel wird´s erst dann, wenn das uninspiriert zusammengeklaute Script auch noch schlicht und ergreifend billig und uninspiriert abgefilmt wird...

Und da gehen bei The Demolitionist die Probleme erst so richtig los... ich weiss, es ist nicht einfach, mit einem mageren Budget einen düsteren Superhelden-Film, und sowas scheint ja mal ursprünglich angedacht gewesen zu sein, im Fahrwasser von Batman zu drehen - aber es ist möglich, das hat Roger Corman mit Black Scorpion halbwegs annehmbar bewiesen (Black Scorpion 2 warf die düsteren Aspekte zugunsten einer grellbunten cartoon-Atmosphäre komplett über Bord), mit ein wenig Einfallsreichtum kann man monetäre Mängel durchaus übertünchen. Nur leider beweist hier niemand den notwendigen Einfallsreichtum und Enthusiasmus - die Ausstattung, die Sets, die Effekte, alles wirkt leider absolut offenkundigst billig (in fact sieht der Streifen nicht mal nach der Million Dollar, die er gekostet hat, aus, und das ist ganz besonders für einen Film von FX-Spezialisten schon ein ganz gewichtiges Armutszeugnis). Und wenn mal etwas Ausstattung vorhanden ist, wirkt sie unpassend, wie z.B. die Polizei-Oldtimer (der Film möchte sehr bemüht einen "zeitlosen" Eindruck schinden - es soll "normal" wirken, dass ersichtliche SF-Elemente wie Iriskamera und Lazarus-Projekt mit altmodischen Polizeiuniformen und Fahrzeugen Hand in Hand gehen, Kurtzman beruft sich auch hier auf Batman, nur leider hat er nicht verstanden, dass dann der gesamte Ton, der gesamte Look des Films passen muss, und es nicht einfach reicht, ein paar anachronistische Ausstattungselemente in die Szenerie zu werfen und zu hoffen, damit durchzukommen). Ebenfalls ein "comic book"-Element soll sein, dass anstelle herkömmlicher blood squibs solche zum Einsatz kommen, die keine Blutfontänen, sondern nur enorme rötliche Staubwolken zum Vorschein bringen (wie in manchen der weniger überzeugenden Hongkong-Filmen) - schon peinlich, sich im Kommentartrack auf Peckinpah und Wild Bunch zu berufen und dann solch grausam-billig-durchschaubare Anti-Effekte zu verwenden (und das, ich reite da drauf gerne rum, von Effektspezialisten!).

Was die sonstigen Spezialeffekte angeht - naja, es gibt eh nicht viele, so dass Splatterheads, die ob der heftigen KNB-Mitwirkung auf den ein oder anderen knalligen Goreeffekt gehofft hatten, sehr enttäuscht sein werden - die Angelegenheit bleibt trotz jeder Menge Shoot-outs und On-Screen-Tode recht blutleer (da die Leute ja nicht bluten, sondern nur stauben). Lediglich Mad Dogs Abgang bietet ein wenig Ekel, ist aber technisch auch nicht auf dem von KNB gewohnten Standard (jaja, Budget, ich weiss). Möglicherweise blieb einiges an Gore am Boden des Schneideraums, denn gerüchtehalber kassierte die erste der MPAA vorgelegte Schnittfassung ein NC-17.

Was die Inszenierung an sich angeht, so will ich insofern Gnade vor Recht ergehen lassen, als es sich um Kurtzmans Regiedebüt handelt - nun haben die meisten FX-Gurus, mit der Ausnahme Tom Savinis, als Regisseure keine Bäume ausgerissen und Kurtzman fügt sich nahtlos in diese Ahnenreihe ein - ich weiss nicht, ob´s wirklich eine so gute Idee seinerseits war, mit einem Actionfilm zu beginnen, denn gerade was das Stagen und Choreographieren von Actionszenen angeht, erweist sich Kurtzman als ziemliche Niete - Action erschöpft sich bei ihm in mehr oder weniger sinnfreiem Geballere, das auch nicht dadurch spannender wird, dass die "Demolitionistin" de fakto unschlagbar ist - dank ihrer überlegenen Feuerpower kommt in den Shoot-outs nie "tension" auf, nie hat man das Gefühl, der Protagonistin könnte irgendwas zustossen - jo, ich weiss, das der Film ein Superhelden-Film sein möchte, aber Unverwundbarkeit (bzw. Selbstheilungskraft) PLUS ein Waffenarsenal, mit dem man so manchen Dritte-Welt-Diktator glücklich machen könnte, zusammengenommen ist halt doch ein wenig viel (Superman setzt ja auch nicht noch Raketenwerfer ein). So bleibt trotz heftigem Bleigewitter und der ein oder anderen fast schon verzweifelten Anbiederung an Hongkong-Action-Kino (natürlich ohne auch nur im Ansatz die Dynamik desselben verspüren zu lassen) die Action langweilig, steril und schlicht uninteressant. Wenn sich in Punkto Inszenierung überhaupt mal etwas von Interesse tut, ist dies Verdienst von Kameramann Marcus Hahn (deutsche Beteiligung, yahoo!), der sich bemüht, dem Geschehen durch gelegentlich obskure Winkel (nicht so extrem und nervig wie in Battlefield_Earth) und eine allgemein recht bewegliche Kameraführung, jedoch kann dies gelegentlich - für die Verhältnisse eines billigen Actionfilms - fast schon inspirierte Kameraarbeit nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Film an sich irgendwie der Gesamtzusammenhang fehlt - der Streifen pendelt uneinheitlich zwischen düsterem Action-Film in Punisher-Tradition, deplazierten selbstparodistischem Humor und vollkommen hanebüchenen "dramatischen" Einlagen und verkommt somit zu einer Art Nummernrevue.

Positiv ist anzumerken, dass man bei der Zusammenstellung der Besetzung ein ganz glückliches Händchen bewies - der Cast ist zweifelsohne das Inspirierteste an The Demolitionist. Bob Kurtzman gibt offen zu, dass er bei seinen zahlreichen Bekannten in der Branche so ziemlich jeden erreichbaren Gefallen einforderte und so kann der Genre-Fan einiges an bekannten Namen und Gesichtern im Film entdecken. Die Hauptrollen allerdings wurden nicht nach Gefälligkeiten besetzt und dennoch landet Kurtzman damit beinahe Volltreffer - Ex-Baywatch-Mieze Nicole Eggert "looks the part" - feminin genug, um optisch attraktiv rüberzukommen, aber nicht zu, eh, silikonesk (will sagen "Pamela-Anderson"-mässig), um den Streifen auf eine Tittenrevue zu reduzieren (was Kurtzman nicht im Sinn hatte, deswegen auch das vergleichsweise "züchtige" Superhelden-Kostüm). Schauspielerisch müht sich Nicole redlich, stösst aber in den Charakter-Momenten an die Grenzen ihrer Kunst, aber man hat schlimmeres gesehen. In Kampf- und Actionszenen wird sie übrigens von Kathy Long gedoublet, die wir aus Albert Pyuns Knights schätzen gelernt haben (sowas ähnliches zumindest).

Richard Grieco, Ex-Teen-Star- und -Schönling aus TV-Serien wie 21 Jump Street, der im Anschluss an die TV-Karriere offenbar den Weg eines Lorenzo Lamas geht und einen uninspirierten B-Heuler nach dem anderen abdreht, hat als überdrehter Schurke Mad Dog sichtlich seinen Spass - unkontrolliertes Overacting, einige der besten Lines des Scripts - Grieco macht Spass.

Für den In-Joke, ausgerechnet Bruce Abbott als "Re-Animator" wirken zu lassen, klopft sich Bob Kurtzman vermutlich heut noch auf die Schulter. Auch wenn die Idee einen gewissen Reiz hat, kann Abbott daraus nicht wirklich Kapital schlagen - was auch daran liegt, dass er eine Menge des doofsten Technobabbles seit einer Voyager-Folge zu quasseln und ansonsten kaum was von Bedeutung zu erledigen hat. Ich seh den guten Bruce zwar immer wieder gerne, aber zu seinen Highlight-Performances gehört der hiesige Auftritt nicht.

Eine relativ grausige Darbietung bietet Susan Tyrrell als Mayor Grimbaum - das mag beabsichtigt so sein, aber irgendwie wirkt Mrs. Tyrrell, die Genrefreunden aus The Offspring, Night Warning oder Angel bekannt sein könnte, als wäre sie permanent auf mindestens drei Promille Alkpegel.

Jede Menge Semiprominenz und Horror-Ikonen tummeln sich in den Nebenrollen - Reggie Bannister, der sich in den Phantasm-Filmen mit dem Grossen Mann herumschlagen musste, landet hier als Gefängnisdirektor auf dem elektrischen Stuhl, als Priester glänzt David-Lynch-Regular Jack Nance (Eraserhead, Blue Velvet, Lost Highway, Sarah Douglas zierte schon den Cast von Superman II, V, Beastmaster II und Puppet Master III, Dan Hicks gab sich in Evil Dead II die Ehre. Gore-Guru Tom Savini schleppte Bob Kurtzman vom Set des gerade abgedrehten From Dusk Til Dawn ab (leider blieb eine grosse Kampfszene für Tom aus Geldmangel ungefilmt), Heather Langenkamp aus Nightmare on Elmstreet 1/3 konnte Kurtzman gewinnen, weil er mit ihrem Ehemann, einem FX-Mann, befreundet ist und Bruce Campbell, zu dem muss ich ja hoffentlich nichts mehr sagen. Insgesamt eine sehr kuriose und interessante Besetzung, die, was die Akteure in den kleinen Rollen angeht, auch mit ordentlich Spass an der Sache arbeitet, insgesamt aber einfach einen besseren Film verdient hätte.

Denn das ist schlicht und ergreifend das Hauptproblem: Bob Kurtzman scheitert am eigenen Anspruch, einen unterhaltsamen, rasanten comic-book-Movie zu realisieren, sondern liefert nur einen belang-, witz- und lieblosen Ballerfilm ab - das kann man sich einmal ansehen, ohne dass einem gänzlich schlecht wird, aber beim zweiten Durchlauf macht der Film dann schon nicht mehr richtig Laune...

A-Pix brachte den Film in einer "Collectors Edition" auf Laserdisc heraus, ob diese ausstattungstechnisch mit dem DVD-Release identisch ist, weiss ich nicht. Die Laserdisc jedenfalls zeigt einen ansprechenden 1.85:1-Letterbox-Transfer (das Bild ist insgesamt ein wenig grobkörnig, aber das kann am Quellmaterial liegen), bietet ca. 20 Minuten Zusatzmaterial in Form eines kurzen Making-of, einem Blick hinter die Kulissen der Spezialeffekte und einen Storyboard-Vergleich sowie einen Audiokommentar mit Kurtzman, Co-Produzent Esposito und Storyboard-Artist Bisson - was dieser Kommentarspur gut getan hätte, wäre ein neutraler Moderator gewesen, so erfährt man zwar einiges an interessanten Anekdoten, aber alle drei Beteiligten gefallen sich ein wenig zu sehr und verfallen ins Selbstbeweihräuchern - man könnte meinen, die Jungs hätten mindestens Casablanca übertroffen und nicht nur einen in vielen Aspekten recht lausigen B-Film zustandegebracht - auf Schwächen des Films gehen die Aktiven nicht ein, sondern schieben im Zweifelsfall alles aufs knappe Budget. Ein wenig mehr Selbstkritik wäre da durchaus angebracht gewesen.

Letztlich ist The Demolitionist ein Film, den niemand braucht - der Streifen hat eine ganze Menge Vorbilder, und alle sind sie besser - der geneigte Fan ist also auf jeden Fall gut damit beraten, statt in The Demolitionist in Robocop, La Femme Nikita, The Punisher oder sogar Judge Dredd zu investieren, anstatt sich einer weitgehend sinnfreie Ballerorgie nur ein paar schöner Bilder und witziger Gaststars wegen auszusetzen. Es bleibt dabei: der FX-Whiz muss noch lange kein Regiegott sein...

BOMB-SKALA

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BIER-SKALA

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