Lady Terminator

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LADY TERMINATOR

Originaltitel: Pembalasan ratu pantai selatan

Alternativtitel: Nasty Hunter, The Revenge of the South Seas Queen, Shooting Star (!! – US-Video-Titel)
Cover der US-DVD

Indonesien 1988, 80 min, FSK 18 (indiziert)

Credits

Cast:

Barbara Anne Constable (Tania Wilson/Lady Terminator)
Christopher J. Hart (Max McNeil)
Claudia Angelique Rademaker (Erica)
Joseph P. McGlynn (N. A.)
Adam Stardust (N. A.)
Ikang Fawzi (N. A.)

Crew:

Regie: H. Tjut Djalil (als Jalil Jackson)
Drehbuch: Karr Kruinowz
Kamera: Chuchu Suteja
Schnitt: N. A.
Musik: Ricky Brothers
Production Design: J. Yansen
Spezialeffekte: David Albert, Michael Hensley, Wawan Nuryadi, Gregory O'Neill
Produzent: Mac Muller
Ausführender Produzent: Raam Soraya
Produktion: 108 Sound Studio, Soraya Intercine Film PT

Vorwort

Wer kennt und liebt sie nicht, die schamlosen Rip-offs, bei denen man den Machern eigentlich gleich an die Gurgel fallen sollte? Aber es gilt da halt auch wieder die alte Grundregel, je dreister, desto besser (z.B. wie bei TURKISH STAR WARS). Dass da aber nicht nur die Türken völlig ohne Skrupel waren, beweist dieser schöne Film hier, der uns freundlicherweise auch gleich im Titel sein „Vorbild“ verrät. Ja, ihr habt richtig kombiniert, wir haben es hier mit einem Streifen zu tun, der sich gar heftig an James Camerons Meisterwerk vergeht. Filme aus Indonesien haben wir hier ja noch nicht so oft gehabt, meines Wissens nur THE DEVIL’S SWORD und VIRGINS FROM HELL, die ich beide leider noch nicht gesehen habe, aber mir, so schnell es geht, noch zulegen muss. Eines ist auf jeden Fall schon mal klar, die Indonesier können auch klauen und das kann unter Umständen auch ungeahnt lustige Ausmaße annehmen. Aber lest am besten selbst.

Inhalt

Eines voraus, ich gucke den Streifen in der Version von Lee/Leroc, die also uncut ist und mit deutschem Ton, dafür aber mit grausiger Bildqualität. Jedenfalls sehen wir eine hübsche Meeresbrandung. Voice-over (juhu!): „Manchmal wäre es besser, die Vergangenheit bliebe nur Erinnerung, damit sich zwischen den Seiten des Buches, das die Zeit geschrieben hat, Staub sammelt.“ Die Vorteile davon? Wir werden es noch erfahren, jetzt schauen wir erst mal in die Liebesgemächer der „Südsee-Königin“. Dem Backcover-Text lässt sich entnehmen, dass dies ein Flashback ist, denn dort ist nämlich davon die Rede, dass eine gewisse Tania nach dem „untergegangenen Reich“ dieser Königin sucht, die aber jetzt schon eine „jahrtausendalte Tote“ ist. In dieser Szene ist sie aber noch springlebendig, im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie vergnügt sich auf ihrem Himmelbett reiterstellungstechnisch. Ist das der König, der in den Genuss der „Schönen“ kommt? Sieht nicht danach aus, denn plötzlich verfinstert sich ihr Gesichtsausdruck und der arme Herr wird voll vom Blut besudelt (Splädder!!!), eine Prozedur, die sich noch öfter im Film ereignen wird (Dobbel-Splädder), außerdem stellt sie, während der arme Tropf abtransportiert wird, genüsslich Weintrauben essend die Gretchen-Frage: „Gibt es einen Mann der mich befriedigt?“
Täter

Da kommt auch schon der nächste Kandidat, der sich an ihr versuchen darf. Und siehe da, er wird nicht von ihr hops genommen, da er den Trick durchschaut – er zieht aus ihrem Schritt eine Art Schlange (na ja, eher Blindschleiche) hervor und verwandelt diese mit mysteriösen Blitzen in einen Dolch. „Versetz’ den Dolch in seine ursprüngliche Gestalt und gib ihn mir zurück!” – „Du bist jetzt meine Frau, ich will dass du mit dem Töten aufhörst.“ (Immer diese Kompromisse in der Ehe – manhunter.) Sicher ein frommer Wunsch, aber sie beginnt, jetzt erst richtig Zicken zu machen (immer dasselbe), und schwört ihm, dass er das büßen soll: „In 100 Jahren werde ich Rache nehmen an deiner Urenkelin!“ Und beamt sich auf eine nahe gelegene Insel, woraufhin der Typ belämmert mit dem Dolch stehen bleibt (warum aber deswegen ausgerechnet seine Urenkelin bluten muss, erschließt sich mir nicht ganz, aber es ist ja nicht das erste Mal, dass in einem Film moderne Frauen unter Generalverdacht gestellt werden). Von der Insel aus also wird unsere Königin „auf den Grund des Meeres steigen uns sich mit dem Bösen verbinden“ und „zurückkehren und diese furchtbare Beleidigung rächen“. Rolling Credits (ob „Ass. Cameraman“ wirklich die geeignete Abkürzung für assistant cameraman ist?)

Hundert Jahre später (ich wusste doch, dass das mit der „jahrtausendalten Toten“ mal wieder schön in die Hose geht, aber nennt mir einen B-Film, der sich nicht in Anachronismen oder sonstigen Zeitverwirrungen suhlt, ihr könnt auch gerne nachrechnen, ob das mit der Urenkelin hinkommt). Die Urenkelin, also Tania mit Namen, ist nun im vollen Erwachsenenalter. Sie sucht einen mysteriösen Wissenschaftler auf und fragt ihn nach einem Buch über die geheimnisvolle Südsee-Königin (bemerkt ihr die Spannung?) und sie hat auch Glück, unter einer dicken Staubschicht befindet sich der Schmöker und Tania will schon zugreifen aber – große Gefahr droht für alle, die sich darauf einlassen. Tania bleibt unbeeindruckt, denn schließlich ist sie ja „Anthropologin“ (na dann). Aber der Wissenschaftler bleibt dabei, es könnte nämlich – Schock, Horror – das (Leute mit schwachen Nerven bitte auf ein anderes Review wechseln) „Unergründliche“ sein. Nun läuft es Tania doch kalt über den Rücken, sie überwindet sich aber dann doch (Spannungsbögen wohin man schaut), denn sie muss ja ihre Dissertation schreiben, wenn sie ihr Diplom haben will, „und so gefährlich wird es schon nicht sein“. (Berühmte letzte Worte – manhunter.)

Opfer

An Bord eines Fischerbootes geht die Expedition dann los, wobei aber noch ausgiebig mit dem Kapitän gezankt werden darf: „Hören Sie endlich auf mich Lady zu nennen, ich bin keine Lady, ich bin Anthropologin!“ Aber er will sie immer noch nicht an die Stelle bringen und trinkt lieber eine Dose Bier nach der anderen (warum sehe ich in letzter Zeit in so vielen asiatischen Filmen immer wieder Dosenbier, ob das irgendeine besondere Bedeutung haben soll?). Sie können sich immer noch nicht einig werden, da weist der Kapitän seinen Steuermann Popeye (!!!) dazu an, den Motor zu stoppen, und plötzlich wendet sich das Blatt – hat zuerst der Kapitän gemeint, sie erzählt ihm Seemannsgarn, so wirft sie nun ihm den Aberglauben vor, aber wie er beteuert, haben es an dieser Stelle (also der in ihrem Buch) schon viele probiert und alle sind sie von der Königin gefangen worden (endlich Klartext!). Endlich schlagen sie Kurs zur Stelle ein und Tania darf eintauchen.

Als sich der Kapitän schon Sorgen macht, dass Tania schon so lange verschwunden ist, erfasst ihn plötzlich eine Sturmwelle und Tania – eben noch im ruhigen Wasser tauchend – landet mir nichts dir nichts auf einem Himmelbett. Vier Bänder fesseln sie selbsttätig (Mann, das wäre der Renner im BDSM-Shop) und spreizen ihr die Beine. Schlängel, schlängel und plötzlich dringt das sich Schlängelnde in ihren Körper ein (wobei es mehr nach Bauchnabel aussieht). Sie schluchzt und keucht ein bisschen, dann blitzt es und schon ist es finstere Mondnacht. Sehr surreal, diese Szene. Tania kommt also ganz langsam und bedrohlich aus dem Wasser gestiegen und spätestens jetzt sollte wissen wir, dass sie keine Maschine ist. Was wohl ihr Ziel ist? Ganz klar, die böse Tochter, aber jetzt sucht sie erst mal zwei notgeile Macker auf (sie trägt übrigens nur Slip, echt sehr freizügig dieser Film, nicht zu verwechseln mit dem indischen Film).
Sinnlichkeit kennt keine Grenzen, Sinnlichkeit kennt kein Pardon

Wie sich die Typen hier zum Affen machen, ist echt jenseits von Gut und Böse, aber Schwachstrahlstruller sind sie sicher nicht (zumindest nicht der Typ im Vordergrund)... Sackel Zement... Und was die jungen Leute nicht alles zu lachen haben. Und wenn sie vor Lachen nicht gestorben sind... Zur Krönung „müsste jetzt die sagenhafte Südseekönigin auftauchen“, und siehe da, schon erscheint sie vor uns, aber statt dass sich die beiden totlachen über diese „verrückten Touristen“, macht sich unser Pisser (haha) an die Dame ran, zuerst noch schüchtern, aber sein Kumpel entwarnt ihn („bei der holst du dir kein Aids“), sodass er sich ein Herz fasst („ich hab’ ne Prise Hasch im Auto“), und schon geht die Party ab auf dem Rücksitz. Nicht, dass sich irgendwer über eine willige Dame aus dem Nichts auch nur eine Sekunde lang wundern würde (das scheint in Indonesien wohl normal zu sein). Sein Kumpel harrt ungeduldig vor den Autoscheinwerfern aus (die energiesparenderweise an sind). Tania fällt mitleidend über ihn her (im Sand!), aber plötzlich verfinstert sich ihr Gesicht (Schmodder ahead). Richtig kombiniert – sie hat beide abgemurkst und ist jetzt endlich (oder leider) in Besitz von Lederklamotten (schick!).

Tania bezieht Quartier in einem Hotelzimmer, wo aber die Hotelleitung offenbar Einwände hat. Jedenfalls meditiert sie sitzend vor einem Bild an der Wand, durch das sie sich offenbar wieder an „damals“ erinnert (es ist dasselbe Bild, das wir vorher schon gesehen haben, als Tania sich von dem Wissenschaftler das Buch geholt hat). Gleichzeitig läuft ein Fernseher (ah, MTV, ich liebe es!). Es wird leiser und dunkler. Und da zieht im Raum ein Unwetter auf, d.h. Tania benutzt ihre neue Fähigkeiten, nämlich grüne Blitze aus ihren Augen zu schießen, um die Flaschen in der Zimmerbar (!) zu zerdeppern und das Schild durchs geschlossene Fenster zu katapultieren (Psycho Mantis?), was die Aufmerksamkeit des Hotel-Aufsehers auf sich zieht (die waren doch vorher schon alarmiert?), doch Tania zieht ihn ins Zimmer (hat die Uzi doch nix gebracht...)
Uhuhu, it’s magic

Schnitt, wir befinden uns in einer Kneipe. Ich darf’s gleich verraten, wir lernen hier unseren Helden kennen, Max McNeil. Doch es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn’s den bösen Rockern nicht gefällt. Die machen sich nämlich gleich sehr schroff an eines der Girls (Linda) ran, was unser Held natürlich nicht zulassen kann, und schon eine wilde Prügelei später gibt’s ein Wiedersehen zwischen Max, der offensichtlich Bulle ist, und seinem Kollegen Snake (mit Vokuhila) nebst kleiner Unterredung. Weiter ins Büro, wo Max die Autopsiebefunde von den drei Leichen (also die zwei am Strand und den Hotel-Uzi-Special-Man) auswertet („Jack und ich haben schon mehr Leichen gesehen als du Hot Dogs gegessen hast, also lass sie dir schmecken“ – es geht doch nichts über eine bewusste Ernährung).

Da lernen wir auch schon unser offizielles (bzw. das wissen wir zu dem Zeitpunkt eigentlich noch nicht) „Objekt zur Vernichtung“ kennen, Erica. Diese ist Leiterin eines Aerobic-Studios und quatscht gerade mit der Presse (ächz, diese furchtbaren Schauspieler, argh, röchel, Overacting deluxe], aber man versichert ihr, dass sie „bald berühmt“ sein wird, aber sie gibt sich bescheiden, natürlich kann sie sich nicht vorstellen, berühmt zu werden, und möchte „ein ganz einfaches Leben führen“ (na dann nix wie Zumachen den Schuppen und was anderes lernen, oder?). Noch ein kleiner Zwist mit ihrer Freundin, die sich darüber beschwert dass ihre Schecks „weniger gedeckt als eine Jungfrau“ sind, und schon gehen sie in ein Schmuckgeschäft, werden aber von Tania erspäht (Rotfilter, an welchen Film erinnert mich das wohl?). Tania hat dem Typ am Strand offensichtlich auch das türkise, bauchfreie Top geklaut, und folgt der Freundin (Mary-Ann) aufs Klo. Kopfschuss! Mary-Ann muss dran glauben (können Leute mit Kopfschuss eigentlich schreien? Müssen wohl postmortale Zuckungen sein), ebenso die Putzfrau (?), die anscheinend die Schweinerei schon aufwischen soll (Schuss in die Brust).

Sie zerquetscht wütend Mary-Anns Halskette (so kann sie also zuordnen, wen sie eigentlich sucht) und ja, die Frau die wir vorher im Fernsehen gesehen haben, ist Erica. Tania checkt es jetzt auch endlich, und zwar sieht sie Erica singend in drei Glotzen, die in einem Schaufenster stehen. Sie ist blöd genug, die Glotzen zu zerballern (die Welt ist ein Quadrat), was einen Mann (ist es der Inhaber des Ladens?) dazu veranlasst, sich todesmutig ihr entgegen zu werfen (geht für ihn tödlich aus – das sind die Arbeiter von heute, flexibel, anpassungsfähig, immer mit Herzblut bei der Sache, der Kunde ist König). Danach zerstört sie alles (kawumm!). Kurzer Schnitt in die Brandung, wo ein alter weiser Meister mit Ziegenbart Ericas Gefahr erkennt (Schnellmerker) und seinen Dolch zieht.

Max und Co. untersuchen die Leichen: „Im Bericht steht, allen drei Leichen wurde die Geschlechtsteile abgebissen, könnte ein Tier gewesen sein“ (immer sind’s die armen, unschuldigen Tiere). Max hält einen Aal für den Täter, was sein Kollege (Jack) bezweifelt (er hat zwar seinen Angaben nach anscheinend einen guten Überblick über die unterschiedlichen Fellatio-Techniken, aber das hält er dann doch für „unmöglich“). Der andere (Tom) soll die Tatorte überprüfen (wird auch langsam Zeit), aber er hält sich noch für sehr fleißig, dass er kurz vor Mitternacht noch damit anfängt.
Mir san jung, mir san dumm, oba lustig samma heid

Kommen wir zu einer etwas längeren (fast schon zu langen) Disco-Szene, wo Erica als Star auftritt (ich will nicht zu viel verraten, aber sagt euch das Wort „Tech Noir“ noch irgendwas?) Max und Jack sind wie geplant auch anwesend. Jack sagt ihm, er soll sich die Chance nicht entgehen lassen, eine Dame dieses Kalibers mal anzusprechen, aber er fühlt sich noch nicht bereit für so was (er ist ja auch erst Anfang 30, da müssen schon noch ein paar Haare wachsen), aber Jack weist ihn mit Taktgefühl daraufhin, dass ihn schon 50 % der Damen im Polizeidienst für schwul halten (hat er das quantitativ oder qualitativ untersucht?). Rotfilter und Schüsse – aber nein, Erica ist nicht getroffen, dafür ein anderer Party-Gast. Folgt die offizielle „Übermensch-wird-getroffen-und-sieht-aus-wie-tot-isserabernisch“-Szene, wo Tania sich wieder aufrappelt (keine Einschüsse!) und das Ballern fortsetzt, aber erfolglos, denn obwohl Erica schon am Boden liegt, muss sie sich dem Retter in der Not mit Shotgun geschlagen geben. Spätestens an dieser Stelle hilft es wirklich, TERMINATOR gesehen zu haben, die Szenen ähneln sich doch wirklich verblüffend (Zufall).

Ach, hab ich eigentlich schon gesagt, wie geil ich die Idee finde, dass immer wieder Szenen eingebaut werden, wo Tania im Dunkeln steht und nur ein Lichtstreifen über ihre Augen gelegt ist? Ach, ich liebe euch, liebe Macher, das ist echt geil, das gibt dem Streifen echt ein surreales Flair, genauso wie ich es mag! Exkurs Ende, jetzt wieder hammerharte Action: Jack zieht Tania sein Gewehr über die Rübe, was ihr natürlich nix anhaben kann; sie bricht ihm das Genick und wirft ihn gegen die Wand (es muss ein offener Bruch gewesen sein, denn sonst würde wohl nicht so ein stylischer Blutfleck hinter ihm an der Wand kleben, Mediziner sind hier gefragt!). Erica schafft es gerade noch, sich das Kotzen zu verbeißen (wäre auch irgendwie widerlich), und schon fliehen sie zum nächstgelegenen Auto. In dem Auto liegt zufällig noch ein Sturmgewehr (praktisch), womit Max den ganzen Straßenzug in die Luft jagt. Schon hängt Tania auf der Motorhaube, aber Max schüttelt sie behände ab.
So ein Tag, so wunderschön wie heute

Tja, aber Max erntet von Erica nur Undank, diese brüllt ihn nämlich schon wieder an (was ne Furie). Er verständigt sein Hauptquartier, aber die Schnarchnasen hinken natürlich wieder hinterher (Flaschen...), sie haben nur gecheckt, dass es in der Disco eine Schießerei gegeben hat und dass ein Einsatzwagen fehlt. Max’ und Ericas können sie nicht meinen, die fahren nämlich mit einer Tuning-Kiste, es kann sich nur um Tania handeln und genau so ist es, sie hört auch ihr Funkgespräch mit und nimmt die Verfolgung auf. Sie halten kurz an, weil sie meinen, das Polizeiauto käme ihnen zu Hilfe (dramatic irony), aber Tania schießt auf ihre Karre (einmal), welches dann sofort in Brand gerät und explodiert, aber ein Ersatzauto ist schnell gefunden (leider ohne Waffen an Bord; was für eine Lusche, dieser Halter, geschieht ihm Recht, dass die Kiste gestohlen wird).

Weiter geht’s mit einer Verfolgungsjagd, wobei die eigentlich überhaupt nicht so schlecht gemacht ist (technisch gesehen), Max darf Spaß haben mit seiner Wumme (ich kenne mich mit Waffen leider nicht so aus, aber es könnte ein M14 oder M16 sein, muss aber nicht) und schließlich kommt Tanias Fahrt zu einem jähen Ende. Die übrige Polizei ist jetzt auch schon eingetroffen und jetzt freuen sich schon alle, sie festnehmen zu können, doch da, „das Nest ist leer“. Wird es Zeit, die Identität der schönen Unbekannten zu ermitteln. Dazu suchen sie einen Experten auf, der auch blitzschnell (etwas gar schnell) die Daten über sie aus dem Computer holt – Tania Wilson; laut den Angaben auf dem Bildschirm ist sie Amerikanerin (Springfield, Texas).

Snake, unser Frisuren-King

Max telefoniert mit Snake (ach wie ich diesen Namen liebe), der in bester Party-Stimmung ist. Max vermiest ihm die Stimmung aber: „Eine fremde Frau bringt hier Leute um, massenweise. Ich hab sie tödlich getroffen – aber sie stirbt nicht.“ Snake lässt sich nicht für dumm verkaufen: „Ach was Blödsinn, wenn du sie getroffen hast, ist sie auch tot.“ Inzwischen fragt „ein alter Mann“ nach Erica, es ist Masabu, also der Typ vom Riff. Er lässt sich von Erica die Halskette geben. „Das Böse benutzt sie, um dich zu finden.“ – Max wendet ein „welches Böse?“ – aber Masabu klärt uns auf: „Diese Fremde stirbt nicht, weil in ihrem Körper die Südseekönigin lebt. (Zu Erica) Dein Urgroßvater Ilias (!!!) war der hundertste Ehemann der Königin.“ Prompt mischt sich Max’ neuer Freund ein (langsam verliere ich den Überblick), der aber von der Legende schon mal was gehört hat (äh, wie?). Max entschuldigt sich, denn er glaubt nicht an „Märchen“. Erica rechtfertigt sich: „Er ist noch nicht lange in unserem Land, Großonkel“ (gemeint ist Masabu, der dann also der Neffe von Ilias ist).

Masabu redet noch klareren Klartext: Er übergibt Erica den Dolch, also ein Erbstück ihres Urgroßvaters, und erzählt von seinem Traum von letzter Nacht: „Ich träumte, das Meer würde brennen, also wusste ich, dass die Südseekönigin reinkarniert ist. Aber keine Angst, ich beschütze dich.“ (Schön wär’s.) Tania hat nämlich immer noch nicht aufgegeben und bahnt sich mit ihrem Auto ihren Weg ins Gefängnis (ihr ahnt sicher, was kommt). Tania ist also durch die Eingangstür hindurchgebrochen und lässt sich gleich wieder anscheißen, äh, anschießen (wenn sie eh unsterblich ist, warum dann auch nicht?), wobei es nun auch dem Letzten klar werden dürfte, wie ernst sie es meint, als sie nämlich den armen, eh schon liegenden Wachmann mit schätzungsweise 5383719 Kugeln abserviert (sehr sparsam). Es kommt, wie’s kommen muss, Alarm, allgemeine Hysterik und viel Bummbumm. Jetzt tauchen auch Max und sein Kumpel auf, müssen aber ob ihrer Unterlegenheit schnell wieder flüchten (also, wie ein Polizeirevier oder ein Gefängnis sieht das auch wieder mal gar nicht aus, eher wie ein Hotel, man beachte zum Beispiel mal den sehr schicken Kronleuchter [Glamour!!]). Tania dreht der Bude den Saft ab, lässt aber glücklicherweise noch genügend Licht über, da wir ja sonst im Dunkeln tappen würden.
Würden Sie diese Frau vor Tania retten?

Erica macht sich inzwischen schon Sorgen, Großonkelchen will sie verlassen, er hat aber auch einen guten Grund: „Ich werde das Böse bekämpfen. Sollte ich sterben, behalte den Dolch. Die Menschen sind schwach und versagen oft, aber auf ihn kannst du dich verlassen!“ Dasselbe gilt übrigens auch für Tanias Wumme, die immer noch nicht nach Munitionsnachschub verlangt (besser als bei Van Damme!). Wird Zeit, dass sich die beiden gegenüberstehen, und so ist es. Der Gang verfinstert sich und Tania hält drauf. Selbstverständlich ist auch Masabu kugelsicher und knockt sie stattdessen mit einer Energiekugel aus, die er ihr ins Auge befördert (autsch!), damit hat Masabu aber seine Macht verloren und kann von Tania, die sich wieder aufgerappelt hat, kastriert werden (sie zielt nur auf die Eier, sehr fies), sie verpasst aber natürlich die Chance, Max und Kollege zu killen, trifft nur die Wand (aus der tatsächlich Teile abbröckeln, hier hatte wohl jemand Liebe zum Detail) und hält es jetzt endlich für notwendig, nachzuladen.

Jetzt gelangen die beiden endlich zu Erica (war die nicht vorher noch ganz woanders?), na egal, Max und Erica flüchten durchs Fenster und sein Kumpel nimmt es alleine mit Tania auf; blöde Idee, als er dann doch fliehen will, wird er noch angeschossen, dummerweise ist aber Tania die Muni endgültig ausgegangen und so kann sie nur ihre Wumme schmollend auf den Asphalt plastern (recht so, immer raus mit den Gefühlen!). Max und Erica sind inzwischen per Auto geflohen (wo ist der andere, ist der jetzt doch tot?), die Kiste macht aber natürlich mitten auf dem Weg zum sicheren Happy-end schlapp. Nach ca. 1,839023-sekündiger Untersuchung des Motors ist sich Max sicher, dass es den Schrotthaufen nicht mehr bringt, und man zu Fuß weiter muss. Ein Platz zum Schlafen wird gesucht (Lagerfeuer!) und Erica soll das kleine Kratzerchen verbinden, das offenbar eine Schusswunde darstellen soll, und anscheinend doktort Max sich auch noch die Kugel raus, was ihm nicht allzu schwer fällt und auch gar nicht wehtut (tapferer Junge). Zeit fürs Kennelern-Spiel: Erica: „Du redest wenig, leben deine Eltern noch?“ Wie es sich für einen Helden gehört, leben die natürlich nicht mehr, aber wir erfahren, dass er verheiratet war, seine Frau aber von Vergewaltigung und Mord heimgesucht wurde und natürlich war es sein eigener Fehler.
Gib mir ein Küsschen und dann geh bitte heim, lass mich bitte allein, heute Nach bin ich noch nicht so weit, bitte gib mir noch Zeit

Nun wird auch Erica von der Melancholie ergriffen und beichtet, dass ihre Eltern starben, als sie gerade mal sieben war und bei ihrem Onkel aufgewachsen ist (natürlich auch tot), so wie sonst auch alle, die sie je kannte. Nun ist sie allein, aber Max findet tröstende Worte („morgen sieht’s schon besser aus“), aber er scheint nicht zu wissen, dass sie seinetwegen weint (woher auch?). So, jetzt darf dann auch schon endlich geknutscht werden (Zeit wird’s) und Max geht ihr an die Wäsche und die Action läuft. Hinterher gibt’s noch ein paar romantische Kamerafahrten über die Umgebung und schon können wir wieder in Tanias Hideout schauen, wo sie bereits wieder beim Meditieren ist (oben ohne natürlich), was sie anscheinend gehörig ins Schwitzen bringt (so dass sich sogar die Lichter von draußen in ihren Nippeln spiegeln, so muss surreale Kunst sein). (So müsste JEDE Kunst sein – manhunter.)

Aber noch gibt’s in ihrem geistigen Universum eine Variable, die nicht passt, Masabus Zauberangriff hat nämlich die Umgebung ihres linken Auges sehr verunstaltet, genau deswegen muss sie jetzt dann auch den Augapfel einer Spezialbehandlung unterziehen. Sie schneidet mit einem Skalpell über dem Augapfel hin und her, sodass unten am Auge Blut rausfließt, und schafft es mit einer geschickten Handbewegung, den kompletten Augapfel aus der Augenhöhle zu holen. Ein bisschen Abtupfen und ein bisschen Wasser über den Augapfel laufen lassen und schon kann sie ihn wieder einsetzen. (Continuity-Problem hier: sie hat sich das linke Auge operiert, ihre heilende Handbewegung gilt aber dem rechten Auge, ansonsten ist die Szene technisch gesehen gar nicht übel, vor allem wenn man in ihre leere Augenhöhle sieht und die Tatsache, dass das andere Auge sich noch bewegt).
So ein tolles Gefühl, wenn man sich schwindelig ballert

Nächsten Morgen kommt der Zimmerservice mit dem Frühstück. Tania liegt auf dem Bett und gewährt ihm mit einem lasziven „come in“ Einlass (der Film ist an manchen Stellen nicht synchronisiert, z.B. hier). Er geniert sich nicht, gleich mal abzulegen und sich von Tania in die Arme nehmen zu lassen, aber wir wissen ja, was dabei rauskommt (lasst euch das eine Lehre sein liebe Leser!). Tania streckt sich noch ein wenig und schon sind wir wieder im Einkaufszentrum, wo Max und Erica schon wieder auf Shopping-Tour sind. Erica („Liebling“) besorgt was zu essen und Max ruft den „Spezialsicherheitsdienst“ an, erwischt aber stattdessen Tom im Krankenhaus, wobei ihn wundert, dass er noch lebt, aber Tom bleibt cool: „Denkst du, eine verrückte Hexe könnte mich töten?“ Während er ihm noch unterrichtet, dass schon Hilfe von den „Staaten“ angefordert worden ist und dass er ihn, Snake (offensichtlich auch aus den Staaten) und noch ein paar andere am Flughafen treffen wird, materialisiert sich Tania schon wieder in Max’ Sichtfeld. Zu dumm nur, dass er Erica alleine gelassen hat, denn Tania hat Erica schon längst im Visier (Rotfilter), aber Max kann sie noch retten (was wäre bloß, wenn es keine Helden wie Max gäbe?).

Sie entkommen über einen Fahrstuhl und klauen wieder ein Auto (das dürfte inzwischen das fünfte oder sechste sein), aber diesmal ist der Besitzer so schlau, sich direkt bei Tania zu beschweren (als ob das was nutzen würde...). Sie krallt sich den größten Schrotthaufen, den sie finden kann, und nimmt wieder die Jagd auf. Tania kann sie einholen und verwickelt die beiden in einen fetten Crash mit Überschlag. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht per pedes zum Flughafen machen würden, aber schnell von Tania (die wieder ein neues Auto hat) eingeholt werden. Glücklicherweise kommt ihnen ein Hubschrauber zu Hilfe, der gleich mal mit zwei Raketen ein Zeichen setzt, es explodiert aber nur das hier zufällig geparkte Flugzeug, nicht aber Tanias Kiste (deutsche Wertarbeit?), sie ist aber mächtig angeknackst. Vom Heli aus springen Max’ Typen ab, namentlich, Tom, Jones und Snake (ist der wirklich mitabgesprungen?), und Bullen eilen auch noch herbei (dass es überhaupt noch welche gibt in dieser Stadt...). Tania bringt ihre Kiste wieder zum Laufen und gibt Gas. Doch die vier iron guys stellen sich ihr todesmutig in den Weg und auch vom Hubschrauber aus wird sie noch unter Feuer genommen.

It’s magic Teil 2

Tania verpasst die Chance, die vier zu überfahren, und tuckert jetzt im meterhohen Gras weiter. Jetzt müssen wirklich die letzten Reserven aufgeboten werden. Max weist Snake an, „den Panzer“ (!!!) zu holen und Snake folgt natürlich aufs Wort, doch den Panzer hätte es, so wie so wie es zunächst scheint, gar nicht gebraucht, da der Hubschrauber sie nun eh abschießen kann, was Snake aber nicht daran hindert, in spontanen Freudentaumel auszubrechen (sieht lustiger aus als es sich anhört). Doch da! Tania fährt aus den Flammen (hm, langsam solltet ihr mal zu Potte kommen). Sie fährt und fährt, bis Snake sie rammen kann und ihr noch ein paar Mal in die Seite fährt (kann ein Panzer wirklich so schnell zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt wechseln?). Snake nimmt nun, wo Tania eingeklemmt ist, die Beine in die Hand und Joe darf sie mit einer Panzerfaust (die fahren echt schweres Equipment auf) in zehn Zilliarden Mikrozellen zerlegen. So, offensichtlich kennt sich Erica in der Materie nicht so ganz aus, denn sie möchte jetzt am liebsten heimgehen.

Allerdings werden Kenner sicher wissen, dass jetzt normalerweise die Szene folgen müsste, wo sich das Endoskelett aus der Feuersbrunst erhebt. Da aber Tania leider kein Endoskelett oder was Vergleichbares hat, mussten sich die Macher was anderes einfallen lassen. Und zwar sieht das so aus, dass Tanias Gesicht auf mysteriöse Weise zerschmolzen/verbrannt ist (kann man nur schwer beschreiben), auch ihre Kleidung ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden (aber auch wieder nicht so schlimm, dass ihr Top flöten gegangen wäre oder so). Sie tötet Snake mit Energieblitzen aus ihren Augen, kann aber vom Hubschrauber aus mit einem Netz gefangen werden (warum nicht gleich so?), der sie mit sich mit trägt (wie ein Urwaldtier oder so), doch Tania ist schlauer, sie sammelt ihre gesamte Kraft und zerschießt mit den Blitzen aus ihren Augen den Hubschrauber, der gleich mal fett explodieren darf (nicht unspektakulär!); Tania setzt ihren erbarmungslosen Amoklauf unbeirrt fort (Laserblitze!).
Erzähl kein Scheiß Alder

Sie schrottet noch ein paar Polizeiautos und verfolgt nun Erica und Max, die noch stehen können, in ein verlassenes Haus. Showdown-Time! Tania ballert ihre Blitze ins Leere und Max darf ihr sein nun ultimativ leeres Gewehr über die Rübe ziehen. Dass das natürlich zu nix führen kann, darf er gleich am eigenen Leib erfahren. Sie verpasst ihm ein schmerzhaftes Ding und schleudert ihn durch die Holzwand, hinter der Erica steht (warum tötet sie ihn nicht einfach? Aber sie ist ja keine Maschine aus der Zukunft, sie muss sich also nicht logisch benehmen). Tania jagt Erica die Treppe nach oben hinterher und bekommt schließlich ihr Bein zu fassen (blutig!), aber Erica gibt nicht auf und verdrischt sie mit einem Rohr. Max, der vorher nicht mehr hochgekommen ist, hat es jetzt auch bis hierher geschafft und zieht Tania eins über, auch vergeblich, sie wirft ihn die Treppe runter (autsch!). Was kann diese „Hexe“ nur stoppen? Erica beißt sie und bekommt so den Dolch zu fassen, den sie bei sich hatte, und gibt damit Tania endgültig den Rest. Noch ein bisschen Britzelbratzel und der Dolch fliegt unaufgefordert in die Nacht hinaus (hä??)

Wie ein Boom-boom-bomm-boom-boomerang...

Damit ist jetzt alles wieder schön im Lot und es bleibt nur noch die Aufgabe, die Leichen einzusammeln. Max (mit dem Arm in der Binde) kann sich noch mal mit seinem schwerverletzten, aber noch lebenden Kumpel Tom unterhalten („War ’n schwerer Tag“ – „Scheiß-Tag!“), der ihm außerdem noch mittelt, dass er „ewig leben“ möchte, „unheimlich lange“ (für ihn kein Widerspruch), und Max und Erica dürfen sich noch Küsschen geben, bevor sie von einem Typen in Arztkittel (?) mit einem Polizeiauto von dannen gebracht werden. Voice-over Max: „Der Kampf in unseren Seelen wird niemals enden. Das Leben des Menschen ist kurz und brutal. Hin und her gerissen zwischen Gut und Böse, umgeben von der Ewigkeit, wissen wir nichts. Die Sterne blicken auf uns herab. Sie hat es schon gegeben lange bevor die Menschheit auf unserem Planeten erschien, und sie werden noch da sein, lange nachdem wir ihn verlassen haben.“


Analyse

Puh, das war wieder mal ’n Ding! Selten wurde so dreist geklaut, aber auch selten mit, ähem, so viel Einfallsreichtum kombiniert. Und nee, ich will überhaupt keinen Vergleich mit TURKISH STAR WARS oder so anstellen. Stock Footage gibt’s, das kann ich schon mal vermelden, in diesem Film nicht (wäre ja auch noch schöner), aber dafür sind manche Szenen wirklich 1:1 aus TERMINATOR nachgedreht. Was natürlich impliziert, dass es vielleicht sinnvoll wäre, TERMINATOR gesehen zu haben, bevor man sich an dieses Werk wagt, sollte es tatsächlich jemanden geben, der Arnies Kultklassiker noch nicht gesehen haben sollte. Nun, zumindest ein anderes Grundkonzept verfolgt dieser Film hier, schließlich soll ja Tania oder, wie das Cover sie so schön betitelt, der „Lady Terminator“, gar kein Cyborg sein, sondern es wird uns irgendein vergessenswerter und nicht weiter eine Rolle spielender Käse über eine wie auch immer geartete Mystik mit einer alten notgeilen Königin vorgestellt, die an der Nachkommin ihres 100. Mannes Rache nehmen will. Warum, wie und wozu spielt natürlich zu keinem Zeitpunkt eine Rolle, sollte uns aber eigentlich auch nicht weiter stören.
The Master

Wer erwartet von so einem Film schon wirklich ein schlüssiges Drehbuch? Wenn überhaupt, dann ist die Frage eh nur, serviert uns der Film die ganz großen Logikhämmer oder ist alles halb so wild? Und da muss ich sagen, mit Logikmonstern hält sich der Film sogar erstaunlicherweise zurück, mal abgesehen davon, dass sich Tania natürlich weder sehr logisch verhält, noch dass in Sturmgewehre so viele Kugeln passen. Auch dass nach der Verbrennung Tanias ihre Wäsche noch halbwegs intakt ist, ist nicht so ganz astrein, und woher Erica am Ende eigentlich den Dolch hernimmt, darüber sollten wir lieber erst gar nicht nachdenken. Und am allerwenigsten natürlich, warum er sich dann plötzlich so einfach verzieht. Wer wann wie welche Magie kann ist auch völlig belanglos und sollte eigentlich niemandem länger Kopfschmerzen bereiten (wahrscheinlich bin ich schon zu abgehärtet, als dass mich das noch ernsthaft schocken könnte, aber bei dem vielen Lesen von Dingen, die sich für so brain confusing ausgeben, schockt einen so schnell nix mehr, es sei denn es ist der Film DIE TODESKLAUE DES TIGERS, da wächst dann wirklich ob der Verwirrung kein Gras mehr.) Exkurs Ende.

Das Drehbuch kann man also vergessen. Was aber nicht heißen würde, dass einen der Film nicht immer wieder überraschen würde. Es passiert immer irgendwas Verrücktes, Vorhersehbarkeit gibt es nicht, wenn, dann nur in den Klauszenen, aber auch da werden uns teils äußerst amüsante „Varianten“ dargeboten, sodass unsere Zuschauererwartung immer wieder über den Haufen geworfen wird. Was den Film auch sehr, öh, interessant macht, das sind die Charaktere. Denn sie sind natürlich flach, aber auch wieder nicht so flach, als dass sie sich nicht einprägen würden. Ob jetzt Masabu, Snake oder Tania herself, sie sind alle äußerst memorabel. Wobei ich dazu sagen muss, wenn ich in einem Film, den ich mir jetzt nicht aus Kunstgründen ansehe, sondern um meinen Spaß zu haben, und er hat wie auch immer geartet einprägsame Charaktere, dann ist das eh schon die halbe Miete. Und damit habe ich es eigentlich schon vorweg genommen – natürlich ist LADY TERMINATOR eine absolut spaßige Angelegenheit, ein Erlebnis, das man so schnell wieder vergisst.
Morgendstund hat Gold im Mund.

Was haben wir noch? Da sind auch noch die absolut geilen Lichtstimmungen und Kulissen, die einfach ein echter Hingucker sind, allen voran natürlich die beleuchteten Augen, die geben dem ganzen schon ein gewisses surreales Flair, dazu die wechselnden Gesichtsausdrücke von Tania, ein Traum. Ich muss mich da mal outen – ich stehe extrem auf dieses „surreal Schlechte“, wie es manche (zu wenige) Filme bieten, die immer eine Grandwanderung zwischen Wahnsinn, Absurdität hohem Identifikationspotenzial und Liebenswürdigkeit bringen. Wenn das zusammenspielt, dann kann es auch nicht passieren, dass man das Interesse verliert. In dieser Kategorie würde mir zum Beispiel GLEN OR GLENDA einfallen. Oder auch TROLL 2. Oder diese Drogen-Filme der späten 60er aus Amerika. Und FRAUENLAGER DER NINJA ist ja sowieso der geilste Film überhaupt. Habe ich den Eindruck erweckt, dass der Spaß am unfreiwilligen Witz auf der Strecke bliebe? Das tut mir leid, davon kann aber auch keine Rede sein, es gibt in diesem Film kaum eine Szene, über die man nicht lachen könnte; wir sehen permanent schlechte darstellerische Leistungen, schlechte SpecialFX, sonstige WTF-Momente, Splädder, Nudity, dazu kommen natürlich auch idiotische Dialoge usw. usw., aber ich will euch nicht alles spoilern (habe ich im Fließtext auch nicht getan, der Film hat schon noch einige Hämmer für euch parat, also meint nicht, der Film könnte euch nicht noch aus den Socken reißen).

Cover der deutschen cmv-DVD

Splädder und Nudity gibt’s wie gesagt auch, aber auch nicht so viel, dass es wirklich „schlimm“ wäre. Barbara Anne Constable (Tania) behält zwar ihr Höschen immer an (Skandal! – manhunter), ist aber nicht sehr zimperlich mit ihren Juwelen. Die Königin am Anfang gewährt uns die tiefsten Einblicke, denn unter ihrem Schleier trägt sie deutlich sichtbar nichts (nicht zu verwechseln mit dem indischen Film). Erstaunt hat mich auch, wie selbstverständlich es den Charakteren zu sein scheint, wenn sie plötzlich eine Dame lang legt. Nicht, dass ich jetzt da mit der moralischen Keule kommen würde, aber gewundert hat es mich schon. Das würden uns die Öffentlich-Rechtlichen nicht so zeigen. Splädder ist eher lächerlich gemacht, aber manche Einschüsse (bei den Menschen, Tania bekommt ja keine) sind gar nicht mal so schlecht gemacht. Männer werden außerdem unfreiwillig zu Eunuchen gemacht, das ist aber schon wieder so absurd-grotesk, dass es schon nicht mehr schockieren tut. Der Streifen wurde außerdem indiziert, was auch wieder eher absurd ist. Natürlich, die müssen das ernst nehmen, aber das ist alles so offensichtlich grotesk, na ja… hm, okay, die müssen das ernst nehmen, wenn es sich nicht als Komödie ausgibt. Jugendgefährdung ist trotzdem nicht wirklich gegeben. Außerdem ist das alte Video ja auch in den meisten harten Szenen (außer der Augen-OP) cut. Aber die Indizierung von TERMINATOR ist nach wie vor etwas, das man eigentlich gar nicht erzählen kann, ohne sich zu schämen.

Special Effects sind natürlich nicht allzu gut, aber man hat schon Schlechteres gesehen. Die Explosionen zum Beispiel sind eigentlich ganz überzeugend dargestellt, dafür sind aber die ganzen Magie-/Blitzeffekte allzu durchschaubar. Ganz blöd ist dabei alles, was mit dem magischen Dolch zu tun hat. Aber immerhin hat das Budget einen Panzer hergegeben, das ist doch schon mal was, oder? Durchaus positiv aufgefallen sind mir Schnitt und Kamera, manche Aufnahmen sind durchaus gelungen. Zum Beispiel die Szene, wo Tania unter Wasser schwimmt, gut, das könnte auch Stock Footage sein, aber wenn, dann ist sie gut eingefügt worden. Muss man mal sagen. Nö, da könnte ich jetzt nix meckern. Völlig daneben gehauen wurde die Maske, nachdem Tania angekokelt ist, das ist echt sehr blöd, aber auch sehr spaßig. Sollte man sich ansehen. Überrascht war ich darüber, dass die Augen-OP-Szene technisch deutlich besser ist, als ich gemeint hätte, da hätte ich Schlimmeres erwartet, sie ist natürlich idiotisch, aber nicht wirklich unprofessionell. (Was die Frage aufwirft, warum man sich dann so viel Mühe macht wegen einer Szene, die doch offensichtlich dreistest kopiert ist; meinten die vielleicht, das merkt keiner? Oder dass der Film sowieso nie in den Westen kommt und man unwissende Indonesier schön beeindrucken kann?)

Cover der deutschen Lee/Leroc-DVD

Die Schauspieler sind herzhaft schlecht, um nicht zu sagen grottenschlecht. Barbara Ann Constable ist wirklich ultra-beschissen als „Anthropologin“ (haha), aber eine Diva als Lady Terminator. Nein echt, ihre Performace muss man gesehen haben, die hat echt was. So muss Anti-Kunst sein. Der Film könnte auch ganz lau sein, aber sie hat einfach die Screen-Präsenz, das Charisma, die Sympathie, man kann sie einfach nur super finden. Und wenn sie sich auch noch ärgert, wenn der Aufzug vor ihrer Nase zugeht, hach, das macht einfach nur Spaß, oder wenn sie sich im Auto ärgert, juhu!! Auch ihr „evil-durch-die-Gegend-starren-und-dabei-bloß-keine-Richtung-vergessen“ ist super. Sie gibt alles, um diese harte Lady zu spielen, und ist damit sogar auf eine gewisse Weise überzeugend. Natürlich – sobald sie irgendwas schauspielern muss, versagt sie völlig, das ist aber in dem Film nicht das Problem. Schlecht schauspielern können viele, aber gleichzeitig so viel Coolness und Eleganz ausstrahlen, das muss ihr erst mal einer nachmachen. (Böse Zungen könnten behaupten, dass es beim Vorbild Schwarzenegger auch nicht viel anders ist – manhunter.) Sehr lustig ist auch die Tatsache, dass sie nicht mal das Gewehr richtig halten kann. Außerdem war sie noch verantwortlich für Make-up. Haha, dann hat sie am Ende ihr idiotisches Zerscholzen-Make-up am Ende auch noch selbst entworfen? Ich mach mich nass. Leider hatte sie nie wieder eine Filmrolle. Schade.

Christopher J. Hart (Max) ist auch nicht gut. Seine Leistung ist grausig ausdrucksarm, er bringt natürlich die Panik und den Wahnsinn zu keinem Zeitpunkt rüber, er ist schon hart an der Grenze, einen zu nerven, aber da müsste ich schon spitzfindig sein. Auch er hatte keine weitere Filmrolle mehr. Ebensowenig wie Claudia Angelique Rademaker (Erica); sie ist auch nicht besser (Mann, mir gehen die Formulierungen aus). Sie soll einen Lady Superstar spielen, das mag vielleicht in der Disco noch hinhauen, aber sobald sie Interviews gibt, na ja... Natürlich wäre es gut für diese Art von Film, wenn man wollen würde, dass sie gerettet wird. Und irgendwie könnte einem kaum was egaler sein. Sie ist einfach ein zu belangloser Charakter, als dass man für sie irgendwie die Daumen drücken könnte. Ob sie jetzt bestialisch entzweigemeuchelt wird oder sich bei der Mitte einfach ohne Grund aus dem Film verabschiedet, das berührt den Viewer einfach nicht, schlimm ist nur, wenn Snake von uns gehen muss. Leider konnte ich nicht rausfinden, wer Snake spielt, dann müssen wir uns halt damit begnügen, dass Snake einfach der Größte ist. Snake rockt. Und seine Vokuhila rockt noch mehr. (Ob er etwa dieser mysteriöse Adam Stardust ist? Das wär allerdings klasse, denn auch er versprüht (Anti-)Charme und (Anti-)Glamour.)

Altes Kinoplakat

Was gibt’s sonst noch an Trivia? Also, Barbara Anne Constable war mal Model. Und dass in Indonesien irgendwann in den 70ern ein Gesetz erlassen wurde, dass auf fünf importierte Film (zumeist aus den USA) mindestens ein domestic picture produizert werden musste (kein Scheiß [solche Gesetze sind weiter verbreitet, als man meinen möchte; auch in unsern Landen gab’s so was ab und zu – manhunter]), was natürlich dann in wilder Exploitation ausartete (es soll auch einen Film namens RAMBU geben...), wobei den westlichen Handlungen oftmals mystische Zaubereien und Legenden beigemischt wurden, wie man hier sehr schön sehen kann (gelichtblitzt wird viel, außerdem ist das mit der South Side Queen anscheinend eine echte indonesische Legende, na ja, immer noch besser als die deutschen Legenden/Märchen zu nehmen ist es auf jeden Fall).

Ich habe die Version von Lee/Leroc gesehen, aber die Fassung ist wohl auch der cmv-Version deutlich unterlegen. Das Bild ist nicht sehr gut (laut ofdb soll die in der cmv die Bildqualität sehr gut sein) und es hat auch kaum Extras (nur vier Trailer, BLOODY PSYCHO, SLEEPAWAY CAMP 3, FINAL HOUR und BLOOD ANGEL 2 – wobei ersterer ein ziemlicher Lacher ist; außerdem haben die den dümmsten Rechtschreibfehler gemacht, den man machen kann, bloddy statt bloody...). Sonst gibt’s noch Originalton und das war’s. Die cmv-Version bietet (wie die US-DVD) auch noch alternative Szenen (ca. 5 Minuten), wie gut oder schlecht die sind, kann ich nicht beurteilen.

Die englische Version hat offenbar ein kleines Tonproblem, wenn man nämlich aufpasst, dann fehlt in vielen Szenen der Ton im Hintergrund. Das ist mir bei der deutschen Fassung so nicht bewusst geworden, dafür sind manche Szenen nicht synchronisiert. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das halt einfach die Szenen sind, die in der alten deutschen Videofassung fehlten. Ich kann euch da nur den Schnittbericht von Schnittberichte.com empfehlen, da gibt’s dann auch noch einen Haufen mehr Screenshots.

Zur Cut-Frage ist es mal wieder schwierig: Die deutschen Versionen bieten Nudity, wobei aber für das indonesische Publikum sämtliche Titten mit eingefügten Energieblitzen überdeckt wurden (Dösköbbe...). Die US-DVD (Macabro) ist dagegen eine Art Zwischenfassung, wo teils der internationale Cut, teils der Zensur-Cut verwendet wurde. Auf dieser Version scheinen auch die deutschen Versionen zu basieren, aber keine Angst, Nudity gibt’s genug, nur halt nicht in der Bar-Szene dann. Somit ist die unzensierteste Fassung der Welt das japanische Tape, ich glaube aber kaum, dass man die wirklich für teueres Geld beschaffen muss, die deutschen Fassungen dürften echt ausreichend sein. Infos zur japanischen Fassung gibt’s hier.

Bleibt nur noch das Fazit: LADY TERMINATOR ist ein unglaublich unterhaltsamer Klau-Streifen, den man unbedingt gesehen haben sollte. Es ist alles drin, was Spaß macht, und noch viel mehr. Selten konnte ich einen Film wirklich so bedenkenlos empfehlen wie diesen hier, denn der Film ist eine echte Trash-Perle und das müssten auch Leute checken, die mit Trash eigentlich gar nix am Hut haben. Der Film ist zwar natürlich dreist und hat grauenhaftes Acting, trotzdem habe ich schon unprofessionelleres gesehen (z. B. alle Filme, auf die ich mich im Text bezogen habe außer GLEN OR GLEAND und BATTLEFIELD EARTH). Spielt das eine große Rolle? Nein, natürlich nicht. Viel wichtiger ist doch, dass der Film absolut charmant und liebenswert ist und einen Haufen Spaß für wenig Geld bietet, sodass ich nur sagen kann: Ran an den Shit, genau so muss Trash-Unterhaltung sein!

(c) 2008 Diamond Bentley

Bewertung

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