Dr. Moreau’s Haus des Schmerzes

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Dr. Moreau’s Haus des Schmerzes

Originaltitel: Dr. Moreau’s House of Pain

USA 2004, 69 min, Keine Jugendfreigabe/FSK 18


Credits

Cast:

John Patrick Jordan (Eric Carson)
Jessica Lancaster (Judith)
Jacob Witkin (Dr. Moreau)
Debra Myer (Mary Anne)
Peter Donald Badalamenti II (Gallagher)
Lorielle New (Alliana)
Ling Aum (Pak)
B.J. Smith (Peewee)
Laura Petersen (Gorgana)
Jack Kennedy (Moose)

Crew:

Regie: Charles Band
Drehbuch: Earl Kenton
Kamera: Mac Ahlberg
Schnitt: Steven Nielson
Musik: James T. Sale
Production Design: Elvis Strange
Spezialeffekte: John Carl Buechler
Produzenten: Kurt Iswarienko, Johnny Nisbet, Mitchell Welch
Produktion: Full Moon Entertainment


Vorwort

H. G. Wells’ „The Island of Dr. Moreau“ ist harter Tobak, jedenfalls für 1896. Der Roman dreht sich um Vivisektion, Frankenstein’sche Experimente und blutige Morde. Alles, was Spaß macht.
Dreimal wurde der Schmöker über die Jahre verfilmt: 1932 als „Island of Lost Souls“ (mit einem Kleinstauftritt von Bela Lugosi), 1977 unter dem Originaltitel (und mit Burt Lancaster in der Titelrolle) und 1996 als „D.N.A. – Experimente des Wahnsinns“ („Wahnsinn“ trifft es gut, den Streifen müssen wir mal würdigen). Dazu gab’s ein paar Heuler, die sich von Wells’ Story „inspirieren“ ließen, wie „Terror Is a Man“ (1959) oder „The Twilight People“ (1972).

Hier haben wir nun „Dr. Moreau’s House of Pain“, ein Erzeugnis von Full Moon, der Filmfabrik von Charles Band. Der gute Herr ist wahrlich kein Unbekannter auf diesen Seiten, hat er doch Meisterwerke wie Trancers, Trancers II, Dr. Mordrid und ungefähr zweihundert Filme über Killerpuppen verbrochen. Und ganz nebenbei Re-Animator oder Prison produziert.
(Wer mehr wissen möchte, der möge bei Band-Fan Wortvogel nachfragen, der ein demnächst erscheinendes Band-Buch mitverantwortet.)

Erschreckenderweise stammt „Dr. Moreau’s House of Pain“ aus dem Jahre 2004 und damit aus einer Zeit, in der Band bereits vom Kult- zum Schrottregisseur degeneriert war. Der Mann, der einst „Kampf der Roboter“ inszenierte, stieg nach der Jahrhundertwende ab zum Mastermind hinter der „Evil Bong“-Trilogie. Das ist nicht nur tragisch für Band, sondern auch für uns, die wir uns seinen Dr.-Moreau-Film ansehen müssen …


Inhalt

Wir stürzen durch die Zeit zurück in die 1930er und lernen unsere Helden kennen:

  • Eric Carson, ein einigermaßen erfolgreicher Boxer
  • Judith, die Freundin von Roy, Erics Bruder
  • Mary Anne, eine Freundin von Eric und zudem eine Journalistin auf der Suche nach einer tollen Story


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Rotkäppchen und die Geisteszwerge


Bevor wir mit der Handlung im weitesten Sinne anfangen, sei gesagt, dass ich den dreien nach gut zehn Sekunden Krätze, Pest und Cholera an den Hals wünsche. Das liegt zum einen am Chargieren von Debra Mayer als Mary Anne, vor allem aber an Bands blöder Idee, eine augenzwinkernde Film-Noir-Hommage drehen zu wollen. Kostüme, Lichtgestaltung und Jazz-Mucke mögen noch angehen, aber was Band und sein Drehbuch-Handlanger Earl Kenton unter scharfzüngigen Dialogen verstehen, treibt mir Tränen der Verzweiflung in die Augen. Hier ein Auszug vom Anfang:

Eric: (blutet aus dem Maul) I think that bastard reset all my teeth.
Judith: It’s only right since he didn’t have any of his own. How old was he? 90?
Mary Anne: It’s not age, it’s skill. „Badly Benny Barrell“ was a champion and my best friend has beated him.
Eric: That’s right.
Judith: Yeah, a champion in 1926! And it took Eric twelfe rounds to drop him?
Eric: What’s the problem? I won, didn’t I?
Mary Anne: Don’t listen to her. I’m gonna write a swell article about the fight! „Eric ‚Kid’ Carson slugs it out with world champion fighter, slash drunk, slash sex fiend.“
Eric: Gee thanks, Mary Anne, but when you put it that way it, ehm, doesn’t work for me.
Judith: Tell me champ: What was worse? His punch or his breath?

Auf Deutsch:

Eric: (blutet aus dem Maul) Ich glaube, der Bastard hat mir meine Zähne ramponiert.
Judith: Dem war’s egal, der hat doch selber keine mehr. Wie alt war er? 90?
Mary Anne: Alter spielt keine Rolle, es geht um das Können. „Badly Benny Barrell“ war der Champ und mein bester Freund hat ihn besiegt.
Eric: Ja, das ist richtig.
Judith: Genau, der Champion von 1926! Eric hat zwölf Runden gebraucht bis zum K.O.?
Eric: Wo ist das Problem? Ich habe gewonnen, oder nicht?
Mary Anne: Hör nicht auf sie. Ich werde auf jeden Fall einen super Artikel über dich schreiben. „Eric ‚Kid’ Carson hat heute den weltbesten Champion besiegt, Schrägstrich Trinker, Schrägstrich Sittenstrolch.“
Eric: Vielen Dank, Mary Anne, aber so funktioniert das nicht für mich, das ist nicht mein Ding.
Judith: Sag mir eins, was war schlimmer: Sein Punch oder sein schlechter Atem?

Und so weiter, und so weiter. Wenn es etwas gibt, das leichter zu filmen ist als tatsächliches Geschehen, dann sind es Dialoge dritter Güteklasse. Und zwar haufenweise Dialoge dritter Güteklasse. Ganz toll, Charles.


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„Hurr durr!“


Wieso haben die drei eigentlich zusammengefunden? Es geht um Folgendes: Erics Bruder Roy ist verschwunden. Judith möchte ihren Freund bittegern zurück haben und Mary Anne hat erfahren, dass dieser in einer bestimmten Bar das letzte Mal gesichtet wurde.
Eric lässt die beiden schwachen Frauen im Auto zurück und erkundigt sich in der erwähnten Bar nach seinem Bruderherz. Er wird auf Alliana verwiesen, eine Stripperin, der Roy angeblich hinterherhechelte. Verstehen tu ich es nicht, denn die Gute sieht aus wie eine abgeranzte Version von Paris Hilton (will sagen, noch abgeranzter als das Original). Ein blondes Skelett mit Silikontitten, das so verzweifelt wie vergeblich versucht, verführerisch zu wirken.
Zufälligerweise hat es auch ein örtlicher Gangsterboss auf die „Schöne“ abgesehen. Gentleman, der er ist, folgt Eric den beiden heimlich und sieht mit an, wie Alliana den aufdringlichen Verehrer anfaucht. Zudem matscht sie ihm das Hirn aus dem Schädel. Autsch.


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An ihrem Mundgeruch wäre er sowieso gestorben.


Da Eric nicht nur ein Gentleman, sondern auch ein lebensmüder Trottel ist, fährt er mit seinen Begleiterinnen dem Wagen der blonden Schädelmatscherin hinterher. Selbige parkt auf einem geheimnisvollen Anwesen. Presse-Tussi Mary Ann weiß: Hier stand früher mal ein Sanatorium, das ein durchgedrehter Patient mitsamt Insassen und Ärzten abfackelte.
Ehrensache, dass sich unsere Drei Fragezeichen auf das unheimliche Grundstück schleichen. Prompt begegnen sie einem Bären-Menschen, der Mary Anne hinterrücks anfällt und entführt.
Eric und Judith entscheiden sich dafür, Mary Anne zu retten. Also brechen sie in das Papp-Modell eines Fabrikgebäudes ein. Wo sie der Bären-Mensch hinterrücks anfällt und entführt. Mensch.


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Charles Band hat einen Architekturstudenten beklaut.


Unser heroisches Trio befindet sich also in den Händen von Dr. Moreau (Überraschung!). Der gute Doktor hängt gerade in seinem Party-Keller herum und seziert einen Toten. Dabei assistieren ihm der Bären-Mensch (Peewee) und ein Schweine-Monster namens Gallagher. Weil Peewee (Herman?) Heißhunger nach Menschenfleisch hat, möchte er die Leiche gern fressen – da der Tote jedoch mit Gelbsucht infiziert ist, verbietet ihm Dr. Moreau das Spachteln und bietet ihm stattdessen Mary Anne an. Peewee zerfetzt die Presse-Tussi mit Hochgenuss. Tschüss, Mary Anne. Wir werden dein Grimassieren vermissen.


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Wenn die Sitzung beim Akupunkteur außer Kontrolle gerät.


Nebenbei: Lieber Charles, kannst du die Kamera BITTE gerade hinstellen? Wir sind hier nicht bei Battlefield Earth.

Die folgende Szene kommt derart unvermittelt, dass ich zunächst von einer Traumsequenz ausging, aber anscheinend hat Charles bloß vergessen, einen Übergang zu drehen. Also: Alliana wäscht Eric mit einem Lappen und vögelt ihn.
Hab ich schon erwähnt, dass die Alte potthässlich ist? Ich zweifle auch daran, dass das eine Frau ist. Das ist ein (dürrer) Kerl mit Perücke und Frankenstein-Titten. Gab es denn keine einzige Frau, die sich für Band nackig macht, ohne dass einem beim Anblick die Genitalien entsetzt wegschrumpeln? Lorielle New heißt sie. Sie trat einmal in einem Film namens „Corpes“ auf und ich bin mir sicher, sie hat eine der Leichen gespielt – ohne Make-up.
Aber konzentrieren wir uns auf das Positive: Die „Frau“ sieht zwar furchtbar aus, dafür ist sie eine rotzbeschissene Schauspielerin.


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Man muss den Schauspieler dafür bewundern,
dass er die Kotze so gut zurückhält.


Als sei die New nicht schon schlimm genug, schwafeln sich alle Beteiligten einen zusammen, als würde morgen das Reden verboten. Dankt Gott auf Knien, dass ich zu faul bin, um weitere Auszüge zu transkribieren.
Darüber hinaus ist Charles endgültig dazu übergegangen, die Kamera vor dem Dreh einer Szene einfach irgendwo in die Ecke zu schmeißen. Ich meine, wer liebt es nicht, den Kopf die ganze Zeit auf die Seite zu legen?

Ach du Scheiße, eigentlich wollte ich von der Handlung berichten. Öhm. Alliana führt Eric Dr. Moreau vor und es folgt eine ewig ausgewalzte Dialogszene, die zu 90% aus Wirrnis besteht. Beispiel gefällig?

The evolution of this species is a fact. But what we don’t now is how the gene pool decides what form it’s going to take. One decides it’s a parrot. Another decides it’s a human being. The process is so komplex it is staggering! But twenty years ago I decided I was going to find how each species found its biological identity. If men is truly descended from the animals, why shouldn’t an animal be transformed into a man?

Wie gesagt, das ist ziemlich wirr. Vielleicht die deutsche Synchro …

Wenn es gelingt, dann war die Kreation dieser Spezies nicht umsonst. Ich weiß nur noch nicht, wie die Gene reagieren, welche Form sie annehmen werden. In dem einen Fall könnte daraus vielleicht ein Papagei werden, in dem anderen Fall ein Mensch. Keiner weiß was herauskommt. Vor zwanzig Jahren entschied ich mich zu erforschen, wie jede Spezies seine [sic!] Form findet, seine [sic!] Identität. Und jetzt stellt sich die Frage: Wenn der Mensch vom Tier abstammt, warum sollte dann aus einem Tier kein Mensch werden können?

Soviel dazu.


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„Können wir bitte mit dem Gerede aufhören
und endlich zum Gang-Bang übergehen?“


Ich versuche, aus dem Gerede eine Art Sinn herauszudestillieren: Zunächst einmal erfahren wir, dass Peewee der Bärenmensch gar kein Bärenmensch ist, sondern eine Kreuzung aus Puma und Hyäne. Dr. Moreau hat ihn, wie auch seine anderen Kreaturen, vor einigen Jahren in der Südsee mittels Gentechnik zu menschenähnlichen Wesen herangezüchtet, zu sogenannten „manimals“ (*kopfpatsch*).
Die Kreaturen haben irgendwann den Aufstand geprobt und wollen nun ihren Schöpfer dazu zwingen, sie zu richtigen Menschen zu machen. Dazu braucht er Nachschub an menschlichen Körperteilen (deswegen der Umzug in bewohnte Gebiete). Aber er hat sie doch mit einem Mutations-Serum zu dem gemacht, was sie sind, nicht mit Transplantationen? Und gleichzeitig will er seine Kreaturen mit Menschen kreuzen, damit sie … richtige Menschen gebären? Was?

Es ist am besten, nicht zuviel darüber nachzudenken.

Callagher und Peewee verfrachten Eric zurück zu Judith in die Zelle, wo das Weib zickig wird und herumheult, weil er es mit Alliana getrieben hat. Jetzt hör mal zu, du blöde Ziege: Erstens gibt es grad wichtigere Dinge als wer mit wem fickt, zweitens warst du nicht mit ihm zusammen, sondern mit seinem Bruder!
Er setzt ihr dann auseinander, dass sie für eine Kreuzung mit den männlichen Kreaturen vorgesehen ist. Ihr entsetzter Gesichtsausdruck ist der beste Moment dieses Dreckfilms.


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„Was, in den Arsch?“


Als nächstes hat Dr. Moreau eine Auseinandersetzung mit seinem Assistenten Pak. Ich weiß, den hab ich bisher nicht erwähnt, aber besser spät als nie. Pak hat eine Tochter namens Gorgana, die halb Mensch und halb Fisch ist. Daran ist wohl Dr. Moreau irgendwie schuld. Wenn er sie nicht heilt, droht Pak gewalttätig zu werden, also erklärt sich der Doktor bereit, die Kleine zu operieren.

An der Stelle gibt es Charles Band auf, noch so etwas Ähnliches wie eine kohärente Geschichte zu erzählen. Stattdessen konfrontiert er uns mit einer wirren Abfolge von sinnlosen Szenen. Irgendwie muss man die Kacke ja auf 70 Minuten prügeln.


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Ich erleb grad ganz schlimme Mermaid in a Manhole-Flashbacks.


Ich beschränke mich auf die wichtigsten Eckpunkte:

  • Der eifersüchtige Callagher will Eric kaputttöten, weil er im Gegensatz zu diesem keine Chance Alliana hat.
  • Alliana kommt rechtzeitig hinzu, um das Schweinemonster an einer Eisenstange aufzuspießen. Peewee wiederum entdeckt, was Alliana seinem einzigen Freund angetan hat, und prügelt sich mit ihr.
  • Das Chaos nutzen Eric und Judith, um zusammen mit Dr. Moreau die Flucht anzutreten, wobei der Wissenschaftler Paks Fisch-Tochter mit Säure umbringt. Der wiederum kriegt seine Rache, indem er Dr. Moreau sein eigenes Serum injiziert und ihn damit tötet.
  • Dann schnappt sich Pak Judith, um an ihr ein anderes Serum auszuprobieren. Alliana hilft Eric dabei, Judith zu retten, wenn er dafür bei ihr bleibt. Doch nachdem Eric Pak die Kehle aufgeschlitzt hat, erschießt Judith Alliana.

Tl;dr: Alle sind tot bis auf Eric und Judith.


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„Aber die Schande, in diesem Film mitgespielt zu haben,
wird uns für immer verfolgen.“


Damit ist der Film endlich zu Ende und ich zahle jedem 100 Euro, der Charles Band einen Tritt in die Eier verpasst.


Analyse

Kaum zu glauben, was für einen Haufen Katzenscheiße auf Amateurniveau Charles Band hier auf DVD gekackt hat. Ich bin empört, entsetzt und persönlich beleidigt. Wo soll ich überhaupt anfangen? Einzelne Aspekte an dem Film zu kritisieren ist, als würde man mit einer Pistole auf einen Schwarm von Spatzen schießen.

Wenden wir uns zunächst Earl Kenton zu, dem Drehbuchverbrecher. Neben Mandroid schrieb er einige Softsex-Filme für Band, bevor er bei einem bizarren Unfall in einer Bonbonfabrik sein Gehirn verlor, um anschließend das Skript zu „Dr. Moreau’s House of Pain“ zu verfassen, indem er benutztes Toilettenpapier aus einer WC-Schüssel klaubte. Sämtliche Dialoge sind bis zum Erbrechen ausgewalzt und durchdrungen von dem, was nur Hirntote als ironischen Humor anerkennen würden. Wie gesagt, Kenton und Band versuchen sich an einer augenzwinkernden Film-Noir-Hommage, aber das Ergebnis ist nicht mal unfreiwillig komisch.
Ungefähr zur Halbzeit löst sich dann die „Geschichte“ in ein unheiliges Durcheinander auf, als hätten alle Beteiligten plötzlich jede Lust verloren, sich überhaupt noch Mühe zu geben. Und genau das ist wahrscheinlich passiert.

In Sachen Dialogkunst versagen die Filmemacher völlig, aber die Ausstattung versöhnt (naja). Band hat historische Kostüme und ein paar Oldtimer aufgetrieben; wäre ihm beim Dreh noch die graffiti-verschmierte Strassentafel aufgefallen, wär die Illusion perfekt.
Viel Freude scheint er an der Beleuchtung gehabt zu haben, denn er lässt alles an Schattenspielen und bunten Farben auffahren, was sich bei drei nicht im Schrank versteckt. Das sähe sogar ganz gut aus, wären die Sets nicht eine Idee zu hell und steril ausgeleuchtet, um stimmungsvoll zu sein. Und es fällt durchaus auf, wenn zum Beispiel unsere drei Helden durch einen angeblich nächtlichen Park schleichen, dabei aber merklich von Scheinwerfern angestrahlt werden.

Ausstattung hin, Beleuchtung her: Kameramann Mac Ahlberg macht jeden Anflug von visueller Qualität zunichte, indem er den Filmapparat in 95% der Szenen zur Seite neigt. Da gibt es doch tatsächlich einen Menschen, der „Battlefield Earth“ gesehen und NICHT für puren Augenkrebs befunden hat. Dabei saß der gebürtige Schwede mal bei Prison an der Kurbel, verdammt noch mal, ein Streifen mit einem fantastischen Look.

Neben Band und Ahlberg hat auch John Carl Buechler schon bessere Tage gesehen. Früher war er Effektemeister bei Halloween 4 und „Scanner Cop“ oder Regisseur von Friday the 13th Part VII. Doch seine Tiermenschen-Masken (immerhin drei an der Zahl) schrammen nur knapp an einer durchschnittlichen Faschingsmaske vorbei und die Bluteffekte sind nicht der Rede wert. Der handelsübliche deutsche Amateurschmodder hat mehr zu bieten.

Filmkomponist James T. Sale hat nicht viel von Belang vertont, aber immerhin bei „Ali“ oder „Hotel Transylvania“ als Dirigent den Taktstock geschwungen. Für „Dr. Moreau’s House of Pain“ hat er ein paar arg durchschnittliche Jazz-Klänge zusammengezimmert; Film-Noir-Klischee-Mucke für Billigheimer halt.


Schauspielerschelte

Die Schauspieler. Gott im Himmel. Lorielle New als Alliana, ich sag es erneut, ist grauenerregend, aber nicht auf die intendierte Art und Weise. Ihr groteskes Äußeres schmerzt schlimm genug in den Augen (wohlgemerkt, im Rahmen des Filmes soll sie durchaus attraktiv sein), schlimmer jedoch ist ihr brutales Anti-Schauspiel.

Im Vergleich dazu wirken die restlichen Schauspieler akzeptabel. Aber nicht wirklich. Unter der Maske des Schweinemonsters Callagher steckt Peter Donald Badalamenti II, der meines Wissens nicht mit David-Lynch-Komponist Angelo Badalamenti verwandt ist, aber Kleinstauftritte in „Bad Boys II“, „Pirates of the Caribbean 2 & 3“ oder „The Curious Case of Benjamin Button“ vorzuweisen hat.
Da Callagher hauptsächlich hinter der Erpressung von Dr. Moreau steckt, ist er der nominelle Hauptbösewicht dieses Films. Den Job erledigt Peter Donald ohne einen Funken Charisma und mit einem Buckel, der aussieht, als hätten sie ihm schlicht einen Eimer unters Hemd gesteckt.

Der Höhepunkt in der Karriere von B. J. Smith (Peewee) ist ein Winzauftritt als Zombie im gloriosen Vampire Assassin. Mehr habe ich nicht zu ihm zu sagen, außer dass er seine Rolle wie ein immens fetter Leatherface spielt – in der Tat ist er für einige „clevere“ Anleihen an „The Texas Chainsaw Massacre“ gut.

Cover-Artwork von Sunfilm/Mr. Banker

Kommen wir von den Monstern zu den Menschen (was man halt so nennt). Ich sagte bereits, dass Debra Mayer als Mary Anne vor allem durch ihr fieses Overacting auffällt; den frühen Tod ihrer Rolle begrüße ich sehr.
War Mayer immerhin bei „The Gingerdead Man“ oder in einer Folge von „Charmed“ mit von der Partie, so hat Jessica Lancaster (Judith) als Schauspielerin nichts gemacht, was eine Erwähnung wert wäre. Immerhin agiert Lancaster halbwegs glaubwürdig.

John Patrick Jordan macht als Eric ein bisschen zu sehr auf Film-Noir-Detektiv für Arme. Er ist dafür in richtigen Sachen wie „Prison Break“ oder „American Pie Presents: the Book of Love“ aufgetreten – allerdings ebenso als wiederkehrender Charakter in der „Evil Bong“-Trilogie.

Apropos: Für die „Evil Bong“-Filme hat sich auch Jacob Witkin (Dr. Moreau) mehrfach hergegeben. Bevor ihn Charles Band in die Finger kriegte, beehrte er vorzugsweise TV-Serien mit Gastauftritten, darunter „Hammer House of Horror“, „Walker, Texas Ranger“ und „Ally McBeal“.
Seinen Assistenten Pak spielt Ling Aum, der jenseits von „Dr. Moreau’s House of Pain“ keine Einträge in seiner Filmographie hat. Man merkt ihm relativ deutlich an, dass es mit seiner Schauspielerfahrung nicht weit her ist.


DVD

Zur DVD von Sunfilm/Mr. Banker ist erst einmal anzumerken: Wer auch immer den Rückseiten-Text verfasst hat, hat den Film nie gesehen: „Dr. Moreau überwältigt den jungen Mann […] Schon halb mutiert, gibt Eric nicht auf und zettelt eine Revolte der Kreaturen an […].“
Schön ist aber folgender Coverblurb: „Der absolute Kult-Hit der Full Moon Collection erstmals auf DVD!“ Nicht so bescheiden, Jungs!

Neben dem Film in Englisch und Deutsch enthält die Scheibe gerade mal ein paar Trailer. Allein wegen des Bonusmaterials muss man sich das Ding also nicht besorgen. Die DVD ist höchstens dazu gut, sie beim nächsten Forumswichteln einem armen Idioten aufzudrängen.


Fazit

Irgendwie bin ich jetzt deprimiert. Charles Band war einmal ein großer Mann, aber „Dr. Moreau’s House of Pain“ könnte sich im Boxring nur mit Ach und Krach gegen einen dahergelaufenen deutschen Amateur-Horror-Heuler durchsetzen. Finger weg.

© 2013 Gregor Schenker (Manhunter)


Bewertung

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