Grosse Badmovies Ninja Special, Das

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DAS GROSSE BADMOVIES NINJA SPECIAL


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VORWORT


Werte Gemeinde, wir wollen es hier offen und ehrlich sagen: Trashmoviefans sind gelegentlich ein seltsames Völkchen. Da erzähle ich jedem, der auf diese Seite kommt ohne von der FSK zu sein oder eine psychologische Studie betreibt, nichts Neues. Was dem einem der Serbokroatische Science-Fiction-Kurzfilm, ist dem anderen Softporno aus Turkmenistan und dem Dritten Ninja-Filme aus der Esse Godfrey Hos und den Banditen von IFD / Filmark.

Was aber macht den Ninja Fan aus? Was formte ihn (weil es unter Ninja-Freaks bekanntlich keine „sie’s“ gibt)? Welche Qualitäten muss er mitbringen und welche tunlichst vermeiden? Wo muss er herkommen und was muss er gehabt haben? Zum ersten: ein lebenslängliches Faible für alte Kung Fu- und Eastern-Schoten, umso billiger und schundiger, umso besser. Zum zwotten: eine fast krankhafte Passion für Comicheftchen, Superhelden, Werwölfen, KISS-nur-in-Make-up, oder sonstiges, dass die Eltern und (normale) Erwachsene als ‚Realitätsfremd’ einstufen. Zum dritten: eine bedingungslose Ablehnung von Qualität und Realität!

In den seltenen Fällen, in denen der Ninja-Fan mit der Außenwelt in Kontakt kommt, wird er oft gefragt: „Warum guckst du diesen debilen Mist überhaupt an? Jeder Teil gleicht dem nächsten doch wie ein Ei dem anderen“. Diese Behauptung wird meistens mit der Erkenntnis quittiert, dass andere halt Wiener Würstchen oder Zigaretten mögen; und die schmecken doch auch alle gleich.

Wichtig ist auch die Reinfolge mit der man seinen Geschmack schärft: es empfiehlt sich, sich mit einem amerikanischen (weil etwas weniger debil als ihre asiatischen Counterparts) Produkt der Marke AMERICAN NINJA (AKA AMERICAN FIGHTER) oder AMERICAN WARRIOR zu entjungfern. Als dann wage man sich ans Eingemachte, namentlich ein Produkt aus der Schmiede IFD / Filmark zu Hongkong. In meinem persönlichen Fall sprach der Guru in der Videothek, „mein Sohn, gehe und pfeife dir NINJA TERMINATOR rein“. Muss dazu erwähnt werden: es war Mitte der 80er Jahre, der Ort ein ostafrikanisches Kaff, das sich Hauptstadt einer Bananenrepublik schimpft und Videotheken gab es zwei an der Zahl, beide von Indern betrieben. Man hatte die Qual der Wahl: entweder einen der rund 3000+ Bollywood-Filmen im Angebot (was bekanntlich zu Augenschrumpfung und Verdauungsstörungen führt), eine schwarzweiße Kopie von TRON oder ein Video von FREITAG DER 13te, Teil 3 (die nicht funktionierte weil komplett verdreckt). Oder eben etliche Ninja-Filme, darunter NINJA TERMINATOR . So ward es also geschehen und mein Glück ward gemacht.



ETYMOLOGIE


Zunächst ein kleiner Chinesischkurs: in China (inklusive Hongkong, Macao und Taiwan) muss der reisende Europäer nur ein einziges Wort kennen. „Gwailo“. „Gwailo“, das sind ohne Variationen „wir“, obwohl das Wort verschiedene Bedeutungen hat (zum Beispiel: „verfluchte Langnasen“, „bleiche Fischbäuche“ oder „flemdel Teufel / Affe“). So werden „Gwailo“-Touristen traditionell von schuh- und zahnlosen Bettlern begrüßt, die sich selbst dazu gratulieren, dass sie keine „Gwailos“ sind (und dabei herzhaft ausspucken). Fügt der Chinese dem herzlichen „Gwailo“ noch das Wörtchen „Mo“ hinzu, so wird aus dem Ausdruck eine Beleidigung. Der Rest der Kommunikation wird üblicherweise per Zeichensprache erledigt (Offene Hand = „Du zahlen“, Wedelnde Hand = „Du dich verpissen“, geschlossene Faust = „Du wollen plügel, du Hund?“, etc).

Laut Produzent Godfrey Ho bedeutet die korrekte Übersetzung des Wortes „Gwailo“ in etwa „lebendes Möbelstück, das man füttern muss“ (obwohl Ninja-Darsteller Bruce Baron, der fließend Kantonesisch spricht, angab, dass Ho statt dem Wort „lebendes“ meist „hässliches“ benutzte). Außerdem war es mit der Fütterung der Gwailos am Set von IFD nicht hoch her (davon aber später noch mehr).

Wir werden diesem Wort im Zuge unserer Geschichte noch öfter begegnen.



HISTORIE


IFD FILMS / FILMARK



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Meister Godfrey Ho hatte einen Traum: quasi als filmtechnischer Alchimist wollte er Scheiße in Gold verwandeln. Ho hatte das Filmhandwerk, unter anderem als Assistent und Chauffeur von Meister Chang Cheh, von der Pike auf gelernt. Aber warum die viele Arbeit, wenn es doch leichter und schneller gehen könnte? Nein, ehrliche, harte Arbeit war die Sache Hos nie gewesen. Es war zu jener Zeit bei den Shaw Brothers Studios, wo Ho einen gewissen Joseph Lai kennen lernte. Dessen Vater kaufte seinem Sohnemann und seiner Tochter Betty 1979 eine bankrotte Filmfirma, und Ho schlängelte sich in das Geschäft wie das biblische Reptil, indem er Betty ehelichte. Man beschloss, gemeinsam IFD Films & Arts aus der Taufe zu heben. Ursprünglich produzierte Ho billigste Martial Arts Filme, darunter IM AUFTRAG DER TODESKRALLE, EAGLE VS SILVER FOX und TODESGRÜSSE VON BRUCE LEE, meist mit diversen Klonen und Doppelgängern von Bruce Lee gedreht. Viele davon waren nicht unbedingt schlecht. Die meisten waren auch nicht unbedingt gut, also sagen wir mal durchschnittlicher Hongkong-Schrott.

1984 war ein schicksalsschwangeres Jahr für IFD: Der Legende zufolge wurde Joseph Lai, während eines Besuches im sonnigen Cannes inspiriert. Da er beim Festival ohnehin für keinen Filmpreis nominiert war, tingelte Lai durch die lokalen Videotheken, und bemerkte, dass Filme wie ENTER THE NINJA (zu Deutsch: NINJA – DIE KILLER-MASCHINE) reißenden Absatz fanden. Lai und Godfrey Ho rochen das Potential sofort und da der Protagonist von ENTER THE NINJA ein Gwailo namens Franco Nero war, musste Ho nur Eins und Eins zusammenzählen (Gwailos sehen bekanntlich alle gleich aus, solange sie einen Schnurbart tragen) und gedachte eines eurasischen B-Movie Schauspielers, denn er in den Shaw Brothers Zeiten kennen gelernt hatte: Richard Harrison, wie Nero ein Veteran des Spaghettiwestern. Und mit jenem Gwailo Harrison produzierte er DER NINJA (Englischer Titel: NINJA THUNDERBOLT; im Original: ZHI ZUN SHEN TOU).



Das Filmchen wurde ein finanzieller Gewinn, was weniger mit der Qualität als mit Godfreys recht unorthodoxen Methoden der Produktion zu tun hatte: Ho sammelte Restmaterial von Billigfilmen aus dem asiatischen Raum (Taiwan, Korea, Japan, wurscht woher, solange er nicht zahlen musste), denen entweder das Budget ausgegangen war – beziehungsweise munkeln böse Zungen, dass er sich die Filmreste direkt aus den Abfalltonnen der Studios gefischt hat. Bei seiner Suche war Ho nicht unbedingt wählerisch, benahm sich wie der Fuchs im Hühnerstall und grabschte, was ihm gerade in die Finger kam. Ob ausgemusterter Actionfilm, Horrorfilmplagiat, gerne auch mal einen Kriegsfilm, eine Seifenoper aus den Philippinen oder ein Sozialdrama aus Thailand, und waren dann noch die eine oder andere Nacktszenen dabei, so dankte Ho den Geistern seinen Ahnen für die großzügige Spende.

Dann drehte er kurze Sequenzen, die eine Rahmenhandlung darstellen sollte, in denen die Gwailo Akteure (im Falle DER NINJA Richard Harrison und John Ladalski, später einer Armee von „Schauspielern“, sprich Rucksacktouristen und in Asien gestrandete Gestalten, die Ho buchstäblich an den Strandkneipen Hongkongs anheuerte). Ho verpackte sie in kunterbunte Ninja-Kostüme, und ließ sie grimassieren und chargieren, was das Zeug hielt. In einem Paralleluniversum würde man vermutlich „Exposition“ dazu sagen. Dann mussten sich die vermeintlichen Ninjas gegenseitig mit diversen, exotischen Waffen massakrieren (hier wurden sie dann offensichtlich mit chinesischen Stuntmen vertauscht). Das Zeugs wurden dann mit der Haupthandlung zusammen geschnitten, neu synchronisiert um den Anschein zu erwecken, der Film hätte etwas mit den Ninja-Szenen zu tun.

Als Krönung des Ho‘schen Eintopfes klaute der Regisseur danach noch die Soundtracks zu so diversen Filmen und Serien wie MIAMI VICE, STAR WARS / STAR TREK, aber auch Material von Gruppen und Komponisten wie Wendy Carlos, Vangelis, Pink Floyd und Tangerine Dream. In Fachkreisen spricht man auch von der „Godfrey Ho’schen Cut & Paste Technique“.


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“NIIIIN-SCHA!!!!“
„Wie oft soll ich’s dir noch sagen, das heißt Ninja! NIIIIN-JA!!“
„NIIIIN-SCHA!!!!“


In den nächsten fünf Jahre sollte Perlen wie NINJA TERMINATOR, DIAMOND NINJA FORCE, RAGE OF THE NINJA, NINJA IN THE KILLING FIELDS, GOLDEN NINJA WARRIOR, NINJA EXTERMINATOR, NINJA – CHAMPION ON FIRE, NINJA SQUAD, NINJA THUNDERBOLT II – THUNDER FOX (da hat’s aber gethundert), BIONIC NINJA, NINJA SHOWDOWN, NINJA EAGLE, NINJA CHAMPION, NINJA DRAGON, FRAUENCAMP DER NINJA, Ninja vs Mafia, Ninja Invasion, Ninja: Licensed to Terminate, Ninja the Protector, … folgen.

Irgendwann erschien ein vermeintlicher Konkurrent mit Filmen wie CLASH OF THE NINJAS und NINJA: AMERICAN WARRIOR an der Hongkonger Skyline: Filmark International. Filmark wurde vermeintlich von Thomas Tang gemanagt. Wir heben das „vermeintlich“ hervor, denn es wurde gemunkelt, dass Tang nichts weiter als ein Angestellter und Büttel von Strippenzieher Godfrey Ho war. Beweis dafür: Ho war Regisseur der meisten Filmark Ninjafilme und auch die Crew und Besetzung war meist identisch. Fern sei es von uns, dem Meister irgendetwas zu bezichtigen, aber man könnte auch sagen: Er hat die (damals noch britische) Steuer übers Ohre gehaut und doppelt abgesahnt. Ob dies wirklich so war, wird wohl für immer ungeklärt bleiben: 1996 brannte das Büro von Filmark aus, eine Katastrophe die 40 Menschenleben forderte, darunter Thomas Tang, der seit dieser Zeit für eine Befragung nicht mehr zur Verfügung steht (und Godfrey Ho hält nach wie vor dicht).

Nachdem ihm klar wurde, dass Ho ihn, Gott und die Welt übers Ohr gehauen hatte, zog Richard Harrison Resümee und beschloss, Ho, Hongkong und der Schauspielerei an sich (zumindest für eine Zeit) den Rücken zu kehren. Wir würden gerne berichten, dass sich Ho und Harrison in aller Freundschaft getrennt haben. Die Wahrheit sah wahrscheinlich anders aus, und Harrison verabschiedete sich, indem er den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger steckte, den Daumen in einer obszönen Geste hin und her rieb und Ho dabei ein von Herzen kommendes „Mangia merde e morte, Vaffanculo!“ entgegenschmetterte. Ho war es relativ egal: er besetzte seine Streifen einfach mit Look-Alikes und genügend „Stock-Footage“ von Harrison war auch noch vorhanden, um „Meister Gordon“ mit einem gelegentlichen Auftritt in einem Backflash (meist beim Telefonieren) zu integrieren.

1990 war die Ninja-Weißwurst dann endgültig ausgezuzelt und der Rubel rollte deutlich langsamer; für Ho ein Indiz, dass es an der Zeit war, die Ninja Kostüme dem hungrigen Heer der Motten zu überantworten. Er sch(m)iss noch schnell NINJA THUNDERBOLT II – THUNDER FOX (aka THE NINJA EMPIRE, mit Mike Abott) auf den Markt und machte sich auf die Suche nach neuen Herausforderungen. Ho entsagte seiner „Cut & Paste“ Methode; nach NTII – THUNDER FOX kamen dann noch eine handvoll Kiddie-kompatibler Ninja- und Kung Fu-Komödien (THUNDER NINJA KIDS), Kickbox-Actionstreifen (KICKBOXER FROM HELL) und eine Fortsetzungen des berüchtigten Exploitation-Klassikers MEN BEHIND THE SUN, LABORATORY OF THE DEVIL und MARUTA 3 – DESTROY ALL EVIDENCE (praktisch ein Remake von MBtS).

1993 setzte sich Ho sogar noch ein zweites Denkmal als er UNDEFEATABLE mit Cynthia Rothrock drehte, der die amtlich schlechteste Kampfszene aller Zeiten beinhaltete und Ho endgültig auf eine Stufe mit Ed Wood, Oliver Krekel und Uwe Boll stellte. Dann kam eine Truppe chinesischer Teufel und Dämonen vorbei, und zerrten den nach Gnade winselnden Godfrey in die Hölle.


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Doch, doch, der Demon-Ninja hat ihn geholt,“
so wahr ich Otto Fischbein heiße!



Hier noch mal die wichtigsten IFD Ninja-Zyklen:


DIE “GOLDEN NINJA”-SAGA



NINJA TERMINATOR



Die wohl bekannteste Saga aus dem Hause IFD ist die vierteilige „Golden Ninja“-Saga, die mit NINJA TERMINATOR ihren Anfang fand. Außer der zierlichen kleinen Ninja Statue (siehe oben), der Godfrey Ho’schen Cut-and-Paste Technik und den Mitwirken von Richard Harrison und seinen Gwailo-Lookalikes hatte keiner der vier Teile etwas gemein. Es kann an Jaguar Wongs ultracoolen Heckscheibe oder Ninja-Meister Gordons legendären Garfield-Telefon gelegen haben (vielleicht war’s auch einfach Ninja-Magie), aber für die meisten Fanatiker ist NINJA TERMINATOR der Ninja-IFD-Kultfilm schlechthin.


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Die coolste Socke unter 1,000 Sonnen:
JAGUAR WONG!



GOLDEN NINJA WARRIOR


Das lustige Klimpern von Geldmünzen animierte Godfrey Ho zu einer Sequel, GOLDEN NINJA WARRIOR. Der Film wird von der finalen Kampfszene aus NINJA TERMINATOR eröffnet, in der uns offenbart wird, dass das Ninja Imperium nur dann gerettet werden kann, wenn die goldene Statue zurück nach China gebracht wird. Schlechte Karten für das Imperium, denn danach wird das Figürchen mit keiner Silbe mehr erwähnt …


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… was natürlich der bitter-pösen Ninjameister
mit einem bitter-pösen Grinsen befürwortet.



Der Film gilt als Exot unter den IFD / Filmark Sortiment: zum A)ten ist er eine der wenigen, die komplett individuell produziert wurde (also, ohne auf „ausgeliehnes“ Filmmaterial auszukommen), und zum B)ten glänzt Richard Harrison einzig durch Abwesenheit. Stattseiner spielt der Haupt-Gwailo ein gewisser Donald Owen (NINJA KNIGHT: THUNDERFOX, RAGE OF A NINJA).


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Richard Harrison? Nein, ist größer.
Pornolegende John Holmes? Ne, ist kleiner (*zwinker*).
Donald Owen? Scheißegal, gucken die Langnasen nicht sowieso alle gleich aus?



DIAMOND NINJA FORCE



Ninja-Meister Gordon, seine Ninjagoldpuppe und Hos Cut-and-Paste Methode kehren zurück (diesmal mit Szenen aus einem unfertigen POLTERGEIST- / ENMITY-Plagiat aus Südkorea oder Hongkong, so genau weiß das niemand mehr). Hier muss sich Meister Gordon gleich mit zwei Problemen herumschlagen: zum ersten, Rache an seinem Erzfeind Kogan (Tao Chiang), der seine Frau ermordet hat, und dessen Spießgesellen nehmen (hier die Ninja-Sequenzen), zum anderen die Familie eines Freundes helfen, die ein verfluchtes Grundstück geerbt haben, auf dass das Ninja-Imperium scharf ist und der Familie, inklusive dem kleinen „Bobo“, eine Ninja-Hexe an den Hals gesetzt haben (jene Szenen stammen aus einem geräuberten Horrorfilm, durchsetzt mit einem milden Hauch von Erotik – oder was man in Korea dafür hält).

Für die musikalische Untermalung hat Meister Ho es sich nicht nehmen lassen, sich an den Songs von The Who und Kraftwerks „Trans Europe Express“ zu bedienen. An Debilität und Schwachsinn steht der Streifen dem Erstling in nichts nach und gilt alleine deshalb schon als einzige „true“ Sequel zu NINJA TERMINATOR.



THE ULTIMATE NINJA


Das Grand Finale ist in Deutschland unter dem Titel DAS TODESDUELL DER NINJA erschienen und ist das letzte Mal dass wir den lustigen kleinen Ninja-Troll zu Gesicht bekommen sollten.


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@ Highlight Video / IFD Films
(falls es jemanden jucken sollte)



Kurz und Sinnfrei: Böser, schwarzer Ninja (Stuart Smith) versucht die goldene Ninja-Statue abzustauben und wird vom guten, roten Ninja (Bruce Baron, da Richard Harrison den IFD Stall bereits verlassen hatte) daran gehindert. Dazwischen noch die Mär einer Großfamilie, die sich gegen lokale Gangster verteidigen muss und einen Sohn, der seinen ermordeten Vater rächen will. Jene Szenen sind aus irgendeinem thailändischen Thriller „entliehen“.



DIE “NINJA THUNDERBOLT”-SAGA (die keine war)



Schon vor dem ersten IFD Ninja Film hatten Ho und Lai Pläne für einen THUNDERBOLT Film; das Endresultat SCORPION THUNDERBOLT (in Deutschland als DAS SCHLANGENMONSTER erschienen) wurde einer Melange aus „Cut & Paste“ mit Richard Harrison, und dem koreanisch-taiwanesischen Monsterfilm GRUDGE OF THE SLEEPWALKING WOMAN (1983, aka GRUDGE OF THE SNAKE WOMAN), erschien aber erst nach NINJA THUNDERBOLT.


DER NINJA – NINJA THUNDERBOLT



Dann kam der schon besprochene DER NINJA – NINJA THUNDERBOLT, und alles war wieder in Butter. Lai hatte Rechte und Material von TO CATCH A THIEF (Korea/Taiwan/Japan, 1983) mit Yasuaki Kurata, Barbara Yuen und Wong Tao) eingekauft, sowie dem 1978er TWO IN A BLACK BELT, die für etwa 10 Sekunden einen blutjungen Jackie Chan zeigen (und die Godfrey Ho prompt in DER NINJA verwurste).


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NINJA THUNDERBOLT … inklusive Kung Fu Superstar Jackie Chan
(für zirka 10 Sekunden, sowie dem Schatten von Chuck Norris und einer Locke,
die Joseph Lai einst auf Bruce Lees Kopfe stahl)



Es folgten die Actionfilme MISSION THUNDERBOLT (mit Harrison Look-alike Jonathan Stierwald), MAGNUM THUNDERBOLT (aka MAJESTIC THUNDERBOLT, wieder mit Harrison), INFERNO THUNDERBOLT (Harrison und Pierre Tremblay), die aber alle denkbar wenig Ninjas beinhalten und daher von den meisten Fans verschmäht wurden. Also kehrte Ho zu seinen Leisten zurück und quetschte erneut Gwailos in farbige Ninja-Kostüme.



DIE “NINJA OPERATION”- und
“NINJA KNIGHTS”-SAGAS
(die keine waren)



NINJA DRAGON



Man nimmt an, dass NINJA DRAGON „back-to-back“ mit NINJA TERMINATOR, DIAMOND NINJA FORCE und NINJA THE PROTECTOR gedreht wurde (die Ninja Kostüme legen dies zumindest nahe). Wieder mal muss sich Richard Harrison in Camouflage gegen einen finster drein-stierenden Ninja Paul (Paulo Torcha), den er bei einem Pokerspiel abgezockt hat, wehren. Dies führt zu einem Krieg zwischen zwei verfeindeten Gangsterclans in Nadelstreifenanzügen aus den 1950er Jahren (die Hintergrundgeschichte stammt aus dem Taiwanesischen Gangsterfilm DARK TRAP), wo es Harrisons „Freund“ Dragon aber trotzdem gelegentlich schafft, mit Harrison telefonisch – vermutlich durch ein Raum-Zeit-Kontinuum – zu kommunizieren.


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„Bruce Stallion, get it? BRUCE LEE! SYLVESTER STALLION,
ähm, STALLONE! Get it?“



Muay Thai Champion Torcha gibt hier den Protagonisten und hat sein Synonym natürlich von Bruce Lee und Sylvester Stallone zusammengeklaut (aus einer Zeit, als sich der Sly noch „The Italian Stallion“ nannte und sein Debüt in dem Pornostreifen PORNO PARTY AT KITTY gab). Als kickboxender Van Damme Kontrahent in BLOODSPORT sollte Torcha später zu geringem Ruhm kommen, und wurde in kleineren Nebenrollen in Filmen wie PREDATOR 2, DER TOD STEHT IHR GUT, STRANGE DAYS und der Realverfilmung von FIST OF THE NORTH STAR besetzt.


DER SCHWARZE TIGER


1987 war praktisch noch Halbzeit im Hause IFD und noch machte man unbeirrt weiter mit den Cut & Paste Produkten: Hier, in NINJA OPERATION – KNIGHT AND WARRIOR (aka NINJA: SILENT ASSASSIN), zum seltsamerweise passenden MIAMI VICE-Soundtrack von Jan Hammer, wird die Geschichte des Ninjapolizisten Alvin (Alphonse Beni) erzählt, dessen Frau und Informantin vom bitterbösen Ninja Rudolph (Stuart Smith) ermordet wurde, und der mit Hilfe Ninjameister Gordon (Richard Harrison) Rache nehmen will. Unter den bösen Ninjas tun sich vor allem Paulo Torcha und Grant Temple in Grimassenschneiderei hervor. In der Parallelgeschichte geht es um irgendein Straßenkind, das den Mörder seines Vaters sucht.


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„Variation“ ist das Zauberwort, das Serien am Leben hält. Das hat auch
Meister Ho verstanden, und gesprochen: „Mehr Farben her!“



BIONIC NINJA


Richard Harrison saß zu dieser Zeit schon im sonnigen Rom, und Mike Abbott (in seinem dritten Auftritt in einem IFD Fetzen) gab den schuftigen Ninja. Ho und Lai begehen den Faux-Pas, die Gwailo-Ninjas zwar etwas länger auftreten zu lassen, jedoch zum Grossteil ohne Maske und Kostüm. Außerdem, dass sich die Kontrahenten sich statt mit rasiermesserscharfen Katanas, mit Revolvern gegenüber stehen. Wollte man den Zuschauer etwa verarschen? (Ach, was frage ich überhaupt?) Die Taiwanesische Seite der Geschichte handelt von einem Drogen- und Prostitutionsring, einer streitbaren Detektivin und, was nackt- und Sexszenen angeht, ist die unzensierte Fassung einer der freizügigeren IFD-Streifen.


NINJA COMMANDMENTS


Obwohl dieser nicht mehr im IFD Stall graste, hatten Ho und Lai (der hier auch Regie führte) noch genügend Material um Ninja-Meister Gordon einen Auftritt in NINJA COMMANDMENTS zu „erlauben“. Leider war es nicht viel Material, und die Ninja-Auftritte sind auf ein Minimum reduziert. Stattdessen bekommen wir ein ziemlich weinerliches Sozialdrama, irgendwo in der taiwanesischen oder thailändischen Pampa, irgendwas von Bauern, Dorftrotteln und Hühnerdieben und einer verunstalteten Mutter, die ihren leiblichen Sohn als Dienerin aufzieht. Wie also die Ninja-Geschichte in dieses herzerweichende Dramatikum mit einbauen? Nun, Meister Godon befindet sich auf Ninja-Island, von wo das „Silver Ninja Imperium“ gerade zwei Ninjas verbannt hat, die außerehelichen Sex hatten (!). Außerdem irgendwas von einem gestohlenen, magischen Schwert. Was muss ich murmeln hören? „Der lügt, der THOR“? – „Zuviel Schrott geglotzt, weiß nicht mehr was er redet, der THOR“? Bitte, bitte, nehmen wir also DIESES in die Beweisführung auf:



Ching, chang, chung; der Ho der ist nicht dumm …


DER US-AMERIKANISCHE NINJA-FILM


Siehe OCTAGON – DIE RACHE DER NINJA, AMERICAN NINJA, NINJA WARRIOR, ENTER THE NINJA, REVENGE OF THE NINJA, NINJA III: THE DOMINATION, FORCE OF THE NINJA, SAKURA KILLERS, LETHAL NINJA, THE HUNTED, RAGE OF HONOR.


Technisch gesehen, haben es (mal wieder) die Amis als erstes gerochen, dass Filme mit Ninjas nicht nur nach Inkompetenz und geistiger Armut stinken, sondern auch nach harten, schnellen Dollars. Schon 1967, in MAN LEBT NUR ZWEIMAL durfte ja Superagent James Bond 007 Seite an Seite mit den maskierten Mordbuben kämpfen. James Caan musste in DIE KILLER ELITE (1975) etliche der Kimonokiller mittels Schrotflinte in den Ninja-Himmel schicken und 1980 war es an Chuck Norris, in OCTAGON – DIE RACHE DER NINJA, die Vermaskierten zu Kleinholz verarbeiten. Sicher kein Highlight in der Vitta von St. Chuck aber, hey, Chuck Norris UND Ninjas!


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Wo Golan-Globus draufsteht,
ist auch schnelle Kohle drin.


Trotzdem reichte das alles noch nicht aus, um aus dem Ganzen ein eigenständiges Genre zu machen. Dazu sollte es erst ein Jahr später mit NINJA – DIE KILLERMASCHINEN (Original: ENTER THE NINJA) kommen. Franco „The Real Django“ Nero gibt den weißen (weil guter) Ninja, Sho Kosugi (gelb in schwarz, ipso der Böse) in seinem US-Debüt und auch Zachi Noy (EIS AM STIEL) hatte eine kleine Rolle als schmieriger Gangster und Comic-Relief. (Und wer ganz genau hinsieht, der wird einen jungen Michael Dudikoff als einen der Henchmen des Oberschurken erhaschen). Technisch und dramaturgisch kein Feuerwerk, hat es wohl aber eigenständig geschafft, alle die uns bekannten Ninja-Attribute (Ninja-Magie, Waffen, Kostüme, etc) Salonfähig zu machen. Und der Film beinhaltete eine der spektakulärsten Sterbeszenen, die heuer noch durch YouTube geistert:


So stirbt ein Mann! „Oh f**k, I’ve been hit!
No! I’ve been poisoned! I’m DYING … I…
I… don’t give a shit” (*krepier*)


Im Kino war NINJA – DIE KILLERMASCHINEN kein überwältigender Kassenerfolg, bekam aber durch Mund-zu-Ohr-Propaganda einen „guten Namen“ bei den VHS-Freaks und machte zumindest Sho Kosugis zum Held von US-Ninja Filmen wie RÜCKKEHR DER NINJA (1983) und PRAY FOR DEATH (1984), sowie Antagonist der kurzlebigen TV-Serie NINJA THE MASTER (1984, wo er neben der reanimierten Schnapsleiche von Lee Van Cleef den Bösewicht spielte).

Zum Erfolg kam noch hinzu, dass 1980 der Roman „Der Ninja“ von Eric Van Lustbader auf beiden Seiten des großen Teiches zu einem Besteller wurde und damit erst recht das Interesse der Massen an den japanischen Auftragsmördern schürte. Warum die Buchreihe bis dato nicht verfilmt wurde, bleibt ein Mysterium.

Der Ninja-Boom hob in den Staaten 1985 mit AMERICAN NINJA (zu Deutsch: AMERICAN FIGHTER) komplett ab und der Weg in die heimischen Kinderzimmer ward geebnet. Seien es als mutierte, pizzafressende Reptilien, Zeichentrickserien wie Hasbros „G.I Joe“ (obwohl das Wort Ninja nie explizit erwähnt wurde), „Masters of the Universe“-Spielzeug. später auch in TV-Serien wie „Mighty Morphin Power Rangers“, für die jungen Gemüter gab es fast keinen Weg mehr um die maskierten Kampfmaschinen herum. Selbst in etablierten Medien, etwa den „Batman“-Comics (und in jüngerer Zeit im Reboot BATMAN BEGINS) hielten die Shinobi Einzug.


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Sieht im Moment noch nicht nach viel aus
aber in 10-15 Jahren könnte aus dem Kerlchen
ein passabler Meuchelmörder werden.


Mitte der 90er Jahre hatte der Spuk vorläufig ein Ende, und endete (fast) da, wo er angefangen hatte: bei AMERICAN NINJA 5 (1993). Wieder, wie seit Teil Drei und mit teilweiser Ausnahme von Teil Vier, ohne Michael Dudikoff und den viel zu früh verstorbenen Steve James, dafür aber mit einem – wie üblich – Farb- und Charisma-freien David Braddley und einen Gastauftritt von „Mr. Miyagi“ Pat Morita. Die Reihe hatte sich seit dem dritten Teil bereits selbst ausgelutscht, und war inzwischen zu einer Mischung aus Fantasy-, Comedy- und Kinderfilm degeneriert. Zu Recht gilt der Streifen als einer der schlechtesten Martial Arts Filme, die je produziert wurden und sich, je nach Witterung, auch gerne auf der „Bottom-100“-Liste von IMDB wiederfindet (und das alleine will schon etwas heißen).


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SAKURA KILLERS und Chuck Connors ist niemand geringerer als
„Le Colonel“ (obwohl man ihm seine 120+ Lebensjahre
leicht angemerkt hat).



DER JAPANISCHE NINJA-FILM


Siehe A BAND OF NINJA (SHINOBI NO MONO) , SHOGUNS NINJA, NINJA WARS, CASTLE OF OWLS, SHOGUN ASSASSIN, FEMALE NINJA MAGIC: SAMURAI REINCARNATION, 100 TRAMPLED FLOWERS, AZUMI, SENGOKU YARO (WARRING CLANS)


Das der erste Ninja-Film der Filmgeschichte – KOGA UNON NINJUTSU KAGARYU aus dem Jahre 1916 – aus dem Heimatland der maskierten Auftragsmörder stammt, ist nicht weiter verwunderlich.

Ihre Glanzzeit hatten die Ninja (oder auch „Shinobi“ genannt, obwohl der Begriff im Medium Film meist auf einen weiblichen Ninja hinweist) zwischen dem kriegerischem 15ten und 17ten Jahrhundert, wo man sie aus den Provinzen Iga und Koga gerne als Spione, Saboteure und natürlich für den allseits beliebten Meuchelmord anheuerte. Danach verschwanden die Ninja für längere Zeit aus der Geschichte des feudalen Japan. Während der Meiji-Restauration, als sich das Kaiserreich langsam begann, sich dem Westen zu öffnen, folgte ein zweiter „Boom“, der die maskierten Agenten allerdings als mystifizierte Sagengestalten zeigte, die der Magie mächtig waren und sogar die Elemente beherrschen konnten. Als bestes Beispiel dafür sind Animes und Mangas wie etwa NINJA SCROLL oder NINJA RESURRECTION, die sich in Japan (und inzwischen natürlich auch außerhalb) reger Beliebtheit erfreuen. Mit den historischen Ninjas, die zum Großteil arme Bauern und Pöbelpack waren, die sich mit selbstgeschusterten Waffen gegen schlechtgelaunte Samurai wehren mussten, hat das freilich nicht allzu viel gemeinsam.

Es mag an ihrem schlechten Ruf als „Anti-Samurai“ liegen, aber seltsamerweise kommt nur ein kleiner Prozentsatz der mit dem Logo ‘Ninja’ versehenen Filme aus dem ursprünglichen Heimatland der Assassinen. Könnte auch damit zu tun haben, dass die in japanischen Filmen portraitierten Ninjas den originellen gleichen (und somit für uns, die wir ja nur die Gwailo Ninjas aus Hongkong kennen, praktisch unkenntlich) oder als quasi-dämonische Zauberer und übersinnliches Gelichter bezeichnet wird. Also lasst es euch gesagt sein: echte Ninjas tragen keine Gesichtsmasken – die tragen riesige Reiskrauthüte bei denen Lord Helmchens Kübel im Vergleich wie ein Fingerhut wirkt.


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NINJA WARS – jetzt haben wir leider den Moment verpasst,
wo Sunnyboy-Sanada sein Mäulchen öffnet und
sein Kaugummiartiges Gebiss präsentiert …
… dass einem das Speien kommen möchte.



NINJA FILME AUS CHINA, TAIWAN, KOREA, etc.


Siehe CHINESE SUPER NINJA (aka FIVE ELEMENT NINJAS), SHAOLIN VS NINJA, NINJA VS SHAOLIN GUARDS, CHALLENGE OF THE LADY NINJA, NINJA KIDS (der Zusammenschnitt der Trilogie DEATH OF A NINJA), NINJA’S FINAL DUEL (ja der mit den fliegenden Riesenninjawasserspinnen), NINJA IN THE DEADLY TRAP, NINJA MASSACRE, NINJA: GRANDMASTER OF DEATH (ja, mit Yasuaki Kurata, dessen Karrierehighlight war, als er von Bruce Lee persönlich auf die Mütze bekommen hat).

Zu 99,9 Prozent sind diese Produkte eine Art Putzerfische, die sich an den „guten“ Namen der Hongkong-Ninja Filme anhängen wollen, um vorzugaukeln, sie seinen etwas anderes als stinknormale Kung-Fu-Streifen. Oder es reicht schon, wenn ein Kung-Fu-Fighter sich einen Fetzen vor die Visage hängt, um daraus einen Ninja zu machen. In Sachen Trashigkeit stehen sie dem Hongkong-Material meist nur in wenig nach – man darf halt nur nicht zu viele Ninjas erwarten.


FAKE-NINJA-FILME


Siehe DIE NEUN LEBEN DER NINJA (trotz Sho Kosugi), PHOENIX THE NINJA, DER NINJA JÄGER (trotz Richard Harrison), DIE VOLLSTRECKER DER NINJA, LEOPARD FIST NINJA und THE BLAZING NINJA (trotz Godfrey Ho), NINJA OVER THE GREAT WALL, DEATH MASK OF A NINJA, DIE WÄCHTER DER NINJA

Da es fuchsigen Produzenten nicht entgangen ist, dass die Fans größtenteils Kretins sind, lag es nah genug, den unverkäuflichsten und schrottigsten Schrott mit dem schönen Suffix Ninja (richtig geraten! Ich weis gar nicht was ein Suffix ist!) zu versehen und zu warten bis Unsereins mit gezücktem Portemonnaie und Schaum vor dem Maul angewedelt kommt. Das ist wie in dem alten rassistischen Bugs Bunny Cartoon, wo Bugs Neger mit Würfeln in Trance versetzt. Oder wie man in Bayern ein Hendl hypnotisiert, etc.


Oder wie im Fall von GYMKATA,
wo wir es mit Schwind-, beziehungsweise Fallsüchtigen Ninjas zu tun haben.


Kurzum, auf dem Covern prangert das Wort Ninja, die im Film natürlich nicht vorkommen und wenn, dann nur als Charaktere, die irgendwann mal einen Ninja-Ausbildung genossen haben. Eines der besten Beispiele mag DIE NEUN LEBEN DER NINJA sein, mit dem man einerseits vom Ninja-Boom der 80er Jahre profitieren wollte, andererseits aber bereits versuchte, Sho Kosugi als Wald- und Wiesenheld (und folglich unmaskiert) zu etablieren. Wir heute wissen: beide Unterfahren waren zum Scheitern verurteilt. Das soll aber die „Qualität“ des Films-an-sich nicht schmählern: DIE NEUN LEBEN DER NINJA, aus demselben Hause wie NINJA – DIE KILLERMASCHINEN, ist eine wahre Trashgranate vor dem Herrn, bei dem man sich auf Badmovies früher oder später „ernsthaft“ auseinandersetzen muss.


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Obvious Troll is obvious:
Schwarzer Fake-Ninja vom Fake-Ninja Empire.


EXOTEN, CROSSOVERS & RENEGATEN


Siehe NINJA MISSION, NINJA IN THE USA, DAS TODESSCHWERT DER NINJA, BORN A NINJA, BEVERLY HILLS NINJA, EL NINJA MEXICANO, NINJA CHEERLEADERS, ELIMINATORS (in Deutschland auch als DESTROYERS veröffentlicht), SURF NINJAS – man kann es aber auch sein lassen – NINJA KOMMANDO (ja, mit Sonny Chiba-Schützling Hioyuki Sanada spielte vor nicht allzu langer Zeit in den Sci-Fi Blockbustern SUNSHINE und THE WOLVERINE).

Meist von Stümpern und Nichtsblickern produzierter Ninja Mist, der mit oder auf der Ninja Welle mitschwimmen sollte oder wollte. Natürlich erreichen diese Renegaten selten oder nie den hohen Qualitätsstandard der Suppen von Ho, Lai und Tang.

Außerdem: Zeugs das in Skandinavien produziert wurde – auch wenn THE NINJA MISSION (AKA NINJA – IN GEHEIMER MISSION) bis dato einer der profitabelsten schwedischen Filme war. In der Tat: wer jene Szene, in der ein Ikea-Ninja in schwarzen Smokingschuhen durch die Korridore tippelt nicht gesehen hat, der darf nicht behaupten, er habe gelebt!



Wie passioniert Regisseur Mats Helge, der “schwedische Ed Wood” zu Werk ging, zeigt sich schon alleine dadurch, dass ihm traditionelle Special-Effects nicht genug waren, er bei seinen mannigfaltigen Explosionen gerne zu echtem Sprengstoff griff und dabei nicht nur diverse Sets in die Luft sprengte, sondern sogar seine eigene Gesundheit ruinierte. Bis zu seinem Karriereende 1994 war Helge stocktaub geworden und musste einen Sauerstoffkanister von Drehort zu Drehort schleppen. Zumindest hatte Helge noch Zeit BLOOD TRACKS, GROTTMORDEN (zwei der amtlich schlechtesten Slasher aller Zeiten) sowie die Trashgranate RUSSIAN TERMINATOR zu produzieren. Wer mehr erfahren will: Helge steht im Telefonbuch und ist immer gerne bereit jedem, der es hören will, ausgiebig davon zu erzählen wie (vermeintlich) Juden und Homosexuelle seine Karriere und Gesundheit ruiniert haben.

Außerdem wurden seit den 80er Jahren immer wieder gerne Ninjas in diverse Filme mit eingebaut, alleine schon, um sich das jugendliche Publikum zu ködern. Nehmen wir den 1986er Science-Fiction-Kracher ELIMINATORS, der im Prinzip abgreift, was es abzugreifen gibt: eine Melange aus ROBOCOP, MAD MAX, INDIANA JONES, TERMINATOR, STAR WARS-Referenzen – ja, durfte da etwa ein Ninja (Conan Lee) fehlen? Auch hier handelt es sich um Video-Trash, der dem geneigten Fan die Freudentränen in die Augen treiben dürfte.

Hier möchte man dem geneigtem Trashfan jene Stilblüte des Trash-, Ninja- und sogar Dracula-Films ans Herz gelegt werden, DRACULA VS THE NINJA ON THE MOON. Schäbiger geht’s nimmer, und darum wurden bisher auch nur 30 Kopien gebrannt. Außerdem wollten es unsere nordischen Verwandten nach über 20 Jahren noch mal wissen und brachten 2010 den Trashknaller NORWEGIAN NINJA auf den Markt; auch dies eine löbliche Angelegenheit. Fragt man sich nur noch: Was kommt als nächstes? Ninjas gegen Außerirdische?


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Die Macht der Ninja-Verwandlung oder Kellnerin und Koch im eigenen Restaurant?
„Romano, bistes du? Geh’ wo bleibst den mit mei Bier …?“



DIE HAUPTDARSTELLER
(Oder: Gestalten, deren Leben und Karrieren von Ninja-Filmen ruiniert wurden, obwohl die nicht mal Fans waren)


RICHARD HARRISON



Der „King of the Ninscha“ persönlich, der es zustande gebracht hat, mit dem Charisma eines Schmalzbrotes, eine ganze Generation von Ninja-Film-Guckern zu prägen (die es sonst vielleicht zu etwas gebracht hätten). Harrison war ein Veteran der B-Movie Szene, der schon in weit über fuffzig Western-, Krimi- und Sandalenfilmen mitwirkte, darunter DIE GIGANTEN VON ROM, PERSEUS – DER UNBESIEGBARE und DJANGOS BLUTIGE SPUR.

Sicher, die Jahre im Bella Italia waren kein leichtes Brot: Harrison hatte Probleme, sich an die Kaltschnäuzigkeit der Produzenten anzupassen und der am Set herrschenden Gegebenheiten waren auch gewöhnungsbedürftig. Auf die Sicherheit der Beteiligten wurde nur wenig Wert gelegt, und so vertraute man bei Szenen, in denen jemand einem Schauspieler einen Speer entgegenwirft oder eine Pfeil auf ihn abschießt, eher auf die Treffsicherheit der Stuntmen als auf Special-Effects. „Gerne“ erinnerte sich Harrison später an die Schwerter, die zwar nicht scharf, aber immerhin echt waren. Nach vielen, vielen Kämpfen hatten die Klingen jedoch die Qualitäten eines Sägeblattes angenommen und es war an der Tagesordnung, dass Schauspieler und Extras mit Schnitt-, Stich- und Hiebverletzungen – mal leichter, mal schwerer – in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Harrison erinnerte sich später an eine Szene in DER LETZTE DER GLADIATOREN, in der ihm der Regisseur aufforderte, seine Streitaxt in eine johlende Menschenmenge zu werfen. Das brachte Harrison schließlich nicht fertig und als die Axt seine Hand noch immer nicht verlassen hatte, schrie der Regisseur ein wutentbranntes “CUT!“, und erkundigte sich, wo Harrisons Problem läge. Nun zum einen, dass die Streitaxt echt und verflucht schwer war und Harrison zum anderen von der Furcht beseelt war, er könne einen der Extras damit (vermutlich recht schwer) verletzen. Das brachte den Regisseur endgültig aus der Fassung, der Harrison sogleich klar machen wollte, “aber das sind doch bloß Extras!“ (und dabei verwundert es nicht weiter, dass es sich bei besagtem Regisseur um niemanden geringeren als Umberto Lenzi gehandelt hat). Tja, so waren eben die Zeiten im alten Rom (der 1970er Jahre).

Als der Cinecitta-Hercules-Boom endgültig vorbei war, musste Harrison erkennen, dass drei Häuser in Italien, eines im südlichen Spanien und einer Wohnung in Madrid doch so etwas wie eine finanzielle Bürde sein können, wenn man keinen Job hat. Also tingelte Harrison nach Asien und erspielte sich seinen Sold in Billig-Actionfilmen. Dort fiel er schließlich in die Krallen von Godfrey Ho, der ihn einst zum Set von MARCO POLO – IM REICHE DES KUBLAI KHAN chauffierte, und zu ihm sprach: „Pass Obacht, Ritchie, ich… will sagen, „wir“ verdienen uns jetzt mit menschenmöglichst wenig Arbeit eine goldene Nase.“


Unter der Aufsicht Godfrey Hos mimte Harrison 19-mal den Ninja Meister Gordon, und damit man sich nicht schlampiger Recherche bezichtigen zu müssen, waren jene Filme diese: DER NINJA (1984), NINJA TERMINATOR (1985), NINJA CHAMPION (1985, wo Gordon seltsamerweise Harry hieß), GOLDEN NINJA WARRIOR (1986), NINJA – CHAMPION ON FIRE (1986), DIAMOND NINJA FORCE (1986), NINJA SHOWDOWN (1986), NINJA DRAGON (1986), NINJA THE PROTECTOR (1986), NINJA SQUAD (1986), NINJA COMMANDMENTS (1987), DER SCHWARZE TIGER (1987), COBRA AGAINST NINJA (1987), NINJA KILL (1987), NINJA HUNT (1987), NINJA – LICENSED TO TERMINATE (1987), THUNDERBOLT ANGELS (1988), NINJA AVENGERS (1988) und NINJA STRIKE FORCE (1988).

Irgendwann Ende der 80er Jahre bekam Harrison endgültig einen Moralischen, als ihm klar wurde, dass Ho und Lai ihn wohl für einen Film bezahlten, aus einem aber fünf oder sechs weitere produzierten. Im Schnitt kann man also sagen: Harrison wurde nur für einen aus fünf Rollen bezahlt. Harrison hat seinen Beruf, mit kleinen Ausnahmen, folglich an den Nagel gehängt und lebt mit seiner schönen Gattin Maria Francesca (siehe NINJA TERMINATOR und DIAMOND NINJA FORCE) im sonnigen Rom, wo’s nur wenig Chinesen gibt (meist Pizzabäcker oder halbwahnsinnige, gottesfluchende Taxifahrer, wofür ich persönlich Zeugnis ablegen kann).


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Mensch, Ritchie, wir sind auf deiner Seite!
Den Job hätte ich wahrscheinlich auch nur im
Vollsuff ertragen aber DIE Fahne
dringt ja schon durch den Bildschirm!



ROMANO KRISTOFF



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Romano nach einem harten Tag hinter der heimischen Frittiertonne:
„Geh’, Romano, bringst ma no a Bier, gell …”


Unter Szenenkennern war es immer schon klar: in den Ligen C-Film bis Z-Film hätte es der Spanier Kristoff leicht unter die ganz Großen schaffen können, wäre dieser Hype in den späten 80er Jahren nicht abgestorben wie ein fauler Zahn. Einer der charismatischeren Gwailo-Akteuren und außerdem WAR Romano (weil ehemalige Tötungsmaschine in der Fremdenlegionär), ein wirklicher Kampfkunstexperte. Spielte Johnny-Ramone-Fresse Ron Marcini in NINJA WARRIORS amtlich an die Wand, was aber technisch gesehen keine große Kunst war. In MACHT DER NINJA 1 + 2 haute er richtig auf die Ninja-Scheiße; wieder amtlich. In die Krallen von Godfrey Ho ist Kristoff, Gott-sei‘s-gedankt, nie geraten, aber Richtung Dekaden-Ende wurde auch für Kristoff die kineastische Luft recht dünn. Es folgten noch ein paar billige Action-Kracher, meist aus der Silver-Star-Schmiede, aus denen eigentlich nur TEN ZAN – THE ULTIMATE MISSION heraussticht (und dass auch nur, weil es einer der wenigen Science-Fiction- / Action-Streifen war, der offiziell in Nordkorea produziert wurde). Als klar wurde dass alles außer der Wurst ein Ende hat, eröffnete er ein Restaurant auf den Philippinen um dort besagte Wurst zu flittielen. Seine Spezialität sollen die Frühlingsrollen sein.


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Andererseits behauptet Mutter Google auch,
dass dies Romano sei.
Drum sag ich immer: Zuviel Reis ist auch nicht gesund.



BRUCE BARON


Der blondierte Tom-Selleck-Lookalike für Bitterarme war zeitweise designierter Nachfolger von Richard Harrison (besser als nix, oder?) und auch er hat über Regisseur Godfrey Ho und Konsorte nur wenig Gutes zu berichten. Nimmt man’s genau, eigentlich gar nichts: unmenschliche Arbeitskonditionen und Gagen, die (wenn überhaupt), in Hongkongianischen Rotgeld ausgezahlt wurden. Laut Baron war das schlimmste das Catering. Vulgo: Es gab nach Drehtag für die Gwailo-Extras nix zu fressen. Während die Asiaten nach anstrengenden Dreharbeiten den „Reis der Sieben Freuden“ mit Nachschlaggarantie löffelten, mussten die „Gwailos“ am Strand nach Runkelrüben buddeln (und dass am chinesischen Meer keine Runkelrüben wachsen, das wissen selbst die Gwailos).

Als Richard-Harrison-Ersatz durfte Baron seinen Einstand in NINJA CONNECTION feiern: hier geht es um eine Frau, Rose, die von drei maskierten Schuften vergewaltigt wird, die sich als ehrbare, wohlgelittene Bürger tarne. Die Schande treibt Roses Verlobten, den Interpolagenten Larry dazu, Rose zu verlassen und eine verkrüppelte Millionärstochter zu heiraten. Natürlich nimmt Rose blutige Rache an ihren Peinigern (teils mit vergifteten Nippeln oder indem sie ihre Opfer in Badewannen tunkt und mit Schnürsenkeln auspeitscht). Dann noch was von einer kriminellen Zwillingsschwester, Diamantenschmuggel – und am Ende stellt sich heraus, dass der rote Ninja Maurice (Pierre Tremblay) an allem Schuld war und der weiße Ninja Donald (Baron) ihn kalt macht.

Laut Ho, hat sich Baron in einer schwedischen Ausnüchterungsklinik mittels einer Überdosis Abführmittel vom Leben zum Tode befördert. Baron bestreitet dies allerdings bis heute vehement und nennt seinen ehemaligen Brötchengeber nicht nur einen Schuft, Lump und Verbrecher, sondern gar einen gewohnheitsmäßigen Lügner. In der Tat hat Baron nur wenig Gutes über Godfrey Ho oder Joseph Lai zu erzählen und tituliert die beiden prinzipiell nur als „Whore & Lie“. Wie höllisch die Kollaboration für Baron gewesen sein muss? Nun, Baron bezeichnete die Dreharbeiten zu GEHEIMCODE: WILDGÄNSE im direkten Vergleich als „erfrischend und harmonisch“ (trotz einem psychotischen, sich durch Koks- und Hurenfleisch wühlenden Klaus Kinski, trotz Lee Van Cleef, der vor dem Mittagessen einen Kasten Bier benötigte um überhaupt wieder nüchtern zu werden und trotz Affenhitze und Messerstechereien in Manila).


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Baron, auch bekannt als „der scheyne Bruce“
(das asiatische Ideal vom eleganten Europäer).


In einem hochinteressanten Interview auf NANARLAND gibt Baron an, er lebe „irgendwo in Asien“ und „betreibe irgendeine Firma“. In anderen Worten: Der Typ will weder gefunden, noch auf seine „Filmkarriere“ angesprochen werden.


MICHAEL DUDIKOFF


Für Dudikoff waren erste Ruhmeskleckser diverse Auftritte in der Kultseifenoper DALLAS. Dann kam AMERICAN NINJA, eine Sternstunde für den Schauspieler und Kinder, die früher einmal Feuerwehrmänner oder Astronauten werden wollten, von dato an aber von einer Karriere als Profi-Ninja träumten. Mit Fug und Recht kann man AMERICAN NINJA den Ninja-Boom der 80er Jahre ankreiden. Und dass sich eine ganze Generation von Pubertierenden Eimer über die Birnen stülpten und ihre Kumpels mit Stöcken darauf eindreschen ließen – nicht wenige davon waren danach nicht mehr dieselben – auch diese Tradition geht auf AMERICAN NINJA zurück.

Mit Nah-, geschweige denn Ninja-Kampf hatte Dudikoff keine Erfahrung aber man muss es ihm lassen: war geschmeidig unterwegs als Ninja „Joe“, konnte nach aller Regel der Kunst gar Ninja-magisch die Finger verbiegen (zwecks Ninja-Magie) und hatte den nötigen Silberblick den der Mensch braucht, um ein anständiger Ninja zu sein. Und was soll’s? KUNG-FU-David-Carradine konnte ja auch kein Kung Fu (ich gebe hier auch ehrlich zu, dass ich in einem von mir verfassten, aber abgelehnten Nachruf, in allem Respekt vor Familie, Hinterbliebenen und Fans, den Begriff „totgewichst“ auch eleganter hätte formulieren können. Aber wie oft bekommt man als Journalist die Gelegenheit, den Begriff auf Papier zu bringen?)

Natürlich schrie AMERICAN NINJA nach Fortsetzungen, und die Schreie sollten erhört werden, aber nach 2 ½ Sequels hat Dudikoff endgültig sein Ninja-Kostüm an den Nagel gehängt. Er hatte noch so einig paar billige Action-, Krimi- und Westerneisen im Feuer, aber leider war das Feuer weder sonderlich heiß noch die Eisen mehr als minderwertiges Blech.


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Nein, das ist natürlich nicht Mike Dudikoff, aber es ist spät und
wer könnte zu dieser gottlosen Stunde
noch die monotone Fresse des Dudikoff‘schen Michels ertragen?


Vor ein paar Jahren hat’s der Dudikoff dann ganz aufgegeben, und dem Filmbusiness (mehr oder minder) den blanken Arsch gezeigt. Es gehe ihm gut, so seine eigene Webseite. Fett, aufgedunsen und ziemlich versoffen sieht er aus, laut den Menschen die ihm kürzlich begegnet sind. Außerdem sprechen manche von einem latenten Todeswunsch. Wie sonst könnte man es sich erklären, dass Dudikoff bei einem seiner letzten offiziellen Interviews, Royce Gracie – Jiu-Jitsu-Experte, MMA-Meister und professioneller Knochenbrecher – zu einem Duell aufforderte?


RONALD LEE MARCHINI


Als Ninja-Meister Steve hatte Ron Marchini, der „Chuck Norris des armen Mannes“ in NINJA WARRIORS eigentlich nur einen wirklichen Auftritt in der Welt der Ninja. Aber weil’s nur so kurz war, war der Auftritt umso trashiger, eine wahre Müllgranate, die sich hinter den Hongkongsteifen dieser Zeit nicht verstecken braucht. Dass NINJA WARRIORS auf der AMERICAN NINJA-Welle mitschwimmen wollte ergibt sich schon aus dem Originaltitel (der da schön-schamlos hieß AMERICAN NINJA) und den man sich so vorstellen kann, als hätte Al Adamson (Gott-hab-ihn-selig) Mitte der 80er Jahre einen Ninja-Film gedreht.


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Ron Marchini salutiert dem Publikum. Das Publikum salutiert zurück.


Natürlich hat der burleske Ron noch ein paar andere Filme gedreht, darunter den nicht minder obskuren MISSING IN ACTION-Rip-Off COMMANDER RAINBOW (AKA JUNGLE WOLF) und den OMEGA COP Filme. Hier sei Filmhistorischinteressierten gesagt: Ron trug in neun seiner dreizehn Filme dasselbe Urin-gelbe T-Shirt. Aber viel dabei raus gekommen ist trotzdem nicht mehr. Was er heute treibt, weis kein Mensch außer Ron – eigentlich schade um den ehemaligen Renbukai-Champion, der Chuck Norris FAST mal aus den Socken gehauen HÄTTE und der ein FAST so guter Schauspieler wie der göttliche Chuck war. Aber bekanntlich kann nur EIN Mann Chuck Norris totschlagen – und dieser Mann heißt Bruce Lee (und der ist Mausetot)!


SHO KOSUGI


Wahrscheinlich der einzig echte wahre Ninja unter den Video-Ninjas. Behauptete zumindest Sho Kosugi, der seit jungen Jahren den Kampfsport Ninpo studierte. Vier (mehr oder minder) kultigen Ninja Filmen sollten es für Sho werden: Als Franco „Django“ Neros Kontrahent in ENTER THE NINJA (1983), und als Protagonist in REVENGE OF THE NINJA (1983), PRAY FOR DEATH (1984), und dem Ninja- / POLTERGEIST-Crossover NINJA III – THE DOMINATION. Dann war auch schon wider Sense. Ach ja, DIE NEUN LEBEN DER NINJA, eine Trashgranate vor dem Herren, kam noch, doch war der Titel beschiss: Im Film kam kein einziger Ninja vor. Aber alle diese Filme hatten alle denselben Schwachpunkt, beziehungsweise gleich zwei: in allen (bis auf ENTER THE NINJA) hatten auch Shos Söhne Caine und Shane Auftritte, die beide, was das schauspielerische angeht, nicht nervender oder penetranter sein könnten. War vermutlich eine Klausel in Shos Standardvertrag, in der Hoffnung das junge Volk früh als Actionhelden zu etablieren.


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Sho bei seiner berühmten Michael Jackson Impression:
„We a de wold! We a de childlen!”


Außerdem spielte er den bitterbösen Ninja in der TV-Serie NINJA THE MASTER, in dem ein recht gichtigen Lee Van Cleef den Ninja-Meister mimt. Aber da waren die Cover auch cooler als der Inhalt. Und Jean-Claude Van Damme, kurz bevor dieser der Durchbruch als „Muscle from Brussel“ hatte, hat von Kosugi in BLACK EAGLE auch Prügel bezogen. Trotzdem war für die nächsten 10 Jahre Schicht im Ninja-Schacht, bis Kosugi eine Nebenrolle im 2009er Kracher NINJA ASSASSIN bekam – wir sind uns aber bis heute nicht sicher, ob NINJA ASSASSIN ein Film oder ein Videospiel war.


MIKE ABBOTT, MARK TYLER, PIERRE TREMBLAY, GLEN CARSON, DONALD OWEN …


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So sehen fuffzig Hongkong Dollar am Tag aus.
Ja, glotzt nur, Jungs, von euch ist die Rede!
„Gwei Lo Mo“, wie der Chinese spricht. Heißt soviel wie
„Gesocks & Gesindel“ oder auch „keine Schale Reis wert“.

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… oder wie die Gestalten alle hießen. Deren Karrieren wurden nicht weiter geschädigt; weil sie davor ja auch schon keine hatten. Laut Baron waren es größtenteils sowieso fahrendes Volk, Rucksacktouristen und Halunken, die entweder ein paar lokale Mädchen geschwängert und/oder ihre Rückflugkohle in Opiumhöhlen verraucht hatten. Diesem Gesindel drückte Ho fuzzig Dollar in die Hand, steckte sie in ein Ninja-Kostüm und schubste sie vor eine Kamera. Wo sie heute sind? Die meisten lungern wohl noch irgendwo in Asien rum, bei Wein, Weib, Gesang, Thaigrass, Nutten, Opium, Drunksucht, Ladyboys und Syphilis, gegeben dem Fall dass es sie überhaupt noch gibt. Gelegentlich trifft man sich noch bei Romanos an der Ecke, um über Wurst und Bier der güldenen Zeiten zu gedenken.


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Ein Prosit der Gemütlichkeit:
Romano darf endlich selbst abkassieren.


Dabei hatte besagter Bruce Baron noch etwas mehr Glück als der dreckige Rest: da er in Hongkong aufwuchs, war er der Sprache mächtig und wurde so als „Dolmetscher“ nicht mit $50, sondern $100 täglich entlohnt. Das brachte zwar mehr Kohle für Baron, aber auch ein Dilemma: mit den Europäern wollte er nichts zu tun haben, da diese – wie gesagt – allesamt abgewrackte und gescheiterte Gestalten waren. Mit den Chinesen wollte Baron noch viel weniger zu tun haben, da Ho – vermutlich zum Zwecke der Waschung von Piepen und Moneten – sich mit den chinesischen Triaden eingelassen hatte, und fast alle Beteiligten am Set Gauner, Schurken, Totschläger und Mafiosi waren (die sowieso einen Hass auf die Europäer hatten und auch nicht lange fackelten, wenn es ans Eingemachte ging). Vermutlich verbrachte Baron seine Drehpausen in Erdlöchern oder in den Schatten diverser Bäume).

Einzig Stuart Smith (AKA Stuart Steen), DER Clint Eastwood unter den Ninjas (siehe Fratze Numero Uno) und Mike Abbott haben den Absprung in die Seriosität geschafft: Stuart ist heute Finanzberater und Mike verdient sich sein Brot in Australien – als professioneller Clown-for-Hire auf Kindergeburtstagen.

Apropos „glotzen“:


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“„JA, DO SCHAU HER!“ Sicherlich ein schmerzlicher Verlust für die Welt der Thespier,
aber NINJA TERMINATOR sollte nicht nur Jonathan Wattis Debüt, sondern auch sein letzter Zelluloidauftritt sein.
(Obwohl wir gerne berichten würden, dass der gute Mann heute im Legoland arbeitet,
ist er doch ein respektierter Kunsthändler zu Hongkong).



JEAN-CLAUDE VAN DAMME


Na ja, dem scheint’s nicht so gut zu gehen. Filme werden immer lahmer und neuerdings sieht er aus wie aufgewärmte Scheiße (obwohl er nie in einem Ninja-Film mitgespielt hat, obwohl die „Inspirationsquelle“ von BLOODSPORT, Frank Dux, „bekanntlich“ ein Ninja ist, was Jean-Claude de facto im Film ja auch zu einem Ninjutsuianer macht – davon aber etwas weiter unten mehr).


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„Schon bald sah man den Eberhardt, das Auge rot, die Leber hart,
und fing schon langsam an zu stinken …“ (©2013 EAV)
Oder Jean-Claude bereitet sich auf seine
nächste Rolle als Tippelbruder vor).



ALVIN


Der schwarze Ninja in gelb und/oder rot… also, der schwarze Mann (oder vielleicht nicht DER sondern EIN … ach, vergessen wir es einfach):


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Einmal Star in einem Ninja-Film, da freut er sich, der Alvin
(auch wenn er dafür blechen musste).


Alvin (der eigentlich Alphonse Beni heißt) war der Verleiher vom Ho’schen Filmwerk in Kamerun, wo die Ninja-Filme der Renner waren. Nennen wir es beim Namen: Alvin betrieb eine Videothek (aus eigener Erfahrung darf ich berichten: in jenen „Videotheken“ kann man nicht nur Videos erstehen, sondern auch Zigaretten, Brandwein, Schuhsenkel, Kaugummi, Haschisch und Mandrax-Tabletten). Abgesehen davon, hatte Beni in den 70ern eine kurzzeitige Karriere im kamerunischen Kino, wo er Großteils in Soft-Porn-Streifen spielte und Regie führte. Bis in Kamerun die Kinoindustrie Anfang der 80er Jahre zusammenbrach. Kurz, Alvin äußerte sein Begehr, einmal selbst in einem Ninja-Film mitspielen zu dürfen. Ho billigte dem Afrikaner die Hauptrolle zu, solange Alvin für die Zeche aufkommen sollte. So geschah es und Alvin ward der Star von DER SCHWARZE TIGER (aka NINJA OPERATION – KNIGHT AND WARRIOR). Top-Billing gab’s für Alvin trotzdem nicht und Ho sollte Jahre später noch darüber witzeln, wie überaus lausig der Film ausgefallen war. Die Pointe des Witzes kann auch jene Szene gewesen sein, in der Alvin gezwungen wird, einen Haufen Wassermelonen zu zerdeppern und in Brand zu stecken. Ja, sind wir den Unmenschen, dass wir unseren Lesern diese Szene vorenthalten wollten?



Aber zumindest hat es für ein Flugticket gereicht und Alvin ist heute wieder zuhause in seiner Videothek in Kamerun.


GODFREY HO


Der Mann der auch als Wallace Chan, Ho Jang Cheon, Alton Cheung, Tommy Cheung, Ho Chi-Chiang, Ho Chi-Keung, Ho Chieh Chiang, Ho Chih Chiang, Elton Chong, Daniel Clough, Hans Coltman, Philip Fraser, Antonin Gasner, Martin Greenfield, Godfrey Hall, Zhi Jiang He, Benny Ho, Chi-Mou Ho, Chi-mou Ho, Chun-Sing Ho, Fong Ho, Larry Hutton, Godfrey Ho Chi Keung, Godfrey Ho Jeung Keung, Ho Chi Keung, Benjamin King, Ho Chih Kuang, Herbert Lam, York Lam, Bruce Lambert, Joel Law, Charles Lee, Frank Lewis, Joe Livingstone, Jerry Sawyer, Victor Sears, Felix Tong, Raymond Woo, Robert Young und Albert Yu bekannt ist.

Ho wurde natürlich weder NOCH vom Teufel geholt (weil weder getauft noch kirchensteuerzahlender Katholik), WEDER schreiend von chinesischen Dämonen in die Unterwelt gezerrt und auch NICHT von seinen ehemaligen Gwailo-Schauspielern mit dreckiger Unterwäsche erschlagen. Da wir in einer Welt leben, in der Wunder offensichtlich an der Tagesordnung sind, hat es Ho 1994 sogar geschafft, einen echten Film zu drehen. Wobei, wie bei allen Dingen Ho, ist das Wort „echt“ auch bei UNDFEATABLE relativ: man muss die Review gelesen, um es auch nur halbwegs zu glauben, und den Film gesehen haben um seinen Verstand gänzlich einzubüssen. Ho zog sich im Jahr 2000 aus dem aktiven Filmgeschäft zurück und ist heute Professor an der Hongkonger Filmschule, wo er vermutlich in den Fächern Ethik, Kulturelles Verständnis und Wirtschaft lehrt! Für die nächste Generation ist also gesorgt!


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… und irgendwo da unten lächelt Ed Wood:
Professor Dr. Dr. Godfrey Ho,
der Mann der auch bekannt als Wallace …
ach, lassen wir’s für Heute gut sein.


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Neulich, bei der Lebensmittelvergiftung in Manila, schon ziemlich im Fieberwahn:
“Meine Damen und Herren, die Akademie hat sich entschieden, die Grabstätte von Marlon Brando zu
entweihen, seinen Kadaver mit Exkrementen zu beschmieren, ihm den Oskar aus den toten
Fingern zu winden, um ihn PIERRE TREMBLAY an den Hals zu schmeißen …”
(Mensch, Romano, ich hab’ doch g’sagt, dass die Wurscht scho stinkt).


NINJA-WAFFEN


Waffen, ach die Waffen der Ninja – feuchter Traum aller Waffennarren zwischen Shaolin und Sendling. Bücher über Bücher wurden dem Thema Ninja Waffen geschrieben, wir sind uns sicher, weder Joseph Lai noch Godfrey Ho hat auch nur ein einziges davon gelesen. Das Repertoire der Hongkong‘schen Ninja-Akademien beschränken sich auf die Standard Waffen, welche ja schon in AMERICAN NINJA etabliert wurden (Katana, Shuriken, Tonfa, Klettermaxkrallen und Blasrohre) um ab und zu Knarren und Pistolen (geschmacklos spricht der Ninja Fan, so als habe er das Recht, das Wort ‚Geschmack’ überhaupt zu benutzen) und ein paar übrig geblieben China-Schwerter aus Ho-eigenen Kung Fu Schossen. Traditionellere und exotische Original-Waffen werden konsequent ignoriert (und wer solches Bewundern möchte, soll sich gefälligst einen japanischen Ninja Film reinziehen oder ins Museum gehen).

Andererseits – Ho lässt nichts verkommen – wird auch gerne irgendein rum liegendes Klump als Waffe eingesetzt: Hula-Hoop Reifen, Muskelspanner, Holzknüppel, Frisbees und fliegende Ninja-Dildos, die ihre Opfer minutenlang durch die Pampa jagen.


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„„Okay, für die nächste Szene dürft ihr versuchen,
das Teil dem debilen Zuschauer als Ninja-Rakete zu verkaufen,
aber nach Drehschluss will Mutti ihren Freudenspender
wiederhaben!“



NINJA-KOSTÜME


Kommen wir also zur Kleideretikette: Besonderst die Lehren Hos & Lais sollten hier vergegenwärtigt werden. Absolute Taboos: Masken welche den Riechkolben NICHT verdecken (es sei den man heißt Black Star Ninja, wo das freie-Kolben-tragen zum Programm gehört) oder aber von der Maske nur spärlich versteckte Rotzbremser und Pornobalken (ein altes Leiden der Ho-schen Gwailo Ninja-Ritter).

Liberal und verschwenderisch hingegen geht man mit den Farbschattierungen der Kostüme um. Der dahergelaufene Smartie-farbene Ninja war gestern. Passe sind einfache Kostüme in schwarz, weiß, rot oder camouflagefarben. Der moderne Ninja von heute (was auch schon wider gestern war) lässt sich farblich keine Grenzen setzten: Gold (NINJA KIDS) Purpur (NINJA SHOWDOWN, fesch kombiniert mit einem goldgelben Kimono), Uringelb (BIONIC NINJA) Aluminiumfoliensilber (war’s NINJA – LICENSED TO TERMINATE? Egal, war ja auch nur ein kurzer Auftritt) Pink (NINA – CHAMPIGNON ON FIRE, aber auch NINJA SQUAD, (mit scheynen weißen Schulterpolstern) Paul-Newman-Augenblau (für den schicken weiblichen Ninja, siehe FRAUENLAGER DER NINJA).

Einzig ein Regenbogenfarbener Ninja (mit passendem Ninja-Handtäschchen und Katanaduell auf dem Christopher Street Day) ist uns bisher erspart geblieben. No Doubt wird Joseph Lai dieses jedoch in dem Moment realisieren, in dem er die chinesische Übersetzung dieser Reportage (*ähm*) auf seinem Schreibtisch liegen hat.


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„Gimme five, ma Ninsha!“
Im Ernst, ohne den Pissgelben Aufzug,
auf den die Blinden mit Fingern zeigen,
täte Alvin bei Nacht kein Mensch sehen.


Aber – auch dem Farbspektrum sind Grenzen gesetzt. Um die Sache also etwas aufzufrischen, bedient man sich gerne der Bandana (oder dem Schweißband) als Extra-Assessor. Begnügten sich die frühen IDF / Deltamark Filme noch mit einfachen weißen und schwarzen Stirnbändern (meist mit dem Schriftzug Nin-Ja und dem Bildnis eines Ninjas, wahrscheinlich um den letzten Hauch von Zweifel zu beseitigen), ging man auch hier neue modische Wege. Grosse aufgebapte Plastik-Shurikens (NINJA IN THE KILLING FIELDS) waren zeitweise gerne gesehen aber auch die leicht-Aluminiumvariante (NINJA WARRIORS) und Bandanas mit der US-amerikanischen Flagge (CLASH OF THE NINJA, ja glaubt es ruhig) wurden nicht verschmäht. Kettenpanzerkimonos (NINJA EMPIRE) und S/M tauglichen Lederharnischen (und wieder der Demon Ninja aus NINJA KIDS).


IRL-NINJAS – The Real Deal



DR. MASAAKI HATSUMI


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So kann nur ein Mann lächeln, der 52 Methoden kennt,
einem Gegner die Luftröhre zu zerquetschen.


Für viele Fans des Ninjutsu gilt Dr. Hatsumi als „letzter, lebender Ninja“, zumindest außerhalb des Kaiserreiches. In Japan selbst ist Hatsumi weniger bekannt und Historiker behaupten sogar, es gäbe überhaupt keine lebenden Ninjas mehr. Diese Skeptiker gehen davon aus, dass Hatsumi gar kein richtiger Ninja ist, nicht für Auftragsmorde angeheuert werden kann und stattdessen ein exzellenter Jiu-Jitsu- und Aikido-Kämpfer ist (dem russischen Systema, das von den Spetznas praktiziert wird nicht unähnlich). Außerdem ist der Mann hauptberuflicher Chiropraktiker und es ist bekannt, dass sich nur wenige Sterbliche mit dem Konzept „Schmerz“ so sehr auskennen, wie ein Chiropraktiker. Wir müssen natürlich davon ausgehen, dass die Ninjas bloß WOLLEN, dass wir das glauben und gestehen Hatsumi zu, dass er mit seinen 83-Jahren noch recht fit daherkommt – und immer noch 93 Prozent seiner Gegner in einen Haufen gebrochener Knochen, kaputten Ligamenten und schreienden Stimmbänder verwandeln kann. Kann also praktisch nur Ninja-Magie sein, da können die Japse behaupten was sie wollen.


MEISTER ASHIDA KIM



Anders sieht es bei Meister Ashida Kim (Geburtsname: Radford Davis) aus. Kim ist nicht nur Meister des gewöhnlichen Wald-und-Wiesen-Ninjutsu, sondern lehrt, unter anderem, die Geheimnisse der Levitation, Ninja-Magie, den todbringenden Dim Mak und beherrscht die die hohe Kunst des Lichtschwertkampfes. Böse Zungen sprechen auch von „Bullshido“ und „Fuk-Yoo-Ryu“.


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Nein, im ernst: sollte man gesehen haben, das Video.
Sonst hätte man diese beeindruckenden Szenen verpasst,
wie z.B. Meister Kim einen Krüppel mit einem Laserschwert besiegt.


Nicht Obi Wan-Kenobi war’s, der Kim lehrte, sondern niemand geringerer als Count Dante, der Kopf der „Black Dragon Fighting Society“, welche seit den 60er Jahren seine Geheimnisse des Ninjutsu auf den Rückseiten von Comicheftchen und Schundromanen feilbot. Und nicht zu vergessen: Kim ist einer der letzten Meister der „Polestar-Schule“, einer Kampfkunst die, laut Radford, noch aus dem leider abhanden-gekommenen Atlantis stammt.

Außerdem ist er Verfasser diverser „erotischer Novellen“ (Euphemismus für Schweinkram), darunter „The Amorous Adventures of Yashida Kim“ und „X-Rated Dragon Lady“.


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Wir wollen unseren Lesern natürlich nichts schuldig bleiben und einen Beweis von Meister Ashidas Kunst liefern:


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Wer persönlich mit Meister Ashida korrespondieren möchte, der kann das auf der Kommentarseite des besagten YouTube-Videos tun. Der Hochmeister treibt sich dort seit Jahren unter dem Künstlernamen „Mrmasterlee1“ herum und trollt jeden, der an seinen übermenschlichen Fähigkeiten zweifelt (oder ihn Radford nennt) mit homoerotisch-angehauchten Schimpftiraden.


MEISTER FRANK DUX</center>


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Meister Dux nachdem er drei gegnerische Ninjas verspeist hat.
(Oder vielleicht ist ja an dem „so full of s**t“-Spruch ja doch was dran).


Wenn es um Ninjameister Frank Dux geht, scheiden sich die Geister der Kampfkunstwelt: „So full of shit, he’s about to burst“, sprechen praktisch alle, die nicht Frank Dux heißen. Ninja-Großmeister, ehemaliger Geheimagent, Filmstar und Hans Dampf in allen Gassen, spricht Meister Dux selbst. Wir Leute bei Badmovies würden auch vom „Steven-Segal-Syndrom“ sprechen.

Zu seiner Ehrenrettung muss gesagt werden: Dux und seine Form von Bullshido hat BLOODSPORT, einen der wenigen pädagogisch-wertvollen Kung-Fu-Filme der 90er Jahre, inspiriert. Dux war fünfmaliger Gewinner des strenggeheimen „Kumite“-Wettbewerbes (den Dux das erste Mal auf Muay-Thai-Island in den 1920er Jahren gewann), wo er 56 Knockouts in Folge zählen konnte. Zwar will die „Los Angeles Times“ herausgefunden haben, dass Dux seine Trophäen in einem Trophäenladen an der Ecke gekauft habe und dass die strenggeheime Adresse des „Kumite“ paradoxerweise mit der von Duxes Wohnung identisch war, aber auch die LA Times-Reporter logen, dass sich die Balken bogen (zumindest laut Dux). Trotz allem: man kann sich darauf einigen, dass man den deutschen Untertitel von BLOODSPORT („Eine wahre Geschichte“) getrost streichen kann.


DANKSAGUNG

Ein Salut an NANARLAND einer wahren Schatztruhe an Interviews und Infos was Ninjas, Scheißdreck und Z-Filmchen im Allgemeinen angeht. Und weil die Franzosen Hunde sind, die nichts teilen wollen, gibt’s da alles nur auf Französisch, was bekanntlich nur Franzosen verstehen (darum habe ich auch letztens die Touristen, die sich bei mir auf Französisch für den Weg in die Innenstadt erkundigen wollten, direkt zum Bahnhof geschickt).


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In diesem Sinne …


Des Weiteren geht Dank an:

Die Fanatiker von VINTAGENINJA, Nico Giraldi’s GOLDEN NINJA WARRIOR CHRONICLES (mutschas kratzias, Amigo), der NINJA MOVIE DATABASE; meine Herren, ich ziehe meinen Hut), den ULTIMATE NINJAS wowieso den HK-FILM-Fanatikern und natürlich den unzähligen, namenlosen Schreibdrohnen von IMDB, OFDB und Wikipedia, die ihr Leben vergeuden, nur um uns mit zweifelhaften Informationen zu beliefern.

Apropos „Schreibdrohnen“: wer den Rachen immer noch nicht voll bekommen hat, der möge sich die hauseigenen BM Ninja-Reviews zu Güte führen: NINJA: GRANDMASTER OF DEATH, NINJA’S EXTREME WEAPONS, NINJA IN ACTION und insbesondere die Superkracher DIE UNSCHLAGBAREN SUPERNINJA und DAS TODESSCHWERT DER NINJA.


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Und DAS kommt dabei raus, wenn man bei Mutter Google „Nude Ninja“ eintippt.
Hät’ a kanna glaubt, dasses im Indanet nakade Weiber gibt …



DAS FINALE WORT

Der exzessive Konsum von Ninja-Filmen hat sowohl Pros als auch Kontras, und das in allen Lebenslagen. So erinnere ich mich persönlich gerne an den Abend, an dem ich mich GEGEN eine Sichtung von TITANIC mit meiner Zukünftigen und FÜR ein Doppelprogramm aus UNDEFEATABLE und FRAUENLAGER DER NINJA entschied. Mrs. THOR hatte praktisch gar keine andere Wahl als danach ein „Ja, ich will“ (oder etwas in dem Sinn) zu brabbeln.

Andererseits: verstehe einer die Frauen und die Nichtigkeiten, über die sie sich aufregen. Was ist den schon dabei, wenn man früheren Idolen einen gewissen Tribut zollt und seine Erstgeborenen nach selbigen benennt? Ich meine, Betty-Lai- und Godfrey-Ho-Atzmueller sind doch wohlklingende Namen für ein Zwillingspärchen, oder? Und das soll jetzt ein Scheidungsgrund sein!


THOR


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© 2015 Thorsten Atzmueller


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