Fantasy Film Fest 2015 Teil 9

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DER BUNKER

DER BUNKER

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Deutschland 2015, Regie: Nikias Chryssos

Tief im Wald versteckt lebt in einem Bunker eine typische Spießerfamilie… okay, vielleicht nicht *ganz* typisch. Der Papa legt sich abends gerne Clowns-Make-up auf, liest Fips-Asmussen-Witze vor und analysiert diese umgehend auf ihre intertextuellen Aussagen, Mama hat eine fiese offene Wunde am Bein, die sie „Heinrich“ nennt, für den Anführer einer außerirdischen Zivilisation hält und mit der sie angeregte Gespräche führt (letztlich trifft Heinrich die meisten Entscheidungen für die Familie) und Sohn Klaus ist acht, sieht aber aus wie 30, und soll später mal Präsident werden, weswegen Papa ihn mit Machiavelli und Abhandlungen zum globalen Bankensystem heim-unterrichtet – allerdings ist Klaus schon mit dem Auswendiglernen der Hauptstädte überfordert. In dieses Idyll platzt ein Student auf Zimmersuche – das versprochene Zimmer mit Seeblick erweist sich zwar als fensterloser Kellerverschlag, aber man nimmt, was man kriegt – die Abgeschiedenheit verspricht genügend Ruhe für des Studenten Projekt, fachübergreifend am Higgs-Boson herumzuforschen. Weil Papas Unterrichtsmethoden nicht fruchten und der Familienrat den Studenten als Akademiker für ausgesprochen geeignet hält, Klausi auf die präsidialen Sprünge zu helfen und überdies der Ansicht nachhängt, der Student würde durch exzessives Futtern und Serviettenverbrauch bereits deutlich in den Miesen hängen, wird der Neuankömmling zum Unterricht genötigt. Klausi erweist sich aber ziemlich blöde – und auch couragiertes Schummeln führt weder für Lehrer noch für Schüler zum Erfolg. Schießlich hat der Student eine Erleuchtung – wenn er Klaus was mit dem Rohrstück überbrät, *bevor* der antwortet, klappt’s auch mit den Hauptstädten. Die Eltern sind begeistert, und ganz besonders Frau Mama, die den Studenten zum Dank verführt und als Muse für seine Forschungsarbeit erstaunliche Resultate erzielt. Scheint also ein Arrangement zum Wohle aller Beteiligten zu sein, doch der Student merkt schnell, dass die Verschrobenheit seiner Vermieter nicht nur harmlose Exzentrität, sondern gefährlich ist – für ihn und für Klaus. Und auch dem Vater wird die Vertraulichkeit, die zwischen Student und Klaus einerseits und Student und Mama andererseits herrscht, zunehmend ein wenig *zu* vertraulich…

Deutscher Beitrag auf dem FFF – das heißt, vorurteilsgeplagt, wie man durch Erfahrung halt leider geworden ist, Alarmbereitschaft. Zumal „Der Bunker“ als „wie wenn David Lynch ein Helge-Schneider-Drehbuch verfilmt“ angekündigt wurde. Setzt die Meßlatte schon recht hoch, auch wenn der wahre Experte natürlich kritisch anmerkt, dass Helge keine Drehbücher hätte, von denen er wüsste. Der erste Langfilm des bislang einiges an Kurzfilmen und Musikvideos verantwortenden Nikias Chryssos wurde von „Lindenstraße“-Guru Hans W. Geißendörfer produziert, und was auf den ersten Blick kurios erscheint, ist beim zweiten Hinkucken gar nicht mal so ungewöhnlich – Geißendörfer hat selbst mit „Jonathan“ einen schwer politischen Vampirfilm auf dem Kerbholz, steht also mit dem phantastischen Genre nicht per se auf Kriegsfuß, und als Alt-68er, dem man sicherlich hoch anrechnen muss, mit der „Lindenstraße“ Themen ins allgemeine gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken, die bis dahin als untauglich für Fernsehunterhaltung galten, ist er immer noch daran interessiert, Stoffe zu fördern, die in sein politisches Weltbild passen. Und, ja, auch wenn „Der Bunker“ oberflächlich nur auf „Schrägness“ aus zu sein scheint, ist der Streifen ziemlich politisch und, in der Tat, ziemlich links.

Letztlich ist es die alte Konfrontation des aufgeklärten studierten Jungerwachsenen, der gegen die verknöcherte Institution des Althergebrachten, Konservativen ankämpft – nicht umsonst ist das Bunker-Interieur ein Alptraum deutscher Gemütlichkeit, wie’s einst auch bei Ekel Alfred war. Nicht umsonst sind die Eltern Pseudo-„Intellektuelle“, die glauben, wenn man ein paar Bücher gelesen hat, wird man zum Experten (der Vater will dem Studenten fachmännische Unterstützung bei seinen Forschungen aufdrängen), haben aber in Wahrheit keine Ahnung, wie „die Welt“ funktioniert (Klaus soll Präsident der Vereinigten Staaten werden, die Plotte spielt aber ohne weiteres in Deutschland). Nicht umsonst hängt im Schulzimmer demonstrativ der Rohrstock und wird auch eingesetzt (auch vom Studenten, als der feststellt, dass Klaus auf Präventivprügel gut reagiert). Der Student wird im Filmverlauf vom System kompromittiert, versucht auszubrechen und – (SPOILER) -, weil die Linke in vielerlei Hinsicht mittlerweile resigniert bis kapituliert hat, scheitert, er wird am Ende (wortwörtlich) zum Sklaven des Systems, das er bekämpfen wollte, hat aber wenigstens eine revolutionäre Saat gelegt.

Jetzt hat der aufmerksame Leser sicher festgestellt – das ist eigentlich eine recht geradlinige politische Allegorie, wo kommt also der Lynch- und Helge-Aspekt her? Gute Frage, Leute, denn… der ist eigentlich völlig überflüssig. Alles an „Schrägheit“, was der Film auffährt (und das ist letztlich dann auch sooo viel nicht), ist keine sich organisch ergebende Schrägheit, sondern aufgesetzte, affektierte, kuck-mal-wie-radikal-surreal-ich-bin-Schrägheit. Wenig bis gar nichts tut was zur Sache – die Beinwunde Heinrich diskutiert mit der Mutter, aber das ist nichts, was nicht auch, äh, „gewöhliche“ Schizophrenie auch hätte bewerkstelligen können, der Vater mit seinem Witze-Tick ist nur ein auf Elf gedrehter Humorversteher, wie ihn jeder kennt, dass Klaus von einem Dreißigjährigen gespielt wird, thematisiert der Film mit einem Satz, ansonsten ist das aber ein reiner oberflächlicher Gag („kuck mal, ein Erwachsener spielt ein Kind, hihi“) ohne echte Aussage (okay, der obligatorische Haken bei breastfeeding muss gemacht werden. Das ist ja neuerdings ein echtes Thema.)

Im Endeffekt fühlt man sich tatsächlich wie in einer Art unausgegorenen Vorhöllenversion von „Ein Herz und eine Seele“, die man viel viel schärfer, böser und „weirder“ hätte machen können. Chryssos inszeniert die Nummer leider viel zu konventionell als fernsehartiges Kammerspiel (was man aus einem ähnlichen Setting herausholen kann, bewies „Shrew’s Nest“), dass im ersten Akt noch leidlich unterhält, dann aber über weite Strecken emotional unbeteiligend vor sich hin plätschert, und dessen finaler „Ausbruch“ (in jeder Hinsicht) nicht wirklich die logische Konsequenz der vorhergehenden 80 Minuten zu sein scheint.

Das ist alles ordentlich gespielt, ganz besonders von David Scheller („Extreme Ops“, „Diese Kaminskis“) und Oona von Maydell („Ein spätes Mädchen“) als Eltern, die ihre Parts geschickt „underplayen“; Pit Bukowski („Der Samurai“) macht sich auch manierlich und selbst Daniel Fripan („Alaska.de“, „Krabat“) als Klaus ist nicht so nervig, wie ich befürchtete, aber es ist auch alles unzugänglich, abweisend, gefühlskalt.

Ergo: Ein Experiment, wie man eine politische Metapher in ein pseudosurreales Kammerspiel packt, ging schief. „Der Bunker“ wäre als straighter Psychothriller ohne seine prätentiösen surrealen Elemente womöglich ganz patent und spannend geworden, in der Form ist der Streifen leider ein Muster ohne Wert, der auch und gerade für Lynch- und Schneider-Fans völlig uninteressant ist. Vertane Chance.

Toter Hund: Nein.

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DEATHGASM

Deathgasm

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Neuseeland 2015, Regie: Jason Lei Howden

Weil seine Mama gerade mal zwangsweise die Annehmlichkeiten der Psychiatrie genießt, wird Teenager Brodie in ein erzkonservatives Provinzkaff zu seiner streng religiösen Verwandschaft verschifft. Für einen Metalhead ein echter Kulturschock – kein Wunder, dass seine einzigen Freunde die Rollenspielnerds Dion und Giles, ähnliche Outcasts wie Brodie selbst, und die örtliche Ein-Mann-Metal-Armee Zakk werden. Kurzerhand wird die Gründung einer Band beschlossen – DEATHGASM (all caps!11). Auf der Suche nach Inspiration brechen Brodie und Zakk in die heruntergekommene und vermeintlich leerstehende Bude der Rocklegende Rickie Dagger ein. Die wird von einem dreivierteltoten Dagger aber noch bewohnt – mit einigen gefundenen Notenblättern ergreifen die Headbanger die Flucht und bekommen so leider nicht mit, wie Dagger von mysteriösen Kultisten ermordet wird. Die Noten eignen sich nach allgemeiner Ansicht hervorragend für einen neuen DEATHGASM-Song, doch wissen unsere tapferen Instrumentenquäler natürlich nicht, dass es sich bei der „Schwarzen Hymne“ um die Anrufung finsterer Dämonenheerscharen handelt. In Windeseile verwandelt sich ein Großteil der Stadtbevölkerung in blutgierige Monster – und DEATHGASM haben, verfolgt von den Kultisten, die ihren Oberdämon heraufbeschwören wollen, alle Gitarren voll zu tun, den von ihnen gerufenen Geist wieder zurück in die Flasche zu bekommen…

Fester Bestandteil jedes FFF-Programms ist natürlich auch die launige Splatterkomödie, und anno 2015 erklären sich hierfür die Schafschubser aus Neuseeland zuständig (die haben das mit Peter Jackson in ferner Vergangenheit und mit „Black Sheep“ vor etwas weniger Lenzen ja auch schon mehrfach gut hinbekommen). „Deathgasm“ ist aber nicht nur die fröhliche Gliedmaßen – und Gedärmweitflugorgie des Jahres (und spiritueller Nachfolger von „Hard Rock Zombies“), sondern irgendwie auch die kongeniale Ergänzung zum letztjährigen Festival- und Kinojahrgangsüberhaupthammer „Metalhead“.

An der Oberfläche macht „Deathgasm“ keinen Hehl daraus, furchtbar unoriginell zu sein – die Einflüsse reichen sicher vom seligen „Ragman“ bis zu den modernen Funsplattereien, und natürlich wird ein ums andere Mal auch die Glaubwürdigkeit strapaziert. Ja, jetzt mäkelt der Doc wieder dran rum, dass in einem Film, in dem ein Song die Dämonen der Hölle herbeiruft, unrealistisch sei, wie schnell sich das Schul-Sweetheart nach einem Gitarrenriff in eine harte Metalbraut verwandelt und dass die Metalheads die RPG-Nerds nicht verprügeln, sondern in ihre Band integrieren (was ja immerhin soweit Sinn macht, als beide Gruppen Interesse an Kerker, Drachen, Kriegern mit Breitschwertern und Kriegerinnen mit unpraktischen Rüstungen haben, und auf der Abschussliste der Fundichristen standen/stehen). Aber letztlich macht das eben auch nichts, weil „Deathgasm“ das Herz grundsätzlich am rechten Fleck, nämlich für die Outcasts, die Non-Konformisten, die Unangepassten, schlagen lässt. In der Tat halte ich den Teil des Films, der *vor* der unfreiwilligen Dämonenbeschwörung steht und in der Brodie den Kontakt mit Zakk aufnimmt (in einer wunderschönen, fast wortlosen Szene, in der Zakk und Brodie ihre Freundschaft über den Abgleich von Plattencovern in der Metal-Abteilung des örtlichen Plattenladens schließen) und mit ihm den langweiligen Ort aufmischt, für besser als die nachfolgende, selbstredend hoch unterhaltsame Ultrasplatterei.

Es wird deutlich, dass Erstlingsregisseur Howden viel Sympathie für seine Figuren hat und sie, bei allen Headbanger-Stereotypen, nicht dem Gelächter des Publikums zum Fraß vorwirft, sondern sie zu nachvollziehbaren Figuren macht, selbst in Extremsituationen, wenn z.B. Zakk mitten in der angehenden Apokalypse noch Zeit genug findet, Brodie die Freundin auszuspannen oder vor einer Rettungsaktion erst mal nach Hause fährt, um sich frische Corpsepaint aufzulegen.

Als Pluspunkt stellt sich auch das undefinierte zeitliche Setting heraus – es scheint primär so eine Art 80er/90er-Melange zu sein, in der „Deathgasm“ sich ansiedelt, fiedelt aber ungefangen aber auch Elemente der 50er und der 2000er ein (es gibt keine Handys, aber in Brodies Zimmer hängt ein Trivium-Poster); was womöglich nach konzeptloser Schlamperei aussehen könnte, entpuppt sich als angenehme „Zeitlosigkeit“ (und eine Art Hommage an die großen Universal-Grusler, die sich auch weigerten, sich logisch in einer bestimmten Ära ansiedeln zu lassen). Ein paar großartige Visualisierungen, in denen Metal seine Hörer praktisch direkt in ein Manowar-Cover beamt, sind ebenfalls dringend zu loben.

Howden inszeniert die Nummer flott, mit einer hohen Anzahl funktionierender Gags und Kunstblut, Gore und Schmodder in rauen Mengen. Milo Crawthorne (ein ehemaliger „Power Ranger“) und Newcomer James Blake geben ein überzeugendes Headbanger-Duo ab und mit Kimberly Crossman (gut beschäftigte neuseeländische Fernsehdarstellerin) bewirbt sich ein weiteres 1-A-Schnucki um die Krone des offiziellen FFF-Babes 2015.

Fazit: gut gelaunter, lauter Funsplatter, der trotz allem Schmodder und Gore seine Figuren nicht vergisst und in seinen Gags erstaunlich treffsicher und sympathisch bleibt. Daumen hoch!

Toter Hund: Könnte ich mich nicht erinnern.

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FRANKENSTEIN

Frankenstein

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USA/Deutschland 2015, Regie: Bernard Rose

Dr. Frankenstein und seine Assistentin haben erfolgreich künstliches Leben hergestellt. Ihre Kreatur hat zwar einen erwachsenen Körper, ist aber auf dem geistigen Stand eines Neugeborenen und macht für den Doktor nicht genügend Fortschritte, um als brauchbares Forschungsobjekt zu dienen. Da Frankenstein in seinem Laborkomplex auch eine voll funktionsfähige Anlage zur Exekution per letaler Injektion sein Eigen weiß, sollte das eigentlich kein Problem sein, doch die vermeintlich eingeschläferte Kreatur kommt vor der Obduktion wieder zu sich, tötet die Ärzte und flieht in die Welt hinaus. Doch die Welt hat der Kreatur nichts zu bieten – wo sie auch auftaucht, schlägt ihr Ablehnung und Hass entgegen, wird sie missverstanden und gejagt. Zunehmend körperlich verfallend findet die Kreatur schließlich Aufnahme bei dem blinden Straßenmusiker Eddie, der ihr vorurteilsfrei begegnet. Einige Zeit lang geht alles gut, bis Eddie seinem neuen Freund etwas Gutes tun will und ihm ein Zimmer nebst einer befreundeten Nutte mietet. Die Kreatur kommt mit der Situation nicht zurecht und tötet die Prostituierte eher versehentlich – jetzt ist natürlich auch die Freundschaft mit Eddie permanent zerstört. Die Kreatur entschließt sich, seine Schöpfer heimzusuchen und sich für alles Leid zu rächen…

200 Jahre, nachdem Mary Shelley nach der legendären „Gothic“-Nacht ihre Geschichte vom modernen Prometheus zu Papier brachte, überschlägt sich die Zunft nur so mit neuen Frankenstein-Geschichten – ob das nun auf mit anderen gothic horror-Archetypen verschlungen wie bei „Penny Dreadful“, als moderner Action-Blockbuster a la „I, Frankenstein“ oder, wie es „Candyman“-Regisseur Bernard Rose, der nach Jahren des Arthouse-Filmens (wo er aber abgesehen von „Immortal Beloved“ meines Erachtens nichts wirklich sehenswertes auf die Reihe brachte) zu seinen Horror-Roots zurückkehrt mit einer, wenn man so will, werkgetreuen Modernisierung.

Rose versucht sich an dem Spagat, die Geschichte konsequent ins 21. Jahrhundert zu übertragen, aber den wesentlichen Punkten von Shelleys Erzählung treuzubleiben *und* noch einige der ikonischen Momente aus James Whales klassischen Universal-Verfilmungen mitzunehmen. Das ist vielleicht ein bisschen viel auf einmal, aber noch nicht mal der primäre Grund, warum Roses „Frankenstein“ ein fulminanter Fehlschuss, eine kolossale Katastrophe, ein dramatisches Desaster geworden ist. Es liegt vielmehr daran, dass Rose es beeindruckend konsequent hinbekommt, in JEDER Situation die falsche dramaturgische Entscheidung zu treffen, das falsche Bild zu zeigen. Wie der Wortvogel auch schon feststellte, es ist ein schon beeindruckend fehlgeleiteter Film – man ahnt, was Rose erzählen will, was sein Begehr ist, und man verzweifelt daran, mit welcher Vehemenz ein einstmals nicht völlig unfähiger Regisseur sich selbst sabotiert. Niemals empfindet man wirklich Mitleid mit der Kreatur, ganz einfach, weil sie – logischerweise, beim hiesigen Ansatz – keine Persönlichkeit hat und auch keine entwickelt (dass die Kreatur mit einem blumigen Off-Kommentar, der nach Filmlogik niemals gesprochen werden kann, ihre „Reise“ begleitet, müffelt fast nach einer Panik-Reaktion in der Post-Production). Und ehrlich – auf jede Art der Ablehnung reagiert die Kreatur nur mit brutaler Gewalt; es ist kein großes Wunder, dass man auf die Weise nicht viele Freunde findet…

Der gar nicht mal schlechte Cast müht sich redlich – Xavier Samuel („The Loved Ones“) gibt als Kreatur alles, Routiniers wie Danny Huston („Children of Men“, „X-Men Origins: Wolverine“), Carrie-Ann Moss („Matrix“-Trilogie) und Candyman Tony Todd himself schlagen sich wacker, aber nichts davon ist emotional mitreißend – die Entscheidung, am „Monster“ (das werkgetreu „schön“ geboren wird, aber immer weiter verfällt) zu kleben, sorgt für etliche dramaturgische Durchhänger, aber da auch die Schöpfer des Monsters ziemliche Leerstellen bleiben, macht’s letztlich auch keinen Unterschied, ob wir uns nun da oder dort langweilen würden. Die technischen Modernisierungen – das Monster kommt aus dem 3D-Printer – tun letztlich auch nichts zur Sache und mit den paar heftigeren Splattereien kann Rose am Ende auch niemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Einzig Spritzenphobiker werden von einer Ohnmacht in die nächste fallen…

Fazit: Total vergurktes Horror-Comeback eines einstmaligen Hopefuls, der offenbar in der Arthouse-Branche sein Talent verloren hat – vermutlich einer der schlechtesten Filme im Frankenstein-Kanon überhaupt.

Toter Hund: Jawohl, als Opfer sinnloser Polizeigewalt.

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© 2015 Dr. Acula