Doorman
Aus Badmovies.de
USA 1985, 80 min, FSK 16
Regie: Gary Youngman
Darsteller: Bradley Whitford (Terry Riley), Sharon Schlarth (Linda
Regan), Earl Ramsey, Dan Biggers
Der Amateur-Krimiautor Terry Riley arbeitet als Portier in einem
Appartmenthaus. Eines weniger schönen Abends wird sein Kollege Sam
von einem brutalen Killer per Genickbruch ermordet - in rascher
Folge sterben in anderen Gebäuden zwei weitere Portiers. Terry
lernt Linda, die Nichte eines der Mordopfer, kennen, was natürlich
die obligatorische Love Story in Gang setzt. Die eigentliche
Filmstory in Gang setzt allerdings ein Zeitungsartikel, der Terrys
Namen als Mordzeugen erwähnt, was ihn auf die Abschuß- bzw.
Necksnap-Liste des geheimnisvollen Unbekannten setzt. Terry
theoretisiert, dass der Mörder sich ein Expresspaket für einen der
Mieter unter den Nagel gerissen hat und, da er und Linda schnell
herausfinden, dass auch an den anderen Mordschauplätzen Pakete
abhanden gekommen sind, zudem offensichtlich alle vom selben
Absender stammen, vermutet unser Liebespaar in eben diesen das
Mordmotiv. Terry und Linda versuchen durch "geschicktes" Ausfragen
herauszufinden, ob zwischen den jeweiligen Paketempfängern
Zusammenhänge bestehen, doch dies erweist sich zunächst als
Sackgasse, bis eine Zufallsbegegnung unsere Helden auf die richtige
Spur bringt - zumindest einer der Empfänger läßt sich mit einem
südamerikanischen sozialistischen Möchtegerndiktator und seiner
angedachten Revolution bringen. Die revolutionären Verschwörer
stellen Terry eine Falle und kidnappen Linda...
Der Film: Das nennt man mal wieder eine astreine Mogelpackung. Das
(nicht unschicke) Covermotiv, die Tagline des Films ("Das Grauen...
der Terror... die Angst... sie sind überall... sie werden auch dich
finden") suggeriert nichts anderes als einen anspruchslosen
Slasher, aber was sich dann vor dem erstaunten Auge des Betrachters
abspielt, ist nichts weiteres als ein äusserst begrenzt
unterhaltsames, mächtig verstaubtes und äußerst dröges kleines
Kriminalfilmchen, das höchstens dem durchschnittlichen Publikum von
"Mord ist ihr Hobby" Angstschweiss auf die Stirn treiben wird.
Warum dieses harmlose Filmchen eine FSK-16-Freigabe aufweist, weiss
vermutlich auch nur Distributor CTI (die paar vorkommenden
Genickbrüche sind von einer absolut unrealistischen und
vollständig, eh, langweiligen Art und Weise... und vor allem,
insbesondere, wenn man die spätere Enthüllung des Killers ins
Kalkül zieht, wirken die "einhändigen" Necksnaps eher
debil-lächerlich). Nach einer nicht ganz uninteressanten
Anfangsphase (in der der geneigte Zuschauer durchaus noch darauf
hofft, dass sich, wenn schon kein Slasher, dann zumindest ein
halbwegs interessanter Serienkillerfilm auf einen zukommt)
verflacht der Film nach spätestens zehn Minuten in ödes
TV-Krimi-Terrain, verliert sich in Belanglosig- und
Nebensächlichkeiten und entwickelt seinen Plot nur noch nach dem
Zufallsprinzip weiter. Spannung kommt nie auf, dank einer strikt
nach dem "point-and-film"-System runtergeleierten langweiligen
Regie auch nie etwas ähnliches wie Atmosphäre und ein paar
krampfhaft bemühte Versuche der humorigen Auflockerung bleiben
ebenfalls zum Scheitern verurteilt. Den Gipfel der
Einfallslosigkeit markiert eine kaum langweiliger zu gestaltende
Autoverfolgungsjagd, die sich auch noch über drei-vier Minuten
hinzieht (und "witzigerweise" dadurch beendet wird, dass der Held
wegen Geschwindigkeitsübertretung vorläufig festgenommen wird), für
einen Film, der immerhin aus dem Jahr 1985 stammt, ist es sicher
auch recht peinlich, den Showdown in einer Rollerdisco zu
zelebrieren (ich dachte, Rollerdiscos wären spätestens 1978
gesetzlich verboten worden). Passend zum Thema "Rollerdisco" läßt
sich auch der Soundtrack erwähnen, der einige der scheusslichsten
Disco-Heuler diesseits einer Boney-M-Reunion auffährt.
Die darstellerischen Leistungen bleiben ebenso mau wie der Rest des
Films. Bradley Whitford, der mit einer Stammrolle in der vielfach
preisgekrönten TV-Politserie "West Wing" es immerhin zum
Fernsehstar gebracht hat (im Kino war er u.a. in "Kate &
Leopold" zu sehen), hakt hier die obligatorische Jugendsünde auf
seinem Lebenslauf ab - er bemüht sich zwar um akzeptables Spiel,
aber das inkonsistente Drehbuch und die einfallslosen Dialoge
lassen ihn eiskalt auflaufen. Sharon Schlarth (hm, mit einem
solchen Namen wird man nur schwerlich ein Star) beschränkt sich
weitestgehend darauf, wie ein zu früh gekommenes
Julia-Roberts-Double zu wirken und noch schlechtere Lines
rezitieren zu müssen als ihr männlicher Konterpart. Die vollkommen
unbekannten Nebendarsteller tun ihren Job.
Wirklich zum Lachen brachte mich der Film nur in seinem Abspann:
da wagt der Film es doch, für sprichwörtlich JEDEN einzelnen im
Film vorkommenden Charakter, egal ob er eine Hauptrolle hatte, nur
zwei Zeilen zu sprechen hatte oder sogar nur in einer Szene dumm
rumsteht, seine eigene "Filmausschnitt-mit-Namenseinblendung"-Title
Card zu bringen - so schindet man gut und gerne drei Minuten
Laufzeit.
Bildqualität: Mit ein wenig gutem Willen kann man den
Vollbildtransfer als "zufriedenstellend" bezeichnen. Großartig
digital überarbeitet hat das Master sicherlich keiner, aber
zumindest ist die Bildqualität einheitlich, die Farben könnten ein
wenig lebendiger wirken, dafür aber ist die Schärfe für die
Verhältnisse einer Low-Budget-Disc ganz ordentlich und Störstreifen
und -blitze sind ebenfalls nicht zu vermelden. Nach einem Desaster
wie "Demon Wind" wirkt aber vermutlich jeder Durchschnittstransfer
wie eine Superbit-Edition. Allerdings mochte mein Player die DVD,
wie bei CTI schon ab und zu mal vorgekommen, nicht leiden und
hängte sich mehrfach auf, Abhilfe schaffte nur der Druck auf die
PBC-Taste und der Start ohne Menü.
Tonqualität: Einmal mehr überrascht CTI mit der auf dem Cover
nicht annoncierten Dreingabe des englischen Originaltons, der
ebenso wie die deutsche Tonspur in Dolby Digital 2.0 präsentiert
wird. Während die deutsche Tonspur unspektakulär, aber zumindest
klar, rauschfrei und akzeptabel differenziert. Der englische O-Ton
ist wieder einmal deutlich leiser und von einem kaum überhörbaren
Hintergrundrauschen geplagt, was nicht gerade zum Hörvergnügen
beiträgt. Aber bei einer "Gratiszugabe" darf man nicht zu
wählerisch sein.
Ausstattung: Abgesehen von dem "easter egg" des O-Tons wie üblich
bei CTI nichts.
Fazit: Ich wüsste nicht, wem ich diesem Film empfehlen soll - auf
keinen Fall darf man sich von Cover und Klappentext in die
Vermutung tricksen lassen, man hätte es mit einem Horrorfilm zu tun
- mit Slash'n'Stalk, was einem das Werbematerial gern weismachen
würde, hat "Doorman" absolut nichts zu tun, vielmehr handelt es
sich bei dem Film um ein äußerst biederes, klischeehaftes und
langweiliges Krimidrama, das selbst hartgesottene
TV-Krimi-Seriengucker betulich in den Schlaf wiegt. Von der
DVD-Umsetzung her gehört "Doorman" sicher zu den, hüstel, besseren
bisher von mir gesichteten CTI-Titeln, was allerdings sichtlich
"faint praise" ist. Andererseits würde auch eine
Superduper-Special-Edition nichts an der Tatsache ändern, dass
"Doorman" seinen ursprünglichen Originaltitel, offenkundig eine
gern genutzte amerikanische Redewendung, zurecht trägt: dieser Film
ist "dead as a doorman".
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