Riptide

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THE MASQUE OF THE RED DEATH

(dt. Titel: Riptide) USA 1989, FSK 18

CREDIITS

Cast:

Duke: Frank Stallone
Rebecca Stephens: Michelle McBride
Elaina Hart: Brenda Vaccaro
König Ludwig: Herbet Lom
Colette: Christine Lundé
Max: Simon Poland
Dr. Karen: Cristobel d'Ortez

Crew:

Regie: Alan Berkinshaw
Drehbuch: Michael J. Murray
Kamera: Jossi Wein
Schnitt: Jason Krasucki
Spezialeffekte: Scott Wheeler
Musik: Coby Recht
Production Design: Leith Ridley
Associate Producer: John H. Stodel
Produzenten: Avi Lerner, Harry Alan Towers
Produktion: Breton Film

Vorwort

dysons Filetstückchen N° 3 - Abt.: Für den Edgar Allan Popochen

Hallihallo mal wieder! Mensch, das geht ja in einer Frequenz hier, da wird einem glatt schwindelig… Für unser heutiges Werk fallen mir gar nicht so viele Worte vorab ein. Vielleicht so viel, um eine grobe Einschätzung zu haben, womit wir’s zu tun bekommen: Ende der 80er-Jahre hatte der umtriebige Produzent Harry Allan Towers die glorreiche Idee, ein paar moderne Filme nach Motiven von Edgar Allan Poe zu produzieren. Alles für’n schmalen Taler, natürlich. Das geschah in Zusammenarbeit mit Avi Lerner, dem späteren Nu Image-Cheffe. Besetzt wurden die Streifen mit einer Mischung aus alten Veteranen und Nachwuchskräften, teils auch aus anderen Genres (so war für den Lebendig begraben-Verschnitt u. a. Ginger Lynn im Cast). Hier und da gab’s dann ‘nen kleinen Effekt, damit das Videothekenpublikum auch zufrieden war. Dass die Streifen weniger mit Poe zu tun haben, als die Corman-Produktionen sollte nun klar sein… Im Falle von Riptide handelt es sich um die Verwurstung des Klassikers Die Maske des Roten Todes – mit dabei: Frank Stallone (jupp, Slys Bruder) und Herbert Lom. Vorhang auf!

INHALT

Zum Vorspann schiebt sich ein weißer Golf Cabrio durch bayrische Gefilde – wahrscheinlich Alpenvorland. An Bord sitzt ein mittelprächtig attraktives Blondchen, das auf dem Beifahrersitz eine Taschenbuchausgabe von „Haus Usher“ plus weiteren Shorties liegen hat (Poe!). An einer einsam gelegenen Kirche hält sie an und schnappt sich ihre Kamera vom Rücksitz, auf dem noch Modezeitschriften und eine Maske liegen.

Hach, Videotitelgeneratoren… Was waren das für Zeiten…

Sie entert den Kirchhof und macht erst einmal ein paar Fotos eines Kreuzes. Dann geht sie in die Kirche hinein – Spannungsmusik signalisiert uns dräuende Gefahr. Kaum hat sie die Tür geöffnet, fallen ihr auch ein paar Blutstropfen auf dem Boden auf. Sie hängt ihre Kamera an die Türklinke und folgt der Blutsspur. Diese endet bei einer Art Altar, auf dem ein einsames Herz munter vor sich hin schlägt. Plötzlich sind ihre Hände blutig und sie öffnet ihre Bluse – kreisch! Da ist ja ein Loch im Brustkorb! In Panik (und Zeitlupe) rennt sie zur Tür, doch kann nicht hinaus.

Aber haha – es war nur ein Traum. Blondchen erwacht und geht mächtig in die Eisen, denn sie fährt noch immer durch die Gegend. Einmal Durchatmen und schon wird das Buch für alles verantwortlich gemacht: „Ich hab‘ wohl zu viel von diesem Zeug gelesen…“

Sie steigt also aus, wirft sich ein Kleidungsstück über den Rücken und stapft in den Tann. Im feschen Fummel fährt sie weiter und voiceovert, dass sie auf dem Weg zu König Ludwigs Party sei, um eine Fotoserie über Ludis exklusiven Gäste zu schießen. Dumm nur, dass sie nicht eingeladen ist… Hält sie nicht davon ab, auf den Hof zu fahren und im – wie sich jetzt zeigt – Amorkostüm gen Schloss zu latschen. Übrigens hat sie im Bogen eine Kamera angebracht – das ist ja schon wie bei Black Emanuelle hier…

Rebecca fährt VW – wir sind hier ja immer noch in Deutschland.

Am Eingang gibt sie eine Einladung beim Portier ab, der diese auch gleich auf einem Durchleuchter prüft. Es handelt sich, wie wir nun lesen können, übrigens um König Ludwig des 13. Roter-Tod-Maskenball. Alles klar. Immerhin kennen wir jetzt ihren Namen: Rebecca Stephens. Trotz etwas Herzklopfen schafft sie es durch die Kontrolle und schaut sich ein wenig um. Sie staunt über allerlei Leute in den buntesten Kostümen, einige, die miteinander rummachen und ein Live-Schachspiel, das König Ludwig per Kameraüberwachung steuert. Einem Kellner steckt sie 100 Dollar zu, da sie Elaina Hart kennenlernen möchte. Dieser würde es sogar „aus Liebe“ tun. Viel länger dauert das Gespräch nicht, da Rebecca hinfort gezogen wird und zwar von…

Frank Stallone! Dieser setzt auch gleich zu einer duften Anmache an:

Frankyboy: Unter diesem hier bin ich nur ein Herzog, und was sind Sie? Rebecca: Ein Cupido. Frankyboy: Cupido, ja richtig.

Ludwig hat mittlerweile das Spiel gewonnen. Zeit für Musik! Es schwebt ein gitarrenschwingender Sänger herein, der Rest der Band gesellt sich auf anderen Wegen dazu. Es ertönt ein Spät-80er-Rock-Pop-Song der wenig spektakulären, aber durchaus hörbaren Sorte. Die Menge hottet ab und König Ludwig (Warum habe ich gerade Durst auf ein Bier?) fällt über seinen Überwachungsmonitor sofort Rebecca auf. Er weist einen Unterling an, ihren Namen herauszufinden.

Dieweil macht sich Frankyboy mal wieder an Beccy heran:

Frankyboy: Was liebst du, Cupido? Rebecca: Paris an einem regnerischen Nachmittag. Frankyboy: Oh, das ist nett, das ist neu. Ich bevorzuge Lamborghinis und alles, was eine gute Figur macht. Rebecca: Nicht so nett und auch nicht so neu. Frankyboy: Oh, sehr schnell. Ich schätze intelligente Frauen.

Rebecca kann Frankys Geschleime nicht mehr hören und mischt sich erneut unter die tanzende Menge. Der Kellner geht in die obere Etage und landet dort in einem engen, dunklen, büsten- und statuengesäumten Gang. Im Hintergrund geht schnell eine Gestalt vorbei. Der Kellner klopft an eine Tür, ruft nach Miss Hart und geht dann weiter. Er hört Geräusche und ruft einfach mal so: „Hallo? Gäste dürfen diesen Teil des Hauses nicht betreten!“ (Warum sollte die Hart sich dann dort aufhalten?) Plötzlich taucht eine Roter Tod-Personifikation auf, hackt dem Kellner die Hand ab und streckt ihn mit mehreren Messerstichen zu Boden.

Die Menge tanzt wieder vor sich hin. Der Kellner nähert sich noch einer Brüstung, kann sich aber nicht mehr bemerkbar machen und stürzt zu Boden. Die große Uhr (mit tollem Pendel-Pendel) schlägt acht. Es nähert sich: König Ludwig, der verdächtigerweise rote Lederhandschuhe trägt. Er hält eine kurze Ansprache, die das Geheimnisvolle des Abends verstärken soll. Quintessenz: „Schließen Sie sich mir an im Tanz der Liebe und des Betrugs!“

Mal ein Beispiel für die teils schnieke Ausleuchtung.

Mit einer kleinen Explosion und etwas Rauch verzupft sich der König, die Menge applaudiert. Rebecca sieht sich etwas weiter um und entdeckt eine olle Filmtrulla, die Frankyboy mit „Duke“ anredet. Gut, also ab jetzt Duke. Rebecca findet die Trulla mitsamt der um sie gescharrten Truppe wohl so interessant, dass sie gleich mehrere Fotos davon schießt: Mit einem kleinen Knöpfchen unter dem Pfeil, der an ihrem Bogen angebracht ist (Das ist wirklich wie bei Black Emanuelle…!).

Die Trulla will gerade ihre Titten auf den Tisch packen („Die Presse schreibt so ordinäres Zeug über mich: Ich hätte Implantate!“), da steht einer ihrer Begleiter, ein gewisser Max, auf und steuert zielstrebig auf Rebecca zu. Der wird doch wohl nix gemerkt haben? Hat er doch, aber – Überraschung: Man kennt sich. Max schleift Rebecca nun einige Meter fort, schnappt sich ihren Bogen und stellt fest, sie hätte besser gleich das Mata Hari-Kostüm angelegt. Man zickt sich etwas an, denn man war wohl mal eine Art Liebespaar. Das kann nicht gut gehen… Rebecca schnappt sich ihren Bogen und rauscht von dannen; Max schnappt sich zwei Gläser Schampus und folgt ihr.

Max meint, Rebecca sei reichlich herzlos.

An anderer Stelle zickt man ein wenig weiter. Rebecca eröffnet Max, sie sei damals aus New York weggegangen, weil sie „raus“ und nicht mehr „benutzt werden“ wollte. Sie möchte gerne ihr „blaues Buch“ fertigstellen, weshalb sie u. a. diesen ihren jetzigen Job annehmen müsse. Max stellt sich als Busenkumpel von Ludwig heraus. Beobachtet wird das kleine Gespräch vom Roten Tod.

Dieser zückt gleich mal das Rasiermesser und ritzt Rebecca ein wenig, wobei auch ihre Halskette aufspringt. Als Max sich bückt, wird er von der Trulla ein wenig düpiert. Sie zieht von dannen, Rebecca schließt sich an, da sie meint, Max würde mit der Ollen rummachen.

Becky geht im Anschluss irgendeinen Gang entlang, fürchtet sich aber etwas, weswegen sie nach Max ruft. Sie entdeckt einige ausgestopfte Vögel. Hinter einem Vorhang wird sie vom Harlekin, der die ganze Meute amüsieren soll, angesprungen. Er hält ihr einen Kartenfächer hin – Rebecca zieht und erwischt natürlich den Tod.

Einen Moment später ist sie schon wieder im Festsaal, in dem die Meute immer noch tanzt. Der Harlekin belästigt sie noch einen Moment, dann schnappt sich Rebecca ein Gläschen und verzupft sich gen Abseits. Dort trifft sie mit einer blonden Schlampe namens Colette zusammen, die herauszufinden versucht, auf welcher Party sie sich kennengelernt haben („Die Grube und das Pendel vor drei Jahren?“ – Ha, Poe!).

Dieweil kommt Ludwig fröhlich um eine Ecke, um im nächsten Moment aschfahl zu werden, sich ein Glas Kribbelwasser zu schnappen und gen Gewölle zu stiefeln. Dort wird er von einem weiblichen Wesen erwartet. Nach einigen vorsichtigen Andeutungen („Wein kann ich lassen, Champagner nicht.“ – „Oder hübsche Frauen…“) wird Ludi von der Frau weiter hinab geführt.

This gimmick is approved by Joe d’Amato.

Oben probiert der Harlekin einige weitere Kunststückchen an Rebecca aus, die entnervt weitergeht. Sie sieht nun einer kleinen Tanznummer des Dukes mit einer Cleopatra-ähnlichen Dame zu. Becky schießt ein paar Fotos.

Im Keller hat sich die Frau mittlerweile einen Arztkittel übergeschmissen. Sie hängt Ludwig an einen Tropf, was er wohl schon des Öfteren hat über sich ergehen lassen müssen, da sein rechter Arm schon aussieht, als sei Bela Lugosi einarmig gewesen. Ludi schreit, die Ärztin (?) hält ihn fest.

Max schummelt bei der Tischbelegung: Er zerreißt das Kärtchen einer gewissen Mary-Anne und tauscht es gegen Rebeccas aus – es ist immerhin ein Privileg, an Ludwigs Tisch sitzen zu dürfen. So kann sie ein paar schnieke Fotos schießen und er darf zeigen, dass ihm leid tut, was geschehen ist.

Ein Gong wird geschlagen und Ludi tritt an den Tisch, an dem neben ihm noch die Trulla, Colette, Rebecca, Max, die Cleopatra-Dame, der Duke und die Ärztin sitzen. Eine kleine Ansprache („Ihr seid alle meine Freunde. Und weil ihr meine Freunde seid, möchte ich auch, dass ihr untereinander Freunde seid, und zwar, damit ich weiterleben kann – in euch.“) folgt, in der Herbert Lom einen ganzen Schwung Peinlichkeiten abzusondern hat. Auf Nachfrage Rebeccas beginnt die ganze Bagage, zu berichten, wie sie Ludwig kennenlernte.

Herzlich Willkommen auf Schloss Neuschwanstein!
Japp, genau so wie Poe es geschrieben hat.

Da wäre die Ärztin namens Karen, die ohne ihn nicht hätte Medizin studieren können. Dann die Cleo-Lady namens Kitra, die von einer Näherin zu einer Kostümshowsensation wurde. Der Duke studierte zuerst Jura, nahm dann Drogen, wurde aber von Ludwig da rausgeholt, da dieser ihn (wahrscheinlich in einem Film) besetzte. Die olle Trulla heißt Elaina und kennt Ludi schon eine Ewigkeit (nachdem dieser sie auf einem Schiff in einer Revue sah). Colette wurde ebenfalls als Talent entdeckt und bekam dann in Gigi ihre erste große Rolle. Colette, Elaina, Kitra, Karen und Duke verbindet zudem, dass sie alle mit dem ollen Lustgreis auf Mykonos waren (Duke: „Dort entwickelte er seine Vorliebe für Fischerjungs, hab‘ ich Recht?“) [ausgeprägte Bisexualität, würde ich sagen].

Elaina hat genug von den Schwärmereien der anderen, sie verduftet („Das einzige, was die Sonne je für mich getan hat, war, dass sie meinen Arsch verbrannte!“). Anstelle des Dukes geht ihr Rebecca nach. Elaina wird vom Roten Tod verfolgt, der sie begrabbelt und festhält. Becky hat nichts Bsseres zu tun, als die ganze Malaise zu fotografieren. Als sie einen kleinen Moment mehr mit dem Knipskasten beschäftigt ist, verschwinden Elaina und der Rote Tod spurlos.

Rebecca kehrt also in den Festsaal zurück und verzupft sich in eine Fensternische, um den Fotoapparillo wieder in den Bogen zu basteln. Die Uhr schlägt zehn. Auf einmal ruft jemand nach Hilfe – es ist Karen. Ein ganzer Schwung Leute (unter ihnen auch Becky) setzt sich in Bewegung und sieht, zum Entsetzen aller, Elaina tot auf der Treppe liegen, Karen neben ihr hockend. Die wildesten Mutmaßungen beginnen (Ludwig: „Sie muss gestürzt sein.“; Duke: „Manchmal hat sie allein getrunken.“), doch als Becky auskunftet, Elaina sei von einer roten Gestalt bedrängt worden, meint Ludwig nur: „Du weißt doch gar nicht, was du siehst!“ Rebecca kann immerhin medizinisch korrekt die Todesursache nennen: Elaina muss stranguliert worden sein. Der Duke dampft ab: „Gestürzt oder nicht – das ist alles nicht zu fassen!“

Ludwig bemerkt etwas Seltsames an Elainas Hals: Safran! Schockschwerenot! Dumm ist nur, dass die meisten Anwesenden auf Grund des Essens Safran an den Pfoten haben… Colette erweist sich wieder als Intelligenz- und Charmebolzen: „Auch an meinen Fingern ist Safran! Voilá! Warum müssen Engländer fressen wie Araber? Schweine! Ferkel!“ Ludwig legt seinen Mantel über die Tote und verkündet ultimativ: „Elaina ist gefallen.“

Karen stiftet die Musiker zwecks Stimmungshebung an, wieder ihrer Profession nachzugehen. Währenddessen wird Elainas Leichnam abtransportiert. Rebecca beobachtet dies, geht einige Meter weiter. In einer Ecke findet sie eine schwarze Katze (hö-hö), die sie ein wenig streichelt. Dann bemerkt sie dräuendes Ungemach und geht einige Meter rückwärts. Plötzlich packt sie eine Gestalt, die hinter einem Vorhang steht. Aber – puh! – es war nur Max, der sich den Bauch hält, weil Becky den Ellenbogen etwas nach hinten ausgefahren hat. Der anschließende Dialog entstammt wieder der Hä?-Kategorie:

Begeisterung allenthalben.
Es spricht: König Osterhase!

Max: Oh mein Gott! Rebecca: Max! Max: Ich wusste nicht, dass du es bist… Rebecca: Tut mir leid, ich bin auf dieser Party etwas nervös geworden. Max: Da bist du nicht die einzige…

Beide gehen davon. Kitra sitzt währenddessen etwas trübselig am Tisch und süppelt ein wenig Schampus. Colette tröstet sie („Sie war einfach fertig.“), doch wird sie selbst dann von zwei anderen Partygästen gemobbt. Diese meinen nämlich, die Gutste bekäme maximal Aufträge für Schönheitsfarmenspots, selbst Nacktfilmchen seien nicht mehr drin. Die Welt ist gemein…

Colette-Schatzi steht verheult am Buffet, als Ludwig sich nähert. Das Blondchen ist ziemlich niedergeschlagen, was Ludwig allerdings ändert, indem er ihr steckt, dass sie seine Favoritin sei. Die Bitte nach sofortigem Rückzug in die Zweisamkeit muss Ludi allerdings abschlagen – ist ja schließlich ‘ne Party im Gange. Blondchen maunzt: „Es ist immer nur eine Party…“

Wo schon eine Party ist, dürfen verschärfte Spiele nicht fehlen. Also ruft Ludwig vor seiner begeisterten Menge das große Abendvergnügen aus: König Ludwigs großes Ostereiersuchen!!!!!!!!!!! Bis zwei Uhr liegen irgendwo im Schloss verteilt farbige Eier aus, die bitteschön alle gefunden werden wollen (Ich würde ja jetzt auf einen Synchrofehler tippen – vielleicht ist im Original von Fabergé-Eiern die Rede?). Die Meute macht sich begeistert auf die Pirsch und läuft tatsächlich überall umher. Mitten dazwischen sind auch Karen und der Bandleader, der jetzt den Frontalangriff wagt und der Dokteuse an die Wäsche will. Findet die nicht so doll, was sicherlich auch Ludwig freuen wird, der die Szene per Video beobachtet. Obwohl der smarte Sangesknabe meint, Ludwig sei fertig und erfreue sich nur noch an seinen schrägen Spielchen, lässt Karen ihn nicht ran. Ludi ist mittelschwer gekränkt und zerdrückt ohne große Mühe sein Schampusglas.

Hier sieht er tatsächlich dem damaligen Mike Oldfield recht ähnlich…
Glückwunsch – sie hat ein farbiges Ei gefunden!

Für einen kurzen Moment treffen sich Kitra, der Duke, Rebecca, Max und Colette irgendwo im Keller. Bis auf Becky gehen alle weiter auf die Ostereierjagd, die Zurückbleibende folgt lieber den Kreischern, die sie jetzt hört. Sie platzt in eine Gruppe Partygäste, die alle um eine Frau herum stehen, die… ein Ei gefunden hat. Und japp, es sind wirklich Fabergé-Eier. Mannmannmann…

Rebecca streunt also noch ein wenig weiter durch den Keller, wird dann plötzlich von der Seite gepackt. Es ist der Portier, der sich nun an sie ranmachen will – durchaus legitim, wo er sie doch trotz gefälschter Einladung reingelassen hat. Findet das Maderl aber nicht so doll und verpasst ihm einen Tritt in die Männlichkeit. Auf der Flucht vor ihrem eventuellen Verfolger landet sie im Weinkeller/ Doktorzimmerchen. Doch sie ist nicht alleine – der Rote Tod schleicht umher und löscht das Licht.

Rebecca schnappt sich geistesgegenwärtig einen schweren Metallhaken, während sie sich vorwärts schleicht. Leider ist’s dann auch wieder mit dem Denken vorbei, denn sie steigt in ein vermeintlich tolles Versteck. Ist aber nicht so toll: Der Rote Tod schnappt sich einen kleinen Haken, schließt die Türen und drückt einen Knopf. Presto: Rebecca steckt in einer Traubenpresse! Im letzten Moment kann sie allerdings die Holzbretter durchtreten und entkommen. Leider ist der Rote Tod noch nicht weg, sondern zückt einen Dolch und will Becky damit endgültig von der Last des Lebens befreien. Max kommt glücklicherweise dazwischen – der Rote Tod flieht.

Mitternacht. Rebecca erzählt Max von ihrer Begegnung der roten Art und meint, es sei wie aus einem Buch von Edgar Allan Poe gewesen. Auf jeden Fall stellt sie fest: Sie muss ihre Kamera wiederhaben! Kitra irrt weiter durch den Keller und entdeckt eine Art Handarbeitszimmer. Zwar findet sie dort weder Max noch Rebecca, dafür aber ein *hust* farbiges Ei. Dummerweise zieht jemand mit einem Nylonfaden daran. Schließlich und endlich kann Kitra es doch noch schnappen, bekommt dafür aber gleichzeitig einen Strick um das Handgelenk gebunden. Sie vermutet dahinter Duke, der Spaß auf ein paar „perverse Spielchen“ hat – aber nix, der Rote Tod tritt auf und hat Lust auf etwas Webstuhl-Bondage.

Während draußen die Band weiterspielt, geschieht am Webstuhl Unerklärliches (Zumindest, wenn man die deutsche Videofassung schaut. Aber da ich andernorts gespickt habe, kann ich’s ja verraten: Der Rote Tod geht der guten Kitra mit einer Webnadel mächtig durch den Wanst.). Rebecca und Max hören im ersten Stock (!) die Schreie und laufen hinab in den Keller. Rebecca findet schließlich Kitra am ganzen Leib eingewoben im Webstuhl hängen. In der Folge fehlt wohl auch etwas: Die ganze „Protagonisten“-Bagage und einige Random Guests laufen in den Raum hinein und dann angeekelt wieder hinaus. Rebecca ist klar: Sie muss ihre Kamera wiederhaben! Dammichnochmal!

Im Festsaal sind die meisten Anwesenden noch hübsch am Tanzen und Feiern, als plötzlich die Random Guest-Truppe aus dem Keller auftaucht und ruft, dass Kitra bestialisch ermordet worden sei. Von jetzt auf gleich wollen alle Gäste fliehen und strömen in Scharen zum Ausgang. Rebecca (wegen der Kamera) und Max (wegen Rebecca) sind noch da. Als Max seine Angebetete Richtung Ausgang schleifen will, lässt Ludwig gerade ein Gitter herunter und verkündet: „Diese Tür wird sich für die nächsten sechs Stunden nicht öffnen!“ Seine jetzigen Zwangsgäste sind darüber wenig erbaut.

Neben unserem Hauptpärchen ist noch der Bandleader zurückgeblieben, der seine Klampfe beiseitelegt und den Flügel mit einer zarten Melodei malträtiert. Während ein Diener bereits den Besen schwingt, spaziert Colette planlos umher. Duke macht sich am Champagner zu schaffen. Ihm geht das Geklimper auf die Nerven, aber der Sänger reagiert angefressen: Er möchte die nächsten sechs Stunden noch überleben, also solle sich der Duke mal lieber an die Trauerklänge gewöhnen. Colette reißt mal wieder die Augen auf und Slys Bruder bezeichnet gleich mal beide als wahnsinnig.

Rebecca und Max suchen in der Küche nach der Kamera. Immerhin findet Becky den Bogen im Müll. Aber nix Kamera. In der Halle wird Kriegsrat gehalten: Der Sänger meint, es sei das Beste, den Killer aufzustöbern und Dingfest zu machen. Colette wirft die nicht ganz unberechtigte Frage ein, was wäre, wenn es einer von ihnen wäre. Rebecca will abhauen, Max würde mitkommen. Der Duke will erst nicht so recht, aber als Colette ebenfalls den Abmarsch ankündigt, ist er mit dabei. Colettes dolle Idee: Man sollte in Paaren zusammenbleiben, dann könne der eine den anderen beschützen. In einer halben Stunde wollen sie sich wieder in der Halle treffen. Der Sänger klimpert wieder.

Max und Rebecca sitzen in Ludwigs Schachzimmer und sprechen über Liebe und Leben. Becky hat den Auftrag nämlich vor allem angenommen, weil Mäxchen für den Abend angesagt war. Von so viel Romantik überwältigt merken sie nicht, dass der Rote Tod die Tür abschließt. Vor der Tür öffnet er einen Behälter mit Phosphor, kippt diesen um und lässt den Dampf durch die Türritze ziehen. Gewiefter Schuft, gewiefter!

Die Damenrasierer Marke „Roter Tod“ sind ein echter Renner.
Die Weber. Ein Drama von A.M. Bertucci.

Karen steht wieder in ihrem Arztweinkeller und mischt gerade einen starken Cocktail für Ludwig zusammen. Doch der Rote Tod steht hinter ihr, zückt ein Rasiermesser und schlitzt Karen den Bauch und weitere Extremitäten auf. Durch die Schreie wird der Sänger angelockt, der sich gleich mitten ins Getümmel stürzt. Doch der Rote Tod kann ihm mehrfach eine Spritze in den Rücken rammen, bevor er ihm ein Gefäß mit einer ätzenden Chemikalie ins Gesicht schüttet. Schätze, das war’s auch für ihn.

Max hört die Schreie, läuft zur Tür und bemerkt, dass sie eingeschlossen sind. Rebecca beginnt ob der Dämpfe zu husten. Karen kriecht trotz ihrer Bauchwunde die Treppe hinauf. Dummerweise ist der Rote Tod noch da und macht schlechte Witze („Kann ich Ihnen helfen? Hattest du gedacht du könntest entkommen?“ – „Lassen Sie mich in Ruhe!“ – „Bedaure Doktor, aber Sie werden unverzüglich in der Chirurgie gebraucht.“).

Durch Einsatz eines Kleiderständers kann Max die Tür öffnen. Gemeinsam fliehen sie nach unten, wo Karen gerade durch die Gegend gezogen wird. Dummerweise wird Maxi vom Sänger angefallen, so dass beide die Treppe hinunterstürzen. Rebecca muss also hinter Karen her und findet sie auch: Eingesperrt in die Uhr mit dem Pendel-Pendel, dass zudem immer weiter nach unten rutscht! Becky läuft in Zeitlupe los und kommt tatsächlich rechtzeitig an der Uhr an. Leider bekommt sie aber die Ketten nicht auf, mit denen Karen fixiert ist. Sie findet aber den Geheimweg hinter die Uhr – dummerweise kann sie die Uhr nicht anhalten, auch ein Griff ins Uhrwerk ist eher einer ins Klo. Die ganze Bagage schafft es gerade rechtzeitig für die große Kopf-ab-Show in den Raum. Rebecca ist untröstlich (Ich ebenfalls, denn auch hier ist ein leichter Schnitt. Der ist aber relativ gut gelöst. Und am Ende sieht man sogar noch den appen Kopp herumliegen…), Ludwig bekommt Stielaugen und wirkt sichtlich erschüttert.

Nach einer kurzen Schlosseinstellung von außen ist Ludi bereits im Arztweinkeller zugange und ruppt massenweise Zeugs aus den Regalen. Und es ist exposition time! Karen riet dem König von der Party ab, aber er hatte nur Feiern im Kopf. Er wollte halt noch ein letztes Mal so eine Feier, denn er wird – seiner bescheidenen Meinung nach – bald das Zeitliche segnen. Die Anwesenden versuchen es ihm so gut es geht auszureden, aber no chance: Ludwig ist fatalistisch („Das ist das Ende.“). Dann erzählt er noch von früher ™ („hochgearbeitet, bis sie mich akzeptierten“ blablabla) und dass er ziemlich angefressen ist, dass die als größte und schönste geplante Feier so in die Binsen ging. Auf Rebeccas Frage nach dem Grund für die Sause antwortet er nur, dass er mit seinen Freunden zusammen sein wollte und dadurch unsterblich werden wollte (siehe Gespräch am Tisch).

Ihr wollt doch bestimmt wissen, an was Ludwig leidet, oder? Eine Krankheit, die das Nervensystem angreift und schlussendlich sogar das Gehirn! Karen arbeitete an einem Serum, aber das war ein Wettlauf mit der Zeit, der nun ja vorbei ist. Colette zeigt sich wieder äußerst charmant: „Das hättest du mir sagen sollen! Das kränkt mich! Tah!“ Weg isse.

Das nenne ich mal eine überdimensionierte Uhr!
The HORROR!

Duke und der verbliebende Angestellte gehen ihr hinterher. Max fängt nun an, Ludwig Vorwürfe zu machen – er hält den Kranken für den Killer. Rebecca sieht’s eher nicht so und empfindet Mitleid mit dem Alten. Colette sitzt irgendwo oben, heult wie ein Schlosshund und pfeift sich bunte Pillen rein. Duke sucht sie, sie versteckt sich aber ein paar Meter weiter.

Viertel vor fünf. Maxe und Becky stehen im Festsaal vor der Uhr. Da noch zwei Stunden zu überstehen sind, macht den grandiosen Vorschlag, doch einfach an Ort und Stelle zu warten. Scheiß auf die anderen: „Lass sie sterben, so wie sie gelebt haben.“ In solch einfühlsamer Stimmung nimmt er Becky in den Arm.

Duke hat mittlerweile eine verlorene Pille gefunden, wenige Meter weiter auch Colette. Er setzt sich zu ihr, sie halten Händchen und er erzählt von Elaina – er mochte sie zwar nicht, aber dennoch war sie seine Freundin. Wenn Ludi jetzt auch noch den Löffel reicht, weiß er nicht, was er machen soll. Als er den Blick wieder zur Seite richtet sitzt neben ihm: der Rote Tod! Und er zieht auch gleich sein Rasiermesser und zieht Duke eine neue Ritze ins Gesicht. Doch kampflos ergibt sich ein Herr von und zu Stallone nicht: Ein Säbelkampf schließt sich an. Doch am Ende bekommt Duke leider das Metall in den Wanst. Dennoch kann er den Roten Tod umhauen und davonstolpern.

Er schafft es noch bis an die Treppe im Festsaal, die er dann malerisch herunterpurzelt. Rebecca und Max unterbrechen ihre lustige Kartenrunde und laufen zum Verscheidenden. Die Uhr schlägt fünf. Ludwig kommt und stützt Colette – er hat sie irgendwo gefunden, jemand muss sie angegriffen haben. Galant unterstützt Max bei der anstehenden Treppenheruntertrage. Als der Diener der nun auf einem Sofa sitzende Colette mit einem Tuch zwecks Tränentrocknung zu Hülf eilen will, keift sie ihn an: „Nein! Du warst es! Du Kretin!“ Auch Beckys Tuchversuch wird äußerst ablehnend aufgenommen. Die Alte hat ‘se tatsächlich nicht mehr alle beisammen, was sich auch dadurch zeigt, dass sie laut eigener Aussage lieber tot wäre – denn: „Alles ist besser als das hier.“

Rebecca schnappt sich ein Hackebeil, das auf einem Tablett herumliegt (?) und will sich der Gefahr stellen. Max will sie zurückhalten, aber: „Denk‘ positiv!“ Der Diener (Ah, Hans heißt er!) wird noch einmal als Red Herring eingeworfen, da er sich Max in den Weg stellt, der seiner Geliebten nacheilen will. Mäxchen schnappt sich noch ein Fleischermesser vom Tablett und eilt dann die Stufen hinauf, Hans schließt sich – ebenfalls bewaffnet – an. Auf Colettes Frage, warum Hansi nun auch losläuft, antwortet Ludwig: „Vielleicht will er uns einen Drink holen? Wer weiß das schon…“ Colette will nun auch hinterher, Becky und insbesondere Max unterstützen, denn: „Max ist ein Freund.“ Jo, mach ma.

Max entert ein Schlafgemach, aber keine Rebecca darin. Plötzlich eine Frauenstimme von draußen, die nach ihm ruft. Max geht zur Tür, öffnet sie, aber – der Rote Tod tritt ein! Er will Max für sich gewinnen, doch der will nicht so recht. Ein kleiner Kampf entbrennt, in dessen Folge Maxi dem Roten Tod die Maske vom Gesicht reißt und darob mächtig erschrickt. Bringt nix, der Rote Tod rammt ihm erst ein Messer in die Brust, schnappt sich dann eine Axt und haut dann Off Screen (Könnte ein Schnitt sein) zu.

Rebecca läuft panisch los, was der Rote Tod einige Meter weiter mit einem hämischen Lachen quittiert. Die Uhr schlägt sechs. Rebecca betritt das Zimmer, in dem Max zuvor ums Leben kam, findet dort allerdings nur eine Plastikspinne. Ludwig und Colette kommen herein, woraufhin Becky erst einmal Ludwig als mutmaßlichen Täter anspringen kann. Der allerdings versichert, nichts Unlauteres getan zu haben. Er möchte hinunter gehen, um dabei zu sein, wenn sich die Tore öffnen. Rebecca will nicht ohne Max gehen. Praktisch, dass sich unter dem Bett eine Hand hervorarbeitet…

Sie hört ein Geräusch – plötzlich ratscht der Betthimmel auf und Max fällt hinunter. Becky schreit, auch Ludwig und Colette sind schockiert. Letztere fragt sich, wo Hansi sich herumtreibt. Rebecca findet nun die Maske des Roten Todes samt Stimmenverzerrer in Max‘ Pfoten und folgert messerscharf, dass er den Täter gesehen haben muss. Colette weiß auch ganz genau, warum Hans der Täter sein muss: „Weil er hässlich ist und mich ständig anstarrt!“ Nebenbei hat sie ein paar schöne Wunden an Arm und Hals…

Rebecca schnappt sich ihr Hackebeil und überholt die bereits hinausgegangenen Ludwig und Colette. Sie verkündet, Hans töten zu wollen, sofern er der Täter gewesen ist. Ludwig hat’s mit dem Herzen. Rebecca ruft nach Hans und hält sich gerade in der Buffetecke auf, als plötzlich… die Katze neben ihr landet. Puh. Sie geht in den Festsaal – die Uhr zeigt Viertel vor sechs (? Hö? War doch schon sechs…). Becky hält sich die Maske vor’s Gesicht und entdeckt darin… Schminke!

Gesuchter Hans kriecht dieweil unter dem Bett hervor. Rebecca macht sich auf die Suche nach Ludwig und betritt wieder das Zimmer, in dem Max dahinging. Dort wird sie von Hans angefallen, der aber auf Grund seiner enormen Halswunde ratzfatz endgültig hin ist (Scheint eine gängige Fähigkeit in diesem Film zu sein…).

Colette schleppt Ludwig in ein Zimmer, in dem neben einigen Tatwaffen auch lauter Fotos der Toten hängen, die allesamt blutig durchgestrichen sind. Colette freut sich, denn nun können beide mal ordentlich miteinander reden. Alle anderen sind hin – was sie ausgesprochen uninteressant macht. Ludwig dämmert nun, wer wirklich der Täter ist. Colette hält ihn mit einer Waffe in Schach und plaudert dann mal munter aus dem Nähkästchen. Die anderen „Freunde“ waren im Weg, außerdem haben die Musiker so furchtbar schlecht gespielt und Hans hat das Huhn mit Safran versaut. Plausibel.

Rebecca steht vor der Tür und signalisiert Ludwig ihre Anwesenheit. Ludi braucht nun aber unbedingt eine Pille, die sich auf seinem Schreibtisch befindet. Colette findet das nicht so töfte, da sie bestimmt von Karen stammt. Weil Ludwig ihr aber einen duften Sexurlaub auf Mykonos in Aussicht stellt, für dem er doch wieder bei Kräften sein muss, stürmt Collie los. Ludwig ist sehr erfreut, dass immerhin Rebecca noch lebt. Beide können nicht fassen, was die Irre getan hat. Eigentlich will Becky auf ihre Rückkehr warten, wird dann aber doch von Ludwig animiert, ihm zu helfen, von dort wegzukommen. Zuvor packt sie aber noch ein paar Kissen unter die Bettdecke und schnappt sich den Film, den sie auf einem Tisch findet.

Von Rebecca gestützt kommt Ludwig eher schlecht als recht vorwärts. Colette kommt pillenlos wieder zurück und vermutet Ludwig bereits unter der Decke liegend – ready for vorgezogenen Sexurlaub. Doch schnell bemerkt sie, dass dort nur ein Kissenludwig liegt. Zeit für Augenrollen und Full-Madman-Mode!

Colette stürmt zur Treppe in den Festsaal und schießt auf Ludwig und Rebecca, die beide umfallen. Die Uhr schlägt sieben, als sie in ihrem roten Mantel die Stufen hinabschreitet. Sie rollt Becky beiseite und erzählt dann ihrem Schatzi, dass sie alles nur aus Liebe getan hat – Liebe kann man halt nicht teilen, newa? Dummerweise muss sie feststellen, dass sie ihn mitten in die Brust getroffen hat, was zu einem erneuten Heulanfall führt.

Da Rebecca nur einen Streifschuss abbekommen hat, steht sie auf und geht einige Schritte. Dummerweise bemerkt das Colette und will sie ebenfalls um die Ecke bringen. Ein kleiner Catfight schließt sich an, in dessen Verlauf sich die Mädels teils mächtig die Schnauze polieren. Doch da öffnen sich die Gitter! Rebecca stürmt darauf zu, wird aber von Colette zu Fall gebracht. Jene stürmt nun wieder zum Schalter, um die Gitter erneut herunterzulassen.

„Alan, was meinst du damit, ich soll subtiler spielen?!“

Rebecca versucht dennoch, hinauszukommen, was erneut zu einer kleinen Balgerei mit Colette führt. Beide landen schließlich unter dem Gitter, das verdächtig klemmt und wackelt. Rebecca landet wieder auf der nicht-rettenden Seite, während Colette vom nun hinunterstürzenden Metallwerk durchbohrt wird. Becky gerät in Panik, denn erneute sechs Stunden will sie dort nicht zubringen. Sie schlägt mit einem Kerzenhalter auf den Schalterkasten ein; Funken sprühen, das Gitter fährt nach oben und zieht Colette mit sich. Rebecca geht vorsichtig unter dem Gitter entlang, doch plötzlich packt Colette in einem letzten Aufwallen Beckys Haar. Jene kann sich jedoch befreien und die Täterin ist nun wirklich tot.

Im Morgengrauen schreitet Rebecca aus dem Schloss. Bevor sie die Treppe hinabgeht, vernichtet sie den Film. Nach dem Abspann erhebt sich der männliche Teil eines Pärchens von der Brüstung im Festsaal, beschaut sich die Malaise unten und meint dann zu seinem ebenfalls erwachenden weiblichen Gegenpart: „Ich glaube, wir haben einiges verpasst…“ - Tja, wirklich?

ANALYSE

Das war also „The Masque of the Red Death“ (Wer auf den tollen „deutschen“ Titel kam, möchte ich auch mal wissen…), der mit der literarischen Vorlage naturgemäß nicht mehr viel zu tun hat. Lediglich die Eckpunkte wurde übernommen: Ein Herrscher feiert ein rauschendes Fest (auch wenn hier keine Pest zu befürchten ist) in einem abgeriegelten Bau und irgendwann taucht halt der Rote Tod auf. Ende Banane.

Allerdings bemüht sich das Skript, trotz Modernisierung der Geschichte, die eine oder andere Poe-Reminiszenz einzubauen. So finden sich Querverweise auf „Das verräterische Herz“, „Die schwarze Katze“, „Die Grube und das Pendel“ und „Der Fluch des Hauses Usher“ (wenn auch letzterer nur in Buchform). Das funktioniert meiner bescheidenen Ansicht sogar recht gut, da das meistenteils nicht mit dem Holzhammer serviert wird (außerdem ist die Pendeluhr sogar ein schniekes Gimmick).

Wie schon in den früheren Verfilmungen zeigt sich, dass man Poes Kurzgeschichten zwangsweise aufblähen muss, wenn man daraus einen abendfüllenden Film machen will. Und wenn man nur die wenigsten rudimentären Dinge übernimmt, muss man zusehen, dass man das Skript mit interessanten Figuren füllt, ordentliche Dialoge dazuschreibt und – wenn man, wie’s der Film vorhat, Slasher-Elemente einbaut – ein paar interessante Mordszenen nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip einstreut.

Macht Riptide das gut? Also: Die Figuren sind so schräg und absurd, dass dadurch tatsächlich ein ordentlicher Unterhaltungsfaktor gegeben ist. Die Story kommt nicht groß voran: Die Feier geht ihren Gang, bis schließlich nur noch die kleine Gruppe vorhanden ist. Obwohl in den Feierszenen nicht viel Wichtiges passiert, wirken sie – dank ihrer schrägen Figuren und teils absurder Momente – doch unterhaltsam.

Wenn dann der Slasher-Teil startet, geht das Tempo ein wenig flöten, da die Zahl der Verdächtigen naturgemäß abnimmt. Hier werden dann die Setpieces, also die Kills, in den Vordergrund gerückt. Stück für Stück darf beinahe jeder ins Gras beißen. Wie gesagt, ein wenig geht der Absurditätsfaktor dort schon flöten, dafür sind die Mordszenen echt ganz gut gestaltet, da teils ebenfalls recht schräg. Und die Szene, in der Karen und ihr Musiker-Gspusi (vorerst) dran glauben müssen, fetzt stellenweise sogar. Die Pendelszene muss ich auch lobend hervorheben, da sie recht dynamisch inszeniert ist. Etwas zu offensichtlich werden Ludwig und später Hans als Red Herrings hingeworfen. Lustig ist, dass beinahe jeder, der etwas abbekommt, noch einmal aufstehen und dann dramatisch draufgehen darf (hübsche Alliteration, eigentlich).

Für’s Skript bleibt festzuhalten: Nicht wirklich Poe oder gar unheimlich, aber hübsch abseitig – und dadurch bleibt man am Ball.

Die Darsteller: Jau, das ist eine schöne Kategorie. Michelle McBride zieht sich als Rebecca ganz achtbar aus der Affäre, da sie die „normalen“ Charakter einnimmt, der in den wilden Haufen geworfen wird. Sie wirkt relativ glaubhaft in ihrer Rolle – zumindest soweit es ihre Texte zulassen. Herbert Lom muss sich während der Dreharbeiten in Grund und Boden geschämt haben. So einen Schund zu spielen bzw. zu sprechen hatte er selten – ich glaube, nicht einmal bei Jess Franco dürfte das auf diesem Niveau gewesen sein. Allerdings macht er das Beste draus und lässt seine Präsenz spielen. Reicht, und in einigen wenigen Minuten kommt sogar ein klein wenig Inspektor Dreyfus durch.

Der topgebillte Frank Stallone sieht noch etwas verbeulter als sein Bruder aus und ist mit weniger Schauspieltalent gesegnet (Sly hat zumindest im ersten „Rocky“ gezeigt, dass er was drauf hat.). Vor allem die semi-romantischen Szenen sind zum Schießen. Also: Nicht gut, aber schwer unterhaltsam. Simon Poland als Max wirkt ein wenig blass, bringt aber eine gewisse likeability mit, die ihn alledings eher als Schwiegersohn den als Helden prädestiniert.

Becca Vacaro (immerhin an zweiter Stelle in den Credits) darf schön obszön vom Leder ziehen, aber sonst fällt ihr nicht viel ein. Ihr Schrägheitsfaktor trägt aber zur Unterhaltung (oder zum Fremdschämen, je nach Geschmack) bei. Die Darstellerinnen der Karen und Kitra bleiben wenig in Erinnerung. Den Vogel schießt Christine Lundé als Colette ab. Schauspielern kann sie kein Stück, dafür schön die Augen aufreißen und in knapper Kleidung herumlaufen. Die sieht selbst in ihren letzten Szenen als wahnsinniger Roter Tod so bitchig aus, dass es eine wahre Freude ist. Übrigens bezeichnend, dass die imdb als frühesten Acting Credit eine Rolle als „Bimbo“ ausweist… Schwer unterhaltsam die Frau, da sie schauspielerisch eine totale Niete ist. Durchaus fickbar, mehr aber auch nicht *ähempt*.

Regisseur Alan Birkinshaw gelingt recht gut, das Tempo möglichst hoch zu halten bzw. später die Kills ansprechend einzubauen. Das hätten andere sicherlich schlechter gemacht, insbesondere im Rahmen eines dtV-Hobels. Gut, die Lundé hat er wohl einfach laufen gelassen, aber sonst passt das schon.

Unterstützt wird er dabei durch die tatsächlich wirklich gute Kamera Jossi Weins. Der versucht zwischendrin immer wieder einen guten Schwung an Fahrten einzubauen, was dem Geschehen eine angenehme Dynamik verleiht. Außerdem ist die Ausleuchtung meistenteils schwer gelungen und so manche Szene in den düsteren Gängen wirkt echt schön.

Der Schnitt passt sich dem Gesamtniveau an. Nicht herausragend, aber absolut im Rahmen. Lediglich die in der deutschen Fassung total versaute Webstuhlszene wirkt tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes zerhackt. Dafür kann aber nur der deutsche Verleiher was.

Wo wir bei den Effekten sind: Doch, das schmoddert schon ganz annehmbar über die gesamte Laufzeit hinweg. Die Effekte sind meist simplerer Natur, wirken dafür aber ganz gut. Für mein Empfinden sind sie sogar recht zahlreich für einen End-80er-Videovertreter. Nur in der deutschen Fassung sind eben zwei Effektszenen geschnitten, davon eine praktisch bis zum Gehtnichtmehr verstümmelt. Trotzdem wurde der Film 1991 indiziert…

Sonst noch was? Ach ja, die Musik: Einige Songs der Band (deren erstes Stück ganz gut zum Mitschwingen einlädt und daher im Abspann noch einmal angespielt wird; der Rest ist eher belanglos) und ansonsten etwas aus dem Synthie. Unspektakulär, aber nicht nervend. Die deutsche Synchro ist einigermaßen kompetent gewerkelt, haut aber auch einige Klopper raus – insbesondere die oben erwähnte „Ostereiersuche“ mit den „farbigen Eiern“ – Klatsch!

Erschienen ist der Film hierzulande lediglich auf VHS von 21st Century Video. Die Bildqualität ist ganz annehmbar, Bandabnudelungen nicht einberechnet. Drollig ist die billige deutsche Titeleinfügung aus dem Videogenerator… Vorab gibt’s noch drei witzige Trailer: Magic Ivory (den der Doc hier schon einmal in den Griffeln hatte), Captain America von Pyun und einen zum Miles O’Keeffe-Schlonzer Cartel, den uns „Sherlock Holmes“-Christian Rode als Trailersprecher schmackhaft machen will.

Das Ende vom Lied: Masque of the Red Death ist kein guter ernsthafter Film, vor allem keine gute Edgar Allan Poe-Verfilmung, obwohl er Kamera- und Lichttechnisch teils sehr schön gewerkelt ist. Aber er ist ob seiner schrägen Figuren, teils absurder Schauspielleistungen (deren Höhepunkt die fotzige Augenrollerin darstellt), komischer Skripteinfälle und seinen einigermaßen zahlreichen Blutsudeleien ein kleines Fest für Zwischendurch, das auf jedem Badmovie-Abend für Freude sorgen dürfte. Besser als der vom Doc besprochene „Die Maske des Roten Todes“ (der ist nämlich mal so richtig öde) ist dieses Teil sowieso.

Im nächsten Jahr fliegt der Film vom Index – eigentlich der ideale Zeitpunkt, ihn dann gleich gebührend auf DVD zu veröffentlichen. Selbstverständlich Ankatt, denn das sollte kein Problem mehr darstellen. Ich würd’s kaufen, ihr hoffentlich auch. Dolles Teil, das - Empfehlung!

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