Dr. Morton

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DR. MORTON - EIN AMORALISCHES SUPERHIRN?

Heftromane – eine fast vergessene Fußnote im Genre der phantastischen, ähm, Literatur. Bis in 80er Jahre hinein konnte der geneigte Freund etwas außergewöhnlicherer Schriftwerke am Kiosk seiner Wahl unter dutzenden Titeln der unterschiedlichsten Stilrichtungen wählen. Abseits des Edelweiß- und Arztromankitsches, der sich scheinbar immer noch gut genug verkauft, um spezialisierten Autoren ein geregeltes Einkommen zu verschaffen, sind von den zahllosen Romanserien aus dem Phantastikbereich nur noch die Flagschiffe „John Sinclair" und „Perry Rhodan" übriggeblieben – und auch die, einstmals in vielen Auflagen erhältlich, wurden arg gerupft (und im Krimibereich hat eigentlich auch nur der unverwüstliche „Jerry Cotton" überlebt).

Vor 20 Jahren war das, wie gesagt, noch anders – neben den langlebigen, heute noch erhältlichen Klassikern überschlug sich eine ganze Branche von Heftromanverlagen, vom Kuchen des Horror- und SF-Markts etwas abzubekommen. Zu den bekannteren Titeln gehören zweifellos die Dan-Shocker-Reihen „Larry Brent" und „Macabros", Bastei hatte seine „Gespenster-Krimis" (entgegen des „leichten" Titels echter zähnefletschender Horror) und die „Terranauten", Pabel schickte außer seinen umpfzig „Perry Rhodan"-Auflagen noch „Atlan", „Terra Astra", die Fantasyreihe „Mythor" und den Horror-Versuch „Dämonenkiller" ins Rennen, dazu boten kleinere Verlage wie der Zauberkreis- oder der Martin-Kelter-Verlag (bekannt durch die alle Jahre wieder aufgelegte „Ren Dhark"-SF-Serie) dem geneigten Fan genügend Auswahlmöglichkeiten (einer meiner Favoriten war „Ron Kelly", eine Mischung aus Fantasy- und Horror-Elementen; zu den kurioseren Auswüchsen der Heftroman-Hysterie zählt die Kelter-Reihe „Inferno", die sich mit Katastrophen-Thematiken im weitesten Sinne befasste, dabei aber immer wieder Abstecher in den Thriller- oder Horror-Bereich machte).

In den 70ern gar war das Leben für den Heftromanfan geradezu paradiesisch. Ähnlich wie der Comic-Bereich boomte der Markt geradezu und ebenso kam er beinahe folgerichtig des öfteren mit dem Jugendschutz in Konflikt (ein Liedchen davon singen konnte z.B. der Williams-Verlag, der deutsche Lizenznehmer für Marvel-Comics, der mit „Frankenstein", „Dracula" und einer Kung-Fu-Reihe des öfteren mit den Aufsichtsgremien kollidierte). Dem Anne Erber Verlag aus einer kleinen süddeutschen Gemeinde namens Sasbachwalden dürfte es meines Erachtens kaum besser gegangen sein, woran ganz speziell eine dort aufgelegte Reihe nicht unschuldig gewesen sein kann. „DR. MORTON – Grusel-Krimi-Bestseller", ausgedacht von einem gewissen John Ball und im „Welterstdruck" präsentiert. Der Erber Verlag, der sein Geld normalerweise mit den üblichen Liebes- und Arztschmonzetten verdiente, erschloss sich damit eine völlig neue Leserschicht (und versorgte sie bald mit „Erbers Grusel-Krimi Doppelband" , in dem Romane wie die einfallsreich betitelten Werke „Der Irre" oder „Das Monstrum" erschienen, sowie diversen Taschenbuchreihen mit weiterem Lesestoff).

Schon vor etlichen Jahren fielen mir irgendwie, ich weiß auch nicht mehr genau, wie, einige Dr. Morton-Hefte in die Hände. Nachdem ich sie mir neulich, weil dank des 64-Seiten-Umfangs relativ sorgenfrei innerhalb einer halben Stunde zu konsumieren, wieder zu Gemüte führte und mittlerweile zum Thema „Trash und Horror" eine Perspektive gewonnen habe, die ich vor zehn Jahren noch nicht hatte, hielt ich die Idee, die Hefte aus heutiger Sicht einer kritischen Prüfung zu unterziehen, für ganz witzig, denn eins ist klar – Trash ist „Dr. Morton" allemal.


Story & Cast

Bevor wir uns den einzelnen Abenteuern widmen, müssen wir erst mal die Grundvoraussetzungen klären und uns den „Cast" mal kurz anschauen.

Hauptfigur ist Dr. Glenn Morton, ein genialer britischer Chirurg (und je nach Bedarf sonstiger Universal-Wissenschaftler im Humanmedizinbereich). Morton betreibt eine Praxis in London und eine Klinik auf dem Lande – er gilt trotz seines diabolischen Aussehens (zwischen Band 28 und 36 allerdings änderte der Verlag den optischen Eindruck – anstelle des langhaarigen Trägers einer dunklen Brille mit ausladendem Oberlippenbart, dem ich ganz gewiss meine Gesundheit nicht anvertrauen würde, strahlt bei den späteren Augen ein distinguierter kurzhaariger Gentleman mit der Andeutung eines Schnauzbarts, dafür aber Stehkragen von Vampir-Cape-Ausmaßen vom Cover) als vertrauenswürdiger Mediziner für die oberen Zehntausend, verdient also ziemlich gutes Geld und kann es sich so leisten, in einer dritten Praxis in bäuerlichen Gefilden die arme Bevölkerung kostenfrei zu versorgen. Nur wenige Eingeweihte wissen allerdings, dass Morton im Keller seiner Klinik geheime Versuchslaborien unterhält und dort grausamste Menschenversuche unternimmt, allesamt an höchst unfreiwilligen Probanden und meist mit tödlichem Ausgang für die Versuchskaninchen. Der genaue Zweck seiner Forschungen bleibt stets vage, allerdings scheinen Morton und seine unmittelbaren Helfershelfer davon auszugehen, dass die Forschungsergebnisse letztlich zum Wohle der Menschheit beitragen werden. Morton ist ein absoluter Gerechtigkeitsfanatiker, was dazu führt, dass sich oft und gerne verbrecherische Elemente seiner „Gastfreundschaft" erfreuen dürfen und im Zuge an ihnen durchgeführter Experimente seiner ganz persönlichen Version der Todesstrafe zugeführt werden. Dieser ausgeprägte Gerechtigkeitssinn, der ihn sich manchmal auf die Seite von Unterprivilegierten und Ausgebeuteten schlagen lässt, hindert Morton nicht daran, für seine höheren Ziele Unschuldige zu opfern, wenn es der Sache dienlich ist, sei es als Versuchspersonen, zwangsweise manipulierte Helfer (diese Personen werden medikamentös oder durch Hypnose, selbstredend ist Morton ein Meisterhypnotiseur, auf Spur gebracht), die nach Ende ihrer Nützlichkeit gnadenlos aus dem Weg geräumt werden oder Zeugen, die die Polizei auf seine Spur bringen könnten.

Hierfür bedient er sich seiner zwei klassischen Henchmen – seine rechte Hand ist William Grimsby, ein kriminelles Genie. Zu seinen hervorragenden Eigenschaften zählen die Fähigkeit, jedes Schloss, jede Alarmanlage zu knacken, sein versierter Umgang mit Elektronik aller Art und, last, but not least, das völlige Fehlen von Skrupel, wenn es ums Töten geht. Grimsby ist eine kaltblütige Killermaschine. Maurice Vaultier stößt im Verlauf der Abenteuer hinzu – der Franzose wurde in seiner Heimat wegen Polizistenmordes zum Tod auf der Guillotine verurteilt, wird aber, weil er dem Doktor nützlich erscheint, von Grimsby gerettet. Vaultier ist im Gegensatz zu Grimsby intellektuell ein eher kleines Licht und dient hauptsächlich als zusätzliche „Muskelkraft".

Die weiteren Unterstützer des Doktors sind der Aristokrat Sir Henry, der siebte Earl of Saffron, der zufällig in ein Unternehmen Dr. Mortons schlittert und aus purer Lust am Abenteuer zum Freund und oft überenthusiastischen Helfer wird, sowie Mortons attraktive Assistentin Cynthia Barrington, die zunächst nur die eher weltlichen Aufgaben einer normalen Klinikassistentin zu erfüllen hat, durch Zufall hinter Mortons Geheimnisse kommt und es tatsächlich schafft, trotzdem am Leben zu bleiben und zum wertvollen Mitglied des Teams zu werden.

Unfreiwilliger Helfer des Teams ist der Chirurg Dr. Reginald Dee, der sich für Dr. Morton insbesondere während dessen Abwesenheit um die finsteren Experimente im Klinik-Keller kümmert. Der talentierte junge Arzt ist nicht Herr seines eigenen Willens, sondern steht unter der völligen geistigen Kontrolle Dr. Mortons. Diese Belastung wird zwangsläufig zum Tod Dees führen, was Morton zwar bedauert, aber aus seiner Sicht nicht ändern kann.

Mortons Gegenspieler sind selten in der Lage, dem genialen Arzt für mehr als einen Roman Paroli zu bieten. Als „ständige" Gegner fungieren daher nur die Gesetzeshüter in der Form von Scotland Yard, die mit der Fülle unaufgeklärter Verbrechen, hinter denen Dr. Morton steckt, alle Hände voll zu tun haben. Superintendent Walker, der auf der richtigen Spur ist, wird von Morton beseitigt. Seine Nachfolge übernimmt Howart Quester, ein intelligenter junger Polizist, in dem Morton eine ernsthafte Gefahr wittert. Doch der widmet er sich in einem der nachfolgend kurz zu skizzierenden Bände.


Band 24 – Einmal Hirn tiefgekühlt

(Untertitel: Geht die Rechnung Dr. Morton's auf? [Deppen-Apostroph authentisch])

Einmal Hirn tiefgekühlt

Vielfältige Probleme für Dr. Morton – nicht nur, dass sein (wissenschaftlich hochgradig sinnvolles) Experiment der Kopftransplantation, bei dem einem bedauernswerten Versuchsobjekt ein zweiter Kopf mit eigenem Willen, aber keinerlei motorischen Fähigkeiten, diesen umzusetzen, auf die Schulter gepflanzt wird, ein Fehlschlag zu sein scheint, glaubt Morton, sein Scotland-Yard-Gegenspieler Quester könnte früher oder später die richtigen Schlüsse ziehen und Mortons Experimenten einen massiven Riegel vorschieben. Beide Problemkomplexe wollen angegangen werden. Zunächst wendet sich Morton dem wissenschaftlichen Problem zu – sein zweiköpfiges Monster ist mental derangiert, weil sich der männliche Körperinhaber mit seinem stets nölenden weiblichen Zweitkopf streitet. Morton entscheidet daher, den Frauenkopf wieder auf seinen ursprünglichen Körper zu verpflanzen, auch wenn das für beide Individuen den Tod bedeutet. Für seine nächste Kopftransplantation baut er vor – die nichtsahnenden Gefangenen werden zum Beschnuppern zueinandergesperrt... Bleibt das Polizeiproblem. Morton will Quester nicht endgültig aus dem Verkehr ziehen, seines Erachtens würde das nur dazu führen, dass Scotland Yard sich verstärkt um die Angelegenheit sorgen würde. Daher muss Quester „umgedreht" werden. Zum Glück pflegt der Scotland-Yard-Inspektor ein Verhältnis; für Grimsby ist es ein leichtes, in das Appartment der Polizistenfreundin Pamela einzudringen und eine Falle aufzubauen. Eine medikamentöse Behandlung später hat Quester eine Art Mentalblockade erhalten, die es ihm unmöglich macht, in Richtung Dr. Morton zu ermitteln. Die erzwungene und von Quester natürlich nicht bewusst erlebte Loyalität muss nun noch auf die Probe gestellt werden. Dafür hat Dr. Morton sein Versuchskaninchen Burt Hegart auserkoren. Dem hat er einst das Gehirn entfernt und auf Eis gelegt. Nun ist es an der Zeit, den Brägen in den neuen, verbesserten Körper Hegarts zurückzubringen und den geistig zurückgebliebenen Hegart zu Pamela zu schicken. Mit seinen neuen Metallklauen tötet Hegart Pamela (ohne zu wissen, was er tut). Der zum Tatort gerufene Quester reagiert wie erwünscht – er verschwendet keinen Gedanken daran, dass Morton für die grauenvolle Tat und die Schaffung des Hegart-Monsters verantwortlich sein könnte...


Band 28 – Ein Friedhof bei Brighton

(kein Untertitel)

Ein Friedhof bei Brighton

Wieder einmal verschafft sich Dr. Morton skrupellos eine interessante Versuchsperson. Als der paranormal begabte Robert Skillings, ein Telepath und Telekinet, wegen einer an sich harmlosen Krankheit in Mortons Klinik liegt, kommt Morton, Skeptiker auf dem Gebiet des Übersinnlichen, auf die Idee, Skillings dauerhaft bei sich zu behalten, um dessen Fähigkeiten streng wissenschaftlich abzuklopfen und im Falle des Falles für seine Zwecke einzusetzen. Weil Skillings gewisse Prominenz besitzt, kann er ihn nicht einfach so verschwinden lassen. Morton arrangiert das „Ableben" seines Patienten, doch statt seiner wird eine x-beliebige Leiche (für die Grimsby zuvor gesorgt hat) beerdigt. Skillings landet in den unterirdischen Geheimlaboratorien... Doch droht Ungemach – Skillings' Frau Mary ist ebenfalls latent telepathisch veranlagt und empfängt Hilfebotschaften ihres Mannes, die sie an der offiziellen Version zweifeln lassen. Sie wird allerdings weitestgehend für verrückt gehalten – sie versucht dennoch alleine, das Grab ihres Ehemannes zu öffnen. Dr. Morton und Grimsby gelingt es gerade eben so, Mrs. Skillings zu vertreiben. Das Ehefrauen-Problem temporär gelöst, kann Morton sich nun wieder seinem eigentlichen Ziel zuwenden. Da Skillings eindeutig paranormal veranlagt ist (und durch solide Erpressung zur Kooperation gezwungen wird), kann Morton ihn dazu verwenden, ein ihm mißliebiges Oberhaus-Mitglied zu beseitigen. Der alte Lord hat im Zweiten Weltkrieg nämlich unnützerweise einige hundert Soldaten in den Tod geschickt, um sich Beutekunst aneignen zu können, und das nimmt Morton übel. Sir Henry, als Earl ebenfalls Oberhausmitglied, ist williger Komplize. Der erste Attentatsversuch, den Lord durch Telekinese umzubringen, scheitert. Morton zieht bei Skillings die Daumenschrauben an – der zweite Versuch ist dann auch erfolgreich. Nun müssen nur noch Skillings und seine immer noch ungläubige Frau aus dem Verkehr gezogen werden. Morton bedient sich dafür eines mehr als perfiden Tricks – er behauptet Skillings gegenüber, seine Frau wäre in Gefahr und „erlaubt" ihm, sie telepathisch zu retten. Da Morton allerdings in Skillings' Kopf falsche Bilder entstehen lässt, treibt Skillings seine Frau geradewegs in den Tod – als er das realisiert, stirbt er aus Verzweiflung...


Band 36 – Die tödlichen Ratten

(Untertitel: ...und die Versuche mit der Rotation)

Die tödlichen Ratten

Dr. Morton hat ein neues Betätigungsfeld gefunden – ihm dürstet nach der wissenschaftlichen Erkundung des Grauens an sich. Grimsby hat da auch schon eine Idee – er hat ein ganzes Rudel besonders großer und blutrünstiger Ratten gezüchtet und diese durch ein ausgeklügeltes elektronisches System auch völlig unter Kontrolle. Damit lässt sich was anfangen – Sir Henry liefert zufällig das nächste Puzzleteil, nämlich die passende Location für das Experiment. Irgendwo in der Provinz lebt eine eigenbrötlerische Familie (Opa plus drei Enkel) ohne Kontakt zur Außenwelt in ihrem halbverfallenen Gemäuer. Ideal für die Zwecke Dr. Mortons, der ein nahes leerstehendes Haus anmietet und das Equipment dorthin verschaffen lässt. Eine Autofahrerin, die unglückseligerweise Zeugin wird, als Sir Henry beim Transport eine der Monsterratten entwischt, wird kurzerhand gehirngewaschen und als Haushälterin und Rattenpflegerin weiterverwendet. Ehe Morton allerdings zum Experiment schreiten kann, drängt sich ein akutes Problem auf. Thomas Lewis, undefinierbarer Ganove mit Privatarmee, wünscht von Dr. Morton kosmetisch operiert zu werden. Als Morton sich weigert, zieht Lewis andere Seiten auf. Er bringt Grimsby und Vaultier in seine Gewalt und erpresst Morton. Der geht scheinbar auf das böse Spiel ein und lässt Lewis in seine Klinik ein, aber nur, um ihn dort einer Spezialbehandlung zu unterziehen (die im Untertitel erwähnten „Versuche mit der Rotation", denen wir entnehmen, [Zitat] dass Lewis einen gewaltigen Ständer [Zitatende] hat). Solchermaßen gebrochen soll Lewis für die Freilassung der Geiseln sorgen, doch seine Untergebenen trauen dem Braten nicht, setzen ihren Boss ab und schnappen sich auch noch den armen Sir Henry. Ohne seine drei fähigsten Helfer ist Dr. Morton einigermaßen hilf- und ratlos, doch es gibt ja noch Cynthia Barrington. Mortons Assistentin gelingt es tatsächlich, Lewis' Hauptquartier zu infiltrieren und die Gefangenen zu befreien. Lewis und seine komplette Gang beißen ins Gras. Endlich hat Dr. Morton Zeit, sich angenehmeren Dingen, wie seinem bewußten Ratten-Experiment, zu widmen. Die Killerratten werden eines Nachts auf die Einsiedlerfamilie losgelassen – per Kamera und Mikrofon werden Morton und Grimsby zufriedene Zeugen, wie der bettlägerige Opa von den Ratten zerfleischt wird und auch die drei jugendlichen Enkel in zunehmender Panik Opfer der Nagetiere werden. Nachdem auch noch die gehirngewaschene Zwangshaushälterin eliminiert wird, bricht Morton seine Zelte in der Provinz ab.


Band 37 – Zwei Mumien im Keller

(Untertitel: Eiserne Griffe)

Zwei Mumien im Keller

In Ägyptologenkreisen erregt eine sensationelle Entdeckung Aufsehen. Professor Kippax, Mumienexperte, will in 5000 Jahre alten Mumien lebende Zellen entdeckt haben. Das macht ihn für Dr. Morton ausgesprochen interessant. Erfreulicherweise findet ein Fachsymposiom statt, zu dem sich alle bedeutenden Mumienforscher angesagt haben. Weil die Zelltheorie arg umstritten ist, scheuen die Wissenschaftler allerdings davor zurück, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Morton, der den Sachstand der diesbezüglichen Forschungen erfahren will, muss eingreifen und Kippax sowie die drei Meinungsführer der angereisten Gäste medikamentös manipulieren, damit eine Diskussion in Gang kommt. Die verläuft für Morton ausgesprochen befriedigend. Grimsby und Vaultier werden beauftragt, eine Mumie aus dem Britischen Museum zu klauen, und zwar die der „dreibrüstigen Prinzessin". Der Coup gelingt – Kippax wird durch den Raub diskreditiert und gefeuert. Morton experimentiert an der Mumie und stellt fest, dass Kippax recht hat – da leben noch Zellen. Zeit für Phase Zwei seines Plans und für den braucht er ein geeignetes junges Frauenzimmer. Hier greift Playboy Sir Henry gerne an und erkundet das potentiell brauchbare Junggemüse in der Provinz. In Linda Belman findet Sir Henry passendes Forschungsmaterial – sie wandert in des Doktors Geheimlabor, wo er sie mit einer Mumienfrischzellenkur unterzieht. Zunächst sieht's so aus, als würde Morton einen seiner seltenen Fehlschläge erleiden. Linda siecht dem Tode entgegen, doch quasi in letzter Sekunde schlägt die Behandlung an und Linda verwandelt sich in eine Fleisch-und-Blut-Ausgabe der dreibrüstigen Prinzessin (dito geistig). Die so auferstandene Prinzessin muss natürlich auch noch praktisch eingesetzt werden – Morton arrangiert es, dass die Prinzessin in Kippax' Wohnung auftaucht und den resignierten Professor im Wortsinne zu Tode erschreckt.


Band 38 – Der indische Seiltrick

(Untertitel: Morton gegen Fettsucht)

Der indische Seiltrick

Dr. Morton kommt auf einen vermeintlich abgeschlossenen Fall zurück. Er hat einst einer Gangsterbande das Handwerk gelegt, die es auf eine Biowaffe abgesehen hatte – eine Bombe mit Lungenpest-Erregern. Selbige soll irgendwo an der Küste Cornwalls versteckt sein. Morton will die Bombe bergen – zum einen besteht die Möglichkeit, dass die Viren noch einmal gewinnbringend für seine Zwecke eingesetzt werden können, zum anderen ist er Menschenfreund genug, die Bombe lieber in seinem Besitz als in dem irgendwelcher verantwortungsloser krimineller Subjekte zu wissen. Sir Henry und Grimsby sind selbstverständlich mit von der Partie. Die Drei mieten sich in einem schäbigen Dorfgasthof ein, dessen Wirt ihnen sehr suspekt vorkommt, und das mit gutem Grund. Zunächst mal gilt es aber die Polizei zu beruhigen, die den Grabungen der Bombensucher skeptisch gegenübersteht. Zwar sind die Cops hinter einer Bande von Menschenschmugglern her, aber man nimmt ja mit, was man mitnehmen kann. Sir Henry kann den Polizisten den Bären aufbinden, man wäre hinter einem alten Familienschatz her. In der Nacht werden Morton und Grimsby Zeugen eines Schiffsunglücks – es gibt nur einen Überlebenden. Grimsby vermutet einen Zusammenhang mit dem Gastwirt, in dessen Privatzimmer er eine primitive selbstgebaute Alarmanlage und ein Funkgerät gefunden hat. Der Mann verbirgt etwas. Als Grimsby am nächsten Tag in einen gefluteten Schacht taucht, der eine direkte Verbindung zum Meer hat, macht er eine grausame Entdeckung – vierundzwanzig mit einem Seil aneinandergebundene Leichen. Der hartgesottene Grimsby ahnt, was los ist: es handelt sich um illegale Einwanderer, die von ihren Schleusern einfach über Bord geworfen wurden. Morton ist zwar gleichfalls erschüttert, hat aber keinen Nerv für eine Vergeltungsaktion. Doch dazu kommt es automatisch, weil der verbrecherische Wirt, lokaler Vorsteher der Schleuserbande, Gefahr wittert, Grimsby mit einem Komplizen böse verdrischt und sich anschickt, außer Landes zu reißen. Morton schlägt den bösen Wirt mit seinen eigenen Waffen... Wie der Wirt vor ein paar Nächten das Einwandererschiff per ferngezündeter Bombe versenkte, schickt Morton nun das Fluchtboot der Bande zu den Fischen. Die Kriminellen werden gerettet, doch nur, weil Morton für einen geheimnisvollen Patienten aus der Wirtschaft dringend ein aus Spenderlebern gewonnenes Präparat braucht. Die Organe werden den bedauernswerten unfreiwilligen Spendern bei lebendigem Leib entnommen. Und auch die Lebern der 24 Einwanderer kann Morton gut verwenden. Grimsby und sein Messer haben gut zu tun... Damit würde es Morton gerne gut sein lassen, aber Sir Henry lässt nicht locker – er will auch den Kopf der Bande haben. Dafür leiht sich Sir Henry Grimsby aus. Während der Scotland-Yard-Ermittler Grant ahnt, dass Morton mehr über die Schleuserbande weiß, als er zugeben will, und dem Doktor diesbezüglich auf den Zahn füllt, gelingt es den Hobby-Rächern der Enterbten, tatsächlich, den Hintermann des Menschenschmuggels zu finden. Sir Henry erfindet eine brillante Methode, den Schuft aus sicherer Entfernung, dafür aber qualvoll zu töten – er katapultiert Natrium in dessen Schwimmbecken.

Anmerkung: Band 38 scheint ein altes, zunächst nicht verwendetes – und nicht überarbeitetes – Manuskript zugrunde zu liegen, das in der internen Continuity vor Band 14 spielen muss. Cynthia Barrington ist in Band 38 noch nicht in die Geheimnisse des Doktors eingeweiht und wird von Grimsby mehr oder weniger offen angefeindet, obwohl sie ihm, rein von der Reihung der Romane her, zwei Bände zuvor noch das Leben gerettet hat. Der Untertitel "Morton gegen Fettsucht" ist völlig unerklärlich.


Analyse

Damit hätten wir exemplarisch fünf „Dr. Morton"-Romane (die einzigen fünf, die ich besitze, hehe) kurz abgearbeitet. Schon allein anhand der knappen Inhaltszusammenfassungen wird klar, dass „Dr. Morton" nichts für die Freunde anspruchsvollen Kulturguts ist. „Dr. Morton" ist Trash, und nichts anderes. Im Mittelpunkt steht mit Dr. Morton eine klassische mad-scientist-Figur. Auf den ersten Blick eine strikt amoralische Figur, für die der Zweck jedes Mittel heiligt und der für seine Forschungen, die in ferner Zukunft einen unbestimmten Nutzen für die Menschheit haben sollen (der allerdings arg fragwürdig bleibt, wenn man sich des Doktors Experimente so ansieht), trägt sich Dr. Morton wider Erwarten mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn im größeren Maßstab (ein geistiger Verwandter wäre z.B. Herbert West aus den Re-Animator-Filmen). Während es ihm sichtlich egal ist, Unschuldige zu opfern, die seinen Experimenten im Weg stehen oder diesen nützen können, reagiert Morton hochgradig allergisch auf organisiertes Verbrechen, Korruption, Selbstsucht, Rechtsbeugung und allgemein dunkle Geheimnisse hinter vornehmen Fassaden. Wer in dieses Muster passt, hat gute Chancen, Mortons Geheimlabor persönlich kennenlernen zu dürfen, allerdings auch eine begrenzte Lebenserwartung (Morton legt sich u.a. mit egoistischen Millionenerben, käuflichen Richtern, Skandaljournalisten, Gattenmörderinnen und der Mafia an). Das ethisch-moralische „Problem", das von den Romanen tunlichst ignoriert wird, drängt sich freilich auf – Morton arbeitet mit den gleichen Mitteln, die er vorgeblich anprangert. Erpressung, Manipulation, Entführung, Mord, das alles ist absolut okay, solange es Morton und seine Gefährten besorgen und es ihren Zwecken dient. Die Widersprüchlichkeit ihres Titelcharakters kann die Serie in keiner Sekunde übertünchen (man hat als Leser keinen Zweifel daran, dass Morton keine Bedenken hätte, die sozial Schwachen, die er aus purer Menschenfreundlichkeit in seiner Landpraxis behandelt, seinen Experimenten zu opfern).

Vom Standpunkt eines zivilisierten Menschen aus gesehen, ist die Romanserie daher schon einmal inhaltlich-"ethisch" völlig ungenießbar. Stellen sich Morton und seinem Team Schwierigkeiten in den Weg, gibt es, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, nur die Alternative „Mord". Gelegentlich legt der Autor Dr. Morton ein bedauerndes „es geht nicht anders" in den Mund, aber das ist pure Heuchelei – setzt man die beinahe unbegrenzten Ressourcen, über die Dr. Morton zu verfügen scheint, voraus, ist es sehr verwunderlich, dass ihm in den allermeisten Fällen nichts anderes einfällt, als die betreffende Person zu töten.

Das passt aber sehr schön in das allgemein von den Romanen propagierte nihilistische Weltbild, in dem Menschenleben nicht den geringsten Wert haben, egal, ob die Getöteten nun Dreck am Stecken haben, was eine gewisse moralische Legitimation bedeuten würde, oder nicht. Als Beispiele seien nur exemplarisch Pamela, die Freundin des Scotland-Yard-Inspektors Quester, und der arme Professor Kippax aufgeführt. Um Quester zu „testen", ist es – logisch und „dramaturgisch" gesehen – nicht nötig, Pamela, und dann noch derart grausam zu töten (für Morton ist das zusätzlich halt ein willkommener Testlauf für sein Hegart-Monster), Kippax wurde von Morton eh schon am Boden zerstört. Für diese Morde gibt es keine Rechtfertigung, zumindest keine, die einen offensichtlich als positive Heldenfigur gezeichneten Charakter „entschuldigen" könnte.

Stichwort Charaktere – man muss, um mit den „Dr. Morton"-Romanen etwas anfangen zu können, damit leben, dass ausnahmslos alle „Heldenfiguren" objektiv betrachtet widerwärtige kriminelle Elemente sind. Grimsby ist ein ebenso skrupelloser Killer wie Vaultier, hat aber gegenüber dem Franzosen den Vorteil einer etwas differenzierteren Darstellung. Während Vaultier wirklich darauf reduziert wird, willfähriger Handlanger zu sein (man fragt sich, warum Vaultier für Morton von so großem Wert ist – sowas sollte die Londoner Unterwelt doch allemal zu bieten haben), lebt Grimsby zumindest ansatzweise nach einem gewissen Kodex (vgl. Band 38, „Der indische Seiltrick"), der ihn aber auch nicht davon abhält, alles und jeden umzubringen, den er oder Morton als dessen Plänen im Weg stehend betrachten. Wieso sich ein aufrechter britischer Aristokrat wie Sir Henry auf die Partnerschaft mit einem offensichtlich zumindest * leicht * derangierten Massenmörder wie Dr. Morton einlässt, bleibt schleierhaft (dafür gibt es einen „Schlüsselroman" in der Frühzeit der Serie, die Folgebände kommen darauf aber nicht zurück, außer Sir Henrys unspezifizierten Abenteuergeist und die Langeweile seines Gentleman-Daseins zu zitieren). Auch für Cynthia Barrington gibt es einen „Schlüsselroman" (Band 14), der erklärt, wieso sie Morton auch nach Entdeckung seiner Geheimnisse unterstützt.

Die Romane sind durchaus brutal – es sind naturgemäß keine Splatterfeste, aber jedes Heft hat einen beachtlichen Bodycount (Band 38 mit seinen Lebend-Organ-Verpflanzungen ist der „splattrigste" der von mir gelesenen Romane), die Darstellung der Bluttaten ist nicht übermäßig explizit, aber aufgrund der extrem „lebensfeindlichen" Grundeinstellung der Romane wirkt das Geschehen oftmals härter „nach" als es tatsächlich schwarz auf weiß geschrieben steht (sagen wir's mal so – würde „Dr. Morton" konsequent in der misanthropischen Atmosphäre der Hefte verfilmt, würde da bald schon ein wackerer Staatsanwalt mit dem § 131 StGB winken und das, wenn man sich vor Augen hält, was gerichtlicherseits an Kriterien angelegt wird, sicher mit berechtigen Hoffnungen auf Erfolg).

Die „handwerkliche" Qualität der Romane ist, wen wundert's, mäßig. Mangelndes sprachliches Geschick, das sich in langweiligem Satzbau, uninspirierten Dialogen und zahlreichen Formulierungs-Wiederholungen äußert, versucht der Autor (ob sich hinter „John Ball" nur ein Autor oder ein ganzes Team verbirgt, ist mir gegenwärtig nicht bekannt) durch oftmals lächerliches Technobabble (wahlweise ist undurchschaubar, was der Autor damit an falsch verstandenen wissenschaftlichen Theorien ausdrücken möchte, manchmal ist's einfach * nur * dämlich) oder den ein oder anderen versuchten flapsigen Spruch zu tarnen (letzteres wirkt oft genug deplaziert und verfehlt die vermutlich beabsichtigte gewalt-abschwächende Wirkung).

Wie üblich bei Heftromanen mit ihrem limitierten Umfang (von den 64 Standard-Seiten füllt der eigentlichhe Roman etwa 55-56; zwar verzichtete der Erber Verlag auf Fremdanzeigen, nicht aber auf weitschweifige Ankündigungen eigener Titel, wobei es fraglich ist, ob die Zielgruppe des „GROSSEN ERBER-LIEBEROMANS" sich mit der von „Dr. Morton" überschneidet) ist das Tempo der Romane zumeist ordentlich hoch, wobei sich allerdings oft als hinderlich erweist, dass der Autor zumeist versucht, zwei Handlungsstränge in einem Band unterzubringen, die dann gerne mal nicht wirklich was miteinander zu tun haben (exemplarisch hierfür Band 24, „Einmal Hirn tiefgekühlt", und ganz besonders Band 36, „Die tödlichen Ratten". In letzterem tritt die eigentlich den Titel ausmachende Rattengeschichte nach dem etablierenden Auftakt fast vollständig in den Hintergrund, um nach Abhandlung der „Zusatzgeschichte" um Thomas Lewis auf den letzten sechs Seiten rasch abgefrühstückt zu werden.

Zu erwähnen sind die auch sehr jugendschutzfreundlichen Umschlagzeichnungen, die sehr, ähm, „exploitativ" daherkommen (nackte Tatsachen sind gern gesehen, wobei die Motivwahl macnhmal sehr, ähm, unglücklich und die zeichnerischen Qualität sehr bedenklich, Paradebeispiele für dem Zeichner heftigst missratene Cover sind Nr. 28 und Nr. 38). Drollig übrigens auch, dass die Texte auf der Umschlagrückseite die Romaninhalte quasi bis zur Schlußpointe ausformulieren. Theoretisch unnötig, sich das ganze Heft ganz zu Gemüte zu führen, wenn man nur den Klappentext liest...

Zu „Dr. Morton" gab es übrigens eine Spin-off-Serie namens „Der Lord", die sich – spätestens ab Band 20, bei dem der Claim „Grusel-Thriller der Sonderklasse" in ein ordinäres „Thriller der Sonderklasse" verwandelt wurde – mit bodenständigeren Kriminalfällen befasst(es kamen trotzdem aber auch oft Horror- und/oder SF-Themen zur Sprache) und das „andere Ich" des Doktors, Sir Edward, in den Mittelpunkt stellte (wobei das „andere Ich" sehr rätselhaft bleibt. Sir Edward und Dr. Morton sind, soweit ich das anhand des einzigen mir vorliegenden „Der Lord"-Hefts beurteilen kann, zwei getrennte körperliche Entitäten. Worin genau der Zusammenhang zwischen Lord und Doktor liegt, wird sicherlich in den frühen „Lord"-Bänden erwähnt, ist mir aber schleierhaft. Internet-Recherche schafft Wissen - „Der Lord" ist ein „fehlgeschlagenes" Experiment Dr. Mortons und tecnisch gesprochen ein Klon). Sir Edward jagt mit Hilfe des Morton-kampferprobten Personals (speziell Grimsby) und eigenen Helfern in diesen Romanen eindeutig kriminelles Gesindel wie z.B. Gefängniswärter, die ihre Gefangenen quälen und töten. Die Serien erschienen meiner Kenntnis nach nicht parallel, sondern nacheinander, wobei „Der Lord" eine ungefähr eineinhalbjährige „Dr. Morton"-Auszeit füllte und bei dessen „Wiederamtsantritt" in den Vorruhestand geschickt wurde. Insgesamt erschienen 55 „Dr. Morton"-Romane, drei „Dr. Morton-Großbände" (mit 84 Seiten Umfang), 38 „Lord"-Hefte und zwei „Lord-Großbände".


Fazit

Kann man die „Dr. Morton"-Romane nun empfehlen? Nun, man muss schon ein gehöriger Trashfreund sein, um den recht schlicht geschriebenen und von ihrer Weltanschauung her höchst suspekten Romanen etwas abgewinnen zu können – schlechte Literatur ist meist noch unverträglicher als schlechte Filme, da man bildhaft umgesetzter Inkompetenz leichter unfreiwilligen Humor abgewinnen kann als schreiberischer Unfähigkeit (hm, äh, tja...). Die „Dr. Morton"-Reihe nimmt jedenfalls im Pantheon der deutschen Heftromantradition einen Kuriositätenplatz ein – der Mut, einen derart verqueren Charakter wie Dr. Morton zum (Anti-)Helden einer Serie zu stilisieren, sucht, zumindest nach meiner bescheidenen Kenntnis, seinesgleichen. In den Rang eines Sammlerobjekts, nachdem man gesondert Ausschau halten sollte, möchte ich die Reihe nicht erheben. Wer gelegentlich Spaß an amoralisch-zynisch-nihilistischem Horrortrash in Heftform hat und sich nicht daran stört, dass die Romane sich von ihrer, äh, literarischen Gestaltung her niemanden vor intellektuelle Herausforderungen stellen (hab ich das nicht schön formuliert?), so z.B. meine Wenigkeit, kann sich über „Dr. Morton" schon ein wenig amüsieren. Die Romane sind ein hübscher Beweis dafür, was in den 70ern in diesem Lande alles „ging" (zumindest bis einem die Moralwächter auf die Schliche kamen) und daher schon allein als „time capsule" der einheimischen Trivialkultur interessant.