Steve Latshaw - Erinnerungen an Dark Universe

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DARK UNIVERSE - DAS INTERVIEW MIT STEVE LATSHAW


DARK UNIVERSE

Beim Herumsurfen im Internet stößt man hin und wieder doch auf interessante Dinge, z.B. auch auf die ein oder andere e-mail-Adresse. So auf die von Steve Latshaw, Regisseur von DARK UNIVERSE (und BIOHAZARD: THE ALIEN FORCE und JACK-O).
Wenn Ihr jetzt nichts mit DARK UNIVERSE anfangen könnt, macht Euch doch einfach noch mal schlau: Hier ist das Review!

Steve war auf meine Frage gern bereit, sich an DARK UNIVERSE und den Dreh zu erinnern und einige (nicht wenige) Fragen zu beantworten... also Vorhang auf zum ersten richtigen badmovies.de-Interview...


badmovies.de: Die erste Frage, wie kamst Du zu dem Projekt? Hattest Du bereits vorher mit Fred (Olen Ray) zusammengarbeitet? Ich habe gesehen, daß Du vorher einen Film namens VAMPIRE TRAILER PARK, basierend auf einem Script von Patrick Moran, der auch DARK UNIVERSE schrieb und darin spielte - alles was ich über den Film weiß, ist, daß er sich nach viel Spaß anhört... wird man den mal auf DVD sehen können?

Steve: Ich habe Fred Ray 1990 kennengelernt, als ich ihn für eine Fernsehdokumentation über in Florida gedrehte Horrofilme interviewte. Wir machten ein zweiteiliges Segment über Fred's Karriere und machten später noch zwei Folgen über seinen in Florida gedrehten Film ALIEN DEAD. Ich war bereits einige Zeit lang ein Fan seiner Arbeit - aber über die Jahre sind wir enge Freunde geworden. Er ist ein sehr talentierter Filmemacher und einer der letzten echten Einzelgänger. Unser erstes gemeinsames Unternehmen war VAMPIRE TRAILER PARK (derzeit nur in Schweden und Großbritannien auf Video erhältlich). Mit der Erfahrung dieses Films sprachen wir Fred 1992 an. Fred finanzierte zu dieser Zeit Filme mit kleinerem Budget von anderen Filmemachern und wir dachten, daß wir einen besseren Job machen könnten als die ganzen anderen. Wir stellten ihm ein paar Ideen in Hollywood vor und er mochte die DARK UNIVERSE-Story wirklich (zu der Zeit noch unter dem Titel "Swamp Monster").

"An einer Stelle versuchten wir, ALIEN zu imitieren..."


badmovies.de: Was war die Inspiration für den Film? Das Laserdisc-Cover versucht ALIEN-Remineszenzen herzustellen, während ich immer dachte, daß der Film mehr an PREDATOR erinnert, zieht man das Dschungel-Setting und die POV-Shots aus Sicht der Kreatur in Betracht.

Steve: Die "Alien"-Verbindung war einfach die Art, wie der Vertrieb den Film verkaufen wollte. Wie du bei der Laserdisc sicher feststellst, gibt's kein Raumschiff wie das auf dem Cover im ganzen Film. Wir versuchten ALIEN an einer Stelle zu imitieren - als das Monster über Blake Pickett schwebt, kurz bevor es getötet wird. Unsere Hauptinspiration war amerikanische SF aus den Fünfziger Jahren, besonders FIRST MAN INTO SPACE und NIGHT OF THE BLOOD BEAST. Ursprünglich sollte das Monster ein schlimm verbrannter, vernarbter Mann in einem Raumanzug sein - und das war, wie das Script auch geschrieben wurde, komplett mit all den Rückblenden. In letzter Minute entschied Fred, daß eine Alien-mäßige Kreatur gebaut wurde (aufgesetzt auf einen Einkaufswagen), so daß wir das Script hektisch umschreiben mußten.


badmovies.de: Kannst Du Dich noch an das Budget für den Film erinnern? Wie lange dauerten die Dreharbeiten?

Steve: Ich glaube, das Gesamtbudget war 40.000 $. Ich drehte auf 16 mm und hatte 20.000 $ um einen fertig geschnittenen Film mit Musik abzuliefern. Fred gab die restlichen 20.000 $ für einige Szenen in L.A. und den Soundmix aus. Ich drehte den Film in zehn Tagen, dazu zwei Extra-Tage für 2nd-Unit und diverse Verbindungsszenen.


badmovies.de: Wurde on location in Florida gedreht?

Steve: Wir drehten einen Tag in einem Nationalpark (die weiten Szenen, in denen der Cast durch den Dschungel wandert und die Szene mit dem Airboat), zwei Tage auf einer Farm in Zentral-Florida (die Szenen mit der Hütte und die Vordergrund-Miniaturen), einen Tag 2nd-Unit-Tier-Szenen im GatorLand-Zoo in Florida und den Rest in einem großen two-lot Hinterhof in Winter Park, Florida. Wir waren damals ziemlich stolz darauf, daß wir alle Everglades-Szenen in einem Hinterhof gedreht haben.


badmovies.de: Was wir Reviewer immer wissen wollen - gab es amüsante Anekdoten während der Dreharbeiten? Ich kann mir vorstellen, daß es ziemlich lustig ist, einen Low-Budget-Monsterfilm zu drehen.

Steve: Es hat seine lustigen Momente. Es macht Spaß, Regie zu führen und man hat immer wieder was zu lachen. Aber größtenteils ist es harte Arbeit und Plackerei, weil der Drehplan so lang ist. Ich erinnere mich, daß wir an einem Abend 20 Seiten Dialoge um das Lagerfeuer drehten - am Ende der Nacht war es so kalt, daß die Leute Probleme damit hatten, vernünftig Worte auszusprechen. Wir hatten den Monsterkopf in einigen Szenen und wenn unser Kameramann Max Beck mit seiner Kamera darunter kroch, tropfte ihm "Monsterschleim" (Karo-Sirup) auf seine Hosen. An dem Wochenende, als wir die Hütten-Szenen drehten, fiel die Temperatur auf 28 Grad (Fahrenheit) - und wir mußten eine Liebesszene mit Bently Tittle und Lori Sherman drehen. Unser Kameramann kaufte ein paar Kerosin-Heizöfen - wir arbeiteten am Wochenende damit, dann brachte er sie als "kaputt" zurück (wir konnten uns nicht leisten, sie zu bezahlen). Man kann auch hören, wie die Kälte auf die Schauspieler auswirkt, als sie sich vorbereiten, das Monster mit den Leuchtpistolen zu beschießen - sie bekommen kaum die Wörter raus.


badmovies.de: Wenn man das geringe Budget in Betracht zieht, funktionieren die Creature FX ziemlich gut. Wie wurden die Effekte realisiert?

Steve: Die Effekte am Dreh, Blut, Blasen-Effekte, das mutierte Gürteltier usw. wurden von Todd Palamar gemacht, der auch für BIOHAZARD-THE ALIEN FORCE und JACK-O Effekte ablieferte. Das Monster wurde von SOTA Effects in Hollywood gebaut. Die Morphing-Szenen wurden ebenfalls in Hollywood gemacht. Und der blaue "Schädel" war ein Requisit aus INCREDIBLE MELTING MAN.

"Der Schädel war ein Requisit aus INCREDIBLE MELTING MAN."


badmovies.de: Bei den Space-Shuttle-Effekten kommt das Budget dann doch zum Vorschein. Wurden diese Szenen speziell für DARK UNIVERSE gedreht oder handelt es sich um Stock Footage?

Steve: Die Space-Shuttle-Szenen wurden ursprünglich 1982 für einen Film von und mit Steve Barkett gedreht. Steve lizensierte die Szenen an Fred und war freundlicherweise dazu bereit, wieder in sein altes Raumanzug-Kostüm zu steigen, damit es mit den alten Szenen zusammenpaßt. In Florida bauten wir eine Vordergrund-Modell des abgestürzten Schiffs und einen Abschnitt Wand (sowohl Innen- und Außenseite).


badmovies.de: DARK UNIVERSE wurde gedreht, als die erste Welle der Morphing-Effekte auf den Markt kam. Hattest Du das für die Verwandlungsszenen immer im Auge oder hattest Du Alternativen im Kopf?

Steve: Fred hatte von Anfang an Morphing im Kopf. Es war damals neue Technologie (und teuer). Wenn ich den Film noch mal machen würde, würde ich Hintergrund-Aufnahmen von den Bäumen etc. machen und dann die Schauspieler via green-screen in die Aufnahme matten. Man kann es beim Ansehen des Films feststellen, wenn die Schauspieler morphen - morpht auch der Hintergrund.


badmovies.de: Der zweifach Oscar-nominierte Jim Danforth ist für einige Effekte zuständig. Wie weit ging seine Beteiligung am Film und wie kam diese zustande?

Steve: Jim ist für die ursprünglichen Shuttle-Effekte in THE AFTERMATH verantwortlich. Seine Beteiligung an DARK UNIVERSE beschränkt sich also auf diese Stock Footage.


badmovies.de: Etwas was ich an DARK UNIVERSE immer wieder gut finde, sind die selbstironischen Elemente, wie z.B. das "Kanonenfutter" als genau das zu bezeichnen. War dieser humorige Unterton immer beabsichtigt oder ergab sich das im Lauf des Drehs?

Steve: Das hängt sehr von der Wahrnehmung ab. Wir wußten, daß die Story "hokey" ist. Die ganze Zeit lang hatten wir im Auge, den Film wie einen dieser alten 50er-Jahre-B-SF-Filme zu machen, einen echten altmodischen Drive-In-Film. Pat und ich hatten immer Humor als Hintergrund also fügten wir ihn ein, wo immer Fred es uns erlaubte. Ich habe immer gesagt, daß der Film in schwarz/weiß besser wäre.


badmovies.de: Ich habe nie ganz verstanden, warum Paul Austin Sanders (der Jack Reese spielt) nach seiner Todesszene Alien-Sporen auf seinen Augen hatte. Ich kann mich nicht erinnern, daß andere Opfer des Monsters ein ähnliches Schicksal teilten. Ich gebe aber gerne zu, daß es ziemlich cool aussieht. Hatte das eine spezielle Bedeutung oder war das "nur" ein Schockeffekt?

Steve: Das war ein reiner Schockeffekt. Wir arbeiteten zu schnell, um lange über Motivationen nachzudenken. Bis wir die erste Schnittfassung gesehen hatten, war uns z.B. nicht aufgefallen, daß jedesmal, wenn unser Held Bently Tittle etwas töten muß, er einen Stock verwendet. Pistolen funktionieren nicht, Leuchtpistolen funktioneren nicht, also greift sich Bently immer einen Stock.

"Das war ein reiner Schockeffekt. Wir arbeiteten zu schnell, um lange über Motivationen nachzudenken!"


badmovies.de: Eine andere Sache, die ich an DARK UNIVERSE gelungen finde, ist, daß derjenige, der schlußendlich den Tag rettet, nicht eine der Hauptfiguren ist, was den Film ein wenig von anderen Monsterfilmen abhebt. Wie kam's dazu?

Steve: Ich weiß es nicht. Ich glaube, wir wollten den Mädels eine Chance geben, die Helden zu sein. Lori war eine Freundin von Fred und ich glaube es hat sich einfach ergeben, daß sie diejenige war, die schlußendlich abdrückt.


badmovies.de: Möglicherweise sollte ich da nicht so viel hineininterpretieren, aber etwas, was mich immer gestört hat, ist, daß während des Showdowns das Monster schlußendlich durch das in Brand gesetzte Sumpfgas getötet wird. Ein paar Minuten vorher redet der Film davon, daß, wenn selbst die Hitze des Eintritts in die Erdatmosphäre das Monster nicht verletzen konnte, Feuer nicht helfen wird. Liege ich hier falsch oder hätte ich das einfach nicht bemerken sollen?

Steve: BITTE interpretiere da nicht zuviel hinein. Ursprünglich, als wir noch planten, mit einem Kerl in Raumanzug als Monster zu filmen, wollte Fred, daß der Film mit dem Verbrennen eines Körpers aufhört. Als wir das neue Monster-auf-dem-Einkaufswagen bekamen, behielten wir einfach den selben Schluß bei. Es macht ungefähr soviel Sinn wie das venusianische Monster in Corman's IT CONQUERED THE WORLD, das tot umfällt, nachdem ihm sein Auge ausgebrannt wird.


badmovies.de: Wie wurde DARK UNIVERSE besetzt? Es gibt ja einige ganz interessante Besetzungen wie Dave Ward, der viel Cartoon-Voice-Arbeit macht. Blake Pickett kam wohl mit von VAMPIRE TRAILER PARK und Fred brachte ein paar Leute seiner "stock company".

Steve: Dave Ward war ein Angestellter einer lokalen Fernsehstation - nicht DER Dave Ward (soviel zur Akkuratesse der IMDB... Anm. des Interviewers :)). Blake war eine gute Freundin (und damals Bently's Frau), die die notwendigen Nacktaufnahmen machte und damals gerade anfing, sich einen Namen zu machen. Sie hatte einiges an Fernsehen gemacht und einige paar Low-Budget-Horrorfilme, HAUNTEDWEEN und den Florida-basierten THEY BITE. Ich hatte mit ihr in Vampire Trailer Park gearbeitet und mochte sie wirklich. Lori Sherman kam aus Kalifornien. Joe Estevez und Steve Barkett drehten in Kalifornien. Der Rest waren alles Schauspieler aus Florida, mit den meisten von ihnen habe ich in unseren restlichen Florida-Filmen wieder zusammengearbeitet.
Was mir noch einfällt - das gerahmte Foto in der Hütte, angeblich "Old Tom Hanning", der Charakter, der Bently Tittles Vater sein soll, ist in Wirklichkeit ein Foto meines alten Freunds Bill Grefe, Regisseur einiger floridanischer Drive-In-Classics wie DEATH CURSE OF TARTU, STING OF DEATH, STANLEY und MAKO JAWS OF DEATH.


badmovies.de: Joe Estevez liefert den "Grossen Namen" für den Film. Wie konntest Du ihn gewinnen?

Steve: Fred machte diese Deals. Er drehte alle Szenen mit Joe und Steve Barkett an zwei Tagen in seinem Hinterhof. Wir schnitten sie dann in den Film.


badmovies.de: Fred Olen Ray und Jim Wynorski produzierten den Film (zwei Jungs, mit deren Filmen ich immer wieder viel Spaß habe) - nahmen die beiden viel Einfluß auf den Film oder konntest Du den Film so drehen, wie Du es wolltest? Wie war es, mit den beiden zu arbeiten?

Steve: Jim war nur ein stiller Investor bei diesem Film. Fred wußte ziemlich genau, was er in dem Film haben wollte - ein ziemlich praktisch veranlagter Produzent. Innerhalb dieses Rahmens konnten wir tun, was wir wollten. Heute sind Fred und Jim gute Freunde von mir und wir haben viele Filme zusammen gemacht.

"Fred (Ray) machte den Deal mit Joe Estevez und drehte alle Szenen mit ihm an zwei Tagen in seinem Hinterhof."


badmovies.de: Der Film endet mit einer kurzen Szene von Blake Pickett und ihrer sporen-infizierten Hand. Gab es jemals Gedanken an eine Fortsetzung? Und, wo wir gerade dabei sind, war der Film kommerziell erfolgreich?

Steve: Wir ließen die Tür offen, falls es eine Fortsetzung geben sollte. Und für kurze Zeit dachte Fred auch daran. DARK UNIVERSE lief extrem gut - es war einer der erfolgreichsten Filme, den Fred je produzierte - er spielte mehr als das zehnfache seiner Kosten ein.


badmovies.de: Es tut mir leid, ich muß einfach fragen - weißt Du, wer den Covertext für die Laserdisc verbrochen hat? Zitat: "From the darkest corner of the universe comes an Alien terror with a cold-blooded mission... to conquer the Earth and harvest its inhabitants as a food source. Can our world survive this nightmare from deep space?" Die beiden Zeilen verdienen ja jeden Marketingpreis dieser Welt...

Steve: Ich hatte mit dem Text nichts zu tun. Obwohl Pat und ich schon mit ziemlich grausigen Zeilen im Film aufwarten konnten ...


badmovies.de: Zum Ende unseres "kurzen" Interviews... welche Art Filme mag Steve Latshaw selbst? Spezielle Favoriten?

Steve: Ich mag 50er-SF. John Wayne-Filme. Und Western. Alles von Roy Rogers und Gene Autry bis zu den deutschen Old Shatterhand/Manitou-Western (da meint er wohl Winnetou :-) Anm. des Interviewers). Ich mag die Dr.-Mabuse-Filme, alles von John Ford, Howard Hawks und Roger Corman. Und ich habe eine Schwäche für alles von Andrew McLaglen.
Ich möchte noch erwähnen, daß Hannes Jaenicke ein guter Freund ist - er war in einigen Filmen, die ich geschrieben habe, z.B. COUNTER MEASURES, ACTIVE STEALTH und SUBMERGED. Wir haben einmal einen Abend in Fred Ray's Haus damit verbracht, die relativen Werte von Old Shatterhand-Filmen zu diskutieren, einschließlich der neuen Manitou-Parodie (DER SCHUH DES MANITU, Anm. des Interviewers) aus dem letzten Jahr (den er gesehen hatte, ich aber noch nicht).


badmovies.de: Seit DARK UNIVERSE hast Du Filme wie JACK-O oder BIOHAZARD-THE ALIEN FORCE gemacht und später Actionfilme wie AGENT RED oder ACTIVE STEALTH geschrieben. Was können wir von Steve Latshaw zukünftig erwarten? Wird es weitere Vorstöße Richtung Horror und SF geben?

Steve: Für AGENT RED rechne ich mir nichts an, das war ein reiner "Reparatur"-Auftrag. Ich habe gerade ein Script für Jim Wynorski namens CURSE OF THE KOMODO fertiggeschrieben, Drehbeginn soll in wenigen Wochen sein. Neu auf Video sind ABLAZE, THE LAST SIEGE und GALE FORCE (letzterer unter meinem Pseudonym Patricia McKiou). Und momentan mache ich eine Komödie.


badmovies.de: Vielen Dank für Deine Ausführungen und alles Gute für Deine zukünftigen Projekte!



UPDATE

Im Zuge anderweitiger Recherchen traf ich in der weiten Welt des Webs irgendwie schon fast wieder zufällig wieder auf Steve. Ich fragte ihn, ob er noch ein paar Ergänzungsfragen beantworten wollte, und er sagte nicht nein :-) Daher also zweite Fragerunde mit Steve Latshaw.


badmovies.de: In JACK-O und DEATH MASK hattest du das Vergnügen, die legendäre Scream Queen Linnea Quigley inszenieren zu dürfen. Was kannst du uns über die Zusammenarbeit mit Linnea erzählen?

Steve: Linnea ist ein wirklich nettes Mädchen und eine sehr talentierte Darstellerin. Sie hat ein ausgezeichnetes Gespür für komödiantisches Timing, aber sie ist von einigen Filmemachern einfach falsch eingesetzt worden. Die drei Tage, die ich bei JACK-O mit ihr arbeitete, gehören zu den angenehmsten meiner Karriere; aufgrund dieser Erfahrung war sie die erste Wahl für die weibliche Hauptrolle in DEATH MASK.


badmovies.de: JACK-O ist der letzte Auftritt des legendären Cameron Mitchell. Wie war es, mit einem Veteran seines Kalibers zu arbeiten?

Steve: Ich hätte wirklich gerne mit Cameron Mitchell gearbeitet. Unglücklicherweise starb er vor unserer Produktion. Seine Aufnahmen stammen aus einem unbeendeten anderen Projekt von Fred; er führte bei den Cameron-Mitchell- Szenen Regie und liess sie uns in JACK-O verwenden. Mitchell erscheint im Fernsehen als Gastgeber einer Horror-Filmshow.


badmovies.de: John Carradine taucht in JACK-O sieben Jahre nach seinem Ableben auf. Ich habe JACK-O leider noch nicht sehen können - wie bist du diesbezüglich vorgegangen?

Steve: Auch hier hat Fred uns mit stummen Aufnahmen von Carradine in einer Zauberer-Robe aus einem unbeendeten Projekt namens JUDGE DEATH ausgeholfen. Fred hatte auch ein paar "wilde" Tonaufnahmen. Wir besetzten Carradine, oder besser seine Aufnahmen, als den dämonischen Geist von Walter Machen, der die Kelly-Familie bespukt und der "Strippenzieher" für die JACK-O-Kreatur ist. In Szenen, in denen Carradine mit anderen, "echten" Darstellern auftreten musste, verwendete ich ein Double. In einem Interview in FEMME FATALE 1995 bezeichnete Fred den Film als "Plan 9 From Out of State" - weil der Film in Florida, nicht in Kalifornien gedreht wurde. Als Gag haben wir sogar ein paar Aufnahmen des Schauspielers Tom Ferguson gedreht, der in Carradines Robe herumschleicht wie Lugosis Chiropraktiker in "Plan 9". Ich wünschte, wir hätten das mit auf die neue DVD gepackt.


badmovies.de: DEATH MASK wurde von seinem Star, dem DUKES OF HAZZARD-Fan-Liebling James Best, geschrieben und produziert. Worum ging's bei diesem Film?

Steve: Ein Rummelplatz-Ausrufer, der von einem Elternteil mißbraucht und verunstaltet wurde, ist zu einem schlimm vernarbten alten Mann geworden. Mit gebrochenem Herzen aufgrund unerwiderter Liebe und von seinem übelmeinenden Chef ausgebeutet, verbündet sich mit einer Hexe, um eine dämonische Maske zu erschaffen. Wenn er diese Maske trägt, reicht allein sein bloßer Anblick, dass die Menschen, die er trifft, tot umfallen. Sehr altmodische Geschichte. Es war eigentlich eine Best-Familienproduktion. Ich brachte meine Crew ein, die Bests besetzten den Film, produzierten ihn und kontrollierten das Script. Ich kam mehr oder weniger für 12 Tage vorbei und regelte den Verkehr...


badmovies.de: 1995 hast du BIOHAZARD - THE ALIEN FACTOR (dt: BIO-CREATURE), ein Pseudo-Sequel zu Fred Rays Klassiker BIOHAZARD, mit Christopher Mitchum, einem Sohn von Robert Mitchum, gedreht. War der Film von Anfang an als Sequel ausgelegt oder hat man das "Biohazard" erst nachträglich "angehängt"?

Steve: Ursprünglich wollte ich eine direkte Fortsetzung drehen. Fred hatte noch einige unverwendete Aufnahmen von Aldo Ray, der im ersten Film spielte, übrig und ich wollte sie benutzen. Aber dann wollte Fred eine neue Geschichte. Der ursprüngliche "Bio 2" hatte eine James-Bond-artige Unterewasser-Eröffnungsszene mit einer Säure-Kreatur - und ein paar Referenzen an THE FLESH EATERS. Der Löwenanteil der Story drehte sich um ein Forscherteam, das in einer verlassenen Fabrik belagert wird. Fred überlegte es sich anders, also dachten Pat Moran und ich uns den Action-/ Verfolgungs-/SF-Film aus, den wir dann machten. Es ist sogar mein Lieblingsfilm von denen, die wir für Fred machten. Er ist schnell, hat das Feeling eines 60er/70er-Agentenfilms und für das Budget ziemlich gewagt. Großer Cast, große Action-Set-Pieces, viele Locations, aber wir haben's durchgezogen. Einer der ausführenden Produzenten (der sich seinen Anteil später hat auszahlen lassen), sagte einmal zu mir: "Das werdet ihr NIE schaffen!" Er verkauft jetzt Immobilien in Florida...


badmovies.de: Wie war die Arbeit mit Chris Mitchum, der ja praktisch überall auf der Welt Filme gedreht hat?

Steve: Chris Mitchum war großartig. Er ist ein guter Freund und musste sich endlos Fragen über John Wayne von mir anhören. Mein Vater spielte in "Bio 2" mit - er ist ein riesiger Robert-Mitchum-Fan und war begeistert, alle seine Szenen mit Chris spielen zu dürfen. Chris ist ein sehr lustiger Typ und erzählte mir ein paar haarsträubende Sachen darüber, wie er beinahe gestorben wäre, als er Actionfilme im fernen Osten machte. Wir drehten seine Szenen in einem SEHR heißen Flugzeughangar Mitte September - Chris war den einzige, der nicht schwitzte. Ein toller Kerl - beim ersten Abendessen, er war gerade in der Stadt angekommen, sagte er: "Gentlemen... das Script stinkt!" Und das tat es auch. Er hat sehr hart daran gearbeitet, den überzogenen Schurken zu schaffen, den er in unserem Film spielt.


badmovies.de: Gerade ist der von dir geschriebene AMERICAN BLACK BEAUTY, bei dem Richard Gabai (Star in DINOSAUR ISLAND) Regie führte, mit ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT-Star Dean Stockwell und dem 70er-Jahre-Teenie-Popstar Leif Garret (zufälligerweise war die allererste Single, die ich mir jemals gekauft habe, sein Hit "I was made for dancin'". So schließt sich der Kreis, sag ich mal...), fertig geworden. Was kannst du uns über den Film sagen?

Steve: AMERICAN BLACK BEAUTY ist gerade vor drei Wochen auf DVD und VHS erschienen. Es ist ein sehr schöner Familienfilm und mein erster Western. Stockwell spielt den harten Ranch-Patriarchen, der versucht, die Stadtbevölkerung vor einem gierigen Bürgermeister, gespielt von Peter Jason, zu retten. Danielle Keaton spielt eine junge Reiterin, die sich mit einem jungen Rennpferd, Black Beauty, anfreundet. Schlussendlich rettet Danielle, auf Beauty, den Tag. Die Musik ist von Peter Bernstein, dem Sohn von Elmer.


badmovies.de: Du hast auch für Nu Image gearbeitet und FROGMEN OPERATION STORMBRINGER (aka U.S. SEALS 3) geschrieben. War das eine einmalige Sache oder würdest du wieder für Nu Image arbeiten, speziell nun, wo Nu Image sein Spektrum auf Monster-, Katastrophen- und Martial-Arts-lastige Filme erweitert hat?

Steve: Ich habe nur diesen einen Film für Nu Image geschrieben. Es war eine gute Erfahrung; es war angenehm, mit Danny Lerner zu arbeiten. Ich glaube, sie haben jetzt ein neues Management; ich würde sehr gern wieder für sie arbeiten. Ich habe schließlich genug Monster- und Katastrophenfilme gemacht... Aber zum Glück habe ich momentan sehr viel zu tun - ich habe drei Projekte am Laufen: RAPTOR ISLAND 2: PLANET RAPTOR ist in der Post-Produktion und wird demnächst im SciFi-Channel laufen. In ungefähr zwei Wochen wollen wir mit dem Dreh zu einem neuen Monsterfilm, XENOPHOBIA, anfangen. Und mein Script für Stan Lees LIGHTSPEED ist in der Vorproduktion für den SciFi-Channel.


badmovies.de: Nochmals danke für Deine Zeit und weiterhin alles Gute für Deine Projekte!