Rote Flut, Die
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Deutscher Titel: Die Rote Flut
Laufzeit: 114 min
Freigabe: FSK 18 - USA: PG-13
Inhaltsverzeichnis |
Credits
Besetzung:
- Jed Eckert (Patrick Swayze)
- Robert (C. Thomas Howell)
- Erica (Lea Thompson)
- Matt Eckert (Charlie Sheen)
- Daryl Bates (Darren Dalton)
- Toni (Jennifer Grey)
- Danny (Brad Savage)
- Aaardvark (Doug Toby)
- Mason (Ben Johnson)
- Tom Eckert (Harry Dean Stanton)
- Bella (Ron O´Neal)
- Col. Strelnikov (William Smith)
- Bratchenko (Vladek Sheybal)
- Col. Andy Tanner (Powes Boothe)
- Mr. Teasdale (Frank McRae)
Stab:
- Regie: John Milius
- Buch: Kevin Reynolds, John Milius
- Kamera: Ric Waite
- Production Design: Vincent M: Cresciman, Jackson De Govia
- Musik: Basil Poledouris
- Schnitt: Thom Noble
- Produktion: Sidney Beckerman (auch executive), Buzz Feitshansfür Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)/Valkyrie Films
Vorwort
Nennt mich einen blutigen Anfänger in Sachen Filme, aber sind Kriegs-Streifen, die den 3. Weltkrieg zum Thema haben, wirklich so selten? Mir fallen da auf Anhieb nicht viele ein, die meisten die ich kenne, behandeln eher die Zeit nach einem solchen Konflikt. Nunja wie dem auch sei, der heute vorliegende Film lässt schon beim Betrachten des Covers zwiespältige Gefühle auftreten. Ich hatte von diesem Film schoneinmal gehört und dachte zwar nicht an ein Schlachten-Epos im Stil von Gettysburg oder Der längste Tag (dafür ist der Streifen zu unbekannt), aber als mir ein paar Schulkinder entgegengrinsten schwante mir schon Übles. Das es dann so grauenvoll werden würde, dachte ich allerdings nicht. Aber meinereiner greift vor. Ein guter Freund von mir hat einmal gesagt das man jeden Film, jedes Buch im Kontext betrachten muss, also sich vor Augen führen sollte, in welcher Zeit es/er geschrieben/gedreht wurde. Nun, Die Rote Flut wurde in Zeiten von Reagan und dem Star-Wars Programm produziert, einer Zeit also, in der der Kalte Krieg und der amerikanische Patriotismus sehr heftig waren. Betrachten wir die Filmcrew, so fallen uns einige bekannte Namen auf. Mister Millius ist kein Unbekannter in den Reihen der Hollywood Regisseure, drehte er doch Conan der Barbar und war an Apocalypse Now beteiligt. Doch der gute John verbrach auch Filme wie Farewell to the King oder 1941. Betrachtet man die Schauspieler, so fällt auf das sich hier ein paar zukünftige Grössen im Filmgeschäft tummeln (Patrick Swayze). Also von der Besetzung und vom Stab her könnte eigentlich nicht viel schiefgehen, aber natürlich kommt alles anders.
Inhalt
Zu Beginn klärt uns ein Text über die momentane Weltlage auf: Deutschland wird von den Grünen regiert, die NATO wurde aufgelöst und Mexico sowie Mittelamerika sind kommunistische Staaten. Die USA haben keine Verbündeten mehr und fürchten sich vor den roten Horden. Wer hier schon den Kopf schüttelt, sollte besser die Kassette rausnehmen und sich einen alten Heimatfilm ansehen, ich garantiere dafür das dieser mehr Unterhaltungswert hat. Der Film beginnt damit, dass er uns die Hauptdarsteller vorstellt, die gerade von einem Jed (ja genau Mr. Swayze) zur Schule gebracht werden. Natürlich sind alle Mitglieder der örtlichen Baseball-Mannschaft. Wie dem auch sei, wir schalten um in ein Klassenzimmer, wo ein "Geschichtslehrer" (also was sich in den Staaten so alles Lehrer schimpft?!) gerade einen Vortrag über die Mongolen und ihre "Kesseltaktik" hält. Ich bin nun kein unbeschriebens Blatt in Militärgeschichte und eine solche Taktik ist mir unbekannt (zur damaligen Zeit) und auch schwer durchführbar. Jedenfalls lässt sich der Lehrer von meinem ungläubigen Gesichtsausdruck nicht weiter beirren und schwafelt fröhlich weiter. Doch plötzlich landen draussen Fallschirmjäger. Zuerst denkt man an eine Übung, doch als der Lehrer von den landenden Soldaten kaltblütig abgeknallt wird, bricht allgemeine Panik aus. Unsere Protagonisten flüchtigen eiligst mit dem, aus dem Anfang bekannten, Pickup und versorgen sich unterwegs mit allerlei Habseligkeiten, die ihnen vom freundlichen Besitzer einer Tankstelle, der wohl auch noch zugleich der Vater einer der Flüchtigen ist. Unsere bunte Truppe flüchtet sich in die Berge und grübeln darüber nach, wer sie denn da wohl angegriffen hat. Unsereins ist da natürlich schon weiter und weiss, dass die bösen Erzkommunisten am Werk sind. Nach einer kurzen Keilerei (3 aus der Truppe wollen wieder zurück nach Hause) setzt sich Jed schliesslich als Anführer durch und uns werden einige gar lustige Hinterwälder-Rituale präsentiert, z. B. das trinken des Blutes einen frischgeschossenen Hirschs. Dazu noch markige Sprüche wie "Durch sein Blut nimmst du seine Kraft in dich auf" wird das ganze noch aufgelockert. Szenenwechsel ins Dorf, wir lernen den Bösen kennen, zu allgemeiner Überraschung kein Russe, sondern Kubaner (nun das erklärt warum einer der Milchbubies erklärt er habe die Angreifer spanisch sprechen hören), der sich von einem Untergebenen die Lage erklären lässt und sodan verkündet, man solle alle Waffenläden im Dorf nach einem gewissen Formular durchsuchen, da auf diesem alle örtlichen Waffennarren aufgelistet sind. Diese seien anschliessend zu internieren. Offensichtlich hat der Zigarrendreher zuviele Rambo-Filme gesehen und ist der Meinung, jeder Ami mit einer Schusswaffe sei ein gar tödliches Raubtier. Doch dann wird gemeldet, amerikanische Panzereinheiten würden angreifen, ich freue mich schon auf eine zünftige Schlacht, aber hier ging den Produzenten wohl das Geld aus.
Analyse
Kennt jemand die alten Wochenschauen aus den Dreissigern? Falls ja, dürfte auch dieser Film nicht viel neues bieten. Ein Propagandawerk erster Güte sozusagen. Die Hintergrundgeschichte ist nicht schlecht (Die Sowjets fallen über die Beringstrasse und Mexico in die USA ein, das ist zwar alles etwas arg unrealistisch, aber gut, kleine Storylücken sind erlaubt, Filme sollen unterhalten und nicht 100% realistisch sein) und immerhin gibt es schöne Landschaftsaufnahmen. Das wars dann aber auch schon mit den guten Sachen. Die Schauspieler agieren extrem hölzern, die wenigen Kampfszenen sind von grausiger Machart (schonmal einen Fünfzehnjährigen gesehen der mit einem schweren Maschinengewehr rumspielt?) und die ganze Logik des Films wirkt eher wie eine groteske Satire, denn als eine gute Handlung. Laut Drehbuch sind die Hauptdarsteller gerade mal in der Pubertät und die nehmen es dann mit einer kompletten sowjetischen Fallschirmjägereinheit auf. Sicher, sonst noch ein Spässchen auf Lager? Dazu kommt das die bösen Kommunisten nicht nur strunzdämlich sind (sie stellen den glorreichen Rebellen eine Falle mit Lebensmitteln, aber anstatt diese zu vergiften schicken sie lieber drei Helis) sondern auch zu tausenden abgeschlachtet werden. Und auch das kitschige Ende kann den Film nicht retten. Andere Kritiker werfen dem Film vor er sei rassistisch, menschenverachtend und kriegsverherrlichend. Nunja, dem letzten kann ich mich noch irgendwo anschliessen, aber rassistisch ist der Film nicht, die beiden letzten Recken überleben schliesslich nur weil der kubanische Oberst es zum Schluss nicht übers Herz bringt sie zu erschiessen.
Trotz allem:
Dieser Streifen ist der wirklich schlechteste Film den ich jemals gesehen habe, miese Optik, grausige Handlung, schwache Schauspieler. Setzen, sechs.
(c) Michael Schmitz (Loki)
Bewertung
BIER-SKALA


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