Doll Graveyard

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DOLL GRAVEYARD

USA 2005, 72 min, FSK –

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Regie: Charles Band

Darsteller: Jared Kusnitz (Guy Fillbrook), Gabrielle Lynn (Deedee Fillbrook), Kristyn Green (Olivia), Anna Alicia Brock (Terri), Brian Lloyd (Rich), Scott Seymour (Tom), Ken Lyle (Lester Fillbrook/Cyril), Hannah Marks (Sophia)

1911… die kleine Sophia spielt mit ihren Puppen, aber leider da, wo sie – zumindest, wenn’s nach ihrem bösen Stiefpapa geht – nichts verloren hat. Prompt geht etwas zu Bruch und noch prompter taucht der Herr Stepfather auf und lässt Sophia den Gürtel spüren. Aber das ist noch nicht alles: weil der liebe Cyril die Faxen jetzt nämlich mit der ganzen Puppenschmuppenspielerei dicke hat, zwingt er Sophia, die Puppen hinterm Haus begraben. Beim Herauskraxeln aus dem Puppengrab verliert Sophia erst die Fassung und dann den Halt und bricht sich stürzenderweis das Genick. Der perplexe Stiefvater macht sich schnell die geistige Rechnung auf, dass das Mädel ja schon irgendwie passend liegt und verscharrt die Leiche…

Sprung in die relative Gegenwart. Das Anwesen wird inzwischen von Lester Fillbrook und seinen zwei Kindern bewohnt, als da wären Schlampentochter Deedee und Nerdsohn Guy. Wie’s sich gehört, können sich die jüngeren Fillbrooks ungefähr so gut leiden wie Itchy und Scratchy, z.B. weil Guy seinen Ferienjobverdienst in „antike“ Hydroman-Actionfiguren von 1978 (mint!) investiert und Deedee in ihrem Tagebuch eine Liste führt, was sie alles mit ihrem Boyfriend Tom anstellen möchte („mache Dinge davon sind in über 40 Staaten illegal“, wie Guy hilfreich ausführt). Als Lester sich auf ein Date begibt, klingelt Deedee, der Vater hat noch nicht mal die Haustür richtig zugezogen, schon ihre Freundinnen Olivia („Was ist der Unterschied zwischen dir und dem Eiffelturm?“, scherzt Guy, „es gibt Leute, die noch nicht auf dem Eiffelturm waren.“ ) und Terri (überraschenderweise nerdfreundlich, an Superhelden interessiert *und* kennt den Unterschied zwischen Puppen und Actionfiguren) für einen zünftigen Mädelsabend an. Ist Guy auch recht, denn der hat anderweitige Beschäftigung – beim Aufräumen im Vorgarten hat er eine offensichtlich steinalte und potentiell werthaltige Samuraipuppe gefunden, die er herzurichten gedenkt.

Es kann der frömmste Nerd aber nicht mit Puppen spielen, wenn es dem Footballjock nicht gefällt. Tom und sein Kumpel Rich haben sich zwanglos selbst zur Party eingeladen und bevor sie den Girls an die Wäsche gehen, ist immer noch Zeit dafür, Guy rumzuschubsen. Auf der Verlustliste findet sich neben Guys Selbstachtung auch der originalverpackte Hydroman. Rein zum Spaß fesseln Rich und Tom Guy und lassen ihn in seinem Zimmer zurück.

Ich gebe Stiefpapa Cyril in einem völlig Recht - Sophia sollte nicht in diesem Zimmer spielen. Es IST ja nicht mal ein Zimmer!
Auf der Regenbogenbrücke sehen wir uns wieder...

Während Tom sich umgehend mit Deedee auf eine kleine kinky Fickeinlage zurückzieht und Rich versucht, Terri ins Höschen zu steigen (Wanderpokal Olivia interessiert ihn mangels Herausforderung nicht), erwacht die Samuraipuppe zum Leben und ruft ihre noch begrabenen Kollegas zu sich. Tom ist der erste, der unliebsame Bekanntschaft mit dem Kaiser-Wilhelm-Pickelhauben-Pupperich macht. Bzw. sein Gemächt mit der Pickelhaube… Terri hat sich indes Rich vom Hals geschafft, der seinen Kummer zunächst in Olivia, nachdem die ihn aber säuerlich stehen lässt, im Alkohol zu ertränken sucht. Terri entdeckt die hysterische Deedee samt totem Tom und wenig später auch den gefesselten Guy. Guy ist auch sofort bereit, die Geschichte von den killenden Puppen zu glauben und stellt verblüfft fest, dass er das mörderische Spielzeug kontrollieren kann. Er hat nur wenig davon, denn der Geist von Sophia ergreift von ihm Besitz und ist ausgesprochen rachewütig…

Der Film: Abt. Hello Dolly…

Als ich vor zehn Jahren (ZEHN Jahren! Argh!) Charles Band interviewte, hatte der gerade die Dreharbeiten zu „Doll Graveyard“ abgeschlossen und äußerte sich hochgradig begeistert. Ja, klar, Charlie verkauft dem geneigten Konsumenten liebend gern und mit dem Elan eines Staubsaugervertreters die eigene Großmutter, aber soweit ich das damals beurteilen konnte, klang Band genuin enthusiastisch, bezeichnete den Film als eine Art „return to form“ für Full Moon und prophezeihte einigen der Darstellern große Karrieren, wie sie andere Band-Entdeckungen wie Demi Moore oder Viggo Mortensen gemacht hatten. Irgendwie kam ich aber lange nicht dazu, mir ein persönliches Bild des Films zu machen – was auch daran liegen mag, dass ich von Full-Moon-Ergüssen post-2000 meistens enttäuscht war (man muss auch als Band-Fan zugeben, dass der überwiegende Output nach Ende des Paramount-Vertriebsdeals bestenfalls belangloser Kappes, oft genug aber einfach Müll war), und naja, NOCH ein Film mit Killerpuppen, das war auch nicht gerade das, worauf ich ein heftiges Gelüste entwickeln konnte.

Der erfahrene Warhammer-Sammler hat zum Glück das passende Werkzeug für solche Situationen.
Mister Dolly, bitte sei mein Samuraiiiii... *sing*

Aber irgendwann mal besorgte ich mir die UK-DVD des Films für den sprichwörtlichen halben Appel ohne Ei – das Fandasein ist nicht immer ein Honigschlecken und wenn man sich einem Sammelgebiet mit gewissem Komplettierungswahn verschrieben hat, muss man da halt durch.

Die undankbare Aufgabe, aus einer „original story idea by Charles Band“ so etwas ähnliches wie ein Drehbuch für einen abendfüllenden (hihi) Film zu stricken, fiel mal wieder Charlies damaligem go-to-Guy Domonic Muir zu, der sich hierfür einmal mehr seines Pseudonyms August White bediente. Und zumindest die Pre-Title-Sequenz (also der Block Film, der 1911 spielt) ist, surprise, gar nicht mal so schlecht. Auch wenn ein paar Fragen offen bleiben (was ist mit Sophias Mutter?), ist der böse Stiefvater tatsächlich creepy und seine Strafmaßnahme, das Mädchen ein Grab für die Puppen schaufeln zu lassen und sie dort dann zu beerdigen, das ist schon wirklich elefantös bösartig und entbehrt nicht seiner Wirkung – allerdings schwächt sich die Bosheit schon wieder dadurch ab, dass Sophies Tod letztlich ein doofer Unfall ist. Sicher einer, für den Cyril letztlich verantwortlich ist, aber auch keiner, dessen fatalen Ausgang er wissentlich in Kauf genommen hätte. Aber wir nehmen ja jede Ausrede für einen ordentlichen Besessenheitsspuk…

Nachdem die Handlung dann in der Gegenwart angekommen ist, realisieren wir zähneknirschend, dass „Doll Graveyard“ every newer Full Moon prodution ever sein wird. Ein Fünf-Personen-Cast, eine abgezählte Location mit maximal drei Sets und nicht mal der Versuch, eine echte „Geschichte“ zu erzählen. Alle Figuren – sie „Charaktere“ zu nennen, verbietet sich – bleiben eindimensional, die Dialoge sind erträglich, sofern sie versuchen, witzig zu sein, aber schauderhaft, wenn’s dramatisch werden soll, und, naja, die schauspielerischen Leistungen passen sich dem Gesamtkunstwerk eindruckslos an.

Ach, erwähnte ich, dass der Film auch dezidiert un-sexy ist? Aufregender wird's nämlich nicht.
Als wir noch 'nen Kaiser hatten, war alles besser... laber... schwadronier...

Prinzipiell ist die Chose ja eine gut gemeinte Idee und summa summarum betrachtet hatte Charlie schon dösbaddeligere Ausreden dafür, seine als Replikas verkaufbaren Killerpuppen auf mehr oder weniger, mehr weniger, bedauernswerte Opfer zu hetzen als hier (die Puppen als Rachegeister gegen die Bullys, die Guy das Leben schwer machen, einzusetzen, ist gar keine ganz üble Idee, auch wenn natürlich mal wieder völlig unverhältnismäßig), aber es scheitert halt einmal mehr an dem geringen Budget des Films und der Baukastenhaftigkeit des „Scripts“, das keiner Figur mehr als eine Eigenschaft zubilligt (Terri ist die „Verständnisvolle“, Olivia ist, wie gesagt, der Wanderpokal, Deedee ne dumme Kuh, Rich und Tom blöde Idioten und Guy, naja, er ist auch nicht gerade die Zierde des Nerdtums). Aus dem Gender-Twist, dass Sophia es sich im Körper eines Jungen bequem macht, entwickelt sich auch nichts weiter, außer dass der besessene Guy alle Nase lang „es gibt keinen Guy, ich bin Sophia“ vor sich hin brabbelt und im Finale die wohl langweiligste „ich-weiß-dass-du-da-drin-bist-also-kämpfe-verdammt“-Nummer abspulen muss, die man seit Erfindung der dämonischen Besessenheit auf Zelluloid gebannt hat.

Wenn man überhaupt so weit gehen und ein „größtes“ Problem ausmachen will, das „Doll Graveyard“ versenkt, so liegt das natürlich mal wieder daran, dass Charlie ein alter Geizkragen ist (bzw. sich halt einfach nicht mehr leisten kann) und den Streifen bei netto knapp 60 Minuten einticken lässt (drei Minuten gehen für den Vorspann drauf und der Abspann, der, wäre er noch langsamer, rückwärts laufen würde, schleppt sich über indiskutable zehn Minuten. Wenigstens wird er von einem gefälligen Song beschallt, den Bands Rockstar-Sohn Alex, ehedem Oberhaupt der Alternativ-Rocker „The Calling“ beigesteuert hat). Von diesen 60 Minuten muss man noch die ungefähr 8 Minuten der Pre-Title-Sequenz abziehen, so dass für den eigentlichen *Film*, ergo die Geschichte um Guy, Deedee und ihre sort-of-Freunde gerade mal 50 Minuten bleiben. Also eine durchschnittliche Fernsehserienfolgenlänge – damit könnte man notfalls schon was anfangen (auch wenn’s frech ist, das als kompletten Spielfilm zu verkaufen. Aber wie wir uns alle erinnern, läuft „Dollman vs. Demonic Toys“ inklusive Abspann 59 Minuten. Charlie kennt da keine Verwandten), würde man seine Dramaturgie auch entsprechend an das kurze Format anpassen. Hier aber Fehlanzeige – „Doll Graveyard“ kommt einem wie ein Film vor, dem der letzte Akt fehlt (ein ähnliches Syndrom, allerdings unter anderen Vorzeichen, plagte seinerzeit John Landis‘ „Master of Horror“-Folge „Deer Woman“).

Wenn das der Football-Coach sieht...
Na gut, ich zeig Euch den härtesten Spläddaeffekt.

„Doll Graveyard“ verschwendet ewig viel Zeit damit, seine, hihi, „Charaktere“ einzuführen und uns mit dieser schier noch nie dagewesen Personenkonstellation vertraut zu machen, ehe dann ungefähr zur Halbzeit zum ersten Mal die Killerpuppen ihr grausames Antlitz zeigen und ihre Bluttaten in Angriff nehmen – die Killstrecke ist dabei mit insgesamt drei nun auch nicht gerade spektakulär und weil Full Moon anno 2005 natürlich auch keine Kohle für ordentliche Special FX hat, gibt’s auch nicht großartig Splatter. Toms Tod by Dick-Stabbing bleibt ungraphisches Kunstblut-Gespritze, ansonsten gibt’s ein mäßig kompetentes ausgerissenes Auge (zuständig dafür ist Kollege Ooga Booga, von dem Charlie begeistert genug war, ihm ein paar Jahre später einen eigenen Film zu spendieren) und ein bissl abgerissene Gesichtshaut. Nichts, was ich anstelle der Teletubbies im Vormittags-Kinderprogramm zeigen würde, aber auch Full Moon hatte da schon ganz andere Sachen im Angebot (von Empire ganz zu schweigen).

Nun, nach den kurzen Gewalttätigkeite wird Guy einmal heftig ins Gewissen geredet, und schon ist der Tag gerettet und das Problem gelöst (SPOILER: die Puppen werden einfach wieder vergraben. Und lassen sich dies natürlich auch gefallen). Or IS IT? (Kickerende voraus). Da fehlt einfach ein wirklich knackiger, spannender oder wenigstens vorhandener Showdown (ganz zu schweigen davon, dass Figuren überleben, die’s nun wirklich nicht gebraucht hätte…).

Aber ich bin kein erfolgreicher Filmproduzent und Regisseur, Charlie wird schon wissen, was er da treibt… Wie gesagt – „Doll Graveyard“ ist gnadenlos billig und spielt zu 95 % in vier Räumen eines handelsüblichen Einfamilienhauses. Tom Calloway („Critters 3“, „She-Creature“, „Pumpkinhead 2“) kann da kameratechnisch nicht wahnsinnig viel rausholen, das ganze Szenario bietet sich nicht wirklich für atmosphärische Einstellungen an. Auch das 2.35:1-Widescreen-Format wirkt hier wirklich übertrieben. Der Film hat nicht den Scope für das ganz breite Format, 1.78:1 hätte hier völlig ausgereicht und dann vielleicht mit dem einen oder anderen Kamerakniff für ein wenig klaustrophobische Stimmung gesorgt. Am Schnittpult müht sich Full Moons Supertalent Danny Draven, dem man endlich mal wieder die Möglichkeit wünschen würde, sich in verantwortlicher kreativer Position zu verwirklichen (den Full-Moon-beauftragten Found-Footage-Heuler „Reel Evil“ mag ich mal nicht zählen, aber sein nun auch schon seit einiger Zeit angekündigtes Projekt „Hair Metal Massacre“ würde ich dann doch zu gerne sehen), doch auch er schafft es nicht, über den Schnitt etwas Dynamik und Action ins arg statische, unspannende Prozedere zu bringen. Das ist dann letztlich auch die Krux - "Doll Graveyard" ist langweilig. Er baut weder aus seiner Story, aus seinen Charakteren, noch aus seiner Optik irgendwelche Spannungs- oder Suspenseelemente auf und dank des überschaubaren Bodycounts stellt sich noch nicht mal zünftiger Slasherspaß ein.

Die Musik besorgt die mittelprächtige Alternative-Kapelle District 78 („Evil Bong“) – vergleicht man ihre Songs mit dem Credit-Song von Alex Band, merkt man deutlich, um wie viel Klassen Alex als Songwriter besser ist als die District-Boys…

Die Puppen-FX besorgt Chris Bergschneider, der sein Handwerk bei Kevin Yagher gelernt hat und als dessen Angestellter z.B. zum Cryptkeeper-Team für „Ritter der Dämonen“ gehörte. Seit „Vampire Journals“ gehört er zum Full-Moon-Dunstkreis und übernahm 1999 erstmals Verantwortung für’s Full-Moon-Leib- und Magenfranchise bei „Retro Puppet Master“. Zwischendurch war er auch für die Firma von Stan Winston an Großproduktionen wie „A.I.“ und „The Time Machine“ beteiligt, mittlerweile arbeitet er praktisch Vollzeit für Band. Die Puppentricks sind für das minimale Budget des Streifens okay - die kleinen Kerle sind aber wesentlich passiver als ihre Kollegen aus "Puppet Master". Echt creepy ist nur die Szene, in der Pickelhaube & Konsorten sich aus ihrem Grab erheben. Das Puppendesign selbst ist nicht sonderlich aufregend - wenn ich mir schon Replikas ins Regal stellen würde, dann schon lieber Blade oder Tunneler aus "Puppet Master" (und was hab ich im Regal stehen? Marvin aus "Decadent Evil". Aus einem Film also, der NOCH langweiliger als dieser ist. Seufz.).

Nun zu den Darstellern - Charlie, wir erinnern uns, prophezeite diversen Cast-Mitgliedern eine großartige Zukunft im Business. Na, da war dann wohl doch eher der Jahrmarktsschreier am Werk... von den Hauptdarstellern drängt sich nämlich wirklich niemand für größere Aufgaben auf. Jared Kusnitz, der aus der eigentlich lohnenswerten Aufgabe, ein Mädchen im Jungenkörper zu spielen, rein gar nichts macht (aber mit Sicherheit auch nicht dahingehend "directed" wurde), staubte immerhin in der recht lustigen Remmidemmi-Zombiekomödie "Dance of the Dead" (nicht mit Tobe Hoopers "Masters of Horror"-Episode zu verwechseln) eine Hauptrolle ab und hat mittlerweile ein geregeltes Auskommen in Mittelklasse-TV-Serien wie "Surviving Suburbia", "Addicts Anonymous" und "Underemployed". Nicht die ganz große Karriere, aber zumindest muss er wohl nicht zum Sozialamt gehen. Ich hoffe, dass Gabrielle Lynn (Deedee) wenigstens ihren College-Abschluss gemacht hat, denn "Doll Graveyard" stellt für sie Auftakt, Höhepunkt und Abschluss der Filmkarriere dar. Und es wundert mich ehrlich gesagt nicht, denn sie ist als Scream Queen überfordert. Krystyn Green hat mit ihrer Wanderpokal-Rolle zumindest ein Tässchen Spaß und wrude von Charles Band dann auch für "Evil Bong", "Dead Man's Hand" und "Carver" verpflichtet. Mittlerweile scheint sie die Schauspielerei an den Nagel gehängt zu haben und arbeitet hinter den Kulissen als Casting Director. Auch Anna Alica Brook (Terri, hölzern und unnatürlich) hat's mit dem Acting mittlerweile bleiben lassen. Es ist nicht jedem gegeben...

Brian Lloyd (erfüllt als Rich wenigstens die notwendigen Rollenklischees) hat zwischen Bitparts in Fernsehserien zumindest die Hauptrolle in Bands "Evil Bong"-Trilogie abgegriffen, Scott Seymour (ziemlich schrecklich als Tom) dürfte sich wohl die 26 Folgen in der Daily Soap "Im Schatten der Leidenschaft" als Höhepunkt des curriculum vitae notiert haben. Ken Lyle, überzeugender als fieser Stiefvater denn als leutseliger "echter" Daddy, verdingt sich heutzutage in TV-Serien, Fanfilmen und Webvideos. Die Fackel sichtbaren richtigen Talents hält ausgerechnet Kinderdarstellerin Hannah Marks in ihrem kurzen Auftritt als Sophia hoch - mit mehr Ausdrucksstärke und Screenpräsenz als der Rest des Ensembles zusammengerechnet könnte man hier Bands euphorischer Einschätzung zustimmen. Hannah ist mittlerweile auch gut beschäftigt - sie war in "Weeds" und "Flashforward" zu sehen, hatte eine nicht unbedeutende Rolle in "The Amazing Spiderman" und einige vielversprechende Projekte für die unmittelbare Zukunft in der Pipeline. Da muss einem nicht bange werden.

Bildqualität: Mir liegt die britische DVD aus dem Hause Film2000 vor. Die bringt den Streifen in mittelprächtigem 2.35:1-Letterbox (4:3) - aufgeblasen auf dem großen Flatscreen sieht das sehr milchig und grieselig aus, die Farben wirken matt und kraftlos. Der Kontrast ist mittelprächtig, die Schärfe halbwegs erträglich.

Ton: Ausschließlich englischer Ton in Dolby 2.0. Brauchbar.

Extras: Nur der Trailer. Das Full-Moon-üblich gefertigte Making-of hat Film2000 nicht mitlizenziert.

Fazit: Ein weiterer müder Aufguss des Bandschen Killerpuppenfetisch, mit einer besseren Grundidee als bei diversen anderen Full-Moon-Puppen-Produkten, aus der aber beinahe erwartungsgemäß nichts gemacht wird. Trotz der nur 60 Minuten Nettolaufzeit langatmig, langweilg anzusehen, nicht splattrig genug und darüber hinaus mit Ausnahme von Hannah Marks (deren Auftritt aber noch vor dem Vorspann faktisch vorbei ist) eher amateurhaft gespielt - nee, kann man auch als Full-Moon-Fan nicht empfehlen. Dann doch lieber die Klassiker "Puppet Master" (bis Teil 5 ungefähr) oder "Demonic Toys".

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(c) 2015 Dr. Acula

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