Gastkolumne: Woodoo, Hidalgo, House of the Dead

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Gastkolumne: Woodoo, Hidalgo, House of the Dead

Bernhard Torsch stellte mir folgende, für hiesige Verhältnisse schon als "Kurzreview" zu bezeichnenden Reviews zur Verfügung (die auch auf der sehr empfehlenswerten Seite Bergercartoons nachgelesen werden können :-)

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Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies

aka ZOMBI 2, ZOMBIE FLESH EATERS, ISLAND OF THE LIVING DEAD, ZOMBIE Italien 1979, 91 minZombi 2/Zombie
Regie: Lucio Fulci
Darsteller: Tisa Farrow (Anne Bowles), Ian McCollouch (Peter West), Richard Johnson (Dr. David Menard), Al Cliver (Brian Hull), Auretta Gay (Susan Barrett), Stefania D'Amaro (Missey), Olga Karlatos (Paola Menard)

Zum Film

Erst mal ein Kompliment an Laser Paradise: Diese DVD-Version beinhaltet den besten Transfer von Lucio Fulcis Untoten-Schocker, den man bisher zu sehen bekam. Das Bild ist scharf und protzt mit natürlichen Farben, die vor allem bei den nicht zu knappen Splatter-Einlagen zur Geltung kommen. Eine Faustwatschn haben sich die Verantwortlichen aber für das Cover verdient, heißt der Film doch plötzlich “Woodoo” statt “Voodoo”. Wollte man Copyrightprobleme umgehen? Wahrscheinlicher ist, dass man bei Laser Paradise das Horror-Publikum für dermaßen doof hält, den englischen Begriff Voodoo nicht zu kennen bzw. nie gekannt zu haben, was angesichts der vor allem in Germany üblichen Eindeutschungswut (Colgate = Kohlgate) gar nicht mal so weit hergeholt ist (Dialog 1979, in, sagen wir mal, Dortmund: “Haste schon Wohdoo gesehen“? “Logo, gleich nach Ahliens“).

Kommen wir zum Film. Fulci hat “Voodoo” gedreht, nachdem George A. Romeros “Dawn of the Dead” in Europa die Kinokassen rattern hat lassen. Weil “Dawn” in vielen europäischen Ländern unter dem Titel “Zombi” lief (das “e” am Ende von Zombie hat wohl ein solcher gefressen), nannte Fulci seinen Streifen frech “Zombi 2”, oder eben auch “Voodoo”. Fakt ist, dass es sich bei dem Film um ein typisches italienisches Ripoff handelt. Die Mafia pumpte ein wenig Kohle in die Geldwaschmaschine Cinecitta und schon konnte der Menschenfeind Fulci einen Zombiefilm nach dem anderen runterdrehen, wobei “Voodoo” im Vergleich zu anderen Spaghetti-Machwerken durchaus positiv hervorsticht, was aber nicht daran liegt, dass der Streifens weiß Gott wie genial wäre, sondern daran, dass die anderen noch viel übler waren. Ich nenne Fulci einen Menschenfeind, weil er seine Artgenossen nicht leiden konnte, was zumeist auf Gegenseitigkeit beruhte und sich oft in lustiger Frauenfeindlichkeit in seinen Filmen Bahn brach. Fulcis “Heldinnen” sterben verdächtig oft extrem grausame Tode, aber zur Ehrenrettung des Italieners sei gesagt, dass er immer noch weit von den Perversitäten eines Jess Franco, der eine ausgewachsene Tittenfolterobsession hatte, entfernt war.

Inhalt

Aber jetzt wirklich zum Film, ganz ehrlich. In der Anfangssequenz schaut der geneigte und hoffentlich besoffene Zuschauer in den Lauf einer Knarre, die sich dann auf einen in ein weißes Laken gehüllten Zombie richtet und diesem ein schönes Loch in den Kopf schießt. Dann kommen die Credits. Anschließend sehen wir ein führungsloses, aber dennoch zielstrebiges Boot (Nosferatu lässt schön grüßen) auf New York zuschippern. Da - ich verrate es - an Bord nur ein Zombie ist, reagiert der natürlich nicht auf die freundlichen Anfragen der Küstenwache, die per Helikopter und Megaphon wissen will, warum denn da niemand am Steuer sei. Wasserbullen entern dann das Schinackl und finden eine abgetrennte Hand, aber noch bevor sie ihre Polizistenhirne überanstrengen können, werden sie schon von einem fetten Untoten attackiert, der einem der Cops herzhaft in die Schlagader beißt. Das verärgert die Kollegen des Gemeuchelten doch ein wenig und sie ballern den Zombie voll Blei, worauf der über Bord geht. Man einigt sich rasch, dass das wohl ein Irrer war, transportiert den gekillten Polizisten ab und schließt den Fall. Aber wozu gibt es den investigativen Journalismus? Playboy-Journalist Pete West (Ian McCulloch, damals mit sich abzeichnender Halbglatze am Hinterkopf) wird von seinem Chef auf die Story mit dem Kehlenbeißer angesetzt, aber auch Anne Bowles (Tia Farrow, Mias erfolglosere Schwester) interessiert sich für den Kahn, gehört er doch ihrem vermissten Daddy, der als Doktor auf der Karibikinsel Matool gearbeitet hat. Natürlich tun sich die zwei zusammen und schon geht’s ab in die schöne Welt der Zombie-Inseln.

Währenddessen geht ein Kollege von Annes Vater, Dr. Menard (Richard Johnson), auf Matool seiner “Arbeit” nach, will heißen er hadert mit dem Phänomen, dass die Leute massenhaft an einer mysteriösen Krankheit krepieren, dann als Kannibalen wiederauferstehen und er sie abknallen muss, bevor sie die verblieben Lebenden als Pausensnack missbrauchen. Warum das passiert, wird nie richtig erklärt. Wir bekommen Andeutungen zu hören, dass irgendein “Schamane” bzw. Medizinmann angepisst war und daher den Zombie-Zauber entfacht hat. Vermutlich ein typischer Fall von “arrogante Weiße treffen auf Eingeborenkultur und machen den Medizinmann arbeitslos, was dem natürlich nicht in den hinterhältigen Voodoo-Kram passt". Dass aber die Toten nicht nur aus den Gräbern kriechen, sondern auch Menschenfleisch fressen, haben wir einfach so zu akzeptieren. Schließlich sind es Zombies, und seit “Night of the living Dead” von Romero hat der Filmgucker zu wissen, dass Untote sich nicht mit Katzenfutter abspeisen lassen (Reporter: “Herr Zombie, warum essen sie Menschen?”. Zombie: “Ich weiß, es ist ein dreckiger Job, aber irgendjemand muss ihn ja machen”). Menard hängt schwer an der Flasche, und das wird von Johnson gut rübergebracht. Man merkt, dass ihm das Totschießen von Toten nicht wirklich Spaß macht. Vielleicht ist er aber nur darüber erbost, in einem italienischen Horrorfilm mitspielen zu müssen und langt deswegen zur Pulle...

In der Karibik angekommen, sucht unser Heldenpaar nach einer Passage nach Matool. Da passt es ganz ausgezeichnet, dass zwei Amis gerade mit ihrer Jacht losschippern wollen. Bryian (Al Cliver) und Susan (Auretta Gay) lassen sich gegen Bare Münze dazu überreden, zu der ominösen Insel zu fahren. Unterwegs kommt es zu der Szene, wegen der alleine es sich schon lohnt, den Film anzuschauen: Susan will ein paar Unterwasserfotos machen und zieht sich zu diesem Behufe die offizielle Fulci-Taucherausrüstung an, will heißen, sie zieht sich bis auf einen Stringtanga aus. Pete, ganz Journalist, schaut interessiert auf Susans Titten und Arschbacken und es kümmert ihn wenig, dass ihn Anne dabei beobachtet. Bryan wiederum macht es nix aus, dass seine Freundin vor völlig Fremden einen Strip hinlegt. Ach, was waren das für herrlich unbekümmerte Zeiten! Susan geht also Nackttauchen, fotografiert ein paar Fische, bis plötzlich ein Hai auftaucht und sie beinahe erwischt. Gerade noch kann sie sich in Sicherheit bringen, doch dann, oh Schreck, kommt ein Unterwasserzombie um die Ecke und ist von der nackten Meeresbiologin schwer begeistert. Leider empfindet der Hai argen Futterneid und so kommt es zum legendären Zweikampf Shark gegen Zombie. Fulci gibt uns wirklich alles, was das Horrorfilmfanherz begehrt.

Die zutiefst geschockte Susan taucht auf und brabbelt etwas von “einem schrecklichen Mann”, den sie in der Tiefe gesehen haben will, doch schon nach Sekunden ist der Vorfall vergessen und es geht weiter Richtung Fleischfresserinsel.

Dr. Menard hat inzwischen Beziehungsstress. Seine Frau, gespielt von Olga Karlatos, hat einen hysterischen Anfall, bloß weil ihr Halbgöttergatte partout nicht von der Zombieinsel weg will. Sie ist offensichtlich besoffen und kreischt und schreit. Würde die Academy einen Oscar für schamloses Overacting vergeben, Olga Karlatos hätte ihn schon auf dem Kaminsims stehen. Menard beruhigt die Alte mit Müh und Not und versichert ihr, dass ihr nix passieren werde, schließlich würde Jose (oder so ähnlich) das Haus bewachen. Der tut das tatsächlich, bewaffnet mit einem Laubrechen (!), mit dem er cool den Garten pflegt. Man ahnt es: Jose wird für die lebenden Toten kein großes Hindernis sein.

Das Schiff unserer Freunde liegt derweilen vor Matool, aber die Schiffsschraube geht nicht mehr. “Lasst uns Leuchtraketen abschießen, vielleicht können uns die Eingeborenen helfen”, schlägt jemand vor. Super Idee, sind doch Eingeborenenstämme für ihre hydraulo-mechanischen Kenntnisse berühmt. Immerhin wird Menard, der gerade Schnaps aus der Flasche trinkt, auf das Feuerwerk aufmerksam und so finden die Helden dieses Streifens endlich zueinander. Menard eröffnet Anne, dass ihr Herr Papa abgekratzt ist, was diese erstaunlich gelassen hinnimmt. Danach schickt der Doktor die vier Amis los, um nach seiner Frau zu sehen. Wenn er bloß Bescheid wüsste! Seine bessere Hälfte wird nämlich von einem Zombie arg verunstaltet, indem er ihr einen Holzspan durch das linke Auge drückt, was wir auch schön in Großaufnahme sehen dürfen. Jose (oder so) hat also versagt. Als die vier Freunde endlich bei ihr ankommen, können sie nur noch hilflos zusehen, wie einige Untote die arme Frau zum Frühstück verspachteln. Man ist dermaßen geschockt, dass man auf dem Rückweg zum “Krankenhaus” einen Unfall baut, woraufhin man natürlich erst mal verschnaufen muss. Logisch, dass die vier Idioten sich ausgerechnet einen alten Friedhof für ihre Pause aussuchen, einen sichereren Platz gibt es während einer Zombie-Epidemie ja nicht. Es kommt, was kommen muss: Unter schlimmer Verwesung leidende Leichen erheben sich malerisch aus ihren Gräbern, wollen was zu futtern haben und kosten zunächst mal Susan. An dieser Stelle ein Kompliment an den FX-Künstler Gianetto De Rossi, der für die Zombie-Gestaltung in diesem Streifen verantwortlich war: Die lebenden Leichen sehen echt zum Fürchten aus, man RIECHT diese verfaulten Ärsche fast! Überhaupt sind die Zombies in “Voodoo” erste Sahne. Sie sind langsam und bedrohlich und, wie schon erwähnt, echte Anhänger eines hypermorbiden Mode-Looks, zu dem z.B. Maden in leeren Augenhöhlen zählen.

Der Rest des Films ist rasch erzählt: Es kommt zum Menschen-gegen-Zombies-Showdown, bei dem unter anderem Molotow-Cocktails eine Rolle spielen. Bis auf Anne, Peter und Byran gehen dabei alle spektakulär in die ewigen Jagdgründe ein, wobei Byran den typischen Zombiefilm-Fehler macht und seiner unrote Exfreundin zu nahe kommt, was die Schlampe mit einem Biss quittiert. Wieder auf der Jacht sperrt man den zombifizierenden Byrian in eine Kabine und hört Nachrichten, die gar nicht gut klingen: In New York ist der Teufel, pardon, der Zombie los. “Panik, Terror usw.“, tönt es aufgeregt aus dem Radio. Schnitt nach Big Appel: Hunderte Zombies marschieren über eine Brücke, was an sich cool ausschauen würde, täten nicht die darunter fahrenden Autos keine Spur von Panik zeigen. Ruhig rollt der Verkehr in beide Richtungen, was aber kein Wunder ist, hatte die Crew doch keine Drehgenehmigung und konnte daher nur schwerlich die Rushhour aufhalten.

Fazit

Alles in allem ein empfehlenswerter Film mit kleinen Schwächen, grausigen Zombies, hartem Gore und Auretta Gay beim Nacktbaden. Ein paar Flaschen Bier besorgt und schon steht einem vergnüglichem Videoabend nichts im Weg (vorher die Freundin/Gattin/Mutter wegschicken!).

Bewertung

BOMB-SKALA
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Ein Langreview zum Film von Ralph Fischer gibt es hier.


Hidalgo

Hidalgo

USA 2004, 136 minHidalgo
Regie: Joe Johnston
Darsteller: Viggo Mortensen (Frank Hopkins), Zuleikha Robinson (Jazira), Omar Sharif (Scheich Riyadh), Louise Lombard (Lady Davenport), Adam Alexi-Malle (Aziz), Said Taghmaoui (Prinz Bin Al Reeh), Silas Carson (Katib)

Zum Film

Menschen arabischer Abstammung, so zeigt es Hollywood, sind entweder zu jeder Schandtat bereite Hinterhältlinge, oder aber edle und stolze Söhne der Wüste. Dazwischen gibt’s nix, Punkt. Dieses Klischee aus dem 19. Jahrhundert wird auch in dem 2003 geräucherten Abenteuerschinken “Hidalgo” liebevoll gepflegt, auf dass die Hirnmasse des denkfaulen Zuschauers (also meine zB) bloß nicht überfordert werde. Regisseur Joe Johnston, seit seinen FX-Arbeiten an Star Wars ein Veteran des aufgeblasenen Bluckbusterwahnsinns, erzählt uns die angeblich “auf einer wahren Geschichte” beruhende Story des amerikanischen Kurierreiters Frank Hopkins und seines Gauls, dem titelgebenden “Hidalgo”, die an einem berüchtigten 6.000-Meilen-Rennen quer durch die Wüsten des mittleren Ostens teilnehmen.

Inhalt

Zu Beginn lernen wir, dass die Hauptfigur (der Kerl, nicht das Pferd) bei Indianern aufgewachsen ist, was ihn freilich nicht davon abhält, für die böse US-Army zu arbeiten. Wie es heutzutage üblich ist, zeigt uns der Film politisch korrekt ein paar Massaker an amerikanischen Ureinwohnern, was den armen Hopkins, gespielt von Viggo Mortensen, der in den vergangenen Jahren in der Herr-der-Ringe-Trilogie als “Aragorn” seine Knäckebrötchen verdiente, natürlich in Depressionen und Alkoholsucht abgleiten lässt.

Einschub: Für die letzte Stunde des dritten Teils der Tolkien-Verfilmung gehört Peter Jackson in Stammheim interniert. Auch wenn die dusselige Fantasy-Brösigkeit der literarischen Vorlage ein Milderungsgrund sein mag, entschuldigt dies noch lange nicht die in einer Filmstunde konzentrierte Ladung an Langeweile und Pathos bzw. pathetischer Langeweile, die den Nicht-Tolkienianer am Ende von “Die Rückkehr des Königs“ foltert. Einschub Ende.

Hopkins tritt in der Buffalo-Bill-Show auf, in der Häuptling Sitting Bull als Gemüsemagnet in die Arena geschickt wird. Diese Szene, die veranschaulicht, wie der der einstmals stolze Stammeschef Abend für Abend gedemütigt wird, ist sicher die gelungenste des Films, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die schlaue Rothaut das nach ihm geworfene Grünzeug nicht hinterlistigerweise an die weißen Trottel als “organic food” zurückverkauft hat. Als die arg ureinwohnerfeindliche US-Regierung auch noch alle Mustangs der Indianer abknallen lassen will, sofern man die Gäule nicht für die Summe von 100 Dollar pro Stück auslöst, was das durchschnittliche Monatsentgelt eines Prärieindianers doch beträchtlich überstiegen haben dürfte, reagiert der tapfere Reiter wie ein wahrer Mann: Er säuft noch mehr. Welch glückliche Fügung des Schicksals, dass plötzlich ein schweinereicher arabischer Fürstensohn daherkommt, der Hopkins und dessen Pferd (ein Mustang, was denn sonst) zu einem gefährlichen, aber für den Gewinner sehr lukrativen Rennen einlädt. Das Wiehern von Hidalgo, der von Hopkins hartnäckig “kleiner Bruder” genannt wird, was auf komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse schließen lässt, ist also bis ins Morgenland vernehmbar gewesen. Der fiese Araber, komplett mit Orientoutfit samt locker sitzendem Krummdolch, beleidigt den Mustang als “kleinen Mischling”, was seinen Eigentümer ein wenig wütend macht. Daher nimmt der Alkoholiker die Einladung an und schwuppdiwupp sind Reiter und Gaul auf einem Kreuzfahrtschiff in Richtung Orient unterwegs.

Während der Überfahrt lernt der Kuhjunge, der in der englischen Originalfassung mit einem grauenhaften George-Bush-Akzent lallt (yeah, Määäääm), eine reiche blonde britische Adelsfotze (Louise Lombard) kennen, die ihr eigenes Superpferd in das Rennen schickt. Sie will unbedingt gewinnen, denn für diesen Fall hat ihr der Besitzer eines arabischen Superhengstes versprochen, dass dieser ihre Stute vögeln wird, was in den Augen der Engländerin der Beginn einer Rasse von Super-Superpferden wäre - offensichtlich eine frühe Anhängerin rassentheoretischen Schwachsinns. Als die Dame später bemerkt, wie gut sich Hidalgo schlägt, bietet sie Hopkins im Tausch dafür, dass er sein Pferd aus dem Rennen nimmt, erklecklich viel Geld und ihren nicht unknackigen Körper an, aber der tumbe Hero lehnt aus unerfindlichen Gründen ab und geht stattdessen seinen “kleinen Bruder” kuscheln! Das hat mich zwar stutzig gemacht, aber es muss ja nicht jeder auf reiche junge Blondinen stehen, die einem jeden sexuellen Wunsch erfüllen und dafür auch noch bezahlen möchten. Etwas nachdenklicher wurde ich, als später im Film eine rattenscharfe arabische Scheichstochter (Zuleikha Robinson, den Scheich spielt Zelluloidgreis Omar Sharif) dem Cowboy ebenfalls körperliche Liebe anbietet, dieser aber erneut ablehnt und - wir ahnen es - wieder den Gaul krault. An dieser Stelle des Filmes überkam mich die Erkenntnis: Der Mann ist ein Pferdeficker, ein Tierschänder, jemand, der ohne Begleitperson niemals einen Zoo besuchen dürfen sollte.

Während des Wüstenrennens passiert genau das, was man sich erwartet: Sandstürme ziehen in “Die Mumie-Manier” spektakulär auf, fiese Araber morden edle Araber und umgekehrt, Treibsand lauert, der Held will aufgeben, wird aber von idiotisch tanzenden indianischen Ahnen, die ihm in der Hitze erscheinen, davon abgehalten und so weiter und so fort. Selbstverständlich gewinnt der tapfere Amerikaner das Rennen, lässt die heiße Tochter von Omar Sharif erneuet abblitzen und kauft am Ende mit seinem Preisgeld die zum Abschuss freigegebenen Mustangs. Mildes Abendlicht senkt sich über die Prärie und wir müssen zum Glück nicht mehr zuschauen, wie Hopkins und Hidalgo es miteinander tun.

Fazit

Hmm, darf sich der moderne, tolerante Mensch über Sodomie lustig machen? Steckt nicht in uns allen eine “tierliebende” Seite? Naja, ich mag Katzen und Hunde und die anderen Kuschelkollegen, aber ich würde nicht...ihr wisst schon, was. Schon gar nicht mit ausgewachsenen Pferden! Was täte wohl Pucki davon halten, würde ihm der Doc eindeutige Avancen machen? Du bist in dieser Hinsicht ja wohl sauber, Doc, oder? Oder müssen wir uns auf Reviews von “Cats in Prison-Filmen” einstellen?

Bewertung

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BIER-SKALA
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House of the Dead

House of the Dead

USA 2003, 90 minHouse of the Dead
Regie: Uwe Boll
Darsteller: Jonathan Cherry (Rudy), Tyron Leitso (Simon), Clint Howard (Salish), Ona Grauer (Alicia), Ellie Cornell (Jordan Casper), Will Sanderson (Greg), Enuka Okuma (Karma), Kira Clavell (Liberty), Jürgen Prochnow (Captain Victor Kirk)

Zum Film

Dieser Film, gedreht von dem deutschen Regisseur Uwe Boll, auf dessen Kopf ich hiermit ein Preisgeld auslobe, hat drei gute Sachen drin: Jürgen Prochnow, der einen Schiffkutter-Kapitän spielt und dafür seine alte "Das-Boot-Lederkluft" ausgegraben hat und mit einer Zigarre im Maul bei strömendem Regen Zombies abknallt, die sein Schiff entern wollen, ohne dabei die geringste Emotion zu zeigen (es kommt im Leben eines Fischfängers vermutlich alle Tage mal vor, dass verweste Leichen den Kahn angreifen), ein paar nackte Titten und die leckere Actrice Ona Grauer. Das wars. Der Rest des Films ist dermaßen übel, dass er wirklich witzig anzusehen ist, wenn man vorher ein paar Biere trinkt oder LSD nicht unter 500 Milligramm einnimmt. Das soll aber keine Empfehlung sein, und für eventuell durch den Streifen verursachte psychische Langzeitfolgen übernehme ich keine Verantwortung. Eltern haften für ihre Kinder usw.!

Inhalt

Eine Gruppe von Leuten Mitte 30, die Teenager darstellen, will auf eine Insel, wo "das Rave des Jahrhunderts" stattfinden soll. Schnitt zum "Rave des Jahrhunderts": Zirka 20 Leute tanzen bei hellem Tageslicht vor einer winzigen Bühne. So und nicht anders habe ich mir das "Rave des Jahrhunderts" immer vorgestellt. Wie Boll die nicht untalentierte Rocksängerin Biff Naked dazu überreden konnte, einen Gastauftritt als DJane zu absolvieren, ist mir ebenso unbegreiflich wie die Tatsache, dass er nicht weniger als zwölf Millionen Dollar für seine fiese kleine Videospiel-Adaption auftreiben Konnte. War Erpressung im Spiel? Hat er Fotos von Biff Naked naked? Wollte der Mob mal wieder Geld reinigen? Wer die Antworten kennt, darf mein Konto ausgleichen. Zurück zu den Berufsjugendlichen. Die haben die Fähre zu der Insel verpasst und müssen daher Jürgen Prochnow und dessen Matrosen bestechen. Der Matrose jammert, wie im Horrorfilm-Tarifvertrag vorgeschrieben, gleich was von der "Insel des Todes" und dass dort Dämonen hausen würden, aber da die "Teenager" offenbar Multimillionäre sind, zahlen sie jeden Preis, um das Schiff chartern zu können ("500 Dollar sind nicht genug?, na gut, dann eben 1.000 Dollar. Und wenn sie die Bullen noch abhängen, kriegen sie 2.000 Dollar usw").

Auf der Insel wird inzwischen fleißig nackt gebadet und sich von der Gruppe absentiert, damit man auch ja gutes, wehrloses Zombiefutter abgibt. Man hat seine Lektionen ja aus ungefähr fünf Billionen Teenie-Slashern gelernt. Wann bekommt endlich jeder amerikanische Jugendliche eine Broschüre in die Hand gedrückt, in der steht: "Solltest du sich in einem Gruselfilm wiederfinden, dann merke: Kiffen = Tod, Nackbaden = Tod, vorehelicher Sex = Tod!" Übrigens Hut ab vor jener "Schauspielerin", die sich nackig in die ganz offenbar scheißkalte See wirft und mit blauen Lippen und steif gefrorenen Brustwarzen ihrem Freund zuruft: "Es ist herrlich im Wasser". Dabei wird sie, was uns ein POV-Shot verklickert, von einem in der Tiefe faul herumlungernden voyeuristischen Zombie beobachtet (Herr Fulci, erheben sie sich aus ihrem Grab und VERKLAGEN sie Boll!) Mittlerweile sind fast 40 Minuten Film vergangen.

Unsere "Helden" kommen auf der Insel an und finden den Partyplatz verlassen und blutverschmiert vor. Statt sich zu wundern, wie es jeder halbwegs seine Tassen im Schrank habende Mensch tun würde, freuen sie sich darüber, dass noch genug Bier da ist! Als sich dann, nach einigen völlig belanglosen Dialogzeilen, einige der "Teenager" dazu entschließen, doch mal nachzuschauen, was aus den anderen Gästen des "Jahrhundert-Raves" geworden ist, bleibt eine Tussi natürlich alleine zurück und wird vorschriftsmäßig von Zombies angegriffen. Als die Suchmannschaft zurückkehrt, hat sie sich schon in eine Untote verwandelt und wird von einer Polizistin, die aus dem Nichts auftaucht, erledigt. Die Polizei kommt also DOCH, wenn man sie mal braucht, zumindest in Boll-Filmen. Nun sieht man zum ersten Mal die ganze Klasse der Schauspieler: Eine Alte sagt "ich kann nicht glauben, dass sie tot ist", und das war die ganze Trauerarbeit. Schon ist die beste Freundin, die gerade von den Toten auferstanden und wieder gekillt wurde, vergessen. Niemand aus der Gruppe verzieht auch nur eine Miene. Klugerweise dackeln die Jungs und Mädels zurück zum Schiff von Prochnow (der hier - bitte Tonbandgelächter einblenden - Captain Kirk heißt), und treffen dort auf eine Horde von Zombies, die Kung Fu beherrschen und im Wasser kraulen wie die Weltmeister. "Wir brauchen Waffen", schreit jemand, und welch Zufall: Prochnow entpuppt sich als Waffenschmuggler, der MGs, Pistolen, Schrotflinten, Handgranaten und Dynamitstangen dabei hat. Das Kriegsmaterial wird an die Kids ausgegeben und die verwandeln sich binnen einer Sekunde in Rambos uneheliche Kinder. Also wenn man mir eine Maschinenpistole oder ähnliches Totschießzeugs in die Hände drücken würde, täte ich schon ein paar Minuten brauchen, um deren Funktionsweise zu kapieren. US-Kids wird das aber offensichtlich schon in Highschoolkursen beigebracht. Dann wird geschossen und gebombt, Köpfe explodieren, Gliedmaßen fliegen durch die Luft usw. Klingt cool, ist es aber nicht, da der Regisseur immer wieder Szenen aus dem gleichnamigen Videospiel gegenschneidet und teilweise die Geschwindigkeit des Filmes so aufdreht, dass man seekrank wird. Interessant ist auch, dass die Insel des Todes offenbar in einem Computerprogramm existiert, denn es "matrixt" an allen Ecken und Enden (Bilder frieren ein, die Kamera fährt um eine Person herum, und dann erst schlagen die Kugeln ein etc). Jeder darf mal kurz Neo spielen. Und immer wieder und wieder Ausschnitte aus dem Videospiel, das noch dazu eines aus der ersten Generation von Egoshootern gewesen zu sein scheint, da die Monster alle recht quadratisch daherkommen. Wenn einer der "Darsteller" stirbt, zieht sich ein roter Schleier über den Bildschirm und man erwartet, das "game over" erscheint, was uns der Uwe Boll aber erspart. Dann taucht noch ein "Superzombie" auf, dessen Background die ganze Untotensache "erklären" soll (wie im Videospiel eben, ein "Supergegner"). Er wurde von der spanischen Inquisition auf diese Insel verbannt, da er „unheilige Experimente“ durchgeführt haben soll. Verbessert mich, if I am wrong, aber die Inquisition hat doch normalerweise nicht lange, ähem, gefackelt, oder? Wieso hat man sich in diesem Fall die Mühe gemacht, den Kerl zu deportieren, wo doch die guten alten Scheiterhaufen direkt vor der Tür standen? Naja, sich über Plotholes und Ungereimtheiten in diesem Schundwerk aufzuregen ist, wie Löcher im Schweizer Käse zu bekritteln.

Fazit

Ja, es splattert in diesem Film, aber es kommt keine Freude dabei auf. Zu comicartig sind die Zombies, zu wenig Sympathie erwecken die menschlichen Figuren. Kurz: Der Film stinkt und das Zielpublikum ist deutlich erkennbar: US-amerikanische Kids zwischen 12 und 15 und Waffenfetischisten ohne Hirn. Wieder mal wurde ein Zombiefilm total vergeigt und die Karriere von Jürgen Prochnow ist offenbar toter als die lebenden Leichen in dieser Zelluloidverschwendung.

Bewertung

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Ein Langreview zum Film vom Doc gibt es hier.


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