Phantom der Oper, Das (1989)

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Originaltitel: THE PHANTOM OF THE OPERA

Alternativtitel: GASTON LEROUX’S PHANTOM OF THE OPERA

USA 1989, 93 min (ungekürzt), FSK 18

Phantom der Oper

Credits

Cast:

Robert Englund (Erik Destler, das Phantom)
Jill Schoelen (Christine Day)
Alex Hyde-White (Richard Dutton)
Bill Nighy (Martin Barton)
Stephanie Lawrence (La Carlotta)
Terence Harvey (Inspektor Hawkins)
Nathan Lewis (Davies)
Peter Clapham (Harrison)
Molly Shannon (Meg (New York)
Emma Rawson (Meg (London)
Mark Ryan (Mott)
Yehuda Efroni (Der Rattenfänger)

Crew:

Regie: Dwight H. Little
Drehbuch: Gerry O’Hara, Duke Sandefur, Gaston Leroux (Vorlage)
Musik: Misha Segal
Schnitt: Charles Bornstein
Produzenten: Merihaem Golan, Harry Allan Towers, Menahem Golan
Produktion: 21st Century Film, Breton Film, Columbia Pictures


Vorwort

„Schon wieder ein PHANTOM DER OPER, dachte ich mir im Jahre 1989. „Hat der Spaß nicht endlich mal ein Ende?“ Aber es war Anno Domini 1989 und der Freddy-Krueger-Hype noch im vollen Gange. Und Freddy, das war (und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben) nun mal Robert Englund. Ipso, wo der Name Robert Englund nun mal auf dem Cover stand, musste die Kost auch konsumiert werden.

„Wird in dem gesungen?“, fragte ich argwöhnisch den Videotekar meines Vertrauens, und hätte das nichtssagende Achselzucken vorhersehen müssen. Der gute Mann konsumierte explizit nur Bollywood-Filme. Also: ab dafür, und rein in den Korb. Aber dafür war die Überraschung umso angenehmer.


Inhalt

New York, heutige Zeit (heißt im Streifen: Ende der 80er Jahre): die Musikstudentin Christine Day (Jill Schoelen) und ihre Freundin Meg (Molly Shannon) durchforsten eine alte Antikbuchhandlung. Christine ist auf der Suche nach raren Kompositionen, die sie bei einem Casting für ein Broadwaystück vortragen will. Man wird auch bald fündig: „Don Juans Triumph“ heißt das unvollendete Werk des unbekannten Musikers Erik Destler. Eine kleine Recherche ergibt, dass Destler zwar ein brillanter Musiker war, des Abends jedoch seiner Passion, dem Serienmord, frönte und irgendwann spurlos verschwunden ist. Trotzdem gefällt das Lied und Christine bringt die Notenblätter mit zum anstehenden Casting.


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„Wow, Komponist UND psychopathischer Serienmörder …“
(Heute würde der Mann im DSDS-Castingteam sitzen!)


Auf der Bühne hat sie kaum ein paar Noten gesungen, da geschieht ein Unfall der Christine von der Rampe haut. Sie hat seltsame Visionen von einer Oper und einen Mann, der ihren Namen schreit. Ihre Freundin Meg (nun, Emma Rawson) erweckt sie aus ihrer Ohnmacht; allerdings ist Christine nicht mehr in New York, sondern im Viktorianischen London, anno 1881. Im Londoner Opernhaus, um genau zu sein, wo eine Aufführung von „Fausts Verdammnis“ inszeniert wird und Christine Ersatzsängerin für die Diva La Carlotta (Stephanie Lawrence) ist.

Ein angetrunkener Kulissenarbeiter hat ein Bühnenteil versehentlich auf Christine fallen lassen und wird vom Theaterdirektor Barton (Bill Nighy) dafür gerügt. Eine Sau, eine unerhört faule sei er, der Bühnenarbeiter (oder etwas in dem Pathos) – dieser entschuldigt sich und schiebt den Schwarzen Peter dem legendären „Phantom der Oper“ zu. Dann nimmt er einen tiefen Schluck aus seinem Flachmann und vergrätzt nicht nur den Direktor, sondern vor allem besagtes Phantom, Erik (Robert Englund), das aus seiner Sonderkabine alles mitverfolgt hat.

Christine zieht sich in ihr Quartier zurück und träumt, einmal die Hauptrolle der „Margarethe“ singen zu dürfen. In der Zwischenzeit hockt das Phantom in seinem, von Kerzen erhellten Verschlag unter der Oper und legt sich sein Gesicht zurecht. Anders als seine Vorgängermodelle, begnügt sich unser Erik hier nicht mit einer Maske, sondern näht sich frische Hautlappen direkt auf die Visage.


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„Endlich weg vom Maskenmonster Freddy und hin zu ernsthaften Rollen
wie dem AMADEUS! Nun ja, zumindest fast.''


Die Schönheitskur beendet, macht sich Erik auf den Weg in den Kulissenbereich, wo der tölpelige Kulissenarbeiter noch immer damit beschäftigt ist, seinen Flachmann zu leeren. Man hält einen kurzen Schwatz, prostet sich gegenseitig zu, aber das Phantom ist dennoch sichtlich über den Schwarzen Peter verstimmt und gibt dem unglücklichen Suffkopf einen Tritt, der diesen hinunter, gen Theaterboden schleudert. Aber der Kulissenarbeiter hat Glück: sein Bein hat sich in einem Seil verfangen. Und er hat noch mehr Glück: das Phantom zieht einen Hebel und das Seil wird wieder nach oben befördert. Jetzt hat der Kulissenarbeiter ein wenig Pech: in rasender Fahrt geht es nach oben, wo schon die ausgestreckte Klinge des Phantoms wartet; selbstredend rasiermesserscharf. Ausgesoffen hat sich’s, und geschält ist man auch schnell.


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Bier und Blut: das Eine hält die Leber fit, das Andere hält die Pumpe am laufen –
und Beides ist gut für die Haut.


Vom kleinen Blutbad gestärkt, stattet das Phantom Christine einen Besuch ab. Die hält ihn für einen „Engel der Musik“, den ihr verstorbener Vater geschickt hat, um ihr das Singen beizubringen. Sie kennt nur die Stimme des „Engels“, nicht aber sein Gesicht. Das Phantom gibt ihr Gesangsunterricht und macht Christine Hoffnung auf die Hauptrolle.

Es ist der Tag der Premiere von „Fausts Verdammnis“ und Direktor Barton, mit einem Strauss Rosen bewaffnet, stattet der Diva einen Besuch ab. Die räkelt sich im schaumigen Badewasser und nörgelt über die „lausige Unterbringung“.


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Wir bei BadMovies sind uns bewusst, dass wir hier einen Dienst für die Öffentlichkeit verrichten;
also darf eine nackte Diva in der Badewanne nicht fehlen.


Man merkt Barton seine Frustration ob seiner allzu zickigen Hauptattraktion schon an: erst muss er ihr den Buckel schrubben, sich dann sagen lassen, dass das Quartier ein Rattennest sei, und sich dann noch rausschmeißen lassen. Barton spricht das Wort, das auch im viktorianischem England seine Gültigkeit hatte: „Bitch“!

La Carlotta ist inzwischen ihrem Schaumbad entstiegen und öffnet den Kleiderschrank. Aber, statt der erwartete Garderobe hängt dort nur ein gehäuteter Bühnenarbeiter. Dem geht es den Umständen entsprechend noch gut (nun, er lebt noch), röchelt noch schnell nach Hilfe, verdreht die Augen und gibt dann doch den Bühnenarbeitergeist auf. Zuviel der Faxen für die La Charlotta, der es bei dem Anblick buchstäblich die Stimme verschlägt.


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„Zu Hülfe! Das Phantom hat mich gehäutet,
und jetzt will die FSK mich schneeeiiiden!!!1!“


Jetzt ist er teuer, der gute Rat: eine neue „Margarethe“ muss her. Glücklicherweise hat ja Christine den Part schon auswendig gelernt und trällert wie ein Champion. Das Phantom verfolgt alles von seiner Privatloge aus. Während der Szene, in der Faust seine Seele dem Mephistopheles vermacht, erinnert sich Erik an seine eigene Geschichte mit dem Leibhaftigen. Einst war er ein junger, ambitionierter aber leider mittelmäßiger Musiker, dem der Teufel, in Form eines Zwergwüchsigen, einen Deal angeboten hat. (Der Name des Zwergwüchsigen, fragt ihr? Keine Ahnung, wusste nicht dass die überhaupt Namen haben, aber, damit Ruhe ist: Pimpo. Genau, Pimpo hieß der). Der kleine Teufel verspricht, dass die Welt Destler für seine Musik lieben würde – das wäre dann aber auch das Einzige. Man besiegelt den Pakt und der Zwerg legt seine glutheiße Hand auf Destlers Gesicht.


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„Ich kann dich zu einem berühmten Musiker machen!
Oder zu einem Champion im Zwergenweitwerfen. Such’s dir aus ...“


Die Vorstellung ist zu Ende, das Publikum klatscht um die Wette. Alle sind happy – Christine genießt den Applaus, das Phantom feiert, in dem er sich eine Christine ähnelnde Nutte besorgt, und Richard Dutton (Alex Hyde-White), dem ein Teil des Theaters gehört, feiert, weil er ein Auge auf Christine geworfen hat. Dutton macht sich sofort an Christine ran und der Funke springt sogleich über.

Weniger happy ist Inspektor Hawkins (Terence Harvey), der die Schweinerei im Schrank bearbeiten muss, und Barton, der Angst hat, dass ein „No-Name“ wie Christine seinen Kassenmagneten La Carlotta nicht das Wasser reichen könnte. Vorsichtshalber animiert Barton seinen Kumpel, einen Schreiberling für die Lokalzeitung, eine mittelmässige Kritik zu verfassen.


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Wo Freddy drauf steht, ist auch Freddy drin … selbst wenn es nicht drauf steht!


In der Zwischenzeit hat es sich das Phantom in einer Pinte gemütlich gemacht und versucht, endlich sein Meisterwerk „Don Juans Triumph“ fertig zu komponieren. Er macht nur den Fehler, die Serviererin mit blanken Goldstücken zu bezahlen, was dem herumlungernden Gesocks nicht entgeht. Besagtes Gesocks versucht etwas später, das Phantom um den Geldbeutel zu erleichtern, die Bösbuben müssen aber mit ihren Köpfen bezahlen. Bis auf den Rädelführer, dem Erik prophezeit, er würde als „reicher Mann“ sterben – bevor er ihm den Bauch aufschlitzt und zwei Goldmünzen auf dessen Augen legt.

Es folgt der Morgen nach ihrem großen Auftritt: Christine erwacht aus süßen Träumen vom Ruhm und Divadasein. Allerdings wird der Morgenkaffee schnell bitter, als sie die Kritik in der Zeitung ließt, die sie der puren Mittelmäßigkeit anprangert. Christine ist „heart-broken“, und das Phantom mächtig angepisst. Erik beschließt also, einen kleinen Plausch mit dem Kritiker zu halten, und folgt ihm in ein türkisches Bad. Aber weder gute Worte noch das Versprechen von Bakschisch können den Reporter dazu bewegen, seine Meinung zu revidieren. Also revidiert sie Erik persönlich, indem er ein Handtuch um den Kopf des Kritikers wickelt und diesen gegen die Kachelwand schlägt. Schlechter Kritiker: abgehackt.


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„Riecht es hier nach verwesendem Fleisch?“
„Nö, dem Saunabesitzer gehört die Dönerbude gegenüber.“
„Ach, so …“


Christine trauert am Grab ihres Vaters. Da taucht, mit einer Fidel bewaffnet, ihr „Engel der Musik“ auf und lädt Christine ein, ihn in seinem Reich zu besuchen. Christine willigt ein. Aus dem Nichts taucht nun Richard auf, dem der Braten suspekt ist und der versucht Christine davon abzuhalten, in die Kutsche des Phantoms einzusteigen. Jedoch, unser Phantom weiß die Fidel zu benutzten und spielt in einer so hohen Tonfrequenz, dass Richard fast das Trommelfehl platzt. Und schon ist man auf und davon, zur Unterkunft des Phantoms.


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„Linkes Bein, Rechtes Bein, lustig ist das Käfersein…“ – wer den Song einmal im Kopf hat,
der wird ihn nie wieder los! Verflucht seiest du, Sumsemann!


Dort wird es Christine dann doch etwas mulmig: zum einen ist es Zappenduster, zum anderen wird ihr langsam bewusst, dass der Engel in Wirklichkeit ein Mensch ist, der auf den Namen Erik Destler hört. Sie findet die Notenblätter und singt den Text, was das Phantom gehörig überrascht, da noch niemals jemand diese Musik gehört hat (wir wissen natürlich, dass Christine den Song noch aus New York kennt). Der Glauben nur noch gestärkt, dass beide zusammengehören, steckt Erik Christine einen Ring an den Finger und macht ihr klar, dass sie nun mit der Musik verlobt sei.

Inspektor Hawkins bietet Richard um ein Gespräch: seine Nachforschungen haben ergeben, dass es sich bei Christines „Engel“ in Wirklichkeit um einen deformierten Psychopathen handelt, den der Teufel so grausam verunstaltet hat, dass es kein Auge ertragen kann.
Da hat er ja auch Recht, denn unser Erik sitzt bereits wieder vor seinem Spiegel, um sich die Haut „aufzufrischen“. In grausamer Langsamkeit löst Erik Hautlappen für Hautlappen und zum ersten Mal zeigt sich das Phantom in seiner kompletten Monstrosität.


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Manchmal fragt man sich: wenn über Nacht die ganzen Extras und OPs der
Hollywoodstars verschwänden, was das für ein Anblick wäre.


Zurück im Theater versucht Christine vergebens, sich den Ring vom Finger zu ziehen (alter Ehemänner-Pro-Tip: Olivenöl. Aber mich hat sie ja nicht gefragt). Auch wird sie sich immer mehr bewusst, dass ihre Liebe Richard und nicht dem Phantom gilt, weiß jedoch, dass Erik sie zu jeder Zeit bespitzeln kann. Also nutzt sie den anstehenden Maskenball, um Richard ihre Gefühle zu beichten. Dummerweise ist das Phantom aber auch zugegen; als Roter Tod verkleidet, schindet er bei La Carlotta mächtig Eindruck. Man wagt ein flottes Tänzchen und natürlich – Neugier, dein Name sei Weib – möchte die Diva wissen, wer sich hinter der Maske verbirgt.


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… sie wird es gleich herausfinden.


Dann wird aufgetischt: Quiche a la Renate, Fruits de mere frais, Spanferkelchen au Ratatouille, Tete de femmes dans le bouillon … Halt! Frauenkopf in der Gemüsebrühe?
Ja! Es ist La Carlottas Birne, die in der Terrine schwimmt. Unter den Partygästen bricht Panik aus, die sich Erik zu Nutze macht, um Christine unter den Arm zu packen und sie fort in sein Reich zu tragen.


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Was die FSK verwehren will, gibt euch Papa THOR. Ich präsentiere: Frauenkopf in
Suppenschüssel! Um ehrlich zu sein, in der Badewanne hat sie
mir etwas besser gefallen.


Richard und der Inspektor sind zunächst ratlos, bekommen aber einen Tipp vom lokalen Rattenfänger, der den Aufenthaltsort des Phantoms kennt.

In seinem Verlies zeigt Erik (buchstäblich) sein wahres Gesicht und erklärt Christine, dass sie in Zukunft hier residieren werde – für immer.
Richard, Hawkins und ein paar Bobbys (so eine Art harmloser, unbewaffneter Polizist) sind inzwischen auf den Weg in die Katakomben und Erik kann sich denken, woher der Wind weht. Er sucht seinen alten Freund, den Rattenfänger auf; der gesteht auch, dass er der Schmier was gesteckt hat, füllt sich aber sicher, da nur er die Ratten von Eriks Domizil fernhalten könne. Da das einem Psychopathen aber völlig wurscht ist, spießt ihn Erik auf ein paar Stahlstangen auf.

Der Rettungstrupp hat endlich Eriks Wohnort erreicht, haben aber keine Chance gegen das hinterhältig schlitzende Phantom. Einer nach dem anderen muss den Geist aufgeben und selbst Richard zieht den Kürzeren. Im Todeskampf wirft Richard die herumstehenden Kerzenständer um, worauf die Höhle in Brand gerät. Außer sich vor Trauer, will nun Christine dem Phantom ans Leder, fällt dabei aber selbst den Flammen zum Opfer.

Da erwacht Christine. Sie ist wieder im New Yorker Theater, umringt von ihrer Freundin Meg und dem besorgten Produzenten, Mr. Foster.


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„Kennen wir uns nicht von Irgendwo her …?“


Foster entschuldigt sich tausendmal für seine tölpelhafte Crew, er hatte schon Angst, den kommenden Star seiner Aufführung verloren zu haben. In anderen Worten: sie hat den Job.
Zur Feier des Tages und als Entschädigung lädt Foster Christine auf einen Drink zu sich nach Hause ein.

Angenehm und modern wohnt sich’s als Produzent; Foster entschuldigt sich kurz um sich etwas frisch zu machen, lässt Christine für einen Moment alleine bei seiner Musiksammlung. Ein Blick in den Spiegel sagt dem Produzenten: „Fesch schaust aus! Adrett … bis auf den kleinen Riss auf der Backe“. „Exkremente“, flucht Foster. Aber kein großes Problem; er hat noch etliche Gesichter in der Vitrine.


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Ein richtiges Opernphantom geht eben mit der Zeit


Im Parterre hat nun Christine digitale Aufnahmen eines Liedes gefunden, das sie bereits kennt: es sind Aufnahmen von „Don Juans Triumph“. Nun ist auch ihr klar, wer ihr Gastgeben in Wirklichkeit ist. Da steht auch schon Erik vor ihr, verwundert dass sie jemand anderes erwartet haben könnte. Er versucht Christine klarzumachen, dass beide auf ewig zusammengehören, und macht einen auf sanften Kater. Aber Christine hat genug: sie reißt Eriks „Gesicht“ herunter, schnappt sich die Aufnahmen und rennt hinaus in die Nacht, wo sie alles in den Gully stopft.


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Face-Off – jetzt erkennen wir ihn langsam wieder, den guten, alten Freddy.


Die Vernichtung seines musikalischen Werks ist zuviel für das Phantom, das nun endgültig die dem Teufel geweihten Seele aushaucht. Draußen geht eine befreite Christine durch das verregnete New York. Auf einmal hört sie wie hinter ihr ein Straßengeiger eine bekannte Melodei geigt …

THE END


Analyse

Bis dato hat es das PHANTOM DER OPER auf zirka 40 Verfilmungen gebracht, inklusive Zeichentrickfilmen und Spin-Offs, aber an den Splatter-Faktor dieses kleinen Meisterwerks kam keines heran. Natürlich sollte die 1989er Fassung nicht die letzte bleiben: Maestro Dario Argento probierte es zehn Jahre später mit seiner Version PHANTOM DER OPER – aber das Phantom der Oper ohne Maske, der noch dazu von Julian Sands gespielt wird, hätte sich der Argento am Besten in seinen Pastaentwerter geschoben.

Man darf es sagen, ohne dabei als Frevler zu gelten: auch wenn er bis zum Ende des Universums immer mit dem NIGHTMAREschen Freddy in Verbindungen bleiben wird, war die Rolle des Phantoms Robert Englunds Glanzstück. Dabei wollen wir nicht lügen und voraussagen, dass Englund einmal den Oskar gewinnen wird. Der Schauspieler hat sein Repertoire an Grimassen und Bewegungen, wie man’s bei ihm auch dreht, man ist doch immer wieder an besagten Freddy erinnert.

Jill Schoelen ist schon rein optisch ein schöner Anblick, spielt passabel und glaubt man den Gerüchten, hat sie auch selbst gesungen. Da kann man nur sagen: Hut ab! Um die Klatschtanten unter unseren Lesern zu füttern: es war in Budapest, während der Dreharbeiter zu PHANTOM DER OPER, dass Schoelen ihrem damaligen Verlobten Brad Pitt den Laufpass gegeben hat – laut Pitt die einzige Frau, die das bis heute fertig gebracht hat (heute hat er eine Alte mit Wurstlippen und Jesuskomplex). Nach ein paar Auftritten in diversen TV-Shows hatte Jill von der Schauspielerei wohl genug und wandte sich dem Hausfrauentum zu.

Zu den Nebendarstellern Alex Hyde-White und Bill Nighy sei noch gesagt: Nighy wurde Jahre später, durch Filme wie UNDERWORLD und FLUCH DER KARIBIK, zur Horrorikone. Bei Hyde-White ging es genau umgekehrt: er verdient sich heute noch sein Taschengeld mit Auftritten in diversen TV-Shows, aber das Highlight seiner Karriere war die Rolle als Reed Richards, AKA Mr. Fantastic, in FANTASTIC FOUR. Vielen ist der Film unbekannt, weil ihn die Produzenten als zu beschissen befanden, um ihn den Kinos zu zeigen. Ich habe ihn aber gesehen, und kann bezeugen dass Mr. Fantastic wie ein Säufer aussah (die beste Rolle hatte da noch die Unsichtbare, weil unsichtbar).

Die Götter Hollywoods waren nicht besonders mild zu Dwight H. Little, an und für sich ein fähiger Regisseur. Erst musste er Schellte für [1] einstecken (der trotzdem doch besser war als die beiden Rob Zombie Verbrechen), dann flopte er unverdient mit dem Steven Segal Kracher MARKED FOR DEATH. Zumindest das Brandon Lee Vehikel RAPID FIRE hat es verdient, ein Flop zu werden – und über FREE WILLY 2 müssen wir gar nicht erst reden. Seitdem verdient Little sein Brot als Ausleihregisseur für TV-Serien.

Der Beweis, dass der Herrgott Dwight nicht liebt, ist sein Bild auf IMDB:


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© Dwight Hubbard Little


Einen Wermutstropfen hat die Geschichte allerdings: für die deutsche Fassung (die es übrigens nur auf VHS-Kassette gibt) kann ich leider keine Empfehlung aussprechen. Zu arg sind die Scherentrolle der FSK ihrer Passion nachgegangen und gleich sechsmal hat der böse Schnitter zugeschlagen. So fehlen ein paar der feinsten Schmankerln des Films: kein gehäuteter Bühnenarbeiter, kein Frauenkopf in der Suppe und kein Bullizist, dem das Herz herausgerissen wird – all diese Freuden haben uns die Freiwilligen versagt. (Die © McDonald Haussklaven fressen ja auch nicht die besten Stücke vom Burger runter; und wenn, dann nur selten).


THOR

© 2012 Thorsten Atzmueller


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