Do You Wanna Know a Secret?

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DO YOU WANNA KNOW A SECRET?
Deutscher Titel: Dark Summer
Do You Wanna Know A Secret?

USA 2001 - 90 min - FSK: 18

Credits

Besetzung:

Hank Ford  (Joseph Lawrence)
Brad Adams/Bradley Clayton  (Chad Allen)
Beth Morgan  (Dorie Barton)
Agent Owen Sacker  (Jeff Conaway)
Tom Barton  (Britton Purvis)
Oz Washington  (Tom Jay Jones)
Tina Webster  (Leonora Scelfo)
Nellie Lopez  (Elsie Escobar)
Pastor Clifford Adams  (Del Tenney)
Police Chief Gavin  (Jack McGee)

Stab:

Regie: Thomas Bradford
Drehbuch: Kermit Christman, Del Tenney
Kamera: D. Alan Newman
Schnitt: Russell Harnden III, Paul Petschek
Musik: Jeff Eden Fair, Starr Parodi
Production Design: N.A.
Spezialeffekte: Rick Bongiovanni
Produzent: Kermit Christian, Edward Lopatin, Del Tenney
ausführender Produzent: Margot Hartman Tenney, Del Tenney
Produktion: Two Left Shoe Films

Vorwort

Wer meine Gastkritiken bisher gelesen hat, könnte den Eindruck haben, ich hätte einfach Pech mit meiner Filmauswahl. Immerhin hat es noch keiner der besprochenen Werke geschafft, mehr als sechs Bier einzuheimsen. Gerade zuletzt hatte ich mit "Alligator 2“ oder "Killer Eye“ recht unangenehme Erfahrungen gemacht, und daraus könnte man logisch schlußfolgern, daß ich mal Lust hätte, mir ein zwar mieses, aber um so unterhaltsameres Produkt, vielleicht einen echten Trash-Klassiker, zu Gemüte führen zu wollen. Nichtsdestotrotz fiel meine Entscheidung auf einen der zahlreichen Teenie-Slasher der Post-"Scream“-Ära, die ja bekanntlich fast ausnahmslos Garanten für filmische Ärgernisse sind. Nun also der 2001 gedrehte "Dark Summer“ (Originaltitel: "Do You Wanna Know A Secret?“). Den hatte ich schon besichtigt, als PRO 7 ihn vor über einem Jahr erstausstrahlte - mal gucken, ob ich die ersten Erfahrungen, die ich mit dem Ding machte, hiermit bestätigen kann...

Inhalt

Wie alle schlechten "Scream“-Nachzieher beginnt "Dark Summer“ (nach einem simplen Vorspann) mit einer kurzen Mordsequenz: Ein Idiot tanzt sich zu fetziger Musik in seiner Bude einen ab, bis jemand einen Zettel unter der Tür durchschiebt, auf dem geschrieben steht: "DO YOU WANNA KNOW A SECRET?“ Scheinbar schon, denn Depp marschiert durch einen leeren Gang und sucht sein Schnuckiputzi Beth, die ihm, so vermutet er, diese Nachricht hinterlassen hat. Mysteriöserweise flackert das Licht, was unseren Freund, der es wahrscheinlich nicht mehr lange sein wird, zu der Äußerung "Das hat doch so’n Bart“ veranlaßt. (Ob damit der klischeehafte Aufbau dieser Szene gemeint ist. Selbstironie?) Just in dem Moment, als er eine Tür öffnen will, stürmt ein junges Pärchen laut lachend aus dem Zimmer - und erschreckt den Kerl gar fürchterlich. (Wenn ihr Fans von False Scares seid, dann ist dieser Film genau das Richtige für euch. Ich zähl‘ ein bißchen mit: Das war Nr.1.) Schnell ist der Killer auch schon da. Ausgestattet mit schwarzer Kutte und nur Sekundenbruchteile zu sehender Maske stürmt er mit einer Axt in der Hand auf sein Opfer zu. Die Geräuschkulisse läßt eine kleine Metzelei vermuten, die blutigen Sudeleien finden jedoch off-screen statt. Und weil der Regisseur enorm viel Sinn für stilistische Feinheiten hat, zeigt uns eine langsame Kamerafahrt nach Verrichtung der bösen Tat die männliche Leiche, die ihre Finger auf einem zerbrochenen Foto liegen hat, auf dem sich der jüngst Verschiedene und seine Holde strahlend im Arm halten. Eben jene auf dem Bild, Beth, schreckt daraufhin in dem Moment aus einem Alptraum hoch, als ihr blutüberströmter Freund am Bett steht und sie auf die Matratze drückt. (Soll ich jetzt davon ausgehen, sie habe das Szenario gerade geträumt? Wenn ja, bezweifle ich dies ganz stark. Schließlich hat sie den Mord selbst nicht mitbekommen. Es sei denn, sie wäre die Mörderin. Glaub‘ ich aber nicht.)

Ein Jahr später. Der Mord ist noch unaufgeklärt. Beth, immer noch sichtlich bedrückt, packt ein paar Sachen in ihren Koffer - und wird dabei gar fürchterlich von ihrem neuen Lover Hank erschreckt. (Das war Nr.2.) Beide wollen mit ihren Freunden nach Florida aufbrechen, um dort ihren Sommer zu verbringen. Nebenbei bekommen wir in der Diskussion etwas Charakter-Hintergrund vermittelt: Beth hat ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern. (Nicht daß das noch wichtig werden würde...) Außerdem überreicht sie ihrem Liebsten eine offensichtliche Hiobsbotschaft: Brad kommt auch mit, was Hank gar nicht paßt. Ihre Freundin Tina brauche nämlich jemanden zur Entspannung.

Als Beth ihr Zimmer verläßt, wird sie dort vom grimmigen, kettenrauchenden FBI-Agenten Owen Sacker erwartet. Der will dringend mit ihr sprechen, aber Blondie wiegelt ab: Mit der Polizei habe sie schon 1000x gesprochen, und außerdem müsse sie zum Flughafen. Darum steckt er ihr eilig seine Visitenkarte zu, falls sie mal seine Hilfe braucht. Beim Gehen wirft Beth dem Mann einen unsicheren Blick zurück zu. (Huch, soll hier schon ein möglicher Tatverdächtiger eingeführt werden? Ich meine, der Typ raucht eine Zigarette nach der anderen und glotzt vielsagend. Könnte doch sein...)

Nächster Schauplatz Strandparty. Offensichtlich haben unsere Protagonisten bereits ihr Ferienziel Florida erreicht. Dort jedenfalls herrscht eine ausgelassene Stimmung bei strahlendem Sonnenschein. Nur Beth steht bedröppelt abseits mit Hank rum, weil sie ob des Todes ihres Freundes immer noch leidet. Aus dem Grund ist ihr Geborgenheit besonders wichtig. Sie fragt Hank: "Stehst du wirklich auf mich?“ - "Ja!“ - "Wenn nicht, schnibbel‘ ich dir den Schniedelwutz ab.“ (Autsch - voll der Psycho, die Frau.)

Kurz darauf fahren sie mit Hanks schmuckem Sportwagen los. Hank hat hier in der Nähe nämlich ein Haus für die Ferien gemietet. In einer Parallelmontage beobachten wir einerseits unsere jugendlichen Sympathisanten auf der Fahrt mit dem Auto und andererseits Sacker dabei, wie er sich diverse Zeitungsartikel den Mordfall vor einem Jahr betreffend ausschneidet. (Fragt sich nur, warum er damit erst ein Jahr später beginnt.) Weiterhin lautet eine Schlagzeile: "Tochter eines FBI-Agenten stirbt.“ Kein Wunder, daß uns Sacker das sehr nahegeht und er zu weinen anfängt, ist schließlich seine Tochter. (Hmm... ob das noch wichtig wird oder in die Kategorie "Vergessen wir’s!“ aufgenommen werden kann? Ratet mal.)

Schon bald haben Beth und Hank die Luxushütte erreicht. Beth staunt über das prunkvolle Anwesen, da wird auch schon Hank von der schwarzhäutigen Nervensäge Oz gar fürchterlich erschreckt (das war Nr.3) und mit "Reicher Pisser“ begrüßt. Als spaßige Revanche für den kurzen Schreck schmeißt Hank seinen Kumpel auf seinen Schlitten und zwingt ihn dazu, ihn in den Himmel zu loben. Oz: "Du bist der beste Kickboxer und hast den Allergrößten.“ Haha, das Niveau ist beeindruckend, alle freuen sich des Lebens, und meine Nerven werden jetzt schon aufs Ärgste strapaziert - wegen der Typen und ihrer Sprüche.

Als wäre das Doppelpack Hank/Oz nicht schon anstrengend genug, nein, es kommen noch drei weitere Vollidioten dazu. Hank will die Tür des Hauses öffnen, da wird er von dem debilen Trio Tina (nymphoman veranlagt, wie im weiteren Verlauf noch deutlich wird, solo), Nellie (Latino, nicht minder blöd, kein Wunder, da Oz‘ Freundin) und Brad (zu dem später mehr, solo), die sich Halloween-Masken aufgesetzt haben (im Sommer?!), gar fürchterlich erschreckt. (Das war Nr.4.) Die Stimmung ist riesig, und schon stürzt sich die Bagage wie Kleinkinder in den Riesengarten und säuft, was das Zeug hält.

Später. Fast alle sind reichlich angeheitert (Beth als psychisch Labile natürlich nicht, versteht sich). Während Brad auf der Terrasse fleißig Egoshooter spielt, tummelt sich der Rest im und um den Swimmingpool herum. Auf Tinas Frage, ob Brad nicht mal aufhören will, erwidert der: "Wenn die Unterhaltung interessanter wird.“ - "Worüber willst du reden?“ - "Über Sex!“ Na klar, hätte man doch drauf kommen müssen. Sex ist das passende Stichwort, denn eigentlich tun unsere liebgewonnenen Freunde nix anderes, als darüber zu quatschen - und sie gehen mir so dermaßen auf die Nerven, daß ich meinen Fernseher glatt kaputtschlagen würde, wenn ich einen zweiten als Reserve im Haus hätte. Wo bleibt der Killer, wenn man ihn mal braucht?

Irgendwann wird Brad geschmacklos und erwähnt als allgemeiner Spaßverderber den Mord, der Beths Freund vor gar nicht allzu langer Zeit widerfuhr. Damit bringt der Kerl sich noch mehr ins Außenseiter-Abseits und darf von nun an auf freundliche Namen wie "Arsch“ und "Irrer“ hören. (Tja, Brad, toll gemacht! Warum nur hat Tina den zur Entspannung mitgenommen, wie Beth uns vor zehn Minuten offerierte?)

Brads erste Versuche, sich mit Beth, die sich inzwischen in die Küche zurückgezogen hat und nachdenklich am Waschbecken steht, zu versöhnen, schlagen fehl, was wohl hauptsächlich daran liegt, daß der Kerl Blondie durch Schulterantippen gar fürchterlich erschreckt. (Das war Nr.5.) Zwar macht er ihr unzweideutige Avancen, aber sein Gegenüber blockt ab: "Wir sind nur Freunde.“ (Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Ich persönlich hätte den Kerl sehr ungern in meinem Freundeskreis. Beth übrigens auch nicht. Und Hank ebenso. Oz erst recht. Und das Duo Tina/Nellie? Ne, kann ich mir als Freundinnen auch nicht vorstellen. Aber das nur nebenbei.) Beth stellt die Frage, deren Antwort mich ebenfalls brennend interessieren würde: "Warum hast du den Trip mitgemacht?“ - "Wie hätte ich Nein sagen können?“ erwidert Arsch sehr aussagekräftig und geht. Dann klingelt es an der Tür, und ein weiterer Idiot, Beths Ex-Freund Tom, wird in die Handlung integriert. (Oh nein, bitte nicht!) Allerdings lädt der Beth und ihre supercoolen Kumpels lediglich zur morgen Abend stattfindenden Raveparty ein und zischt glücklicherweise wieder ab, denn noch eine Dumpfbacke mehr, und ich hätte die Videokassette gestoppt und aufgegessen.

Wer denkt, jetzt würde mal Kuttenmann zuschlagen, sieht sich getäuscht. Er läßt auf sich warten. Am Abend herrscht Ausnahmestimmung. Die Sauforgie der Teenager geht an Bord eines Schiffes weiter (ist es Brads? Ich bin mir nicht sicher) und labern weiter Müll. Brad fängt mit Beth eine Unterhaltung an. Die kann gar nicht verstehen, warum er sich ständig leicht psychopathisch verhält. Das liege an der strengen Erziehung seines Vaters, so Brad. Bei den anderen Nasen geht’s hingegen um Sex usw. nervnervnerv, rhabarberrhabarberrhabarber... (Oh, bitte laßt mich niemals mit einem von diesen Nervensägen in einem Zimmer sitzen. Nachher müßte ich mich noch in die Klapse zwangseinweisen lassen.)

Zurück an Land, schmeißt sich Hupfdohle Tina an Hank heran, doch der bleibt - für einen Mann - erschreckend standhaft. (Naja, eine laut grölende Schnepfe wie die gehört auch eher ins Meer geschubst. Ist ja nicht auszuhalten hier.) Während sich alle Richtung Ferienhaus bewegen, muß Brad ganz allein den Kahn anbinden und den Müll wegräumen. (Eine Runde Mitleid!)

Eine knappe halbe Stunde im Film, passiert mal was, d.h. Hank hört seltsame Geräusche am Swimmingpool und ruft: "Hallo?“ Alles ganz super atmosphärisch. Und weiterer Nervenkitzel folgt auf dem Fuß: Nellie erschreckt Brad gar fürchterlich mit Hand-auf-die-Schulter-legen (das war Nr.6), hat jedoch keine killtechnischen Aktivitäten vor, sondern nur ihre Jacke an Deck vergessen, die sie sich nun zu holen gedenkt.

Hank hat gerade das Haus betreten - und wird gar fürchterlich von Tina erschreckt. (Das war Nr.7. Ob’s langsam auf den False-Scare-Rekord zugeht? Bestimmt.) Diese hat vor, Hank auf der Stelle zu besteigen, was der mit dem "Wir-sind-nur-Freunde“-Argument vorerst zu verhindern weiß. In der folgenden Auseinandersetzung wird deutlich: Sie und Hank waren früher mal ein Paar. (Aha! Ist das wichtig?) Nun ja, Hank ist auch nur ein Mann und erwidert nach den ganzen Annäherungsversuchen Tinas Kuß. Mehr tut sich aber auch nicht, er blockt erfolgreich ab. Wie der Zufall es will, schaut Beth aus sicherer Entfernung zu und schließt aus Rache die Tür ab. Hank solle gefälligst auf der Couch schlafen. Der versteht die Welt nicht mehr.

Die Aussperrung versteht Hank für einen verträumten Gang zurück zum Swimmingpool zu nutzen, Tina bekommt in ihrer Stube einen kleinen Ausraster und schmeißt - hui, Action! - Dinge von der Kommode. Dann POV-Aufnahmen. (Es geht einfach nicht ohne, oder?)

Falls ihr denkt, Nellie und Oz würden nur unbedeutendes Kanonenfutter mit sowenig Leinwandpräsenz wie nur irgendwie möglich abgeben, seht ihr euch getäuscht: Oz mixt sich nämlich ein exotisches Getränk für sich und seine Flamme (mitten in der Nacht - ist das gut für den Magen?). Die wiederum tanzt in der Wohnung und hat wohl Hunger bekommen. Jedenfalls wünscht sie sich von ihrem Lover endlich was zu essen und geht schauen, wofür der Kerl so lange braucht. Als sie die Küche entert, läuft zwar der Mixer, doch von ihrem Macker ist weit und breit nichts zu sehen. Mysteriös, mysteriös, wenn ihr mich fragt. Anstatt vom Killer in der Zwischenzeit niedergestochen worden zu sein, taucht Oz leider unversehrt hinter ihr auf und erschreckt die Arme gar fürchterlich. (Das war Nr.8. - Menschenskind, habt ihr nix anderes zu tun als euch gegenseitig fertigzumachen?) Nellie, nicht die Nervenstärkste, reagiert darauf verständlicherweise nicht sehr begeistert. Weil die Gute aber dumm wie Brot ist (oh, entschuldige vielmals, Brot! Mir ist gerade kein passender Vergleich eingefallen!), läßt sie sich trotzdem auf ein nettes Fang- mit anschließendem Versteckspiel ein, d.h. Oz läuft weg, Nellie wird die ehrenvolle Aufgabe der Jägerin zuteil. (Hilfe! Kann die Typen nicht mal jemand abmurksen?) Im Stockdunkeln erweist sich Versteckspielen jedoch als besonders schwierig. Nicht verwunderlich, daß Nellie trotz intensiver Suche Probleme hat, ihren Macker zu finden. Ach ja, fast hätt‘ ich’s vergessen: Sie wird von einem aus dem Schrank fallenden Bügelbrett gar fürchterlich erschreckt. (Das war Nr.9.) Und Nr. 10 gleich hinterher: Nellie verliert schnell die Lust und wird von dem plötzlich vor ihr auftauchenden Oz gar fürchterlich erschreckt. (Reife Leistung, zehn False Scares in knapp über einer halben Stunde. Ich bin begeistert.)

Auf dem Boot geschieht derweil eine mittelschwere Sensation. ("Ein Wunder! Ein Wunder!“ Der Leser erinnere sich an dieser Stelle bitte an die enthusiastische Menschenmenge in "Das Leben des Brian“.) Der immer noch am Schiff werkelnde Brad (meine Güte, Junge, was treibst du da solange?) wird auf seltsame Geräusche aufmerksam und sieht sich daraufhin (endlich!) mit unwillkommenem Besuch konfrontiert. Ein (für den Zuschauer unsichtbar bleibender) Kampf schließt sich an und bringt den Kahn mächtig zum Wackeln, und am Ende erwacht Brad benommen mit blutigem T-Shirt aus seiner Bewußtlosigkeit - von der Kamera drei Sekunden lang festgehalten. Könnte man also glatt übersehen.

Im Leichenschauhaus. Sacker betritt das Geschehen und will eine Tote näher begutachten. Doch wer glaubt, er wolle seine verstorbene Tochter nochmals sehen, irrt gewaltig, denn unter der Plane steckt Beth. Schock! Aber nein - es war nur ein Alptraum. Beth hat schlecht geträumt. Durchatmen, wertes Publikum!

Der nächste Morgen. In der Küche bekommen wir schon gleich wieder die richtige Einstimmung. Nellie will keine Frühstückseier. - Oz: "Und wie wär’s mit meinen Eiern?“ Tina gesellt sich dazu, hat sich ordentlich in Schale geworfen. Sie trägt einen knappen rosa Fummel und sieht somit richtig schön nuttig aus. Einziger Miesepeter ist heute Morgen Hank, immerhin hat er sich in der letzten Nacht gehörig mit seiner Freundin verkracht. Ein Gefühl der Reue kommt auf. Das Unwohlbefinden ihres Freundes tangiert die Gruppe nur peripher, da heute Abend ja der abendliche Rave ansteht, zu dem Tom sie gestern eingeladen hatte. Eben - nichts ist wichtiger als eine fette, fette Party. Unnötig zu erwähnen, daß die Typen immer noch nerven.

Hank will sich vorher aber noch mit seinem Schatzi Beth versöhnen, die nachdenklich draußen am Wasser steht und sich an die damalige Mordnacht zurückerinnert - bis sie von dem hinzukommenden Hank gar fürchterlich erschreckt wird (richtig, Nr. 11, hatten lange keinen mehr!). Aber Beth ist nicht danach, ihrem Verflossenen zu verzeihen und läßt ihn stehen.

Etwas später. Eine Zutat fehlt noch in unserem Klischee-Eintopf. Richtig, etwas "Blair Witch Project“-Feeling muß her. Das gibt’s dank Hank, der sich seine Videokamera schnappt und damit die nächsten fünf Minuten durch das Haus marschiert und seine Leute bei den Vorbereitungen für die abendliche Party filmt. Allgemein herrscht schon Aufbruchsstimmung. Nellie und Tina reden über Orgasmen, bis ihnen und dem Rest mal auffällt, daß Brad abgängig ist. Auf die Frage, wo der Kerl denn eigentlich ist, weiß eins der Mädels (ich glaube, Tina) die passende Antwort: "Keine Sorge, der kommt wieder. Das kennt man schon von ihm.“ Kein Grund zur Sorge also, zumal Brad ohnehin nicht unbedingt zu den Beliebtesten zählt(e). Da entdeckt Hank aber auch schon eine Nachricht auf dem Computer des spurlos Verschwundenen: "Do you wanna know a secret?“ Das nehmen die Nasen zum Anlaß zu glauben, daß Brad zum Raven schon rechtzeitig wieder auftauchen wird. Oh, Mann! Ihr glaubt gar nicht, wie die Kerle nerven. Schlußendlich brechen sie auf.

Und da sind wir auch schon - hereinspaziert, der Rave ist bereits im vollen Gange. Die dort gespielten "Songs“ bestätigen übrigens meine persönliche Ablehnung gegenüber diesem Musikstil - herrje, ich brauche dringend Ohrenwatte. Hank beobachtet inmitten der tanzenden Menge mit Argwohn, wie sich Tom (der Kerl, der die Dummköppe eingeladen hat) an seine Beth ranmacht. Kaum haut Tom mal kurz ab, erblickt Schnuckiputzi Beth in dem Schuppen für Sekundenbruchteile eine seltsame Gestalt in schwarzem Cape und mit einer Glupschaugenmaske (!), ist sogleich aber wieder weg. (Apropos "weg“: Ich schmeiß‘ mich gleich weg. Nein, sieht die Maske bescheuert aus. Zugegeben, auch die Edvard Munchs Bild "Der Schrei“ nachempfundene Maske aus "Scream“ war nicht gerade eine Offenbarung, aber das Teil hier, das ist doch nicht mehr furchteinflößend, da lacht man sich doch eher kaputt. Leider muß ich eine Bildunterschrift aus der TV SPIELFILM klauen, der dazu nur noch "Kasperle macht auf böse“ einfällt, damit ihr Mitlesenden und eventuell Unwissenden euch eine ungefähre Vorstellung davon machen könnt, wie lächerlich, wie peinlich, wie gnadenlos mies diese Maske ausschaut.)

Wo war ich? Ach ja, Hank wird Zeuge, wie Tom eine Pille o.ä. in Beths Trinkglas mischt, und läßt das keinesfalls durchgehen, weswegen er eine kleine Auseinandersetzung mit dem Affen beginnt und zehn Sekunden lang seine ganz tollen Kickbox-Künste unter Beweis stellen kann. Letzten Endes ist Tom platt, und während Sieger und seine Braut die Tanzfläche verlassen, eine kurze Kamerafahrt auf die am Boden liegende Maske. (Wie sieht die bloß aus? Prust! Prust! Prust! Oh entschuldigt, ich werde versuchen, mich zukünftig besser unter Kontrolle zu halten.)

Im Treppenflur streiten sich Beth und Hank weiter. Letzterer erweist sich als Mr. Einfühlsam: "Hey, du hast schon Streß mit deinen Eltern! Mach dir keinen mit mir!“ (Beth, ich gebe dir einen guten Rat - knall‘ ihm drei oder schubs‘ ihn mindestens zweimal die Treppe hinunter!) Fast sieht es so aus, als würde jederzeit eine Versöhnung anstehen, aber das stellt sich als Trugschluß heraus: Während Hank die anderen holt, soll Beth hier warten. Sie tut aber nicht, wie ihr geheißen und schnappt stattdessen frische Luft. Dabei guckt sie aus sicherer Entfernung zu, wie a) Tom fluchende Selbstgespräche führt, b) Maskenmann auftaucht, c) Maskenmann Tom eine Zigarette anzündet (freundlich, das!) und d) Maskenmann Tom ein Messer zielsicher in den Bauch rammt. Diese sehr aufregende Sequenz wird ungemein stylisch mit Nahaufnahmen abgeschlossen, die das die Autoscheinwerfer hinablaufende Blut von Tom zeigen. (Kinners, der Film wird durch solche kleinen Mätzchen auch nicht besser.)

Kurz darauf ist die Polizei vor Ort und untersucht die Leiche, auf deren nackter Brust ein "Do you wanna know a secret?“ eingeritzt ist. (1. Ich bezweifle stark, daß der Killer nach dessen Tod noch ausreichend und vor allem unbeobachtet Gelegenheit hatte, seinem Opfer in liebevoller Kleinstarbeit eine so lange Botschaft in den Körper zu ratschen. 2. Was nützt diese Botschaft Tom überhaupt, wenn er doch ohnehin krepiert, ohne daß er das ach so große Geheimnis erfährt? - Ich bin ja schon gespannt, was das Geheimnis ist...) Sacker steht auch dabei und überrascht die Audienz mit seinem überdurchschnittlich vorhandenen Wissen. Er kennt nämlich das College, an dem Tommy studierte. (Uuuh!)

Nachts. Nellie und Oz planschen - unbeeindruckt vom jüngsten Vorfall - im flachen Meer rum, als die weibliche Fraktion plötzlich Brads T-Shirt im Wasser treiben sieht. Kreisch!

Nicht weiter verwunderlich: Am nächsten Tag stattet Kettenraucher Sacker den Teenies einen kleinen Besuch ab. Dies nutzt der FBI-Mann für einen kleinen Plausch über den verjährten Mord an Beths Freund, stellt Verbindungen zum neuerlichen tödlichen Vorfall her und offeriert den Knallchargen, daß alle Opfer auf das selbe College gingen. Fragen hat er auch: Was ist mit Brad? Hatte er Feinde? Doch außer der Erkenntnis, daß Beth wohl mal kurzzeitig mit Brad liiert war, können die Beknackten keine weiteren Angaben machen.

Tina hat die Hosen gestrichen voll und erbittet sofortigen Aufbruch. Das führt zu einem knackigen Zickenkrieg, denn Nellie findet Tinas Einstellung gelinde gesagt zum Kotzen, "Verdrück dich nur, wenn deine Freunde dich brauchen.“ (Hä? Bitte was?) Nachdem sich beide Hennen ein wenig beruhigt haben, kommt Hank ein wahrhaft glorioser Geistesblitz: Brad hatte doch auf seinem Computer eine Nachricht hinterlassen - exakt die selbe, die auf Tom geschrieben steht. Sacker stellt berechtigte Zweifel in den Raum, ob Brad wirklich der Absender ist. Entweder müßte ein anderer Zugang auf den Rechner gehabt haben - ODER der Killer ist in diesem Zimmer. (Bibber!) Das kann nicht sein, so sind sich alle sicher, dazu kennen sie sich einfach schon zu lange.

Aufs Stichwort erblickt Beth jemanden, der uns schon in den vorangegangenen Minuten mit POV-Shots belästigt hat, am Fenster. Nun kommt Sackers große Zeit, er nimmt sofort die Verfolgung auf. Nach ungefähr fünfzig Metern stößt er - auf einen Rasta-Man und hält diesen für den Spanner. (Jaja, ich weiß: sieht ganz nach False Scare aus.) Der versichert, er habe die ganze Zeit nur die Sprinkleranlage repariert. Das reicht Sacker als Argument, und er kehrt zu den Bratzgesichtern zurück. Er stellt klar, daß ALLE erstmal hierbleiben sollen, bis die Polizei Näheres in Erfahrung gebracht hat. (Übrigens dürfte jetzt dem Letzten klargeworden sein, daß von unseren Freunden KEINER als Täter in Frage kommt.)

Am Abend. Draußen tobt ein Gewitter. (Und ich dachte schon, die Verantwortlichen hätten ein Klischee vergessen.) Nellie und Tina streiten mal wieder. (Insbesondere Tina wäre mit ihrem Rumgeschreie in meinen Augen ein Fall für ein dick ausgepolstertes Zimmer.) Unterbrochen wird das Gezicke durch abruptes Telefonklingeln. Tina erwartet einen Anruf von Dad, hebt ab, aber - mysteriöserweise - geht an der anderen Leitung niemand ran. Das gleiche Prozedere wenig später noch einmal. Beim dritten Mal schnappt sich Hank den Hörer und brüllt und pöbelt, was das Zeug hält, den lästigen Anrufer an - nur leider ist jetzt Tinas Daddy am Apparat. (OH MANN! OH MANN! OH MANN! Ich kann nicht mehr.) In dem Moment fällt der Strom aus. (Auch das noch! Haben wir jetzt alle Klischees durch? Ich glaube fast, ja.) Das zwingt den Klub der Debilen zu Vorsichtsmaßnahmen. Jeder geht in sein Zimmer, und jeder schließt seine Tür ab. Gesagt, getan. Maskenmann marschiert durchs Haus. Will er töten? Will er sein Messer schwingen? Will er dem Publikum etwas bieten? Nein, er haut unverrichteter Dinge wieder ab, und der nächste Morgen bricht an...

... was natürlich bedeutet, daß wir armen Leute, die doch gar nichts Böses getan haben (ich zumindest nicht), die Bescheuerten immer noch vollzählig ertragen müssen. (Womit ich das verdient habe? Ich weiß es nicht.) Die sich wieder verstehenden Nellie und Tina unterhalten sich über Sex. Das gefällt Oz nun gar nicht, man müsse doch Respekt für ihren Freund aufbringen. (Oz? Bist du das? Oder ist das dein keuscher Zwillingsbruder? Und Brad war euer Freund? Ist ja was ganz Neues...) Die Weiber sind aber nicht bereit, auf Oz zu hören. Der haut beleidigt in die Küche ab und benutzt mal wieder den Mixer (wohl das einzige Küchengerät, das die Hütte zu bieten hat). Und jetzt bitte nicht zwinkern, sonst verpaßt man, wie Maskenmann an der Küche vorbeihuscht. Daraufhin ein kurzer Schrei, auf den Oz aufmerksam wird. Ausgerüstet mit einem griffbereiten Küchenmesser watschelt er durch die einzelnen Räume, bis er den Ort des Kreischers ausgemacht hat. Ruckartig reißt er den Duschvorhang auf - dort lauert nicht etwa Mr. Mask, sondern Beth und Hank. (Nein, nichts, worauf der gemeine Spanner aus ist, denn "Dark Summer“ ist obendrein noch prüde. Aber schön, daß sich die Zwei wieder vertragen haben.) Den Schrei hatte nach eigenen Angaben Hank ausgestoßen (klang sehr weiblich, tät‘ ich sagen wollen), weil er mit seinem Hintern die kalte Glaswand berührt hatte. (Wenn der Killer nicht gleich zuschlägt, dann muß ich wohl oder übel Amok laufen.)

Werde ich erhört? Sieht so aus. Oz betritt wieder die Küche, gießt sich seine selbstgemachte Plörre in ein Glas ein und wird dann mit einer Flasche niedergeschlagen.

Von all dem ahnen die Puten draußen nichts. Liegt wohl auch daran, weil die eine, Tina, mit durchgeschnittener Kehle auf der Liege liegt und die andere, Nellie, damit beschäftigt ist, einen Rekord im ununterbrochenen Monologsprechen einzustellen. Klappt nicht ganz, da auch schon der Schwarze Mann hinter ihr auftaucht und - innovativ, wie er nun mal ist - auch Nellie dem Hals eine unschöne Wunde zufügt, woraufhin die tot in den Swimmingpool fällt. (Unübersehbarer Schnittfehler hier: Von der einen Einstellung zur anderen materialisiert sich aus dem Nichts der Mörder hinter seinem Opfer. Auch schön: Erst passiert eine gute Stunde nichts, von Toms Tod abgesehen, und dann gibt’s zwei Leichen in wenigen Sekunden.)

Oz erwacht in der Küche aus seiner extrem kurzen Besinnungslosigkeit und macht sofort eine beängstigende Entdeckung: "Do you wanna know a secret?“ an der Scheibe in roten Lettern. In Sorge um seine Kameraden stürzt er auf die Terrasse und sieht das Malheur. Auf nach oben, retten, was zu retten ist. Er brüllt verzweifelt zumindest Beth aus ihrem Zimmer (die ein... ähm... sehr glaubhaftes "Oh, mein Gott“ ausstößt) und schlägt blitzartige Flucht vor. Zuvor will er seiner Begleiterin jedoch noch die Toten zeigen. Die haben sich allerdings innerhalb von höchstens einer Minute in Luft aufgelöst und zudem den Swimmingpool gleich von den lästigen Blutflecken befreit und gesäubert. Nur am Beckenrand klebt noch etwas Blut.

In der nächsten Szene wird Oz des mehrfachen Mordes verdächtigt und in Handschellen gelegt. (Hmm... wenn das Drehbuch meint...) Der bittet seine verbliebenen Freunde Beth und Hank darum, seinen Vater anzurufen. Der werde schon einen Anwalt einschalten. Sacker, der sich die Unschuldsbeteuerungen aufmerksam anhört, beschwichtigt die nicht minder entsetzten Beth und Hank: Die Festnahme wäre nur vorübergehend.

Kommen wir doch mal zu zwei Leuten, die uns im Film noch nicht einmal über den Weg gelaufen sind. Eine Alte (mit kriminell langen Fingernägeln) und ein Alter (sieht nach Pfarrer aus) sitzen gefesselt auf einem Sofa und beten todesängstlich zu Gott. Nützt nix - die Schreie der Frau lassen erahnen, daß beide kein erfreuliches Schicksal erwarten dürfen.

Beth hat jetzt genug und packt ihre Sachen und will holterdipolter nach Hause fahren. Hank versucht, sie davon abzuhalten: "Wir können ohne die anderen nicht abhauen.“ (Hä?! Bitte?! Welche anderen? Soweit ich weiß, gibt’s nur noch Oz, Nellie und Tina wurden gekillt, und ob Brad noch existiert, ist ziemlich fraglich, immerhin ward der seit dem Angriff auf dem Boot nicht mehr gesehen.) Er ist der Ansicht, man müsse den Mörder zuerst finden. (Nochmals: Hä?! Bitte?! Ehrlich gesagt hätte ich nun auch keine Lust mehr, hierzubleiben. Überlaßt das doch bitte der Polizei. Andererseits: Wir brauchen ja noch das große Finale.)

Jedenfalls läßt sich Beth von diesen imposanten Aussagen beeindrucken, und sie fahren gemeinsam zum Revier, um zu erfahren, was denn nun mit dem armen Ozzy geschieht. Beth soll doch schon mal reingehen, Hank hingegen will vorher noch kurz den Wagen parken. Im Revier steht für den Chief fest: Oz ist der Killer, während Sacker noch immer arge Zweifel daran hat. Der Chief piekst den FBI-Macker ob der Meinungsverschiedenheit, indem er ihm erzählt, er habe über die Akten vom Tochtertod Sackers erfahren. Der läßt dies nicht weiter auf sich sitzen: "Hören Sie, es gibt Dinge, die nicht in meiner Akte stehen...“ (Uh-oh! Verdächtig, verdächtig!)

Der Verdacht wird zusätzlich verstärkt, denn Chief geht legitimerweise auf die Toilette, um dort - wieder off-screen (Effekt? Was ist das?) - tödlich niedergestochen zu werden, nachdem er am Spiegel noch lesen konnte: "Do you wanna know a secret?“

Offensichtlich, weil der Chief nicht auffindbar ist, kehrt Beth erfolglos zum Wagen zurück, aber zu ihrer Verwunderung fehlt Hank. Den Gedanken verdrängt sie auf der Stelle, als sie jemanden in einen Jeep einsteigen und davonfahren sieht. Das ist verdächtig genug: Wie jeder vernünftige Mensch es tun würde, steigt sie in Hanks Gefährt (die Autoschlüssel stecken noch) und nimmt die Verfolgung auf, anstatt den Bullen Bescheid zu sagen, was sie gerade beobachtet hat. (Wo ist der Silly-Smiley?)

Daß Frauen gern nachgesagt wird, sie wären die schlechteren Autofahrer, dürfte allen bekannt sein. Daß sie aber ebenfalls Verfolgungsjagden lieber Männern überlassen sollten, das beweist Beth. In zwanzig Metern Abstand (!) fährt sie - seeehr unauffällig (natürlich!) - dem Killer hinterher. Zwischendurch ruft Oz an, der inzwischen dank eines Anwalts auf freiem Fuß ist (ups, ging das schnell) und die aktuellen Entwicklungen von Blondinchen geschildert bekommt, u.a. daß sie dem Mörder, den Mann mit der Maske, hinterher fährt. Dies hält er für sehr gefährlich, weshalb er sich Beths momentanen Aufenthaltsort durchgeben läßt und seine Hilfe anbietet. Ein Funkloch verhindert eine längere Diskussion.

Im Polizeirevier wurde mittlerweile die Leiche des Chiefs gefunden, was Sacker mit einem verbitterten "Wir werden mit unseren eigenen Waffen geschlagen“ kommentiert, aber seine Zuhörerin (Sekretärin? Kollegin? - Woher soll ich das wissen?) erwidert: "Vielleicht auch nicht.“ Sie überreicht ihm einen Bericht der Gerichtsmedizin - und da geht Sacker ein Licht auf und zieht ab.

Ungefähr zur gleichen Zeit hat Beth den Zufluchtsort des Killers gefunden und parkt ihren Wagen drei Meter (!) hinter dem menschenleeren Jeep. (Mitten in einem verlassenen Waldstück! Überleg‘ mal, Süße, könnte es dem Serienkiller nicht etwas komisch vorkommen, wenn er DEINEN Wagen DIREKT HINTER SEINEM erblickt, falls er unerwartet zurückkehrt? Ich wiederhole: Mitten in einem verlassenen Waldstück, wo sich normalerweise KEIN MENSCH aufhalten würde.) Sie wartet und wartet und wartet, als plötzlich Oz an die Fensterscheibe klopft und sie gar fürchterlich erschreckt. (False-Scare-Alarm! Davon abgesehen: Wie zum Geier hast du Beth jetzt gefunden? Klar, sie hatte vorhin knapp ihren Standort durchgegeben, aber da wußte sie doch noch gar nicht, wohin genau die Reise geht, oder? Warum hat scheinbar kein Mensch das Skript überarbeitet?)

Gibt es jemanden von euch, der Beth vielleicht als klügste von allen an diesem Schauspiel teilnehmenden Personen bezeichnen würde? Ja? Dann hört euch das an: Beth möchte die Münze entscheiden lassen, was sie tun sollen. Zahl bedeutet: Man ruft die Bullen, Kopf bedeutet: Man sieht sich hier allein um. (!!!) Resultat: Kopf. Oz: "Auf die Bullen ist sowieso kein Verlaß.“ (Ich dreh‘ gleich am Rad. Ihr habt einen gemein-gefährlichen Messerschwinger hier in der Nähe und wollt der Sache allein auf den Grund gehen. Pepe-Nietnagel-Modus an: Man faßt es nicht.) Wenigstens ist unser Duo Infernale klug genug, um sich zu fragen, wo Hank steckt.

Fest steht: Er ist momentan nicht anwesend, also machen sich Beth und Oz auf den Weg durch den finsteren Wald. (Irgendwie ungeschickt aneinandergereiht, die Szene: Eben ist es noch hell, im nächsten Moment aber dunkel.) Beth: "Wie geht’s deinem Fuß?“ (Oz war nach Entdeckung der Leichen Nellys und Tinas in eine Scherbe getreten, Anm. d. Autors.) Oz: "Gut. Ich hab‘ irgendwie Angst.“ - "Mach dir bloß nicht in die Hose.“ - "Ich versuch’s.“ (Oberflächliche Sprüche, wohin man blickt. Entbehrt nicht unbedingt der unfreiwilligen Komik, aber wäre von Vorteil, wenn die Protagonisten zumindest den ein oder anderen Sympathiepunkt vorweisen könnten und nicht so nerven würden.) Obwohl beide dicht zusammen bleiben, dauert es nicht lange, bis erst Beth verschwindet und Oz k.o. geschlagen wird.

Als Oz wieder zu sich kommt, findet er sich an den Händen gefesselt in einer düsteren Rumpelkammer wieder. Glücklicherweise kann er sich von den Fesseln befreien und sich auf die Suche nach einem Ausgang machen. (Ähm... warum lebt der Kerl noch? Wenn der Killer für Oz‘ prekäre Lage verantwortlich ist, erwarte ich gefälligst, daß er ihn killt und nicht so halbherzig zu Werke geht.) Durch die Wände dringt ein Schrei.

Der Schrei gehört Beth, die in ein Brautkleid gesteckt und an einen Stuhl gefesselt wurde. Nun wissen wir auch, wo wir uns gerade befinden: In einer Kirche, und Beth sitzt am Altar. Das gesamte Gebäude wird mit zahlreichen Kerzen beleuchtet, und in der vordersten Reihe sitzen eine Menge Leichen, das alte Ehepaar, das vorhin aus dem Zusammenhang gerissen umgebracht wurde, aber auch Nellie& Co. Und da nähert sich unser liebgewonnener Maskenmann in seiner schwarzen Kutte auch schon der bedauernswerten Beth. (Die Maske, die Maske! In Großaufnahme! Luft, Luft! Schwester, das Fläschchen! Das Fläschchen!) Er kommt näher und näher, nimmt ihre Augenbinde ab und enthüllt sich selbst. Es ist... trommelwirbel... BRAD! (Und? Habt ihr damit gerechnet? Ja? Oder schwebt eher ein verwirrtes "Hä?!“ um euren Kopf herum? In meiner Nachbetrachtung werde ich mich deutlich detaillierter mit der Täterauflösung auseinandersetzen. Bleibt bitte dran! Habt noch etwas Geduld! - Es ist schwer, ich weiß es.)

Nehmen wir’s erstmal so, wie’s ist: Brad ist der Killer und labert Blondie die Ohren voll (er hätte eine schlechte Familie gehabt, sie eine gute), die dem Treiben verstört zuschaut. Er küßt sie und fuchtelt mit dem Messer an ihrem Kleid herum. Gerade als der Typ Beth an die Wäsche geht, hat sich Oz hinter Brad aufgebaut (toll - wie hat er das bloß so lautlos und von allen unbemerkt hinbekommen?) und verwickelt Brad in einen unspektakulären Kampf. Feige Schwarzblende.

Am Ende ist Oz an einem Pfeiler festgebunden und mitnichten tot. (Meine Güte, warum machst du’s dir bloß so schwer, Brad? Du hast Nellie umgebracht, du hast Tina umgebracht, du hast den Chief umgebracht usw. - was hindert dich daran, selbiges mit Oz zu tun?) Naja, ist ja nicht so wichtig. Viel wichtiger ist die Antwort darauf, was es mit der Frage "DO YOU WANNA KNOW A SECRET?“ auf sich hat - und das erzählt Brad nicht nur Beth und Oz, sondern endlich auch uns. Das Geheimnis ist... na? na? ... Das Geheimnis ist: "Beth, du bist die große Liebe meines Lebens!“ (Und jetzt alle zusammen: Nein! - Doch! - Ooh! Und noch einmal: Nein! - Doch! - Ooh!) Weiter im Text: Brad stellt klar, er würde für sie sterben. Beth ist sich sicher: Ihr Hank werde kommen und sie befreien. Aber hahaha - Der Psycho hat vorgesorgt und zieht... Hanks Kopf aus einer Kiste (so wenig explizit und so deutlich als Kaufhausartikel - Horrorabteilung erkennbar, daß diese Szene noch nicht mal in der geschnittenen FSK-16-Fassung fehlt). Tja, Schatzi, Pech gehabt. Mußt dir wohl selber helfen.

Brad labert weiteres dummes Zeug daher, um schließlich zu demonstrieren, daß er wegen der Liebe zu Beth keine Schmerzen spürt. Da er seine Geliebte mal so richtig beeindrucken will, zückt Brad sein Messer und ritzt sich damit in seinen Arm. (Oh, nein, wie primitiv! 1. Man sieht das Gummi, durch das das Messer schneidet. 2. An der Stelle, wo das Mordwerkzeug in die Haut eindringt, kommt gar kein Blut heraus, sondern dafür an einem anderen Punkt weiter unten, an dem das Messer noch gar nicht gewesen ist.) Was er übersieht: Beth kann das Seil, mit dem ihre Hände an die Lehne gebunden sind, lösen und Brad somit umstoßen. Oz kann sich ebenfalls befreien (Brad, du bist ein Stümper! Fesseln anlegen will gelernt sein!) und Beth zur Hilfe eilen, so daß der Verrückte von Beth abläßt und nur noch mit Oz über den Boden rollt. Brad scheint (wieder mal) der Gewinner im Zweikampf zu sein, doch Beth spielt Retterin in der Not, schnappt sich einen großen Kerzenständer und rammt die spitze Unterseite dem Bösmann volle Pulle durch Rücken und Bauch. Schwer verletzt läßt er von Oz ab und röchelt seine letzten Worte (übrigens: Erwähnte ich, daß draußen schon wieder ein Unwetter mit Blitz und Donner tobt?). "Als ich gemordet habe, befand ich mich in einem rauschähnlichen Zustand. Ich konnte Traum und Wirklichkeit nicht mehr voneinander unterscheiden.“ (Nun, das wären nicht gerade meine letzten Worte, wenn ich denn nur noch wenige Sekunden zu leben hätte, aber ich bin ja auch kein Psychopath.) Aber, aber, wir wissen ja spätestens seit "Scream“: Der Killer steht nach seinem Ableben grundsätzlich ein letztes Mal auf. So auch hier: Sobald Beth und Oz ihm den Rücken zuwenden, steht Brad kerzengerade hinter ihnen und setzt gerade zu einem Messerwurf an, als Sacker die Kirche betritt (woher weiß der nun wieder, wo sie stecken?) und den Sack mit einem Schuß in die ewigen Jagdgründe schickt. "Der Spuk ist vorbei. Suchen Sie sich Ihre Freunde zukünftig sorgfältiger aus“, schlägt der Held vor und liefert letzte Informationen. (Ich find’s immer toll, wenn zum Schluß eine Figur noch in ein paar Sätzen erklären muß, wie was zusammenpaßt, damit kein Zuschauer unbefriedigt nach Hause geht.) Brads Laptop wurde der Spurensicherung übergeben. Der komplette Inhalt erweckte den Eindruck, als wäre Bösewicht ein völlig normaler Student namens Brad Clayton gewesen - bis auf eine E-Mail an Pfarrer Clifford Adams, Brads Vater. (Schnitt auf den toten Pastor. Ein Blitz zuckt, als wäre das die Überraschung schlechthin. Wäre es womöglich, wenn der Kerl vielleicht länger als zwei Minuten Screentime hätte aufweisen können und die schlechte Vater/Sohn-Beziehung in mehr als zwei Sätzen Erwähnung gefunden hätte.) "Woher wissen Sie das?“ "Seitdem ich ihn niedergeschossen habe.“ (Wie? Wo? Was? Ich versteh‘ nur Bahnhof. Was ist ungewöhnlich an einem Menschen, der einen Pfarrer als Vater hat? Wann hast du Brad niedergeschossen? Auf dem Schiff? Wohl nicht. Habe keine Schüsse gehört. Argh - meine Nerven!) Sprach’s und verläßt mit den Überlebenden die Kirche.

Monate später. Beth und Oz sind nun offiziell ein Liebespaar und haben - durch Schummeln (obwohl ich ihnen selbst das nicht so recht zutrauen mag) oder wie auch immer - ihr Stipendium ergattert. Kaum wollen sie ihr Zimmer verlassen, erscheint auf ihrem Laptop ein "Check E-Mail!“ Spannungsmusik. Doch Oz klappt ihn mit den Worten "Nicht schon wieder“ zusammen - Beth: "Laß uns zur Feier gehen.“ - Oz: "Okay.“ Dann noch ein kurzer Zoom auf einen Spielzeugclown - und schon ist unser Schauspiel beendet.

Bewertung

Wie ihr sicherlich aus der obigen ausführlichen Inhaltsangabe und den zahlreich vorhandenen dummen Sprüchen bemerkt habt, gehört auch "Do You Wanna Know A Secret?“ zu der Sorte Filme, die man ganz schnell vergessen sollte, ganz einfach, weil dieser Slasher den Aufwand nicht wert ist, sich kostbare anderthalb Stunden vor die Glotze zu setzen, in denen ich wichtigere Dinge erledigen könnte (z.B. mein Zimmer aufräumen), und die aus allen Poren dampfende Inkompetenz der gesamten Crew bis zum bitteren Ende durchzuhalten.

Dieses Werk ist vor allem eins. Schlecht? Ja, das auch, aber das sind ja nahezu alle hier besprochenen Filme und heißt noch lange nicht zwangsläufig, daß er eines gewissen Unterhaltungswerts entbehren müßte. Nein, was ich meine: Dieses Werk ist einfach sturztrunken öde, als logische Konsequenz daraus schwer erträglich und kaum in einem Rutsch ansehbar. Herrjemine, Thomas Bradford und sein Team mögen große Fans des Subgenres "Teenie-Horror“ sein und auch "Scream“ oder "I Know What You Did Last Summer“ (dessen Titel durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit "Do You Wanna Know A Secret?“ hat - ein Versuch, viel Geld in die Kinokassen zu spülen?) als ihre absoluten Lieblingsfilme bezeichnen. Das befähigt sie jedoch noch lange nicht, selbst ein Werk von ähnlich hoher Qualität zu kreieren (wobei IKWYDLS streng genommen ja auch nicht mehr war als ein solider Film, dafür sehr erfolgreich). Es reicht einfach nicht, wenn man seine Vorbilder kennt und sämtliche vorhandene Klischees (glaubt mir - dies ist ein unvorstellbares Sammelsurium an Klischees! Es wird, wenn ich zurückdenke, kein einziges ausgelassen) in seinen Plot einbaut, ohne daß eigene Ideen dabei herausspringen.

Bis zum Erbrechen wiederholt der Film die im Genre so beliebte False-Scare-Idee, an denen Regisseur und Autoren einen Narren gefressen haben müssen. Himmelherrgottnochmal, glauben die allen Ernstes, es würde dem Zuschauer Spaß machen, anfangs sechs strunzdummen jugendlichen Protagonisten dabei zuzusehen, wie sie sich in fast regelmäßigen Drei-Minuten-Abständen gegenseitig auf die Schulter tippen und erschrecken? Ich meine, dieses Element der Schockdramaturgie hatte bei mir schon beim ersten Mal nicht geklappt, dann funktioniert es garantiert auch nicht beim zweiten, dritten oder zehnten Mal. (Halt, ich lüge: Als bei Nellies Suche nach Oz das Bügelbrett aus dem Schrank fällt, bin ich tatsächlich leicht zusammengezuckt. Aber das war schon alles.) Glücklicherweise ist mit dem nervtötenden und monoton wie sonst nur irgendwas eingesetzten Einsatz der abwechslungsfreien "Schreckeffekte“ nach einem Drittel Schluß, und man greift - so glaube ich - nur noch ein einziges Mal darauf zurück.

Diese False Scares sollen ganz offensichtlich darüber hinwegtäuschen, daß das Geschehen in der ersten halben Stunde nach dem rasanten Anfangsmord völlig ereignislos vor sich hinplätschert. Mittel zur Spannungserzeugung oder meinetwegen auch nur zur Schaffung einer unheilschwangeren Atmosphäre hat "Do You Wanna Know A Secret?“ schlichtweg nicht vorzuweisen. Nichts, aber auch gar nichts fällt den Leuten ein, dem Film eine eigene Handschrift zu verleihen, die ihn von anderen filmischen Vertretern abhebt. Na gut, hin und wieder versucht wenigstens der Kameramann, durch die ein oder andere ungewöhnliche Einstellung eine kleine künstlerische Note in den Quark einzubringen, aber gerade dieser Schnickschnack wirkt aufgrund des hohlen Gesamteindrucks umso deplazierter.

Statt so etwas wie Spannung bekommen wir zunächst einen Schwung höchst debiler Jungchargen vorgestellt, die man allesamt wegsperren müßte. Ein wirklich ganz unerträglicher Haufen, den ich nicht auf meinen ärgsten Feind, wenn ich denn einen hätte, loslassen würde. 90 % der Gesprächsthemen drehen sich um Sexualthemen, und das nervt, das kann ich euch sagen. Dialoge der Sorte "Ich will keine Eier“ - "Wie wär’s dann mit meinen Eiern?“ sind so erbärmlich, so grauenvoll, so - ich weiß, ich wiederhole mich - nervtötend, daß man es kaum glauben mag. Fortwährend möchte man den Leuten eine runterhauen, wenn nicht Schlimmeres, damit sie doch bitte schön ihren mistigen Schnabel halten. Nellie, Tina, Oz und in Ansätzen auch Brad (der hält sich ja wenigstens weitestgehend aus den Gesprächen raus, weil er entweder mit seinem Boot beschäftigt ist oder Egoshooter spielt) sind die Schlimmsten. Hinzu kommt ein dummer Hank, bei dem nie klar wird, warum sich Trauma-Tante Beth mit dem überhaupt abgibt. (Die Spitze des Eisbergs ist Hanks Spruch: "Hey, du hast schon Streß mit deinen Eltern! Mach dir keinen mit mir!“ - Jeder Mann, der in der Realität einen solchen Satz in Gegenwart seiner Freundin daher labert, nachdem er mit einer anderen Frau geknutscht hatte, hätte seine bessere Hälfte sofort verloren. Beth aber vergibt ihm, was auch nicht gerade für übermäßige Intelligenz spricht.) Und wenn mir der Regisseur da mit einem Begriff wie "Charakterentwicklung“ kommt, kann ich nur mit dem Kopf schütteln, denn: Es ist keine vorhanden. Alle sind ausnahmslos blöd, blöd und nochmals blöd. Von der ersten bis zur letzten Minute. Zum Helden entwickelt sich auch keiner.

Wer aber glaubt, im zweiten Drittel würde sich das Ganze allmählich von einer Daily-Soap untersten Niveaus wegbewegen, sieht sich getäuscht. Die Dumpfbacken (abgesehen von Tom, doch der hat ja eine kaum störende Minirolle) dürfen noch eine ganze Weile weiterleben, bevor sich der Killer einmal erbarmt und den Zuschauer glücklicherweise von Tina und Nellie befreit. Anstatt aber wenigstens jetzt, wo es um das Herzstück eines jeden Slashers geht, nämlich um Morde, einen Hauch von Kreativität zu zeigen, werden diese beinahe beiläufig ausgeführt. Tina stirbt von der Kamera unbeobachtet, Nellie wird zwar die Kehle durchgeschnitten (wenn auch aus einer Unterwassereinstellung), aber das geht alles so schnell vonstatten, daß der gemeine Fan doch mittelschwer enttäuscht reagieren dürfte. Keine Versuche werden unternommen, mal eine packende Szene aufzubauen - im Gegenteil: schwupps, ehe man sich’s versieht, ist alles schon vorbei.

Auffällig, aber innerhalb des Slashergenres nichts Ungewöhnliches sind die zahlreichen Logikfehler. Die meisten habe ich oben bereits angesprochen, und ich bin nicht scharf darauf, nochmals näher darauf einzugehen, aber einen ganz wichtigen Aspekt, den ich in der Inhaltsangabe nur angerissen habe, möchte ich an dieser Stelle aufnehmen, und das ist die Enthüllung des Täters Brad.

Ihr hättet mein fassungsloses Gesicht sehen sollen, als ich den Film das erste Mal sah und mit dieser Auflösung konfrontiert wurde. Mein erster Gedanke: Der war doch tot! Aber wer die vorangegangen Minuten von vornherein aufmerksamer als ich verfolgt hat, der hat bestimmt bemerkt, daß unmittelbar nach dem Kampf auf dem Boot, bei dem Brad offensichtlich niedergeschlagen wurde, ein nur wenige Sekunden andauernder Moment folgte, in dem Psycho aus seiner Bewußtlosigkeit erwachte. Diese Momentaufnahme habe ich damals nicht mitbekommen, weshalb ich dem Irrglauben verfiel, Brad wäre bei besagtem Kampf ums Leben gekommen. Durch diese drei Sekunden geben die Autoren Kermit Christman (Pseudonym? Wenn nicht, tut er mir echt leid) und Del Tenney (der in den 60ern einige kleine Horrorproduktionen vorweisen konnte und mit diesem Film nach über dreißigjähriger Abstinenz zurückkehrte - war das nötig?) dem Kerl durchaus die Möglichkeit, all die noch folgenden Morde an Tom, Nellie, Tina, Chief, Hank und Eltern zu begehen - und es erscheint rückblickend logisch, wenn man auch zugeben muß (und da stimmt mir wohl fast ausnahmslos jeder Laie zu), daß es schon ein wirklich dämlicher Kniff ist, auf diese Weise Brad nach 30 Minuten aus der Handlung zu nehmen, nur sein T-Shirt auffinden zu lassen, nicht aber die Leiche, um ihn uns rechtzeitig zum Finale quicklebendig als Täter vorzustellen.

Betrachten wir jedoch das Geschehen noch einmal genauer: Prompt stechen einige Ungereimtheiten ins Auge, die die Gleichung "Brad = Mörder“ etwas fragwürdig gestalten. 1. Mit wem - verdammt nochmal - kämpfte Type Brad auf dem Boot? Der Kahn wackelte, man hörte Schnaufen, das auf einen Kampf hindeutete. Wer also war der Gegner? 2. Außerdem suggerierte uns die First-Person-Perspektive kurz vor der Auseinandersetzung, daß Brad vom Killer beobachtet wurde. Und nicht nur er, sondern auch Hank & Co. Wie ist das möglich, wenn Brad zeitgleich am Boot zugange ist? Wer ist es denn gewesen, wenn sich doch eigentlich Brad als Killer herauskristallisiert? Sollte der Zuschauer damit in die Irre geführt und vom wahren Täter abgelenkt werden? Wenn ja (und danach sieht’s mir hier aus), ist das für mich ein dreister Mißbrauch des POV-Shots. Jene sollen schließlich den Blickwinkel einer Figur/eines Monstrums darstellen - in diesem Fall offensichtlich nicht, ergo: Bullshit!

Wie dem auch sei: Unabhängig von der sehr ungeschickten Täterauflösung stellen sich das große titelgebende Geheimnis des Films als grandiose Lachnummer (allein für den Versuch, beim Zuschauer mit dieser Antwort durchzukommen, hätte das Autorenduo Dresche verdient) und der Showdown in der Kirche als ein entsetzlich laues Lüftchen heraus, der so schnell beendet ist wie er gekommen war. Brad stellt sich hierbei endgültig als Volldepp dar, indem er nicht nur einmal schlampig Fesseln anlegt, nicht zweimal, sondern ganze dreimal. Schon peinlich, oder? Wenigstens können sich die bis dato so zurückhaltenden Effektmenschen noch beweisen - mit durchwachsenem Erfolg. Über die blamable Arm-Aufschneide-Szene und Hanks abgetrennten Kopf lege ich den Mantel des Schweigens, die Szene, in der Beth Brads Körper durchbohrt, sieht hingegen gar nicht übel aus. Anspruchslose Gemüter mögen da noch einigermaßen auf ihre Kosten kommen, der Rest ist bis dato garantiert schon sanft entschlummert.

Eine Überraschung gibt’s dann doch noch zum Schluß: Oz, den ich ebenfalls auf der Abschußliste des Bösmanns vermutet hätte, darf das Filmende überleben. Ist doch auch was. Frage nur: Warum? Mehrmals hatte Brad die günstige Gelegenheit, aber immer schlägt er ihn bloß nieder (in der Küche, im Wald, in der Kirche). Inkosequent.

Die Dialoge sind, wie oben einmal erwähnt, wegen ihrer Plattheit z.T. unfreiwillig komisch, gehen einem jedoch ob der - ich weiß, ich wiederhole mich - nervtötenden Charaktere und ihrem ständigen Gelaber über die richtige Schwanzgröße und die Anzahl der Orgasmen mehr als bloß auf den Wirsing (hihi, hab‘ grad Rocco Dillons Spruch aus "Die nackte Kanone 33 1/3“ geklaut). Die Maske ist natürlich ein absoluter Witz und sorgt fast allein für den ohnehin furchtbar geringen Spaßfaktor. Überraschend gut ist die musikalische Untermalung, solange es sich nicht um den einfallslosen, in der Disco gespielten Rave handelt. Gerade während der Autofahrten (z.B. als Beth und Hank sich zu Beginn Richtung Ferienhaus aufmachen) werden mitunter mitreißende Melodien gespielt, die einem Film diesen Kalibers gar nicht würdig sind. Nackte Haut gibt’s fast gar nicht: Die Weiber laufen zwar einige Male im Bikini rum, doch mehr traut sich Bradford gar nicht.

Die Darstellerschar hat über weite Strecken keine weitere Erfahrung mehr sammeln können (es sei denn, ihr haltet insgesamt drei bis vier Filme für viel), was nach Begutachtung von "Do You Wanna Know A Secret?“ allerdings nicht weiter verwundert: Dorie Barton (Beth) soll wohl sowas wie die Heldin oder zumindest die zentrale Figur sein, scheitert jedoch an ihrem schauspielerischen Unvermögen (nichtsdestotrotz staubte sie jüngst eine Kleinrolle in dem "Meet the Parents“-Sequel "Meet the Fockers“ mit Robert de Niro, Ben Stiller, Dustin Hoffman und Barbra Streisand ab), ganz zu schweigen von den gesichtslosen und hauptsächlich - ich weiß, ich wiederhole mich immer noch - nervtötenden Tom Jay Jones (Oz), Leonora Scelfo (Tina; spielte mal in "Scream“ einen "Cheerleader in Bathroom - berechtigte sie das für eine größere Nebenrolle?) und Elsie Escobar (Nellie). Joseph Lawrence als Hank zeigt wenigstens Ansätze von Schauspiel, während Chad Allen als Psychopath Brad die mit Abstand beste Leistung zeigt - das liegt weniger an Talent, sondern vielmehr daran, daß er sich gegen Ende um eine vielseitigere Mimik bemüht als seine in der Hinsicht lethargischen Kollegen. Dem prominentesten Mitglied im Ensemble, Jeff Conaway, ist die Figur des mürrischen FBI-Manns Owen Sacker auf den Leib geschrieben. Er agiert mit viel Routine, ist garantiert kein Guter seines Fachs, aber sein Gesicht paßt zur Rolle.

Fazit: Ein weiterer, vollauf überflüssiger Genrevertreter, der einmal mehr beweist, daß seit "Scream“ fast nur noch absolute Gurken herausspringen, wenn es um die x-fach verwendete Thematik "Killer meuchelt dumm-naive Teenager“ geht. "Do You Wanna Know A Secret?“ geht in jeder Hinsicht jeder leise Anflug von Atmosphäre oder Spannung abhanden. Klischees werden bis zum Exzeß wiedergekäut, so daß sich von Anfang an ein unvorstellbares Gefühl von Langeweile breitmacht. Addiert (oder multipliziert - kommt dasselbe raus) mit einem Haufen - ich weiß, ich wiederhole mich noch und nöcher - nervtötender jugendlicher Hauptdarsteller kann letzten Endes nur absoluter Murks herausspringen. Blutig wird’s nur an den seltensten Stellen (hauptsächlich in den letzten zehn Minuten), insofern vielleicht noch von kleinem Interesse für Fans des Genres. Ansonsten reine Zeitverschwendung, das Ganze. Bitte ganz schnell wieder vergessen. In der Tat einer der miesesten Slasher, der mir in den letzten zwei Jahren untergekommen ist. Folglich ein ernüchterndes Gesamtergebnis.


(c) 2008 Stefan Meckel

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