Detonator, The
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(deutscher Titel: "Der Detonator - Das Spiel mit dem Terror")
USA 1996/98, 79 min
Regie: Garrett Clancy
Darsteller: Scott Baio (Zack Ramsey), Charlene Tilton (Gail
Davies), Shannon Bruce (Jamie), Don Stroud (Whip O'Leary), Emile
Levisetti (Jones), Rick Dean (Vince)
Zack Ramses, Ex-Elitesoldat und Sprengstoffspezialist mit schwerem
Kriegstrauma, erledigt gegen gute Bezahlung für Auftraggeber aller
Art explosive Jobs - genauer gesagt, wer ihm die notwendige Kohle
rüberreicht, für den sprengt Zack alles und jeden in die Luft -
seien es korrupte Cops, Drogendealer etc. Seine "Agentin" Gail
vermittelt ihm die lukrativen Aufträge, die Zack mit seinen Bomben
dann ausführt - die killende Tätigkeit kompensiert er mit der
Anfertigung der schäbigsten naiven Malerei seit den
Wachsmalkreidekritzeleien einer Kindergarten-Krabbelgruppe. Als
"Whip" O'Leary, seines Zeichens einflußreicher Cop, der
nichtsdestotrotz sein karges Beamtengehalt durch Übernahme des
örtlichen Drogenhandels aufzubessern gedenkt, den Auftrag erteilt,
den Kleinzuhälter und Gelegenheitsdealer Vince, der sich nicht
Whips Organisation anschließen will, in den Orkus zu jagen, schlägt
Zacks Trauma, in seinen Soldatentagen versehentlich ein Kleinkind
in die Luft gesprengt zu haben, voll durch und der Bombenleger
rettet in letzter Sekunde Vinces junge Freundin Jamie, die, Pech
für sie, zudem am Vortag ein Whip kompromittierendes Videoband
gedreht hat. Whip ist begreiflicherweise angesäuert, daß Jamie dem
bestellten Bumm entkommen ist und noch dazu die Videokassette in
Händen hält. Whip beauftragt Gail, Zack nahezubringen, den Job zu
vervollständigen. Der jedoch findet sich, gegen seinen Willen, bald
in der Rolle von Jamies Protektor wieder, nachdem er sie aus den
Krallen eines schmierigen Zuhälters rettet. Zack steht vor einem
Gewissenskonflikt - einerseits bräuchte er die Kohle für den Job,
um sich seinen Traum einer eigenen Ranch zu erfüllen, andererseits
kann er nicht verhindern, daß er sich in das sechzehnjährige Girlie
verliebt. Und da Whip recht bald auch der Knopf aufgeht, wer die
lästige Zeugin beschützt, hält er sich an Gail...
Der Film: Bekanntlich kann Roger Corman an keiner potentiell
zugkräftigen Welle vorbeigehen - klar, daß nach den Erfolgen von
"Speed", "Blown Away" und, hüstel, "The Specialist" auch Hollywoods
Oberbilligheimer einen eigenen Bombenleger ins Rennen schicken
mußte - Resultat: "Der Detonator", der sich ideentechnisch aber
nicht nur bei den gerade genannten Titeln, sondern zu einem
gerüttelt Maß auch bei Luc Bessons "Leon" bedient. Eine
ausgefuchste Story braucht man bei einem Corman-Produkt natürlich
nicht zu erwarten - daß das muntere Treiben selten schlüssig ist,
sollte jedem potentiellen Konsumenten solcher Ware klar sein (aber
warum soll Corman in seinen Billigfilmen Aufwand betreiben, den
Major-Blockbuster wie Llosas "Specialist" scheuen?). Dies ist ein
Film für Liebhaber von Explosionseffekten (und für Fans von
großflächig ins Bild gesetzten Digitaltimern - ich glaub, ich
übertreibe nur leicht, wenn ich behaupte, zehn Minuten seiner
Laufzeit schlägt der Film allein mit der bedeutungsschwangeren
Ablichtung von Timer-Countdowns tot) - die sind allerdings von
stark schwankender Qualität (und wie ich meinen alten Spezl Corman
kenne, liegt das bestimmt daran, daß einiges an Pyrotechnik aus
Cormans hauseigenem Stock Footage-Archiv stammt) - manche Effekte,
und ich befürchte, gerade die, die speziell für den Film
entstanden, sind richtiggehend lächerlich, sowohl was die Idee als
auch die Ausführung anbetrifft. So jagt Zack u.a. ein Motorrad mit
einem zigarettenschachtelgroßen Bömbchen in eine erdnahe Umlaufbahn
und zerlegt am Ende (wer sich den "Spaß" erhalten will, sollte die
nächsten Zeilen überspringen) mit einem Bombenpaket in
VHS-C-Ausmaßen ein ganzes Gebäude (naja, ersichtlich bestand die
Hütte aus Pappmaché, so maybe it would work) - der Junge scheint
mit Atombomben im Taschenformat zu arbeiten. Vom Hocker reißen die
Pyro-Effekte sicher keinen Actionfreund, um so bedenklicher, daß
für Pyrotechnik und Visual FX gleich zwei Credits verliehen werden.
Garrett Clancy, Drehbuchautor und Regisseur der Plotte, bemüht sich
immerhin um eine halbwegs temporeiche Inszenierung, sieht sich aber
auch genötigt, z.B. ein paar Minuten Laufzeit durch die wohl
idiotischte (und bedeutungsloseste) Trainings-Montage seit "Rocky
IV" zu strecken - da das "Mystery" auch schon im ersten Filmdrittel
aufgelöst wird, kommt auch selten bis nie Spannung auf, zumal die
Actionszenen (und die dramatischen Szenen damit erst recht nicht)
ziemlich einfallslos und uninspiriert abgefilmt wurden.
Daß das ganze letztendlich aber doch einigermaßen ansehnlich
bleibt, verdankt der Film den überraschenderweise recht engagierten
Darstellern. Scott Baio, der es durchaus schafft, dem nicht von
Haus aus überaus freundlich gezeichneten Charakter des Zack
Sympathie einzuhauchen, ist dem breiten Publikum aus der
80er-Teenie-Klamotte "Der Typ mit dem irren Blick" und vielleicht
noch der Krimiserie "Diagnose: Mord" bekannt. Ex-"Dallas"-Lucy
Ewing Charlene Tilton verschleißt sich nach dem Ende der Kult-Soap
einmal mehr in einer Rolle, die sie trotz des geringen
Anforderungsprofils an die Grenzen ihrer Darstellungskunst bringt -
neben "Detonator" sah man sie u.a. in Hochkarätern wie "Problem
Child 2" oder "Das Schweigen der Hammel". Besser machen ihre Sache
B-Film-Veteran Don Stroud, der noch bei Cormans späteren
Regiearbeiten wie "Der Rote Baron" mitmischen durfte und u.a. in
"Carnosaurus 2", Fred Olen Rays "Mob Boss" oder "Perdita Durango"
agierte und hier eine wandelnde nervöse Zuckung auf zwei Beinen
überzeugend darstellt und Debütantin Shannon Bruce, die eine recht
natürlich-sympathische Vorstellung als Jamie abliefert.
Exploitation-Vielseher kennen möglicherweise noch Rick Dean ("Jail
Force", diverse "Bloodfist"'s und "Carnosaurus", "New Crime City"),
der hier als Vince einen hübsch widerlichen Möchtegern-Zuhälter
abgibt.
Selbstredend ist "Der Detonator" in seiner deutschen Fassung leicht
geschnitten, wobei u.a. ein wenig Gore enthalten blieb, dafür aber
- für mich etwas sinnlos - Dialoge auf der Strecke blieben. Aber
auch die vollständige Fassung würde sicher keinen Videokonsumenten,
der mehr als drei Actionfilme gesehen hat, in Begeisterung
versetzen - dafür mag schon allein sprechen, daß der 1996
fertiggestellte Film erst zwei Jahre später in Umlauf gebracht
wurde (und das, man erinnere sich, bei Roger Corman...).
Bildqualität: Ich bin von Madison ja mittlerweile einiges gewöhnt,
aber, ehrlich, schlimmer geht's nimmer. Der eh schon ausgesprochen
grobkörnige, verrieselte und unscharfe Vollbildtransfer entzückt
des DVD-Gourmets Auge auch noch durch heftige Nachzieheffekte bei
nahezu jeder schnellen Bewegung und Klötzchenbildung vor allem bei
den Explosionseffekten. Das ganze sieht letztendlich ungefähr so
aus wie premiere-Empfang mit defektem Antennenkabel und macht auch
ungefähr so viel Spaß, nämlich gar keinen. Ziemliche Frechheit, das
als DVD zu verkaufen...
Tonqualität: Madison überschlägt sich auch nur selten
qualitätsmäßig bei den Tonspuren - hinter der einzigen Option,
deutschem Ton in Dolby-Digital 2.0-Format, verbirgt sich ein
allenfalls durchschnittlicher Audiotrack, der zwar in Punkto Dialog
und Soundtrack akzeptable Ergebnisse bietet, aber bei den
zahlreichen Explosionen einfach nicht knallt. Naja, it's a Madison
Disc - you pays your money and you gets what you expects, wie Lenny
Maltin sagen würde.
Ausstattung: Neben den üblichen "Specials", den ausgesuchten drei
"Highlight"-Filmszenen, gibt's mal wieder knallhart recherchierte
"Starportraits" für Scott Baio, Shannon Bruce (was insofern dödelig
genug ist, als Ms. Bruce außer "Detonator" keinen einzigen
Filmcredit aufzuweisen hat, was den Madison-Redakteur wieder einmal
vor die fast unlösbare Aufgabe stellte, drei Zeilen mit "nichts" zu
füllen, und Charlene Tilton. Blech.
Fazit: "Der Detonator" wäre an und für sich ein anspruchsloser
B-Film mit ein paar debilen Aussetzern, aber vor allem dank
passabler Darsteller halbwegs ansehbar (die Effekte könnten, wie
erwähnt, besser sein), mit dem man sich, wenn in der Glotze nichts
besseres (wie z.B. die dritte Wiederholung eines
Kreisliga-Fußballspiels) läuft, durchaus antun könnte, wenn sich
Madison mit dem DVD-Release nicht mal wieder selbst übertroffen
hätte - die technische Umsetzung der Disc ist eigentlich nur als
abschreckendes Beispiel zu genießen. Selbst wenn man nur sieben
oder acht Euro für einen Film dieser Sorte hinblättern muß, darf
man wenigstens eine Präsentation erwarten, die einem schlecht
kopierten VHS-Tape nahe kommt. Sollte man sich schenken. Sollte man
auf eine kompetente DVD-Umsetzung keinen gesteigerten Wert legen,
kann man sich mit dem "Detonator" aber anspruchslos unterhalten.
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