Tanz der Kürbisköpfe

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Originaltitel: TANZ DER KÜRBISKÖPFE

Deutschland 1996, 84 min, FSK ungeprüft

Titel

Credits

Cast:

Ralf Söhnel (Maskenmann)
Markus Weber (Olaf)
Melanie Abendroth (Mandy)
Kerstin Golly (Trixi)
Wolf Kadaver (Fixer)
Harry Brühe (Penner)
Hendrick Schäfer (Orion-Vertreter)
Eva Paulmann (Jungfrau (zunächst) [!!!])
Martin Brühe (Biertrinker)
Manuela Krohn (Busmädchen)
Andreas Bethmann (Filmgucker)

Crew:

Regie: Andreas Bethmann
Buch: Andreas Bethmann
Kamera: Andreas Bethmann
Schnitt: Andreas Bethmann
Special Effects: Markus Weber, Andreas Bethmann
Computereffekte: Rainer Mittasch (Tek Art Studio)
Musik: Jens Hellwig (Nil Monkey Department)
Produktion: AB Video Pro


Vorwort

Auch dieses Jahr hat vor Allerseelen den 31. Oktober gelegt. Und das ist – richtig, der Reformationstag. Aber weil man an diesem Tag nicht nur Erbauungsware à la „Luther“ anschauen möchte, gilt es als schick, sich mit Grusel- und Horrorfilmen zu belustigen. Und welcher Film würde dazu besser passen, als – richtig, „Tanz der Kürbisköpfe“. Macher dieses Werks ist der weithin bekannte Andreas Bethmann, der damals gerade seiner frühen Amateurphase entwachsen wollte (Dieser Film hier stellt zusammen mit „Insel der Dämonen“ sozusagen den Übergang dar.). Jahrelang war der Film nach seiner damaligen VHS-Auswertung nicht mehr erhältlich, wie auch sämtliche Bethmann-Werke, die davor entstanden. Vor knapp zwei Jahren wurde der Film, nachdem wir Forenuser ihn lange genug genervt haben, nun doch auf die zahlende Kundschaft losgelassen. Bethmann nahm’s sehr humorvoll: Die DVD-Cover wiesen keine Inhaltsangabe auf, aber auf der DVD war folgendes zu lesen:

Warnung: Bei diesem Film handelt es sich um einen fast 20 Jahre alten Amateurfilm aus den 90er Jahren (letztes Jahrtausend), der seinerzeit auf VHS (!) gedreht wurde. Da der Regisseur von seinen Fans genötigt wurde, ihn trotz mieser Qualität trotzdem zu bringen, sei dieser Hinweis aber angebracht!

Also – hinein ins Vergnügen!


Inhalt

Wir sehen einen Kirchturm, dazu läutet eine Glocke drei Mal. Und schon gibt’s etwas Exposition in Form von Texttafeln. Wir lernen, dass Halloween das vor 2000 Jahren entstandene Neujahrsfest der Kelten war und ebenda der Herr des Todes den unruhigen Seelen erlaubte, frei umherzuwandeln. Damit die Menschen dazwischen nicht auffallen, verkleiden sie sich „ebenso bedrohlich“. Alas, da heutzutage kein Schwanz mehr daran glaubt, wird es den Toten an diesem Tag besonders leicht gemacht, zwischen uns herumzuspazieren.

Ein Feuer prasselt, zwei junge Männer sitzen daran und süppeln Bier (einer sogar stilecht Hansa Pils aus der Dose). „War doch eigentlich eine ganz geile Idee hier heute Abend herzukommen, oder?“ fragt der Hansa Pils-Trinker. Der andere ist sich nicht so sicher: „Hm, es geht, wird schon langsam kühl…“ Bevor das Gespräch endgültig auf den folgenden Abend (31.10.) gelenkt werden kann, taucht ein älterer Typ mit Mantel, Hut und Brille (Typ: Kinderschänder) auf und fragt nach ’nem Bier. Der Hansafan gibt sich zuvorkommend: „Na klar, wir haben doch’n Herz für Penner.“ Dafür muss der alte aber eine „schöne Halloweengeschichte“ zum Besten geben. Es grummelt verdächtig in der Luft…


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Gestatten: Der Kinderschänder Ihres geringsten Misstrauens.


Der Alte hat sogar eine wahre Geschichte parat, die er im lustigsten Abgehackte-Sätze-Singsang erzählt: Vor einigen hundert Jahren lebte in der Gegend ein echter Unmensch. Er ließ sich junge Mädchen entführen und auf sein Schloss bringen, damit er ihr Blut trinken konnte, weil er glaubte, dadurch länger leben zu können. Dazu sehen wir einen Rückblick, in dem ein erstaunlich modern gekleidetes Mädel an die Wand gekettet ist, während ihr Peiniger mit einem mit Nägeln bestückten Dildo (!) näher kommt, schließlich ihren Rock hochhebt und sie mit dem Teil penetriert (jupp, it IS a Bethmann film). Das Mädel stirbt, nicht ohne auf ein Silbertablett, das sich auf dem Boden zwischen ihren Beinen befindet, zu bluten.


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Ah, Bethmann-Territorium. Ein mittelalterliches Folterinstrument. Klar.


On we go: Eines Tages wurde der Unhold von einem Paps der geopferten Mädchen gestellt und getötet. Sein Leichnam wurde auf dem nahegelegenen Friedhof verscharrt. Weil man aber im Hause des Böswatzes Unterlagen für schwarze Messen und ähnliches Zeugs fand und darüber hinaus der Meuchler unter mysteriösen Umständen kurz darauf ins Gras biss, erzählte man sich, dass der Geist des Unholds eines Tages zurückkehren wird. Besonders um Halloween stünden die Sterne günstig dafür, daher: Morgen bloß von Friedhöfen weghalten, Jungvolk!

Einer der beiden zweifelt am Wahrheitsgehalt der Geschichte, der Hansafan spendiert für die dufte Erzähle noch’n Bier. Vorspann!


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Betrug! Hier tanzt nicht ein Kürbiskopf!


Am nächsten Tag auf dem Friedhof: Ein Typ mit Cap (, auf der übrigens „Shithead“ steht,) schlendert hier und dort umher, setzt sich aber irgendwann an einen Grabstein. Augenscheinlich geht’s ihm nicht so prickelnd. Wer taucht nun auf? Der Penner, wunderschön mit Kornpulle in der Manteltasche. Eine kleine POV-Kamerafahrt auf den Shithead und schon warnt ihn der Alte, sich möglichst nicht an Ort und Stelle aufzuhalten. Shithead vertreibt ihn und bereitet einen Fix vor, während der Alte zur Pulle greift und seinen Alkoholpegel wieder ins Gleichgewicht bringt. Übrigens trägt er seine Brille nicht mehr. Wahrscheinlich über Nacht verloren.


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Zuschauern ist diese Handbewegung bis hierhin bereits geläufig.


Andernorts sitzt ein Mädel im knappen Kleid an einer Bushaltestelle (was auch gleich Gelegenheit zu einem Slipknot Slipshot gibt). Ein bärtiger Typ mit violetter Jacke kommt vorbei, bleibt stehen und starrt das Mädel an, das natürlich sofort beginnt, sich am Bein zu streicheln und ihn anzulächeln. Er schließt die Augen und visualisiert sich das Mädel, wie es inmitten von Kunstnebel den Bademantel abstreift (Unterwäsche ist aber noch dran), etwas posiert und meint: „Komm‘ her zu mir!“ Das Licht flackert abwechselnd blau und gelb, überstrahlt manchmal und wird begleitet von einem Synhie-Basslauf aus der Hölle. Nach ca. einer Minute (!) läuft ihr plötzlich Blut aus dem Mund, was sie wohl gar nicht so schlecht findet, da sie sich genüsslich die Lippen leckt. Etwas später zieht sie ein Küchenmesser hervor, das sie zufrieden ableckt und einen Satz dazu sagt, der aber leider wegen des Verfremdungseffekts nicht zu verstehen ist. Violette Jacke kann sich nur noch an den Kopf fassen und schließlich die Augen öffnen. Ach, huch – die Bushaltestelle ist leer! Er geht weiter. Toll.

Friedhofszeit, Fixerzeit. Shithead macht seine Nadel zurecht, bindet sich den Arm ab und brutzelt sich seine Mische. Pieks – allet doll, allet schick, der Kopf wird an einem Grabmal geparkt. Wir sehen ein paar Friedhofsimpressionen, bevor’s in eine Hochhaussiedlung geht (wahrscheinlich Braunschweiger Weststadt). Übrigens ging die Szene eben fast dreieinhalb Minuten. In besagter Betonsiedlung parkt ein roter Schweinepolo. Dessen Fahrer öffnet seinen auf dem Beifahrersitz liegenden Koffer, in dem ein paar Sexheftchen (A5, also Qualitätsware), ein Dildo und ein paar Liebeskugeln rumfliegen. Die ebenfalls innenliegende Stulle wird beim Durchblättern eines Hefts verzehrt. [Sorry, ich gebe nur wieder!]


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Drogen sind nicht gut, nee, nee.


Endlich hat er aufgegessen und steuert nun, adrett mit Jackett, auf einen Block zu. In irgendeiner Wohnung sitzt unser Freund mit der violetten Jacke, hier allerdings ohne sie – und beim Friseur war er auch noch! Er blättert in einem Pornoheftchen (Worin auch sonst?). Nebenbei laufen amerikanische Werbespots.

Dunkelheit. Eine Frau betritt ein Mietshaus und darin die erste Wohnung (wahrscheinlich westliches Ringgebiet; wen’s interessiert). Violette Jacke versteckt panisch das Heftchen und macht den Fernseher aus. Dann geht er dem blonden (eher mäßig attraktiven) Weibsbild entgegen. Wir lernen: Es ist seine Freundin, die einen echt bescheidenen Tag hatte, da ihr Chef sie a) den ganzen Tag angeierte und b) schließlich knallte, und zwar mit Arbeit zu.

Im Badezimmer bietet ihr Freund ihr an, sie massieren zu wollen. Aber neeee, is‘ nich! Kopfschmerzen und generell kein Bock. Findet er zwar doof („Das erzählst du mir seit drei Tagen!“), aber sie lässt sich nicht umstimmen. Das Ende vom Lied: Er schnappt sich seine Jacke und geht („Pass auf, ich hab‘ die Schnauze voll. Ich such‘ mir eine, die nicht ständig Kopfschmerzen hat.“). Blondchen bleibt alleine zurück. [Übrigens sind wir mittlerweile bei Minute 21, haben also schon mehr als ein Viertel rum. Doll, was?]

Andernorts laufen ein Mann und eine Frau durch die Nacht. Er hat eine stylische Henkerskapuze auf und schleppt einen Kürbis. Das Ding ist aber ganz schön schwer, weshalb er es absetzen muss. Er nimmt seine Kapuze ab und präsentiert sich als Freund Hansa Pils. Er und seine Begleiterin sind etwas für den Reformationstag rausgeputzt. Sie weiß ganz genau, was jetzt gebraucht wird: Ein Bier, bzw. deren zwei [Allerdings kein Hansa, sondern Wolters. Wolters oder Wolters nicht?]. Sie stoßen auf die später folgende Party an, süppeln etwas, bis der weibliche Part zum Weitergehen anmahnt.

Man geht also weiter, aber das Ziel ist nah („Noch 200, 300 Meter…“). Allerdings kommt man an einer alten Mauer vorbei – Madame fragt: „Sag‘ mal, ist das hier eigentlich schon der Friedhof?“ Ihr Begleiter affirmiert: „Ja, das ist der Friedhof, dieser alte.“ Sie gehen an einer Hauptstraße entlang. Er erwähnt erneut, dass der Kürbis schwer sei. Sie bemerkt Dringlicheres: Akuter Harndrang. Aber: Ein Wäldchen ist gleich ein paar Meter weiter. Jau, Männe kommt mit, legt aber den Kürbis so lange auf der Friedhofsmauer ab.

Auf dem Friedhof und in dem Wäldchen zieht derweil der Kunstnebel auf. Madame pullert so vor sich hin, Monsieur setzt sich seine Henkerskapuze wieder auf und stratzt ein wenig durch die Gegend. Wir sehen diverse Grabsteine. Und noch mehr. Ach guck, und eine Gruft. Und Grabsteine. Die Kamera schwenkt genüsslich an einem – richtig – Grabstein entlang, dann auf und „durch“ die Erde. Sie endet im Grab des Unholds, der scheinbar einen richtig guten Schneider hatte, denn der Mantel hält noch immer, obwohl der Kopp immerhin schon bis auf den Schädel kahl ist. Die rechte Flosse ist übrigens auch noch erstaunlich intakt. Sehr gut, so kann sie nämlich noch die Grabbeigabe festhalten: Den Nageldildo!!!!!ELF!!!


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„Da soll mich doch der Blitz beim… Herumliegen treffen!“


Die Kamera umkurvt den Kürbis, dann räuchert der Totenschädel, die Augen britzeln, irgendeine Suppe suppt aus den Augenhöhlen. Dann kracht – rawömms – ein Blitz in den Kürbiskopf. Buntes Licht flackert (locker eine halbe Minute – get on with it!), es growlt und der Kürbis lässt seine Augen herausfallen. Schließlich macht er sich auf – Flying Pumpkin Cam!


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Flying Pumpkin Cam.


Madame ist fertig mit pinkeln und ruft nach ihrem Freund – Stefan heißt er (Hey, der ERSTE mit Namen nach 32 Minuten!). Die Kamera nähert sich ihr von hinten – aber, haha, es ist nur Stefan. Sie ist verständlicherweise sauer über den Scherz. Beide stapfen gen Straße und müssen feststellen, dass der Kürbis weg ist. Der Ärger ist groß, schließlich war der für die Party versprochen. Zu finden ist er auch nirgendwo, also geht man so los, denn: „Man kann auch ohne Kürbis feiern.“ Jo.

Die Kamera schwenkt zurück auf den Friedhof (Wohin auch sonst?), wo Shithead seinen Kopf immer noch an einer Säule abgelegt hat. Ein Uhu meldet sich. Shithead erwacht – ihm ist kalt. Er steht also auf und geht. Der Wind weht und er wäscht sich an einem Wasserhahn das Gesicht. Der Kürbis fliegt beinahe eine Minute im POV über den Friedhof, bis er Shithead erreicht. Shithead schreit, läuft weg, aber es nützt nichts: Der Kürbis blickt ihn noch einen Moment an und reißt ihm dann den Kopf ab. Wir dürfen noch einigen Pumpenstößen Blut beim Verlassen des Körpers zusehen (suppt ordentlich, aber der Halsstumpf ist zu schmal).


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Der Badmovies.de-Schmodderservice zum ersten.


Eine HalloweenReformationstagsparty in einer Kneipe! Unser alter Bekannter mit der violetten Jacke entert das Etablissement und mischt sich unter die Leute. Irgendwo trifft er Stefan mit der Henkerskapuze, der ihn gleich „Hey, hallo Olaf!“ anspricht (Ah! Name Nummer zwei!). Jener Olaf verliert ein paar kurze Worte zum Stress mit seinem Besen. [Übrigens hat der Film gerade Halbzeit.] Stefan gibt den Tipp, dass Olaf seine Alte abschießen und eine neue Braut, von denen es auf der Party viele gibt, suchen sollte.

Da Olaf gerade sowieso mehr oder weniger Single ist, hat Stefan gleich noch einen tollen Ausflugstipp für den nächsten Tag parat: „Olaf, haste Bock morgen mitzukommen, wenn deine Alte dich sowieso nicht ranlässt? Wir wollen morgen in den Wald gehen, da ist doch so’ne Höhle und so. Bisschen rumschauen, das ist echt total geil da, glaub’s mir. Geile Atmosphäre da.“ Solchermaßen enthusiasmiert kann Olaf gar nicht mehr absagen, zumal Weibsvolk ebenfalls mit an Bord sein soll. Da Stefan auch noch einen Schlafplatz freihält, ist der Abend mit Komasaufen nebst anschließendem Wandertag beschlossene Sache. Beide verlassen das Lokal, die Kamera zoomt auf einen vor der Tür stehenden Kürbis.

Wolken ziehen am Vollmond vorbei. Olafs Besen erwacht aus ihrer Lethargie (hat ja auch lange genug gedauert) und spült ab (Was man halt so tut.). Draußen zieht Kunstnebel auf, der sich bis vor ihre Haustür ausbreitet. Blondchen wäscht weiter ab, während sich ihr Fenster wie von Geisterhand geschlossen hat (zuerst ist eine Seite offen und nur angelehnt, dann sind beide Seiten zu). Der Kürbis fliegt wieder. Blondchen hört ein Klopfen (, das augen- bzw. ohrenscheinlich von innen aus der Küche kommt,) und öffnet das Fenster (!). Sie schaut hinaus und stellt fest: „Gottseidank ist da keiner.“


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Also, selbst meine zusammengeklaubte erste Singleküche hatte mehr Flair …


Das Fenster lässt sie dennoch offen, so dass der Kunstnebel schön hineinziehen kann. Während sie sich wieder ihrem Abwasch zuwendet, darf der Kürbis noch etwas vor dem Fenster umherschweben, bis er dann schließlich mal growlt. Blondchen schreit, der Kürbis greift an. Sie kann sich aber wehren, in dem sie ihm ein Messer mehrfach in den Kürbiskopf rammt (offensichtlich ein Trickmesser und am Kopf klebt Ketchup). Sie kann schreiend aus der Küche fliehen, doch der Kürbis nimmt (mitsamt im Kopf steckendem Messer) die Verfolgung auf. Blondchen flieht ins Wohn- oder Arbeitszimmer und spricht aus, was wir alle denken: „Scheiße.“


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Ein Kampf auf Leben und Tod!


Doch auf einmal dringt Kunstnebel durch’s Schlüsselloch und der Schädel bollert von außen gegen die Tür. Noch mehr Nebel kommt durch und’s Mädel schreit. Blondie kommt auf die glorreiche Idee, jemanden anzurufen (Jau, Festnetz – und nix kabellos!), aber der Apparat funktioniert nicht. Der olle Kürbis kennt sich aus in moderner Technik und fliegt gleich mal zum Stromverteiler. Es britzelt, es knallt, Strom ist weg. Oder wie Blondchen sagt: „Oh Gott, jetzt ist auch noch das Licht aus!“

Sie schnappt sich eine Taschenlampe, während der Kürbis, dank eingebauter Leuchtautomatik, hübsch illuminiert durch die Gegend fliegt. Blondchen kriecht unbehelligt zur Wohnungstür, öffnet sie, doch – KREISCH! Der Kürbis schwebt direkt vor ihr im Flur! Sie läuft wieder zurück, stolpert und bleibt bewusstlos liegen (?!?). Der Kürbis schwebt auf sie zu, beschaut sie sich einen Moment, es britzelt kurz und der Nebel verzieht sich.

Ein junger Mann (Bethi himself!) sitzt auf einer Couch, Fluppe in der Hand und Halloween (Teil 1) auf dem Fernseher. Unser Schweinepolofahrer kommt das Treppenhaus hinauf (Ihr erinnert euch? Der ist vor geschätzten fünf Stunden losgezogen. Arbeitet wohl hauptsächlich nachts, der Gute.) und klingelt, obwohl die Tür nur angelehnt ist. Bethmann öffnet die Tür (ja, jetzt ist sie auf einmal zu) und fragt, was anliegt. Der Schweinepolofahrer stellt sich als ein Herr König vom Orion-Versand vor. Grandiose Szene:

Bethi: Was gibt’s? König: König ist mein Name, Heribert König vom Orionversand. Entschuldigen Sie die späte Störung, aber ich habe Ihnen ein paar Angebote zu machen, die nicht länger auf sich warten lassen können. Bethi: Um die Zeit? König: Auch um diese Zeit, natürlich. Bethi: Naja, gut, zeigen Sie mal her. König: Ja, ich habe nämlich hier einen hervorragenden kleinen Zauberkoffer, wo Sie sicherlich irgendetwas finden können, was Sie interessieren wird. Wenn Sie mal einen kleinen Blick hineinwerfen? Und dann habe ich noch etwas hervorragende kleine Bettlektüre, damit man richtig schön einschläft. Oder noch eine Kleinigkeit für die Frau, bisschen Spielzeug für’s Schlafzimmer? Hebt die Triebe, hm? Haben Sie sonst noch besondere Wünsche? Bethi: Ja. Haben Sie vielleicht auch Videokassetten? König: Natürlich haben wir Videokassetten. Ähm, irgendwas Besonderes in der Richtung? Bethi: Ja, so mit Tieren vielleicht? König: Oh, ein Kenner der Materie! Mit Tieren, ja. Hier ein hervorragendes Angebot, gerade rausgekommen: Lass jucken, Waldi! Auch mit dem Cäsar ausgezeichnet. Einführungsangebot 20 Mark, wer kann sich so etwas entgehen lassen? Und Nummer zwei: Hätten wir noch Miez und Mops, Teil zwei: Auf Freiersfüßen, vielleicht kennen Sie den ersten Teil?


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Mal ehrlich: Würdet ihr euch solche Videokassetten andrehen lassen?
Nichma’n anständiges Cover …


Bethi nimmt das Einführungsangebot an und kauft Miez und Mops. Der Vertreter schwirrt ab und macht sich an die nächste Tür ran. Dort klopft er, doch keine Antwort. Beim zweiten Klopfen öffnet sich die Tür (!). Er tritt unter vorsichtigen „Hallo?“-Rufen ein. In einer zugegebenermaßen gelungenen Einstellung vergrößert sich ein Schatten, nachdem er daran vorbeigegangen ist. Die Tür fällt zu, was Herrn König ein „Scheiße!“ entlockt. An der Tür ruckeln bringt nichts. Eine weibliche Stimme macht sich bemerkbar – Blondchen ist’s. Herr König stellt sich vor, aber Blondchen meint: „Folgen Sie mir einfach.“ Sie geht lobotomisiert vorweg, König hintendran.

Man stiefelt also ein wenig über den Dachboden, was König trotz aufziehendem Kunstnebel noch nicht komisch vorkommt. Schließlich und endlich fragt er aber doch noch nach, was genau er dort oben soll („Ich mein, Sie haben ja ‘ne ganz toll eingerichtete Wohnung, aber sagen Sie mir, was ich hier soll.“). Blondchen hält den Kopf schräg nach unten, buntes Licht und Kunstnebel tauchen auf. Schließlich antwortet sie doch noch, leider mit etwas Delay in der Stimme: „Ich bin nicht die, für die du mich hältst. Ich bin ein Geist aus vergangener Zeit und werde dich jetzt aus Rache töten!“ (!!!!!!)

König scheint’s nicht so sehr zu interessieren, aber Blondchen hebt die Arme. Dies bringt König in akute Erstickungszustände. Wir dürfen dann über eine Minute beim Ersticken und Armehochhalten zuschauen, ehe uns ein spitz abgesägtes Brett gezeigt wird, was ein Woodoo-Fan unvorsichtigerweise an einen Balken genagelt hat. König lässt nun seinen Koffer fallen (der Dildo rollt malerisch heraus) und er beginnt zu schweben. Blondchen geht vorwärts, König schwebt rückwärts auf das Brett zu. Schplott – durch den Hinterkopf aufgespießt, wie weiland bei der „Friedhofmauer“. König darf noch fast eine Minute herumzucken (der Effekt ist prinzipiell gar nicht verkehrt, aber doch etwas zu lang gezeigt und manchmal wackelt der Kopf ein wenig *zu* sehr). Blondchen geht. Kleine Orientierungshilfe: Die Dachbodenszene ging abgestoppte 5:43 Minuten (!!!), damit sind wir jetzt bei genau einer Stunde Laufzeit (3/4 geschafft).


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Der Badmovies.de-Schmodderservice zum zweiten:
Sogar mit zwei Fulci-Anspielungen


Olaf geht die halbe Treppe bis zu seiner Wohnung hinauf. Er knipst das Licht an, und entdeckt in einem Zimmer den zerfallenen Kürbis. Findet er ziemlich bläh, was ihn aber nicht davon abhält, zweimal dran herumzugrabbeln (*stups* „Ist ja ekelhaft.“ *stups* *flatsch*). Er geht umher und ruft nach seiner Freundin (Ah! Sie heißt Mandy!). Er geht aus der Wohnung und ruft weiter nach ihr. Plötzlich antwortet sie. Olaf steigt ihrer Stimme hinterher, also hinab in den Keller, wo er sie in einem kleinen Räumchen trifft: „Was machst du denn im Keller?“ – „Ich warte schon auf dich.“ – „Aber das hättest du doch auch oben machen können.“

Stefan kommt zur Haustür herein. Mandy dreht sich plötzlich von Olaf weg. Als er näherkommt, dreht sie sich mit Blut am Mund und einem Messer in der Hand um und setzt auf ihren Geliebten an. Auskunftsfreudig ist sie auch: „Ich bin nicht die Mandy, die ist tot!“ Olaf ruft nach Stefan, der flugs in den Keller eilt und den beiden Kämpfenden einen Moment zusieht. Nach Olafs Aufforderung („Hilf‘ mir mal, die spinnt!“) schnappt er sich eine Schaufel und schlägt das Mädel nieder. Kaum liegt Mandy auf dem Boden, verlangt Olaf: „Gib‘ mir die Schaufel“, und rammt sie seiner Freundin in den Hals (!!!!ZWÖLF!!!). Etwas drastische Trennungsmethode, wie mir scheint.

Mandy kann aber noch Stefans Wade anfassen (*tatsch*), es britzelt kurz und Stefan ist voll unter Kontrolle des Unholds. Er geht um Olaf herum, der immer noch mit der Schaufel zu Gange ist. Er schnappt sich Mandys Messer, alldieweil Olaf – zumindest laut Geräuschkulisse – Mandy nun den Kopf abgetrennt hat (!). Olaf bekommt sofort danach (!) seinen Moralischen: „Oh nein, was hab‘ ich getan?“ (!!!). Stefan rammt Olaf das Messer in den Rücken.

Umschnitt auf des Unholds Leiche im Grab. Der Totenkopf wackelt munter vor sich hin, Kunstnebel wabert und schließlich setzt Stroboskoplicht ein. Stefan läuft aus dem Haus, bleibt dann irgendwo stehen, wischt sich den Rest Schminke aus dem Gesicht und schreit. Er bleibt auf dem Boden liegen.

Neuer Tag, neues Glück. Wir sehen: Grabsteine (Yay!). Dann einen Park. Stefans Freundin läuft mit einem Aldikoffer durch die Gegend. Stefan liegt ebenfalls in dem Park, hübsch auf Laub gebettet, das Messer einen Meter neben sich in der Erde. Stefan erhebt sich und ist augenblicklich wieder unter dem Bann. Er schnappt sich das Messer und geht zum Wegesrand. Seine Freundin erblickt ihn und fragt aus der Entfernung, wo er sich den vorigen Abend denn aufhielt. Stefan hingegen verschwindet zwischen den Sträuchern. Seine Freundin eilt ihm hinterher und sucht ihn.

Messer-POV und Sucherei wechseln sich ab. Endlich taucht Stefan hinter ihr auf, setzt das Messer an und schwupps – ist die Kehle durchtrennt (auch, wenn er das Messer eher mit der Seite über ihren Hals streicht). Seine Freundin blutet wie ein Schwein und geht dann nach Verlust von ca. drei Litern roter Flüssigkeit zu Boden. Hin isse, Stefan macht sich auf. Einige Meter weiter wird er wieder klar, blickt auf Messer und blutige Hand und stellt erschrocken fest: „Was hab‘ ich getan? Trixi! Urgh!“ Danke übrigens für den Namen! Besser spät, als nie.


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Schade, auch Schnucki muss auch ins Gras beißen …


Stefan läuft weg und ist einen Schnitt später an einem Altbau angelangt. Einen weiteren Schnitt später betritt er ein Zimmer mit „Clueless“-Poster an der Wand. Unschlüssig besieht er sich im Spiegel, zieht dann seinen Mantel aus und gibt sich allgemein verzweifelt. Er entzündet zu trauriger Synthiemusik auf der Tonspur eine Kerze, die stilvoll auf einem Totenschädel drapiert ist. Übrigens ist das Zimmer praktisch nicht möbliert, er sitzt auf dem Boden, wie auch alle anderen Gegenstände auf dem Boden herumliegen. Stefan rekapituliert: „Trixi. Was hab‘ ich getan?“ Dann greift er nach einer herumstehenden Flasche Sekt (!), öffnet sie und süppelt erstmal einen Becher davon weg. Abblende.

Mehrere Einstellungen des Hauses von außen folgen. Stefan sitzt nun mit leerer Flasche und ordentlichem Schwipps herum. Er visualisiert sich mehrere Einstellungen des Friedhofs, des Kürbis‘, des Totenschädels und der vergangenen Morde, die allesamt übereinander geblendet werden. Dazu dröhnen der Synthielauf des Todes sowie Stefans „Nein! Was hab‘ ich getan?“.

Er stellt fest, dass er seine besten Freunde getötet hat und will nicht weiter töten. In seinen Worten: „Ich muss diesem Scheiß ein Ende setzen!“ (Kurzer Blick auf die Uhr: Der Film läuft noch fünf Minuten.) Er greift sich eine Zigarette und eine herumliegende Waffe (!). Er zündet sich den Sargnagel an, raucht, besieht sich die Knarre, raucht, und steckt schließlich die Knarre in den Mund. Noch ein Moment des Verharrens und BÄM! – römmst er sich das Hirn aus dem Schädel (was auch gleich in zwei verschiedenen Einstellungen gezeigt wird). Des Unholds Schädel im Grab beginnt, wie eine Wunderkerze herumzusprühen. Stefan fällt gemächlich zur Seite, wird dann noch etwas abgefilmt, ehe die Schwarzblende kommt.


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Ist es bei einem Bethmannfilm angebracht,
über phallische Symbolik zu sprechen?


Wir sehen: Grabsteine, richtig. Plötzlich und unerwartet setzt der Abspann, untermalt mit einem gitarrenlastigen Song, ein. Am Ende gibt’s zu einem Standbild noch knapp eineinhalb Minuten den obligatorischen Materialschlacht-Song zu hören (hier: „Stille Nacht, Horror Nacht“), der richtig Spaß macht. Ein schöner Punksong, der grandiose Lyrik aufweist, die selbst ein Hybrid aus Rainer Maria Rilke und Walther von der Vogelweide nicht hinbekäme. Extra für euch zum Mitlesen und –singen:

Und es ist Halloween-Nacht, der Friedhof liegt hier ganz ruhig. Irgendwo hörst du ein Geräusch und dir wird angst und bang.

Und es ist Halloween-Nacht, ängstlich läufst du die Straße lang. Was ist bloß hinter dir her? Deine Hose wird ganz klamm.

Und dir wird angst und bang. Und deine Hose wird klamm.

Stille Nacht, Kürbisnacht, Halloween ist seine Nacht. Stille Nacht, Kürbisnacht, Mordlust hat er mitgebracht. Stille Nacht, Kürbisnacht, und du kannst nichts dagegen tun. (2 x)

Und du siehst in ein Gesicht, das war dein Kürbis mal. Du traust deinen Augen nicht, es riecht nach Fäulnis und nach Tod.

Zum Schluss hörst du ein Knacken. Im Traume stellst du fest, dies war dein eigener Nacken. Der letzte Biss gibt dir den Rest.

Und dir wird angst und bang. Und deine Hose wird klamm.

Stille Nacht, Kürbisnacht, Halloween ist seine Nacht. Stille Nacht, Kürbisnacht, Mordlust hat er mitgebracht. Stille Nacht, Kürbisnacht, und du kannst nichts dagegen tun. (2 x)


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Wer sich für Grabsteine interessiert,
wird seine helle Freude mit diesem Film haben.



Analyse

Boah. Jau. Das war eine Reise…

Womit fangen wir an? Vielleicht standardmäßig mit dem Drehbuch, hm? Okay… Die grundlegende Geschichte passt in der Tat auf den Rand eines Bierdeckels: „Geist kehrt an Halloween am Reformationstag zurück, ein Haufen Leute stirbt. Ende.“

Diese rudimentäre Idee wird dann leidlich angefüllt mit etwas mehr als einer Handvoll Leuten, die am Reformationstag unterwegs sind und irgendwie in die Racheaktion des barbarischen Unholds verwickelt werden. Der Aufbau der Geschichte hakt bereits: Zu Beginn bekommen wir via Texttafeln ein kurzes Briefing zum Thema „Halloween und seine geschichtliche Relevanz“, dann erzählt uns der Penner die Legende des jungfrauenschändenden Unholds. Das Thema Exposition ist somit nach nicht einmal zehn Minuten abgeschlossen. In der Folge sehen wir lediglich einige Menschen, die wenig interessante Dinge tun. Diese Dinge werden dann auch häufig auf die doppelt oder dreifach notwendige Länge ausgewalzt, um etwas Laufzeit zu schinden.

Weil die Gestirne günstig stehen, erwacht der böse Geist und fährt in den Kürbis, also einen an und für sich toten Gegenstand (auch wenn die Pflanze mal lebte und – mit viel gutem Willen – mit Fleisch angefüllt ist). Warum nicht die Menschen genommen werden, die nur einige Meter weiter weg herumlaufen, ist eine Frage, die sich natürlich nicht beantworten lässt. Ebenso wenig, warum der Geist dann nicht in einen anderen nicht-lebendigen Gegenstand wie z. B. ein Auto fährt. Na ja, wohl nur, weil man sonst kein „cooles“ Monster hätte.

Die Charaktere werden nicht ausgefüllt. Mit etwas Glück haben sie eine Eigenschaft mitbekommen, die sich in wenigen Worten ausdrücken lässt, das war’s. Der Penner: säuft. Olaf: will Sex von seiner Freundin. Mandy: hat keinen Bock auf Sex und ist überarbeitet. Stefan: trinkt gerne und hat immer eine Matratze für Kumpels frei. Biertrinker: trinkt gerne mit Stefan. Fixer: fixt gerne auf Friedhöfen. Orion-Vertreter: arbeitet auch nachts. Filmgucker: wünscht sich Tierpornos. Trixi: pinkelt überlange in Wäldchen. Jungfrau (zunächst): erlebt die heftigste Regel ihres Lebens. Busmädchen: provoziert blau-orange Alpträume.

Problematisch (oder gerade besonders gut, je nachdem, aus welcher Warte man das sieht) ist auch, dass die Darsteller häufiger ihre Texte improvisieren. Teilweise standen die Lines wohl im Skript, aber insbesondere bei „ungezwungenen Momenten“ wie z. B. der Reformationstagsparty oder bei Stefans und Trixis Spaziergang (ganz zu schweigen vom Verkaufsgespräch des Vertreters) ist das wohl munter improvisiert. Das resultiert dann teilweise in holperigen Angelegenheiten, vgl. dazu Stefans begeisternde Werbung für den geplanten Ausflug am kommenden Tag. Einige weitere besonders schöne Sätze habe ich ja ebenfalls oben zitiert. Zu den performenden Darstellern kommen wir aber nach den nächsten zwei Absätzen.

Wie bereits zuvor gesagt: Alles wird in die Länge gezogen, so dass einige Szenen entweder nerven oder zum Lachen anregen. Das bremst natürlich die Spannung aus, die der Film somit nicht aufweist. Dieses „Padding“ hat Bethmann bei „Insel der Dämonen“ noch einmal extremer durchgezogen (Bei Fragen dazu: Einfach Manhunter in sein Trauma zurückwerfen.). Erst, als eine Zeitlang das „Petting“ in seinen Filmen überhandnahm, ging das zurück *ähempt*.

Einige Handlungsweisen reizen darüber hinaus extrem zum Lachen. Sei es der Nageldildo (sicherlich ein gebräuchliches Folter- bzw. Opferinstrument im 15. oder 16. Jahrhundert) oder die Kurzschlussreaktion Olafs, der – weil seine Freundin mit einem Messer auf ihn zuging – gleich eine Schaufel schnappt, sie ihr in den Hals rammt und den Kopf abtrennt. Und warum Mandy sich zwischendurch in einer fremden Wohnung in einem völlig anderen Haus aufhält, kann mir wahrscheinlich auch keiner sagen.

Gut, machen wir also mit den Darstellern weiter. Selbstverständlich sind alles Amateure (von ambitioniert muss man nicht bei allen sprechen). Auch bei denen kommt es darauf an, wie sie ihre Charaktere rüberbringen können. Wenn sie vom Drehbuch nicht viel Fleisch mitbekommen, kann man sie auch darauf reduzieren, wieviel Spielfreude sie mitbringen, ob also ein Funke auf den Zuschauer überspringt.

Am spielfreudigsten und spaßigsten ist mit Abstand Hendrick Schäfer als Orion-Verkäufer. Der bringt eine gewisse Natürlichkeit mit und improvisiert einige schöne Sätze. Markus Weber holzt sich mehr oder weniger durch die Handlung. Allerdings hat er auch nicht wirklich viele Szenen; vor allem nicht viele, in denen er tatsächlich groß aufspielen könnte. Ralf Söhnel war bereits in vorhergehenden Bethmannfilmen (mindestens beim Totenhügel) dabei und wirkt schon etwas kameraerfahrener. Er hat durchaus seine Momente, aber seine gefühlvollen Szenen am Ende gehen gar nicht, ebenso einige Improvisationen.

Melanie Abendroth als Mandy darf erst zicken, dann schreien, dann besessen herumspringen. Hm. Sie wirkt jetzt nicht wirklich überzeugend, aber am Ende des Tages ist das schon noch okay so. Da gibt es schlechtere Performances (auch in diesem Film). Sie sieht halt auch nicht so gut aus, wie später einige Bethmann-Darstellerinnen.

Harry Brühe als Penner wirkt in den Momenten, in denen er frei sabbeln darf, absolut in Ordnung. Sobald er aber eng am Text ist (besonders, wenn er die Legende erzählt), artet das in gar lustigem Holper-Singsang aus. Die anderen Kleindarsteller (Biertrinker, Busmädchen usw.) lassen wir mal außen vor.

Kerstin Golly als Trixi ist echt ein Schnuckelchen (innerhalb des Films mit Abstand die bestaussehendste Darstellerin) und kann noch dazu recht natürlich und frei sprechen. Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt’s für ihren nicht so gut gelungenen Abgang. Ansonsten: Von der hätte ich gerne mehr gesehen (im mehrfachen Sinne, *öhöm*).

Ziemlich kompetent gewerkelt ist der Film bei der Kamera und Schnitt. Die Kamera steht nicht minutenlang starr herum, sondern ist fast immer in Bewegung, dabei aber auch nicht pausenlos wackelig. Bethmann versucht, eine gewisse Dynamik rüberzubringen, was – abgesehen von der inhaltlichen Leere – auch häufig funktioniert. Ein, zwei, drei sehr gelungene Spielereien gibt es darüber hinaus, so z. B. eine sehr gelungene Schattenspielerei.

Bei der Musik bin ich etwas zwiegespalten. Einige Stücke nerven, da es in diesen Fällen mehr oder weniger nur ein Loop ist, der im Viersekundenrhythmus wiederholt wird. Andere Stücke gehen gut ins Ohr und würden sogar ohne Film ganz gut kommen. Meistens passt’s aber zugegebenermaßen gut zum Geschehen, das muss man sagen – ob’s nun nervt, oder nicht. Der Bonussong am Ende rockt die Hütte! Ein schönes, schnelles, kleines Punkstück, das einen lustigen Text mitbringt, dabei gut ins Ohr geht und zum wiederholten Hören reizt.

In Punkto Effekte spielt der Film eher in der mittleren Amateurliga. Will heißen: Ja, sie sind vorhanden, aber nicht so zahlreich wie z. B. bei Schnaas. Ja, man sieht, dass der Hals des Fixers zu schmal ist. Ja, man sieht in einigen Einstellungen, dass das Holz vom Orion-Vertreter mit den Zähnen gehalten wird. Aber im Großen und Ganzen ist das okay. Bei Schnaas (um dabei zu bleiben) sah’s beschissener aus. Einzig, dass hier extrem lang auf Blut und Effekten verharrt wird, nervt ein wenig.

Die Digitaleffekte sind auf Mitt-/ End-90er-Stand. Punkt. Es handelt sich zwar nur um Gebritzel, aber das sieht genauso aus wie bei Rossa Venezia. Einige Effekte bei Crossclub sahen schlimmer aus. Kann aber natürlich trotzdem zum Lachen animieren.

Beim Schnitt wird hier und da versucht, dem lahmen Geschehen ein wenig Drive zu geben, z. B. wenn gen Ende im Rückblick alles Mögliche überlagert wird. Aber: der Film ist halt definitiv keine Tempogranate.

Hierzu ist noch Folgendes zu sagen: Die ursprünglich von ABVideo-Pro veröffentlichte Fassung soll 84 Minuten Laufzeit gehabt haben. Die später von X-Rated veröffentlichte Fassung (noch im Pappschuber) soll bei 88 Minuten liegen (Ich habe jetzt keine Lust, auch diese – ebenfalls vorhandene – Version noch einmal anzuschauen.). Die jetzt von X-Rated auf DVD veröffentlichte Fassung läuft ca. 79 Minuten. Es steht also zu vermuten, dass einige Momente noch gestrafft wurden. Dafür, dass das Material bearbeitet wurde, spricht u. a. dass das Bild relativ gut aussieht, also keine dutzendfachen Videoabnudelungen und Laufstreifen zeigt. Außerdem wurden Credits, Texttafeln und Ton bearbeitet.

Damit sind wir schon mitten in den Details zur Veröffentlichung. Wie eben schon gesagt, für ursprüngliche VHS-Ware sieht das ziemlich gut aus. Andere Publisher hätten einfach eine Uralt-Kassette überspielt (I’m looking at you, Mr. Buresch!). Passt!

Etwas anderes als deutschen Ton gibt es nicht. Dieser ist, bis auf die verzerrten Momente, klar verständlich.

Als Bonus sind noch knapp sieben Minuten enthalten, die als Making Of betitelt werden. Zu sehen gibt’s ein paar launige Aufnahmen vom Dreh mit ein paar Lachern, Outtakes und dummen Sprüchen. Zudem kann man sehen, wie relativ primitiv alles zusammengezimmert wurde.

Kommen wir zum Ende (meine Herren, selbst für diesen Film schon über 5000 Wörter!). Objektiv gesehen ist der Film natürlich eine Katastrophe; insbesondere, wenn man ihn mit „normalen“ Filmen vergleicht. Aber weil der Film von Nicht-Charakteren, dummen Dialogen und Kopfpatschmomenten en masse nur so trotzt, hat er trotz – oder gerade wegen – seiner Langatmigkeit einen hohen Unterhaltungsfaktor. Zumal, das zeigt sich auch bei diesem Film an der einen oder anderen Stelle, Bethmann Humor hat und auch gerne mal über sich selbst lachen kann.

Zudem ist TdK recht kompetent gewerkelt und steht gerade deshalb über den Werken von Kollegen wie Schnaas, Rose oder – Gott bewahre – Taubert. Gut, teilweise kann man die Einschränkung geben: „zum damaligen Zeitpunkt“, aber dennoch.

Ich habe lange mit mir gerungen, aber ich würde ihm letztendlich doch das Qualitätssiegel „Filetstückchen“ geben, da er mich irgendwie mächtig unterhalten hat. Empfehlung meinerseits als Rausschmeißer bei einem Videoabend. Gerne auch unter Alkoholeinfluss konsumieren – das macht einige Momente sicherlich noch witziger.

Daher:


Bewertung


BOMB-SKALA
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BIER-SKALA
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TANZENDE KÜRBISKÖPFE
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