Devil Story

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IL ÉTAIT UNE FOIS… LE DIABLE

(dt. Titel: Devil Story, alt. Titel: Devil’s Story)

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Frankreich 1985, 72 min, FSK 18

CREDITS

Cast:

Veronique Renaud
Marcel Portier
Catherine Day
Nicole Desailly
Christian Paumelle
Pascal Simon - Monster

Crew:

Regie: Bernard Launois
Drehbuch: Bernard Launois
Kamera: Guy Maria
Schnitt: Jackie Battini-Chanteau
Musik: Michel Roy, Paul Piot
Production Design: N.A.
Spezialeffekte: André Trielli
Make-Up: Jacky Bouban
Produzent: N.A.
Produktion: Condor Films

VORWORT

dysons Filetstückchen N° 2


Huch! Ist das etwa schon so lange her, dass ich hier etwas zum Besten gab? Man kennt das ja: Plötzlich verheiratet, plötzlich Kinder, plötzlich ein Eigenheim und als Bonbon noch Selbstständig neben der Arbeit. Aber jetzt habe ich ein paar Tage Zeit und Ruhe, um wieder ein paar Zeilen zu schinden.

Um gleich in die Vollen zu gehen, habe ich mir einen richtigen Lattenkracher rausgesucht, um die vor gefühlten Urzeiten begonnene Kategorie der Filetstückchen fortzusetzen. Nachdem ich vor Jahren in einer Splatting Image den Bericht eines gewissen Filmgelehrten las, in dem dieser unser heutiger Film besprochen wurde, war mir klar: Den musste haben, Keule! Gestaltete sich etwas schwer, das alte Horror Class-Tape aufzutreiben – zumindest für einen ordentlichen Preis. Aber nach längerem Suchen hat auch das geklappt. Und jau, die Erstsichtung damals war herrlich. Mal schauen, ob die zweite ebenso grandios wird…

INHALT

Die Kamera schwenkt durch den französischen Laub- und Mischwald, frühherbstlich angehaucht. Von der Tonspur tönt Gegrunze. Schließlich endet der Schwenk auf einem formschönen blauen Zelt, aus dem plötzlich mit *Tata-ta-taaam!* unser heutiges Monster aufspringt. Sieht etwas seltsam aus, der Kerl – Wehrmachtshose, Hemd, SS-Uniform, Rambo-Messer in den Flossen und ein Gesicht wie ein Verkehrsunfall (oder, wie besagter Rezensent meinte: Wie Peter Boyle nach einem Häuserbrand.).

Damit wir auch wissen, was für einen Film wir uns ansehen…

Seine blutigen Hände verraten: Der hat Fieswerk begangen! Nach einigen spastischen Zuckungen humpelt unser SS-Monster von dannen; nicht, ohne sich noch das Zelt, das er aus Versehen mitgerissen hatte, von den Mauken zu schnüren. Zurück bleibt ein junger Mann mit weißem Splatterhemd und großer Wunde irgendwo im Bauch-/ Brustbereich, aus der Taubertmäßig das Blut spritzt. Sieht herrlich beschissen aus, kann aber nicht davon ablenken, dass die Leiche die wohl lebendigste der Filmgeschichte ist. Der Kerl atmet mehr als auffällig, was schön in Großaufnahme eingefangen wird. Immerhin blinzelt er nicht.

Unser Monster humpelt zu schrägen Violinenklängen etwas durch den Wald und steckt das Messer weg. Da hüpft (!) ein Mädel, schätzungsweise Anfang 20, mit einem Packen Feuerholz in den Armen vorbei. Ein POV mit Grunzgeräuschen schließt sich an (oh, da hat jemand Man Eater gesehen), der mit einem *Tata-ta-taaam!* endet, bei dem sich des Monsters Flosse (Lederhandschuh mit Stacheln) an einen Baum stützt. Das Monster dreht nun ab und humpelt in die entgegengesetzte Richtung.

Die Hupfdohle (Ha!) springt über einen kleinen Graben, sieht sich mittelschwer interessiert um, dreht dann und springt mit einem „Komisch, ein asthmatischer Hase…“ wieder zurück. Sie geht noch ein paar Schritte und ruft dabei „Helen! Lass‘ den Quatsch!“, ehe das Monster hinter einem Baum hervorspringt und ihr mit dem Stachelhandschuh einmal über’s Gesicht schrapt. In Zeitlupe (sogar echte Zeitlupe!) fliegt die Hupfdohle auffe Schanauz.

Unser Monster der Woche.

Das Monster kloppt ihr nun mehrmals mit seinem Spezialhandschuh in den Nacken, woraufhin die Hüpferin im bewährten Strahl blutet – die berühmte Hauptschlagader zwischen den Schulterblättern leistet da ihren Dienst in Taubertmanier. Das Monster zieht die Tote (unter gewisser Anstrengung) weg und schmeißt sie in einen Brunnen. Mit einem Strick zieht sie dann auch die erste (wie gesagt, männliche – hm, Helen?) Leiche in den Brunnen. In Großaufnahmen blutet jene übrigens immer noch im Strahl und diesmal kommt das „Platsch“ des Brunnens auch zu früh. Egal.

Auf irgendeiner Wiese wiehert ein schwarzer Gaul. Das Monster schnappt sich von einem Haus, das direkt am Brunnen steht, ein Gewehr und stratzt los. Der Vorspann schließt sich an, in dem das Monster schließlich des Nachts mit dem Pferd bei einem alten Unterstand ankommt, es festbindet und dort erstmal einen Baumstamm verschiebt, während das Pferd zu fressen beginnt. Doll. (Wir sind gerade knapp über sechs Minuten im Film…)

Special Effects by Jochen Taubert.

Ein silbernes Auto fährt durch die Gegend – es ist wieder Tag. Es hält an, denn, wie der freundliche Fahrer, Mittfuffziger, kundtut: Kein Sprit mehr – obwohl man nicht hörte, dass der Motor ausging oder stotterte... Der Dialog zwischen ihm und seinem keifenden Eheweib ist übrigens grandios. Man sieht den Besen nicht, aber beschnauzter Fahrer holt hektisch den Kanister aus dem Kofferraum und macht sich auf den Weg gen Irgendwo:

Mann: Verdammt nochmal, du hättest mich auch daran erinnern können, dass wir tanken. Frau: Sonst noch was? Mann: Ach, jetzt sind wir doch am Arsch der Welt… Ich bin gleich zurück! Frau: Na hoffentlich! Mann: Und lass‘ das Radio aus, das geht auf die Batterie! (a beat) Bleib in der Nähe vom Wagen! Frau: Schon gut, Jean!

Ja ja, Zeit ist knapp und Filmmaterial kostbar. Wenige Meter weiter hockt schon das Monster hinter einem Wegpfeiler und zückt sein Messer. Jean kommt daran vorbei, erschrickt und fragt nach der nächsten Tanke. Statt einer freundlichen Wegbeschreibung rammt ihm das Monster das Rambomesser in den Wanst (was die Kamera mächtig ins Ruckeln bringt, da die Action am äußersten rechten Bildrand stattfindet und schnell nachjustiert werden musste). Jean geht zu Boden, spuckt dabei ein wenig Blut und lässt den Rest aus seiner Bauchwunde spritzen.

An die Experten: Ist das eine Kalksandsteinwand?

Das Monster steckt das Messer weg, schnappt sich Gewehr und Strick und zieht weiter, während Jean noch munter vor sich hin atmet…Wieder ein paar POV-Waldshots und das Monster kommt vor dem Wagen heraus. Er richtet die Waffe auf die keifende Beifahrerin, die natürlich dabei munter aussteigt. Kawömms – schon ist die Rübe mit Schrot gepflastert. Herzallerliebst. Abblende.

Wieder eine Straße. Von der Tonspur dröhnt ein Knall, dann schlingert ein blausilberner Mercedes ins Bild, der ein paar Meter weiter zum Stehen kommt. Der Fahrer steigt aus und besieht sich die Kalesche, während er von oberhalb von einer schwarzen Katze beobachtet wird. Er wundert sich über das Malheur, da sowohl Auto als auch Reifen neu sein sollen. Die Katze schaut zwischendurch auf eine Kalksandsteinwand, wobei eine Art Welle durchs Bild flimmert.

Die Beifahrerin schaut auch zu dieser Wand (Ist wohl mehr ein Hang, siehe Beweisbild – fürderhin wird sie einfach Kalksandsteinwand heißen, egal was sie nun ist.), Katzi maunzt, Beifahrerin steigt mittelprächtig hypnotisiert aus, während Männe den Reifen wechseln will („Ich bin der geborene Reifenwechsler!“). Katzi maunzt erneut, wir sehen helle Wolken, von der Tonspur kracht ein Blitz (?). POV durch’s Feld und neben unserer Beifahrerin schnellt ein herrlich gemaltes Leuchten herunter.

Eine kleine Fahrt (!), bei der unser Beifahrer-Schatzi, beobachtet von Katzi, gen Kalksandsteinwand flaniert, schließt sich an. Schwarze Muschi maunzt, blonde Muschi guckt verstört, wacht dann auf und muss zu ihrem Leidwesen entdecken, dass das schwarze Gerät die Krallen ausgepackt hat und auf sie zufliegt. Die Beifahrerin hält sich die Arme vor’s Gesicht, schreit und kann sich dann ihre zerkratzen Flunken anschauen (obwohl Katzi sie – zumindest ist Gegenteiliges nicht für uns sichtbar – gar nicht erwischt hat). Sie schreit und läuft ihrem Männe in die Arme, der plötzlich hinter ihr steht.

Da soll mich doch der Blitz beim… Laufen treffen!

Ihre Hände weisen keinen einzigen Kratzer auf und Männe verkündet, dass die Fahrt weitergehen kann. Hat Blondchen (mit Namen Pat, aha) allerdings was gegen: Sie will unbedingt an Ort und Stelle bleiben und setzt sich zur Bekräftigung ihrer Aussage einfach hin. So! Dann sagt sie, dass sie „nur noch weg von hier“ wolle, weil sie stürbe (Hä? Verstehe, hat wohl ihre Tage…). Männe erwidert, dass zehn Meilen weiter ein hübscher Ort sei, was Pat allerdings wenig begeistert. Außerdem: ihre Hände! Doch - Kreisch: Ist ja alles wieder normal… Männe darf sie zum Auto zurücktragen.

In der Dunkelheit fährt ihr Auto (in der Stadt?) vor einer Villa vor, in der laut Pat noch Licht brennt. Männe hält an und schwupps – strahlt plötzlich ein 10000 Watt-Strahler los und die Toccata klimpert von der Tonspur. Da sich auch die Gittertüren von selbst öffnen, läuft Männe hinein und klopft an diversen Türen. Übrigens regnet es nicht, obwohl es eben im Auto noch schön goss…

An einer Nebentür erscheint ein altes Weibchen namens Louise, deren Mann (stilecht in Jagdkleidung und – schock! – ebenfalls mit Rambomesser ausgestattet) ihr befiehlt, den armen Verirrten einzulassen. Einen Umschnitt später sitzt Pat bereits im Sessel und hört dem Zausel beim Schwadronieren über das Wetter und seine praktische Unfehlbarkeit in allerlei Dingen zu. Währenddessen fährt Männe den Benz in den Hof, stellt dann aber einen weiteren Fehler fest.

Villa Dracula hat jetzt auch elektrische Türöffner.

Innen bindet ihm der Zausel an die Backe, dass mittlerweile fast nur noch Leute bei ihnen aufschlagen, die sich verirrt haben. Während draußen das schwarze Pferd umherläuft, teilt Louise den Anwesenden ihre düsteren Vorahnungen mit („Eines Nachts werden sie kommen – und ich bete zu Gott, dass ich dann nicht hier bin.“) und untermauert sie mit einem praktischen Beispiel aus der Vergangenheit: Vor zehn Jahren brannte eine Farm in der Nähe ab, obwohl es wie aus Eimern schüttete! Gosh! Wie auch immer, dies war vor zwei Jahren (? Öh? WTF? Ich vermute zwar, dass das ein Synchrofehler war, aber man weiß ja nie…). Weiterhin verschwand Jahre zuvor ein Fischerboot mit drei kräftigen Männern darauf – und das trotz ruhiger See! Louise listet glücklicherweise keine weiteren Fälle mehr, sondern beschwört ihren Mann: „Du weißt genau, was für eine lange Liste es ergeben würde, wenn wir sämtliche unerklärlichen Katastrophen niederschreiben würden, die unsere Gegend kurz vor, während oder nach dem Äquinoktium heimgesucht haben!“ Muss ja mal gesagt werden.

Der Zausel berichtet nun seinerseits von einer alten Legende: Für viiiiielen Jahren lenkten fünf böse Brüder („Sie waren so etwas wie Piraten, Räuber oder Banditen.“) ein Schiff, das bei starkem Seegang an der Küste entlangschipperte, mit falschen Leuchtfeuern auf ein Riff (Insert Archivmaterial von See und Schiff here). Hm, kommt uns das von irgendwo her bekannt vor? Eines dieser Schiffe soll englischer Herkunft gewesen sein und zuvor in Kairo eine Spezialladung Schiffskisten geladen haben. Einer der fünf Brüder ist übrigens offensichtlich eine Schwester…

Gaaaanz sicher für diesen Film gedreht…

Jedenfalls soll in besagter schlimm-stürmischer Nacht irgendetwas die Klippen zum Einstürzen gebracht haben, was die fünf Brüder (glglgl) ins Jenseits beförderte. Spielende Kinder fanden später das Logbuch eines englischen Schiffes…

Von den fünf Brüdern soll es noch heute Nachfahren geben, die – so Louise – einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Da gibt’s zum Beispiel die komische Alte, die sich nie blicken lässt, mit ihrem schwachsinnigen Sohn und einer Tochter, die noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Louise ist klar: „Der sieht nicht nur aus wie ein Monster – der IST auch eins!“

Umschnitt zu Monsters. Er sitzt vor der Tür und kaut auf nicht näher Spezifiziertem herum. Mama entzündet drinnen eine Kerze und ruft dann ihren Sohnemann herein. Sie schleudert ihm ein „Du weißt, was du zu tun hast!“ entgegen, woraufhin Monster einen vor ihm stehenden Sarg schließt und wegträgt.

Pat sitzt derweil im Bett, während ihr Bespringer den Schlaf der Gerechten pennt. Vom Flur her hört sie Louise, die ihren Mann bittet, diesen Satan (gemeint ist das Pferd) doch endlich zu erschießen. Und jau, er ist Manns genug dazu: „Dieser dreckige Bastard ist so gut wie kaputt!“ (!ELF!!!) Monster und Mama schieben den Sarg vor der Villa entlang – es ist ab jetzt wieder Bach-Zeit. Pat beobachtet im Negligée das wieder hin- und herlaufende Pferd, als plötzlich der Alte mit einer Flinte an ihr vorbeistürmt. Pat schleicht sich hinterher. Vor dem Eingangstor trifft sie auf das Pferd, das sie mächtig erschrickt. Sie läuft weg. Da es plötzlich wieder regnet, flüchtet sie ins Auto.

Pat gibt sich keine Blöße.

Auf irgendeiner Wiese stolpert der Alte umher, schwingt sein Gewehr über dem Kopf und kündigt an, dem „Satan“ den Schädel einschlagen zu wollen. Trotz Aufforderung kommt der Zosse aber nicht näher, sondern läuft einige Meter weiter wieder hin und her. Äh Meister: Warum nicht einfach abknallen, das Vieh?

Nach ein paar holzhackermäßig eingefügten Wolkenbildchen (übrigens ist alles in feinster englischer Nacht mit knallig-schniekem Blaufilter gefilmt) trabt der Zosse in der Nähe des Kalksandsteinhangs umher und aus einem mehrfach gezeigten Erdhügel schält sich etwas: Es ist… das Schiff! Ah, dann war’s wohl die Kalksandsteinwand selbst, aus der das Teil kam. Aber viel wichtiger: Muahaha, was für ein Effekt! Da hat ein Requisiteur ein Modellschiff aus einer Sand/ Gummimasse gedrückt… Hammer!

Der Gaul teleportiert munter vor sich hin und läuft wieder vor der Villa umher. Pat versteckt sich noch im Auto (übrigens ist ihr Kopf abgeschnitten – da wollte oder konnte wohl jemand die Kamera oder die Darstellerin nicht anders positionieren…) und erschrickt vor - - - einem Ostfriesennerz. Das Teil zieht sie mitsamt Gummistiefeln an, steigt aus und auf dem Fahrersitz gleich wieder ein. Weg will ‘se. Tatsächlich lässt sich das Auto auch starten. Pats Fahrt endet aber irgendwo in der Pampa: Das Pferd steht plötzlich vor ihrem Auto. Gebannt starrt sie es an, fährt dann ganz langsam daran vorbei, um einen Schnitt später per pedes durch den Wald zu staksen (Hä?).

Aus einem Maisfeld sieht sie, wie Monster und Monstermama den Sarg auf einen alten Friedhof schaffen. Das Pferd wiehert mal wieder, das Schiff bewegt sich noch etwas vorwärts, woraufhin neben ein paar Fässern auch eine Holzkiste herausfällt, die nun vor der Kalksandsteinwand steht. Das Monster verschiebt eine Grabplatte. Die Schiffskiste birst plötzlich und zum Vorschein kommt ein Sarkophag (Wir erinnern uns doch noch an die Legende, die der alte Zausel erzählte, nich? Schiffskisten aus Ägypten? Ansonsten einfach noch Mal oben nachlesen…)!

Das Schiff schiebt sich aus der Wand. Jau.

Das Monster verfrachtet den Sarg in dem zuvor geöffneten Grab. Und jetzt kommt der nächste Hammer: Der „Sarkophag“ öffnet sich! Leider handelt es sich dabei nur um die dünne Vorderseite, die wunderbar zur Seite gedreht wird – muss man gesehen haben (daher auch Screenshot anbei)! Zum Vorschein kommt – tätärätääää – eine Mumie, die auch gleich losschlurft.

Pat läuft übrigens auf und davon, während sie Monster und Mama bei ihrer Arbeit beobachtet. Dummerweise fällt sie dabei in ein Loch. Das herbeieilende Monster findet sie sogleich. Pat schreit sich die Seele aus dem Leib. Monster und Mama beobachten sie dabei. Abblende. Aha.

Der Alte steht weiter auf der Weide und brüllt herum. Das Pferd scharrt weiter mit den Hufen, läuft herum, wiehert usw. Immerhin gibt der Alte jetzt mal ein paar Schüsse auf den Zossen ab.

Auf dem Friedhof besieht sich das Monster Pat – ihm gefällt wohl, was er sieht, denn er hält sie recht zärtlich und deutet immer gen irgendwo. Mutter missfällt’s etwas: „Was willst du mir denn sagen, du Krücke? Lass‘ die Schlampe liegen, du hast noch viel zu tun!“ Der Gaul steht wieder vor dem Friedhof. Mama stellt nun eine Ähnlichkeit mit einer gewissen Cleo fest und befiehlt ihrem Sohnemann, Pat in’s Grab zu schmeißen. Macht er dann auch, kann den Deckel aber noch nicht ganz schließen, denn das Pferd wiehert mal wieder vor sich hin. Das Monster stellt sich ihm entgegen, scheint aber deutlich unterlegen und muss zwischendrin auch Blut spucken.

Mama versucht währenddessen, die Grabplatte doch noch in Endposition zu schieben. Pat stemmt sich dagegen. Das Pferd erwischt das Monster am Kopf und tritt ihm den Schädel ein – ein Teil bömmselt fortan also munter an der Stirn umher (Und hey: Das sieht gar nicht mal soooo schlecht aus. Allerdings wird auch hier wie in einem deutschen Gorebauern-Streifen fast eine halbe Minute draufgehalten.).

Exquisite Kameraarbeit (rechts ist die Action).

Das Monster stürzt nun, durch den offenen Kopp sichtlich benebelt, rückwärts durch die Friedhofsmauer, die selbstverständlich dabei einstürzt (Zeitlupen-Zeit!) und auch gleich die Mama mit erwischt. Beide verenden theatralisch, während Pat um Hilfe ruft – man möge sie doch bitte aus dem Grab befreien. Sie schafft’s dann doch relativ einfach (don’t ask), doch wird sie beim Weglaufen von Monstermama festgehalten. Diese ist ziemlich erbost darüber, dass ihre kleine Cleo sterben musste, während „Huren wie du (=Pat)“ noch leben dürfen.

Monstermama zieht also mit ungeheurer Kraft an Pats Gummistiefel, während selbige sich am Friedhofsgitter festhält. Es kommt, wie es kommen muss: Durch die unbändige Zugkraft der Alten reißt Pat das Gitter aus der Verankerung (!), dreht es in der Luft um (!!) und spießt die Mama damit auf (!!!). Jowsa! Im Laufen fällt sie allerdings zwischen zwei Gräbern wieder auf die Vorderpfoten. Monstermama zieht sich noch das Friedhofsgitter aus der Brust (! Eat this, Jason!) und verscheidet dann.

Pat rappelt sich ein wenig auf und starrt auf das Friedhofstor. Auf tritt: die Mumie. Pat ist mitnichten erschrocken, duckt sich ein wenig hinter einem Grab und robbt dann rückwärts drum herum. Die Mumie stapft nun auf das Grab zu, in welches Pat gesteckt werden sollte und schiebt die Platte beiseite. Dann streckt sie ihren Arm aus, der im Grab liegende Sarg öffnet sich und eine Frau kommt zum Vorschein – wohl genannte Cleo. Durch die Macht der Mumie steht sie auf. Übrigens sieht sie aus wie Pat, nur mit schwarzer Perücke.

Exquisite Kameraarbeit (rechts ist die Action).

Beide Untote stiefeln ein paar Meter weiter gen Ausgang, dann zieht die Mumie wieder in Richtung Friedhof. Pat kriecht von ihrem Versteck weg, leider aber direkt auf die Mumie zu, die sie am Hals packt. Pat schlägt mehrmals auf das Vieh ein und reißt ihr schließlich einen Teil der Gesichtsbandagen ab, wodurch ein Schmodderkopp zu Tage tritt. Uns‘ Patty geht mal wieder stiften, steht aber sich selbst, ergo: Cleo, gegenüber. Beide leisten sich einen Anstarrwettbewerb (Schuss – Gegenschuss), während die Mumie Alka Seltzer spuckt. Patty stolpert dann doch rückwärts, allerdings dummerweise direkt neben das Monster, das selbstverständlich doch noch nicht tot ist, sondern sie erst etwas begrabbelt und sich dann aufrappeln will. Pat is off, Mumie und Cleo machen sich auch zum Mondscheinspaziergang auf und das Monster steht ebenfalls wieder auf den Beinen. Abblende. Äh, ja.

Tag, mal wieder. Das Pferd galoppiert wieder über die Weide, der Alte ballert Schuss um Schuss durch die Gegend. Diesmal ist die Szene mit Überblendungen ohne Ende und einem wieder mal nervig-schrabbeligen Soundtrack zugepflastert. Abblende. (Kleiner Hinweis: etwas über 46 Minuten geschafft.)

Pat läuft durch Wald und Heide, das Monster an irgendwelchen Bahnschienen entlang. Dann sind beide in einem Maisfeld unterwegs (und hier gibt’s echt ein wenig Dynamik durch Steadycamfahrten vor Pat her), bis sie mal wieder durch den Wald stolpern bzw. laufen (übrigens ist die Musik hier sogar recht okay). Zwischendrin ist mal wieder Zeitlupen-Zeit, in der Pat ein paar Meter laufen (‚Ihre Brüste wackelten im Todestakt‘ fällt mir dazu nur ein…) und dann zu Poden chtürzen darf.

Pat kann sich allerdings wieder aufraffen, läuft noch ein wenig in Zeitlupe weiter, bis sie aus dem Laub- und Mischwald herausfindet und glücklicherweise gleich auf ihres Männes Benz stößt. Leider hat das Ding Zündungsschwierigkeiten, was dem Monster Gelegenheit gibt, aus dem Gehölz und auf die Motorhaube zu stolpern. Nu springt die Karre aber tatswahrhaftig an und Pat fährt einige Meter, bleibt dann aber stehen, denn das Monster kotzt Blut. Warum? Keine Ahnung, wahrscheinlich vom Stern aufgespießt.

Beware of… THE MUMMY!

Pat setzt also zurück, das Monster sackt längs auf den Asphalt und unsere Heroine begießt es mit Benzin, legt eine kleine Spur und lässt dann die Zündhölzer sprechen. Das Monster geht in Flammen auf – naja, zumindest der Uniformteil, auf dem die Brandpaste kleistert, fackelt vor sich hin… Pat fährt los (allerdings in vollkommen anderer Richtung, da eigentlich das brennende Monster vor ihr liegen müsste). Muschi ist mal wieder im Bild, was Pat veranlasst, rechts ranzufahren und dann erneut den Motor starten zu wollen. Wir erfahren durch ihr Selbstgespräch, dass der Tank leer ist. Tja, hätteste man nich‘ alles zum Abfackeln verschwendet, Süße…

Dennoch beweist Pattymausi, dass sie blonder als blond ist: Sie versucht einfach noch ein paar Mal, den Motor zum Laufen zu bekommen. Dann steigt sie wieder aus und scheint etwas zu hören. Wir sehen Cleo und die Mumie über einen Waldweg schlendern. Blondchen läuft mal wieder weg und landet schließlich und endlich auf der Weide, auf der der alte Zausel noch immer steht. Sie wirft sich ihm zu Füßen und bittet um Hilfe, doch der Alte denkt nur an den ollen Gaul.

Ganz herrlich: Pat: Bitte, Sie müssen mir helfen, helfen Sie mir! Alter: Was ist denn in Sie gefahren, Kleines? Pat: Alles, was Sie uns erzählt haben ist wahr! Ich hab‘ sie selber gesehen, das Monster und die alte Frau! Alter: Lassen Sie mich in Ruhe, ich habe Wichtigeres zu tun! Dieses gottverfluchte Pferd ist an allem Schuld, man muss es vernichten! Pat: Und dann war da diese schreckliche Mumie, bitte helfen Sie mir! Alter: Was für eine Mumie? Sie sind doch verrückt!

Der Badmovies.de-Schmodderservice ist stets zu Diensten.

Ja. Pat ist nun vollkommen im fatalistischen Modus („Sie wollen uns töten…“) und der Alte verspricht, sich darum (auch um Cleo) zu kümmern. Zuerst muss er halt nur noch das Pferd umme Ecke bringen… Er schreit und ballert also wieder durch die Gegend, das Pferd läuft, wiehert und macht andere Pferdedinge. Pat beobachtet alles aus sicherem Gesträuch (übrigens ist auch hier die Musik ganz okay). Nach einem ganzen Schwung recycleter Pferdeshots meint der Alte: „Jetzt werden wir uns mal um Ihre sogenannte Mumie kümmern.“ [Er scheint wohl tatsächlich einen Treffer gelandet zu haben. Direkt wird’s nicht gezeigt.]

Jene Mumie und Cleo latschen gerade auf die Kalksandsteinwand zu. Der Alte ist überglücklich, dass er das Schiff entdeckt hat („Ich hab’s gewusst, ich hab’s gewusst!“) und träumt schon von Ruhm und Reichtum, allerdings kommt ihm die Mumie dazwischen. Er gibt zwar einen Schuss auf den Bandagenfetischisten ab, der allerdings wirkungslos bleibt. Der Alte ist aber wohl schon im Vollmeisenmodus, denn er meint, die Mumie habe keine Macht über ihn und müsse sein Sklave sein. Dumm nur, dass sie ihm das Genick bricht, was in etwas Geschmodder am Hals endet. Der Zausel geht zu Boden, darf aber ebenfalls solide 20 Sekunden jammern und stöhnen.

Die Mumie schnappt sich nun Cleo. Gemeinsam schreiten sie zum Sarkophagdeckel. Pat entledigt sich derweil ihres Ostfriesennerzes und schnappt sich des Alten Donnerbüchse. Aber: Frauen und Technik… Irgendwann bekommt sie’s doch noch geladen und zielt – aber nicht auf die Mumie, sondern auf ein Pulverfass, an dem Bandagenheinz und zombiehafte Cleo gerade vorbeilaufen. Zackdich-Wummdich – die Explosion wird uns gleich aus drei verschiedenen Perspektiven gezeigt. Plötzlicher Umschnitt auf…

…die Alte, die in Pats Schlafzimmer die Vorhänge öffnet. Patty erwacht in ihrem Bett, während die Alte ein töftes Frühstück ankündigt. Pat wagt ein paar vorsichtige Schritte ins Zimmer und fragt sich, ob sie die ganze Chose geträumt hat („Aber es war alles so realistisch…“ – Ja klar: Monster, Mumien und zombiefizierte Zwillingsschwestern sehe ich auch an jeder Ecke.), aber Muschi hockt unter dem Bett…

Im Todesgriff der wilden Monstermama.

Pat macht einen Abstecher ins Badezimmer und ordnet ihre Haare. Beim Herausgehen schwenkt die Kamera auf Gummistiefel und Regenjacke… Etwas später geht sie die große Treppe nach draußen, an deren Fuß sie die Alte wiedertrifft. Äußerst freundlich erklärt diese, dass Pats Männe auf der Suche nach einer Werkstatt ist, die fähig ist, den Benz zu reparieren. Ihr Mann hingegen ist schon unterwegs, um einen Fisch zu besorgen.

Unsere Heldin entschließt sich zu einem Spaziergang und Katzi stromert mal wieder an der Kalksandsteinwand umher. Eben dort kommt auch Pat an und entdeckt einige leere Patronen, außerdem ein angekokeltes Schiffsteil, passenderweise gerade das mit dem Namen. Muschi maunzt, springt dann Pat von hinten an, die nach vorne stürzt und vom Erdboden verschluckt wird – heißt: Sie stürzt in eine Grube und seitlich schiebt sich eine Masse Heu oder Gras darüber. Abblende.

Huiui, Schatzi – so hättest du dich auch für Jean Rollin bewerben können…

Ein weißer Sportschlitten steht vor der Villa. Ein teilrasierter Affe kommt heraus und verkündet seiner im Wagen wartenden Schnitte, dass er dort ein Zimmer genommen habe („Sind echt nette Leute.“). Der Alte dreht sich wieder um, steckt sein Rambomesser ein und meint: „Werden sich wohl verirrt haben…“ Noch einmal die Villa im Dunkeln, an der Monster und Monstermama den Sarg entlangschieben. Abspann.

ANALYSE

Na? Das war ein Brett. Vor allem, weil der ganze Käse in gerade einmal 70 Minuten gepackt wird. Die Geschichte ist natürlich absoluter Quark, was schon aus der Inhaltsangabe ersichtlich sein sollte. Das beginnt damit, dass es sich hier lediglich um eine Art Nummernrevue ohne großen Sinn und Zusammenhang handelt. Wir haben das Motiv der Verirrten, die irgendwo unterkommen können und dann Seltsames erleben. Dann eine alte Legende, ein mordlüsternes Monster mit Außenseitermama, eine Mumie, die sich aus irgendeinem Grunde mit der zombiefizierten Tochter der Alten zusammentut, eine Katze, die die ganze Chose (höchstwahrscheinlich) lenkt und ein mutmaßlich vom Teufel besessenes Pferd – oder ist’s gar der Teufel selbst?

Wie sagt man dazu in Frankreich? Victoire indemne?

Schon klar, dass Regisseur und Autor Launois den Streifen eher traumartig anlegen wollte, dennoch fällt es schwer, eine richtige Dramaturgie zu erkennen. Erst sehen wir das Monster mit seinen Missetaten; dann kommt unsere Heldin ins Spiel (wo ihr Mann abbleibt, ist dem Film schnurzpiepe). Gefolgt wird dies von der depperten ‚The Fog‘-Legende, deren schönster Moment eigentlich ist, dass immer von fünf Brüdern die Rede ist, einer dieser „Brüder“ allerdings deutlichst erkennbar eine Frau (sogar mit Kopftuch) ist. Ob dieser Widerspruch nun Schuld der Synchro oder schon im Original belämmert ist, kann ich leider nicht sagen.

Oppi mit der Jagdflinte schreit und schießt praktisch fünf bis zehn Stunden auf einer Wiese umher (Come on, really?) und das Ziel seiner Wut, der Gaul, teleportiert munter wie Jason Vorhees durch die Landschaft. Monster und Mama wollen, scheint’s, die tote Schwester bzw. Tochter entsorgen und Pat bei der Gelegenheit auch aus dem Weg räumen. Warum?

Wie? Alufolie brennt nicht?

For no particular reason taucht das Schiff nun auf, das natürlich eine Mumie an Bord hatte, die sich bestens in der Gegend auskennt und gleich mal Monsters‘ Schwester wieder erweckt. Warum? Was haben sie vor? Keiner weiß es, keiner wird es je erfahren. Höchstwahrscheinlich erschießt der Alte den Klepper – der vermeintliche Teufel ist also besiegt. Wie kommt Pat nach Sprengung der Pulvervorräte und damit einhergehender Vernichtung der Mumie und Cleo wieder ins Haus? Die Alte? Die Katze? Teleportation? Und ist am Ende die Katze der Teufel [Alle nicht-Katzenbesitzer wussten das ja schon immer…]? Und dann wiederholt sich der Schlonz im Epilog also noch?

Wäää, nein, alles ergibt keinen Sinn. Konzentrieren wir uns lieber auf die Schauwerte.

Da hätten wir die Schauspieler. Praktischerweise kann niemand (auch die imdb nicht) die Rollen den Darstellern zuweisen, ausgenommen Pascal Simon als Monster (was dankenswerter Weise der Film selbst erledigt). Dieser agiert… hm… als wäre er geistig auf dem Niveau eines Huhns. Mitunter legt er sehr viel Pathos in sein Spiel, was für den Zuschauer allerdings lächerlich wirkt. Die Maske ist… schräg, aber der offener-Schädel-Effekt erstaunlich gut.

Fast könnte man’s glauben…

Veronique Renaud ist wohl Pat. Die kann zumindest ganz hübsch aussehen, hat aber nicht viel Anspruchsvolles zu spielen. Zumeist muss sie erschrocken aussehen (klappt mal mehr, mal weniger gut) und durch die Gegend laufen. Als Cleo muss sie sich nur zombiehaft bewegen und in die Gegend starren. Bekommt sie gut hin, da sieht sie aber auf Grund der bescheuerten Perücke ziemlich doof aus.

Ihr Männe tut praktisch nichts zur Sache. Er hat am Ende eine Screentime von maximal vier Minuten (im Sinne von aktiv im Bild) und kann praktisch nichts beitragen. Immerhin darf er Pat tragen und sich als Reifenwechselexperte ausweisen.

Der Alte (Marcel Portier?) zeigt eine Mixtur aus ganz annehmbar (der abgeklärte, kaltschnäuzige Jäger) und nervig (alles, was mit dem Pferd zu tun hat). In letzteren Fällen regiert eben Schreien und Augenaufreißen. Die Sterbeszene ist lustig.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Die Alte darf erst abergläubisch und später mysteriös-freundlich spielen. Okay, rockt aber nicht wirklich. Bleibt noch die Monstermama, die sich betont männlich geben darf (raucht sogar Zigarre) und eigentlich nur herumflucht und –schreit. Schon ein bisserl nervig.

A propos nervig: Die ständig wiederkehrenden Pferdeszenen nerven und führen zeitweise zu Ermüdungserscheinungen. Nach diesem Film wünscht man sich Pferde dahin, wo sie hin gehören: In die Wurst oder die Lasagne. (Könnte auch für die Katze gelten.) Ach, und die Kleinstdarsteller zu Beginn bekommen den Award für die am kräftigsten atmenden Leichen und am schönsten hüpfenden Frühzwanziger.

Die Effekte sind meistenteils sehr krude und einfach zusammengezimmert. Die Blutspritzeffekte sind auf Taubertniveau, der aufgekloppte Schädel sieht (zumindest im Dunkeln) recht gut aus. Das Schiff ist witzig gewerkelte Modellarbeit bzw. später ein einfaches Matte. Die Mumie sieht an und für sich ganz okay aus, aber wenn dann die Gesichtsbandagen ab sind und Tag ist, muss man sich schon schwer beömmeln. Da sahen die Zombies in „Zombies unter Kannibalen“ richtig realistisch gegen aus. Am Ende muss man aber wohl sagen: Für das Mikrobudget ganz okay mit Ausreißern nach oben und unten.

Die wenigen eingesetzten Props (abseits von Autos, Zelt und Waffen ist’s kaum was) sind eher lächerlich. Exemplarisch dafür steht nur der tolle Sarkophag der Mumie. Weiowei…

Warum heißt ein englisches Schiff „Le Condor“?

Richtig gut tut dem Film seine einzige richtig geile Location: Die Villa, die schon einen gewissen Schlosscharakter mitbringt und die beispielsweise im Dunkeln auch ganz schick ausgeleuchtet wird.

Womit wir gleich bei der Kamera wären: Die ist ebenfalls durchwachsen. Teils gelingen ein paar schön ausgeleuchtete Einstellungen; es gibt so einige schnieke Fahrten (insbesondere die Ankunft des Heldenpaares an der Villa möchte ich da hervorheben) und eine sehr ordentlich gewerkelte Steadycamsequenz. Aber dann wieder einfaches Point and Shoot, ein paar bewährte Zooms und ein ums andere Mal spielt sich die Action halb außerhalb des Bildes ab (Originalformat soll 1,66:1 sein, wodurch möglicherweise rechts ein wenig fehlen könnte).

Der Schnitt ist recht rumpelig, die Musik größtenteils grauenhaft. Selbstverständlich ist sie komplett aus dem Synthie, aber insbesondere am Anfang (Monster, Vorspann), bei der Legende (schrabbelige Seefahrermusik) und wenn’s um die Kalksandsteinwand geht grauenhaft. Gegen Ende gibt’s ein paar ganz gut hörbare Stücke, die im Text erwähnt sind. Die Toccata wird bestimmt vier Mal angespielt.

Die Regieleistung zu beurteilen, fällt etwas schwer. Bernard Launois schrieb ja auch das Drehbuch, wusste also wohl schon vorab, wie der ganze Schlonz aussehen sollte. Stellenweise zeigt er ein Gespür für Gestaltung, aber die schauspielerischen Leistungen scheint er größtenteils einfach durchgewunken zu haben. Ganz besonders schlimm zeigt’s sich am Anfang mit dem Hüpfehäschen. Ansonsten geht die ganze Geschichte relativ straight vorwärts, wird aber durch die Pferdeszenen ein ums andere Mal mächtig ausgebremst. Da hätten insgesamt wohl noch zwei, drei Minuten fliegen können. Aber dann wär der Film wohl zu kurz geworden…

Veröffentlicht wurde der Film in Deutschland im Jahre 1988 über das Label „Horror Class“. Hinter diesem steckte die Pornofirma Videorama. Insgesamt wurden, glaube ich, darüber nur vier Filme veröffentlicht.

Das Bild ist natürlich in 4:3 Vollbild. Die Farben sind mittlerweile schon etwas ausgelutscht (Kunststück, das Tape ist ja nu mittlerweile 27 Jahre alt), aber noch okay. Die Synchro ist sogar relativ in Ordnung, wobei man sagen muss, dass nicht viel gesprochen wird. Da gab’s und gibt’s definitiv Schlimmeres. Das Cover ist allerdings eine Airbrush-Katastrophe. Da sind die Originalmotive noch einen kleinen Tacken besser… Das Tape wurde gleich 1988 indiziert, ist aber seit 2013 wieder von der Liste. Angeblich soll’s auch geschnitten sein, aber genauere Informationen lassen sich da nicht finden. Ich würde vermuten, dass vielleicht am Anfang (vor dem Intro) noch ein paar Sekunden kommen können, da auf dem Tape zu Beginn das Horror Class-Logo zu sehen ist, aber schon Ton kommt. Ansonsten sieht’s mir eigentlich komplett aus.

Mittlerweile gibt’s den Film auch in Frankreich als Special Edition-DVD mit einem ganzen Schwung Bonusmaterial. Ich hab‘ sie leider noch nicht, aber es wär‘ echt eine Überlegung wert. Wird übrigens Zeit, dass der Film auch hierzulande digital veröffentlicht wird.

Kommen wir zum Fazit: Natürlich ist’s totaler Quatsch, der aber im Umkehrschluss für den Trashfreund einen ganzen Humpen Spaß macht, wenn er die Teils äußerst dilettantischen Darsteller in krudem Make-Up durch die französische Natur wanken und ab und an ein wenig vor sich hin zu bluten sieht. Wenn man ein Trinkspiel machen würde, wie oft sich das Pferd aufbäumt, würde man das Ende des Films nicht mehr überleben…

Am Ende ist’s tatsächlich so abseitig und so schräg, dass es für den wahren Connaisseur ein Pflichtfilm sein sollte. Unbedarftes Publikum verschreckt man damit aber sicherlich auf unbestimmte Zeit…

BEWERTUNG

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BONUS SCREENSHOTS:

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