PRANKE

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PRANKE #27

Fanzine, Deutschland, Eigenverlag, 48 Seiten, 4,20 €



Nachdem im Forum ja die Werbetrommel für die aktuelle Ausgabe der PRANKE, einem der langlebigsten deutschen Fanzines (27 Ausgaben in 10 Jahren) gerührt wurde und Mod razor tatsächlich so sympathisch war, auch für Euren Lieblingsdoc ein Exemplar zu ordern, dachte ich mir, kucken wir uns doch mal an, was Ralf Stockhausen und seine Mitstreiter auf 48 reich bebilderte, großformatige Seiten gebannt haben (wem 4,20 € für 48 Seiten zunächst mal nach Viel Geld [TM] vorkommen, sollte in Betracht ziehen, dass das Magazin völlig werbefrei ist)

Zunächst mal freut sich der Leser über den hochprofessionellen Druck und das größtenteils angenehme, nicht überfrachtete Layout (über die Wahl der Schriftart und die Schriftgröße kann man diskutieren). Nach dem Editorial und (angesichts der unregelmäßigen Erscheinungsweise teilweise überholten) "News" geht's gleich mit dem Schwerpunktthema der Ausgabe los - Ray Harryhausen. Der Guru der Stop-Motion-Spezialeffekte steht im Mittelpunkt des Magazins - satte 16 Seiten widmen sich Ray und seinen Schöpfungen. Der Überblick beginnt mit einer Biographie des Meisters und einer ausführlichen Filmographie, die mit Pressefotos, Aushangbildern und Plakatmotiven bebildert ist. Es folgen zwei Interviews - Harald Dolezal (legendärer Filmreliquiensammler aus Wien) führt mit Harryhausen ein recht kurzes, aber informatives Gespräch, das anschließende Interview von Martin Stadler ist leider ein wenig konfus und hätte etwas Redigierung durchaus gebrauchen können (das ist mehr ein Transkript); viele interessante Tidbits und Anekdoten bietet allerdings dann die Niederschrift einer moderierten Podiumsdiskussion anlässlich einer Vorführung von "Earth vs. Flying Saucers" in einem Wiener Open-Air-Kino. Harald Dolezal stellt anschließend die wichtigsten Publikationen über Harryhausen und seine Arbeit knapp vor, ehe auf zwei Seiten dargestellt wird, was und in welcher Form an Harryhausen-Filmen für's Heimkino erhältlich ist.

Weiter geht's mit einer ausführlichen Rezension des obskuren Horrorfilms "The Equinox" (vergleichsweise berühmt für seine Stop-Motion-Effekte), einer kurzen Abhandlung über verschiedene Special-FX-Technologien, einem nostalgischen Rückblick auf Kino in den 70er Jahren, ehe wir zum zweiten großen Artikel kommen - "Das Grauen im Ohr" wirft einen ausführlichen Blick auf das Comeback der Horror-Hörspiele und stellt u.a. einige Folgen von Dan Shocker's Macabros und der neuen John-Sinclair-Reihe vor. Interesting stuff (speziell für einen alten Heftromanleser wie yours truly, der mit den Dingern aufgewachsen ist).

Auf weiteren vier Seiten wird sich dann mit den Godzilla-Filmen der 90er Jahre (also "King Ghidorah" bis "Destoroyah" beschäftigt), wobei jeder Film von zwei oder drei Rezensenten unter die Lupe genommen wird. Manche der Kritiken sind, äh, etwas knapp und zu sehr aus Fansicht geschrieben, aber vor allem die ausführlichen Bemerkungen von Thomas Brüggemann gefallen.

Sehr schön gelungen ist Thomas Radikes Artikel über Godzilla-SPFX-Macher Eiji Tusbaraya (inkl. Filmographie). Berichte über Conventions zählten noch nie zu meiner speziellen Lieblingslektüre (es gibt Sachen, die muss man erleben, da ist ein Bericht aus zweiter Hand keine wirkliche Alternative), daher kann auch das MonsterCon-2004-Tagebuch bei mir nicht entscheidend punkten. Es folgt ein gelungenes Review des Monsterheulers "Der Fluch von Monte Bravo".

Kein Stück interessiert mich, ehrlich gesagt, wie Godzilla-Bausätze hergestellt werden... ich sammle solchen Kram nicht (wär auch NOCH schöner... hab doch eh schon keinen Platz), aber für Fans mag das möglicherweise eine Fundgrube des Wissens sein.

Detlef Claus präsentiert anschließend Werbematerialien zu "japanischen Monsterfilmen", was insofern eine kleine Lüge ist, als die vorgestellten Filme "Koloss von Konga" (The Mighty Peking Man) und mein all-time-favorite "Invasion aus dem Innern der Erde" (The Infra Superman) bekanntlich HK-chinesische Produktionen sind (was aber im eigentlichen Artikeltext auch gesagt wird). Die Abbildungen sind leider arg klein (und in s/w), aber dennoch für Freaks ein schönes Goodie.

Auf der nächsten Seite wird ein Godzilla-Playstation-Game ("Godzilla: Save the Earth") besprochen sowie die erste Folge einer Fanfic-Fortsetzungs-Geschichte (zu deren Qualität man angesichts einer halben Seite Text noch nicht viel aussagen kann) lanciert, ehe einige DVDs rezensiert werden (und Schrott wie "Necro Files 2" und "Rossa Venezia" verdient verrissen wird). Anschließend folgt ein Vergleichstest aktueller Godzilla-DVDs und ein Test der marketing-DVD zu "Yongary", ehe ein ausführlicher und farbig illustrierter Test der Universal Monster Legacy-DVD-Box (haben will, haben will) das Heft langsam beschließt.

Die letzten drei Seiten gehören dann den Farbbildern - einige Plakat- und Aushangmotive der aus dem Werbematerial-Artikel, Uraufführungsplakate der besprochenen Heisei-Godzillas und Godzilla-Bausätze sowie aus Harald Dolezals Schatzkästchen zwei selten deutsche Aushangfotos aus Harryhausen-Filmen.

Fazit: auch wenn nicht alle Artikel "Reißer" sind, macht die Lektüre dennoch Spaß - man merkt, die Macher sind mit Begeisterung und Engagement bei der Sache, verstehen was von dem, was sie schreiben und verfallen dennoch kaum in plumpe undifferenzierte Fanschreibe - für Monsterfilmfans unverzichtbar!



Kontakt/Bestelladresse: PRANKE



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