Mini-Reviews 2016

Aus Badmovies.de
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Euer Doc macht sich ja derzeit aus Gründen rar, aber auf Facebook poste ich unter meinem "Normalaccount" doch das ein oder andere Mini-Reviewchen. Die sollen natürlich nicht untergehen und finden daher hier eine zweite Heimat. Enjoy!

MOTHER RILEY MEETS THE VAMPIRE

Großbritannien 1952

Regie: John Gilling

Darsteller: Bela Lugosi, Arthur Lucan


Puh. Harter Tobak.

Interessanter als der Film ist eigentlich mal wieder die Entstehungsgeschichte. Bela war 1952 nach London gelotst worden, um die Hauptrolle in einem Bühnen-Revival von "Dracula" zu spielen. Das Stück war ein kolossaler Flop (und verschiedentlich behauptet man auch, die Produzenten wären mit der Kohle durchgebrannt), und Bela stand mal wieder völlig blank da, ohne Asche für das Ticket für die Rückreise in die USA. Der Agent, der ihn über den Teich gelockt hatte, kam auf die Idee, ihn mit einem anderen seiner Klienten zusammenzuspannen - Arthur Lucan, der seit 1914 mit seiner "Old Mother Riley"-Nummer durch die Music Halls tingelte und seit 1934 auch in gut 15 Comedy-Filmen die Rolle gespielt hatte; ein drag act, in dem Lucan die Rolle einer versoffenen irischen Wäscherin spielte. Lucan hatte sich gerade von seiner langjährigen Ehefrau und Film- und Bühnenpartnerin ziemlich schmutzig getrennt, war Alki und auch so ziemlich am Ende. Die Idee war, seinem abgestandenen Act durch das Horror-Element ähnlich wie bei Abbott & Costello neues Leben einzuhauchen, wobei inoffiziell die einzige Aufgabe des Films war, Lugosi seine Heimreise zu bezahlen.

Bela spielt einen Mad Scientist namens van Housen, der sich selbst auch "der Vampir" nennt und zumindest den Schein aufrecht erhält, wirklich ein solcher zu sein (der britischen Zensoren wegen durfte er aber nicht wirklich ein Blutsauger sein). van Housen plant mit Hilfe einer Roboterarmee die Weltherrschaft zu übernehmen, aber von den 50.000 geplanten Blechmännern hat er erst einen fertig. Er braucht nämlich jede Menge Uran dafür. Hierfür will er die junge Miss Loretti entführen, die auf einer Uranmine sitzt, und tut dies auch (allerdings erst, nachdem er zur Ablenkung schon ein halbes Dutzend anderer Girls gekidnappt und mutmasslich gekillt hat). Ein Problem tut sich allerdings auf - der fertige Roboter wird durch einen Adressen-Mix-up an Old Mother Riley geliefert (van Housen hat sich nämlich "Dr. Riley" als Decknamen ausgesucht). Zum Glück lässt sich der Roboter fernsteuern und so kann van Housen Roboter und Old Mother Riley zu sich bringen. Was er mit der alten Schachtel will, ist zwar fraglich, aber er scheint einen Narren an ihr gefressen zu haben. Natürlich stolpert Riley früher oder später über van Housens Geheimlabor im Keller...

Das dürfte wohl wirklich der Bodensatz von Belas Karriere sein, Ed Wood-Filme notwithstanding. Der shtick von Lucan, der schlicht darauf beruht, dass ein Mann in Frauenkleidern IMMER lustig ist, egal, was er tut, ist schon sehr sehr sehr schmerzhaft. Der Plot macht keinen Sinn (was wohl eben auch daran liegen mag, dass er nicht wirklich in echten Horror, selbst komödiantischer Art, gehen darf, um die Freigabe nicht zu behindern), die Jokes, sofern als solche erkennbar, sind zu 99,5 Prozent Rohrkrepierer und die Inszenierung - immerhin von John Gilling, der später einige der B-Hammer-Horrorfilme wie "The Reptile" oder "Mummy's Shroud" inszenierte, grauenvoll, ohne komödiantisches Timing (im Zweifelsfall ist hochspeeden oder rückwärtslaufen LUSCHTIG). Der Lichtblick ist in der Tat Bela - in einem Film, in dem ihm wirklich niemand übel genommen hätte, wenn er einfach nur wie Wile E. Coyote Tafeln mit seinen Lines hochgehalten hätte, lässt er sich nicht lumpen, gibt alles, und hat sogar ein Gespür für Comedy, das der Film überhaupt nicht verdient hat. In so einem Streifen seine Würde zu bewahren, das zeugt von Klasse (und Bela verlautbarte nach seiner Rückkehr in die Staaten, dass er gern mehr Comedy machen würde. Die Chance ergab sich dann aber nur noch in dem von mir - noch - nicht gesehenen "Bela Lugosi vs. a Brooklyn Gorilla". Empfehlen kann man das Ding nicht guten Gewissens...

THE BLACK RAVEN

USA 1943 Regie: Sam Newfield Darsteller: George Zucco, Wanda McKay, Noel Madison, Glenn Strange

Indeed a nice little murder mystery... Amos Bradford (Zucco) betreibt ein Gasthaus kurz vor der kanadischen Grenze, bedient aber nicht nur "normale" Reisende, sondern bietet auch einen Über-die-Grenze-Schmuggel-Service für flüchtende Ganoven an. Selbigen will in einer stürmischen Nacht der Mafioso Bardoni in Anspruch nehmen. Der Zufall spült (im wahrsten Wortsinne) noch den Buchhalter Weatherby nebst 50.000 unterschlagenen Dollars, die Jungverliebten Allen und Lee, die in Kanada heiraten wollen, um Lees Daddy zu foppen, und eben jenen Vater, Mr. Winfield, der selbiges zu verhindern sucht, ins Gasthaus. Winfield ist zudem noch indirekt dafür verantwortlich, dass Bardoni sich abseilen muss. Außerdem hüpft noch ein entsprungener Sträfling und früherer Komplize Bradfords rum, der sich an ihm zu rächen gedenkt. Winfield erkennt Weatherby und knöpft ihm die Kohle ab. Hat aber nicht viel davon, weil er wenig später erschlagen aufgefunden wird. Für den zufällig vorbeikommenden Sheriff ist Allen praktisch schon verurteilt. Bradford allerdings ist sich sicher, dass der Killer ein anderer ist...

Dank der kurzen Laufzeit flottes kleines Mystery, das vor allem eine interessante Rolle für Zucco bietet - Bradford ist zwar ein "crook" und immer willens, sich auch mit Gangstern zu arrangieren, aber er will nicht zulassen, dass ein Unschuldiger für einen Mord büßen muss. Interessant auch der Part von Glenn Strange, dem Frankenstein-Monster aus "House of Frankenstein", "House of Dracula" und "Abbot & Costello Meet Frankenstein", der hier, seinen 2 Meter Körpergröße zum Trotz, den comic relief abgibt.

Zwar kein Horror, sondern ein reinrassiger Crimefilm, aber allemal gute Unterhaltung aus dem Armenhaus (in diesem Fall von PRC).

THE GHOST WALKS

USA 1934

Regie: Frank R. Strayer

Darsteller: John Miljan, June Collyer, Richard Carle


Es ist ja fast blasphemisch, es zu schreiben, aber: Siehst du, James Whale, so wird ein old-dark-house-send-up gemacht!

"The Ghost Walks" ist ein weitgehend funktionierender Spoof des Genres, der alle klassischen Zutaten bedient (ein Haus mit Geheimgängen, Bildern,durch die man durchkucken kann usw. usf.), und dabei tatsächlich quasi als selbst-referentieller Meta-Film, 60 Jahre vor Scream, gesehen werden kann...

Prescott Ames, Autor von erfolgreichen Horror-Bühnenstücken, landet in der bewussten dunklen stürmischen Nacht mit dem Theaterdirektor Wood und dessen Sekretär Erskine nach einer Autopanne im abgeschiedenen Landhaus seines Bekannten Dr. Kent. Ames ist nicht sonderlich happy, hier zu sein, wegen der Tragödie, die sich vor einem Jahr hier abgespielt hat. Damals wurde der Verlobte von Gloria (ebenso anwesend) ermordet, und keiner weiß, von wem. Man weiß aber, dass Kent gerne Gloria heiraten würde, was ein Motiv hergeben würde. Außerdem soll das Haus bespukt sein. Der Geist lässt sich bei einem Stromausfall auch nicht lumpen und erscheint gar grauslig. Wood und Erskine flüchten panisch auf ihr Zimmer...

... dieweil der Rest sich scheckig lacht. Die ganze Nummer war nämlich ein Rehearsal für Ames' neuestes Stück und die Wirkung auf den Theaterboss zeigt, dass es offensichtlich absolut ins Schwarze trifft. Doch drei Dinge passieren, die Ames' Plan durcheinander bringen: 1. Beatrice, eine der Schauspielerinnen, die Ames angeheuert hat, wird *wirklich* tot in einem Schrank aufgefunden.

2. Wood und Erskine finden Ames' Manuskript und sind in der Folge nicht davon abzubringen, dass alle weiteren Ereignisse immer noch nur sein Stück sind... und

3. Ein Wärter aus dem benachbarten Irrenhaus taucht auf und teilt mit, dass ein gefährlicher Psychopath entsprungen ist und HIER sein könnte...


Der Film ist als poverty-row-Produkt natürlich nicht halb so gut, wie er sein könnte, aber er ist immer noch überraschend kuckbar. Die beabsichtigten Gags sind, was man bei einem Film von 1934 nicht voraussetzen kann, wirklich größtenteils lustig (Wood und Erskine spielen sich die Bälle auch hübsch zu), und Ideen sind genug da, um den Film über seine Stunde Laufzeit zu hieven, ohne langweilig zu werden, obwohl freilich nicht allzuviel im Wortsinne an Action passiert. Regisseur Strayer hält die Chose auch, obwohl der Stoff natürlich "stagy" ist, schön in Bewegung und der zweite Twist ist zwar für uns heute durchaus vorhersehbar, aber nett gemacht und bringt dann auch noch "echte" Horror-Motive ein. Eine recht amüsante Methode, sich eine Stunde um die Ohren zu schlagen - kann man als FireTV-Benutzer über die "Movie Mania"-App für lau kucken.

THE SWISS CONSPIRACY

USA/BR Deutschland 1976

Regie: Jack Arnold

Darsteller: David Janssen, Senta Berger, John Ireland, Elke Sommer, David Hess, Arthur Brauss, Anton Diffring


Deutsch-amerikanische Produktion (von hiesiger Seite von der Bavaria) - erstaunliche Starpower, neben den oben aufgeführten Herrschaften geben sich u.a. noch Anton Diffring, Elke Sommer, Ray Milland, Arthur Brauss und sogar David Hess (mit Turbo-Afro Imperial Deluxe) die Ehre.

Leider ist der dazugehörige Film pretty lame - ein Eimer Kunden einer Schweizer Bank, allesamt Leute mit Leichen im Keller, die am besten nicht ans Tageslicht kommen sollen (Mistress eines englischen Lords, russischer Waffenhändler, amerikanischer Gangster usf.) werden erpresst. Die Bank schaltet David Janssen, einen ehemaligen US-Agenten, ein. Der hat das Problem, dass seine leads gerne in seiner unmittelbaren Umgebung totgeschossen werden, er also für die Schweizer Polizei mehr oder weniger chronisch verdächtig ist. Zusammen mit der ebenfalls erpressten Senta Berger verdächtigt er zunächst den Vizedirektor der Bank und dessen Geliebte (Elke Sommer), doch das erweist sich als Sackgasse...

Das Problem an der Geschichte ist schon mal, dass wir uns mit Leuten identifizieren sollen (den Erpressten), die, naja, nicht gerade Sympathiebolzen sind. Warum sollte es uns als Zuschauer scheren, ob ein amerikanischer Mafiosi erpresst wird oder die Schweizer Bank, die seine ergaunerte Kohle hütet, ihren Ruf verliert? Es bleibt also an David Janssen hängen, der in seiner Glanzzeit von "Auf der Flucht" womöglich auch erfolgreich gewesen wäre, aber Janssen wirkt völlig unmotiviert bis stockbesoffen (ich weiß nicht, ob er ein Alkproblem hatte. Herztod mit 48 würde ja durchaus dafür sprechen). Die Co-Stars haben zumeist nicht wahnsinnig viel zu tun (John Saxon wird schon nach gut 20 Minuten erschossen, trotz viertem Billing), Senta und Elke geizen auch mit weiblichen Reizen. Und Jack Arnold... es tut mir ja wirklich leid, seine Horror- und SF-Filme aus den 50ern sind unbestrittene Meilensteine, aber 1976 hatte ihn der kinematische Mainstream längst überholt - "The Swiss Conspiracy" wirkt altbacken, in seinen Actionszenen dröge, und nicht mal die schönen Alpen-Locations reißen viel raus, da gab's in den 70ern TV-Filme, die mehr nach Kino aussahen. Da darf man beinahe froh sein, dass Arnolds "Schwarze Lagune"-Remake zugunsten von "Jaws 3" gestrichen wurde, ich fürchte, da hätte Jack seine Legende endgültig demontiert (wobei der Krimi-Ensemble-Stoff auch sicher nicht seine Stärken als Regisseur ausnutzen kann).


THE SCREAMING SKULL

USA 1958

Regie: Alex Nicol

Darsteller: John Hudson, Peggy Webber, Alex Nicol


Frisch verheiratetes Paar zieht ins Eheheim ein - das gehört eigentlich der bei einem "freak accident" im Gartenteich ersoffenen ersten Frau des Ehemanns. Den umfänglichen Garten pflegt ein milde retardierter Gärtner, der ein besonderes Vertrauensverhätlnis zur Verblichenen pflegte und augenscheinlich davon ausgeht, dass die eines Tages wiederkommt. Da die neue Frau des Hauses schon ein psychotisches Episödchen oder drei hinter sich hat, ist die ganze Situation sehr angespannt - bald schon stellen sich Alpträume, Visionen und ein sie scheinbar überallhin verfolgender Totenschädel ein...

Klingt natürlich erst mal nach einer klassischen "treib-die-Olle-in-den-Wahnsinn"-Plotte und *ist* es erst mal auch, allerdings mit dem Twist, dass neben dem Versuch des Ehemanns, sein neues Weib der Kohle wegen in den Selbstmord zu jagen, tatsächlich auch der Geist der vorigen Dame des Hauses aktiv ist. Trotzdem ist der knappe Einstünder nicht sonderlich spannend, was vor allem daran liegt, das Regisseur/Co-Star Nicol nicht wirklich weiß, was er tut. Er hat zwar einen exzellenten Kameramann (Floyd Crosby, "High Noon"), der auch ein paar nette Bilder liefert, aber das Ding ist fürchterlich rumplig geschnitten, was viele Szenen einfach kaputt macht. Die "Erscheinungen" sind zu unspektakulär, um wirklich zu erschrecken und die darstellerischen Leistungen sind mäßig. Einer für die Vollständigkeit...

SHADOWMAN

Frankreich 1974

Regie: Georges Franju

Darsteller: Gayle Hunnicutt, Jacques Champreaux, Josephine Chaplin, Gert Fröbe


Eine Zufallsentdeckung im Hannoveraner Saturn - läuft unter dem neuen deutschen Titel "Shadowman" (im Kino hießt der wohl damals "Der Mann ohne Gesicht"). Hatte ich noch nie was von gehört aber bei Georges Franju darf man ja mal genauer hinkucken...

Der Historiker Maxime de Borrego sitzt angeblich auf Hinweisen zum Verbleib des sagenumwobenen Templerschatzes. Der fehlt dem Superverbrecher "Mann ohne Gesicht" noch zum Glück - der Meister der Maske foltert Maxime zwar, kommt aber nicht entscheidend weiter, ehe das Opfer verscheidet. Der Versuch, sich getarnt als des Toten Lieblingsneffe die Erbschaft zu verschaffen und dadurch an weitere Hinweise zu kommen, scheitert durch das Auftauchen des echten Neffen Paul. Nachdem eine Entführung Pauls via ferngesteuertem Auto scheitert, verwanzt der Bösewicht die Wohnung seiner Freundin. Allerdings bemerken die Belauschten (verstärkt um den Privatdetektiv Seraphin) die Wanzen und nutzen den Umstand, um dem Fiesling eine Falle zu stellen und ihn dazu zu bringen, die Freundin Pauls zu entführen. Möchte der Bösmann auch mittels seines Catwoman-Henchgirls, aber der Zugriff durch die Polizei (angeführt von Kommissar Gert Fröbe!) geht schief. Doch Paul fällt schon der nächste Plan ein - mit Hilfe eines befreundeten Professors behaupten die Erben, im Nachlass des Toten Medaillons gefunden zu haben, die einen Schlüssel zum Schatz darstellen sollen (und die sie gerade couragiert gefälscht haben), und nun versteigert werden sollen. Wäre doch gelacht, wenn der Mann ohne Gesicht sich da nicht aus der Reserve locken lassen würde... Er lässt sich auch nicht lumpen, doch die Guten haben nicht mit seiner privaten Zombiearmee gerechnet. Und außerdem mischen auch noch die richtigen Templer im Hintergrund mit und haben Rache für ihren gefällten Bruder Maxime geschworen...

Der Streifen ist eigentlich ein paar Jahre zu spät dran, gehört er doch eher in die Gesellschaft von mid-60s-Superverbrechern/Antihelden wie Fantomas, Diabolik, Kriminal und Co. In der Tat hab ich mich gefragt, ob Franju ob der offensichtlichen Ähnlichkeiten nicht wirklich Fantomas machen wollte, aber die Rechte nicht bekam (immerhin hatte Franju in den 60ern auch das zweite große französische Pulp-Crime-Idol, Judex, adaptiert). "Nuits Rouges" atmet auch wirklich den Geist dieser Filme, vom unterirdischen futuristischen Schurken-Lair, seinen technischen Gadgets und Verwandlungskünsten, packt mit den Pseudo-Zombies noch eine Prise Horror drauf und spielt sich dabei völlig unironisch. Gelegentlich schimmern auch ein paar Pop-Art-Einflüsse durch - was dem Streifen schadet, ist das eher betuliche Tempo (Franju ist kein großer Action-Regisseur, das merkt man auch am recht hastig heruntergenudelten Showdown) und die nicht sonderlich charismatischen leads, was leider auch für Chaplin-Tochter Josephine gilt. Bei Bösmanns fällt allerdings Gayle Hunnicutt ("Legend of Hell House"), gern im knallengen Lederanzug, positiv auf :)

Als Low-Budget-Scheibe im Best-/Great-Movies-Umfeld erschienen. Neben der gekürzten deutschen Kinofassung in Vollbild findet sich auf der Scheibe erfreulicherweise auch ein sehr schicker Widescreen-Print der ungeschnittenen französischen Originalfassung (mit leider ziemlich fehlerbehafteten Untertiteln).

Ein Film, der auch vielleicht eher interessant denn richtig richtig *gut* ist (eben als verspäteter Nachzügler der Superschurken-Welle von einem renommierten Regisseur), für Genrefreunde, gerade zum Sparpreis, aber zweifellos ein guter Kauf ist.

SANTO Y BLUE DEMON CONTRA DRACULA Y EL HOMBRE LOBO

Mexiko 1973

Regie: Manuel M. Delgado

Darsteller: Santo, Blue Demon


Dracula bekam einst von einem Magier namens Cristaldi übel aufs Haupt. Zwar liegt er momentan noch neben dem Wolfsmenschen Rufus im Sarg, aber sein buckliges Faktotum hat schon mal im Vorgriff ein Racheschreiben an Cristaldis Nachfahren, einen Uniprof, gerichtet. Der Prof wendet sich hilfesuchend an Santo. Der nimmt sich der Sache an, kann aber nicht verhindern, dass der Prof entführt und sein Blut dazu benutzt wird, Draci und Wölfi ins Leben zurückzuholen. Als Dracula erfährt, dass Cristaldi zwei hübsche Töchter plus eine Enkelin hat, verfällt er auf den Gedanken, dass die Rache erst komplett ist, wenn er die drei vampirisiert hat. Rufus, der Wolfsmensch, wird unter der Aussicht auf ein eigenes Werwolfvolk in den Dienst der bösen Sache gepresst, und infiltriert in seiner menschlichen Gestalt als neuer Freund von Josephine Cristaldi den Haushalt der zukünftigen Opfer. Um den verschwundenen Prof aufzuspüren, ruft Santo seinen Kumpel Blue Demon zu Hilfe. Viel mehr als eine Gangsterbande auszuschalten, die der Bucklige als Henchmen benutzt hat, gelingt ihnen zwar nicht, aber mein Gott, man kann nicht alles haben. Blue Demon schafft's wie üblich, sich entführen zu lassen und weil Santo auch nicht richtig aufpasst, kann Dracula sowohl Josephine als auch deren Schwester Nina und die kleine Rosita in seinen unterirdischen Höhlen-Lair hypnosaften. Jetzt muss der olle Santo sich was einfallen lassen...

Erstaunlicherweise ist dieser Film (den ich mal wieder in Spanisch ohne Untertitel gesehen habe) tatsächlich stärker horror- denn actionlastig. Neben den vorgeschriebenen In-Ring-Kämpfen (drei an der Zahl, einer für Santo, einer für Demon plus einer als wrap-up mit beiden Luchadores) gibt's nur zwei weitere Actionszenen (eine Prügelei mit der Gangsterbande und den Schlussfight gegen Rufus' stattliche Werwolfarmee), ansonsten wird in Hälse gebissen, eine Gummifledermaus durch ein Zimmer gezogen, massenweise Werwölfe abgemurkst und Dracs Hypnose-Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Das macht den Streifen für den reinen Lucha-Fan ein wenig tempoarm, zumal der Horror nur selten graphisch werden darf (wobei er nicht ganz vor expliziten Effekten zurückschreckt). Bemerkenswert ist die komplett unpassende Musik, die sich auch mal ganz zurückzieht, wenn man eigentlich ein wenig "Spannungsmusik" erwartet - da wünscht man sich fast die Freejazz-Trommeleinlagen aus "Champions of Justice" zurück. Nicht unbedingt der Film für Lucha-Einsteiger - es gibt durchgängig unterhaltsamere Genrevertreter. Mit englischen Subs sähe das womöglich schon wieder anders aus... (meine DVD ist zwar ein US-Release von VCI, aber ausschließlich für den Hispanic-Markt gedacht).

BOWERY AT MIDNIGHT

USA 1942

Regie: Wallace Fox

Darsteller: Bela Lugosi, John Archer, Wanda McKay


Und noch'n Monogram-Klopper mit Bela. Dieser hier spielt sich ein wenig wie ein Remake der britischen 1939er-Wallace-Verfilmung "The Dark Eyes of London" (aka "The Human Monster", ebenso mit Bela), bei dem man den Horrorgehalt zugunsten einer "bodenständigeren" Krimihandlung zurückgefahren hat.

Bela ist Karl Wagner, der in einer der finsteren Gegenden New Yorks eine Mission für die die weniger glücklichen Mitglieder der Gesellschaft unterhält, wo keine Fragen gestellt werden, sondern jeder seinen Teller Suppe, ein Bett für die Nacht und rudimentäre medizinische Versorgung erhalten kann. Dort landet auch Ausbrecher "Fingers" Dolan und wird von Wagner erkannt - und einen Safeknacker wie Fingers kann der gut brauchen, denn die ganze Mission ist nur eine Fassade für eine lukrative Gangsterorganisation, der Wagner vorsteht. Dummerweise - für Fingers - ist Wagner auch ein erstklassiger Paranoiker, der außer seinen direkten Partnern Stratton und Doc Brown (wer sonst) niemandem vertraut, besonders nicht den weiteren Komplizen beim jeweiligen Raub. Und son findet sich auch Finger tot im ausgeräumten Juweliersafe wieder.

Der nächste Gangster, der zufällig in der Mission landet, ist der Killer Frankie Mills, und auch für den hat Wagner Verwendung. Weil Stratton nämlich Fingers zuerst nicht umbringen wollte, hält Wagner ihn nicht mehr für vertrauenswürdig und dient Frankie die Nachfolge an. Stratton landet in Doc Browns eigenem Keller-Friedhof.

Nun ist Wagner aber nicht nur Wagner, sondern im richtigen Leben Psychologieprofessor Brenner! Und dessen Vorzeigestudent Dennison ist der Verlobte von Wagner/Brenners Krankenschwester Judy. Dennison ist überhaupt nicht recht, dass Judy so viel Zeit in unangemessener Gesellschaft verbringt und lässt sich daher den Trick einfallen, vorgeblich für seine Semesterarbeit getarnt als Tramp in Wagners Mission aufzulaufen (natürlich ohne zu wissen, wer dort der Chef wirklich ist). Brenner lässt Dennison umlegen, doch die Polizei ist mittlerweile auf der Spur des Profs mit dem Doppelleben...

Wie üblich bei Monogram darf man über den Plot keine Sekunde lang nachdenken, der Showdown ist unbegreiflich und die letzte Szene voller unbeabsichtigter Implikationen... Aber wie so oft ist der Streifen mit einer knappen Stunde Laufzeit kurzweilig genug, auch wenn Bela die Sache eher underplayed. Erstaunlicherweise hatte der Streifen zeitgenössisch recht gute Kritiken...

CATACOMBS

Großbritannien 1965

Regie: Gordon Hessler

Darsteller: Gary Merill, Jane Merrow, Georgina Cookson

Regiedebüt von Gordon Hessler, der später einige der AIP-Poes und die beiden Dalek-Filme inszenierte. Hier kommt er uns mit einem "Mini-Hitchcock"-Thriller.

Raymond ist mit Ellen verheiratet, aber glücklich ist die Ehe nicht. Die Dame des Hauses (und singulärer breadwinner) ist ein ziemlich herrschsüchtiger Drachen, die ihren Ehemann hauptsächlich als eine Art kostenlosen Butler zu betrachten scheint. Nicht viel besser geht's ihrem Firmenbuchhalter Corbett, der praktisch auch jederzeit zu ihrer Verfügung stehen muss (sich aber insoweit revanchiert, ab und zu mal ein ordentliches Sümmchen zu unterschlagen). Interessant wird die Sache, als Ellens Nichte Alice aus Paris zurückkehrt und Raymond schöne Augen macht - sie steht auf ältere Männer, verkündet sie, und bei Raymond fällt das auf sehr fruchtbaren Boden. Daher arbeiten er und Corbett einen unnötig komplizierten Plan aus - während einer Geschäftsreise in Italien soll Ellen einen tragischen Unfall erleiden, allerdings doch nicht Ellen, sondern eine von Corbett angeheuerte Doppelgängerin, dieweil Raymond daheim im U.K. die echte Ellen meuchelt (nein, ich weiß auch nicht, welchen tieferen Sinn das haben soll). Zwar geht der Plan beinahe schon vorab in die Binsen, als Ellen Alice und Ray beim Herumpoussieren erwischt und Ray die Olle noch in der gleichen Nacht ersäuft, aber es gelingt den Verschwörern, alles noch irgendwie hinzutricksen.

Die Testamentseröffnung verläuft nicht ganz, wie Ray es sich erhofft hatte - zwar vererbt Ellen ihm ihr halbes Vermögen und den Rest Alicia, verknüpft das aber an die Bedingung, dass Ray sein restliches irdisches Dasein in der ehemaligen Liebeshütte des Paars verbringt. Soll aber auch kein großes Hindernis sein, denn Alice ist durchaus gewillt, den alten Knacker zu heiraten... doch es häufen sich rätselhafte Ereignisse, besonders im Zusammenhang mit der Gartenhütte, in der Raymond Ellen verscharrt hat. Hat irgendjemand den Mordplan durchschaut und versucht nun, Alice und Ray in den Wahnsinn zu treiben (etwas, was Ray Corbett durchaus zutrauen würde)? Oder ist Ellen, die ihr Leben exotischen fernöstlichen Religionen und dem Leben nach dem Tod verschrieben hatte, tatsächlich aus dem Jenseits zurückgekehrt?

Hesslers Film ist nicht sonderlich aufwendig (und nähert sich gelegentlich der alten old-dark-house-Formel an), aber recht routiniert gearbeitet, vor allem, was die vier Hauptfiguren angeht, die allesamt ziemlich glaubwürdig rüberkommen - einzig der, wie gesagt, überfrachtete Mordplan selbst gibt Abzüge in der B-Note. Ellen soll zwar wohl "sympathetic" sein, ist aber doch durchaus mördernswert.. Die letzten 30-40 Minuten, in denen sich die seltsamen Vorfälle, die vielleicht, vielleicht auch nicht, eine Rache aus dem Grab heraus vorbereiten, vollziehen, sind auch - ohne plakative Effekte oder Storykunstgriffe - ordentlich spannend. Passabel gespielt ist die Chose auch - ein netter kleiner Thriller.

THE VAMPIRE BAT

USA 1933

Regie: Frank R. Strayer

Darsteller: Lionel Atwill, Dwight Frye, Fay Wray, Melvyn Douglas

Patenter Pseudo-Vampirfilm (d.h. einer der solchen, der die Anti-Horror-Bestimmungen der 30er dadurch zu umgehen versuchte, dass die vermeintlich übernatürlichen Erscheinungen in Wahrheit zutiefst weltlichen Ursprungs sind): In einer deutschen Kleinstadt werden haufenweise blutleere Leichen gefunden. Abergläubisch, wie wir nun mal sind, glaubt fast jeder an das Werk eines Vampirs, zumal es in der Ortsgeschichte einen Präzedenzfall gibt. Nur Inspektor Brettschneider und Arzt/Universalwissenschaftler Dr. von Niemann halten von der Theorie nichts, obschon Niemann da und dort Hinweise fallen lässt, die man als Indizien interpretieren könnte. Chefverdächtiger ist der Dorftrottel (d.h. geistig zurückgebliebene) Hermann, der als Hobby Fledermäuse als Haustiere hält. Türlich ist Hermann (Dwight Frye in einer Performance, die seinem Renfield a run for its money gibt) harmlos, was den Fackel- und Mistgabelmob nicht daran hindert, ihn in den Selbstmord zu hetzen. Dadurch hören die Vampirmorde nur dooferweise nicht auf...

Interessant ist, dass "The Vampire Bat" sein Mystery für uns Zuschauer ungefähr zur Halbzeit auflöst und sich damit von einem Horrorfilm in einen Suspense-Thriller verwandelt, ein speziell für 1933 und einen, naja, sagen wir mal, nicht besonders distinguierten Regisseur (von dem auch der unsägliche "The Monster Walks" stammt), gut gemachter Stilbruch. Atwill, von Universal meist als Charakterdarsteller eingesetzt, gibt einen ordentlich charismatischen Schurken ab, Fay Wray hat nicht viel zu tun (und hat auch keine sonderlich hinkuckenswerten Kostüme), Melvyn Douglas ist für einen 30er-leading man brauchbar. Dwight Frye ist natürlich das darstellerische Highlight. Wen's nicht stört, dass er - ähnlich wie in Brownings "Mark of the Vampire" beschummelt wird, was den Horror angeht, bekommt hier einen schicken kleinen B-Chiller geboten. Thumbs up.

DOOMED TO DIE

USA 1940

Regie: William Nigh

Darsteller: Boris Karloff, Marjorie Reynolds, Grant Withers

Karloffs fünfter Auftritt als chinesischer Detektiv Mr. Wong und sein letzter in der Serie (im 6. Mr. Wong-Film übernahm Keye Luke den Part, was dazu führte, dass tatsächlich mal ein chinesischer Schauspieler einen Chinesen in einem 40er-Hollywood-Film spielen durfte...).

Das Mordopfer ist der Reeder Wentworth - dem ist grad auf hoher See einer seiner Oceanliner abgefackelt (400 Tote! Der Film verwendet für die Szenen echte Newsreel-Footage von der S.S. Morro Castle, bei deren Untergang 137 Menschen ums Leben kamen). Zwar hat die Versicherung kein foul play festgestellt, aber trotzdem mache ihn viele Angehörige der Opfer für die Katastrophe verantwortlich. Sein Rivale Fleming will die Gelegenheit nutzen, eine schon öfters angedachte Firmenfusion wieder aufs Papier zu bringen, aber Wentworth hat abgelehnt - ebenso vehement auch den Antrag von Flemings Sohn Dick, die Wentworth-Tochter Cynthia zu ehelichen. Nun, just im Verlauf der letztgenannten Auseinandersetzung wird Wentworth erschossen und Dick ist für Polizeicaptain Street ein idealer Hauptverdächtiger. Ditzy Female Reporter Bobbie Logan glaubt an Dicks Unschuld und schaltet Mr. Wong ein. Der vermutet eine Verbindung zum Schiffsuntergang und findet heraus, dass die chinesischen Tongs das Schiff benutzt haben, um (wegen der instabilen politischen Situation in China) Wertpapiere in die USA zu schmuggeln. Der beauftragte Agent der Tongs gehört zwar zu den Überlebenden, ist aber samt den Wertpapieren verschwunden. Dies deucht Wong sonderlich, zumal sich herausstellt, dass ebenjener Tong unter falschem Namen als Diener im Wentworth-Haushalt tätig war. Und wieso schlurcht der Chauffeur der Wentworths immer da herum, wo Wong nach Hinweisen sucht?

Sehr unterhaltsame Krimi-Komödie, die viel Entertainment in ihre knappe Stunde Laufzeit packt. Karloff ist als Chinese nicht wesentlich überzeugender als Lugosi, wobei das Make-up-Department sich auch nicht viel Mühe gibt, Boris in einen Asiaten zu verwandeln, Andeutung von Schlitzaugen und Bärtchen muss reichen, ansonsten ist Karloff einfach Karloff ;)

Highlight sind aber die Wortgefechte von Captain Street und Bobbie Logan, die wie üblich eine Hassliebe verbindet und keine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig an den Karren zu fahren...

In der Dunkelkammer, wo Wong eine Infrarot-Fotoaufnahme entwickeln lässt: Street: "Fascinating!"

Bobbie: "Who? Me?"

Street: "No, the other negative!"

Jetzt muss ich mich doch mal nach den anderen Mr. Wong-Mysteries umschauen :)

SPARTACUS AND THE TEN GLADIATORS

Italien/Spanien/Frankreich 1964

Regie: Nick Nostro

Darsteller: Dan Vadis, Helga Liné, Giovanni Di Benedetto, Sal Borghese

Solides Sandalenabenteuer - die zehn Gladiatoren mischen sich ungefragt in die Auseinandersetzung zwischen Arena-Betreibern und versklavten Kollegen ein und erhalten eine Art Rom-weites Auftrittsverbot. Auf der Suche nach Happa retten sie eine Patriziertochter vor Banditen und als deren dankbarer Vater erzählt, dass der aufständische Sklave Spartakus mit seinen Genossen die Gegend unsicher macht, willigen die Gladiatoren ein, den Rebellen zu apportieren. Allerdings freunden sich die Gladiatoren und die Aufständischen an, zumal Varro, der Patrizier, ein schlimmer Finger ist, seine Sklaven wie Dreck behandelt und regelmäßig Leute gefangen nehmen lässt, auf dass die für ihn ein prächtiges Aquädukt bauen (WAS HABEN DIE RÖMER JE FÜR UNS GETAN??). Durch Shenanigans gelingtes Varro, die Gladiatoren einzukerkern und Spartakus' Camp zu überfallen. Mit Hilfe der Patriziertochter können die Gladiatoren sich befreien und bieten sich an, für Spartakus, der mittlerweile eine neue Armee zusammenstellt, das Arbeitslager, in das Varro seine Gefangenen hat schaffen lassen, auszubaldowern.

Routiniert gemacht, mit gut aufgelegten Darstellern (insbesondere Dan Vadis) und insgesamt recht kurzweilig inszeniert. Mit dabei ist auch der unvermeidliche Sal Borghese, natürlich als "stummer" Gladiator.

THE MYSTERIOUS MR. WONG

USA 1934

Regie: William Nigh

Darsteller: Bela Lugosi, Wallace Ford, Arline Judge

Bela ist, wie sollte es anders sein, Mr. Wong, ein wahnsinniger chinesischer Crimeboss, der die "zwölf Münzen des Konfuzius" braucht, um damit die Herrschaft über eine chinesische Provinz antreten zu können, wie die Legende es sagt. Deswegen fallen im Chinatown einer namenlosen US-Großstadt die Gelben um wie die Fliegen. Die Polizei schiebt alles auf einen Krieg der diversen chinesischen Gangs und mischt sich ansonsten nicht weiter ein (d.h. sie stellen genau EINEN Streifenbullen ab, der in Chinatown ein bisschen aufpassen soll). Wer die Gangwar-Geschichte nicht glaubt, ist Reporter Barton, der anfängt, in Chinatown herumzuschnüffeln, praktisch aber immer erst auftaucht, wenn mal wieder eine Leiche auftaucht. Von einem Tatort klaut er ein Beweisstück - eine Wäschereiquittung mit chinesischen Schriftzeichen. die, was er natürlich nicht weiß, zur letzten Münze, die Wong noch Vervollständigung seiner Sammlung fehlt, führt. Und der chinesische Geheimdienst, der Wongs Eroberungspläne natürlich tunlichst zu verhindern sucht, mischt auch mit...

Bela in all seiner Glorie und mit seinem schweren ungarischen Akzent als Bilderbuchchinesen mit Bärtchen und in traditionellen China-Roben gehüllt zu sehen, ist natürlich der USP dieses ansonsten relativ vergessenswerten Monogram-Quickies. Lugosi war nie einer, der seine Performances unter den Produktionsbedingungen leiden ließ - der Mann gab immer alles, und das tut er auch hier, und in einer kurzen Folterszene darf er sogar mal gewissen Sadismus ausstrahlen (und macht das ziemlich gut, wie er überhaupt in dem Film mit recht vielen relativ kleinen, aber wirksamen Gesten punktet). Eher unverträglich ist, dass Monogram hier die leading man und comic relief-Parts in Person von Wallace Ford kombiniert hat und early-talkie-lowest-common-denominator-Humor ist bekanntlich so 'ne Sache... In Wongs HQ gibt's für die Billigheimerverhältnisse von Monogram ein paar hübsche Sets zu sehen. Lugosi-Fans sollten mal reinschauen, alle anderen seien gewarnt - it's very early thirties :)

THE MONSTER WALKS

USA 1932

Regie: Frank R. Strayer

Darsteller: Rex Lease, Vera Reynolds, Sheldon Lewis, Mischa Auer

Und noch ein old-dark-house-Mystery von anno dunnemals...

Der Wissenschaftler Dr. Earlton hat den Löffel geworfen. Zur Testamentsverlesung treffen sich in seinem Anwesen, in dessen Keller noch sein letzter verbliebener Versuchsschimpanse im Käfig sitzt, alle, die sich einen Teil vom Vermögen erhoffen: Earltons gelähmter Bruder Robert, Ruth, die Tochter des Verblichenen und ihr Verlobter, sowie Emma und Hanns Krug, die langjährigen Dienstboten des Erblassers. Earlton vererbt seinen Reichtum Ruth unter der Maßgabe, dass wenn sie ins Gras beißen sollte, Robert an ihre Stelle tritt. Die Krugs werden mit einer lausigen Pension von 50 Dollar im Monat abgespeist und sind eher pissig gelaunt.

In der Nacht wird Ruth attackiert - sie selbst glaubt, von einem Affen. Der einzige hierfür in Frage kommende Primat ist aber sicher in seinem Käfig untergebracht. Ruths Verlobter und Earltons Anwalt versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, denn dass irgendwer oder -was offensichtlich versucht, den letzten Willen des Verstorbenen etwas abzuändern, lässt sich kaum wegdiskutieren.

Schwerfälliges Mystery, dem das Tempo und der WTF-Wahnsinn der Monogram- und PRC-Hobel der nächsten Dekade abgeht. Bis irgend*etwas* passiert, ist der 60-Minuten-Film schon zu zwei Drittel um, und auch das Finale kann kaum für den zähen Vorlauf entschädigen. Zudem erfreut uns "The Monster Walks" (wieder ein sehr irreführender Titel, denn es gibt weder ein Monster noch eins, das rumläuft) mit rassistischem comic relief, aber dafür ist wenigstens der Affe echt (not same actor :P ). Einzig Mischa Auers exaltierte Performance als zwielichtiger Diener Hanns bringt ein bisschen Farbe ins dröge Spiel. Den kann man auslassen.

THE INVISIBLE GHOST

USA 1941

Regie: Joseph H. Lewis

Darsteller: Bela Lugosi, Polly Ann Young, John McGuire

Ein unschlagbarer unsichtbarer Geist ist natürlich derjenige, der in einem Film dieses Namens gar nicht erst vorkommt :)

Lugosis erster Monogram-Film (nachdem er endgültig von seiner Behandlung durch Universal die Schnauze voll hatte), ist ein ebenso unterhaltsames wie sinnfreies Murder Mystery. Im Hause des netten Arztes Dr. Kessler (Christian? Nein, Bela :)) gehen seltsame Dinge vor sich. Nicht nur, dass Kessler jedes Jahr zum Hochzeitstag ein Dinner for One mit seiner vor Jahren stiften gegangenen Frau abhält, nein, offensichtlich werden in schöner Regelmäßigkeit Dienstboten des Hauses ermordet. Den schwarzen Butler Evans (Clarence Muse in einer movie-stealing performance) erschüttert das wenig, wen's aber erschüttert ist Ralph Dixon, Freund von Kesslers Tochter Virginia UND Ex-Lover des neuen Diestmädchens Cecile. Er will von Cecile nix mehr wissen, aber als Cecile das nächste Opfer des Killers wird, findet sich Ralph schnell in der unvergnüglichen Rolle des Hauptverdächtigen und auf dem elektrischen Stuhl wieder. BIZZL! Nun sind sich so ziemlich alle Bewohner des Kessler-Haushalts sicher, dass das Gesetz hier schnürlgrad den falschen Mann erwischt hat. Das sieht auch Ralphens Zwillingsbruder Paul so, und Kessler ist gern bereit, den jungen Mann bei sich aufzunehmen, auf dass er dabei hilft, den wahren Mördersmann zu finden. Indes haben wir Zuschauer herausgefunden, dass Gärtner Jules im Keller die angeblich ausgebüxte Mrs. Keller mehr oder weniger gefangen hält, und das dabei aus philanthropischen Motiven. You see, ihr Loverboy hatte beim gemeinsamen Abgang nix besseres zu tun als sein Auto um den nächstbesten Baum zu wickeln, dabei zu verscheiden und die Misses in einem amnesischen Zustand zurückzulassen. Jules hofft, dass sich ihr Brägen irgendwann genug erholt, um sie zurück zu Kessler zu lassen (warum er das nicht Profis überlässt, bleibt sein Geheimnis. Und das bis ins Grab, denn er wird des Würgers nächstes Opfer). Mrs. Kessler ist aber nicht so an den Keller gebunden wie Jules es vielleicht erhofft hat, sie geht nämlich regelmäßig spazieren und läuft dabei ebenso regelmäßig nächtlich ihrem Mann vor die Glotzbuchten. Und jedes Mal, wenn er sie sieht, macht's in seinem Hirn KA-SCHLOPP und er geht auf Mördertour...

Wie üblich bei Monogram sehr kostenbewusst gedreht, praktisch der gesamte Film spielt im Kessler-Haus, und abgesehen von Clarence Muse sind die weiteren Darsteller kaum der Rede wert, aber wir sehen Bela mal in einer untypischen Rolle - er ist zwar der Mörder, aber nicht bewusst, und ansonsten ist er ein charmanter und freundlicher Gentleman, der nur das Beste für alle will. Vielleicht hätte er sich primär für einen Drehbuchschreiber einsetze sollen, der sich z.B. irgendeinen vernünftigen Grund dafür einfallen lässt, warum eine ganze Mordserie für niemand aus dem Kessler-Clan einen Grund darstellt, das Haus evtl. zu verlassen...

Gut, aber wir erwarten ja keine Logik in einem 40er-Poverty-Row-Heuler - Spaß macht das Ding schon und mit 62 Minuten ist es ja auch nicht gerade in der Gefahr, sein Welcome zu overstayen ;)

SWEENEY TODD: THE DEMON BARBER OF FLEET STREET

Großbritannien 1936

Regie: George King

Darsteller: Tod Slaughter, Stella Rho

Lange bevor Johnny Depp und Helena Bonham Carter ihre Kundschaft filettierten, tat das auch schon der englische Grusel-Star Tod Slaughter, der in den 30ern und 40ern eine Reihe von billigen Reißern, basierend auf den Bühnenstücken, in denen er spielte, und die zumeist auf Penny Dreadfuls fußten, drehte.

Die Story ist wohl bekannt: der Barbier Sweeney Todd killt in seinem Laden die Kundschaft, klaut ihre Wertsachen und lässt die Leichen verschwinden, indem seine Nachbarin Mrs. Lovett die Unglücklichen zu Meatpies verarbeitet. Im Gegensatz zum Burton-Musical ist dieser Todd keine tragische Figur - er will einfach Kohle, um in die bessere Gesellschaft vorzustoßen und die Gentleman-Tochter Joanne Oakley zu heiraten. Deren eigentlicher Herzbube, ein Seemann, ist ihrem Dad erheblich zu niedrigen Standes und zudem jetzt erst mal sechs Monate nach Afrika unterwegs. Das nutzt Todd, um Sir Oakley ein größeres Darlehen zu gewähren, um ein neues Schiff zu bauen und Joanne erfolglos den Hof zu machen. Mark, der Seemann, wird durch Umstände (einen Angriff von bösen Negern auf die Handelsstation, mit der man Geschäfte machen wollte) erstens Kapitän und zweitens Eigentümer wertvoller Perlen. Bei seiner Rückkehr begeht er den strategischen Fehler, sich von Todd rasieren zu lassen, aber Lovett, die weiß, dass Todd, sobald er mal in die bessere Gesellschaft eingeheiratet hat, sie am ausgestreckten Arm verhungern lassen wird, verhilft Mark zur Flucht. Mark will nun, immerhin seines Reichtums verlustig gegangen, herausfinden, was in Todds Keller wirklich passiert...

Recht amüsanter kleiner Chiller, der die melodramatischen und tragischen Elemente der Geschichte außen vor lässt - der hiesige Todd ist einfach ein gieriges Arschloch, das an der Killerei auch einen ordentlichen Batzen Spaß hat. Trotz des niedrigen Budgets ist die Nummer anständig gefilmt und verbreitet auch schickes viktorianisches Zeitkolorit (war ja auch noch nicht soooweit weg, dass sich viele der Beteiligten noch gut dran erinnern konnten). Slaughter und Stella Rho als Mrs. Lovett ziehen die Overacting-Schraube bis zum Gehtnimmer an - besonders Slaughter kriegt kam eine Line hin, ohne in maniacal laughter auszubrechen. Die Horror-Elemente sind natürlich aus heutiger Sicht äußerst zahm, aber der Freund von vintage-Horror und bewusstem Chargieren kommt hier voll auf seine Kosten. Der Slaughter-Kram müsste wohl mal amtlich wiederentdeckt werden - noch ist das sehr "undergroundig" :)

GHOSTS ON THE LOOSE

USA 1943

Regie: William Beaudine

Darsteller: Leo Gorcey, Huntz Hall, Bobby Jordan, Bela Lugosi, Ava Gardner

East-Side-Kids-Comedy: Huntz Halls Schwester (Ava Gardner in ihrer ersten größeren Filmrolle) heiratet James Gibson. Der hat ein kleines Häuschen JWD gekauft, das vor dem Einzug allerdings noch ein paar Schönheitsreparaturen vertragen könnte. Die East Side Kids erklären sich bereit, die durchzuführen, verwechseln allerdings die Adresse und landen im angeblich bespukten Nachbarhaus. Natürlich gibt's dort keine Geister, aber ein Rudel Nazi-Agenten, die, angeführt von Bela Lugosi, dort Propagandamaterial drucken, und verständlicherweise stark daran interessiert sind, dass diese Unternehmung geheim bleibt...

Die East Side Kids (vorher Dead End Kids und Little Tough Guys, später die Bowery Boys) waren eigentlich mal eine Truppe von Jungschauspielern, die für das Jugendkriminalitätsdrama "The Dead End Kids" auf der Bühne standen und dann größtenteils auch für die Filmadaption verpflichtet wurden und von Warner noch für ein paar andere A-Lister-Gangsterdramen (zweimal mit Bogart als Hauptdarsteller) genutzt wurden, ehe sie in den Poverty-Row-Bereich wechselten und einen erfolgreichen comedy-shtick entwickelten, der die Serie in wechselnder Besetzung (Leo Gorcey und Huntz Hall waren die Eckpfeiler) auf, alle Inkarnationen eingereichnet, von 1934 bis 1958 auf 93 Filme brachte...

"Ghosts on the Loose" ist eine typische Anti-Nazi-Farce, die inhaltlich nicht der Rede wert ist (auch nicht ob der Mitwirkung von Ava Gardner und Bela Lugosi, die beide nicht sehr viel zu tun haben), aber davon lebt, dass die Kids überraschenderweise einen auch heute noch einigermaßen goutierbaren Comedy-Stil haben (der neben Slapstick auch auf Wortwitz setzt) und sich wirklich auch als eingeschworene Truppe präsentieren, die auch unter der Regie des notorischen William "One Shot" Beaudine gutes komödiantisches Timing besitzt und das Material stellenweise lustiger wirken lässt als es wirklich ist. Bela gelingt es immerhin, ein als Nieser getarntes "oh shit" unterzubringen, das an allen Zensoren vorbeikam :)

Ein bissl Affinität zu vintage comedy ist mitzubringen, dann kann man mit dem Filmchen eine amüsante Stunde verbringen.

CAT GIRL

Großbritannien 1957

Regie: Alfred Shaughnessy

Darsteller: Barbara Shelley, Robert Ayres, Kay Callard

Britische low-rent-Version von "Cat People", produziert von Peter Rogers, der später primär mit den "Carry On"-Filmen Geld verdiente.

Leonora, verheiratet mit Richard (der sie augenscheinlich ihres Zasters wegen geehelicht hat und keine Sekunde verstreichen lässt, um der gemeinsamen Freundin Cathy in den Schlüpfer zu steigen), sucht gezwungenermaßen ihren verhassten Onkel auf, um über die große Brandt'sche Familienerbschaft zu palavern. Die besteht, wie Onkelchen sich ausdrückt, weniger aus meßbaren Wertsachen, sondern einem Familien-Fluch - der jeweils älteste Vertreter der Brandt-Sippe ist mental mit einem Leoparden verbunden, dessen Blutdurst sich irgendwie auf den Fluchträger durchschleift. Onkelchen hat nun die Faxen dicke und will den Fluch terminal loswerden, und Leonora ist die letzte derer von und zu Brandt. Sprach, lässt den Leo, den er in einem Käfig hält, frei und sich von selbigem umbringen.

Leo, die Weibliche, steigt auf die ganze Geschichte recht zwanglos ein und schon Minuten später ist ihr Ehemann hin, weil Leopardenfutter geworden. Der Polizei erklärt sie frank und frei, dass sie Tricky Dicky auf dem Gewissen hat, aber die Cops reichen das Problem elegant an den Psychofritzen Brian, zudem Leonoras ehemalige Jugendliebe weiter. Nachdem er Leonara scheinbar von ihrer schlimmsten Delle kuriert hat, hält er es für eine gute Idee, seine Patientin in den eigenen Haushalt zu integrieren. Er ist mittlerweile längst glücklich mit Dorothy verheiratet, aber Leonoras Gefühle für ihn sind wieder voll entflammt und sie hat ja jetzt einen Mord-Leoparden, der gewisse Dinge regeln kann...

Gelegentlich ganz stimmungsvoller kleiner Film, der allerdings ziemlich dabei versagt, die "ist sie's/ist sie's nicht"-Frage, die den Lewton-Klassiker auszeichnet, so offen zu halten, wie er es gerne möchte (wir müssen uns praktisch einfach auf das Wort des Films verlassen, dass es verdammt nochmal zweifelhaft sei, ob Leonora wirklich mit dem Katzenvieh verbunden ist oder nicht, obschon uns die Bilder relativ eindeutig scheinen). Still, Barbara Shelley, spätere Scream Queen u.a. bei Hammer, acts quite fine und die Raubkatze ist eher niedlich denn furchteinflössend...

THE CHILLING

USA 1989

Regie: Deland Nuse, Jack A. Sunseri

Darsteller: Linda Blair, Dan Haggerty, Troy Donahue

Puh, das ist wirklich einer der langweiligsten Zombiefilme aller Zeiten (and I've seen Zombie Lake).

Der böse Dr. Miller betreibt ein Cryogenik-Zentrum und friert dort wohlhabende tote Kundschaft ein, die hofft, irgendwann mal wieder belebt zu werden. In Wirklichkeit schlachtet Miller allerdings die Tiefkühlleichen für einen lukrativen Organhandel aus. Eines schönen Tages gibt's erst einen Stromausfall und dann einen Blitzschlag und schon erwachen die ausgeweideten Leichen in ihrer Alufolie zum Leben und meucheln vor sich hin. That's indeed the whole plot.

Für den wir aber gut 40 Minuten Anlauf mit einer niemanden interessierenden Backstory haben (wir wohnen einem Bankraub bei, in dessen Verlauf der Sohn eines der reichen Klienten der Firma erschossen wird, nur damit er dann tiefgefroren werden kann). Charaktere kommen und gehen, eine durchgängige Hauptfigur gibt's nicht (auch nicht Linda Blair), die einzige Figur, die überhaupt so etwas wie Interesse oder Sympathie erzeugt, ist Dan "Der Mann aus den Bergen" Haggerty als Security-Guard der Cryo-Anlage, Gore gibt's kaum, und die in Alu gewickelten grünen Zombies sind albern. Der ganze Organklau-Angle ist völlig sinnfrei (der Film versucht halbseiden zu etablieren, dass die Zombies so mordlüstern sind, weil ihnen diverse Organe entnommen wurden), wieso Miller die ausgeschlachteten Körper überhaupt *wirklich* einfriert anstatt einen viel kostengünstigeren (und dadurch gewinnträchtigen) Schwindel zu betreiben, ist auch so eine ungeklärte Frage. Nö, der taugt nix. Da nehm ich ja noch lieber den "Giganten" von vorhin...

GIANT FROM THE UNKNOWN

USA 1958

Regie: Richard E. Cunha

Darsteller: Ed Keller, Sally Fraser, Bob Steele

Eine kleine Gemeinde in den kalifornischen Bergen wird von rätselhaften Ereignissen erschüttert. Vieh wird brutal getötet, ein alter Farmer ermordet. Der örtliche Indianer schiebt es auf Rache aus den ewigen Jagdgründen, aber Sheriff Parker denkt - warum auch immer - erst mal an den jungen Geologen Brooks, der den Dörflern, weil im Besitz eines funktionierenden Gehirns und nicht von hier, schwer suspekt vorkommt. Alas, es fehlen die Beweise. Brooks stolpert über einen Uni-Prof und dessen heiße (und mit keinerlei wissenschaftlichen Wassern gewaschene) Tochter Janet und tauscht Forschungsergebnisse auf. Der Prof ist auf der Spur eines legendären spanischen Conquistadors namens Vargas, liebevoll "Diablo Gigante" genannt, einer selten miesen Sau, die selbst die anderen Conquistadoren, allesamt ja keine großen Kinder von Traurigkeit, für ein ganz klein wenig durchgeknallt hielten, und der mit seinen Männern hier irgendwo in der Gegend verschollen sein soll. Unter Brooks Ausgrabungsergebnissen findet sich in der Tat ein christliches Kreuz, das auf spanische Anwesenheit schließen lässt. Und zudem hat Brooks auch entdeckt, dass die spezielle Sedimentzusammensetzung des Bodens hier eine Art "suspended animation" möglich macht.

Wie's kommen muss, ein paar Tage später buddeln die Forscher die Rüstung eines riesenhaften spanischen Soldaten aus. Der dazugehörige Gigant liegt zwar gleich in der Nähe, wird aber geflissentlich übersehen. Ein Blitzschlag erweckt den Riesen zum Leben und er beginnt, (sehr gemächlich) seinem Tagwerk nachzugehen: morden und vergewaltigen (at least implicated). Die neuerlichen Verbrechen sind für den Sheriff wieder Brooks' Werk, doch er muss sich eines Besseren belehren lassen.

Klingt eigentlich ganz spaßig, ist aber ein Exerzizium in vorgelebter Langeweile. Fünfundvierzig Minuten passiert sprichwörtlich nichts und danach nicht viel - aus den denkbaren interessanten Ansätzen des Scripts (der unfreiwillige Zeitsprung des Conquistadors, sein selbst für Seinesgleichen mieser Charakter) wird nichts gemacht, es gibt keinen vernünftigen Grund, warum Parker sich so auf Brooks einschießt, und nicht zuletzt - die brutalen Verstümmelungen und (Tier-)Morde beginnen lange, *bevor* der Gigant überhaupt aus seinem Winterschlaf aufwacht! Yeah, it's that stupid of a movie, however, it's not that much fun. Man kann sich noch über das schreckliche Frauenbild des Films beömmeln (Janet ist zuständig für a) Sandwiches, b) Kaffee und c) sich entführen lassen), aber es ist ein wenig mager für 75 Minuten. Cunha bewies mit "Frankensteins Tochter", dass er es deutlich unterhaltsamer kann.

BLOOD OF DRACULA'S CASTLE

USA 1969

Regie: Al Adamson, Jean Hewitt

Darsteller: Alexander D'Arcy, Paula Raymond, John Carradine

Witziger Trash von Nixkönner-Guru Al Adamson. Dracula und sein Weib leben seit 60 Jahren in einem Schloss in Kalifornien - zur Miete. Hindert sie nicht daran, im Keller Mädels gefangen zu halten, von derem streng wissenschaftlich (von Butler John Carradine) gezapftem Blut sie sich ernähren. Außerdem haben sie noch einen Neffen o.ä., der Werwolf ist und gerade aus der Irrenanstalt entsprungen ist. Oh, und einen entstellten "Hausmeister", der für Nachschub an lebenden Blutkonserven sorgt.

Dummerweise verstirbt nun der Eigentümer und sein Erbe, der Fotograf Glen, verfällt auf die Idee, mit seiner Verlobten Liz ins Schloss zu ziehen. Versuche der Dracs, dem Neueigentümer einen Kaufvertrag aus dem Daumen zu lutschen, scheitern. Aber man kann ja auch anders - ehe sich's Glen und Liz versehen, hängen auch sie im Folterkeller rum und sollen demnächst Carradines Mondgöttin geopfert werden, auf das Werwolfsneffe das ewige Leben erhält.

  • Passieren* tut in dem Film nicht wirklich viel und horribles eigentlich schon gar nicht, aber trotzdem macht das Ding gute Laune. Alex D'Arcy, ein wirklich seriöser Schauspieler, der den Film dem Produzenten zuliebe gefälligkeitshalber drehte und Paula Raymond sind 'ne Schau als David-Niven-artige Gentleman- bzw. Lady-Vampire, John Carradine bringt tatsächlich noch etwas, was man "Performance" nennen könnte und die Mädels sind auf diese Mid-60er-Weise cute. Dazu gibt's noch hysterische day-for-night-shots und höchst suspektes Framing (obwohl hinter der Kamera niemand geringeres als 70er- und 80er-A-Lister Laszlo Kovacs, der u.a. "Ghostbusters" fotografierte, stand), drollige Musik inklusive eines völlig unpassenden happy-Titelsongs. Eine gewisse Ähnlichkeit zu "Manos" ist nicht ganz von der Hand zu weisen... (obschon "Dracula's Castle" gegen "Manos" eine Tempogranate vor dem Herrn ist).

Zur Zeit recht günstig in der kurios zusmmengestellten "B-Movies"-Box von Paragon zu haben (mit "In den Klauen des Giganten", "Sorority Babes in the Slimeball-Bowl-O-Rama" und "Z.P.G. - Geburten verboten - Die Erde stirbt".

THE THIRSTY DEAD

USA/Phillipinen 1974

Regie: Terry Becker

Darsteller: Jennifer Billingsley, John Considine, Judith McConnell

Normalerweise kann man Filipino-Adventure-Horror selten vorwerfen, langweilig zu sein, aber, öha, ist das ein Schnarcher vor dem Herrn.

In Manila werden reihenweise junge Frauen entführt und in den Dschungel verschleppt. Dort hockt ein Clan Unsterblicher, der sich durch die Kombination einer Dschungelpflanze mit Jungfrauenblut jung und knusprig hält. Laura ist das Ebenbild einer Prophezeihung o.ä. und soll daher in den Kult aufgenommen werden. Als sie realisiert, wie die ganze Nummer funktioniert und dass diejenigen, die soweit ausgesaugt sind, dass sie den Unsterblichen keine Lebensenergie mehr spenden können, als verschrumpelte Alte in ein Verlies gesperrt werden, flüchtet sie mit ein paar Freundinnen, wird aber wieder eingefangen. Baru, sowas wie ein Priester des Kults, lässt sich allerdings von Laura bequatschen, dass der Kult und sein Lebensstil doch eher evil ist, und geht mit ihr und zwei anderen Girls stiftend, wohl wissend, dass seine Unsterblichkeit nur bis zu einer bestimmten geographischen Grenze anhält...

Bis auf ein paar schöne location shoots und den unvermeidlichen Vic Diaz (in einer kleinen Rolle als Polizeichef) ist das wirklich ein elender Langeweiler, in dem nicht wirklich viel passiert, und schon gar nicht großartig exploitatives oder horribles. Kein einziges der durchaus schnuckligen Girls macht sich nackig und der blutigeste Horroreffekt ist ein kleiner harmloser Schnitt in einen Hals. Da bin ich von meinem Filipinokram schon anderen Tobak gewohnt. Erschienen bei Something Weird, gepaart mit "The Swamp of the Ravens"; der hoffentlich etwas aufregender ist.

THE MONSTER MAKER

USA 1944 Regie: Sam Newfield

Darsteller: J. Carroll Naish, Ralph Morgan, Tala Birell, Wanda McKay Another horror cheapie brought to you by the fine folks at PRC:

Anthony Lawrence ist ein erfolgreicher Konzertpianist und außerdem Vater einer hübschen Tochter namens Patricla. Selbige erweckt das Interesse von Dr. Igor Markoff, der ihr versichert, das Ebenbild seiner verblichenen Ehefrau zu sein und sich zu ihrem persönlichen Stalker entwickelt. Patricia hat kein großes Interesse daran, einen Mann zu ehelichen, der ihrem Vater an Jahren wenig nachsteht und bittet ihren Daddy, dies entsprechend zu übermitteln. Macht der liebe Papa auch, aber Dr. Markoff heißt nicht nur Dr. Markoff, weil er osteuropäischen Ursprungs ist, sondern weil er natürlich a) mad und b) scientist ist. Er kloppt Tony was über die Rübe und infiziert ihn mit Akromegalie (Riesenwuchs, die Krankheit, an der u.a. André the Giant litt. Gut, wir wollen mal darüber hinwegsehen, dass das eine Krankheit ist, die man eher nicht mit einer soliden Spritze übertragen kann, es waren die 40er. Sind wir froh, dass es eine *echte* Krankheit ist). Wenig später entwickeln sich auch schon die Symptome - für einen Pianisten ist unkontrolliertes Fingerwachstum eh schon vernichtend, aber die Krankheit entstellt auch sein Gesicht in Richtung Elefantenmensch. Anthonys Arzt diagnostiziert die Krankheit richtig und verweist ihn an den führenden Experten auf dem Gebiet - Dr. Markoff! Wir ahnen, wo das hinführt - Markoff kann mit seinen Mitteln das Fortschreiten der Symptome aufhalten, arbeitet aber an einem Heilmittel. Das könnte Anthony, wenn fertig, ja durchaus kriegen, sofern er bei Patricia ein gutes Wort oder drei einlegt. Zum Problem könnte allerdings Markoffs Assistentin Maxine werden, die ihrerseits in den Doc verliebt ist und gelinde gesagt sein Vorgehen für mittelprächtig unethisch hält. Doch wozu hält sich ein Mad Scientist einen Gorilla im Keller?

It's a bit more intelligent (or better said less stupid) than your typical PRC programmer - die Geschichte hat einen schon ziemlich fiesen Unterton und J. Carroll Naish spielt den Dr. Markoff auch mit Gusto. Das Make-up für Ralph Morgan ist auch nicht zu verachten - für 1944 sieht das echt ziemlich grauslig aus. In der zweiten Hälfte verliert der Film etwas den Drive (auch durch die völlig überflüssige Gorilla-Episode, die letztlich auch keinerlei Einfluss auf die Handlung nimmt... aber wenn man Ray "Crash" Corrigan und seinen Gorillasuit kriegen kann, fragt man als poverty-row-producer nicht, ob man den wirklich braucht...). Auch mit dabei: Glenn Strange, das spätere Frankenstein-Monster, als Markoffs Handlanger (es ist vielleicht aufgefallen: ich hab mit keinem Wort einen jungen Helden erwähnt. Es gibt zwar einen, aber den könnte man auch ersatzlos aus dem Script streichen, ohne auch nur irgendwas zu verlieren).

REVOLT OF THE ZOMBIES

USA 1936

Regie: Victor Halperin

Darsteller: Dorothy Stone, Dean Jagger, Roy D'Arcy, Robert Noland

Der dritte "große" Horrorfilm der Halperins nach "White Zombie" und "Supernatural" hat zumindest mal ein sehr sehr interessantes set-up: Im Ersten Weltkrieg bietet ein kambodaschischer Priester den Allierten die Dienste unschlagbarer Zombie-Soldaten (von den Generälen etwas anachronistisch "Roboter" genannt) an - als kleine Demonstration erobert ein Kontingent von grad mal fünf Zombies ohne große Probleme einen feindlichen Schützengraben (okay, es war ein *österreichischer* Schützengraben... ähem). Die Reaktion der Generäle ist unerwartet - anstatt sich über unkillbare Befehlsempfänger die Ordensleisten abzufreuen, snd sich die Lamettaträger sofort einig, dass der weitere Einsatz der Zombies zwangsläufig den Untergang der weißen Rasse zur Folge hätte, und bei aller Liebe, man mag die Ösis und Deutschen zwar hassen, aber irgendwo ist ja auch gut. Deswegen sollen der Priester und seine Jungs auf ewig weggesperrt werden und nach dem Krieg eine Expedition nach Angkor ausgerüstet werden, um dort das Zombiegeheimnis zu finden und endgültig zu vernichten. Vorab aber schleicht sich ein fieser Oberst namens Manrovia zum Priester, legt ihn um und klaut eine magische Schriftrolle...

Nach Kriegsende findet die Expedition dann statt. Mit dabei ist auch der französische Ex-Soldat Luque, der sich in die Tochter des Expeditionsleiters Duval, Claire, verknallt. Die steigt auf die Anmache ein, aber nur, um ihren eigentlichen Herzensschönen, Cliff Grayson, Luques besten Freund, eifersüchtig zu machen. Kaum hat sich Luque mit Claire verlobt, gesteht Cliff endlich seine Liebe zu Claire, sie lässt Luque fallen und der steht Davidoff. Erst recht, als er über das Zombiegeheimnis stolpert und noch bevor er es seinem Chef berichten kann, gefeuert wird, weil er sich unerlaubt von der Expedition entfernt hat.

Kein großes Wunder also, dass Luque royally pissed ist und beschließt, das Zombie-Geheimnis für sich selbst zu nutzen, um sich erstens beiläufig an allen zu rächen, die ihm übel mitgespielt haben und zweitens hauptsächlich an Claire ranzukommen...

Das set-up ist, wie gesagt, ziemlich einzigartig und die Szene, in der die Zombie-Soldaten den Schützengraben erobern, zwar kurz und unter nicht vorhandenem Budget leidend, aber nicht uneffektiv. Leider verabschiedet sich der Film dann relativ kurz und schmerzlos in ein 30er-Jahre-Melodrama-Liebestriangel, dass z.B. den Subplot um den bösen Oberst recht beiläufig auflöst (Luque lässt seinen ersten Zombie den Oberst killen, als der durchblicken lässt, dass er von Luques Durchbruch weiß) und sich kaum wirklich um sein Horror-Potential schert (wobei der Film eine wirklich neue Zombie-Mythologie aufmachen würde, wäre ihm das wirklich wichtig. Im Endeffekt ist das unausgegoren - einerseits sind die Zombie-Soldaten im Krieg sichtlich kugelfest, andererseits Luques Sklaven unter simpler "mind control"), und auch aus dem Umstand nichts macht, dass der Charakter, der anfänglich der Protagonist zu sein scheint, den big bad guy macht (wobei der spätere Oscar-Gewinner Dean Jagger die Rolle ganz gut hinkriegt).

Zudem ist das Ding gnadenlos billig - selbstredend drehten die Halperins nicht in Kambodscha, sondern vor auf Leinwand aufgezogenen Fotos der Tempel von Angkor, und das sieht man deutlich. Kurios auch, dass immer wieder Bela Lugosis Augen (aus "White Zombie") eingeblendet werden, wenn Zombies hypnotisch Befehle erteilt werden... fällt ü-ber-haupt nicht auf, dass das nie Jaggers Glubscher sind.

Dennoch - ganz SO schlecht fand ich den Streifen tatsächlich dann doch nicht, auch wenn's sowohl was Zombies als auch Angkor angeht, letztlich geschummelt ist, ist es ein ehrenwerter Versuch der Halperins, dem von ihnen selbst begründeten Subgenre ein paar neue Ideen abzugewinnen und auch wenn "Revolt of the Zombies" (der Titel bezieht sich darauf, dass Luque seine Zombies am Ende freigibt, die aber nix besseres zu tun haben, als ihn umgehend zu lynchen) als Melodrama nicht so gut funktioniert wie Tourneurs "Ich folgte einem Zombie", kann ich dem Film "nur" verübeln, dass er mit mehr Sorgfalt und einem Script, dass den Horror-Aspekt ein wenig weiter in den Vordergrund gerückt hätte, viel besser hätte sein können als er ist (wie auch "White Zombie" sammelt "Revolt" Pluspunkte durch die völlige Abwesenheit von comic relief).

SANTO Y BLUE DEMON CONTRA DOCTOR FRANKENSTEIN

Mexiko 1974

Regie: Miguel M. Delgado

Darsteller: Santo, Blue Demon, Sasha Montenegro, Jorge Russek

Dr. Irving Frankenstein, Mitglied der beliebten Sippe, klamüsert in Mexiko an Gehirnen rum. Immerhin ist er schon soweit, dass er seine Patienten in Zombies verwandeln und elektromagnetisch steuern kann. Diese Zombies killen fröhlich vor sich hin, die Polizei tappt natürlich in ganz ganz finsterer Nacht. Frankenstein setzt es sich nun in den Kopp, dass er das Hirn von Santo braucht, da Wrestler ja bekannt für ihre außerordentlichen Zerebralfähigkeiten sind. Der unnötig komplizierte Plan sieht vor, dass Frankenstein vortäuscht, an den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Professor Ruiz interessiert zu sein, um so an dessen Gehilfin/Nichte/Whatever Alicia heranzukommen, die nun wiederum irgendwie mit Santo zusammenhängt (spanisch ohne Untertitel, you know). Nach endlos langer Zeit gelingt es Frankenstein, mit seinem Golem (einem baumlangen Schwarzen, den er zombifiziert hat) Alicia zu entführen. Santo und Blue Demon arbeiten mit zwei Spezialagentinnen zusammen, die Santo via Ruiz eine Botschaft des Mad Scientists zuspielen. Santo sucht allein den Schurken-Hideout auf und wird nach kurzem Kampf gefangen genommen und soll hirnoperiert werden. Zum Glück ist Blue Demon zur Stelle...

Ist mal 'ne nette Abwechslung, dass in einem Santo/Blue-Team-Up der olle Blauling mal nicht die Deppenrolle abbekommt, sondern einmal echt Santos "equal" ist und ihn sogar zweimal aus Bredouillen raushaut, was normalerweise ja umgekehrt der Fall wäre. Jorge Russek, der Frankenstein, war immerhin ein von Sam Peckinpah gern eingesetzter character player. Ansonsten ist das Ding etwas flotter als "Dracula y el hombre lobo", aber auch nicht so durchgehend delirierend wie die "Champions of Justice". Es stört auch etwas, dass die Im-Ring-Kampfszenen leicht hochgespeedet sind.

SS HELL CAMP

Italien 1977

Regie: Luigi Batzella


Darsteller: Macha Magall, Gino Turini, Edilio Kim, Xiro Papas, Salvatore Baccaro


Heidewitzka, what a mess... Dem Gevatter Batzella verdanken wir ja u.a. den unbegreiflichen "Nude for Satan". Sein Vertreter zur Natzilagerfilmwelle spielt sich streckenweise wie ein Genrespoof, so gloriously over the top ist das manchmal. Der Lager-Aspekt ist dabei aber eigentlich untergeordnet, das ist mehr ein Partisanen-Kriegsdrama, im "Lager", eigentlich einem SS-HQ mit angeschlossenem Labor, sind wir ungefähr 15 Minuten der 80 Minuten Spielzeit. Dr. Kratsch, die mindestens mal bisexuelle Nazischlampe, forscht dort am genetisch modifizierten Übermenschen, hat aber bislang einen (1) sexsüchtigen, Frauen totvögelnden Neandertaler geschaffen. Inwieweit man damit den Krieg gewinnen will, bleibt fraglich, aber die SS-Offiziere halten das für 'ne dolle Sache. In der Nähe des Nazi-Schlosses halten sich ein paar Partisanen versteckt, die demnächst angreifen wollen, sobald die Nazis vor den vorrückenden Allierten Reißaus nehmen. Auf dem Laufenden halten werden sie von Irene, die für die Partisanen die Geliebte des Nazikommandanten spielt und deswegen von den Dorfbewohnern angefeindet wird. Drago, der Brückenspreng-Spezialist der Partisanen, ist ein verdammter Gutmensch und will nicht mal Nazis umbringen (er sprengt Brücken erst, nachdem die Nazi-Truppentransporter drüber gefahren sind). Dann gibt's noch den Pfaffen Don Lorenzo, der mit den Partisanen kooperiert und sie mit Futter versorgt. Die meiste Zeit des Films verbringen die Nazis damit, das Versteck der Partisanen zu suchen (und dafür wahllos irgendwelche Dorf-Schönheiten gefangen zu nehmen, die man nicht nur verhören und foltern, sondern anschließend dem Sexmonster zum Fraß vorwerfen kann), während die Partisanen diskutieren, ob man nun denn angreifen solle oder nicht. Teilweise ist das tatsächlich hysterisch doof in seiner Überzogenheit (Nazis entreißen einer Dorfmama ein Baby, werfen es in die Luft und ballern drauf), dann wieder wird die melodramatische Pathoskarte gezogen, als ob der Film tatsächlich irgendeine Art humanistische Message habe, dann werden wieder einem Mädel die Fingernägel ausgerissen oder nackte Kerle ausgepeitscht (der Film legt sich da keine gender gap auf, beide Geschlechter müssen einstecken und sich ausziehen), und dann wieder Stock Footage aus einem WK-Zwo-Kriegsfilm für Bombardierungen ausgepackt. Das Monster ist einfach ein extrem hässlicher Kerl - um seine Gesichtszüge weiter zu deformieren, sind praktisch alle Szenen, in der die Kamera auf ihn fokussiert, in einer Art Fischauge-Technik gefilmt. Am Ende wird die böse Nazischlampe Opfer ihrer eigenen Kreatur, wer hätt's gedenkt, und Drago, der gerade seine No-Kill-Policy überarbeitet hat, latscht, ein totes Kind auf den Armen, bedeutungsschwanger monologisierend freiwillig in den Bombenhagel. It's... weird. Oder anders ausgedrückt - die spinnen, die Römer.

THE GHOUL

Großbritannien 1933

Regie: T. Hayes Hunter

Darsteller: Boris Karloff, Cedrick Hardwicke, Ernest Thesiger, Ralph Richardson

Ein recht unbekannter britischer Karloff, der dekadenlang als verloren galt, mittlerweile aber in recht vernünftigen Fassungen zu haben ist. Ein ägyptischer Grabräuber und Antikenschmuggler wird von einem Landsmann aufgesucht - der Herr Schmugglersmann hat ein kostbares Juwel namens "Ewiges Licht" außer Landes gebracht und das hätten die noch existierenden Osirisjünger gern wieder. Das Problem ist nur, dass das Juwel an den Ägyptologen Dr. Morlant verkauft wurde und der Bursche ist... a bit strange, insofar der alte Knabe vollumfänglich zum altägyptischen Glauben übergetreten ist. Die gute Nachricht für unsere Ägypter - der Alte ist auch todkrank und wird in bäldigster Bälde zu Anubis abreiten.

Und hierfür hat Morlant - being Boris Karloff - vorgesorgt und seinen treuen Butler Laing (Ernest Thesiger, aus "Bride of Frankenstein") mit expliziten Anweisungen für eine ordnungsgemäße altägyptische Bestattung versorgt, inklusive der strengen Mahnung, dass das "ewige Licht" unbedingt in seiner Handfläche verbleiben muss, auf dass es ihm den Weg ins Leben nach dem Tod öffne. Widrigenfalls werde er zurückkommen und böse sein.

Nun hält generell niemand aus Morlants Umfeld die ganze Ägyptenschmägyptengeschichte für mehr als groben Unfug. Ein Vikar namens Hartley will Morlant UN-BE-DINGT christlich beerdigen, Morlants Anwalt Broughton (Cedrick Hardwicke) ist sich sicher, dass das teure Ding, das Morlants Konto um 75.000 Pfund erleichtert hat, irgendwo im Haus zu finden sein möchte, und Laing, nun, der hat sich das ewige Licht schon unter den Nagel gerissen, weil er es irgendwie unfair findet, dass der Reibach nicht den rechtmäßigen Erben (zu denen er sich vermutlich auch zählt) zufällt.

Die Erben sind Neffe Ralph Morlant, der sichtlich bemüht ist, den Preis für den gröbsten Unhof des Universums zu gewinnen, und Nichte Betty Harlon - die können sich aufgrund eines jahrelang gepflegten Familienzwists nicht riechen, sind sich aber schnell einig, dass Broughton sie gehörig über's Ohr zu hauen gedenkt (Laing hat Betty eine kryptische Warnung zugesteckt, die ihr aber umgehend von Broughton wieder abgeknöpft wurde. Gesehen hat sie beide Typen aber nicht richtig). Zudem taucht im Morland-Haus noch unser Freund, der Ägypter, auf und lenkt generell Verdacht auf sich.

Die Saat für ungesundes Misstrauen ist also bereits gesät, als pünktlich zur Mitternacht Morlant aus seinem Sarkophag steigt und seinen Rachefeldzug beginnt.

Wie sich das für einen britischen 30er-Horrorfilm gehört, darf am Ende natürlich nichts wirklich übernatürlichen Ursprungs sein, aber "The Ghoul" hält die Illusion lange erfolgreich aufrecht (und das Ende ist dann auch nicht ein so großer Cheat wie bei einigen anderen Vertretern) - die Atmosphäre ist wirklich wirklich creepy, Karloffs Make-up ist schlicht, aber sehr effektiv und obwohl der Body Count nicht sonderlich hoch ist, hat der Streifen einige sehr unheimliche Szenen (so z.B. Karloff, der sich mit einem Ritualdolch ein Ankh in die blanke Brust ritzt). Recht kurios ist auch comic-relief-Charakter Kaney (Bettys Zimmerkumpeline, die sich ungefragt der ganzen Unternehmung anschließt und ganz offensichtlich schwer submissiv ist, so wie sie sich dem ägyptischen Machoschmuggler an den Hals wirft und davon schwärmt, von ihm kreuz und quer durch die Sahara gepeitscht zu werden. Kinky!).

Technisch ist der Streifen auch deutlich, eh, lebendiger als die meisten US-Rivalen (wo außer James Whale ja keiner so richtig wusste, wie man in die strenge Statik des Szenenaufbaus Bewegung bringt), einen brauchbaren Score hat er auch. Nicht übel, nicht übel.

SANTO Y BLUE DEMON EN LA MONDO DE LOS MUERTOS

Mexiko 1970

Regie: Gilberto Martinez Solares

Darsteller: Santo, Blue Demon, Pilar Pellicer, Carlos Leon

Hoi, das ist einer von den ganz deliriösen Santos...

Wir beginnen im, naja, späten 16. Jahrhundert in den spanischen Kolonien in der Neuen Welt. Keine Kolonie ist neu genug, dass sich nicht schon ein paar Satansbraten eingefunden hätten und einen Teufelskult praktizieren. Die Inquisition setzt drei Teufelsanbeter fest (nachdem man vorher ein Mädel gefoltert hat) und verbrennt sie auf dem Scheiterhaufen. Dona Damiana (!) Velasquez, Vorbeterin des örtlichen Satanszirkels, ist not amused und nutzt ihre Connections zum Höllenfürsten, um nicht nur ihre drei verbrutzelten Kumpels als Zombies wiederzuerwecken, sondern auch einen Spezialsuperduperkämpfer in Diensten des Bösen herbeizurufen - Blue Demon, damit der dem Krieger des Guten, Santo, dem Ritter mit der silbernen Maske, aufs Haupt schlägt. Santo weiß sich aber durchaus zu helfen (zumal auch Zombies und blaue Dämonen allergisch auf Kruzifixe und Sonnenlicht reagieren). Obwohl er selbst auch nicht gerade ein glühendes Beispiel für vollständigen Triumph ist, ist Blue Demon mit Damiana unzufrieden und bringt sie ins Reich der Toten - von nun ist sie auch ein Zombie. Was ihr bei Rückkehr ins Land der Lebenden nicht hilft - nachdem sie Santos Geliebte Aurora getötet hat, kann Santo sie gefangen nehmen und der Inquisition übergeben. Resultat: Damiana-Kebab am offenen Feuer. Mit einem Fluch auf den Lippen verschmurgelt Damiana.

Zighundert Jahre später haben sich alle Beteiligten in günstiger Konstellation reinkarniert. Der seinerzeitige Großfürst ist jetzt ein reicher Pinkel mit einer Tochter, die Damiana aufs Haar gleicht, der Chef der Inquisition ein Priester, einer der Henker Santos Sekundant im Ring, und Santo selbst ist halt Santo, König aller Luchadores. Damiana ergreift von Alicia, der bewussten Doppelgänger-Tochter, Besitz und beginnt mit ihrem Racheplan - alle, die ihr damals ins Handwerk gepfuscht haben, sollen durch ihren magischen Dolch sterben und ihre drei Zombies vom Grill hat sie auch zur Hand. Das Fiesmolchquartett meuchelt sich in umgekehrter Wichtigkeit der Charaktere durch den supporting cast - durch ein raffiniertes Täuschungsmanöver gelingt es den Zombies sogar, Santo im Ring den Dolch in die Brust zu jagen! Mit Hilfe authentischer OP-Footage (Gore! Real Gore!) kann des Luchadores Leben gerettet werden. Jetzt ist schluss mit lustig - Alicia muss exorziert werden und damit das auch klappt, muss Santo sprichwörtlich ins Land der Toten reisen, wo er allerdings auf unerwartete Unterstützung in blau trifft...

Okay, this one is really really weird - die erste halbe Stunde ist ein period piece, in der Santo von Kopf bis Fuß in Silber den Degen schwingt und Blue Demon mal nicht sein Kumpel, sondern sein schlimmster Feind ist, klar gestellt wird, dass die Inquisition schon 'ne prima Sache war und es kein Problem gibt, das nicht durch die reinigende Kraft eines ordentlichen Scheiterhaufens gelöst werden kann. Nach dem Sprung in die relative Gegenwart bleibt der Film, obwohl er sich dann eher den Konventionen des lucha-Films unterwirft (zwei In-Ring-Kämpfe), immer noch schräg und für Santo-Verhältnisse außergewöhnlich brutal. Der Body Count ist überraschend hoch und ist gar nicht mal so ungraphisch - die mehrere Minuten lange OP-Szene ist dann auch hinreichend eklig (da hat man sich wohl an Rene Cardonas offene Herz-OP aus Night of the Bloody Apes erinnert und gesagt, was der kann, könn' wa schon lange). Im Showdown im Reich der Toten werden dann Farbfilter & stock footage angeworfen, bis einer lacht - leider sind die Kämpfe durch die Bank *stark* hochgespeedet. Das Make-up von Damianas Zombies ist, eh, übersichtlich (blaß geschminkt muss reichen). Bei 80 Minuten Laufzeit ist das Tempo hoch, der Plot ist wieder ohne Spanischkenntnisse mühelos zu verfolgen. Thumbs up - der ist 'ne Granate :D

SANTO EN EL MUSEO DE CERA

Mexiko 1963

Regie: Alfonso Corona Blake

Darsteller: Santo, Claudio Brook, Norma Mora, Ruben Rojo

Na, das ist dann doch schon more like it...

Ein gewisser Dr. Karoll betreibt ein Wachsfigurenkabinett mit äußerst lebensechten Replikas aller möglichen Berühmtheiten - und natürlich auch mit einem Gruselkabinett. Weil in Filmen Wachsfigurenkabinettbetreiber noch selten freundliche Gesellen waren, ist das aber nur ein kleiner Teil von Karolls Operation. Nicht verwunderlich, immerhin ist der Typ ein ehemaliger KZ-Arzt aus Auschwitz! Was genau hinter den Kulissen des Kabinetts vorgeht, bleibt noch ein Weilchen ungewiss, weil Karoll die neugierige Fotografin Susanna sicherheitshalber kidnappt. Für seine weiteren Pläne scheint Karoll die Dienste des Wissenschaftlers Professor Galvan zu brauchen, der allerdings ein dicker Kumpel von unser aller Freund Santo ist. Um Santo daher von seiner Spur abzulenken, inszeniert Karoll in Santos Beisein einen Mordanschlag auf sich. Galvan wird entführt, weigert sich aber zu kooperieren und wird entsorgt. Als Santo sich einmal mehr mit Karolls Handlangern prügelt, fängt er sich einen Messerstich in den Rücken ein und nutzt die günstige Gelegenheit, seinen Tod vorzutäuschen. In der Tat wagt sich Karoll aus der Reserve und entführt Susannas Schwester (der Mann will die komplette Sammlung). Und nun rückt er auch mit seinem bösen Plan raus: er will eine Monsterarmee erschaffen, um die Menschheit zu vernichten - ein paar Schweinemonster hat er schon. Wird Santo verhindern können, dass Karoll Susanna und Schwesterlein monsterfiziert?

Das ist einer von den wenigen Filmen, die in englischer Synchro in den USA im Kino liefen (und glaub ich sogar im deutschen Sprachraum aufgeführt wurden), K. Gordon Murray sei dank. Lionsgate hat sich beim Re-Release allerdings die Beigabe der Synchro (die aus Santo "Samson" macht) gespart - also wieder nur spanisch ohne Subs. Macht aber nix, weil der Streifen aus Santos Blütezeit ohne große Dialogpassagen auskommt und auch für Nicht-Iberer leicht zu verfolgen ist. Jede Menge Action (natürlich auch durch drei Ringkämpfe), durch die recht sorgfältige s/w-Fotografie, besonders in Karolls Horror-Keller durchaus Anflüge von creepy atmosphere und sogar passables Monster-Make-up. Santo ist hier auch wirklich gut in Form, in seinen Moves sehr crisp und fluid - da besteht kein Anlass für Hochspeeden wie in "Mystery in Bermuda" oder den "Frankenstein" und "Dracula y el Hombre Lobo"-Filmen. Claudio Brook gibt auch einen charismatischen Schurken ab, und für Freunde der klassischen mad science gibt's drollige technische Gizmos und Laboreinrichtung. Der macht auch ohne Sprachkenntnisse ordentlich Spaß!

MYSTERY IN BERMUDA

Mexiko 1979

Regie: Gilberto Martinez Solares

Darsteller: Santo, Blue Demon, Mil Mascaras, Silvia Manriquez

End of an era. Der letzte "offizielle" Lucha-Film (auch wenn Santo noch ein paar Ultra-Cheapies in Florida drehte, die aber von den Scholaren nicht wirklich zum "echten" mexikanischen Lucha-Film gezählt werden), und offensichtlich waren sich alle Beteiligten über diesen Umstand auch klar und einig - heck, der Film beginnt damit, dass ein Angler Santos Maske aus dem Meer fischt und damit eine Flashback-Erzählung auslöst, die den Rest des Films in Anspruch nimmt.

Santo, Blue Demon und Mil Mascaras kommen auf eine Karibikinsel, um dort ein paar Matches zu wrestlen, aber nicht nur - die mexikanische Regierung möchte mit dem Reich von Irania einen Vertrag zum gegenseitigen militärischen Beistand und Technologietransfer (einschl. Nukleartechnik) abschließen und weil man fürchtet, Bösburschen könnten die iranianische Prinzessin Sobeida entführen, damit sie den Vertrag nicht unterzeichnet. Praktischerweise ist Sobeida aber eine Freundin und Martial-Arts-Schülerin Santos und soll daher getarnt als Karateexpertin einreisen, während ein anderes Girl die Prinzessinenrolle nach außen übernimmt. In der Tat gibt es eine fiese fremde Macht, repräsentiert durch den bösen Godard und sein Trio gedungener Scherginnen, die Sobeida kidnappen will. Da die Luchadores keine Kostverächter sind, machen sich die drei Grazien an Santo & Co. ran. Rina allerdings, die auf Santo angesetzt ist, hat ihre ganz eigenen Gründe, warum sie bei diesem Komplott mitwirkt - sie möchte so nur an Santo herankommen, damit der ihr hilft, ihren verschollenen Vater, einen genialen Wissenschaftler, zu finden, der im Bermuda-Dreieck verschwunden ist (was, wie man uns bereits informiert hat, derzeit eine rechte Plage ist). Santo verspricht zu helfen, aber zwischenzeitlich wird die falsche Prinzessin ermordet und Rina von seltsamen Typen in futuristischen Silberanzügen entführt...

Irgendwann geht alles Schöne mal zu Ende, und die Lucha-Filme waren schon seit Anfang der 70er kommerziell unter Druck. Zudem wurde auch ein Santo nicht jünger (der war zum Drehzeitpunkt 57 Jahre alt), und auch wenn Blue Demon und Mil Mascaras ebenfalls populär waren, konnten sie das Genre nicht ohne den Top-Star tragen (und mit "Nachwuchs" sah's eher schlecht aus - Versuche wie Superzan, ein speziell für den Film geschaffener Luchador, schlugen nicht so ein wie erhofft). "Mystery in Bermuda" kommt grad noch auf 77 Minuten Laufzeit und ist sehr, sehr, sehr billig realisiert - da gibt's kein einziges selbst gebautes Set mehr, alles wird in nicht sonderlich eindrucksvollen Locations (Hotelterrassen, Turnhallen, Strände) gedreht und auch die Action ist reduziert (vor allem, was Santo angeht - das "heavy lifting" übernimmt zum Großteil Mil Mascaras, der auch eine Solo-Prügelszene spendiert bekommt). Die zwei Hauptplots kommen kaum in Berührung und niemand wirkt sonderlich motiviert.

Das Ende ist geradezu ... dadaistisch. Aber immerhin mit impliziertem nuklearen Holocaust. Da wollte jemand auf Nummer Sicher gehen...

THE SWAMP OF THE RAVENS

Spanien/Ecuador 1974

Regie: Manuel Cano

Darsteller: Ramiro Oliveros, Marcia Bichette, Fernando Sancho, Antonia Mas

Naja, viel besser als "The Thirsty Dead" war der jetzt auch nicht...

Dr. Frosta, Erfinder der gleichnamigen Tiefkühlkost, ist ein Mad Scientist, der von der Ärzteschaft ausgestoßen wurde, weil er gern an frisch verstorbenen Leichen herumexperimentiert (länger als acht Minuten dürfen sie nicht tot sein). Nun hat er sich ein Labor in einem Sumpf in Ecuador eingerichtet, klaut Leichen (und sorgt zur Not auch dafür, dass welche anfallen) und schlachtet sie aus - ich weiß nicht genau, was er vor hat, so richtig darf der Doc seine Theorien nie erläutern, jedenfalls aber wird das von der einheimischen Polente kritisch beäugt. Als eine Frauenleiche blutleer aufgefunden wird, weil Frosta offensichtlich nur den Saft brauchte, haben die Cops zumindest mal ein paar Anhaltspunkte. Zudem wird auch noch die Liebe dem Doktor zum Problem - er steht auf Simone, die aber in den amerikanischen Sänger Richard (der auch zwei Liedchen trällern darf) verliebt ist. Frostas genialer Plan scheint darin zu bestehen, dass er Simone entführt, umbringt und dann irgendwie wieder zum Leben erweckt, um sie als Zombie unter Kontrolle zu haben, wie er's schon mit einem Handlanger gemacht hat. Der Inspektor, der nicht so blöd ist, wie Filmcops in billigen Horrorfilmen es zumeist sind, hat Frosta aber schon im Verdacht und als dann auch noch ein toter Indio auf dem Seziertisch auftaucht, den Frosta gekillt hat, weil er Erpressung befürchtete, kann der Inspektor eine Beschattungsaktion starten, die Frosta in die Klemme bringt. Der allerdings hat schon einen weiteren idiotensicheren Plan, um sich aus der Bredouille zu retten.

In Ecuador mit spanischem Know-how gedreht (hinter der Kamera steht z.B. Jess Francos langjähriger Stammfotograf Manuel Merino, und Inspektor Fernando Sancho spielte ähnliche Rollen in zigtausend Genrefilmen) hat der Streifen außer seinem Exotenbonus nicht viel zu bieten. Der Plot, bzw. das bisschen echte Handlung, das wir verfolgen dürfen, schleicht im Gletschertempo vor sich hin, die Musik beschallt das Prozedere mit der stets zielsicher ausgewählten unpassendsten Musik (von ein-Finger-Bontempi-Geklimper bis hin zu fröhlichem psychedelic rock), die Schauspielerei ist in den Hauptrollen recht grauenhaft (Ramiro Oliveras underplays die mad-scientist-Rolle so sehr, dass man eigentlich gar nicht mehr sicher ist, ob er überhaupt dabei war). Aber es gibt ein paar creepy moments, z.B. wenn Frosta den Indio in seinen Sumpf, in dem die Opfer seiner bisherigen Experimente vor sich hin gammeln, schubst (die "Raben" aus dem Titel sind übrigens ziemlich deutlich erkennbar Geier...), und die Autopsie-Szene ist... something else. Hier stehen Sancho und einige andere Schauspieler mit starkem Magen um eine echte Leiche rum und kucken zu, wie der Gerichtsmediziner in dessen Eingeweiden rumfuhrwerkt. Na Mahlzeit.

Insgesamt aber viel zu fußlahm inszeniert und ohne einen wirklich interessanten Storyansatz oder bemerkenswerte Charaktere, da hilft dann auch implizierte Nekrophilie nichts mehr. Tabus brechen ist halt nicht alles...

MURDER AT THE BASKERVILLES

Großbritannien 1937

Regie: Thomas Bentley

Darsteller: Arthur Wontner, Ian Fleming, Lyn Harding, John Turnbull

Ein Film (und zwar der fünfte und letzte) aus der britischen 30er-Sherlock-Holmes-Reihe, basierend auf der Kurzgeschichte "Silver Blaze", die man hier kurzerhand zu einer Art "Hund von Baskerville"-Sequel umgedrahtet hat.

20 Jahre, nachdem er das Rätsel um den bewussten Hund gelöst hat, wird Holmes (nebst Watson) von Sir Henry Baskerville auf ein paar Ferientage eingeladen. Gleichzeitig wird Professor Moriarty von einem Buchmacher aufgesucht - der hat enorm hohe Wetten auf den Gaul Silver Blaze angenommen, als der noch miese Wettquoten hatte. Mittlerweile ist der Klepper aber turmhoher Favorit und unser Bookie sieht einem kapitalen Bankrott entgegen. Ob Moriarty nicht dafür sorgen könnte, dass Silver Blaze den Wessex Cup eher nicht gewinnt? Offensichtlich ist dem Napoleon des Verbrechens akut langweilig, denn für ein schmales Sümmchen von 10.000 Pfund willigt er ein, sich der Sache anzunehmen. Tja, und wie's der Deibel so will, ist Silver Blazes Stall gleich in der Nachbarschaft von Baskerville Hall und der Meisterdetektiv gleich zur Stelle, als ein Stalljunge tot aufgefunden wird und der Wundergaul spurlos verschwindet. Lestrade - grad in die Gegend versetzt worden - und Holmes übernehmen den Fall. Verdächtig ist zunächst mal der Verlobte von Diana Baskerville, ein gewisser Mr. Trevor, der a) Spielschulden und b) auf den gefährlichsten Konkurrenten von Silver Blaze gesetzt hat, aber c) natürlich unschuldig ist. Holmes entdeckt des Pferdes Trainer tot im Moor, erschlagen, doch die Spuren führen vom Tatort direkt zu einem rivalisierenden Stall, wo Silver Blaze friedlich parkt. Da man Pferdediebe in England vielleicht nicht direkt aufknüpft, der Angelegenheit aber doch eher ablehnend gegenübersteht, ist der Stallbesitzer auf Holmes freundliches Zureden gern bereit, seinen Anweisungen zu folgen und den Zossen bis zum großen Rennen zu verstecken. Holmes wittert nämlich, dass Moriarty seine dreckigen Griffel im Spiel hat und seinen Plan, was genau der auch sein mag, sicher nicht aufgeben wird...

Der Plot ist ein wenig dünn, und es wirkt ein wenig gezwungen, wie Lestrade, die Baskerville-Verbindung und vor allem Moriarty eingebaut werden, aber Wontner ist ein tauglicher Holmes (who is actually doing some detectoring :P ) und auch wenn Watson nicht viel zu tun hat, ist er nicht nur eine Lachnummer wie Nigel Bruce in den Rathbone-Filmen. Nichts, wofür ich jetzt größere Anstrengungen unternehmen würde (musste ich auch nicht, war in der Movie-Mania-App), aber ganz erträglich (im Gegensatz zur von der App verwendeten Kopie...)


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