Ghosthouse

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LA CASA 3 (int. Titel: Ghosthouse)

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Italien 1988, 92 min, FSK 18

Regie: Umberto Lenzi (als Humphrey Humbert)

Darsteller: Lara Wendel (Martha), Greg Scott (Paul Rogers), Mary Sellers (Susan), Ron Houck (Mike Dalen), Martin Jay (Jim Dalen), Kate Silver (Tina Dalen), Donald O’Brien (Valkos), Kristen Fougerousse (Henrietta), Willy M. Mon (Pepe), William J. Devaney (Lieutenant)

An ihrem Geburtstag killt die kleine Henrietta zum Ärger ihres Vaters die Familienmiezekatze und wird zur Strafe mit ihrer Lieblingsclownpuppe in den Keller gesperrt. Wenig später meuchelt mittels Mörderhand ein geheimnisvoller Killer sowohl Papa als auch Mama…

Zwanzig Jahre später… der Bostoner Amateurfunker Paul empfängt ein mysteriöses Funksignal, das sich nach technischer Nachbearbeitung als verzweifelter und vergeblicher Hilferuf eines jungen Mannes zu entpuppen scheint. Auf Drängen seiner Freundin Martha ermittelt Paul mithilfe modernster Computertechnik den Ursprungsort des Signals – eine verlassene Villa weit außerhalb der Stadt, in der auch tatsächlich eine CB-Funkanlage rumsteht. Deren Eigentümer ist Jim Dalen, der mit seinen Geschwistern und dem Girlfriend seines Bruder in der Gegend campt und die leerstehende Villa als idealen, da hochgelegenen Standpunkt für seine Amateurfunkorgien angesehen hat. Jim muss anhand der Aufnahme des Hilferufs zugeben, dass es ohne Zweifel seine Stimme ist, die da in Panik kreischt, da gibt’s nur ein kleines Problem – Jim hat sein Equipment noch gar nicht in Betrieb genommen!

Als Amateurfunkerkollegen beschließen Paul und Jim, dem Rätsel auf den Grund zu gehen und die entsprechende Frequenz in der nächsten Nacht zu überwachen – Paul von seinem Van aus, Jim in der Villa. Für Jim eine suboptimale Idee, denn ihn ereilt das Schicksal durch Mörderhand (und unter exakt den Lautmalereien, die Paul am Abend zuvor empfangen hatte).

Die Polizei hält relativ unbürokratisch den garstigen Gärtner Valkos, der stets mit Axt oder anderem geeigneten Mordwerkzeug herumläuft, bereits Paul und Martha angebiestert hatte und nun auch noch suspekterweise verschwunden ist, für den Mordbuben. Die Bekundungen von Tina Dalen, im Zusammenhang mit dem Ableben ihres Bruders ein kleines Mädchen mit einer großen Puppe gesehen zu haben, werden allgemein als Hysterie bzw. Wichtigtuerei verworfen, alldiweil Tina einen guten schlechten Ruf als ambitionierte Lügenboldin ihr Eigen nennt.

Ich weiß nicht, welches normale Kind mit einer solchen Puppe spielen würde, aber wir wissen ja auch alle, dass italienische Horrorfilme nicht von normalen Kindern bevölkert werden.

Dass in dem Gemäuer irgendwas nicht stimmt, ist jetzt zumindest unwidersprochener Sachstand. Paul empfiehlt den verbliebenen Dalens, sich umgehend zu verpissen. Die würden diesem Ratschlag auch gerne folge leisten, nur leider quittiert ihr Campmobil den Dienst und muss erst repariert werden (und weil man je gerne da nächtigt, wo gerade der Bruder abgemurkst wurde, hat’s Mike mit der Reparatur nicht sonderlich eilig und auch die Grazien beanspruchen nicht etwa, mit dem vorhandenen Motorrad oder per anderweitig organisiertem Taxi in die Stadt gefahren zu werden. Seltsame Leute leben in Italo-Horrorfilmen).

Paul, der mittlerweile von der Polizei über den Doppelmord vor 20 Jahren und den damit in Verbindung stehenden ungeklärten Tod der kleinen Henrietta erfahren hat, recherchiert – ungeachtet Marthas zunehmend irritiertendem Verhalten – auf eigene Faust und findet heraus, dass Henriettas Vater ein Bestatter war, der die unangnehme Eigenschaft hatte, den ihm unter die Finger kommenden Leichen kleine Souvenirs zu mopsen, u.a. auch eine gewisse Clownspuppe, die er seinem Töchtling schenkte.

Okay, es liegt also auf der Hand – irgendjemand übt finstere, wenn auch relativ unfokussierte Rache aus dem Jenseits und benutzt dazu den Geist Henriettas. Ein Problem für Mike, Susan und Tina, denen eine Schreckensnacht im Haus bevorsteht, die sie nicht alle überleben werden…

Der Film: Sam Raimis Kultsplatterschocker „Tanz der Teufel“ schindete praktisch überall auf der Welt, wo er gezeigt werden durfte, mächtig Eindruck und rief mehr oder minder talentierte Plagiatoren auf den Plan. So selbstverständlich auch auf dem Stiefel, wo „Evil Dead“ unter dem sehr generischen Titel „La Casa“ lief und günstigerweise eine Filmindustrie ansässig war, die sich auf das Ausbeuten aktueller Trends im Genrekintopp spezialisiert hatte. Zwar lag Italiens Genreproduktion in den letzten Zügen ihrer produktiven Existenz, aber noch waren die Fulcis, Deodatos, D’Amatos und Lenzis am Ball, um für eine Handvoll Lire noch den letzten Saft aus der Horrorblase herauszuquetschen.

Ob das gut geht? Eine Frau begegnet moderner Technik!

Umberto Lenzi gab sich dabei für Joe D’Amatos bevorzugte Produktionsklitsche Filmirage, der wir zahlreiche Gassenhauer wie Kloster der 1000 Todsünden, Dancing is my Life, „Sklavin für einen Sommer“, „Killing Birds“, „Troll 2“ oder Frankenstein 2000 verdanken, her. Die Chefetage von Filmirage hatte die grandiose Idee, sich an den Erfolg von „Tanz der Teufel“ nebst Sequel anzuhängen und eigenständige Pseudosequels zu Raimis Dämonenklopfer herauszubringen. Das hatte ja schon mit Lucio Fulcis „Woodoo“, der in vielen Märkten als „Zombi 2“ und legitime Fortsetzung zu Romeros „Dawn of the Dead“ herausgebracht worden, als praktikabler und gewinnträchtiger Schachzug erwiesen (bei „Troll 2“… weniger). Filmirage brachte also in rascher Folge „La Casa“ Teil 3 bis 5 auf den Markt, namentlich Lenzis hier zu würdigenden „Ghosthouse“, den von Fabrizio Laurenti inszenierten „Witchcraft“ aka „Witchery“ aka „Hexenbrut“ (mit dem Raketencast David Hasselhoff, Linda Blair und Hildegard Knef!), und Clyde Andersons „Beyond Darkness“ aka „Horror House 2“. Nichts davon ist filmhistorisch wirklich *bedeutsam*, aber deswegen sind wir ja auch alle nicht hier, oder?

Umberto Lenzi erdachte die Story für „Ghosthouse“ höchstselbst, das Script verfasste eine gewisse Cinthia McGavin, und wie ich das Umfeld italienischer Horrorschinken der 80er so kenne, halte ich es für ziemlich sicher, dass Madame McGavin in ihrem Reisepass einen italienischen Namen stehen hat, so es sich überhaupt um ein leibhaftiges Frauenzimmer handelt (würde mich jetzt ein Mafioso mit vorgehaltenem Butterflymesser und den Worten „richtiger Name oder stech“ befragen, ich würde auf Daniele Stroppa tippen, Filmirages zeitgenössischen Haus- und Hofschreiberling, der u.a. auch für „Hexenbrut“ und Lenzis wenig später entstandenen Totentanz der Hexen II – der strukturell und atmosphärisch auch ein ziemlich auffälliges companion piece zu diesem Film ergibt; auch der Originaltitel „La casa del sortilego“ spricht dafür, dass der Hexenklopper sich zumindest dezent an die „La Casa“-Reihe anlehnen sollte - in die Schreibmaschinentasten haute). Mit der Funkübertragung aus der Zukunft haben Lenzi und McGavin sich auch ein hübsches Gimmick ausgedacht, aus dem sich einiges machen ließe, aber wie’s bei Horrorfilmen aus der Spaghettiküche nun mal meistens der Fall ist, vergisst der Film seine beste Idee ungefähr nach einer halben Stunde, kommt nie mehr darauf zurück und deutet auch nicht mal an, wie und warum die ganze Chose in der internen Mythologie funktionieren sollte. Seufz.

War irgendwie spookiger, als Kollege Fulci hier filmte.

Statt eines originellen Themas bekommen wir also den hundertdrölfzigsten Haunted-House-Heuler, den zynische Seelen auch „Neue Abenteuer im Haus an der Friedhofsmauer“ nennen könnten, denn die Location aus Fulcis Gore-Lowlight feiert hier fröhliche Urständ. Kein Dr. Freudstein weit und breit, allerdings (thank God for small mercies). Lenzi und McGavin versuchen viel in ihr Script reinzupacken – das Geistermädel, die dämonische Puppe, ein brutaler Axtmörder, der vielleicht oder auch nicht übernatürlichen Ursprungs ist, der fleißig Verdacht auf sich lenkende grobschlächtige Hinterwäldler, der diebische Bestatter, das sind vielleicht sogar schon ein paar Klischees („Ideen“ an und für sich mag ich’s nicht nennen), um eine runde Geschichte abzugeben, aber, und auch das wissen wir nicht erst seit Fulcis Gore-Eskapaden der frühen 80er, logisches Storytelling ist bei italienischen Horrorfilmen nicht zu erwarten, genauso wenig, dass eine Auflösung (wenn ein Film überhaupt eine bietet und nicht einfach irgendein surreales WTF-Ende ranklatscht) im Kontext der geschilderten Ereignisse Sinn macht.

Plot ist, soweit ist klar, jedenfalls die Sache der „La Casa“-Reihe nicht (die im Übrigen trotz des Versuchs, sich als Sequels zu „Evil Dead“ auszugeben, so ziemlich als einziges Horror-Motiv gerade *nicht* die Dämonen rauskramt, sondern als Bezugspunkt zum Original die Fokussierung auf ein unheimliches Haus hernimmt). Das Script versucht ein bisschen die Tradition der Früh-80er-Splatter-Gore-Filme vom Stiefel fortzuführen, indem es mit Paul und Martha die Protagonisten auf eine Schnitzeljagd nach Hinweisen (die im Endeffekt natürlich nicht wirklich was zur Sache tun) schickt – das hat die kuriose Nebenwirkung, dass der Film zwar eben auf das *Haus* als zentrale Schalt- und Waltstelle abstellt, gerade die beiden nominellen Hauptfiguren die längste Zeit gerade nicht dort verbringen, sondern das einem Haufen cannon-fodder-Charakteren (dem Dalen-Clan) überlassen.

So sieht niemand aus, der nicht mindestens schwer verdächtig ist.

Wobei „Charaktere“ ja eh mal wieder ein großes Wort ist, das die Figuren nicht wirklich verdient haben. Sie sind halt da, weil notgedrungen irgendjemand im Haus rumschlumpfen muss, um abgemurkst werden zu können und mit nichtssagenden Dialogen die Zeit zwischen den Kills totzuschlagen. Dabei stellt sich der bekannte Effekt ein, dass englischsprachige Dialoge, die von italienischen Autoren erdacht wurden, selten bis nie „natürlich“ wirken, sondern immer zu gestelzt, zu „formal“, um zu klingen, als könnten echte Menschen tatsächlich so sprechen. Was natürlich nicht nur auf die „normalen“ Dialoge zutrifft, sondern speziell auf „expository dialogue“. Wenn Jim Dalen auf dem Dachboden Paul dabei erwischt, wie er an seiner Funkanlage rumtatscht, stellt er sich ungelogen vor: „Ich bin Jim Dalen. Ich campe hier, mein Camper steht draußen. Außer mir ist noch meine Schwester dabei, außerdem mein Bruder und seine Freundin.“ Ähnlich elegant wird Tinas guter schlechter Ruf als notorische Lügnerin eingeführt (auch so ein Nebensubplötchen, das nirgendwo speziell hinführt, außer, dass keiner Tina glaubt, dass sie den Kindergeist gesehen hat, obwohl sich mittlerweile längst alle handlungstragenden Personen einig sind, dass im Haus etwas Übernatürliches vor sich geht – was übrigens von allen, inklusive der Polizei, recht nonchalant genommen wird).

Und so sieht jemand aus, der am Abend vor’m Dreh die letzte Runde Schafkopf verloren hat…

Ansonsten gönnt sich das Script keine übermäßigen Schwachmatigkeiten – wie auch, da sich der Streifen größtenteils, wie gesagt, einer echten Plotentwicklung verweigert. Es gibt natürlich da und dort Ecken und Kanten, an denen man mit fragendem Gesicht hängen bleibt (was ist eigentlich der Deal mit Valkos? Und wieso ist der Defekt am Wohnmobil ein Hinderungsgrund für die verbliebenen Dalens, sich vom Haus zu verpissen, wenn sie ein funktionierendes Motorrad haben, mit dem Mike sogar Ersatzteile aus der Stadt holt?), aber nichts, was jemanden ernstlich erschüttern könnte, der mehrmals „Troll 2“ gesehen hat.

Und in Sachen Regieleistung ist „Ghosthouse“ natürlich *besser* als ein „Troll 2“… Umberto Lenzi ist nun mal ein verdienter alter Haudegen, dessen Wirken im Horrorgenre ja, wie bei so vielen italienischen gun-for-hire-Regisseuren nur einen schmalen Ausschnitt seines Gesamtschaffens ausmacht. Und wer für 30 Jahre im Geschäft ist und alle möglichen Genres beackert hat, ist vielleicht kein „auteur“, aber zumindest Handwerker genug, um zu wissen, in welche Richtung die Kamera bevorzugterweise zeigen sollte. Lenzi ist vom Triumvirat der großen italienischen Gore-Strategen vielleicht der „uninspirierteste“, aber er weiß so ungefähr, was er tut. Konstatieren muss man allerdings auch (und an der Stelle muss ich – liebe Leser, überspringt bitte den Rest dieses Absatzes, gegenüber Lucio Fulci Abbitte leisten), dass Fulci sich bemüht hätte, aus der Location mehr herauszuholen (bzw. er hat dies ja im „Haus an der Friedhofsmauer“ auch versucht). Ich bin nun wahrhaftig nicht aus der Schule, die eine Trockeneismaschine und ein paar hintergrundbeleuchtete Shots für den Gipfel atmosphärischer Regieleistung halten, aber es macht schon einen Unterschied, ob man wie Lenzi hier einfach die Kamera in Korridore und Zimmer hält und davon ausgeht, dass das dann schon unheimlich genug ist, oder dann doch halt zumindest ein paar Anstrengungen unternimmt, den creepyness-Faktor durch das ein oder andere inszenatorische Gimmick zu unterstreichen. Weder Lenzi noch sein eigentlich routinierter Fotograf Franco Delli Colli („Der Tod trägt schwarzes Leder“, „Macabro – Die Küsse der Jane Baxter“, „Zeder – Denn Tote kehren wieder“) lassen sich allerdings zu derlei Jahrmarkt-Effekthascherei herab, was „Ghosthouse“ zu einem eher, naja, „trockenen“ Vertreter des Spukhausgenres macht.

Immerhin, trotz der wenig entwickelten Story nimmt die ganze Sache in der zweiten Hälfte doch ordentlich Fahrt auf (und wird von einem typischen Kicker-Ende geziert). Die Splattereffekte sind nicht übermäßig zahlreich, aber doch ordentlich derb, dieweil die Tonspur, bearbeitet von Piero Montanari (nicht Erfinder der gleichnamigen Chöre, aber Joe D’Amatos Karriereherbst-Stammkomponist, der sich als englisches Pseudonym hatsächlich die Namen John bzw. Peter Mountain ausgesucht hat) nach Kräften versucht, Goblin oder wenigstens Fabio Frizzi zu simulieren.

Dieweil Italo-Genreproduktionen normalerweise ja zumindest eine abgehalfterte Star-Nase vor die Kamera zu zerren vermochten, muss „Ghosthouse“ mit „homegrown“-„Starpower“ bzw. mehr oder minder talentfreien US-Nasenbären zurechtkommen. Lara Wendel ist elf Jahre nach „Maladolescenza“ zu einem netten Mädel mit girl-next-door-approach geworden. Große Schauspielerin wird sie nie werden, und ein Script, das nicht wirklich weiß, was es mit ihrem Charakter anfangen soll, hilft ihr nicht sonderlich weiter. Dass sie Greg Scott locker an die Wand spielt, liegt daran, dass Scott einer der typisch halbwegs gutaussehenden, aber schauspielerisch unbeleckten Schnösel von der Stange ist. Scott kam von bit parts aus „Prom Night II“ und „Eine verhängnisvolle Affäre“ an die hiesige Hauptrolle und ward danach prompt nie wieder in bedeutungsvoller Ware gesichtet (man kann natürlich die Rolle als „Rebel“ im Star-Wars-Videogame „Rebel Assault II“ als Meilenstein werten…). Mary Sellers ist quasi Filmirage-Inventar – man sah sie in Soavis „Stagefright“, D’Amatos „Elf Tage, elf Nächte II“ oder der auch hierzulande spät nachts verklappten Sexserie „Valentina“ und dem gelegentlich als „Troll 3“ vermarkteten Öko-Horror „Contamination .7“. Auch Sellers ist jetzt nicht unbedingt mit Talent in Tüten gesegnet (und da „Ghosthouse“ untypischerweise für Italo-Horror auch darauf besteht, seine weiblichen Darstellerinen angekleidet zu belassen, können sich etwaige andere als schauspielerische Talente auch nicht auszeichnen), geht aber zumindest nicht so auf die Nerven wie Kate Silver – die sich dann auch sicherheitshalber von Leinwänden und Fernsehschirmen ferngehalten hat. Ich weigere mich prophylaktisch, den von der IMDb kreditierten Martin Jay für den zu halten, der tatsächlich vor der Kamera stand, denn mit knapp 40 würde der nicht mal in Italien als early twen durchgehen. Ron Houck (Mike Dalen) kommt mir elendiglich bekannt vor, ihm aber weist die IMDb nur noch eine kleine TV-Rolle zu. Für „name value“ muss daher Donald O’Brien, Dr. Butcher M.D. (Zombies unter Kannibalen) persönlich, und ein paar Jahre später auch noch Monster in D’Amatos Gurkenklassiker „Frankenstein 2000“ sorgen. Der stapft bedrohlich durch die Landschaft, wedelt ein wenig mit der Axt oder anderen Gartenwerkzeugen und gibt den debilen Klischeehinterwäldler. Geht in Ordnung…

Bildqualität: Scream Factory packt in den USA „La Casa 3“ und „La Casa 4“ (hierzulande als „Hexenbrut“ gelaufen) auf eine BluRay. Das ist löblich (weniger löblich ist, dass Scream Factory seinen Kram ernstlich auf Region A codiert). Der Print, den das Label aufgetan hat, ist ordentlich – nicht gerade High End, aber gut genug, um als HD-Release durchzugehen. Die Farben sind ein wenig blass, aber die Schärfe und der Kontrast sind okay.

Tonqualität: Ausschließlich englischer Ton in Dolby 5.1 nebst optional zuschaltbaren englischen Untertiteln. Zweckmäßig, brauchbar, gut.

Extras: Da Scream Factory zwei Filme auf eine Blu packt, geht man dort davon aus, weiteres Bonusmaterial nicht mehr beilegen zu müssen. Ist vielleicht auch richtig so – und was will man zu einem Film wie „La Casa 3“ auch erwarten?

Fazit: „Ghosthouse“ hat, auch wenn die „La Casa“-Reihe sich davon „abspaltet“, nichts mit den Splattereien und humorigen Eskapaden von „Evil Dead“ zu tun; der Streifen versucht, ein wenig an die großen Klassiker des Italo-Gore-Kinos anzuknüpfen, ohne dabei das gleiche Faß in Sachen Schmodder und Supperei aufzumachen, sondern das ganze etwas zurückhaltender, etwas mainstreamtauglicher zu gestalten. Geht beinahe gut, nur hat man wie üblich vergessen, ein vernünftiges Script zu verwenden und richtige Schauspieler anzuheuern… Lenzis Regie ist geschäftsmäßig, aber wirklich etwas *zu* hölzern, ohne visuelle Reize, ohne ein bisschen Verve und Gusto. War wohl kein Herzblutprojekt für Lenzi wie „Großangriff der Zombies“… Im Endeffekt ist „Ghosthouse“ anschaubar – es ist ein anspruchsloser kleiner Horrorfilm mit ein paar soliden Splatter-FX. Wer mit Italokrams seine Freude hat, wird auch an diesem hier gefallen finden, und wer sonst nichts mit Italohorror anfangen kann, wird auch den nicht mögen. Ich sitz mit meiner Meinung wie so oft und gern zwischendrin und verbleibe daher mit einer neutralen Wertung…

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