Giganten der Vorzeit
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internationaler Titel: The Legend of the Dinosaurs, Dinosaurs: Legend of the Strange Bird, Legend of Dinosaurs and Monster Birds
Japan 1977 - 79 min - FSK: 16
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Inhaltsverzeichnis |
Credits
Besetzung:
- N.A. Tsunehiko Watase
- N.A. Nobiko Sawa
- N.A. Shôtarô Hayashi
- N.A. Fuyikichi Maki
- N.A. David Freedman
- N.A. Maureen Peacock
- N.A. Catherine Laub
- N.A. Hiroshi Nawa
- N.A. Tomoko Kiyoshima
- N.A. Ginji Nakamura
Stab:
- Regie Junji Kurata
- Drehbuch Masaru Igami, Takeshi Matsumoto, Ichirô Ôtsu
- Kamera Shigeru Akatsuka
- Schnitt N.A.
- Musik Masao Yagi
- Production Design N.A.
- Spezialeffekte N.A.
- Produzent Keiichi Hashimoto
- ausführender Produzent N.A.
- Produktion Toei Co. Ltd.
Vorwort
Als 1954 Godzilla in Japan die Leinwand erschütterte, konnte noch niemand ahnen, dass Filme über riesige Monster einmal zu einer festen Institution in der japanischen Filmindustrie werden würden (zu haben gehabt getan...verflixte Grammatik!). Gamera, Mothra, Ultraman – sogar die Power Rangers haben wir diesem einen Film zu verdanken. Als eingefleischter Fan dieser Filme freut man sich immer wieder, wenn eine dieser Trahperlen in Deutschland veröffentlicht wird. Wenn man dann aber zufällig in der 5 Euro-Ramschkiste einen japanischen Monsterfilm findet, der einem völlig unbekannt erscheint und darüber hinaus kein bekanntes "Trademarkmonster" darin vorkommt, dann ist das schon mal ein Review wert! Video World Home Entertainment beschert uns die "Giganten der Vorzeit" – laut Beschreibung auf der Hülle ein Flugdrache und ein Plesiosaurier – das Coverartwork ähnelt einer Zeichnung aus einem billigen Dinosaurierbuch für Kinder und die Screenshots auf der Rückseite sind äusserst vielversprechend...also sparen wir uns eine längere Einführung und legen wir sofort los!
Inhalt
Wow! Ist das ein Fulci-Film? Düsterer Synthie-Pop und ein Auge in Großaufnahme – so was erwartet man in einem Italo-Splatter, denn japanische Monsterfilme beginnen normalerweise mit einer Expedition irgendwohin...
Naja, da niemand das Auge beschädigt, kann man eine Beteiligung Fulcis wohl doch vorläufig ausschließen. Da man außer einem Wald und ein paar unscharfen Sceneryshots (sehr hippiemässig abgefahren!) nicht viel sinnvolles zu sehen kriegt, informiert uns eine Einblendung erst mal darüber, dass wir uns im Jahre 1977 befinden. Eine junge Dame torkelt im Drogenrausch (sie hält das Pillendöschen noch in der Hand) und barfuß durch den Wald, als plötzlich der Boden unter ihr nachgibt. Sie fällt in eine einigermaßen gut beleuchtete Höhle, die nicht nur nass und schleimig ist, sondern auch noch voller Rieseneier (Schock!). Zu allem Überfluß bricht auch noch eines der Eier auf und gibt den Blick auf ein gelbes, vollgeschleimtes Riesenauge frei (doch Fulci?).
Das ist natürlich ein Grund zu einem markerschütternden Angstschrei und zu einer panischen Flucht, die auf einer Baustelle mitten im Wald endet. Die freundlichen Bauarbeiter nehmen die verängstigte Frau in ihre Obhut und ein Arzt wird gerufen. Den Arzt bekommen wir nicht mehr zu sehen, denn etwas Stock-Footage von einem startenden Flugzeug ist jetzt wichtiger! Im Flughafen ist eine Menge los, überall rennen seltsam gekleidete Statisten herum, eine Japanerin verkauft Puppen an einen Landsmann mit Turban (!) und eine riesige Videoleinwand präsentiert uns die Nachrichten. Diese sind allerdings sensationell, denn in einer Höhle wurde ein versteinertes Riesenei gefunden (waren da nicht mehr? Hat die Drogentussi falsch ausgesagt und niemand hat nachgesehen?). Diese Nachricht veranlasst dann auch einen Mann namens Takashi dazu, schnellstens den Flughafen zu verlassen, obwohl sein Freund ihn noch aufzuhalten versucht. Er beamt sich ins Krankenhaus (oder das Krankenhaus befindet sich im Flughafen, ist nicht ganz ersichtlich), wo die Drogentussi gerade den Löffel abgegeben hat. Als eine Krankenschwester einen Anruf für deren Verwandschaft ausruft, ist sich Takashi nicht zu schade, diesen einfach anzunehmen. Es ist ein Reporter, der irgendwas von einer grünen Masse im Riesenei schwafelt. Immerhin hat so Takashis Freund genug Zeit bekommen, um ihn einzuholen und an den geplanten Flug zu erinnern. Takashi hat aber einen Entschluß gefasst, steckt seinem Kumpel das Flugticket in den Mund und der Vorspann beginnt mit einer aufbrechenden Zeichentrickerdspalte (künstlerisch wertvoll) und einer billigen Einblendung des Filmtitels in deutsch und japanisch. Die restlichen Credits werden in roten japanischen Schriftzeichen über Takashis Heimfahrt gezeigt. Mit einem grünen Geländewagen in stylischen, fast experimentellen Kamerapositionen und unterlegt von Funky Music ™ stellt man sich die Frage, ob der Regisseur vielleicht doch lieber ein Roadmovie drehen wollte. Naja, wenigstens blendet man kurz den Fujiyama ein, sicheres Anzeichen für einen Kaiju (= japanischer Monsterfilm, für alle Unwissenden)! Bevor es zu langweilig wird, kommt Takashi in einem Dorf an, dass sich gerade in den Vorbereitungen zu einem Dorffest befindet. Die Dorfjugend ist ob dieser Aussichten schon ziemlich aufgekratzt. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb sie munter auf dem Jeep herumklettern, während sich Takashi nach der genauen Lage der geheimnisvollen Höhle, dem Fuji-Windhole erkundigt. Natürlich raten ihm alle von einem Besuch der Höhle ab, da es dort unheimlich ist, Kühe verschwinden und Schlangen herumkrabbeln – doch Takeshi kümmert´s nicht, er fährt weiter. Im Wald angekommen, schmeisst er sich erst mal in seine Explorerkluft mit passender Sonnenbrille (er ist zwar modebewusst, hat aber einen üblen Modegeschmack!) und bindet einen Bindfaden an einem Baum fest (Profiüberlebenskünstler!!). Weit kommt er bei seiner Höhlensuche allerdings nicht, denn ein mittelschweres Erdbeben raubt ihm das Gleichgewicht und die Sinne (und die Produktionsfirma ist erleichtert, dass dem Kameramann nach dieser Schüttelei nicht das Arbeitsgerät auseinandergefallen ist).
Als Takeshi wieder aufwacht, erwartet ihn erst mal ein False Scare ™ in Form eines ausgestopften Krokodils über dem Bett. Er liegt nämlich in der Hütte seines Vaters, die jetzt von Moko Shoe bewohnt wird, einem alten Freund, der ihn glücklicherweise im Wald entdeckt hat. Moko war früher Bergführer und hat mit Takashis Vater zusammen Dinoeier und -Skelette rund um den Fujiyama gesucht, aber bei der Eiersuche Takashis will er nicht mithelfen, da dieser ja nur wegen dem Geld her wäre, das man damit verdienen könnte (edle Einstellung, ich bin beeindruckt). Zur Erinnerung blendet der Regisseur noch mal das Ei ein, welches immer noch tüchtig herumrumort, aber noch nicht geschlüpft ist. Damit es jetzt aber mal richtig gruselig wird, präsentiert man uns nun interessante Impressionen zweier Taucherinnen im Zusammenspiel mit einer Extraportion Scary Music ™ (wird wohl ein ™ -lastiges Review heute). Als die beiden Damen wieder zu ihrem Hund ins Gummiboot steigen wollen, entdecken sie (uaaahh, wie gruselig) lauter tote Fische auf dem Wasser! Im Dorf herrscht reger Betrieb, als Takashi am Strand die Taucherinnen entdeckt. Man kennt sich, also schreitet man direkt zur allgemeinen Unterwasserfotoalbumbeschaustunde (was für ein geniales Wort!). Natürlich weiss die junge Dame, dass Takashi wieder mal auf Fossiliensuche ist, denn sie ist ja seine Ex-Freundin. Doch bevor es zur Versöhnungsknuddelei kommen kann, veranlassen sie ein paar schleimige Aale im Wohnwagen zu wildem Gekreische (ist ja auch etwas härter als nur eine Maus!). Draußen vergnügt sich derweil ein Pärchen mit einem Treetboot auf dem See. Doch ein geheimnisvoller Schatten im Wasser und das einsetzende Monstertheme (welches wir nun in jeder Monsterszene um die Ohren gehauen bekommen) lassen böses erahnen. Während die Kamera unschuldig über einen vollgepackten Schreibtisch fährt hören wir einen angsterfüllten Schrei, gefolgt von einem lauten "Platsch" und auf dem See bleibt nur noch ein roter Rettungsring zurück (Mystery-Gold!).
Darüberhinaus scheint auch ein Taucher ums Leben gekommen zu sein, denn ihn fischt die Polizei anschließend, umringt von Dutzenden neugierigen Dorfbewohnern und Touristen, aus dem Wasser. Takashi ist genauso verwundert wie wir, da er das Kentern des Tretbootes auf dem ruhigen See genauso wenig versteht, wie die Tatsache, dass statt der Tretbootfahrer ein toter Taucher gefunden wurde. Auf jeden Fall sieht er sich nun genötigt, mit einem Professor über Monster und Erdbeben zu quatschen. Der Professor sieht zwar keinen logischen Zusammenhang zwischen diesen Dingen, aber er kannte Takashis Vater und dessen fixe Idee von lebenden Dinosauriern in unserer Gegenwart. Also lässt er sich auch gerne auf ein pseudowissenschaftliches Gespräch ein und gibt sogar zu, dass in gewisser Weise ein urzeitliches Wesen tatsächlich in Eis konserviert die Jahrmillionen überstehen und anschließend erfolgreich reanimiert werden könnte – zumindest rein theoretisch. Allerdings hält er von Takashis Ansinnen, so eine eventuelle Entdeckung finanziell zu seinem Vorteil zu nutzen ebenso für unehrenhaft wie anfangs Moko – für einen designierten Filmhelden macht sich Takashi also ziemlich unbeliebt. Bevor das Gespräch jedoch in eine Moralpredigt ausartet blendet der Regisseur (glücklicherweise) den See bei Nacht und Nebel ein. Eine einsame Fahrradfahrerin wird beinahe von einem Pferd umgerannt (wtf?), welches wohl in Richtung See unterwegs ist. Da ihr Hund dem Pferd hinterherrennt, muß die junge Frau natürlich erst mal den Wauwau suchen gehen. Sie findet allerdings leider nur das völlig zerfleischte Pferd (inklusive Großaufnahme mit Gedärm – daher auch die hohe Altersfreigabe!) und schreit erst mal ein bisschen.
Da sie zufällig die Tauchkumpanin von Takashis Freundin ist, trifft es sich natürlich sehr gut, dass er zufällig auch gerade in dieser Gegend ist. Nachdem er kurz auch den Pferdekadaver begutachtet hat bringt er sie erst mal zurück zum Wohnwagen, in dem beide Mädels wohnen – und den Hund hat er wohl auch wiedergefunden. Die Pferdeleiche hat Takashi wohl in seiner Dinosauriertheorie noch bestärkt, denn er verlangt von seiner (Ex- und jetzt wohl wieder-) Freundin, sie solle zurück nach Tokyo fahren. Sie möchte allerdings lieber noch das Drachenfest mitmachen und fotografieren...das wäre natürlich ein guter Grund für eine lange Diskussion, doch glücklicherweise klopfen in diesem Moment zwei Männer ans Fenster. Die Zwei haben wohl auf Takashis Aussage hin noch mal das Ufer abgesucht, doch der Pferdekadaver ist verschwunden. Eine weitere Suche wollen sie auch nicht machen, da sie für das morgige Drachenfest natürlich noch was vorzubereiten haben. Also muss unser Held halt alleine noch mal ran. Dank seiner exzessiven Taschenlampenleuchterei (ob die X-Files Macher hier wohl abgeschaut haben?) kann Takeshi sogar eine mysteriöse (sic!) Schleifspur im Waldboden ausfindig machen. Bei deren näherer Untersuchung spürt er dann etwas feucht herabtropfen – der Pferdekadaver hängt nämlich im Baum (Schock!)!
Ein neuer Tag beginnt, der Tag des Drachenfestes. Fröhliche Hillbillymusik erschallt und ein lustiger Ansager erzählt "interessante" Geschichten über die Historie des Fujiyama dazu. Nachdem er mit seinem Geschwafel endlich fertig ist, beginnt eine Rockband auf der Festbühne unsere Ohren mit einem schauderhaften Japan-Pop-Geschwurbel zu malträtieren. Den feiernden Menschen scheint es aber zu gefallen, denn es wird getanzt, gelacht und gefuttert, das es eine wahre Freude ist. Die bekloppten Jugendlichen vom Beginn des Filmes sind auch wieder da und erzählen wilde Geschichten vom Monster im See. Takashi sitzt derweil wieder mit Moko Shoe zusammen und grübelt. Während Moko glaubt, dass eine große Schlange das Pferd gemampft haben könnte, so ist sich Takashi ziemlich sicher, dass die Schleifspur vom Schwanz eines Pterodaktylus stammen muss (obwohl der Saurier auf den Zeichnungen, die er Moko zeigt, eindeutig ein Plesiosaurus ist!). Am See kündigt sich derweil neues Unheil an, da die schlimme Popmusik plötzlich vom Monstertheme übertönt wird und auch der unheimliche Schatten im Wasser herumschwimmt. Das Monster scheint auch etwas gegen die Musiker zu haben, denn es zerlegt die schwimmende Bühne durch unterseeisches Anrempeln (der weisse Hai hätte es nicht besser machen können). Das Geschrei der Leute alarmiert auch Takashi und seinen Freund und während sich die beiden zum See aufmachen, taucht eine Finne aus dem Wasser auf und sorgt für große Aufregung. Einige vermuten sogar, dass sich ein weißer Hai im See befindet – ob Takashi diese Vermutung wohl teilt? Die Finne bewegt sich jedenfalls auf das Ufer zu – die Menschen einigen sich erst mal auf gemeinsame panische Flucht. Nur Takashis Freundin scheint noch misstrauisch zu sein, denn sie schießt erst mal in Ruhe ein paar Fotos...und tatsächlich! Kein Hai, kein Monster, sondern nur ein paar Spaßvögel mit einer improvisierten Holzrückenflossenattrappe haben die allgemeine Panik ausgelöst – was für ein Spaß! Das Fest geht also erst mal fröhlich weiter (leider fängt auch die Band wieder an zu musizieren) doch Takashi und seine Freunde fragen sich, wer denn für die Zerstörung der Bühne verantwortlich ist. Die Spaßvögel werden unterdessen von ihrem Komplizen über den allgemeinen Misserfolg ihrer Monsterimitation unterrichtet und sind dementsprechend gefrustet. Das wahre Seemonster ist scheinbar auch nicht sehr erbaut von der Nummer und rächt sich auch sofort mit einer zünftigen Monsterattacke, die den Zuschauer für die äußerst monsterlosen 33 Minuten des Films voll entschädigt. Der Komplize nimmt das Geschehen natürlich direkt zum Anlaß, im Dorf Rabbatz zu machen, doch niemand scheint ihm zu glauben (den Monsterwitz hat er mit seinen Kumpels wohl schon öfters gebracht). Das Monster scheint derweil immer noch recht stinkig zu sein, denn ein paar wackelige POV-Shots im Wald bewegen sich eindeutig auf ein bewohntes Gebäude zu. Bei seiner Attacke geht es auch sehr intelligent vor, da es zunächst den Strom des Hauses abschaltet (wtf?), damit wir nicht zuviel von der duschenden Frau zu sehen bekommen (die japanische Zensurbehörde dankt). Da es inzwischen auch schon etwas dunkel draußen ist, bemerken weder die Pfandfinder, die in der Nähe herumhopsen, noch die sich wieder ankleidende Dusch-Frau das riesige Monster vor dem Fenster – kein Problem, ein klassischer Monsterangriff durch das Dach löst das Aufmerksamkeitsproblem im Nu.
Takashis Ex und ihre Freundin (die Namen der beiden haben wir immer noch nicht erfahren!) sind derweil wieder mit Gummiboot zum Nachttauchen im See. Die Ex (nennen wir sie mal so) taucht diesmal allerdings alleine und ihre Freundin bleibt im Boot. Damit ihr nicht langweilig wird (oder vielleicht um nicht einzuschlafen) stellt sie das Radio an und relaxt ein bisschen, während der Zuschauer dem wohl psychedelischsten Jodelsong der japanischen Popgeschichte lauschen darf (der HAMMER!!). Geheimnisvolles Blubbern im See und das kurze Auftauchen eines dunklen Etwas lassen uns vermuten, dass dem Monster die Jodelmusik auch nicht gefällt. Das arme Mädel wird denn auch umgehend für ihren schlechten Musikgeschmack gestraft, indem sie vom Monster am Bein gepackt und hochgehoben wird. Trotz wildem Geschrei und mehreren Fluchtversuchen zieht sie am Schluß natürlich den Kürzeren und wird in die Tiefe gerissen (inklusive Jaws-Gedächtnis-Blutlache). Endlich taucht die Ex wieder auf, das Radio dudelt immer noch den Jodelsong und die Freundin ist futsch. Wenigstens erfahren wir zur Halbzeit des Films, dass die Freundin Yuki heißt – ist aber egal, die ist ja eh weg vom Fenster! Dies muss auch die Ex erfahren, als sie den halben Torso ihrer Freundin aus dem Wasser gefischt hat (Gore!!).
Wenigstens reagiert der Dorfvorstand schneller als bei Spielberg mit der Sperrung des Strandes auf die Ereignisse und auch die Suche nach dem Monster kommt schnell in Gang. Mit Unterwasserkameras, Funkbojen und Hubschrauber wird das Gewässer untersucht (von einer "wissenschaftlichen Kommission", wie uns ein Sprecher bei dieser Gelegenheit erklärt). Auch ein hochmodernes 360 Grad Unterwasserecholot kommt zum Einsatz, wovon Takashi sichtlich beeindruckt zu sein scheint (warum darf der da herumlungern? Was hat der überhaupt für einen Beruf? Warum ist diese Lusche der Held des Films? Geleistet hat er doch bis jetzt noch nix...). Na wenigstens ist der Professor wieder mit von der Partie, doch der glaubt immer noch nicht an ein Monster. Die Suche hat bisher auch noch kein Ergebnis gebracht, Takeshi aber "riecht schon förmlich Dinosaurier". Vielleicht hat er ja recht, denn auf der anschließenden Notstandssitzung werden einige Fotos von Touristen präsentiert, die verdächtig nach Loch-Ness-Monster aussehen. Der wohl aus England stammende Experte identifiziert das Wesen auch korrekt als Plesiosaurus (diesmal versagt die Synchronisation nicht). Takashi kann passenderweise nun noch einmal von seines Vaters Theorie über eingefrorene Dinosauriereier schwadronieren und sogar der Professor unterstützt plötzlich die These. Es folgt nun die übliche pseudowissenschaftliche Erklärungsszene, die uns weissmachen soll, dass tiefgefrorene Dino-Eier bei Klimaveränderungen auftauen und reanimiert werden (Yeah! Besser als Knoff Hoff Show!). Ausserdem wird das Ganze durch bevorstehende vulkanische Eruptionen und Erdbeben auch noch begünstigt – auch wenn der kausale Zusammenhang des ganzen leider nicht ganz klar wird. Die Suche verläuft weiterhin ergebnislos, als irgendein Typ mit Cowboyhut irgendeinem Polizeioberguru eine Zeichnung eines Flugsauriers unter die Nase hält. Ein Seemonster reicht wohl nicht, denn der Mann ist sich sicher, dass es da, wo´s Dinosaurier gibt auch zwangsläufig einen Flugsaurier geben muss – in diesem Fall ein Ramphorhynchus (wie kommt der bloß auf diese Idee? Hat er im Drehbuch heimlich ein paar Seiten vorgeblättert?). Während wir also kopfschüttelnd versuchen, diesen geballten Unsinn zu verkraften, lasst Takashi die Luft aus den Sauerstoffflaschen seiner Ex. Sie soll nämlich nicht mehr im See tauchen, was ihr allerdings nicht so gut gefällt. Sie glaubt nämlich, dass er bloß ein Monopol auf die Entdeckung des Monsters haben will – natürlich aus finanziellen Interessen. Takashi ist mächtig angefressen und scheuert ihr eine (was für ein unsympathischer Kerl!). Dann hält er ihr einen Vortrag darüber, dass er doch nur einen lebenden Dinosaurier sehen will "so wie ein Tier das andere sieht" (wie bitte? Der Typ hat doch eine Schraube locker!) und dass er erst dann zufrieden ist, auch wenn es sein Leben kostet (das hält man ja im Kopf nicht aus!). Naja, wenigstens bringt diese seltsame Rede die Beiden wieder zusammen und es wird munter geschmust und geküsst (manche Frauen stehen ja auf leicht abgefahrene Typen...).
Am nächsten Tag ist Moko mit dem Cowboyhutmann im Wald unterwegs, wo sie ein Skelett entdecken, während an anderer Stelle Takashi im See abtaucht. Tja, wenn das Super-Echolot versagt, dann muss halt ein echter Mann ran (kicher!). Dummerweise kommt in diesem Moment die Durchsage, dass in 20 Minuten die Polizei einige Sprengladungen im See zünden wird (die verlieren aber keine Zeit – Respekt!). Takashis (nun nicht mehr Ex-) Freundin ist natürlich geschockt und fasst einen Entschluß. Während die Polizei die Wasserbomben im See versenkt, schmeißt sich das Mädel in ihren gelben Taucheranzug und eilt zur Rettung.
Doch die Polizei ist flott dabei und zündet schon die ersten Bomben – Takashi hält sich vor Schreck unter Wasser die Ohren zu. Gottseidank landen die Sprengmeister keinen Volltreffer, so dass Takashi schliesslich doch gerettet werden kann (schade eigentlich). Die Obrigkeit ist derweil schwer enttäuscht, denn das Monster hat man leider nicht erwischt. Dafür haben Takashi und Freundin eine Unterwasserhöhle entdeckt, die natürlich gleich erforscht wird – zur Strafe schwimmt dann auch ein abgetrennter Kopf vorbei – man sollte halt nicht immer so neugierig sein!
Moko und Cowboyhut haben derweil auch eine Höhle gefunden, d.h. Moko ist ausgerutscht und hineingefallen. In der Höhle finden sie (Überraschung!) Dino-Eier und sogar den gewünschten Ramphorhynchus! Der Cowboyhutmann würde sich sicher darüber freuen, wenn ihn selbiger nicht spontan als Zwischenmahlzeit missbrauchen würde. Auch Moko scheint ein Opfer des Sauriers zu werden, oder zumindest macht die Menge der Körperteile und Innereien, die Takashi und Freundin kurze Zeit später in der Höhle finden, diesen Eindruck.
So eine grausige Entdeckung hat natürlich Folgen für die Umwelt. Es ziehen Wolken auf, was die Polizei zu der Überzeugung kommen lässt, dass ein Erdbeben bevorsteht (was sonst?). Zu allem Überfluss fangen die Berge auch noch an zu leuchten und ein bedrohlicher, verdächtig nach Flugsaurier aussehender Schatten bewegt sich auf den Strand zu. Es folgt eine actionreiche Flugsaurierattacke, die sogar mit einer Explosion endet, da einer der Polizisten versehentlich eine am Boden liegende Wasserbombe trifft, obwohl er eigentlich mit seinem Gewehr auf den Flugsaurier am Himmel gezielt hat (wie kann man nur so weit vorbeischiessen?).
Takashi und Freundin haben wenigstens endlich den Ausgang der Höhle erreicht und sind natürlich erleichtert. Die Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer, da plötzlich Dampf aus der Erde schiesst und zu allem Überfluss auch noch das Plesiosaurus-Monster im Wald auftaucht (ich dachte das wäre ein Meerestier...). Unter panischem Gekreische versucht das Mädel, Takashi von dem (nur für ihn) faszinierenden Anblick des Untiers loszureissen. Als die beiden dann schließlich zurück in die Höhle flüchten, beginnt das von der Polizei vorausgesehene Erdbeben (Wasserbomben, Flugsaurier, Plesiosaurier und Erdbeben an einem Tag – die japanische Version von Murphy´s Gesetz!). Der Seeausgang der Höhle wird verschüttet und durch den Landeingang kriecht der Saurier hinein, es besteht also durchaus Gefahr für unsere Helden. Das plötzliche Auftauchen des Ramphorhynchus rettet ihnen jedoch das Leben, denn der Plesiosaurier verlässt die Höhle und stellt sich zum letzten Gefecht. Dieser Kampf hat es dann auch echt in sich: der lange Hals des Plesiosaurus wackelt sinnlos herum, der Ramphorhynchus schaukelt ziellos in der Luft herum und hüpft dann zwischen den Bäumen hin und her, wie ein hyperaktives Känguruh auf Speed! Nach einem waghalsigen Kamikaze-Flugangriff gehen die beiden in den Infight und schenken sich wirklich nichts, während dem Zuschauer erste Lachtränen über die Wangen kullern. Als dann der Plesiosaurier auch noch ein Auge verliert setzt auch das Erdbeben wieder ein. Der Fujiyama fabriziert einen zünftigen Vulkanausbruch, inklusive Lava, Feuersäulen und Erdspalten! Dieser geballten Naturgewalt haben die Dinosaurier natugemäß nichts entgegenzusetzen, die Erde verschlingt sie und auch Takashi und Freundin haben arge Probleme. Als seine Freundin in eine Erdspalte stürzt und sich nur noch mit Mühe an einem Ast festklammern kann, entscheidet sich Takashi spontan dazu, dem geneigten Zuschauer kurz vor Schluß doch noch den Namen seiner Freundin zu verraten: Akiko (sehr gewöhnlicher Name –warum macht der Film bis zum Schluß ein Geheimnis daraus?). Im Gegensatz zu ihrer Freundin Yuki darf Akiko die Verkündung ihres Namens allerdings überleben – in einer dramatischen Rettungsaktion bewahrt Takashi sie (und sich) vor dem Sturz in den Abgrund. Die DVD quittiert dieses Happy End denn auch gleich mit einem fast ebenso dramatischen Codierungsfehler bevor uns ein eingeblendetes "Ende" über ein bisschen Stock-Footage-Lava darüber informiert, dass wir wieder einen japanischen Film ohne Hirnschaden überstanden haben!
Bewertung
Japanische Monsterfilme stehen naturgemäß niemals in dem Verdacht, besonders intelligent oder logisch zu sein. Dieser Film macht da auch keine Ausnahme, doch gerade für einen Film aus den 70er Jahren nimmt er eine Sonderstellung ein. Während vor allem die Godzilla-Filme aus dieser Zeit sehr albern und infantil wirken und auch teilweise gezielt ein junges Publikum ansprechen, versucht "Giganten der Vorzeit" als waschechter Tierhorror durchzugehen. Der Humor ist vollkommen unbeabsichtigt und unfreiwillig , was natürlich auch von der stellenweise äußerst inkompetenten deutschen Übersetzung adäquat unterstützt wird. Besonders auffällig sind vor allem die teils sehr drastischen Goreszenen – gerade die Leichen kurz vor dem Finale sind übel zugerichtet und sogar einige Gedärme liegen in der Höhle herum. Technisch sind die blutigen Einlagen zwar sehr schwach und aus heutiger Sicht auch eher witzig, aber auf jeden Fall bemerkenswert.
Das Drehbuch ist allerdings auch für damalige Verhältnisse sehr dämlich. Tonnenweise Logikfehler und Storylöcher von der Größe eines U-Bahntunnels laden zur munteren Fehlersuche beim Anschauen ein. Die Charaktere, insbesondere der Hauptcharakter Takashi, handeln auch nur selten logisch und scheinen alle einen leichten Dachschaden zu haben... na wenigstens sind die (mittelmäßigen) Schauspieler so zu keiner Zeit mit ihrem Job überfordert. Die eigentlichen Stars des Films sind sowieso die Dinosaurier – und die lassen beim geneigten Kaiju-Fan nun wirklich keine Wünsche offen. Die Puppen bewegen sich völlig unnatürlich, können mit den Augen klimpern und haben auch wunderbar dämliche Gesichtsausdrücke. Besonders im finalen Kampf kann man die unglaubliche Unfähigkeit der Effektkünstler in aller Pracht bewundern – ein echtes Fest für Trash-Gourmets. Die lustige Wirkung der Monsterpuppen wird dabei ständig von dem eingängigen Posaunentheme unterstützt – was mich auch gleich dazu zwingt, den Soundtrack mal hervorzuheben. Neben der standardmäßigen Funky-70ties-Mucke hat der Film einiges an unorthodoxer Filmmusik zu bieten. Das Monstertheme allein ist schon witzig, doch wenn dann die Band auf dem Dorffest loslegt, dann bleibt kein Auge trocken. Es gibt nun mal kaum etwas witzigeres als Asiaten in Cowboykluft, die Hillbilly.Musik spielen! Der Jodelsong aus dem Radio, der die erste Plesiosaurus-Szene einleitet ist so unsagbar grausam schlecht (Adjektiv-Overkill!), dass man spätestens beim zweiten Ansehen unwillkürlich mitjodelt – besonders unter Alkoholeinfluß ein absoluter Kneipenhit! Ich könnte jetzt noch weiter die miese Ausstattung und die schrecklich schönen 70er-Jahre Klamotten heruntermachen und mir noch seitenlang den Mund fusselig reden, aber eigentlich dürfte die besondere Qualität dieses Streifens inzwischen jedem klargeworden sein.
Nun also (doch) noch ein wenig zu den negativen Seiten dieser Zelloloidvergewaltigung. "Normale" Kaiju-Fans werden vor allem die fehlenden Stadtverwüstungsszenen bemängeln und natürlich gibt es auch kein minutenlanges Monsterwrestling zu sehen (der Endkampf zählt nicht zwangsläufig zur Kategorie "Vollkontaktsport" ). Freunde des ernsthaften Tierhorrors (denn dieses Genre hatte der Regisseur unzweifelhaft im Visier) werden mit dem Streifen ebenfalls nicht glücklich – dazu ist er einfach zu dämlich. Die erste halbe Stunde ist auch nicht gerade als actionreich zu bezeichnen, man muss schon viel Spaß an den vielen schrägen Details und Bildspielereien mitbringen, sonst langweilt man sich zu Tode. Qualitätsfanatiker werden zusätzlich noch von der miesen deutschen DVD-Auswertung abgeschreckt. Verfälschte Farben (starker Blaustich) , schlechte Kompression und einige Masterfehler können einem den Spaß schon verderben, gelegentliche Drop-Outs beim Sound stören leider ab und an den Genuss der Musik. Allerdings liegt die Scheibe auch im unteren Preisbereich – da kann man bei so einem Spartenfilm auch nicht unbedingt eine DTS-digital-remasterte Super-Duper-SE-Doppel-DVD erwarten, oder?
Wer sich also an diesen Minuspunkten nicht stört und in fröhlicher Runde mal einen richtig missglückten Horrorfilm aus Fernost verreissen möchte, der wird mit "Giganten der Vorzeit" erstklassig bedient. Fans des asiatischen Trash-Kinos und Kaiju-Komplettisten kommen um einen Kauf sowieso nicht herum...
Kurz gesagt: Trash-Fans, die nicht eine völlige Abneigung gegen solche Filme haben, können bei dieser Low-Budget-DVD eigentlich keinen Fehlkauf machen – viel Spaß für wenig Geld mit Kopfpatsch-Garantie!
(c) 2008 Myunji_hausen









BIER-SKALA







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